Joachim Gauck

 4 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Winter im Sommer – Frühling im Herbst, Freiheit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joachim Gauck

Joachim Gauck wurde am 24. Januar 1940 in Rostock geboren. Er studierte Theologie und ist ein bekannter Publizist und evangelischer Pastor. Gauck war im Zeitraum von 1990-2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit und einer der Hauptinitiatoren des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der Volkskammer. Er wurde zum Chef der künftigen Stasi-Unterlagen-Behörde, welche auch als Gauck-Behörde bekannt geworden ist. Hier wurde der Stasi-Nachlass verwaltet und zugänglich gemacht. Im Oktober 2000 endete seiner Zeit als Bundesbeauftragter. Seither ist Gauck für sein abwechslungsreiches gesellschaftspolitisches Engagement bekannt, ebenso für seine Vorträge und Medienaktivitäten. Seit 2003 ist Gauck Vorsitzender des Vereins »Gegen Vergessen – Für Demokratie«. Joachim Gauck lebt mittlerweile in Berlin.

Alle Bücher von Joachim Gauck

Cover des Buches Winter im Sommer – Frühling im Herbst (ISBN: 9783328100713)

Winter im Sommer – Frühling im Herbst

 (40)
Erschienen am 09.01.2017
Cover des Buches Freiheit (ISBN: 9783466370320)

Freiheit

 (12)
Erschienen am 20.02.2012
Cover des Buches Toleranz: einfach schwer (ISBN: 9783451383243)

Toleranz: einfach schwer

 (7)
Erschienen am 18.06.2019
Cover des Buches Deutschland. Ein Wintermärchen (ISBN: 9783455006230)

Deutschland. Ein Wintermärchen

 (5)
Erschienen am 04.11.2019
Cover des Buches Freiheit (ISBN: 9783641081386)

Freiheit

 (2)
Erschienen am 20.02.2012
Cover des Buches Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen (ISBN: 9783827500328)

Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen

 (0)
Erschienen am 16.09.2013
Cover des Buches Toleranz (ISBN: 9783442142613)

Toleranz

 (0)
Erschienen am 16.11.2020

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Joachim Gauck

Cover des Buches Toleranz: einfach schwer (ISBN: 9783451383243)Buch-Traums avatar

Rezension zu "Toleranz: einfach schwer" von Joachim Gauck

Wichtige Botschaft
Buch-Traumvor 9 Monaten

Die letzte Rezension in diesem Jahr. Und in dieser Rezension geht es um ein ganz besonderes Buch.

 

Joachim Gauck hat ein Buch geschrieben. Das stimmt nicht so ganz, er hat Helga Hirsch schreiben lassen, eine sehr bekannte Journalistin. Und es gibt mittlerweile mehrere Bücher, auf denen Joachim Gauck als Autor steht. Aber jetzt soll es um sein Buch "Toleranz, einfach schwer" gehen. Ich gebe es zu, ich lese nicht gerne Bücher von Politikern. Kompliziert, politisch, entweder überkorrekt oder politisch so sehr verfärbt, dass ich es kopfschüttelnd wieder zuschlage. Trotzdem hat mich dieses Buch interessiert. Das Thema soll Toleranz sein, das Wort wird ja ziemlich oft verwendet. Wir brauchen mehr Toleranz, wir brauchen Integration und Inklusion. Deutschland ist eine offene Gesellschaft. Offen für alle. Ich glaube, es gibt selten jemanden, der das nicht als führende Sätze erkennen würde, wenn es um die Politik in Deutschland geht. Egal ob es um Menschen mit Behinderung geht oder um Menschen aus anderen Ländern. Und ich stimme aus vollem Herzen zu. Aber was genau eigentlich Toleranz ist, dass hätte ich nicht erklären können.

Joachim Gauck kann es auch nicht, aber er hat eine Menge zu dem Thema zusagen. In diesem Buch rüttelt er an den Grundfesten unserer Politik. Er stellt Entscheidungen in Frage und kritisiert seine eigenen. Er warnt vor dem "Abstempeln" von Leuten, vor Toleranz, die zur Naivität wird, er fordert den Leser heraus. Man kann nicht anders, als das Buch als einen Dialog zu sehen. Weil man beim Lesen nicht anders kann, als sich selber einzubringen. Den Aussagen zu widersprechen, eine Diskussion mit einem Buch anzufangen. Verrückt, ich weiß. Aber zusammen mit dem Autor kommt man zu einer neuen Toleranz. Toleranz, die nicht bedeutet, jeden ohne weitere Fragen gut zu finden. Toleranz, die heißt, etwas auszuhalten, was man eigentlich nicht möchte. Und Toleranz, die wohl schon immer, und auch noch heute, einer der wichtigsten Werte in unserer Demokratie ist.

Kommentieren0
2
Teilen
Cover des Buches Toleranz: einfach schwer (ISBN: 9783451383243)Jenny295s avatar

Rezension zu "Toleranz: einfach schwer" von Joachim Gauck

Ein Buch für die Gesellschaft
Jenny295vor 2 Jahren

In diesem Buch versucht Joachim Gauck anhand seiner eigenen Lebensgeschichte uns Beispiele für ein Leben mit Toleranz zu geben. Dabei macht er aber klar, dass sich auch nicht alle Probleme von selbst lösen. ...

In diesem Buch versucht Joachim Gauck anhand seiner eigenen Lebensgeschichte uns Beispiele für ein Leben mit Toleranz zu geben. Dabei macht er aber klar, dass sich auch nicht alle Probleme von selbst lösen.

Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Der Inhalt baut aufeinander auf und ermöglicht dem Leser alles sehr gut zu verstehen.

Gaucks Werk zeigt mal wieder wie wichtig es ist aufeinander Acht zu geben.
Aus meiner Sicht könnte es der Gesellschaft helfen wenn viele diese Buch lesen würden.
Absolute Leseempfehlung!

Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches Toleranz: einfach schwer (ISBN: 9783451383243)wandablues avatar

Rezension zu "Toleranz: einfach schwer" von Joachim Gauck

Leseempfehlung!
wandabluevor 2 Jahren

ÜBER DIE TOLERANZ UND IHRE GRENZEN.
Joachim Gauck versucht sich anhand seiner eigenen Lebensgeschichte daran, die Sache mit der Toleranz zu verdeutlichen. Toleranz ist so lange leicht, wie sie nicht praktisch herausgefordert wird. Dennoch tun wir alle gut daran, von Zeit zu Zeit über unseren Schatten zu springen und auch einmal eine Meile in den Mokassins des anderen zu gehen. Aber dieses Gebot richtet sich an alle!

An Gaucks, übrigens sehr klugem Versuch, die Sache mit der Toleranz zu erklären und warum sie manchmal schwierig zu leben ist, haben mir mehrere Aspekte gefallen. Erstens, die Erläuterung auch am praktischen Beispiel, es bleibt nicht alles theoretisch. Zweitens, dass Joachim Gauck um Ausgleich bemüht ist und drittens, sein bekannt gewordenes Zitat aus einer Rede aus dem Jahr 2015: „Unser Herz ist weit, aber unsere Möglichkeiten sind endlich“. Wer diese Tatsache nicht anerkennt, ist ein Realitätsverweigerer.

Toleranz gegenüber den Toleranten, aber die Forderung nach Tolerierung/Toleranz kann auch von denjenigen erhoben werden, die ihrerseits keine Toleranz ausüben. Dann wird es kritsch. Besonders einleuchend befand ich deshalb die Ausführungen zu Forderungen der sogenannten politischen Correctness, die tyrannische wie auch lächerliche Ausmaße annehmen kann bis dahin, dass sie unseren Sprachgebrauch regeln möchte.

[Meinung: Habe ich doch selbst über die Jahre beobachtet, wie bei meiner Lieblingstalksendung „Markus Lanz“ sich die Regeln allmählich wieder lockern, beziehungsweise ändern. Noch vor nicht allzu langer Zeit fuhr der Talkmaster jedem über den Mund, der sich in irgendeiner Form kritisch gegenüber dem (politischen) Islam äußerte. Eine ehrliche Auseinandersetzung war nicht gewünscht! Bei „Markus Lanz“ kann man ausgezeichnet beobachten, was zur Zeit zur politischen correctness gerechnet werden soll.

Allmählich darf man wenigstens darüber diskutieren, inwieweit der politische Islam dem Land gut tut, ohne gleich moralisch „böse“, „rechts“ und als „islamophob“ verschrien zu werden. Fördern und fordern ist ja meine Meinung. Das eine ist nicht gut ohne das andere. Diese Meinung findet sich allerdings nicht Eins zu Eins im Buch. Das ist Interpretation.]

Aber von vorauseilendem Gehorsam ist die Rede. Eine Spezialität der Deutschen. Es darf weder eine Tyrannei der Mehrheit, noch die Tyrannei einer (lauten) Minderheit geben.

Joachim Gauck zitiert Karl Popper: „Wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

Diese Haltung muss sich auch auf fremde Sitten und Gebräuche ausdehnen, so weit sie unseren Gesetzen entgegenstehen. Die Toleranz darf nicht so weit gehen, dass die einen wegen ihrer „fremden Kultur“ vor dem Gesetz anders behandelt werden als die anderen und auch nicht so weit, dass das Neutralitätsgebot des Staates gegenüber der Religion aufgeweicht wird.

Fazit: Im Grunde sagt Herr Gauck, dass wir alle Lernende sind und es keinen Zweck hat, gegen Veränderungen zu rebellieren. Aber eine Blindheit gegenüber den Problemen, die Migranten mit sich bringen, hilft uns auch nicht weiter.

Von mir bekommt die sehr gelassene Auseinandersetzung Joachim Gaucks zu den Gegebenheiten in unserem Land nicht nur die volle Punktzahl, sondern auch eine dicke Leseempfehlung.

Kategorie: Politisches Buch
Verlag: Herder, 2019

Kommentare: 8
18
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Joachim Gauck wurde am 23. Januar 1940 in Rostock (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 110 Bibliotheken

von 14 Lesern aktuell gelesen

Listen mit dem Autor

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks