Joachim Kalka

 4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Peanuts. 100 Seiten, Peanuts. 100 Seiten und weiteren Büchern.

Lebenslauf

MARTIN AMIS, geboren 1949 in Swansea, ist einer der bedeutendsten englischen Gegenwartsautoren. Er ist der Verfasser von vierzehn Romanen, zwei Kurzgeschichtensammlungen und sechs Sachbüchern, darunter fünf Essaybände. Für sein Romandebüt "Das Rachel-Tagebuch" (1973) erhielt er den Somerset Maugham Award. Zu seinen bekanntesten Werken zählen weiterhin "Gierig" (1984), "London Fields" (1989), "Pfeil der Zeit" (1991) und "Interessengebiet" (2015). Martin Amis lebt in New York.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Joachim Kalka

Cover des Buches Peanuts. 100 Seiten (ISBN: 9783150204481)

Peanuts. 100 Seiten

(2)
Erschienen am 29.09.2017
Cover des Buches Peanuts. 100 Seiten (ISBN: 9783150207802)

Peanuts. 100 Seiten

(2)
Erschienen am 12.02.2025
Cover des Buches Staub (ISBN: 9783946334613)

Staub

(1)
Erschienen am 27.08.2019
Cover des Buches Hoch unten (ISBN: 9783937834306)

Hoch unten

(1)
Erschienen am 03.09.2008
Cover des Buches Schatten und Schnee (ISBN: 9783949203404)

Schatten und Schnee

(0)
Erschienen am 11.10.2022
Cover des Buches Die argen Bücher (ISBN: 9783596101696)

Die argen Bücher

(1)
Erschienen am 01.10.1994
Cover des Buches England erzählt (ISBN: 9783596111770)

England erzählt

(1)
Erschienen am 01.09.1997

Neue Rezensionen zu Joachim Kalka

Cover des Buches Peanuts. 100 Seiten (ISBN: 9783150204481)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Peanuts. 100 Seiten" von Joachim Kalka

Trishen77
Peanuts!

“Der folgende Versuch, wesentliche Elemente des Peanuts-Strips zusammenzustellen, bedient sich in etwa des Verfahrens, das in der Ethnologie als thick description bekannt ist – nicht durch eine abstrakt-theoretische Organisation des Materials, sondern durch die “dichte Beschreibung”, eine Akkumulation von Details kommen Aussagen zustande. Während bestimmte Entwicklungen und Veränderungen skizziert werden, wird der Strip in der Hauptsache als eine konstante “mythologische” Narration aufgefasst, eine stabile, ja: in ihrem letzten Grunde unveränderliche Welt.”

Kann man dem Phänomen Peanuts auf nur hundert Seiten gerecht werden? Joachim Kalka beweist, dass das nicht nur möglich ist, sondern Spaß macht und nostalgische und begehrliche Gefühle hervorbringt. Begehrlich im Sinne von: wieviel kostet denn eine Gesamtausgabe von den Peanuts, lass doch mal schauen…

Natürlich ersetzt dieses Buch keine umfassende Biographie des Zeichners Charles M. Schulz oder eine Enzyklopädie seines Werkes. Aber auf seinem begrenzten Raum leistet es Erstaunliches, auf beiden Gebieten.

Wie in der Vorrede angekündigt, wirft der Autor Schlag- und Streiflichter auf die Welt von Charlie Brown, Snoopy und Co. Phänomene wie Snoopys Tagträume, Running-Gags und die Jahreszeitenorientierung, eine Handvoll wiederkehrender Situationen und Aufhänger, die Beziehungen der Figuren untereinander, werden in kleinen Beispielen (auf Englisch und zusätzlich übersetzt) zitiert und aufbereitet und auch kurz interpretiert und die größeren Kontexte inner- und außerhalb der Comicwelt eingebunden; mit Esprit und nicht erschöpfend.

So entsteht ein Buch, das die Essenz der Peanuts-Strips auf wunderbare Weise einfängt, ohne große Lobeshymnen anzustimmen – der Kosmos bekommt die Gelegenheit, mit all seinen Finessen für sich selbst zu sprechen. Wer nach diesem Buch keine Lust hat Peanuts zu lesen, der kann getrost die Zukunft seiner Lektüre ohne sie planen. Alle Fans von Comic-Strips wie den Peanuts, Garfield, Calvin & Hobbes etc. sollten das Büchlein lesen: hier wird dieses Genre und unsere Freude daran auf schöne Art gewürdigt.

Cover des Buches Peanuts. 100 Seiten (ISBN: 9783150207802)
dunis-lesefutters avatar

Rezension zu "Peanuts. 100 Seiten" von Joachim Kalka

dunis-lesefutter
Der Kosmos des Charles M. Schulz

Als Kind habe ich mit wenig Begeisterung regelmäßig Peanuts Zeichentrickstreifen geschaut. Es lief halt nichts anderes und da wir ja noch nicht so eine große Auswahl hatten nahm man halt was kam. Erschlossen haben sich mir die tiefere Bedeutung, die Metaebene und der Humor nicht wirklich. Ich fand sie eher ein wenig langweilig. Trotzdem kann ich mich an erstaunlich viel erinnern. Der  Reclam hat sich zur Aufgabe gemacht, mich von der literarischen Bedeutung der Peanuts zu überzeugen und mir gleich zwei Exemplare zugeschickt. Einmal ein klassisches Heftchen voller Comics und dann ein Büchlein, dass sich mit der Geschichte und Deutung der Figuren auseinandersetzt . Ich habe beides in Kombination gelesen und natürlich jetzt einen tieferen Einblick in die Welt von Charles M. Schulz. 


Es war schon sehr interessant, zu erfahren, wie die Comics aufgebaut sind. Dass es einen immer wiederkehrenden Jahreskreis gibt ist irgendwie ja logisch, mir aber so bewusst noch nie aufgefallen. Auch dass jede Figur mit einer gewissen Persönlichkeit ausgestattet ist, war mir als Kind schon klar, nur habe ich jetzt auch Worte dafür. Die Accessoires wie zum Beispiel Hundehütte, Schmuse Decke oder Mini Klavier gehören fest zu Snoopy, Linus und Schröder. Interessant fand ich das Kapitel über Religionen. Das ausgerechnet der intelligenteste von allen nämlich Linus auch der Schöpfer, der Religion des „großen Kürbis“ ist, war mir entfallen. Witzig sind natürlich die „Running Gaggs“, zum Beispiel wenn Lucy jedes Mal, wenn Charlie den Football treten möchte, die Hand weg zieht. Als Kind fand ich das allerdings ziemlich gemein. Überhaupt hat mir Charlie so leid getan.


Für mich war das die erste Berührung mit dem Alltag von Gleichaltrigen in einer amerikanischen Vorstadt. The Way of American Live kam, obwohl minimalistisch eingefügt, sehr gut rüber. Lustig im eigentlichen Sinne sind die Strips für mich immer noch nicht, wobei ich die kurzen Comics lieber mag als die animierte Version. Besonders die Tagträume von Snoopy fand ich extrem uninspirierend und ich glaube das ist immer noch so. Das Charlie, der Herr über den Hund ist, dieser ihn aber beherrscht, war mir als Kind sehr suspekt und ich mochte Snoopy überhaupt gar nicht. Am liebsten hatte ich übrigens immer Peppermint Patty – die ist gerade raus, sagt, was sie denkt und ist mir damit am ähnlichsten. Und mindestens genauso oft wie ich eckt sie damit auch an.


Die Hintergrundinformationen zu lesen, fand ich als sehr bereichernd. Auch wenn ich immer noch nicht der größte Fan von “Erdnüssen“ bin, so erschließt sich mir die Genialität dieses Kosmos schon. Eigentlich hat Charles M. Schulz unsere Gesellschaft im Kleinen hier abgebildet.

Cover des Buches Staub (ISBN: 9783946334613)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Staub" von Joachim Kalka

aus-erlesen
Mehr als nur eine intellektuelle Fingerübung

Wie wählt man ein Buch aus, dass man als nächste lesen will? Entweder weiß man schon wonach man sucht, weil man etwas darüber gelesen oder gehört hat. Dann ist die Wahl wie Einkaufen im Supermarkt: Zum Regal gehen, das Buch nehmen, bezahlen, lesen. Oder man sucht einfach nur nach einem Buch, das einem interessant erscheint. Dann ist die Optik des Buches von entscheidender Bedeutung. Würde im Falle von „Staub“ das Cover ganz neutral gestaltet und nur der Titel zu sehen sein, könnte man es als „Ratgeber für die moderne Frau“ erachten. Wie entferne ich staubige Flächen nachhaltig und ohne großen Aufwand? 
Doch so ist es nicht. Ein vollbeladener Kipptruck hat gerade seine Ladung abgeladen. Eine dichte Staub(!)wolke vernebelt die Sicht. Dazu noch der Name des Verfassers, Kalka, welcher den Namen Kalk in sich trägt (wer schon mal einen Kalksack fallen ließ und danach von dem weißen Zeug eingesudelt wurde, kennt das Gefühl Atemnot zu spüren und den Horizont direkt vor Augen zu haben). Ja, es geht um Staub! Staub im engsten Wortsinne, Sternen- (auch Sonnen-)staub und überhaupt alles, was man mit dem Begriff Staub in Verbindung bringt.
Sofort stellt sich dem Betrachter, der das Buch noch nicht aufgeschlagen hat, die Frage, warum? Warum ein Buch über Staub? Warum nicht, könnte die lapidare Antwort lauten. Joachim Kalka ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Das originäre Kulturgut, die Sprache, ist sein Metier. Fast erscheint es vor dem geistigen Auge des Lesers, inzwischen hat man der Neugier nachgegeben und das Buch geöffnet und ein bisschen darin geblättert, fast schon erscheint es längst fällig, dass ein Buch wie dieses in den Regalen der Buchhändler steht. Denn Staub ist tatsächlich ein Bestandteil der europäischen Literatur. Von Goethe und Lichtenberg bis Verlaine spielt Staub unterschiedlichste Rollen in den Texten der Verfasser. Staub ist Bestandteil wissenschaftlicher Untersuchungen. Und aktuell – überhaupt nicht beabsichtigt wie der Autor versichert – ist Staub eines der Aufregerthemen im Wahlkampf. Feinstaub, Mikroplastik und so weiter. 
Das Buch in Worte zu fassen, ist in etwa so einfach wie kleine Plastikkügelchen aus einem Fußball-Hartplatz zu entfernen. Der Weg ist das Ziel – diese asiatische Weisheit kommt dem Lesevergnügen dieses Buches ziemlich nah. Denn es ist ein Erlebnis dieses staubtrockene Thema derart elegant umgesetzt sehen zu dürfen. Keine Arbeiterromantik, keine Epidemie-Hysterie (Staublunge etc.), auch nicht schlussargumentative Diskussionsgrundlagen für die Themen der Zeit. Joachim Kalka zeigt, dass dem Thema Staub schon immer ein Zauber innewohnte. Intellektuell ansprechend und keineswegs unkontrolliert aufwirbelnd.

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