Neuer Beitrag

Milagro

vor 11 Monaten

(212)

Ich habe mich mal wieder auf unbekanntes Gebiet gewagt, historische Geschichten sind gar nicht meins, dachte ich. Während die Geschichte schnell von der Gegenwart in die weit zurück liegende Vergangenheit in China wechselte, blieb ich interessiert und auch fasziniert dabei.
Ein Mann mittleren Alters gerät in eine Lebenskrise erfahren wir, er trifft später auf eine junge Frau, die völlig verzweifelt ist und wie er dem Leben ein Ende setzen will. Er bemerkt, was in ihr vorgeht, spricht sie an und erzählt ihr eine Geschichte. Diese erzählte Geschichte führt uns eben nach China, wo der Mann sich nach seinem selbst gewählten Tod plötzlich wiederfindet. Das klingt erst mal komisch und in Richtung Zeitreise, ist es aber nicht, denn der Autor lässt den Grund für das Erscheinen im alten China zurücktreten, indem er uns mit faszinierenden Details vom Leben der Mönche in einem Shaolin-Kloster berichtet. Die Kampfkünste werden beschrieben und auch die Art der Meditation, alles sehr spannend, so dass man gern dabei bleibt. Es tauchen nicht zu viele Personen auf, dadurch behält man bei den wesentlichen Mönchen den Überblick, die Namen sind dann doch ungewohnt. Auch die Beziehungen zwischen den Personen wird detailliert dargestellt, Streit, Freundschaft und Missgunst gibt es dort wie hier, man denkt als Leser selbst über Sinn und Zweck des Lebens nach und verfolgt den Werdegang des Fremden. Die erzählte Geschichte ist recht umfangreich, jedoch nicht langweilig, denn der Fremde lernt genau wie wir, lediglich zum Ende hin werden einige Kampfpraktiken so genau beschrieben, dass ich diesen Abschnitt nur überflogen habe. Schade, dass das Ende so plötzlich, unvermittelt im Raum stand, da hätte es einfach noch einiger Erklärung bedurft, denn ich hätte schon gern nach über 500 Seiten gewusst, wie der Mensch von heute nun als Mönch im alten China landet und dann aber  seine Geschichte im Hier und Jetzt erzählen kann. Das wäre rund gewesen, so blieb das etwas unbefriedigend. Schade auch, dass die Frauen nur eine höchst untergeordnete Rolle spielen, die eine hört zu, die andere reicht Tee, seufz. Aber ok, das kann ich vertragen.
Insgesamt  eine erfrischend neue Geschichte für mich, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mit so viel Spass auf Tao, Shaolin und China einlassen würde. 
Und ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Autor: Joachim R. Steudel
Buch: Traum oder wahres Leben

Joachim

vor 11 Monaten

Danke für Deine gute Rezi, und wenn Du alle drei Teile liest, bin ich mir sicher, dass Du zumindest was die Frauen angeht, :-) entschädigt wirst. In Band zwei spielt eine Frau eine große Rolle und im Letzten mehrere.

Neuer Beitrag