Joachim Lottmann Happy End

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Inhaltsangabe zu „Happy End“ von Joachim Lottmann

Johannes Lohmer hat es geschafft. Jahrzehntelang hat er als Schriftsteller um Anerkennung gekämpft, jetzt ist er endlich im Literaturbetrieb angekommen: Die Leserschaft liebt ihn, das Feuilleton singt sein Lob. Zu allem Überfluss findet er in Wien auch noch die Frau seines Lebens. Doch das Glück ist der Tod jedes ernsthaften Schriftstellers, das weiß Lohmer nur zu gut. Er würde liebend gern aufs Schreiben verzichten, wenn es nicht einen ruf zu wahren gälte – vor Kollegen und Journalisten, vor dem Hausverlag und nicht zuletzt vor der Ehefrau. So beschließt Lohmer, den Schein des Schriftstellers zu wahren und macht sich daran, aufs Geratewohl einen Text in den Computer zu hacken. Was entsteht, ist ein grandios komischer Monolog wider Willen – über alles und nichts, über das Leben, die Liebe und die Literatur – sowie über seine verflixte Aufgabe, nebenbei einen würdigen Nachfolge-Preisträger für den renommierten Wolfgang-Koeppen-Preis zu bestimmen, was sich als schwieriger herausstellt als zunächst gedacht.

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    Happy End

    R_Manthey

    02. July 2016 um 16:40

    Herr Lohmer schwelgt im Glück. Er hat die Frau seines Lebens gefunden und den Wolfgang-Koeppen-Preis erhalten. Was will man mehr? Nach jahrelanger Partnersuche, die immer an den unpassenden Brüsten der Damen scheiterte, liefert Elisabeth nun die ersehnte Größe. Welch ein Happy End! Und der Literaturpreis erst! Endlich angekommen auf dem Hochplateau der Literatur! Wenn da nur nicht diese blöde Aufgabe wäre, den nächsten Preisträger vorschlagen zu müssen. Nun hat Lottmann tatsächlich 2010 diesen mit einem sagenhaften Zuschlag von 5000 Euro behafteten Preis der Stadt Greifswald erhalten, in der Koeppen 1906 geboren wurde. Wenn das, was sein Held Lohmer in diesem Buch über seine Findungsphase für den nächsten Preisträger zum Besten gibt, tatsächlich oder nur annähernd stimmt, dann möchte man wohl eher nicht in der Haut von Anna Katharina Hahn stecken, die diesen Preis nach ihm bekam. Einen recht stark entwickelten Hang zur Provokation kann man bei Lottmann schwerlich übersehen. Manch einer unterstellt dem Autor sogar eine gewisse Boshaftigkeit. Da man davon ausgehen kann, dass Lottmann hier so eine Art künstlerisch veredeltes Tagebuch zum Besten gibt, dann stellt sich erst recht die Frage, für wen der Autor ein solchen Text eigentlich verfasst. Für die wenigen Insider des Literaturbetriebes? Für die auch nur ein wenig größer wirkende Kleingruppe der gut informierten Zuschauer dieses infantilen Spektakels? Oder gar für ein breiteres Publikum? Komischerweise bespasst dieses Buch manchen anfangs, obwohl es eigentlich weder einen bedeutungsschweren Inhalt, noch gar einen Anspruch auf einen besonderen künstlerischen Wert erhebt.  Vielleicht ist es aber auch gerade deswegen. Lottmann erzählt luftig. Doch worüber eigentlich? Über seine Reisen mit der wunderbaren Elisabeth, an deren Körper er sich ergötzt, was ihm wiederum genug Gründe gibt, den Rest mit Nachsicht zu behandeln. Und über den Literaturbetrieb und die eher zufällige, auf Elisabeth zurückgehende Auswahl seiner Preis-Nachfolgerin. Schließlich hatte er deren Buch zunächst gar nicht gelesen.  Dass es sich dabei tatsächlich um Hahns "Am Schwarzen Berg" handelt, das Lohmer hier verreißt, steht wohl außer Zweifel.  Aber was soll das eigentlich alles?Während man zunächst vielleicht Gefallen am Stil des Autors findet, seine Art zu schreiben zu mögen beginnt, so schleichen sich allerdings nach und nach Zweifel an seinen nett verpackten Aussagen ein, denn zunehmend erwächst aus Lohmers gesammelten Belanglosigkeit auch eine unübersehbare selbstverliebte Arroganz, oft genug in trauter Zweisamkeit mit einer mangels eigener Offenheit recht eingeengten, dünkelhaften Wahrnehmungsfähigkeit. Lottmanns oder Lohmers Provokationen erscheinen zudem gelegentlich als ein Ausfluss einer angeekelten Ablehnung, schön getarnt durch eine sympathische Erzählweise, die sich des Tricks der ironisch gemeinten positiven Überhöhung bedient. Falls Lottmann irgendwie den Zeitgeist erhaschen wollte, dann ist ihm das gründlich misslungen. Wer sich mit den meisten Leuten seiner Zunft anlegt, sie  provoziert, weil sie ihn anwidern, der verpulvert einfach zu viel Energie. Sie fehlt ihm dann an anderer Stelle. Für den Zeitgeist muss man sich öffnen können. Das fällt offenbar besonders schwer, wenn man schon vorher glaubt, ihn nicht leiden zu können.

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