Joachim Meyerhoff Alle Toten fliegen hoch - Amerika

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Inhaltsangabe zu „Alle Toten fliegen hoch - Amerika“ von Joachim Meyerhoff

Joachim Meyerhoff erzählt von der Sehn-sucht eines Teenagers nach einem Neuanfang, ganz weit weg und auf sich gestellt, und von einem Verlust, der das alles zunichtezumachen droht. Die amerikanische Provinz Mitte der Achtzigerjahre, fremd, schillernd, fordernd, wird zu einem Refugium. Entscheidend ist der selbstironische, empfindsame, pointiert-witzige Ton: Der Leser ist sofort an der Seite des jugendlichen Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadtjugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und findet sich bald darauf in Laramie, Wyoming, wieder, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains. Der drohende 'Kulturschock' bleibt erst mal aus, der Stundenplan ist abwechslungsreich, die Basketballsaison steht bevor, doch dann reißt ein Anruf aus der Heimat ihn wieder zurück in seine Familie nach Norddeutschland – und in eine Trauer, der er nur mit einem erneuten Aufbruch nach Amerika begegnen kann. Dieser mitreißende Entwicklungsroman erzählt von Liebe, Fremde, Verlust und Selbstbehauptung und begeistert durch Sensibilität, Selbstironie und Witz. Auf der Bühne hat 'Alle Toten fliegen hoch' bereits Furore gemacht.

Ein Traum geht in Erfüllung - ein Jahr an einer amerikansiche Highschool. Doch das Schicksal ist manchmal unbarmherzig.

— Waschbaerin

Einfach hinreißend!!! ♥

— Naibenak

Eine großartig erzählte Geschichte über einen Schüleraustausch in den USA. Die weiteren Bücher von Meyerhoff will ich auf jeden Fall lesen

— Marina_Nordbreze

feinsinnige geschichte, schöne sprache, treffende und teilweise ungewöhnliche bilder - alles in allem: lesegenuss

— lisalercher

Sprachgewandt, voller Leichtigkeit und Humor, aber auch mit viel Tiefsinn!

— lorelyrik

Eine Geschichte vom Erwachsen werden. Von Loslösung, Abgrenzung, Verlust und Liebe. Bewegend und humorvoll.

— Kolibri01

Man fragt sich, woher kann dieser Autor so genau wissen, wie auch ich mich als Jugendliche gefühlt habe??

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Unterhaltsam und tiefgründig

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Habe schon lange nicht mehr so viel gelacht! Und das trotz des ernsten und rührenden Themas. Situationskomik pur!

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  • Von der Psychiatrie auf dem Lande in die Weite der amerikanischen Prairie

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Waschbaerin

    07. October 2017 um 19:54

    Joachim Meyerhoff lässt den Leser in dem Buch "Alle Toten fliegen hoch" an seiner Jungend teilnehmen. Sein Vater leitete eine psychiatrische Klinik auf dem flachen Land in Norddeutschland. Für die Familie ist es selbstverständlich auf dem Klinikgelände zu wohnen. So wächst Joachim Meyerhoff mit Menschen auf, denen andere Bürger eher selten begegnen, wohl auch aus dem Weg gehen, wenn es irgendwie geht. Es ist ganz normal, dass er morgens über das eingezäunte Klinikgelände zum Pförtnerhäuschen geht um seinen Schulweg anzutreten. Sein Vater liebt seinen Beruf über alles, weshalb er auch seiner Familie so ein abgeschottetes Leben zumutet. Es gibt keine Einladungen, keine Gäste oder große Urlaubsreisen. Die Patienten sind die Menschen, die für den Vater Lebensinhalt darstellen. Für Joachim bietet sich die Gelegenheit, ein Jahr an einer amerikanischen Highschool zu verbringen. Doch dafür muss er nach Hamburg zu Bewerbungsgesprächen. So wie er die anderen Bewerber aus der Großstadt in ihrem Snobismus, ihrem affektierten Getue und ihrer Selbstüberschätzung beschreibt, ist anzunehmen, dass  ihm damals auch Menschen mit Beeinträchtigungen näher standen, als diese Prinzen und Prinzessinnen aus höherem Haus. Zu seiner eigenen Verwunderung wird er tatsächlich ausgewählt und kommt nach Laramie/Wyoming zu einer liebenswerten Familie - wenn da nicht ein Sohn wäre, der über diesen neuen Familienzuwachs nicht erfreut ist und ihm das Leben schwer macht. Jeder, der selbst schon einmal für einen längern Aufenthalt - kein Urlaub sondern Alltag - in einem fremden Land war, wird Parallelen zu seinen eigenen Erfahrungen finden. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, so wie Joachim Meyerhoff sein neues, amerikanisches Leben, beschreibt. In diese Zeit fallen nicht nur seine ersten erfolgreichen sexuellen Erfahrungen, sondern auch der Unfalltod seines Bruders. Er fliegt zur Beerdigung nach Hause, doch ansonsten weigert er sich, diesen toten Bruder zu betrauern. Es ist, als wäre zwischen diesem Verlust und seinem eigenen Leben eine undurchdringliche Wand gezogen. Wie kann man es in so jungen Jahren auch akzeptieren, dass der Bruder, von dem man sich auf dem Flughafen freudig verabschiedete, von einem zum nächsten Moment nicht mehr lebt?Erst als ein Kandidat aus dem US-Hochsicherheitsgefängnis, mit dem er ohne es beabsichtigt zu haben einen Briefkontakt unterhielt ihn nach seiner Entlassung in Deutschland aufsucht und eines Tages sagt, jetzt fahren wir zu deinem Bruder auf den Friedhof, für Joachim das erste Mal seit der Beerdigung, lässt er die Trauer und den Schmerz über das Geschehene zu. Obwohl diese Szene auf dem Freidhof in nur wenigen Sätzen beschrieben wird, hat mich dieser Abschnitt sehr berührt.Anfangs klingt dieses Buch sehr heiter und an vielen Stellen musste ich richtig lachen. Doch nach und nach wird es ernster, man merkt, Joachim wird erwachsen und die unbekümmerte Beschwingtheit verliert sich mit der Zeit. Aber mir gefällt diese Entwicklung. In unserer Bücherei lieh ich dieses Buch einer älteren Dame aus, die mit diesem biographischen Roman aber nichts anfangen konnte. Deshalb glaube ich, es ist ein Buch, dass wohl eher bei jüngeren Leuten Anklang finden wird.

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  • Joachim Meyerhoff | ALLE TOTEN FLIEGEN HOCH Teil 1: AMERIKA

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 16:04

    INHALT: Der junge Joachim fährt nach Hamburg, um sich für ein Basketballstipendium zu bewerben. Wider alle Hoffnung erhält er den Zuschlag, nimmt für ein Jahr Abschied von der norddeutschen Idylle und fliegt ins große Abenteuer namens Amerika. Doch er landet in Laramie, Wyoming, einem Ort, der es in puncto Verschlafenheit locker mit Schleswig aufnehmen kann. Nach den üblichen Startschwierigkeiten (besonders mit dem Sohn der Gastgeberfamilie, mit dessen Zimmer er wohnt), und einem ungeplanten Aufenthalt in Deutschland (ein Trauerfall in der Familie), macht Joachim doch noch seinen Frieden mit dem tristen Land und seinen seltsamen Einwohnern. Er feiert Erfolge im Basketballteam, gewinnt Freunde und am Ende gibt es sogar so etwas wie Abschiedsschmerz. FORM: Der erste Teil der meyerhoffschen ALLE TOTEN FLIEGEN HOCH-Trilogie ging bei der Veröffentlichung 2011 etwas unter und erfuhr erst nach den Erfolgen von WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SO, WIE ES NIE WAR und ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE soviel Aufmerksamkeit, dass es Ende 2015 sogar für eine Hardcover-Neuausgabe reichte, was nun wirklich selten ist. Meyerhoff lässt es zu Beginn seines Buches ordentlich krachen: Eine skurrile Szene jagt die nächste, und mit den grandios pointierten Sätzen, die zum Schreien komisch sind, zeigt er eine große Könnerschaft in Sachen Humor. Die Lederhosen-Rutschfahrt, der Scheißeregen in Flensburg, die Nutten-Episode mit dem gesammelten Klimpergeld im haarigen Bullensack, Nasenbluten um Mitternacht… Ungelogen: Im ersten Drittel habe ich mehrmals schallend gelacht. (Auch in einem Fischrestaurant bei einem schnellen Abendessen unter den ratlosen Blicken dutzender Gäste. Ich konnte nicht aufhören ... hochgradig unangenehm … aber das gehört hier nicht her.) Doch dann schleicht sich irgendwo auf der Hälfte der Wurm ein. Die Lacher bleiben aus, der Text wird ernster, die Szenen belangloser. Was wirklich schade ist, denn bis dahin ist das Buch großartig und erfüllt alle Erwartungen. Ab der Hälfte merkt man leider auch, dass Meyerhoffs Schreibkünste diese Durststrecken nicht überbrücken können, dazu ist er einfach nicht versiert genug. Der Dämpfer mit dem Trauerfall ist als Tiefgang zu flach und die Beschreibungen der Trauer und den emotionalen Folgen zu allgemein gehalten; da fehlen die Aspekte, die man eben noch nicht kennt, die man eben nicht schon in zwanzig anderen Büchern gelesen hat. FAZIT: Stark zu Beginn, mit großen Durchhängern in der zweiten Hälfte – drei Sterne. Dennoch: Ich konnte mir in den letzten Jahren ein Bild von Joachim Meyerhoff machen (er wurde ja monatelang von Talk-Show zu Talk-Show gereicht) und kann sagen, dass er mir sehr sympathisch ist. Und wenn ich mich so durch die Jubelrezensionen lese, hat er bei den Folgeromanen wohl vieles richtig gemacht. Lirum larum: Alle drei Teile stehen bei mir im Regal und ich freue mich trotz des mäßigen Starts auf die Fortsetzungen. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Klug, bewegend, witzig - einfach hinreißend!

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Naibenak

    31. August 2017 um 11:13

    Der Ich-Erzähler (wohl Joachim Meyerhoff höchstselbst) erzählt aus seiner Jugend Mitte der Achtziger Jahre. Damals nämlich hat er aus seinem gut behüteten, aber recht eintönigen Leben im hohen Norden Deutschlands ausbrechen wollen und hat sich deshalb für ein Austauschjahr in Amerika beworben. Und es hat geklappt. Nach Laramie, Wyoming hat es ihn verschlagen – in ein kleines Städtchen mitten in der Prärie. Während dieser Zeit in Amerika passieren viele schöne, aufregende, aber auch unschöne Dinge. Zwischendurch muss er aus traurigem Anlass zurück in die Heimat, flieht dann vor seiner Trauer erneut nach Laramie. Außerdem beginnt die Basketballsaison – ein weiterer Höhepunkt des Austauschjahres... Joachim Meyerhoff hat mit seinem Debütroman einen wundervoll feinfühligen, charmanten, humorvollen – ja hinreißenden Entwicklungsroman vorgelegt. Er versteht es fantastisch, so zu erzählen, dass alles lebendig wird. Dass ich mich als Leser voll und ganz in den Erzähler hineinversetzen kann – dass wir quasi „Eins“ werden. Er beschreibt die Gefühle und Gedanken des Erzählers, all seine positiven wie negativen Eindrücke und Ängste sehr eindrücklich und berührend einerseits, andererseits mit so viel Ironie und Witz, dass es einfach herrlich amüsant ist. Wie er mit der tiefen Trauer umgeht beispielsweise, das ist unglaublich nahegehend geschrieben. Oder wie er die Basketballsaison hautnah und aktiv miterlebt. Für herrliche Lacher wiederum sorgen die anfänglichen Probleme mit der Sprache. Während des Austauschjahres nutzt Meyerhoff für die direkte Rede mit der Gastfamilie und den anderen Einheimischen die englische Sprache. Die ist aber extrem gut verständlich und macht diesen Roman noch um einiges lebendiger. Auch geht man auf diese Weise die etwas holprigen sprachlichen Hürden des Erzählers und lernt gemeinsam mit ihm, sich auch in dieser Hinsicht immer besser zurechtzufinden. Ein kleines bisschen allerdings zieht es sich zwischendurch, das will ich ehrlicherweise zugeben und deshalb gibt es auch einen klitzekleinen (halben) Punkteabzug. Aufgerundet sind es dann aber trotzdem 5 Sterne ;-) Fazit: Ich möchte hier mit einem Zitat der Frankfurter Rundschau enden, weil es genau das auf den Punkt bringt, was mir an diesem Entwicklungsroman so unheimlich gut gefallen hat. Ich werde noch alles andere von Meyerhoff lesen (müssen). Eine tolle Entdeckung! „Eines der lustigsten und schlauesten Bücher […]. Mit unbefangenem, staunendem Blick, einer subtilen Komik und in ironischer Distanz betrachtet Meyerhoff den modernen Taugenichts, der er war.“

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  • Wild Wild West

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    leselea

    11. July 2017 um 20:54

    Die lebensgeschichtlichen Hintergründe eines Autors können vielfach interessant und aufschlussreich für sein Werk sein. Das gilt auch für Joachim Meyerhoff: Nicht nur, weil er in seinem Debütroman Alle Toten fliegen hoch – wie auch in den Folgebänden – seine eigene Lebensgeschichte zur Handlung macht und seine Bücher damit eindeutig autobiografisch geprägt sind. Sondern vor allem weil Meyerhoff von Haus aus Theaterschauspieler ist und auch Alle Toten fliegen hoch ursprünglich als Erzählprogramm vor Publikum konzipiert wurde. Dies sollte man im Hinterkopf haben – oder eigentlich auch nicht: Denn der mündliche Charakter der Geschichte (wenn auch wohl inszeniert) sticht von der ersten Seite der Lektüre eindeutig hervor. Meyerhoff hat eine Lust am Erzählen und demonstriert das an den vielen kleinen Episoden, aus denen sein Roman beim genauen Hinsehen zusammengesetzt ist: Diese Abschnitte bewegen sich zwar in einem gesetzten Rahmen, folgen aber nicht immer einem roten Faden, sondern ergeben sich aus der Assoziation und dem Erinnern. Denn Meyerhoff blickt in seinem Debüt weit zurück, in seine Jugend, als er mit 17 Jahren für einen Schüleraustausch nach Amerika ging: Geträumt hatte er von New York oder Los Angeles, doch stattdessen landet er in Wyoming, in der Ödnis, bei tiefgläubigen Gasteltern und einem verschrobenen Gastbruder. Doch was auf den ersten Blick abschreckend zu lesen ist, entpuppt sich schnell als Glücksgriff: Seine Gasteltern sind liebevoll zu ihm, er wird ins Basketballteam gewählt, findet eine amerikanische Freundin, führt eine Gefägnisbrieffreundschaft und erweist sich als begnadeter Pferdeflüsterer. In diese amerikanische Westernidylle bricht jedoch urplötzlich der Tod – und so wird das Jahr in Amerika nicht nur ein Jahr der Selbstfindung und der Selbständigkeit, sondern auch des Erwachsenwerdens und der Trauerverarbeitung… Alle Toten fliegen hoch besticht vor allem durch eins: Meyerhoffs unglaubliches Erzähltalent. Amüsant und kurzweilig führt er durch die Szenen seines Lebens und beweist einen hervorragenden Blick fürs Detail und für das Abstruse. Seinen Roman zu lesen, macht Spaß, unterhält, stimmt einen ob des Themas aber auch melancholisch. Meyerhoff schafft es leichtfüßig, die Atmosphäre des Lebens mit 17 einzufangen, ja heraufzubeschwören und jeden Leser an die eigenen einstigen und beinah vergessenen Träume nach Freiheit, Abenteuer und Erwachsensein zu erinnern. Alle Toten fliegen hoch ist eine rundum schöne Lektüre, zum Genießen, zum Endschleunigen, jedoch ohne viel Spannung oder – wie ich finde – großen, nennenswerten Gedanken. Das ist nicht unbedingt negativ, denn Meyerhoffs Erzählkunst trägt über einen Großteil der Seiten – jedoch nicht über die vollen 320 Seiten. Hin und wieder kommt die Geschichte sehr ins Plätschern, folgt Anekdote auf Anekdote um der Anekdoten Willen, verliert sich Meyerhoff zu sehr in seiner episodenhaften Darstellung. In den Folgebänden, die schon bei mir bereitliegen und auf die ich mich schon freue, erwarte ich diesbezüglich eine eindeutige Steigerung: Bleibende Fabulierlust bei konzentrierter Darstellung ohne unnötig viele Längen und Hänger! Auch die Thematik der Trauerverarbeitung (die in Rezensionen – sei es hier oder im Feuilleton – häufig besonders positiv hervorgehoben wurde) wünsche ich mir, wenn sie wieder Gegenstand der Handlung wird, pointierter: Verdrängung ist nämlich nur ein Schritt der Verarbeitung. Nichtsdestotrotz ist Alle Toten fliegen hoch der gelungene Auftakt einer Reihe, die Lesespaß und beste Unterhaltung auf literarischem Niveau verspricht. Dafür 4 Sterne!

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    • 3
  • Fesselnd und berührend

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Rabentochter

    07. June 2017 um 12:09

    Der 17-jährige Protagonist dieser Trilogie reist für ein Austauschjahr nach Amerika, genauer nach Laramie, Wyoming. Der Leser reist mit ihm, erlebt seine Entwicklungen mit. Die Hochs und Tiefs, die positiven Seiten, aber auch die Tiefschläge erfährt man. Der Roman ist dabei witzig und traurig zugleich, schafft aber gleichzeitig eine Atmosphäre, in der man sich seltsam wohl fühlt, als wäre man Teil der erzählten Welt, gleichzeitig aber auch nur ein Beobachter von außen. Man lernt eine Familie kennen, ohne die Namen wirklich einmal genannt zu bekommen, was aber auch nicht wichtig ist. Man vermisst die Namen nicht. Die Beschreibungen, der ganze Ton der Erzählung, sit schlicht gehalten und in seiner Schlichtheit doch ausdrucksstark. Gerade das macht das Buch so fesselnd. Es liest sich schnell und unkompliziert. In vielen Erwartungen, Erfahrungen, Enttäuschungen des Protagonisten erkennt man sich wieder. Fazit: Ein wundervolles Buch über das Erwachsenwerden und alle positiven und negativen Erfahrungen, die damit verbunden sind.

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  • Coming on age with thoughts

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Günter-ChristianMöller

    23. January 2017 um 07:39

    Das Buch beginnt mit einer Zugfahrt von Schleswig nach Hamburg, um in der Großstadt an einem Auswahltest teilzunehmen, der Joachim Meyerhoff als Gastschüler für ein Jahr in die USA bringen wird. Erinnerungen an seine Kindheit und Eindrücke dieses Tests des damals 16jährigen tauchen auf:Nicht alle konnten aufgenommen werden. Also war es wichtig, die Fragen optimal zu beantworten: „Hast du irgendwelche Allergien? Ich überlegte kurz. War es schlau hier zu lügen? Wenn es Frühling wurde, nahm ich Tabletten, war schlapp, nieste, stocherte mir mit der Gabel im juckenden Rachen herum und bekam keine Luft. Aber wer mochte schon ein geschlagenes Jahr lang einen Allergiker bei sich wohnen haben? Antwort: keine Allergien.“Der Gastschüler hatte Glück, er bestand den Test und wurde in einen Ort geschickt, der 2200 Meter hoch lag und sich einer ausgesprochen staubfreien Luft erfreute. Der Kulturschock in dem neuen Land war allerdings schon überwältigend.„Die Ausreden fürs Zuspätkommen waren nicht so läppisch wie bei mir zu Hause. „Mein Wecker hat nicht geklingelt.“ oder “Ich habe den Bus verpasst.“ Hier hieß es „Excuse me please, but I got caught in a blizzard with my plane“, oder „I’m sorry, but we had to drop some hay for our cows ‚cause they’re stuck in the snow!“ Das Buch sprüht vor Witz und Selbstironie. Beschreibt ein Land voller unbegrenzter Möglichkeiten und Gemeinheiten. Leistungsdruck beim Basketballsport mit schon fast pseudoreligiösen Ritualen einerseits und Erdbeerschnapsorgien andererseits. Und der Parzival aus Deutschland versucht dort verzweifelt auf den Beinen zu bleiben und sich anzupassen. Ich musste beim Lesen oft an ‚Der Fänger im Roggen‘ von D.J. Salinger denken, wo auch ein Held mitspielte, den es immer wieder von den Füssen riss, der am Ende allerdings den Anfang zur Erwachsenenwelt fand, die Verantwortung für sein Leben zu erkennen. Das gelingt dem Protagonisten in diesem Buch nicht so recht. Aber mit siebzehn Jahren wollte er dieses Ziel sicherlich noch etwas hinauszögern, was verständlich ist. Einziges Manko an diesem Buch ist, dass diese Verzögerung nicht irgendwo in Worte gefasst wird.

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  • Gekonnt pointierter Roman

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Leseratte87

    09. January 2017 um 18:02

    Eine kleine Norddeutsche Stadt in den 80ern:  der junge Protagonist dieses Romanes träumt davon, der Provinz zu entkommen und meldet sich für ein Austauschjahr in den Staaten an. Wie lockt die Ferne,  das Neue und Unbekannte. Als es dann tatsächlich klappt, erwartet ihn nicht die Großstadt, sondern wieder die Provinz, denn er wird das Jahr in einem kleinen "Nest" in Wyoming verbringen. Voller Sehnsucht und Hoffnung begibt sich der junge Mann auf ein Abenteuer, dass sein Leben verändern wird.Meyerhoffs Debüt als Erzähler könnte gelungener nicht sein. Mit seiner ganz eigenen Stimme nimmt er den Leser mit, lässt ihn teilhaben an Anekdoten aus seiner Jugend, und Erlebnissen mit seiner Familie. Dabei wirkt dieses Buch nie gezwungen, sondern kommt so leichtfüßig daher, dass man sich dem Charme der Geschichten nicht entziehen kann. Im Mittelpunkt steht in diesem ersten Band seiner autobiographischen Romanreihe sein Aufenthalt in den Staaten. Von dem Auswahlverfahren, durch das er muss, um diesen so heiß ersehnten Platz im Auslandsjahr zu erhalten, über die Reise und die Aufregung im Vorfeld bis hin zur Ankunft und den vielen neuen Eindrücken, die er vor Ort gewinnt. Dabei flechtet er immer wieder gekonnt Episoden aus der Kindheit mit ein. Und nicht eine Seite dieses Buches wirkt gezwungen. Das Lesen hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich schon sehr auf die Fortsetzungen freue!

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  • Ein Roman übers Erwachsenwerden

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    sally1383

    25. August 2016 um 16:39

    https://lesenundhoeren.wordpress.com/2016/08/25/buch-review-joachim-meyerhoffs-alle-toten-fliegen-hoch-amerika-1-alle-toten-fliegen-hoch-ein-roman-uebers-erwachsenwerden/ Eigene Meinung: Cover: Zwei junge Menschen am Wasser. Romantisch. Pastelltöne. Irgendwie nostalgisch. Passend. Inhalt/Geschichte: Als jetzt der dritte Teil auf den Bestsellerlisten gelandet ist und die Reihe so gehypt wurde, musste ich mich diesem Buch auch mal widmen. Der Gedanke an ein Buch übers Erwachsenwerden, Austauschjahr, neue Erfahrungen – Das klang spannend. Ingesamt hat der Autor einen angenehmen Schreibstil. Schnell fiebert man mit Joachim mit, der bezeichnenderweise seinem Autor im Namen gleicht. Es gibt Liebeskummer, Abenteuer in einer fremden Stadt, in einem fremden Land, einen Trauerfall. Und all das wird sehr detailliert erzählt. Die Erlebnisse bleiben irgendwie trotzdem distanziert. Ich war irgendwie nie richtig drin. Oftmals tauche ich in die Buchwelt ein und bin dann zum Beispiel „Joachim“, fühle und fiebere mit dem Titelhelden. Doch irgendwie waren mir seine Erlebnisse häufig egal. Woran das lag, kann ich nicht mal mit Sicherheit sagen. Vielleicht lag mir Meyerhoffs Humor auch einfach manchmal nicht. Ein Teil des Problems war aber auch die Figur Joachim, die mir einfach nicht sympathisch werden wollte. Charaktere: Und da sind wir am Grunde des Problems. Ich fand Joachim einfach häufig sehr unsympathisch. Zu naiv, fast schon wie ein Nerd. Ob Meyerhoff das übertrieben hat, damit das Ländliche mehr betont wird oder ob Joachim wirklich ein wenig Freak sein sollte, ist mir immer noch nicht klar. Aber schon das Auswahlverfahren in Hamburg fand ich etwas nervtötend. Ich bin sehr schüchtern und zurückhaltend, aber Joachim ist ja ein echter Einzelgänger. Schon etwas seltsam fast. War man so als Teenager, hab ich mich gefragt. Vielleicht ist diese Zeit auch schon zu lange her. Bin echt gespannt, wie sich das mit dem Charakter in den weiteren Teilen entwickelt, wenin Joachim älter wird. Auch der Schicksalsschlag war irgendwie überraschend nüchtere erzählt. Selbst da konnte man keine Beziehung zu Joachim aufbauen. Stil/Gliederung: Sehr lange Kapitel. Man hätte sie fast als Abschnitte bezeichnen können. Ein Kapitel brauchte schon mal gut eine Stunde zum Lesen, was es mir als Zwischendurchleser schon manchmal schwer gemacht hat. Fazit: Dies ist wieder ein Debüt. Ich habe es als eine angenehme Leseerfahrung empfunden. Solide, zeitweise auch lustig oder nostalgisch. Insgesamt aber ohne Höhepunkt und damit auch mit ein paar Spannungslücken. Auch mit der Figur des Joachim hatte ich so meine Probleme, sie wollte mir nicht richtig sympathisch werden. Bin gespannt auf die weiteren Teile dieser gehypten Reihe.

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  • Ein Jahr in Amerika...

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Sookie70

    27. June 2016 um 11:20

    Burgschauspieler Joachim Meyerhoff gewährt uns einen Einblick in seine frühen Jahre.Er erzählt von seinem einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA mit einer guten Portion Humor - der wahrscheinlich erst durch die mittlerweile vergangen Jahre in dieser Form möglich wird. Meyerhoff schildert dabei unter anderem das Auswahlverfahren selbst, den schwierigen Charakter seines Gastbruders Don, seine Erfahrungen mit amerikanischen Mädchen, seine Aufnahme ins Basketball-Team und die eigenartige Freundschaft mit einem zum Tode verurteilten Doppelmörder.Die bei weitem schlimmste - möchte sagen abartigste - Stelle im Buch ist für mich allerdings (sämtliche kulturellen Unterschiede in Ehren!)  die detaillierte Schilderung des "Schildkröten-Mordes"... Das wäre in der Form nicht nötig gewesen und hat letztendlich einiges kaputt gemacht...Ans Herz gelegt wurde mir das Buch als "unbedingt lesenswert" und "wahnsinnig witzig" - was aus meiner Sicht aber nur in Teilen zutrifft. Dass Meyerhoff im Laufe seines USA-Jahres seinen Bruder verliert, macht betroffen und traurig. Die Geschichte hinterlässt nicht zuletzt deshalb einen etwas schalen Beigeschmack...

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  • Schöner Schreibstil, nett zu lesen

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Mizuiro

    05. May 2016 um 09:38

    Das Erste, was mir an dem Buch aufgefallen ist, waren die sehr langen Kapitel. Das mag ich ja eigentlich gar nicht. Aber meiner Freude an Alle Toten fliegen hoch hat das keinen Abbruch getan. Das Buch war von vorne bis hinten sehr leicht und flüssig zu lesen und ich habe mich zu jeder Zeit gut unterhalten gefühlt. Auch sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, man merkt, dass der Autor sich Mühe gegeben und über seine Worte nachgedacht hat. Sowas find ich toll! Grundsätzlich ist der Inhalt schnell erzählt. Es geht um den Protagonisten, der in seinen Jugendjahren ein Austauschjahr in Amerika absolviert. Um seine Erlebnisse und Gedanken vor, während und nach der Reise. Die Geschichte wird in Ich-Form erzählt und der Stil ist dabei schön selbstironisch und humorvoll. Der Protagonist bietet mit seinen Allerwelts-Teenager-Problemen ein schönes Identifikationspotential, denn die einen oder anderen seiner Gedanken hatten wir doch alle in dem Alter. Interessant fand ich, dass ich beim Lesen immer das Gefühl hatte, jetzt würde gleich etwas weltbewegendes passieren. Bei vielen Situationen dachte ich: Oh Gott, gleich wirds schlimm... Aber dem (und ich hoffe, das zählt jetzt nicht als Spoiler) war meistens nicht so. Ich kann verstehen, dass einige das Buch deshalb vielleicht langweilig fanden. Wenn wir uns ehrlich sind, plätschert die Handlung so dahin, kommt auf keinen richtigen Punkt und als Leser wartet man vergeblich darauf, dass etwas passiert, dass sich endlich etwas tut... Ich kann mich auch an Bücher erinnern, bei denen mich so etwas gestört hat, aber ich kann froh und munter sagen: Bei Alle Toten fliegen hoch war das nicht so. Das schreibe ich übrigens dem bereits gelobten Stil zu. Es war einfach nett zu lesen, es hat gut unterhalten. Ich bin auch neugierig auf den nächsten Teil! Natürlich hat es mich in seiner Plätscherei jetzt auch nicht SO vom Hocker gerissen, dass ich ihm fünf Punkte geben kann, aber vier sind drin.

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  • Locker, lustig, aber ohne roten Faden

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Franzis2110

    23. April 2016 um 10:21

    In „Alle Toten fliegen hoch“ folgen wir als Leser dem jugendlichen Helden, der sich aufmacht, um einen begehrten Platz in einer amerikanischen Gastfamilie zu bekommen. Doch bereits beim Auswahlgespräch in Hamburg erkennt er den riesigen Unterschied zwischen behütetem Kleinstädter und den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen. Deshalb gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen konsequent als ein genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus. So kommt es, dass er sich bald darauf im verschlafenen Laramie, mitten in Wyoming, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains wiederfindet. Doch der drohende Kulturschock bleibt erst einmal aus. Seinen Stundenplan kann er sich selbst erstellen, die Fächer sind vollkommen egal, denn wiederholen muss er ja sowieso. So wählt er Deutsche Geschichte, Rock Climbing, ja sogar Tauchen. Langweilig wird ihm so nicht. Und auch die Basketballsaison steht kurz bevor, der Grund, warum er überhaupt erst nach Amerika wollte. Doch wie das Leben so spielt, reißt ihn ein Anruf aus Deutschland aus seinem Traum und bringt in zurück zu seiner Familie nach Norddeutschland. Mitten hinein in eine Trauer, die er nur mit einem weiteren Aufbruch nach Laramie ertragen kann. „Alle Toten fliegen hoch“ soll uns die Reise vom im Fokus stehenden 17jährigen Protagonisten in die weite Welt zeigen. Von seinem Vater wird er Josse genannt, in Laramie nur noch „The German“. Es ist eine Reise von einem jungen, schlaksigen Kleinstadtjungen aus Norddeutschland auf der Suche nach sich selbst, auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Und es ist eine Geschichte, die uns zeigt, wie er versucht, mit Trauer umzugehen. Das sind alles erstrebenswerte Ziele für ein Buch, welches zudem viel gelobt wurde. Mir hat der Schreibstil auch richtig gut gefallen. Locker, spritzig – man nimmt Meyerhof ab, dass wir die Geschehnisse aus Sicht seines 17jährigen Ichs erleben. Ich fühlte mich oft unterhalten und konnte einige Male lauthals Lachen. Doch die Geschichte selbst war für mich kaum vorhanden. Oftmals verliert sich Meyerhof in Anekdoten und Erinnerungen. Mir kam es wie eine Aneinanderreihung verschiedenster Ereignisse vor, die nichts miteinander zu tun hatten. Ich konnte bis zum Schluss keinen roten Faden erkennen. Ich sehe das Potenzial und was die Geschichte ausdrücken will, doch dieses gefühlte Chaos machte es mir schwer, mich auch genau in diese Gefühle hineinzuversetzen. Es ging mir nicht so nahe, wie es hätte sein können, wie ich es mir erhofft hatte. Denn zwischen all den lustigen Szenen und Erinnerungen und den zum Teil verrückten Charakteren aus Laramie, handelt „Alle Toten fliegen Hoch. Amerika“ doch auch von Trauer, Verlust und wie ein nur 17jähriger mit dem Tod seines Bruders versucht umzugehen. In manchen Sätzen und gerade mit den letzten paar Worten, konnte mich Meyerhoff auch tatsächlich berühren. Insgesamt gibt es sechs Teile dieses Zyklus, der einen Autobiografie Meyerhoffs ist. Der Aufenthalt in Amerika ist somit nur der Auftakt einer langen Reise des damals 17jähirgen Joachims. Obwohl das Buch für mich einige Schwächen hat und es mir schwer machte, mich emotional fallen zu lassen, werde ich den weiteren Teilen eine Chance geben. Denn es gab auch Lichtmomente, die mich zum Lachen brachten, ich mag den Erzählstil und ab und an schaffte es Meyerhof doch, mich zu berühren, gar poetisch zu sein.

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  • Alle Toten fliegen hoch Amerika

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    leniks

    20. April 2016 um 22:06

    In diesem Buch erzählt uns der Autor von seinem einjährigen Amerikaaufenthalt. Wie er sich dafür beworben hat und über die Zeit dort und auch wie er sich wieder in Deutschland eingewöhnen musste. Zwischen den Erzählungen aus Amerika erinnert er sich auch an Erlebnisse wo er jünger war. Sein Aufenthalt wird durch ein schlimmes Ereignis unterbrochen, wo er wieder nach Deutschland zurück musste. Er hat aber sein Jahr fertig gemacht. Mir waren es zuviele Texte auf Englisch in dem Buch. Leser wie ich die nicht so viel und gut Englisch können, war dies teilweise schwierig. Das Buch umfasst 320 Seiten mit 6 Kapiteln. Dies Kapitel fand ich ziemlich lang. Das ganze Buch hat sich zäh lesen lassen. Das Buch bewerte ich für mich mit drei bis zwei Sternen von fünf.

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  • Gut oder weniger gut?

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    sommerstuermisch

    12. April 2016 um 12:14

    Gemeinsam mit zwei älteren Brüdern und seinen Eltern lebt der Ich-Erzähler in einer Kleinstadt in der Nähe von Hamburg. Dort ist er aufgewachsen, aber nicht geboren. Um aus diesem Kaff rauszukommen, bewirbt sich der 11.-Klässler um ein Auslandsjahr in den USA. Die große weite Welt möchte er kennen lernen. Doch irgendwie kommt es doch anders, als er denkt. Beim Vorstellungsgespräch macht er falsche Angaben und gibt sich als religiöser, familienbewusster Junge aus, der die Natur liebt und landet prompt auch in Amerika mitten in der Provinz, in Laramie, Wyoming. Mit anfänglichen Schwierigkeiten, lebt er sich einigermaßen ein, bis ihn eine Nachricht aus der Heimat erreicht und alles irgendwie aus den Fugen gerät … Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das Buch gut oder weniger gut finden soll. Ich habe in der Handlung keinen roten Faden gefunden. Die Anekdoten sind teilweise sehr amüsant und davon gibt es einige. Dennoch plätschert die Handlung so dahin und man weiß nicht so genau, wo die Geschichte hinführen soll. Ich habe gedacht, dass es in dem Buch mehr um das Seelenleben des Protagonisten geht, wie er mit seinem Verlust umgeht. Stattdessen handelt es sich vielmehr um eine Aneinanderreihung von Vergangenem oder irgendwelchen Besuchen von Ex-Lehrern. Die vielen Eindrücke, die man dadurch gewonnen hat, waren teilweise spannend – man war neugierig, was noch so kommt – andererseits hatte es auch irgendwie etwas Langweiliges. Für mich hat da eben dieser rote Faden gefehlt. Erst der letzte Absatz hatte für mich etwas Tiefgreifendes, davon hätte ich mir auf den vorherigen 300 Seiten mehr gewünscht. Eine ausführlichere Meinung findet ihr auf meinem Blog.

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  • Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    Palomapixel

    09. April 2016 um 11:40

    Was erwarte ich von einem Buch das ein Austauschjahr in Amerika beschreibt ? Ich hätte mir dieses Buch niemals von alleine ausgesucht, aber die ARD Buffet Leserunde, gegründet auf Facebook von der phantastischen Buchkolumne aka Karla Paul tat es. Ich wollte gerne mitlesen. Trotzdem oder auch gerade darum. Denn ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen bewusst Bücher zu lesen, die ausserhalb meiner Komfortzone liegen. Die mich weiterbringen und mich über meinen Fantasy- und Jugendbuch Tellerrand blicken lassen. Es ist mir gelungen oder besser Joachim Meyerhoff ist es gelungen. Autobiographisch beschreibt das siebzehnjährige Ich des Autors sein Jahr. Er startet mit einer kleinen Einleitung aus seiner Kindheit in der man bereits merkt, dass er kein Problem damit hat auch die Peinlichkeiten seines Lebens vor uns auszubreiten. Ich erinnere mich prägnant an eine Szene mit einer Lederhose und einer Riesenrutsche. Auch an seinem ersten Abend in Amerika geht nicht alles glatt. Eröffnet er dort doch seine erste Übernachtung mit einem Nasenblutenmassaker in seiner frischen Bergmotivbettwäsche. Man könnte jetzt meinen es geht immer so weiter. Ereignis an Ereignis und doch bleibt es beim schnöden Alltag eines Austauschjahres, aber dem ist nicht so. Es ist zum einen Meyerhoffs schöne Sprache die zum weiterlesen einlädt zum anderen kommt es im Buch zu einem Knacks. Von da an ist das Austauschjahr, wie eine Reise zurück zu sich selbst, denn es geht auch um Trauer und Verlust. Ein siebzehnjähriger nabelt sich ab von seinem für mich oft überbehüteten Kleinstadt Zuhause und geht in die weite Welt. Ich denke jeder kann sich einen Augenblick in Meyerhoffs Situationen zu Hause fühlen. Jeder wird sich einen Moment an seine Kindheit oder Jugend erinnern. Viele Jugendliche werden sich aktuell heute in seinem Ich wiederfinden. Jeder wird eine Sekunde der Trauer empfinden und auf alle Fälle wird absolut jeder etwas zum lachen in diesem Buch finden. Das macht es vielleicht auch so besonders. Ich wusste oft nicht ob ich mich über ihn lustig machen sollte, weil viele Situationen einfach urkomisch und auch peinlich waren oder ob ich Mitleid haben sollte. Bei manchen Sachen wusste ich nicht ob ein siebzehnjähriges Ich überspitzt, übertreibt oder ob es sich wirklich so zugetragen hat. Besonders gut beschrieben fand ich aber wie die ganze Familie mit dem Thema Trauer umgeht ohne das es kitschig übertrieben wäre. Für mich waren dort echte Emotionen beschrieben wie sie wirklich sind. Ohne Schnörkel, mitten aus dem Leben. Wenn man selber schon in einer Situation war, einen geliebten Menschen zu verlieren, könnte es hart sein diese Szenen zu lesen oder auch gut, weil man sich dort aufgehoben fühlen kann, weil hier einer schreibt der es selbst erlebt hat. Jeder der ein Austauschjahr plant sollte dieses Buch lesen, als Vorbereitung. Jeder der schon immer von einem Jahr im Ausland geträumt hat, es aber nie getan hat, sollte dieses Buch lesen und überhaupt jeder sollte dieses Buch lesen. Meyerhoff schafft es Alltag interessant zu machen indem er alles kleinstgenau beschreibt und mich erinnerte es ein bisschen an peinliche Lagerfreuergeschichten mit Freunden. Es wird Bier getrunken und gelacht und man schaut in die Flammen und erinnert sich an früher und weiß das es nicht immer einfach war, aber gut. Uns erwarten nun noch zwei Folgebände und ich werde auch diese Lesen. der Zweite Band ' Wann wird es endlich wieder so wie es nie war' und der dritte Band 'Diese Lücke Ach diese entsetzliche Lücke'. Meyerhoff schafft es einfach tragisch-komisch über ein Tabuthema zu schreiben, den Tod. Vielen Menschen fällt es sehr schwer darüber zu sprechen. Hier finden sie ausgesprochen was sie selber vielleicht nie sagen konnten. Hier kann man beim lesen im stillen Kämmerlein bemerken das man nicht alleine ist. Sicher sind manchmal die Alltagsbschreibungen zu lang oder auch zu konstruiert. Nicht in jeder Szene und in jeder Passage schafft Meyerhoff es, jeden mit zu nehmen aber mich hat er komplett erreicht. Das diskutieren und lesen in der Leserunde hat mir auch sehr gut gefallen. Es war schön zu lesen was andere so über das Buch denken und ob der eigene Eindruck ganz anders ist. Jeder von uns nimmt ja ein Buch doch immer sehr subjektiv auf. Gerade bei diesem Buch kommt es für mich auch auf die persönlichen Erfahrungen an die ein Mensch schon gemacht hat bevor er das Buch liest.Mehr auf : http://palomapixel.blogspot.de

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  • „Hallo Welt hier bin ich!“

    Alle Toten fliegen hoch - Amerika

    LibriHolly

    09. March 2016 um 14:20

    Wer träumt in jungen Jahren nicht von der großen weiten Welt und tut dies vielleicht noch immer. Diese Sehnsucht einmal aus dem gewohnten Alltag auszubrechen, Eltern, Freunde, alles hinter sich zulassen, sich selbst neue zu entdecken, vielleicht auch zu finden und erfinden, einfach laut rufen: „Hallo Welt hier bin ich!“ Joachim Meyerhoff hat dies getan. Mitte der Achtzigerjahre macht er sich auf nach Hamburg um einen der raren Plätze in einem amerikanischen Austauschprogramm zu bekommen. Und auch wenn das Auswahlgespräch nicht gerade planmäßig verläuft erhält er eine Zusage. Und so verschlägt es ihn mit gerade einmal 18 Jahren nach Laramie/Wyoming, mitten hinein in den amerikanischen Westen. In die Raue Welt rund um die Rocky Mountains, wo sich der Blick in der Weite der Prärie verliert, weit weg von der nächsten amerikanischen Metropole, dorthin, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen oder wenn man so will Bär und Stinktier. Raus aus der norddeutschen Provinz und rein in die amerikanische Pampa. Der Kulturschock bleibt nicht aus. Doch auch wenn Joachim am Anfang noch von der amerikanischen Großstadt träumt und ihn manch typisch amerikanische Eigenheit befremdet, gefällt es ihm in Laramie zunehmend immer besser. Gerade als er sich so richtig akklimatisiert zu haben scheint zwingt ihn ein Schicksalsschlag zur Rückkehr nach Deutschland. Ursprünglich als Bühnenstück konzipiert, versteht es dieser Entwicklungsroman den Leser mitzureißen. Wir lachen, leiden, lieben und trauern mit unserem jugendlichen Helden. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir uns alle ein Stück weit in ihm wiederfinden, die Sehnsucht der jungen Jahre von der großen weiten Welt, die Abenteuerlust, der Traum vom Auslandsjahr, vom Ausbruch aus der behüteten Wärme des Elternhauses. Vielleicht ist es auch die Authentizität dieses Buches, die seine Faszination ausmacht. So handelt es sich bei „Alle Toten fliege hoch“ um keine Autorbiographie, dennoch sind es die persönlichen Lebenserfahrungen des Autors, die in dieses Buch miteinfließen.  Mit viel Witz und Selbstironie lässt uns Meyerhoff an seinem Leben teilhaben und spart auch nicht die traurigen Momente aus. Und so begegnen wir im Buch auch dem Tod, der zu jedem Leben unweigerlich dazugehört. In manchem früher in manchem später. In Joachim Meyerhoffs Leben ist diese  Begegnung jedoch besonders heftig und so finde ich auch den Titel zum Buch besonders gut gewählt, der aus einem Walter Benjamin Zitat entlehnt ist: „Wir möchten wohl gerne zurück, doch wie der Engel mit dem Schwer vor dem Paradies hindert uns die vergehende Zeit an einer Heimkehr. Weil wir aber zurückkehren und die Toten wieder zum Leben erwecken wollen, erzählen wir uns unser Leben. Um den Verlust zu ertragen und unsere Schmerzen zu heilen. Solange wir von ihnen noch erzählen können, sind unsere Toten noch nicht ganz tot. Sie fliegen. Manchmal fliegen sie hoch.“                                                                                           Walter Benjamin

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