Joachim Galli

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Joachim GalliDer große Irrtum beim Klimawandel
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Der große Irrtum beim Klimawandel
Der große Irrtum beim Klimawandel
 (1)
Erschienen am 25.10.2016

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Rezension zu "Der große Irrtum beim Klimawandel" von Joachim Galli

Interessant, aber keine Wissenschaft
IMG_1001vor einem Jahr

Worum gehts?

Herr Galli vertritt die These, dass der derzeit stattfindende Klimawandel keine Folge der anthropogenen Treibhausgasemissionen ist, sondern viel mehr auf den 1994 stattgefundenen Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter zurückzuführen ist. Dieser Einschlag - so erläutert Galli auf seinen etwa 109 Seiten - verursacht nicht nur die jetzige Erwärmung, sondern wird in letzter Instanz zum Untergang unserer Erde führen. Der Countdown zur Apokalypse wurde gestartet.


Meine Meinung

Herrn Joachim Galli will der Schuh nicht so recht passen. Man ist teilweise zwar geneigt, seinen Ausführungen Glauben zu schenken, ein kurzer Blick auf die Quellenangaben führt jedoch zu einer abrupten Ernüchterung. Auch die Tatsache, dass Herr Galli dem geneigten Leser gleich zu Beginn mitteilt, er würde sich nur auf frei verfügbare Quellen beziehen, ist noch immer kein Freifahrtschein für schlampiges Zitieren. Er greift auf Artikel aus Zeitungen zurück, nennt aber keinen Autor, und zitiert Wikipedia. Das allein tut schon weh und entzieht ihm eigentlich jede Glaubwürdigkeit.

Bevor ich zu dem komme, was  weniger gut gelungen ist, muss ich kurz erwähnen, dass mir die Zusammenfassung der Bemühungen im Klimaschutz schon fast gut gefallen hat. Wäre es nicht so tragisch, gab es hier beinahe schon lustige Aspekte zu bestaunen. Allein die Tatsache, dass die geplanten 50.000 Elektrofahrzeuge - die bald auf Deutschlands Straßen fahren sollen - lediglich 0,004 % Kohlendioxid einsparen, nicht mehr als 1,5 Megatonnen (Weltbilanz, leider ohne Angabe, ob jährlich oder insgesamt …). Dem gegenüber stehen jedoch insgesamt 600 neue Kohlekraftwerke in China, welche jährlich etwa 12 Gigatonnen emittieren werden…

Kommen wir zu den weniger gut gelungenen Teilen. Ich möchte an dieser Stelle nicht alle Passagen aufzählen, die ich im besten Falle als schlecht formuliert und im schlechtesten Falle als fachlich falsch ansehe. Jedoch hier vier kleine Anmerkungen meinerseits:

Anthropogener Kohlendioxidausstoß: Es ist zwar richtig, dass der durch die Menschen emittierte Kohlendioxid nur einen kleinen Teil des natürlichen Ausstoßes ausmacht, jedoch lässt der gute Mann völlig außer Acht, dass es sich eben um einen natürlichen und ausgeglichenen Kohlendioxidkreislauf handelt. Bei dem durch die Menschen seit der industriellen Revolution ausgestoßen Kohlendioxid handelt es sich jedoch um eine zusätzliche Emission. Diese kann nicht unbegrenzt von der Natur kompensiert werden. Herr Galli nennt viele Zahlen, ob diese immer so richtig sind, kann ich weder bestätigen noch dementieren. Was jedoch besonders im Kapitel 4.2 sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass er dem geneigten Leser auf der einen Seite Zahlen anbietet, um seine These zu untermauern, diesen aber auf der anderen Seite keine Vergleichswerte gegenüberstellt. Hier beispielsweise die Nennung der 1998 an Hautkrebs erkrankten (10.000) und daran verstorbenen Menschen (3.000). Sind es jetzt mehr geworden? Weniger? Man weiß es nicht. Ohne Vergleichswert relativ nutzlos. Das Buch ist eindeutig für Laien geschrieben. Jedoch finde ich es äußerst verwirrend, dass gerade ein solches Buch meint, ganz ohne Grafiken auszukommen. In vielen Bereichen hätte das Einbinden von Grafiken die Sache verbessert und das Verständnis sehr erleichtert. Beispiel: Die textliche Wiedergabe des Sonnenspektrums. Schwierig zu lesen, eine kleine Grafik und fertig wärs gewesen. Und zum Schluss: ganz besonders reizend fand ich einen Satz relativ zum Schluss. „Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und elektrischem Strom hört auf; die Liebe hört auf. Es wird finster und still und unsagbar traurig auf der Erde […].“ Frühestens hier fällt auf, was auf Seite 106 offensichtlich wird. Der Schreiberling scheint gläubig zu sein. Ist ja kein Verbrechen, aber doch etwas seltsam anmutend, wenn er dem Leser erklärt, dass er nicht verstehe, wie Mediziner mit dem Wissen um die Komplexität allen Seins/des Lebens (er nennt speziell den Aufbau von Augen, Ohren und Gehirn) Atheisten sein können. - Ich habe keine Ahnung, was dies mit seiner These zu tun haben soll. Scheinbar hat er auch das Konzept der natürlichen Selektion nicht richtig verstanden. Das ist jedoch ein anderes Thema.
Kurzum: Zwei Sterne von mir, weil ich es gut meine. Wer sich jedoch eine wissenschaftliche Abhandlung erhofft - oder zumindest etwas, dass das Wort 'wissenschaftlich' verdient - sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Da hilft es auch nichts, wenn der Autor im Vorwort explizit erwähnt, dass es sich bei dem vorliegenden Buch weder um Science-Fiction noch um Wunschvorstellung handelt, sondern um ein wissenschaftliches Werk.


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