Winterstarre

von Joachim Rangnick 
3,4 Sterne bei30 Bewertungen
Winterstarre
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (16):
Synapse11s avatar

Wer geht aus Profitgier über Leichen und schreckt selbst vor Massenvernichtung nicht zurück? Genial ist dieser Bezug zur Realität! Spannend...

Kritisch (6):
campino246s avatar

Ich habe es nach 100 Seiten abgebrochen, weil einfach keine Spannung entstand und die Personen zu eindimensional blieben.

Alle 30 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Winterstarre"

Ein abgelegenes Hochtal in den Allgäuer Alpen – und ein grauenvoller Fund: In einer Hütte liegen mehrere Leichen. Wer sind die Toten? Der Rechtsmediziner stellt fest, dass die Leute mit einem bislang unbekannten Virus infiziert wurden. Kommissar Brunner gründet eine SOKO, der sich auch Walcher anschließt. Die Jagd nach einem Gegner, der an Gier und Grausamkeit kaum zu überbieten ist, beginnt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548610757
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:09.12.2011

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne5
  • 4 Sterne11
  • 3 Sterne8
  • 2 Sterne3
  • 1 Stern3
  • Sortieren:
    campino246s avatar
    campino246vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich habe es nach 100 Seiten abgebrochen, weil einfach keine Spannung entstand und die Personen zu eindimensional blieben.
    Nach 100 Seiten abgebrochen...

    In einer Berghütte werden Leichen gefunden, doch wie kamen diese dahin?
    So spannend der Beginn des Buches ist, so überrascht war ich, dass es so langweilig weiter geht. Wie die Geschwister zu den Leiharbeitern kommen, was dann weiter passiert. Alles wird haargenau geschildert, aber spannend wird das nicht. Man weiß einfach schon, was weiter passieren wird. Nachdem ich mich 100 Seiten gequält hatte, habe ich entschieden, dass ich das Buch abbreche.
    Bis dahin war auch kaum Robert Walcher in Erscheinung getreten. Und wie er zu dem Fall kommt, war dann auch an den Haaren herbei gezogen.

    Fazit: Leider fehlt es an Spannung, sodass ich das Buch nicht weiterempfehlen möchte.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    A
    amena25vor 3 Jahren
    Zu viele Zufälle

    Als Vater und Sohn Egger im Frühjahr ihre abgelegene Hütte in den Oberstdorfer Bergen aufsuchen, machen sie einen grausigen Fund. In der Hütte befinden sich mehrere in Säcken verschnürte Leichen – und das schon seit längerer Zeit, was ihr Zustand verrät.

    In einem Rückblick ins vorige Jahr erfährt man, wie die Brüder Karl und Jakob Hiemer nach dem Tod des Vaters den Hof im Mägertal übernehmen, der aber nur durch Landwirtschaft nicht viel abwirft. So beschließen sie, auf ihrem Hof Unterkünfte für junge Marokkaner einzurichten, die über eine Zeitarbeitsfirma als billige Arbeitskräfte nach Deutschland vermittelt werden. Der geniale Coup der Hiemer-Brüder entpuppt sich jedoch bald als Katastrophe, als ein Arbeiter nach dem anderen schwer erkrankt und bald darauf stirbt - bis auf einen, Tarik, der flieht und sich in den verschneiten Bergen in einer Hütte verstecken kann. Weitere Bewohner des Mägertals infizieren sich und sterben. Merkwürdigerweise wird die Epidemie von allen verantwortlichen Stellen totgeschwiegen und nicht einmal in der Presse erwähnt. Der freischaffende Journalist Robert Walcher bekommt Wind von der Sache und beginnt zu ermitteln.

    So interessant der Fall ist, so störend sind die vielen „Zufälle“, die Walchers Recherchen begleiten. So schleust sich ein Hacker in Walchers PC ein, um ihm geheimnisvolle Botschaften zu schicken. Auch Walchers bequeme, fast schon hausbackene Art nervt auf Dauer. Bei jeder Gelegenheit genehmigt er sich ein Glas Sherry oder plaudert über regionale Spezialitäten. Auch die Zeichnung der Figuren gerät stellenweise sehr holzschnittartig. So sind die Brüder Hiemer brutal, gewissenlos und natürlich dem Schnaps verfallen; die Dorfkrankenschwester Sophie badet im Kerzenschein im Kräuterbad oder trinkt selbst gemachten Kräutertee. Die Zahl der beteiligten Personen steigt im Laufe der Handlung ins Unübersehbare. Von den meisten erfährt man unnötig viele Details, da sie schon nach kurzer Zeit im Roman überhaupt keine Rolle mehr spielen, so wie z.B. Vater und Sohn Egger.

    Kann man lesen – muss man aber nicht.

     

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    T
    Trucksvor 3 Jahren
    Besser als der "Bauernfänger"

    In einer Hütte im Wald werden einige Tote gefunden.

    Ein Bauern-Brüderpaar wittert das große Geschäft mit Leiharbeitern - und hat nachher Probleme mit einer Seuche auf ihrem Hof...

    Ich hatte mir "Bauernfänger", den ersten Krimi mit dem Journalisten Robert Walcher als "Ermittler"/Hauptperson, ausgeliehen und war total enttäuscht, da das Buch für mich leider nicht die gewünschte Spannung aufbauen konnte.

    Als ich dann "Winterstarre" gewann, war ich natürlich gespannt und wollte dem Autor gern noch eine Chance geben, weil ich es schon oft erlebt habe, dass sich Autoren mit den Folgebüchern sehr steigerten, hatte aber ehrlich gesagt an sich keine hohen Erwartungen...

    Aber Joachim Rangnick hat mich überrascht, denn "Winterstarre" wartete mit einer durchaus interessant aufbereiteten, spannenden Geschichte auf und las sich auch viel flüssiger als der "Bauernfänger".

    Man erfuhr mehr über den Menschen Robert Walcher und bekam Informationen, die ich mir schon im ersten Krimi gewünscht hatte.

    Einige Längen gab es auch hier, aber ich hatte den Eindruck, dass der Autor es nun besser versteht, Handlungsstränge zu verknüpfen und den Leser "bei Laune zu halten".

    Dennoch fand ich "spitze", sprich vier Sterne, dann doch noch nicht angemessen, also vergebe ich ein nett gemeintes "gut" mit drei Sternen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Ein gut durchdachter Roman über Geld und Gier

    Zum Buch


    Der Allgäu-Krimi "Winterstarre" wurde von Joachim Rangnick geschrieben und erschien 2011 im List-Verlag. Er handelt von Robert Walchers neuestem Fall, der sich um die gierigen Machenschaften eines Pharamkonzerns dreht.

    Das Cover passt sehr gut zu dem Inhalt des Buches, denn es stellt eine verlassene Hütte irgendwo in den Bergen dar. Leider passt aber der Klappentext nicht sehr gut zum Inhalt des Buches, denn aufgrund des Textes erwartet man etwas ganz anderes von dem Buch.

    Persönliche Stellungnahme

    Das Buch ist sehr verständlich und flüssig geschrieben, man hatte keine Schwierigkeiten, das Geschehen zu verstehen. Leider war genau das mein Problem, denn mir war das Buch zu flüssig geschrieben. Es ist in reiner Erzählform geschrieben fast ohne Dialoge und in kurze und knappe Kapitel mit eindeutigen Überschriften eingeteilt. Gleich zu Anfang hatte ich das Gefühl, das Buch bereits durchschaut zu haben, denn man erfährt, wer die Leichen entsorgt hat, wer die Toten sind und dergleichen. Von einem Rätsel-Krimi kann also nicht die Rede sein.

    Die Geschichte an sich war sehr gut durchdacht, jedoch hätte man mehr aus ihr machen können, weshalb es auch dafür einen Punkt Abzug gibt.

    Trotzdem waren die Charaktere sehr liebevoll durchdacht, bei Robert Walcher angefangen über Komissar Brunner bis hin zu Dorfschwester Sophie und man konnte sich leicht in sie hineinversetzen.

    Fazit

    Nicht ganz gelungen, doch sehr durchdacht!

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    anywayss avatar
    anywaysvor 6 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    Um das Überleben ihres Hofes im Mägertal zu sichern, kommen die Brüder Hiemer durch einen Bekannten, auf die Idee marokkanischen Gastarbeiter aufzunehmen und sie den umliegenden Höfen als billige Arbeitskräfte anzubieten. Alles ganz legal, anscheinend. Die große Organisation IFAM kümmert sich um alles. Gesagt, getan. Kurze Zeit später reisen die Ersten an, unter ihnen Tarik. Ein Marokkaner der kurz vor der Vermählung steht und noch einiges für die Aussteuer verdienen muss, damit er die ihm angedachte Samira auch wirklich ehelichen kann. Und wo lässt es sich leichter Geld verdienen als in Europa. Da er als einer der Einzigen seine Deutschkurse regelmäßig besucht hat, fungiert er bald als Dolmetscher zwischen seinen Landsleuten und den Hiemer-Brüder. Doch nachdem die anfänglichen Hürden wie Sprache, Essen und Unterkunft einigermaßen behoben wurden, wird ein Gastarbeiter krank und verstirbt kurze Zeit später. Die Krankheit ist äußerst ansteckend und weist eine hohe Letalität auf, die nicht nur bei den Gastarbeitern grassiert sondern auch unter den Bewohnern des abgeschiedenen Mägertales für deutliche Verluste sorgt.

    Kommissar Brunner bittet Walcher sich den Hiemer-Hof mal genauer anzusehen, nicht wegen der Gastarbeiter, sondern weil ein Nachbar die Brüder verdächtigt, ihren Vater vielleicht ermordet zu haben. Brunner selbst kann nicht, da es nicht sein Einsatzgebiet ist. Na da Walcher dem Kommissar freundschaftlich verbunden ist, schnallt er sich die Ski unter und macht sich auf den beschwerlichen Weg, denn selbst das Allgäu erlebt einen sehr frühen, strengen und schneereichen Winter. Weit kommt er nicht und eh er sich versieht liegt er mit Waden- und Schienbeinbruch im Krankenhaus.

    Währenddessen spitzt sich die Lage auf dem Hof zu und auch im Dorf kommt es zu unzähligen Erkrankten. Erst im Frühjahr wird das Ausmaß der Tragödie sichtbar, als in einer alten Berghütte unzählige Leichen gefunden werden. Doch was verbirgt sich dahinter? Brunner und Walcher nehmen die Ermittlungen gemeinsam in der neu gegründeten SOKO „Winterstarre“ auf.





    Mein „dritter“ Fall mit Walcher und er wird mir zunehmend sympathischer. Sein Hang zu bizarren Storys, seiner Liebe zu Hof und Getier, Bewohner eingeschlossen, und sein Hang zum guten Tropfen haben einen hohen Wiedererkennungswert. Auch der, ich will meinen, leicht schnoddrige Erzählstil des Autors gefällt mir zunehmend.

    Ragnick greift auch in seinem neuesten Walcher-Krimi ein brisantes Thema auf, die Panikmache der Pharma- und Gesundheitsindustrie und deren maßlose Gier nach immer höheren Profiten ausgelöst durch die Angst vor gefährlichen Krankheiten. Man denke da wirklich nur an die letzte Welle ausgelöst durch die Schweinegrippe.Leider muss ich Ragnick, trotz seiner guten Recherche über die sensiblen Bereiche auch ein paar Pünktchen abziehen, da er mir leider nur zu oberflächlich die Details schildert. Warum erkranken nur Männer an Ragnicks Virus. Das ist unlogisch und wird von Autor leider nicht näher erklärt. Auch das ein Infizierter gar keine Symptome zeigt entspricht nicht der Realität. Hervorragend dargestellt finde ich allerdings die Vetternwirtschaft in Politik, Wirtschaft, der Executive wurde infiltriert. Auch seine fulminante Steigerung der Geschichte zum Ende hin ist spannend und sehr unterhaltsam. Also bis auf ein paar kleine Schwächen ein sehr empfehlenswerter Krimi.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor 6 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    Lange erwartet und schon gleich verschlungen. Diesmal endet für eine kleine Familie der Aufstieg in ihre Wochenendhütte in einem großen Ehestreit und nur Vater und Sohn machen die Tour. Doch im Haus finden sie nicht wie erwartet die große Stille, sondern abertausende von schwarzen Fliegen und mehrere Säcke mit Leichenteilen. Gleichzeitig finden seltsame Visionen in Walchers Haus statt, dort sieht man Dünen und Muselmänner. Doch es kommt nicht wie vermutet in allen Zeitungen und News, was Kommissar Brunner stutzig macht. Der kann es nicht lassen und bittet Walcher um seine Spürnase. Daraufhin gerät eigentlich alles aus den Fugen und die schöne Alpwelt sowie Walcher sind des Todes geweiht....

    Sehr sehr spannend und mal wieder extra gut erzählt!

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    Honigmonds avatar
    Honigmondvor 7 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    Der Rechtsmediziner stellt fest, dass die Leute mit einem bislang unbekannten Virus infiziert wurden. Kommissar Brunner gründet eine SOKO, der sich auch Walcher anschließt. Die Jagd nach einem Gegner, der an Gier und Grausamkeit kaum zu überbieten ist, beginnt.

    Mein Urteil:

    Die Leseprobe war schon interessant und hat neugierig auf mehr gemacht, zumal auch das Buchcover sehr schön gestaltet und passend zum Buchinhalt gewählt wurde.

    Als das Buch dann zu lesen begann, war ich Anfangs sehr enttäuscht und verwirrt. Das sollte ein Krimi sein, gut der Prolog ließ darauf schließen, aber die ersten 50 Seiten waren für mich Quälerei. Mag sein, dass es daran lag, dass ich die vorherigen Bücher des Autors nicht kenne und somit meine Schwierigkeiten mit seinem Schreibstil hatte. Doch dann wurde es langsam interessant, als sich die Leichen begannen zu Häufen. Zeitweise wurde das Buch dann so fesselnd, dass ich trotz großer Müdigkeit weiterlesen mußte.

    Das Buch ist zwar letztlich nicht ganz so wie erwartet gewesen, aber mal etwas anderes als die sonst typischen Krimis und es sieht gut aus, dass ich ein weiteres Buch des Autoren lesen werde.

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    monja1995s avatar
    monja1995vor 7 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    Klappentext:

    Ein abgelegenes Hochtal in den Allgäuer Alpen – und ein grauenvoller Fund: In einer Hütte liegen mehrere Leichen. Wer sind die Toten?
    Der Rechtsmediziner stellt fest, dass die Leute mit einem bislang unbekannten Virus infiziert wurden. Kommissar Brunner gründet eine SOKO, der sich auch Walcher anschließt. Die Jagd nach einem Gegner, der an Gier und Grausamkeit kaum zu überbieten ist, beginnt.

    Mein Umriss:

    Ein neuer Fall für den Journalisten Walcher, den er gemeinsam mit seinem Spezl Brunner zu lösen hat.
    In einer hochgelegenen Hütte finden der Inhaber und dessen Sohn mehrere in Säcken verschnürte Leichen.
    Wie kamen sie dorthin, wer versteckte sie dort und woran starben sie?
    Dieses Rätsel versuchen Walcher und Brunner in Zusammenarbeit zu lösen.
    Wie es aussieht verstarben die gefundenen Toten an einem unbekannten Virus. Dessen Herkunft gilt es herauszufinden, denn nur wenn die beiden das erfolgreich klären, können sie den Fall lösen.
    Aber es bleibt nicht bei den Leichen in der Hütte, auch im kleinen Tal verbreitet sich der Virus, sodass am Ende 17 Tote zu beklagen sind. Durch Zufall kommt Walcher dahinter, dass weltweit an verschiedenen Orten derartige Epidemien aufgetreten sind und ihnen nur Männer zum Opfer fielen. Die Zeit scheint Walcher und Brunner davonzulaufen.
    Mehr zu verraten wäre nicht fair, also lasse ich es bei diesem kleinen Einblick.

    Mein Eindruck:

    Schon zu Anfang wird mit dem Leichenfund vorgegriffen, sodass man als Leser den Eindruck gewinnt, dass es im weiteren Verlauf nur noch um die Klärung dieses Falles geht. Aber weit gefehlt, Joachim Rangnick setzt zwar den Leichenfund gleich an den Anfang, aber damit und im Verlauf dessen Klärung kommt die Spannung nicht zu kurz. Rangnick schreibt in einem flüssigem, leicht verständlichen Stil, bleibt durchwegs am Ball und neigt nicht dazu inrgendwas unnötig zu verschnörkeln.
    Diese klare Schreibweise hält den Leser am Geschehen und durch die immer wieder eingebrachten Spannungsspitzen kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

    Mein Fazit:

    Ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman, der hart an der Realität geschrieben ist und den ich guten Gewissens empfehlen kann.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    H
    hanniballvor 7 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    *Menschenhandel und biologische Geschäftsführung*

    Walchers neuer Fall, natürlich wieder mitten im Allgäu, führt ihn diesmal in die Welt des organisieten Menschenhandels und in die Welt skrupelloser Pharmazieunternehmen.

    Die Hiemer-Brüder, beide geistig nicht unbedingt voll entwickelt, erben den Hof ihres Vaters, ihre Tante und ein Sparbuch mittlerer Größe, gerade genug, um mal so richtig über die Stränge zu schlagen, das Geld in der großen, weiten Welt zu verjubeln und Blut zu lecken: Es muss doch mehr Möglichkeiten geben im Leben, als sich auf dem Hof den Buckel krumm zu arbeiten.

    Mit Hilfe einer neuen Bekanntschaft steigen sie in das Geschäft mit illegalen Zeitarbeitern aus Marokko ein, richten über dem Kuhstall zwei Zimmer notdürftig her und stellen jeweils 5 Betten hinein. Fertig ist das Arbeiterwohnheim und die Muselmanner, wie die Tante der Hiemer-Brüder sie nennt, können kommen.

    Anfangs geht auch alles gut, zwar murren die "Gäste" etwas über die Unterkunfts- und Verpflegungsqualität, aber alle finden Arbeit und so ist fast alles in schönster Ordnung. Aber dann erkrankt erst einer der Marokkaner an einem mysteriösem Fieber und so nach und nach sterben im Mägertal nicht nur die Marokkaner.

    Walcher steigt, zusammen mit Kommissar Brunner, in die Ermittlungen ein und findet bald Verbindungen zu einer der weltgrößten Pharma-Unternehmen. Bloß, was haben die mit illegalen Arbeitsmigranten zu tun, und woher kommt das Fieber?

    Die Geschichte ist spannend, die Charaktere sind glaubwürdig, auch wenn mir manches etwas überzeichnet scheint. Und man muss diesen bewusst langsamen Rangnick-Stil mögen, um mit dem Buch warm zu werden. Aber dann lässt es einen auch nicht mehr los.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Elenas-ZeilenZaubers avatar
    Elenas-ZeilenZaubervor 7 Jahren
    Rezension zu "Winterstarre" von Joachim Rangnick

    ** Inhalt **
    Im Prolog steigen Vater und Sohn zur eigenen Hütte auf und finden dort mehrere verweste Leichen.
    Teil eins „ Bergwinter“ verrät dem Leser, dass die Brüder Hiemer, Bergbauern im Mägertal, illegale marokkanische Leiharbeiter organisiert haben, um das große Geld zu machen. Doch es läuft nicht wie geplant. Die Leiharbeiter sind nicht so blöd und primitiv wie erwartet und haben auch Ansprüche. Der krasse Klimaumschwung von Hitze und Wüste zu tiefem Winter in den Allgäuer Alpen macht ihnen zu schaffen und nicht zu letzt ist die Arbeit hart und menschenunwürdig. Als die Marokkaner hohes Fieber bekommen, welches mit massivem Durchfall einhergeht, nimmt die Tragödie ihren Lauf.
    Im zweiten Teil „Frühling“ gründet Kommissar Brunner eine SOKO wegen der Leichen in der Berghütte, denn diese sind mit einem bislang unbekannten Virus infiziert. Er zieht auch den Journalist Robert Walcher hinzu. Stimmt ja, der ist ja wohl die Hauptperson, denn der Untertitel des Buches lautet „ Ein neuer Fall für Robert Walcher“.
    Wer jetzt hinter diesem Virus steckt und wer alles in diesen Fall verwickelt ist, soll nun herausgefunden werden.
    So, mehr will ich nicht verraten, obwohl das Buch mehr als vorhersehbar ist.

    ** Mein Meinung **

    Als ich die ersten 24 Seiten in der Leseprobe las, fand ich das Buch absolut lesenswert und spannend. Ich hoffte, ein Gratisexemplar zu erhalten, um das Ende zu erfahren. Damit ist ja schon mal klar, dass Buch beginnt mit einem Knaller, dem Leichenfund, und startet somit auf sehr hohem Spannungsniveau. Es war zu erwarten, dass dieses Niveau nicht kontinuierlich zu halten ist, aber ich hatte schon angenommen, dass es sich mindestens in Wellen weiter bewegt und ich das Buch deshalb nicht aus der Hand legen kann. Aber leider kam diese Welle nicht in Wallung. So hoch der Spannungseinstieg auch war, so tief ist er gefallen. Im Laufe des Buches kamen ein / zwei Situationen, die ich noch als recht interessant empfand, aber im Vergleich zum Einstieg, war das nicht mal die Hälfte der Spannung.
    Das ausführliche und sehr bildliche Erklären empfand ich zu Beginn als sehr angenehm. Führte es doch den Leser sehr anschaulich in die Gegend und die Handlung ein. Auch die Charaktere wurden in vielen Facetten vorgestellt. Nicht nur ihr jetziges Erscheinungsbild, nein, auch ihr Denken und Teile ihrer Vergangenheit sollten das Bild der einzelnen Personen abrunden. Doch dies ist Rangnick bei mir nicht gelungen. Einerseits wurden die Erklärungen schnell langatmig und für mich langweilig und andererseits konnte er mir die Charaktere nicht wirklich nahe bringen. Ich betrachtete sie nur aus der Beobachter-Perspektive und warm geworden bin ich mit keiner Person, geschweige denn, dass ich mich mit einer hätte anfreunden oder sogar identifizieren können. Mit keiner Person konnte ich mitleiden, es nahm mich einfach keine gefangen. Es liegt eventuell auch daran, dass die Figuren doch recht klischeehaft rübergebracht wurden. Im Mägertal wohnen die Bauern, die doof sind und Konsequenzen nicht bedenken und Kommissar Brunner und Journalist Walcher sind die, die die Logik und Schlauheit mit Löffeln gefressen haben.
    Allerdings muss ich Rangnick zugute halten, dass sein Schreibstil gut und flüssig zu lesen ist. Es gibt zwar nicht nur kurze Sätze, aber auch die über 5 Zeilen gehenden Sätze lassen sich leicht lesen, weil sie gut strukturiert sind. Auch inhaltlich ist das Buch recht schlüssig, wenngleich es mir doch schleierhaft ist, warum eine Informantin Walchers vorhersehbar kurz nach der Informationsübergabe bei einem Unfall ums Leben kommt und er selber trotz seiner penetranten und direkten Art noch nicht mal ansatzweise verletzt wird.
    Auch wenn das Buch heiße Themen wie illegale Leiharbeiter, kriminelle Machenschaften der Pharmaindustrie und undurchsichtige Firmenkonglomerate aufgreift, konnte es mich nicht überzeugen und in seinen Bann ziehen. Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich die Rezi schreiben wollte, nicht, weil ich das Ende erfahren wollte.

    ** Fazit **

    So klasse das Buch begann, so klasse hat es mich enttäuscht. Die anfängliche Spannung wird nie wieder erreicht und die langatmigen Beschreibungen, die nach einiger Zeit echt langweilig sind, tragen auch zum Spannungsabfall bei. Bis auf ein / zwei Situationen, in denen ich weiter las, um den Fortgang der Geschichte zu erfahren, gab es gar keine Spannung mehr. Es war eine Aufzählung der Dinge. Okay, der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, aber ich hatte häufig das Gefühl, ich lese einen Zeitungsartikel, so „dröge“ kam alles rüber. Die Handlung ist vorhersehbar und die Charaktere konnten mich trotz ausführlicher Beschreibung nicht in ihren Bann ziehen.
    Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich das Buch geschenkt bekam, denn ich hätte mich sonst über die 8,99 Euro echt geärgert.
    Ich kann das Buch nicht empfehlen und meine Bewertung ist mit viel Wohlwollen ein Stern.

    Kommentieren0
    32
    Teilen

    Ähnliche Bücher für noch mehr Lesestunden

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Klirrende Kälte im Allgäu. Menschen sterben in einem einsamen Tal

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks