Joachim Bauer

 4,2 Sterne bei 103 Bewertungen

Lebenslauf

Universitätsprofessor Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler und Psychotherapeut. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Psychiatrie und in beiden Fächern auch habilitiert. Für herausragende neurowissenschaftliche Forschung, die ihn zeitweise auch in die USA führte, wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie mit dem Organon- Forschungspreis ausgezeichnet. Er ist Professor emeritus an der Universität Freiburg, Gastprofessor an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin und Dozent an einem Berliner Ausbildungsinstitut für Psychotherapie. Des Weiteren ist Joachim Bauer Autor zahlreicher Veröffentlichungen und erfolgreicher Bestseller-Sachbücher.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Fundamental Things (ISBN: 9783451038112)

Fundamental Things

Erscheint am 14.09.2026 als Gebundenes Buch bei Verlag Herder.

Alle Bücher von Joachim Bauer

Cover des Buches Warum ich fühle, was du fühlst (ISBN: 9783453615014)

Warum ich fühle, was du fühlst

(32)
Erschienen am 04.09.2006
Cover des Buches Das Gedächtnis des Körpers (ISBN: 9783492301855)

Das Gedächtnis des Körpers

(19)
Erschienen am 16.04.2013
Cover des Buches Lob der Schule (ISBN: 9783453600836)

Lob der Schule

(11)
Erschienen am 06.10.2008
Cover des Buches Prinzip Menschlichkeit (ISBN: 9783453630031)

Prinzip Menschlichkeit

(8)
Erschienen am 04.08.2008
Cover des Buches Selbststeuerung (ISBN: 9783453604681)

Selbststeuerung

(7)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Wie wir werden, wer wir sind (ISBN: 9783453605633)

Wie wir werden, wer wir sind

(6)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Schmerzgrenze (ISBN: 9783453602588)

Schmerzgrenze

(5)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Das empathische Gen (ISBN: 9783451034886)

Das empathische Gen

(5)
Erschienen am 08.10.2024

Neue Rezensionen zu Joachim Bauer

Cover des Buches Menschlichkeit in digitalen Zeiten (ISBN: 9783453219144)
B

Rezension zu "Menschlichkeit in digitalen Zeiten" von Joachim Bauer

belanahermine
Wie wir Mensch bleiben können

Inhalt

In einem kurzen Vorwort schreibt Herr Bauer, warum es ihm wichtig war, dieses Buch zu verfassen, und warum das Thema Menschlichkeit vor dem Hintergrund der aktuellen technischen Entwicklungen wichtig ist. Danach ist der Inhalt in 10 Kapitel gegliedert, die zwar in sich abgeschlossen sind, aber doch auch eine logische Reihenfolge bilden. Ausgangspunkt ist das Gebahren der Tech-Konzerne und das Mindset einiger bekannter Vertreter. Das dritte Kapitel beleuchtet das Zusammenspiel von Körper, Bewusstsein und Intelligenz. Die folgenden vier Kapitel schauen sich die Auswirkungen der Digitalisierung und der KI in verschiedenen Kontexten an. Die abschließenden drei Kapitel schauen allgemeiner auf das Thema wie z. B. auf generelle Auswirkungen auf die Menschheit, reale Gefahren von KI sowie darauf, wie digitale Vernunft entstehen könnte.

Am Ende des Buches gibt es 28 Seiten Literaturhinweise, 37 Seiten Anmerkungen und 8 Seiten Register.

Subjektive Eindrücke

Das Buch setzt sich aus mehreren Perspektiven mit dem Thema auseinander, belegt Aussagen mit Quellenhinweisen und weist auf dokumentierte Fälle hin. Letztere lassen einen manchmal wirklich die Haare zu Berge stehen.

Die Texte sind gut verständlich und kurzweilig geschrieben. Die Argumentationen erfolgen sachlich, ohne Effekthascherei. Auch wenn der überwiegende Fokus auf den Gefahren und negativen Auswirkungen liegt, so wird die technische Entwicklung nicht von Grund auf verteufelt. Das widerspiegelt sich insbesondere darin, dass Hinweise für die Entwicklung einer digitalen Vernunft gegeben werden.

Fazit

Ich kann das Buch nur empfehlen. Es deckt Entwicklungen auf, die sich eher im Verborgenen vollziehen, aber inzwischen mehr und mehr zutage treten.

Cover des Buches Realitätsverlust (ISBN: 9783453218536)
M

Rezension zu "Realitätsverlust" von Joachim Bauer

M.Lehmann-Pape
Von den Risiken der KI und des virtuellen Lebens

Von den Risiken der KI und des virtuellen Lebens

 

In der gegenwärtigen Diskussion über Nutzen, Gefahren, Möglichkeiten und Risiken der rasant fortschreitenden KI-Möglichkeiten (bei denen Chat-GPT ja nur einen Aspekt darstellt, auch wenn gerade dieses Programm am sichtbarsten Vor Augen gerade steht) fühlt man sich fast ein wenig an andere Diskussionen wie z.B. die Klimafrage erinnert.

 

Bielen Mahnern (zu rechten Zeit noch) stehen ebenfalls laute Stimmen der Verharmlosung gegenüber. Und allen gemeinsam ist sicherlich eine je eigene Perspektive und Motive für die entsprechende Haltung.

 

Wenn aber klar ist, dass selbst die „Erfinder“ von KI Applikationen deutlich warnen, wenn an sich schon die Konzentration „digitaler Macht“ in den Händen weniger Großkonzerne liegt, dann ist ein solches Buch wie diese von Joachim Bauer wichtig zu lesen. Um differenziert der „neuen Welt“ einigermaßen gerüstet gegenüberzutreten. Denn jene „digitale Inbesitznahme des Menschen“, die er überzeugend beschreibt, ist ja, wenn man ehrlich ist, schon am eigenen Verhalten und im eigenen Leben massiv zu beobachten.

Dabei verfällt Bauer nicht in plakativen oder populistischen Katastrophismus, sondern bleibt im Ton differenziert und nüchtern und lässt am Ende die Fakten der KI-Möglichkeiten sprechen. Wobei das schon reicht für ein deutliches Unbehagen bei Lesern und Leserinnen.

 

„Wenn wir sie als Werkzeuge benutzen, anstatt uns zu ihren Werkzeugen machen zu lassen, können digitale Produkte unser Leben bereichern. Dich wird sind dabei, den Kipp-Punkt zu überschreiten“.

 

Denn schon längst hat es begonnen, das analoge, reale, zwischenmenschliche Realitäten durch digitale Räume, Kommunikationsmodelle und „AI-Erlebniswelten“ das menschliche Handeln, dessen Grundlage, die Fakten und das Erleben von Realität bald mehr prägen, als primäre Erfahrungen in der Realität.

 

„Man hilft uns beim Gehen, bis wir nicht mehr gehen können“.

 

Und das, man kann es nicht oft und laut genug betonen, in erster Linie gesteuert von Machtinteressen und Geschäftsmodellen, nicht aus Haltungen der Wohlfahrt den Menschen gegenüber.

Wobei für die Motive hinter den Geschäften und der „digitalen Religion“ das Kapitel über den „digitalen Narzissmus“ im Buch sehr ans Herz zu legen ist. Denn in der Verbindung von „apokalyptischem Denken“ und „Weltrettung“ zumeist eben durch die eigene Person oder eigene „Firma“ sind jene Grundstrukturen von Narzissmus rege zu erkennen, die schon einzelne Menschen im Alltag zu einer Belastung werden lassen können, die aber potenziert hervortreten, wenn es ultra-reiche Menschen sind und fast monopolartige Firmen, die in vielen Fällen still im Hintergrund beginnen, alle Fäden zu ziehen und zu bestimmen.

 

Mitsamt der Folge, in den sozialen Netzwerken sehr klar und offenliegend zu beobachten, dass eine immer größere Unfähigkeit, sich realen Beziehungen zu stellen und sich und andere durch reale Begegnungen kennenzulernen, immer rasanter und tiefer um sich greift.

 

Das ist die Crux, dass der Mensch sich (scheinbar zunehmend) nicht gerne anstrengt, wenn es sich vermeiden lässt (und reale, echte soziale Beziehungen sind auch anstrengend und setzten Aktivität voraus) und die digitale Welt einfacher zu habende „Ersatzerlebnisse“ zu Hauf inzwischen anbietet (was allein schon die Pseudo-Realität von Videospielen angeht).

 

Schritt für Schritt (zer-) legt Bauer die „schöne neue Welt“ der digitalen Errungenschaften vor die Augen von Lesern und Leserinnen und erzeugt am Ende nicht nur ein mulmiges Gefühl, sondern auch eine differenzierte Sicht auf die eigene Neigung, gegen vermeintliche Bequemlichkeit anstrengende persönliche Herausforderungen eine „schnelle Lösung“ zu finden.

 

Für allerdings, dass ist nach der Lektüre völlig klar, einen hohen Preis.

Cover des Buches Realitätsverlust (ISBN: 9783453218536)
B

Rezension zu "Realitätsverlust" von Joachim Bauer

belanahermine
Hoch brisante Fragestellungen sachlich klar dargestellt

Inhalt

Joachim Bauer, Neurowissenschaftlicher und Psychotherapeut, schreibt schon seit Jahren Bücher darüber, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen auf die Psyche der Einzelnen, aber auch die "gesellschaftliche Psyche" auswirken. In diesem Buch befasst er sich mit der zunehmenden Digitalisierung und Virtualisierung der Welt. Was macht das mit dem Menschen? Wir viel "virtuell" ist sinnvoll, wie viel "virtuell" ist noch gesund für den Menschen? Wieviel Realität brauchen Menschen, um sich als Mensch zu verstehen und entwickeln zu können? Diesen Fragen geht Joachim Bauer in diesem Buch nach.

Dazu gliedert er seinen Stoff nach einem Vorwort in sieben Kapitel und spricht über Aufklärung, menschliche Eigenschaften, die um sich greifende Digitalisierung/Virtualisierung, Realitätsverlust, das Bewusstsein, digitalen Narzissmus und darüber, wie in einer digitalen Wert Humanität bewahrt werden kann.

Am Ende des Buches finden sich 14 Seiten Literaturhinweise, 24 Seiten Anmerkungen und 5 Seiten Register zur besseren Orientierung im Buch.

Subjektive Eindrücke

Ich habe das Buch mit viel Interesse gelesen. Bauer schreibt gut verständlich und kommt ohne viele Fachvokabeln aus. Immer wieder setzt er sich sachlich mit den Meinungen Anderer auseinander oder flicht sie in seine Argumentation ein. Von seiner akribischen Recherche zeugt das lange Literaturverzeichnis. Viele Zusammenhänge, die ich intuitiv geahnt/befürchtet habe, sind mir sehr deutlich, klar und logisch nachvollziehbar geworden.

Fazit

Keine Panikmache, sondern sachliche Auseinandersetzung mit möglichen Optionen für ein Umgehen mit der Situation.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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