Joachim Kalka

 4,1 Sterne bei 95 Bewertungen
Autor*in von Staub, Peanuts. 100 Seiten und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Joachim Kalka, geb. 1948, lebt als Übersetzer und Kritiker in Leipzig. Zu den zahlreichen von ihm übersetzten Autoren zählen Gilbert Sorrentino, Guillelmo Cabrera Infante, Angela Carter, Jean Giraudoux und Jessica Mitford; 1996 wurde er mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet und 2014 mit dem Cotta-Übersetzerpreis. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Veröffentlichungen u. a.: Staub (2019); Der Mond (2016); Gaslicht. Sammelbilder aus dem neunzehnten Jahrhundert (2013); Die Katze, der Regen, das Totenreich (2012).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Joachim Kalka

Cover des Buches Peanuts. 100 Seiten (ISBN: 9783150204481)

Peanuts. 100 Seiten

 (1)
Erschienen am 29.09.2017
Cover des Buches Staub (ISBN: 9783946334613)

Staub

 (1)
Erschienen am 27.08.2019
Cover des Buches Hoch unten (ISBN: 9783937834306)

Hoch unten

 (0)
Erschienen am 03.09.2008
Cover des Buches Schatten und Schnee (ISBN: 9783949203404)

Schatten und Schnee

 (0)
Erschienen am 11.10.2022
Cover des Buches Schreiben /Glauben (ISBN: 9783835302488)

Schreiben /Glauben

 (0)
Erschienen am 14.05.2008
Cover des Buches Die argen Bücher (ISBN: 9783596101696)

Die argen Bücher

 (1)
Erschienen am 01.10.1994
Cover des Buches England erzählt (ISBN: 9783596111770)

England erzählt

 (1)
Erschienen am 01.09.1997

Neue Rezensionen zu Joachim Kalka

Cover des Buches Die Berg der Träume (ISBN: 9783961600267)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Berg der Träume" von Arthur Machen

Träumereien in den Tiefen der Seele
aus-erlesenvor 7 Monaten

Was wissen wir – Leser – schon von der Qual und Pein einen Roman zu schreiben?! Und schon gar nichts davon wie es ist einen wirklich guten, allen Ansprüchen genügenden – vor allem denen des Autors – aufs Papier zu bringen. Wir können ihm allerdings beim Schaffensprozess tief ins Herz blicken. Zumindest, wenn wir Arthurs Machens „Der Berg der Träume“ tief und innig in uns aufsaugen.

Es ist sicherlich kein Leichtes dem Autor, der in diesem Fall der Protagonist des Buches ist, vollends folgen zu können. Wie gesagt: Wenn man selbst nicht Schreibender ist, kann man nur staunend folgen. Die Berge sollen Inspirationsquelle sein. Die Ruhe, die von diesen Erhebungen ausgeht, soll Quell unendlicher Erlösung sein. Das Mysterium der Ruhe, in dem die Sinne so geschärft sind, wie es sonst nirgendwo auf der Welt sein kann.

Als Gegenpol dient das monströse London. Ruhe hier zu finden ist zwecklos. Das will der Autor auch gar nicht. Er weiß, dass Gegensätze immer ein guter Ansatz für Großes sein können. Auch Verzweiflung und Verdammnis sind gute Ratgeber. Mit ihnen gehen zwangsläufig Schmerzen und Qualen einher. Es ist ein Kreuz mit der Kunst, wenn einem nicht alles in den Schoß fällt. Wenn es doch einmal passiert, dann ist es keine richtige Kunst…

Die Werksausgabe mit den wichtigsten Texten von Arthur Machen – dieser Roman stammt aus dem Jahr 1906 – beschließt eine Reihe von Werken, die so teils noch nie ins Deutsche übersetzte bzw. auf Deutsch veröffentlicht wurden. Arthur Machen zerreißt sich einmal mehr für den Leser und sein hehres Ziel mit Literatur nachhaltig zu wirken. Leider geriet er über die Jahre fast in Vergessenheit. Seine Werke waren nur einem exklusiven Zirkel bekannt. Diese sechsteilige Ausgabe setzt dem einen endgültigen Schlussstrich! Vergleiche mit Edgar Allan Poe beispielsweise, der dem gleichen Publikum zu Diensten ist, sind zulässig. Treffen aber bei Weitem nicht den Kern. Machen war ein Autor, der sich seiner selbst bewusst war. Pures Entertainment ist nicht sein Ziel. Poes sicher auch nicht. Aber die Marketingmaschinerie hinter Poe, die bis heute unaufhörlich läuft, ist Machen verwehrt geblieben.

Arthur Machen ist das Juwel der romantisch-schaurigen Geschichten. Bei ihm ist das Weiterlesen, das Zwischen-Den-Zeilen-Lesen unabdingbar. Hat man einmal den Dreh raus, taucht man in eine vollkommene unvollkommene Welt ein.

Cover des Buches Die Große Pan (ISBN: 9783961600250)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Große Pan" von Arthur Machen

Die tiefen Töne erklingen glockenklar
aus-erlesenvor 7 Monaten

Da reden alle von künstlicher Intelligenz und ihren Gefahren, warnen davor, dass Realität und Kreativität nicht mehr voneinander zu trennen sind. Und dann kommt (endlich mal wieder) dieser Roman an die Oberfläche. Ein Schnitt hier, ein Schnitt da, und schon hat der Doktor einem unschuldigen Wesen aus der Gosse neues – ein würdiges – Leben eingehaucht. So war zumindest der Plan. Doch das Treffen mit Pan, den Lausejungen, dem Schelm, dem Gescheiterten hat Folgen, die der Operateur niemals hätte einschätzen können.

Arthur Machen schafft es mit eindringlichen Worten und unbeirrbarer Konsequenz einen lang anhaltenden Schauer über den Rücken zu jagen. Oft muss man absetzen, um es fassen zu können, was da jetzt wirklich passiert. Mystisch, herausfordernd und so ganz und gar nicht romantisch verklärt, zieht er den Leser in einen Sumpf aus wissenschaftlicher Neugier und tiefstem Horror.

Hier ist kein Frankenstein am Werk – auch wenn die Entstehungszeit durchaus diesen Vergleich zulässt. Hier werkelt ein Meister seines Fachs – Arthur Machen – an einer Geschichte, die dem Leser im wieder stutzen lässt. Hat er das jetzt wirklich so geschrieben? Ist das wahr? Mutig! So kann und muss die einzig logische Schlussfolgerung nach dem Genuss von „Der große Pan“ lauten.

Die zweite Geschichte in Band 5 der Werksausgabe heißt „Das innerste Licht“. Man kann sie als eigenständige Geschichte ansehen. Doch erst im Zusammenspiel mit „Der große Pan“ ergibt sich ein weitreichender Kosmos, der jeden auch noch so kleinen Zweifel an der Genialität Arthur Machens hinfort wischt. In Zeiten, in denen oft sinnfreie Kurznachrichten den Ton angeben, sind die ausladenden Gedankenspiele der getriebenen Protagonisten ein fest für alle, denen Sprache noch etwas bedeutet. Lange Sätze, verwundene Gedanken, auf Wissen basierende Konversation – das kann man gar nicht in Emojis fassen. Auch hier gilt wieder: Je weniger man darüber spricht, desto größer ist der Aha-Effekt beim Lesen.

Als Zugabe, die sie Spannung des Phantasiereigens noch einmal in die Höhe treibt, ist diesem Band „Der aufgeweckte Junge“ aus dem Jahr 1936 angefügt. Zum ersten Mal auf Deutsch. Ein knappes halbes Jahrhundert nach Machens Pan entstanden. Auch hier sei nur so viel verraten: Der Lieblingseinstieg von Arthur Machen in eine Geschichte – ein junger Mann, gebildet, weiß nicht so recht, was er mit sich und seinem erworbenen Wissen anfangen soll – führt den Leser einmal mehr in eine Welt, die bei genauerer Betrachtung seit einer gefühlten Ewigkeit stillsteht. Tief im Inneren kann der kühnste Fortschritt nicht wirken, wenn das Blut nicht in Wallung gerät.

Cover des Buches Die leuchtende Pyramide (ISBN: 9783961600243)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die leuchtende Pyramide" von Arthur Machen

Ein sehr helles Licht in sehr dunkler Nacht
aus-erlesenvor 8 Monaten

Wie erzeugt man wahren Schauer? Für Arthur Machen ist die Frage scheinbar mit einem Handstreich zu beantworten: Zwei Männer treffen sich im düsteren London. Sie sind alte Freunde, die sich gern der Literatur widmen. Ihr Gespräch kommt auf den Aberglauben der englischen Landbevölkerung, dem Glauben der Waliser an Elfen und ein verschwundenes Mädchen. Machen gibt noch ein Prise Diebesserie hinzu und lässt die beiden Männer sind in den endlosen, dunklen Wäldern außerhalb Londons herumtreiben. Sie sind wahrhaft phantasiereiche Männer, lassen sich gern in ihren Gedanken treiben. Die Großstadt ist ihnen im Innersten zuwider. Zu viel von allem. Vor allem aber zu viele Reize – in jeder Hinsicht und in einer ganz besonders. Einen Ausweg .. einen Ausweg kennen sie nicht.

Die titelgebende Geschichte „Die leuchtende Pyramide“ entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Arthur Machen war auf seinem schöpferischen Höhepunkt. Vaughan, einer der beiden Männer begegnet Augenpaaren, die sich sprunghaft in einer Mauer vermehren. Das kann einem schon den Tag versauern, wenn man zart besaitet ist. Und um sein Hab und Gut fürchtet. Und dann ist da noch diese Geschichte mit dem verschwundenen Mädchen – ach, es ist zum Haareraufen. So herrlich schaurig!

Fünf weitere Geschichten folgen, darunter auch „Die Kinder des Teichs“, zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlicht. Hier sind Andeutungen und Vermutungen, Stimmen die Triebfeder den Erzählungen von Meyrick – da ist er wieder, der Name ist Machen-Lesern wohl bekannt – weiter zu folgen. Raus aus der Stadt, rein in die weite Natur. Bis alte Freunde auftauchen und von ihren für alle unverständlichem Erscheinungen berichten.

Arthur Machen versteht es vorzüglich dem Leser das Blut in den Adern gefrieren zu lassen, bloß mit der Macht der Phantasie. Hier sind keine blutrünstigen Racheengel unterwegs, die ihre Hauer ins gepeinigte Fleisch des Schuldigen rammen. Hier wird sehr subtil ein perfides Spiel mit den Sinnen getrieben. Alles ist greifbar und dennoch bekommt man die Teufel nicht zu fassen. Es sind die Teufel, die im eigenen Körper, vor allem aber im Kopf ihr Unwesen treiben. Das schlechte Gewissen? Ha, da freut man sich doch, wenn man selbst davon verschont bleibt und sich am Leid der Anderen laben kann. Literarisch gesehen, natürlich!

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