Joachim Lottmann

 3.7 Sterne bei 52 Bewertungen
Autor von Endlich Kokain, Die Jugend von heute und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joachim Lottmann

Der deutsche Schriftsteller und Journalist, u.a. beim "Spiegel", Joachim Lottmann wurde 1956 in Hamburg geboren. Er studierte Theatergeschichte und Literaturwissenschaften. Sein erster Roman "Mai, Juni, Juli" (erschienen bei KiWi) brachte ihm den Durchbruch.

Alle Bücher von Joachim Lottmann

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Endlich Kokain

Endlich Kokain

 (11)
Erschienen am 10.04.2014
Die Jugend von heute

Die Jugend von heute

 (10)
Erschienen am 22.09.2004
Mai, Juni, Juli

Mai, Juni, Juli

 (7)
Erschienen am 20.02.2003
Der Geldkomplex

Der Geldkomplex

 (6)
Erschienen am 18.08.2009
Auf der Borderline nachts um halb eins

Auf der Borderline nachts um halb eins

 (4)
Erschienen am 18.09.2007
Zombie Nation

Zombie Nation

 (3)
Erschienen am 20.12.2017
Hundert Tage Alkohol

Hundert Tage Alkohol

 (2)
Erschienen am 06.09.2011
Alles Lüge

Alles Lüge

 (1)
Erschienen am 09.03.2017

Neue Rezensionen zu Joachim Lottmann

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ErinaSchnabus avatar

Rezension zu "Endlich Kokain" von Joachim Lottmann

Endlich Kokain!
ErinaSchnabuvor 2 Jahren

Ein provokanter Titel, oder? Auf das Buch bin ich gestoßen, als ich mir bei Amazon verschiedenste deutschsprachige Werk der popliterarischen Gattung anschaute. Manchmal stöbere ich mich einfach gerne durch die Vorschläge und setze Bücher auf die Wunschliste. Popliteratur lese ich echt gerne. Oftmals analysieren die Schriftsteller der Popliteratur gekonnt kulturelle und gesellschaftliche Phänomene, machen sich über sie lustig oder zelebrieren sie sogar. Zumindest werden typische Aspekte der zeitgenössischen Kultur und Gesellschaft benannt und in irgendeiner Weise reflektiert, ohne einen großen zeitlichen Abstand dazu zu haben. Das gefällt mir sehr gut und ich fühle mich dabei meist auch sehr gut unterhalten. So auch bei Lottmanns "Endlich Kokain"...

Inhalt
Ein rührend normaler, leider zu dicker Gutmensch, der nie wild, aufregend und hemmungslos gelebt hat, erhält die furchtbare Diagnose: noch maximal drei Jahre Lebenserwartung bei weiter zunehmendem Bluthochdruck und Bewegungslosigkeit. Der frühpensionierte TV-Redakteur fasst einen verzweifelten Entschluss, als er erfährt, dass nur harte Drogen gegen seine monströse Fettsucht helfen: Er beginnt eine »Kokain-Diät«. Der geborene Spießer protokolliert penibel Dosis und Wirkung, doch bald schon wird er immer rauschhafter, wilder, offener – und dünner! Sein Charakter löst sich auf. Er lügt, fälscht, betrügt, hat plötzlich Sex im Übermaß und steigt mit jedem verlorenen Pfund auf zur schrulligen Kultfigur der Wiener und schließlich auch der Berliner Kunstboheme. Nur ein Zufall kann ihn vor seinem naiven Optimismus und dem sicheren Drogenende retten.
Joachim Lottmanns Roman ist die eindrückliche Seelenstudie eines Mannes, der in einen Strudel dekadenter Abenteuer gerät. Ein furioser Anti-Entwicklungsroman, der zugleich das Porträt einer lebensgierigen Szene abseits der »normalen« krisenbesessenen Jammergesellschaft zeichnet. (KiWi-Verlag)

Meine Meinung
Auch, wenn ich etwas länger gebraucht habe, so hat mir das Lesen von Endlich Kokain wirklich Spaß gemacht. Lottmann hat eine Welt portraitiert, mit der ich nichts zu tun habe - die Welt der Künstler, der Medien und der Prominenten - und trotzdem hatte ich beim Lesen stets das Gefühl, diese Welt zu kennen. Ich konnte mir alles und jeden sehr gut vorstellen und habe seine Beschreibungen nicht bloß als Satire empfunden, sie wirkten wie aus dem Leben gegriffen.
Lottmanns bissig-satirischer Unterton ist sehr unterhaltend, wenn auch wahrscheinlich Geschmackssache. Meinen Geschmack hat er jedenfalls getroffen.
So beschreibt er viele junge Frauen heutzutage als Klon aus der fabelhaften Welt der Amelie, die immer Kind bleiben wollen, sich durchgehend selbst analysieren und den kleinen Prinzen zitieren. Bei solchen Stellen musste ich wirklich lachen. Durch seinen Protagonisten spottet Lottmann über die politische Korrektheit der Medienwelt oder über die Grünen.
So viel Spott und Witz ich herauslesen konnte, so wenig treibende Handlung besaß der Roman. Es lässt sich keine Pointe erkennen, kein Höhepunkt in der Geschichte, was es mir ein bisschen schwer machte, den Roman in einem Stück zu lesen. Spannung wurde so gut wie gar nicht aufgebaut, weshalb ich ab und zu auch gelangweilt war.
Trotzdem würde ich ohne weiteres wieder zu einem "Lottmann" greifen, in der Hoffnung, einen Roman in der Hand zu halten, der die Menschen und das Leben bissig persifliert. 

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Happy End" von Joachim Lottmann

Schwadronieren über den Literaturbetrieb und andere Belanglosigkeiten
R_Mantheyvor 2 Jahren

Herr Lohmer schwelgt im Glück. Er hat die Frau seines Lebens gefunden und den Wolfgang-Koeppen-Preis erhalten. Was will man mehr? Nach jahrelanger Partnersuche, die immer an den unpassenden Brüsten der Damen scheiterte, liefert Elisabeth nun die ersehnte Größe. Welch ein Happy End! Und der Literaturpreis erst! Endlich angekommen auf dem Hochplateau der Literatur! Wenn da nur nicht diese blöde Aufgabe wäre, den nächsten Preisträger vorschlagen zu müssen. 

Nun hat Lottmann tatsächlich 2010 diesen mit einem sagenhaften Zuschlag von 5000 Euro behafteten Preis der Stadt Greifswald erhalten, in der Koeppen 1906 geboren wurde. Wenn das, was sein Held Lohmer in diesem Buch über seine Findungsphase für den nächsten Preisträger zum Besten gibt, tatsächlich oder nur annähernd stimmt, dann möchte man wohl eher nicht in der Haut von Anna Katharina Hahn stecken, die diesen Preis nach ihm bekam. Einen recht stark entwickelten Hang zur Provokation kann man bei Lottmann schwerlich übersehen. Manch einer unterstellt dem Autor sogar eine gewisse Boshaftigkeit. Da man davon ausgehen kann, dass Lottmann hier so eine Art künstlerisch veredeltes Tagebuch zum Besten gibt, dann stellt sich erst recht die Frage, für wen der Autor ein solchen Text eigentlich verfasst. Für die wenigen Insider des Literaturbetriebes? Für die auch nur ein wenig größer wirkende Kleingruppe der gut informierten Zuschauer dieses infantilen Spektakels? Oder gar für ein breiteres Publikum? 

Komischerweise bespasst dieses Buch manchen anfangs, obwohl es eigentlich weder einen bedeutungsschweren Inhalt, noch gar einen Anspruch auf einen besonderen künstlerischen Wert erhebt.  Vielleicht ist es aber auch gerade deswegen. Lottmann erzählt luftig. Doch worüber eigentlich? Über seine Reisen mit der wunderbaren Elisabeth, an deren Körper er sich ergötzt, was ihm wiederum genug Gründe gibt, den Rest mit Nachsicht zu behandeln. Und über den Literaturbetrieb und die eher zufällige, auf Elisabeth zurückgehende Auswahl seiner Preis-Nachfolgerin. Schließlich hatte er deren Buch zunächst gar nicht gelesen.  Dass es sich dabei tatsächlich um Hahns "Am Schwarzen Berg" handelt, das Lohmer hier verreißt, steht wohl außer Zweifel.  Aber was soll das eigentlich alles?

Während man zunächst vielleicht Gefallen am Stil des Autors findet, seine Art zu schreiben zu mögen beginnt, so schleichen sich allerdings nach und nach Zweifel an seinen nett verpackten Aussagen ein, denn zunehmend erwächst aus Lohmers gesammelten Belanglosigkeit auch eine unübersehbare selbstverliebte Arroganz, oft genug in trauter Zweisamkeit mit einer mangels eigener Offenheit recht eingeengten, dünkelhaften Wahrnehmungsfähigkeit. Lottmanns oder Lohmers Provokationen erscheinen zudem gelegentlich als ein Ausfluss einer angeekelten Ablehnung, schön getarnt durch eine sympathische Erzählweise, die sich des Tricks der ironisch gemeinten positiven Überhöhung bedient. Falls Lottmann irgendwie den Zeitgeist erhaschen wollte, dann ist ihm das gründlich misslungen. Wer sich mit den meisten Leuten seiner Zunft anlegt, sie  provoziert, weil sie ihn anwidern, der verpulvert einfach zu viel Energie. Sie fehlt ihm dann an anderer Stelle. Für den Zeitgeist muss man sich öffnen können. Das fällt offenbar besonders schwer, wenn man schon vorher glaubt, ihn nicht leiden zu können.

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abas avatar

Rezension zu "Endlich Kokain" von Joachim Lottmann

Rezension zu "Endlich Kokain" von Joachim Lottmann
abavor 4 Jahren

Die ultimative Diät

Nie hätte ich gedacht, dass ein Buch mit dem Titel "Endlich Kokain" eines meiner Highlights der letzten Monate werden könnte.
Die Geschichte von Stephan Braum, der sein Leben durch Kokain verändert hat, fand ich einfach mehr als nur gut!

Selbstverständlich ändert der Kokain-Konsum das Leben jedes Süchtigen. Allein die Tatsache, dass man für die Anschaffung des Stoffes einen Teil des Budgets reservieren muss, bedeutet, dass man in manchen Bereichen Abstriche machen muss, besonders dann, wenn man nicht gerade in Geld schwimmt.
Stephan Braum wollte vor allem sein Äußeres verändern. Der extrem Übergewichtige hat den für ihn entscheidenden Tipp bekommen: Kokain macht schlank. Das musste er am eigenen Körper testen, und am Geld sollte es nicht scheitern.

"Das Kokain, das er zuvor wohldosiert und verantwortungsvoll eingenommen hatte, garantierte ihm diese Stimmung"
Braum zieht seine (aus seiner Sicht) verantwortungsvolle Kokain-Diät durch und führt penibel Tagebuch. Von diesem von ihm genannten "wissenschaftlichen Tagebuch" sind immer wieder Auszüge zu lesen. Gerade diese Tagebucheinträge sind nötig, um dieses verrückte Kokain-Projekt aus seiner Perspektive erfassen zu können. Nichts überlässt er dem Zufall. Denkt er. Er hat die Kontrolle über den Stoff. Glaubt er. Sogar die perfekte wissenschaftliche Literatur konsultiert er regelmäßig: "Schriften über Kokain" von Sigmund Freud.

"An dir sieht man, wie man es richtig macht mit Drogen! Du schaust super aus. So soll es sein!"
Was mir am besten gefallen hat, sind die Ironie und der Spott, die den Schreibstil abzeichnen. Die Wiener Politik, zu der Braum durch seine journalistische Tätigkeit Kontakt aufnimmt und die Berliner Kunstszene, in die er kokainbedingt gerät, werden auch gnadenlos in die Mangel genommen.

Diesen Roman habe ich mit Begeisterung gelesen. Dabei habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es mit Braum enden würde. Und tatsächlich wurde ich überrascht. Selten habe ich so gelacht beim Lesen einer letzten Seite!

Mehr werde ich über "Endlich Kokain" nicht sagen. Schließlich möchte ich nicht den Eindruck vermitteln, ich würde mich im "Laberflash" befinden. Das sagt übrigens Braum über diejenigen, die sich im Kokainrausch befinden und nicht aufhören können zu reden...

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Joachim Lottmann wurde am 06. Oktober 1956 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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