Joachim Gerhard

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Ich hole euch zurück

Ich hole euch zurück

 (6)
Erschienen am 22.09.2016

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Rezension zu "Ich hole euch zurück" von Joachim Gerhard

Seine Söhne an den IS zu verlieren, ist hart
TanteGhostvor einem Jahr

Von einem Vater, der allen Grund zu Unverständnis hat, seine Söhne aber nicht aufgibt.

Inhalt:
Ein Vater schreibt hier eindrucksvoll über das Schicksal seiner Söhne, die erst zum Islam konvertiert sind und dann, eines Tages, für den IS in Syrien kämpften.
Er beschreibt seine Gefühlswelt, über seine Suche nach den Söhnen Und auch von den vielen vergeblichen Reisen. Der Leser kann sehr gut nachvollziehen, wie schlimm es gewesen sein muss, so oft knapp am Ziel vorbei zu schießen.
Eine Vater, der seine Söhne nicht aufgibt und aus der Ferne für sie kämpft.

Der erste Satz:
"Die Sonne hat ihren Zenit kaum überschritten, als sich die schwere Hotelzimmertür für mich öffnet."

Der letzte Satz :
"Dieser Tag wird kommen. Ich weiß es genau."

Fazit:
Gleich am Anfang geht es mal richtig rein. Der Vater trifft sich hier mit einem Geheimdienstagenten in einem frankfurter Hotelzimmer. Gleichzeitig haben sind auch bei mir Emotionen und Ängste da gewesen. Sofort hätte ich die Bilder im Kopfkino laufen.
Außerdem erfährt der Leser auch die Geschichte, wie die Söhne abgereist sind. - Ein mehr als gelungener Einstieg!
Aber dann entwickelt sich alles, wie es bei diesen Schicksalsbüchern eben üblich ist. Der Betroffene, in dem Fall der Vater, erzählt und der Leser dringt in die Story ein.
Also rein emotional hat mich der Stoff ja ganz schön geflasth. Erst erleidet der Vater den Schock, weil die Söhne zum IS gehen und dann wendet er Unmengen an Zeit und Geld auf, weil er sie da wieder raus holen will. So oft scheint er am Ziel und fährt am Ende doch inverrichteter Dinge wieder heim
Dass er da nicht selber dran kaputt gegangen ist, wundert mich total.
Alles hat sich super einfach lesen lassen. Keinerlei Verständnisprobleme waren zu beklagen. Fremdwörter kommen nicht vor und alles ist super beschrieben. Genau so, dass mir zwar der Kopfkinofilm blieb, mir aber auch nicht schlecht wurde, ob der ganzen Gefühlsduselei. - Es war sicher nicht einfach, da in der Waage zu bleiben.
Besonders dick war das Buch nicht. Deswegen war das Vergnügen auch nicht besonders lang. Deswegen aber nicht minder spannend.
Bilder sucht man leider vergebens. Die hätten zwar den Text noch etwas aufgelockert, aber auf der anderen Seite kann ich auch den Vater verstehen. Er hat ja davon geschrieben, wie feindselig seine Umwelt mitunter auf sein Schicksal reagiert hat.

Ich spreche hier eine ausdrückliche Leseempfehlung aus. Diese Story gibt dem Genre Schicksal mal noch eine ganz eigene und neue Bedeutung. Zumal die Sache mit der IS noch lang nicht ausgestanden sein wird. Und ich möchte nicht wissen, wie hoch hier die Dunkelziffer ist. Wo sich betroffene Eltern aus Scham verstecken...
Ehrlich, tut euch diesen Stoff an!

(Auszüge des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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Rezension zu "Ich hole euch zurück" von Joachim Gerhard

Und plötzlich sind die Kinder beim IS...
Buecherseele79vor 2 Jahren

Den beiden Jungs von Joachim Gerhard, Jonas und Lukas, hat es nie an etwas gefehlt.
Als sie beide ihre Ausbildungen beenden/abbrechen und von Berlin zurück zu ihrem Vater gehen um in seinem Immobiliengeschäft mitzuwirken freut sich Joachim.
Doch dann treten die Veränderungen bei Jonas ein und es interessiert sich für den Islam, sein Freund Sebastian führt ihn in den Glauben ein, auch Lukas  zieht nach da die beiden Brüder sich sehr nahe stehen.
Zu Beginn besucht Joachim mit beiden Söhnen die Moschee und merkt dass der Islam gar nicht so schlimm ist...doch dann ruft ihn seine Ex-Frau an, sie hat einen Abschiedsbrief von beiden Söhnen gefunden- sie sind auf den Weg nach Syrien um mit dem IS gemeinsam gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen....
Für den Vater Joachim bricht eine Welt zusammen da er diese Entwicklung nie bemerkt hatte und nun will er nur noch eines- seine beiden Söhne zurück holen, raus aus der IS-Hölle...und somit reist er in die Türkei, nahe der syrischen Grenze und kämpft für seine Söhne...

Warum folgen Menschen aus Europa dem IS?
Was bewegt sie dazu?
Mit diesem Buch versucht Joachim Gerhard das Geschehene zu verstehen, nachvollziehen zu können und vor allem- er möchte seine Söhne zurück denn er ist überzeugt- sie wollten dies so nie machen.
Man merkt die Verzweiflung des Vaters und seines Umfelds und auch dass sie oft aleine gelassen werden, gerade von Polizei und Geheimdienst.
Auch die Gesellschaft nimmt Abstand, denn- wer will schon Menschen zurück die dem IS gedient haben? - und eventuell dann noch Schläfer sind.
Joachim Gerhard hat die Möglichkeiten und das Geld um seine Kinder aufspüren zu lassen, immer zu reisen um in Grenznähe zu sein aber er fragt sich auch- was passiert mit Eltern die diese Möglichkeiten nicht haben? Wer hilft ihnen? Wer unterstützt sie?
Wer holt ihre Kinder vielleicht zurück?
All dies beschreibt Joachim Gerhard in seinem Buch und ich spreche ganz klar eine Leseempfehlung aus da seine Geschichte rührt, bewegt und einen nachdenklich stimmt.

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