Joachim Meyerhoff Die Zweisamkeit der Einzelgänger

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Inhaltsangabe zu „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ von Joachim Meyerhoff

Endlich verliebt! In Hanna, Franka und Ilse.
Eine blitzgescheite Studentin, eine zu Exzessen neigende Tänzerin und eine füllige Bäckersfrau stürzen den Erzähler in schwere Turbulenzen. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse ist physisch und logistisch kaum zu meistern, doch trotz aller moralischer Skrupel geht es ihm so gut wie lange nicht.
Am Anfang stand eine Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer riesigen Psychiatrie mit speziellen Freundschaften zu einigen Insassen und der großen Frage, wer eigentlich die Normalen sind. Danach verschlug es den Helden für ein Austauschjahr nach Laramie in Wyoming. Fremd und bizarr brach die Welt in den Rocky Mountains über ihn herein. Kaum zurück bekam er einen Platz auf der hochangesehenen, aber völlig verstörenden Otto-Falckenberg-Schule, und nur die Großeltern, bei denen er Unterschlupf gefunden hatte, konnten ihn durch allerlei Getränke und ihren großbürgerlichen Lebensstil vor größerem Unglück bewahren.
Nun ist der fragile und stabil erfolglose Jungschauspieler in der Provinz gelandet und begegnet dort Hanna, einer ehrgeizigen und überintelligenten Studentin. Es ist die erste große Liebe seines Lebens. Wenige Wochen später tritt Franka in Erscheinung, eine Tänzerin mit unwiderstehlichem Hang, die Nächte durchzufeiern und sich massieren zu lassen. Das kann er wie kein Zweiter, da es der eigentliche Schwerpunkt der Schauspielschule war. Und dann ist da auch noch Ilse, eine Bäckersfrau, in deren Backstube er sich so glücklich fühlt wie sonst nirgends. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Die Antwort ist: nein.

Das Buch gefällt den Männern wahrscheinlich besser.

— Claudia_Gallhofer

Zum Lachen und zum Weinen, wieder grandios erzählt. Band 3 ist und bleibt aber mein Lieblingsband.

— TanyBee

Leider die Erwartungen der Lücke nicht erfüllt...

— Vielhaber_Juergen

Schade, nicht mehr so gut wie die "Lücke".

— Sigismund

Ach, mein Herz... <3

— PaulaAbigail

Kein Wort ist hier einsam....

— buchstabensammlerin

Joachim Meyerhoff kann einfach unfassbar toll schreiben!

— Alina97

Mal wieder eine echt super gelungene Meyerhoff-Fortsetzung!! ;D

— TeleTabi1

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  • ‚Schleichende Katastrophen sind ja viel schwerer zu erkennen [...].'

    Die Zweisamkeit der Einzelgänger

    sabatayn76

    26. January 2018 um 21:45

    ‚Schleichende Katastrophen sind ja viel schwerer zu erkennen als diejenigen, die Hals über Kopf über uns hereinbrechen.‘ (Seite 84)Der 23-jährige Joachim (Alter Ego des Autors Joachim Meyerhoff) hat sein Schauspielstudium abgeschlossen und danach ein Engagement am - seiner Meinung nach recht lausigen - Bielefelder Theater bekommen. Dort lernt er nach einer Premierenfeier die eigenwillige Hanna kennen, die ihm von Anfang an die (nicht immer wohlgesonnene) Meinung bezüglich seiner schauspielerischen Leistung geigt, ihm eine Menge Lügen auftischt, in die er sich aber trotzdem unsterblich verliebt. Weil er mit der Situation am Bielefelder Theater unzufrieden ist, bewirbt sich Joachim an anderen Theatern und erhält schließlich ein Engagement in Dortmund. Von da an führen Hanna und er eine Fernbeziehung, und Joachim lernt bald die quirlige, unkomplizierte und Drogen konsumierende Franka kennen, mit der er sich von da an die Nächte um die Ohren schlägt. Joachim führt ein Doppelleben mit einer Beziehung in Bielefeld und einer in Dortmund, und schließlich schleicht er sich auch noch in den frühen Morgenstunden zur korpulenten Bäckerin Ilse. Ich habe vor einer Weile den ersten Teil von ‚Alle Toten fliegen hoch‘ (‚Amerika‘) als Hörbuch gehört, was mir gut gefallen hat. Den zweiten und dritten Teil kenne ich noch nicht. Der vierte Band war zwar teilweise unterhaltsam, aber insgesamt deutlich weniger gelungen als der erste Teil der Reihe. Ich empfand das Buch anfangs als amüsant, auch wenn ich den Humor bisweilen etwas zu bemüht und krampfig fand. Ich wusste beim Lesen lange nicht, was ich von ‚Die Zweisamkeit der Einzelgänger‘ halten soll, und auch nach dem Auslesen bin ich mir unsicher. Einerseits war das Buch stellenweise unterhaltsam, ließ sich flüssig lesen und war bisweilen witzig, bisweilen tragisch und berührend. Andererseits habe ich viele Seiten quer gelesen, weil ich die Ausführungen zu langatmig und die Schilderungen belanglos fand. Ich denke, mein größtes Problem mit dem ist war die Tatsache, dass die Protagonisten unglaublich unsympathisch sind, so dass ich beim Lesen oft genervt war und sie als unangenehm empfand.

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  • frühe Neunziger

    Die Zweisamkeit der Einzelgänger

    Vielhaber_Juergen

    11. December 2017 um 14:31

    Es gibt einen schönen,kleinen Film von 1992,Kleíne Haie mit noch sehr jungem Jürgen Vogel und Meret Becker.Der spielt im Millieu der Schauspielschulen, und seine Bilder blitzten manchmal bei mir auf als ich nun Mayerhoffs vierten Band las.Als blutiger Anfänger wecselt er vom Theater Bielefeld nach Dortmund...Und wer schon mal an Provinztheatern festhing,der schmunzelt nicht nur einmal...Gewohnt pointenreich erzählt,jedoch bei einigen Gelegnheiten trägt er einfach zu dick auf,namentlich die Todesfuge -das glaub ich einfach nicht!Ob seine Lebe zu Hanna,die ehre sexuelle Beziehung zuFranka und die platonische,weil kulinarische zu Bäckerin Ilse exakt so gelaufen sind,weiß nir der Autor selbst,Er versteht es großartig,die so unterschiedlichen Frauen zu schildern.Auch wenn der vierte Band im Ganzen etwas schwächelt,hoffe ich sehr sehr stark,das es nicht der letzte dieser Reihe war....Ein schönes Geschenk allemal....

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  • Der LovelyBooks Advent - Buchverlosung bis zum 24.12.2017 zu euren Wunschbüchern

    LovelyBooks Spezial

    Marina_Nordbreze

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    • 1557
  • Leicht enttäuschte Liebe

    Die Zweisamkeit der Einzelgänger

    Buecherschmaus

    30. November 2017 um 14:33

    Joachim Meyerhoff ist ein begnadeter Plauderer und Geschichtenerzähler. Wer ihn einmal live oder auch nur auf dem Bildschirm erlebt hat, wird dies begeistert bestätigen. Auch seine autobiografischen Romane (auf diese Fiktionalisierung legt der Autor viel Wert) waren ursprünglich als Bühnenprojekt konzipiert und auch in der Bühnenfassung am Wiener Burgtheater ein großer Erfolg. 2011 erschien dann der erste Band der Romanfassung, „Amerika“. „Alle Toten fliegen hoch“ ist der Titel des Projekts, in dem der Autor in seinem nun typischen „Meyerhoff-Sound“ von sich und seiner Familie plaudert. Er tut das mit einer Leichtigkeit und Lässigkeit, einer Selbstironie und einem teils slapstickartigen, mitunter brüllend komischen Witz, dass man fast, zeitweise zumindest, die tieftraurige Motivation dahinter vergisst. Aber sie ist allgegenwärtig, die Melancholie, die Traurigkeit. „Alle Toten fliegen hoch“ ist, laut Meyerhoff, die Familienvariante des beliebten Kinderspiels, in der seine Tante mit ihm die Verwandten durchging – noch lebend, schon gestorben. Der Anteil an letzteren wuchs beständig. So war „Alle Toten fliegen hoch“ auch ein Anschreiben, zunächst ein Anreden gegen den Verlust, gegen den Tod, das Vergessen, die eigene Trauer. Bei all den teils grotesken, komischen Episoden aus dem Leben der Meyerhoffs, die der Autor mit großer Lust und Wortwitz ausbreitet, sind diese Leerstellen im Familiengefüge – zunächst der verunglückte mittlere Bruder, dann der an Krebs sterbende Vater und schließlich die verlöschenden Großeltern – die dunkel glimmenden Zentren der Romane. Es gibt wenige Bücher, die mich so oft und so laut zum Lachen gebracht haben wie die ersten drei Bände der Reihe, und mich gleichzeitig so traurig berührten. Joachim Meyerhoff hat sich damit bei mir wie bei unzähligen anderen Lesern tief ins Herz geschrieben.Wobei wir beim jüngst erschienenen vierten Band „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ sind. Ihm fehlt nicht nur der genialische Titel der beiden vorangegangenen Werke („Wann wird es endlich wieder so wie es nie war“ und „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“), das wäre zu verschmerzen, „Amerika“ macht ja nun auch nicht viel her, sondern eigentlich fast alles, was ich an den drei anderen Büchern so geliebt habe. Das liegt nicht am Erzähltalent, er ist gleich zu Beginn wieder da, dieser „Meyerhoff-Sound“, den man so liebt. Es ist mehr das was und wie erzählt wird, was diesmal nicht so recht verfangen will.Nach seinen Kindheits- und Jugendjahren auf dem Gelände der Schleswiger Psychiatrie, dem unbeholfenen Auslandsjahr in Amerika, das durch den Tod des Bruders eine so traurige Prägung erhielt, und die chaotisch-liebenswerten Jahre auf der Münchner Schauspielschule im Haus seiner trinkfesten, kultivierten Großeltern, steht nach einem ersten Theaterengagement in Kassel die Bewährungsprobe auf den Provinzbühnen in Bielefeld und Dortmund auf dem Erzählprogramm. Beides von Meyerhoff tief verachtete Ensembles. Und hier kommt schon der erste Punkt zum Tragen. Waren die Erzählungen von der Münchner Schauspielschule (oder auch davor aus der Psychiatrie oder der amerikanischen Gastfamilie) auch oft voller Spott, Indiskretion und Ironie, berichtet Meyerhoff hier eigentlich nur mit Häme und Verachtung von seinen Kollegen. Das liegt daran, dass ihm die Zuneigung, die er bisher dem Geschilderten entgegenbrachte, hier ganz zu fehlen scheint. Das tut dem Ton des Buches nicht gut.Der zweite, viel entscheidendere Punkt scheint mir zu sein, dass Meyerhoff in diesem vierten Band und Lebensabschnitt einfach von viel weniger charmanten Menschen berichtet als in seinen vorangegangenen Büchern. Das sind in erster Linie die Frauen, mit denen der bisher in Liebesdingen eher unerfahrene Joachim es hier gleich dreifach zu tun bekommt. Weder Hanna, die durchgeistigte, rebellische, unberechenbare Studentin aus Bielefeld, noch die sexhungrige, feierfreudige Tänzerin Franka aus Dortmund, und noch weniger die bodenständige, fürsorgliche, aber auch ein wenig ordinäre Bäckersfrau Ilse (als hätte Meyerhoff die Damen aus dem Baukasten), mögen wirklich zu fesseln. Die für ihre Charakterisierung aufgebrachte Seitenzahl ist eindeutig zu hoch. Sicher vermögen sie und die mit ihnen verbundenen Liebesabenteuer den jungen Meyerhoff zu faszinieren (seines Organisationstalents beim Managen dieser drei Beziehungen an zwei Standorten und seiner nicht unbeträchtlichen Manneskraft, bis sich die Mitmieter über die nächtlichen Lustschreie beschweren, rühmt sich der Autor vielleicht ein bisschen zu intensiv), für die Leserin war das Ganze eher uninteressant. Sie blieb leicht genervt zurück. Auch wenn im Verlauf zwei weitere Tote zur Galerie hinzukommen, scheint auch das hinter dem Romanprojekt stehende Konzept ein wenig in Vergessenheit geraten. Dann erinnert sich der Autor plötzlich wieder. Das gelingt ihm nicht immer so anrührend wie in der Schlussszene, wo sie alle noch einmal versammelt sind im Innenhof von Ilses Café.Sicher, da ist sie noch, die spielerische Leichtigkeit beim Erzählen, die Selbstironie, mit der auch noch das größte Missgeschick erzählt wird, die genaue Beobachtungsgabe, das perfekte Erzähltiming. Und es sind nicht umsonst die Momente, in denen sich der Erzähler an Episoden aus der Vergangenheit, beispielsweise einen Urlaub auf Elba erinnert, die den alten Zauber und den alten Witz wieder hervorzaubern. Da gerät man ins Träumen und möchte noch einmal von vorn beginnen mit „Alle Toten fliegen hoch“. Es ist wie mit der enttäuschten Liebe. Mit der Zeit verblasst die Enttäuschung und man erinnert sich umso leuchtender an die vielen schönen gemeinsamen Stunden. 

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    • 2
  • Schade, nicht mehr so gut wie die "Lücke".

    Die Zweisamkeit der Einzelgänger

    Sigismund

    27. November 2017 um 13:30

    Nach seinen mehrfach ausgezeichneten autobiographischen Romanen "Alle Toten fliegen hoch" (2011), "Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" (2013) und "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" (2015) ist der heute gefeierte Autor und Wiener-Burg-Schauspieler Joachim Meyerhoff in seinem vierten Band "Die Zweisamkeit der Einzelgänger", erschienen im November bei Kiepenheuer&Witsch, nun als "fragiler und stabil erfolgloser Jungschauspieler" in der Provinz gelandet. In Bielefeld begegnet der Mittzwanziger der ehrgeizigen und überintelligenten Studentin Hanna, später in Dortmund der exzentrischen Theatertänzerin Franka. Schließlich fühlt er sich auch noch in der Bäckerei der prallen Ilse wohl. Und keine Frau weiß von den zwei anderen. Der Verlag stellt im Klappentext die Frage: "Kann das gut gehen?" Ich meine NEIN, meine damit aber Meyerhoffs viertes Buch insgesamt und kann mich den allgemeinen Lobeshymnen nicht oder nur bedingt anschließen. Liegt es am außergewöhnlichen und völlig berechtigten Erfolg seines dritten Bandes? Oder ist es die unweigerlich ermüdende Folge der Serienschreiberei? Hat man alle drei Vorgängerbände gelesen, kennt man Meyerhoffs humoristische Art zu schreiben, seine intelligente Formulierungskunst, seine vortreffliche Ironie, mit der er nicht nur seine Angehörigen und andere beschreibt, sondern vor allem sich selbst. Doch in Band 4 kommt kaum Neues mehr. Erinnerungen an seine Brüder und Großeltern - Repliken an die drei Vorgängerbände - haben noch Witz, auch die Beschreibungen seiner Arbeiten an den Provinztheatern. Aber: Seine privaten Alltagsszenen werden im vierten Band verbal plattgewalzt, die kurzgefasst noch durchaus amüsant gewesen wären. Die unzähligen und ausführlich beschriebenen Bettgeschichten mit Hanna und Franka wirken spätestens nach der dritten ebenfalls ermüdend, zumal man diese in Meyerhoffs sonst so intelligent geschriebener Buchreihe nicht erwartet und vor allem nicht braucht. Ergebnis? Als Meyerhoff-Fan, der alle drei Vorgängerbände kennt, habe ich in diesem vierten Band hin und wieder Seiten überschlagen oder andere quergelesen. Schade drum! Meyerhoff hätte nach dem dritten Band "Ach, diese Lücke ...." aufhören sollen. Oder im vierten stark kürzen und streichen müssen. Dieser vierte Band erscheint irgendwie, vom Verlag dem Autor abgerungen. Meine bisherige Begeisterung für Meyerhoffs Bücher hat dadurch leider gelitten. Wer aber die drei Vorgängerbände noch nicht kennt, mag an diesem Buch seine Freude haben, wie ich an den vorigen.

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  • Kein Wort ist hier einsam....

    Die Zweisamkeit der Einzelgänger

    buchstabensammlerin

    22. November 2017 um 19:53

    Rund ums Buch:Titel: Die Zweisamkeit der EinzelgängerAutor: Joachim MeyerhoffVerlag: KIWI Verlag www.kiwi-verlag.deISBN: 978-3-462-04944-2Preis: 24,00 €Cover/Inhalt:Hat Joachim Meyerhoff am Schreibtisch gesessen und seinen Namen auf ein Blatt gekritzelt und dann bei jedem weiteren Buch auch wieder den Titel? So sieht nämlich wieder – auch in diesem 4. Teil seiner halb autobiografischen halb fiktiven Erzählung das Cover aus. Auch ein persönliches Foto finden wir wieder auf dem Titel und diesmal sehen wir den Protagonisten nackt am Strand... in Rückansicht selbstverständlich, aber da kommen wir dann auch schon zum Inhalt: In diesem Buch geht es um die Liebe, um das Leben, weniger um die Toten. Es spielt zu der Zeit, als Joachim seine erste Theaterrolle in Bielefeld bekommt. Dort lernt er Hanna kennen, eine komplett durchgeknallte Studentin, die zu viel liest, extrem rotzig ist, immer an ihm und allem rummeckert und den Bezug zur Realität ein wenig verloren hat. Aber Hanna hat auch eine nahbare Seite und das Gefühl zu ihr lässt ihn die Welt neu erleben. „Wo Hanna war, waren Wunder nicht weit. Ihr Zusammengewürfeltsein aus Wirrnis und Intelligenz war ein intensiv duftender Köder für das Unerwartbare.“ (S. 117)Irgendwann wechselt Joachim nach Dortmund, lernt dort Franka kennen, eine exaltierte Tänzerin, mit der er die Nächste durchfeiert, Nacktheit lebt und eine andere Seite der körperlichen Liebe erlebt. „Jetzt kommt sie gleich zu mir, wusste ich, in zwanzig Sekunden legt sie sich in mein Bett, küsst mich mit ihrer durchtrainierten Zunge, schlingt und knotet ihre Arme und Beine um mich und pulverisiert jegliches Oben und Unten. Ihre Haut, ihre Muskeln, ihre Knochen, jede Frankaschicht war anders....“ (S. 197)Als ob das nicht genug wäre, kommt noch die dickbusige, von der Arbeit in ihrer Bäckerei ziemlich geschundene Ilse hinzu, zu der er morgens schleicht, sich bei ihr sichtlich wohl fühlt. „Ilses herzliche, immer zupackende aber niemals plumpe Liebenswürdigkeit justiert die Wippe zwischen Hanna und Franka und hielt mich in der Schwebe.“ (S. 315)Klar wird, dass das ein Spektakel des Timings, der Lügen und der Anstrengung wird, drei Frauen gleichzeitig zu erleben. Hier hilft nur HALLOO-WACH. Darstellungsweise/Schreibstil:Der Ich-Erzähler Joachim ist sicherlich nicht der Siegertyp, aber auf der Suche nach sich selbst. Der Autor schafft es durch seine unglaubliche Erzählweise, ihn zu mögen. Joachim Meyerhoff ist für mich der König der Adjektive, der Maler des geschriebenen Wortes, wahnsinnig gut, wie er den Leser durch seine bildhaften Beschreibungen mitreißt. Nein, es gibt nicht einfach einen Nachthimmel, es gibt einen „laternenhellen Nachthimmel“. Die Vögel verstummten nicht, nein „... die Vögel waren schlagartig verstummt so als hätten ein ornithologisch versierter Dirigent die Symphonie beendet ..(S. 45). Meyerhoff beschreibt einfach alles mit einem Wortschatz, der unerreicht ist. Beispielsweise als er beschreibt, wie er die Arbeiten von Hanna liest, aber direkt scheitert: „Zeichensalat mit Affirmationsdressing“. (S.114)Ich könnte unendlich weiter zitieren, denn es gibt so wunderbar viele Textstellen, die einem quasi ins Auge springen. Genialst sind auch die kaum merkbaren Übergänge in Erinnerungen, die während einer Geschichte plötzlich hereinkriechen und eine neue Geschichte eröffnen. Auch, wenn ein wenig viel Eier, Schwanz und auch Erektion thematisiert wird, das geht vorbei und ist wiederum stellenweise hochamüsant. Manchmal fragt man sich: ist das wirklich so gewesen? Und das ist die Kunst, dieses Fließende zwischen Erlebtem und Hinzugedichtetem. Joachim Meyerhoff macht daraus Figuren und Geschichten, die einmalig sind. Meine Meinung: Ich habe mich extrem unterhalten und amüsiert gefühlt, obwohl das Buch sicherlich zu einem Teil ein Männerbuch ist. Doch genau das macht dieses Buch so spannend. Wie der Mann Joachim die Welt der Frauen erlebt. Fazit:Ich gebe voller Begeisterung 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung, auch wenn man ggf. die ersten drei Bücher nicht gelesen hat.

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