Joachim Lottmann Die Jugend von heute

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Inhaltsangabe zu „Die Jugend von heute“ von Joachim Lottmann

Onkel Jolos unfreiwillige Feldforschung: genau beobachtet, voll daneben Schon Sokrates klagte über die Jugend in Athen, sie sei auch nicht mehr das, was sie früher einmal gewesen war. Derlei rentnerhaftes Genörgel ist Onkel Jolos Sache nicht. Joachim Lottmanns Ich-Erzähler feiert das Neue: Gestern ist doof, heute ist klasse, morgen ist Ecstasy. Das gilt auch für die jungen Leute um seinen Neffen Elias, eben die Jugend von heute. Der Ex-Jugendliche nimmt die Herausforderung an und lebt als erster Erwachsener unter ihnen, und damit im Herzen unserer Kultur, die eine Jugendkultur ist. Als unfreiwilliger Feldforscher lernt er die bislang unbekannte Ethnie 'Jugend des dritten Jahrtausends' kennen. Onkel Jolo erforscht ihre Rituale, vergleicht diese neueste deutsche Jugend mit ihren Vorgängern, hört ihre Musik, besucht ihre Partys, nimmt ihre Drogen, schwärmt für ihre Frauen und versucht unter Einsatz seines Lebens, diese Herrscher von morgen zu verstehen.Joachim Lottmans Mai, Juni, Juli war der Roman der ausgehenden 80er Jahre: eine wütende und großkotzige Abrechnung mit der nicht enden wollenden deutschen Nachkriegsliteratur, für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gehört er zu den 'anderen Klassikern'.Die Jugend von heute ist der Roman des beginnenden 21. Jahrhunderts: ein Dokument der Zeit nach dem Börsen-Boom, der Medienblase, der Spaßgesellschaft und so, dazu eine rasend komische Achterbahnfahrt der Gefühle und das Protokoll eines hemmungslosen Höllentrips.

Popliteratur der neuen Generation!

— SandraWer
SandraWer

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    Die Jugend von heute
    SandraWer

    SandraWer

    25. September 2014 um 10:22

    Das Buch handelt von Jolo, der bereits über 40 Jahre alt ist und in das Leben der Jugend eintuchen möchte. Jolo ist selbst der Autor des Buches und schreibt dieses in der Ich-Erzählperspektive. Er verbringt Zeit mit jungen Leuten, studiert deren Verhalten und die Trends, um so an den Stoff für sein Buch ranzukommen. Er trifft sich oft mit seinem Neffen Elias, der jung und stark in die Jugendszene integriert ist. Ausgehen, Drogen, Frauen "aufstellen"... das sind mehr oder weniger die Hauptthemen, die die Clique beschäftigen und die auch das ganze Buch über im Mittelpunkt stehen. Jolo ist dabei sehr gut in die Runde integriert und auch ein beliebtes Mitglied. Er selbst hat eine gewisse Schwäche für Drogen und Tabletten. Die Sprache im Buch bedient sich einem Jugendchargon bzw. Slang. Wörter, wie "aufstellen" und "bohnern" (=Sex) durchziehen das ganze Buch. Anfangs war es für mich wirklich schwer in den Sprachstil hineinzufinden, aber ab Seite 50(ca.) begann mir das Buch wirklich zu gefallen. Die Sprache besteht aus sehr einfachen Sätzen und wirkt gar so, als wäre es wirklich die Sprache dieser Jugend. Das Erzählte wirkt so authentischer. Dem Autor geht es oft nicht darum, die Realität darzustellen, sonderen eher die Stimmung, den Zeitgeist. Es ist ihm nicht ganz so wichtig, dass alle Details stimmen und er vertauscht oder verwechselt oft Dinge. Zum Beispiel redet er einmal von einem Walkman, wo aber offensichtlich ein MP3 Player gemeint ist. Er übertreibt oft absichtlich sehr stark, um die Themen ins Extreme zu überhöhen. So meint er zum Beispiel die Jugend heutzutage habe gar keinen Sex mehr, oder in Wien sehen alle Menschen alt aus und verlassen das Haus nicht, auch wenn sie jung sind. Aufgefallen ist mir auch, dass sehr viele Namen anderer Autoren und Musiker erwähnt werden, die quer durch die Bank gehen - von klassisch bis modern. Ich habe versucht mir die meisten Namen zu notieren. Ein Zitat habe ich mir notiert, um sich das Buch so etwas besser vorstellen zu können: „Miranda behauptete ein klassischer Außenseiter zu sein. Noch nie hatte sie jemanden getroffen, der auch so war wie sie und der ihr das Gefühl der Einsamkeit hatte nehmen können. Ich war überrascht, denn sie war schon älter als 23 Jahre, auch wenn sie jünger aussah. Ich hatte mit 23 die ersten Menschen getroffen, die so waren wie ich. Also andere versprengte Außenseiter, sozial abgestiegene Bourgeois mit scharfem Blick für ökonomische Zusammenhänge. Leute, die ohne eigenes Zutun die gesamtze Gesellschaft wie unter Glas sahen, diesen Kapitalismus.“ (Seite 44) Es war für mich das erste Mal, dass ich ein Buch dieses Genres gelesen habe und es hat mich doch etwas fasziniert. Ich werde mich wohl weiterhin in diesem Feld bewegen. Zudem ist es sehr schnell und einfach zu lesen.

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