Joachim Gaertner Ich bin voller Hass - und das liebe ich

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Inhaltsangabe zu „Ich bin voller Hass - und das liebe ich“ von Joachim Gaertner

Das faszinierende Psychogramm zweier Jugendlicher, die zu Amokläufern wurden „Ich bin voller Hass – und das liebe ich“ erzählt die zutiefst erschütternde und bewegende Geschichte des Attentats an der Columbine Highschool in Littleton. Und zwar anhand von Originaldokumenten: Tagebüchern, Interneteinträgen, Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten. Ein Buch, das den Blick öffnet für das Ungeheuerliche einer Tat, die von den Tätern bis ins kleinste Detail in der Fantasie, in literarischen Szenen, Tagebüchern, auf Internetseiten und in Videos ausgebildet wurde, bis sie schließlich katastrophale Realität wurde.

Eindrücklich, erschreckend und bewegend.

— angi_stumpf
angi_stumpf

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    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    06. February 2016 um 01:48

    Viele von euch werden sich an den schrecklichen Amoklauf an der Columbine Highschool in Littleton am 20.04.1999 noch erinnern können. Die traurige Bilanz: 13 Tote, 24 Verletzte und ein anschließender Selbstmord der beiden Täter Dylan Klebold (17) und Eric Harris (18). Dieses Buch ist ein dokumentarischer Roman, der ausschließlich aus Original-Dokumenten besteht, die die Polizei dem Autor überlassen hat. Vor Herausgabe dieser Akten wurden die Eltern der Opfer darum gebeten, darüber abzustimmen, ob sie diese Veröffentlichung befürworten. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, da sie der Meinung waren, es könnte anderen Eltern, Lehrern etc. vielleicht helfen, ähnliche Verhaltensweisen bei ihren Kindern, Schülern oder Freunden frühzeitig zu erkennen. Sie hatten die Hoffnung, andere Attentate dieser Art damit verhindern zu können. Wie wir inzwischen wissen, ist dies nicht ganz gelungen: es gab seither zahlreiche Amokläufe an weiteren Schulen, 2009 sogar in meiner Heimatstadt (allerdings glücklicherweise ohne Todesopfer). Viele der späteren Täter bezogen sich explizit auf Klebold und Harris, nannten sie als Vorbilder oder wollten sie noch übertrumpfen. Was viele vielleicht nicht wissen: damals hatten alle Beteiligten noch sehr viel Glück im Unglück, denn zwei Propangasbomben mit Zeitzünder sind nicht wie geplant explodiert. Hätten die Täter hier keinen Fehler gemacht, wäre die Opferzahl in der Columbine Highschool wohl in einen dreistelligen Bereich gestiegen. Der Autor veröffentlicht in diesem Buch natürlich nicht alle Dokumente, sondern er verwendet verschiedene Ausschnitte und kombiniert spätere Zeugenaussagen mit Auszügen aus Notizbüchern, Kalendereinträgen, Schulaufsätzen, Projektarbeiten, Briefen, Chatprotokollen, Videomitschnitten, Websiteinhalten und vielem mehr. So entsteht ein lebendiges Bild der beiden späteren Amokläufer Eric und Dylan. Manche denken vielleicht, die beiden Jugendlichen stammten aus unterprivilegierten Familien, wären etwas dumm gewesen und hätten sich von stupiden Ballerspielen oder anderen Dingen inspirieren lassen. Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus: Eric und Dylan waren sehr intelligent, konnten sich sprachlich überaus gut ausdrücken und sie quälten in ihrer Freizeit auch keine Tiere. Im Gegenteil: sie liebten Tiere und die Natur und betrachteten viel mehr die Menschen als Plage auf diesem Planeten, vor allem die Dummen und Fremdbestimmten – wie sie oft in ihren Aufzeichnungen schrieben. Es war auch mitnichten so, dass sie sich den Folgen ihrer Tat nicht bewusst gewesen wären: sie haben sich im Vorfeld per Videobotschaft sogar dafür entschuldigt, vor allem bei ihren Eltern. Eric und Dylan waren keine gefühllosen Soziopathen, sondern in vielen Dingen ganz normale Teenager mit entsprechenden Problemen. Sie planten ihre Tat viele Monate vorher, haben sogar manchmal darauf hingewiesen, aber niemand konnte die Zeichen im Vorfeld deuten. Mir wurde beim Lesen dieses eindrucksvollen Buches bewusst, dass wir ähnliche Taten wohl niemals wirklich verhindern werden können. Menschen sind so unterschiedlich, manche können ihre Gefühle nach außen hin perfekt verbergen. Und wir werden niemals Mobbing oder Ausgrenzung abschaffen können, nicht einmal zu echter Gleichberechtigung werden wir Menschen es jemals bringen. Das ist traurig, aber es scheint nicht grundsätzlich in der Natur der Menschen zu liegen. Und so wird es auch immer wieder Leute geben, bei denen eines Tages die Toleranzgrenze überschritten wird. Die dann nicht in Depressionen verfallen oder sich selbst etwas antun, sondern die ihren Hass auf diejenigen richten, die ihrer Meinung nach daran Schuld haben. Fazit: Ein sehr eindrückliches Buch, das gleichermaßen interessant und bewegend ist. Man erlebt das Auf und Ab der Gefühle von Dylan und Eric, wie es für Teenager eigentlich normal ist, allerdings gepaart mit deutlichen Tendenzen in eine gefährliche, tödliche Richtung. Der Autor bewertet und kommentiert nicht, er äußert sich erst in einem Nachwort und schildert uns seine eigenen Eindrücke, die meinen nicht unähnlich waren.

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  • Das wahre Gesicht eines Amoklaufs...

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    Cadiz

    Cadiz

    17. May 2014 um 20:57

    „Bei mir ist es o.k., wenn ich ein Heuchler bin, aber nicht bei jemand anderem. Denn ich stehe über euch, egal, was ihr sagt. Wenn ihr nicht einverstanden seid, erschieße ich euch.“ Inhalt: Im Jahr 1999 sorgte an der Columbine Highschool in Littleton ein Schul-Massaker für weltweites Entsetzen. Zwei junge Männer schossen in der Schule um sich und töteten mehrere Menschen und sich selbst. Die Amokläufer haben ihre Tat genauestens geplant. Und in diesem Buch kann man in den Original-Aufzeichnungen der beiden lesen. In Tagebuch-Einträgen, Chats, Schul-Aufsätzen usw. werden sie beleuchtet- bis zum Tage, an dem das Grauen begann… Zum Buch: Da das Thema Amoklauf mich seit langem fasziniert, wollte ich dieses Buch unbedingt genauer anschauen. Das interessante daran ist ja, dass es kein Roman im klassischen Sinne ist, sondern aus echten Sätzen der Amokläufer der Columbine High besteht, die damals sowas wie die „Vorläufer“ einiger Amokläufe waren, die danach kamen. Auch in Deutschland. In dem Buch werden die beiden Täter gezeigt, wie sie wirklich waren, oder eher gesagt: wie sie sich zeigen wollten. In sehr persönlichen Einträgen von ihnen selbst, die teilweise für niemanden zugänglich sein sollten, erfährt man als Leser die Gedanken und Gefühle von Eric Harris und Dylan Klebold. Das Buch ist anstrengend zu lesen, da viele Notizen und Aufzeichnungen auf den Leser total verwirrend wirken. Nach und nach kommt aber schon heraus, dass die beiden besonders gewaltverherrlichend waren, den Amoklauf ziemlich genau planten und bewusst die Menschen in ihrer Umgebung manipulierten. Dabei liest man auch darüber, dass Eric und Dylan im Grunde recht intelligente Menschen waren. Vor allem Eric war sehr begabt- im kreativen Schreiben. Trotzdem entwickelten die beiden einen Hass auf die Menschen. Und man fragt sich immer nur: warum? Was ist schief gelaufen? Nach dem Lesen weiß ich es immer noch nicht so genau. Und das ist tragisch wie interessant zugleich. Es kommt schon heraus, dass die Verschmelzung zwischen Realität und Fiktion (sie waren etwa auch große Computer-Spiel-Freaks) bei ihnen eine Weile vor dem Amoklauf stattfand. Zugleich aber waren sie sich natürlich bewusst, was sie tun würden- Menschen töten. Selbstmord begehen. Diese ganzen Aspekte sind schwer zu fassen, schwer zu verstehen, schwer zu verarbeiten. „Ich bin voller Hass—und das liebe ich“ hat mir einerseits gar nicht gefallen, weil es so schwierig und unverständlich war, andererseits denke ich, dass das Buch schon sehr direkt und ergreifend ist. Weil es wahr ist. Und zugleich so unwirklich erscheint. Schwierig, dieses Buch überhaupt zu bewerten. An sich ist es schon empfehlenswert. Aber nur für jene, die sich wirklich fürs Thema interessieren.

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  • Rezension zu "Ich bin voller Hass - und das liebe ich" von Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    Fotini

    Fotini

    22. July 2011 um 14:19

    Inhalt 20.04.1999. An diesem Tag verübten zwei 17-jährige Schüler ein Attentat auf die Columbine Highschool in Littleton. Diese beiden Jungen waren Dylan Klebold und Eric Harris, und noch heute gelten sie als Vorbild für viele Nachahmer. Die Frage, die sich nach so einem Ereignis stellt ist: Warum? Warum haben die beiden Jugendlichen 11 Menschen getötet und etliche weitere verletzt? Warum hatten sie so einen Hass in sich? Und warum hat niemand vorher etwas gemerkt? Joachim Gaertner hat in diesem Buch Originaldokumente zusammengetragen, durch die man sich ein Bild von Erics und Dylans Leben und ihrer unfassbaren Tat machen kann. Tagebucheinträge, Schulaufsätze, Verhörprotokolle von Angehörigen, Interviews, Chatgespräche, Videoaufnahmen oder Einträge auf diversen Internetseiten...all diese Bruchstücke machen den Dokumentarroman aus. Und mehr lässt sich zum Inhalt eigentlich auch nicht mehr sagen. Meine Meinung Ich weiß ehrlich gesagt garnicht, wo ich anfangen soll. Zu Beginn hatte ich noch etwas Schwierigkeiten die verschiedenen Dokumente zuzuordnen und musste immer wieder nachschauen, wer was geschrieben/gesagt hat und wo diese Person es veröffentlicht hat. Doch nach und nach habe ich alles besser verstanden und ich war teilweise wirklich schockiert, was in den Köpfen der beiden Jungs vorging. Dabei waren sie eigentlich intelligente, junge Männer, denen oft vorausgesagt wurde, sie würden es im Leben wirklich weit bringen. Trotzdem waren sie hasserfüllt und träumten anscheinend davon, die Menschheit größtenteils zu vernichten. Meine Überzeugung ist: Wenn ich etwas sage, passiert es auch. Ich bin das Gesetz. Wenn dir das nicht passt, stirbst du. Wenn ich dich nicht mag, oder wenn ich nicht mag, was du von mir willst, dann stirbst du. Ich kann garnicht warten, bis ich euch alle töten kann. [...] Es ist mir egal, ob ich lebe oder bei der Schießerei sterbe, alles was ich will, ist töten und verletzen, soviele von euch Arschlöchern, wie ich kann, speziell ein paar Leute wie brooks brown. (Von Eric Harris' Website); S.39 Obwohl Eric und Dylan oft Andeutungen machten und auch in der Schule beispielsweise auffällige Aufsätze schrieben, schien niemand besonders misstrauisch. Die beiden waren fasziniert vom Nationalsozialismus und von der Idee eines Massenmordes. Sie waren interessiert in Waffen und haben selber oft Rauchbomben gebaut und diese dann irgendwo gezündet. Aber trotzdem dachte keiner, dass sie wirklich ernst machen könnten...wieso sollten sie auch? Wer hätte gedacht, dass zwei Schüler kommen und ihre Schule in die Luft jagen und Leute mit Shotguns erschießen würden, mit vier Waffen, jeder zwei? Das war einfach etwas, das man sich nicht vorstellen konnte. (Kate Battan, Interview); S.177 Ich bin aufjedenfall ziemlich schockiert von diesem Buch und es ist wirkliche eine andere Sichtweise auf so einen Amoklauf. Man kann mitlesen, wie sich alles entwickelt haben und wie der Hass der beiden schließlich dazu führte, ein Attentat zu planen und auszuführen. Ich würde wirklich gerne eine längere Rezension dazu schreiben, aber ich wüsste nicht, was ich noch dazu sagen könnte. Fazit Bei "Ich bin voller Hass-und das liebe ich" handelt es sich um einen dokumentarischen Roman, der einen in die Köpfe von zwei Amokläufern blicken lässt. Es gibt keinen richtigen Erzähler, sondern nur eine Aneinanderreihnung von verschiedenen Texten, die aber sehr gut ausgewählt wurden und alles so "real" wirken lassen (was es ja auch leider ist). Ich vergebe daher 4 von 5 Sterne und kann das Buch allen weiterempfehlen, die an solchen Geschichten interessiert sind.

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  • Rezension zu "Ich bin voller Hass - und das liebe ich" von Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    AvaLovelace

    AvaLovelace

    05. July 2011 um 23:45

    "Columbine hat uns alle verändert. Es hat alle verändert." Dr. Joachim Gaertner, schreibt in diesem Buch nicht seine Meinung, legt kein Urteil ab, sonder lässt einfach die schriftlichen Aufzeichnungen, Zitaten aus Videoaufnahmen und Schulaufsätzen sprechen und somit entsteht ein Bild der Persönlichkeiten der beiden Attentäter. Das Buch ist eine Collage aus dem Leben von Dylan Klebold und Eric Harris. Es wirft fragen auf und beantwortet sie nicht, trotzdem gewinnt man hiermit einen guten Eindruck der beiden, das sie nicht das „böse“ waren, wie wir sie uns wohl vorstellen, wenn wir von ihrer Tat sprechen. Am Ende werden die Ereignisse des Tattages chronologisch beschrieben. Teilweise musste ich da schon schlucken und es ging mir sehr nahe. Man liest und fragt sich, woher kam all das Negative, woher der Hass. Mich hat das Buch wahnsinnig beeindruckt und kann es jedem ans Herz legen, der mehr über „Amokläufe“ oder auch Gewalt an Schulen im allgemeinen wissen will. Denn es zeigt nicht nur eine Seite, die der Tat, sonder auch das menschliche, der beiden. Den nur „böse“ ist KEIN Mensch!!!!!

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  • Rezension zu "Ich bin voller Hass - und das liebe ich" von Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    verena83

    verena83

    29. December 2010 um 11:09

    Anhand von Originaldokumenten – Tagebücher- und Interneteinträgen von Eric Harris und Dylan Klebold sowie Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten – erzählt Joachim Gaertner die Geschichte des fürchterlichen Attentats an der Columbine Highschool in Littleton vom 20.04.1999. Dieser Roman, der ausschließlich aus eben solchen Dokumenten besteht, hat mich tief beeindruckt und gleichzeitig sehr schockiert. Einerseits waren Eric und Dylan nämlich anscheinend sehr intelligente junge Männer mit Zukunftsplänen, doch andererseits schlummerte – warum auch immer – das Böse in ihnen. Außerdem wird klar ersichtlich, dass unsere heutige Gesellschaft im Allgemeinen (Mobbing, Leistungsdruck etc.) leider auch ihren Teil zu solch schrecklichen Geschehnissen beiträgt. Dies soll absolut keine Entschuldigung für das sein, was Eric und Dylan getan haben, denn es ist einfach unentschuldbar (und wie viele andere Menschen müssen ähnliches oder viel, viel Schlimmeres als die beiden erleiden). Kommen jedoch diese Aspekte und eine gestörte Persönlichkeit zusammen, kann das leider solch fatale Folgen haben…

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  • Rezension zu "Ich bin voller Hass - und das liebe ich" von Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    Elisabeth87

    Elisabeth87

    29. November 2010 um 08:20

    "Columbine hat uns alle verändert. Es hat alle verändert." (Kate Battan, Interview) Inhalt/Rückentext: Joachim Gärtner erzählt die innere Geschichte des Attentats an der Columbine Highschool anhand von Originaldokumenten, Tagebucheinträgen, Interneteinträgen, Videobeiträgen, Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten. Ein Buch, das den Blick öffnet für das Ungeheuerliche einer Tat, die von den Tätern bis ins kleinste Detail in der Fantasie, in literarischen Szenen, Tagebüchern, auf Internetseiten und in Videos ausgebildet wurde, bis sie schließlich katastrophale Realität wurde. Hintergrund: Das Schulmassaker von Littleton/Columbine. Am 20. April 1999 erschossen die Schüler Erric Harris, 18 Jahre alt und Dylan Klebold, 17 Jahre alt, in der Columbine High School in Columbine 12 Schüler und einen Lehrer, verletzten 24 andere Schüler schwer und töteten sich anschließend in der Bibliothek der Schule selber. Einige Bands auf die in den Originaldokumenten Bezug genommen wurde, Filme wie Natural Born Killers und Computerspiele wie DOOM, kamen aufgrund dessen stark ins Feuer der Kritik. Kritik: Das Buch beginnt, ohne dass die Personen groß vorgestellt werden, man wird mehr oder weniger einfach in die Geschichte hinein geschmissen, das was mir etwas schwerer machte, einen Einstieg zu finden. Man wird in die Welt von Harris durch seinen Schulaufsatz "Great Senior Expectation" vom 19.08.1998 eingeführt. Darin beschreibt er die Erwartungen, die er für sein letztes Jahr an der Highschool hat. "Insgesamt glaube ich, wird das Jahr voller Überraschungen sein." Eric Harris, Attentäter, in einem Schulaufsatz Eric Harris stammte aus einer stabilen Familie, er hatte gute Noten in der Schule und war unter anderem in der Video Class und in der Creative-Writing-Class. Doch hier zeigten sich auch bereits erste Anzeichen, wie es wirklich hinter der Fassade des späteren Attentäters aussah, da seine Geschichten voller Hass, Gewalt und Tod sind, ebenso wie seine Blogeinträge im Internet und die Videos, die er gemeinsam mit seinem Freund Dyland Klebold gedreht hatte. 1998 brachen Dylan und Eric gemeinsam ein Auto auf, was zur Folge hatte, dass sie gemeinsam ein Erziehungsprogramm absolvieren mussten, in dem Harris eine ausgezeichnete Sozialprognose bekam. Für mich war es erschreckend zu sehen, dass wirklich absolut keiner eine Ahnung hatte, nicht die Lehrer, nicht die Eltern, nein nicht einmal die Freunde, oder der betreuende Psychologe eine Ahnung hatten, was wirklich in den Köpfen dieser beiden Jugendlichen vor sich ging. Trotz einiger Anzeichen in Schulaufsätzen konnte nicht vorhergesehen werden, wozu Dylan und Eric im Endeffekt fähig sein würden. Am schlimmsten war es für mich die Originalabschriften des Notfalltonbandes zu lesen, dass von der Lehrerin Patti nicht abgedreht wurde und alles mitschnitt. Fazit: Wenn ich solche Dinge lese, dann bin ich immer sehr froh in Österreich zu leben, wo die Jugendlichen nicht so leicht an eine Waffe kommen wie in Amerika, wo es offenbar strengere Kontrollen gibt und man sich in dieser Hinsicht etwas sicherer fühlen kann, bis einem dann einfällt, dass es gar nicht so weit weg in Deutschland auch ein Attentat in Erfurt gegeben hat. Ich danke Gott dafür, dass ich so etwas bisher nicht live erleben musste und hoffe, dass ich niemals in so eine Situation kommen werde. Dieses Buch ist für alle empfehlenswert, die mehr darüber wissen wollen, was in den Köpfen der beiden Attentäter vor sich ging. Es ist allerdings keine leichte Kost, ich denke, jeder, der es gelesen hat, wird sich danach gedanklich noch einige Zeit auseinander setzen.

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  • Rezension zu "Ich bin voller Hass - und das liebe ich" von Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich
    Tshael

    Tshael

    10. January 2010 um 13:19

    Inhalt/Rückentext: Joachim Gärtner erzählt die innere Geschichte des Attentats an der Columbine Highschool anhand von Originaldokumenten, Tagebüchern, Interneteinträgen, Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten. Die Dramaturgie seiner literarischen Montage öffnet den Blick für das Ungeheuerliche einer Tat, die von den Tätern bis ins kleinste Detail in der Fantasie, in literarischen Szenen, Tagebüchern, auf Internetseiten und in Videos ausgebildet wurde, bis sie schließlich katastrophale Realität wurde. Hintergrund: Das Schulmassaker von Littleton/Columbine. Am 20. April 1999 erschossen die Schüler Eric Hariis, 18, und Dylan Klebold, 17, in der Columbine High School in Columbine 12 Schüler sowie einen Lehrer und töteten sich schließlich selber. Weitere 24 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Als Folgen der Tat kamen sowohl Computerspiele wie DOOM, Filme wie Natural Born Killers und sogar einige Band mit ihren Liedern stark in die Kritik. Der Autor: Joachim Gaertner, Jahrgang 1957, studierte Literaturwissenschaft, Linguistik, Indologie, Theologie und Kunstgeschichte in München. Heute ist er Fernseh- und Hörspielautor. Für sein Buch las er sich durch über 25000 Seiten. Kritik: Das Buch beginnt ohne großartige „Vorstellung“ der Personen, was es mir schwer machte einen Einstieg zu finden. Man gelangt in Harris‘ Welt durch seinen Schulaufsatz „Great Senior Expectation“ vom 19.08.1998. Darin beschreibt er die Erwartungen, die er für sein letztes Jahr an der Highschool hat. Eric Harris stammte aus einer stabilen Familie, er hatte in der Schule gute Noten und er war in der Creative-Writing-Class. Doch hier zeigten sich auch bereits erste Anzeichen, wie es wirklich hinter der Fassade des späteren Attentäters aussah. Seine Geschichten sind voller Hass, Gewalt und Tod, ebenso wie Interneteinträge und Videos. 1998 brachen Dylan und Eric ein Auto auf, wurden gefasst und mussten ein Erziehungsprogramm absolvieren. Harris bekam anschließend eine ausgezeichnete Sozialprognose … Ich glaube, das war für mich das Erschreckenste. Niemand, nicht nicht die Eltern, nicht die Freunde, nicht einmal der betreuende Psychologe, hatte, trotz der Anzeichen, voraussehen können, zu was Harris und Kleybold fähig waren. Hinter einer Maske aus Freundlichkeit, Angepasstheit und guten Noten brodelte ein Vulkan – der ausbrach, und 15 Menschen das Leben kostete.

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