Gottfried von Einem

von Joachim Reiber 
4,0 Sterne bei6 Bewertungen
Gottfried von Einem
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Ein hochinteressanter Komponist in einer Zeit voller Düsternis, Umbrüche und Widersprüche. Toll geschrieben!

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Interessante Einblicke in das Leben des Komponisten

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Inhaltsangabe zu "Gottfried von Einem"

Die Sehnsucht war groß, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Uhren neu zu stellen: Stunde null. In der Musik verkörperte keiner den Neubeginn Österreichs so sehr wie der junge Gottfried von Einem. Seine Oper „Dantons Tod“, 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, machte den damals 29-Jährigen über Nacht weltberühmt. Das Werk traf den Nerv der Zeit, Einem war der Mann der Stunde.
Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems stellt Joachim Reiber die Frage, warum gerade dieser Komponist die kollektive Hoffnung auf einen Neuanfang bündeln konnte. Er verfolgt Einems Weg von den Lehrjahren in Nazideutschland bis zu den großen Erfolgen in der Nachkriegszeit. Das Vergangene war nicht erledigt. Reiber spürt dem Verdrängten in Einems weiterem Werk nach – auch in den Opern „Der Prozess“ und „Der Besuch der alten Dame“ – und beleuchtet mithilfe bisher unbekannter Dokumente die Tiefenschichten von Einems Persönlichkeit. So entsteht ein schillerndes Künstlerporträt der Nachkriegszeit, das neue Facetten in Einems faszinierender Biografie zeigt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783218010870
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Kremayr & Scheriau
Erscheinungsdatum:01.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    abetterways avatar
    abetterwayvor 9 Monaten
    Gottfried von Einem

    Inhalt:
    "Die Sehnsucht war groß, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Uhren neu zu stellen: Stunde null. In der Musik verkörperte keiner den Neubeginn Österreichs so sehr wie der junge Gottfried von Einem. Seine Oper „Dantons Tod“, 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, machte den damals 29-Jährigen über Nacht weltberühmt. Das Werk traf den Nerv der Zeit, Einem war der Mann der Stunde.
    Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems stellt Joachim Reiber die Frage, warum gerade dieser Komponist die kollektive Hoffnung auf einen Neuanfang bündeln konnte. Er verfolgt Einems Weg von den Lehrjahren in Nazideutschland bis zu den großen Erfolgen in der Nachkriegszeit. Das Vergangene war nicht erledigt."

    Meinung:
    Ein Künstlerleben hat nicht nur Sonnenseiten sondern auch Schattenseiten. Hier wird ein guter Eindruck vermittelt, dass Künstler auch nur Menschen sind und teilweise sicher auch feinfühliger.
    Sympatisch ist mir der Künstler nicht besonders aber es ist sehr interessant in ein anderes Leben einmal Einblick zu bekommen.
    Auch die Bilder welche in diesem hochwertig ausgeführten Buch abgebildet sind sind sehr interessant und man kann sich eine Meinung zum Leben des Künstler bilden.
    Jedenfalls interessant für alle jene die interessante Biografien lesen wollen.

    Fazit:
    Eine sehr interessante Biografie von einer sehr interessanten Persönlichkeit.

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    Diana182s avatar
    Diana182vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Einblicke in das Leben des Komponisten
    Biografie mit interessanten Einblicken

    Das Cover zeigt eine Fotografie des Komponisten Gottfried von Einem. Dieses Bild ist passend zur enthaltenen Biografie gewählt und zeigt ihn in mittleren Jahren.


    Da ich bisher noch nicht viel über den bekannten Musiker gehört habe, wurde ich neugierig und wollte mehr über den Mann und die damalige Zeit erfahren.


    Der Einstig in das Buch gelingt jedoch nicht so ganz einfach. Erst einmal muss man sich über ein paar Seiten einlesen und sich in der Geschichte zu Recht finden. Auch die Schrift ist recht klein gewählt, was sich gerade in den Abendstunden eher schwerlich lesen lässt.
    Doch schon nach einigen Kapiteln hat man sich mit diesem Stil angefreundet und  gleitet nun nur so durch die Seiten. Hier erfährt man viel Wissenswertes über die damaligen Begebenheiten und erhält eine andere Sicht auf manche Vorkommnisse.


    Als Genie und Wunderkomponisten in allen Ohren hatte von Einem aber auch eine andere Seite, die hier sehr gut aufgegriffen und thematisiert wird. Schnell wird klar, wie nah Genialität und Wahnsinn manchmal zusammenwirken. Es kommt hier und da eine deutliche Mischung aus Sympathie und Abneigung auf, nach dem man einige Episoden gelesen hat. Manch Handlungen kann man nachvollziehen, andere hingegen wirken manchmal etwas suspekt uns skurril.


    Mittig sind viele Fotografien abgedruckt, die von Einem selbst darstellen oder ihn mit bekannten Persönlichkeiten zeigen, die ihn Zeit seines Lebens begleitet haben.


    Mein Fazit:
    Eine lesenswerte Biografie, welche nicht nur die Sonnenseiten aus dem Leben des Künstlers aufgreift. Anhand von Quellennachweisen werden hier auch viele andere Situationen aufgezeigt, die das Leben des Komponisten nicht ganz hell erstrahlen lassen.

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    P
    Pixibuchvor 10 Monaten
    Gottfried von Einem

    Eine Biografie über einen Komponisten der Nachkriegszeit. Am Anfang geht das Buch sehr schwer zu lesen und man bekommt nur sehr schwer Zugang. Doch mit der Zeit gibt sich dies dann und das Lesen macht dann auch Spaß. Von einem ist ein sehr zerrissener Mensch, was sich auch teilweise in seinen Werken wiederspiegelt. Er ist 1918 geboren, wäre also heuer 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Jubiläum wurde dann auch das Buch herausgegeben. Der Komponist war zuerst ein glühender Hitlerverehrer, was sich dann aber im Laufe der Zeit verflüchtigte und er sich sogar wegen seiner Hetzkampagnen gegen das dritte Reich kurzzeitig in Haft befand. Lange wußte er nicht, dass sein Vater nur sein Ziehvater war. Sein Erzeuger war ein anderer, mit dem seine Mutter eine kurzzeitige Liason hatte. Von einem verehrte seine Mutter, liebte sie heiß und innig. Seine Mutter tätigte so machen Geschäfte, die mehr als undurchsichtig ware, Sie soll angeblich eine Doppelagentin gewesen sein. Sie saß auch einige Zeit im Gefängnis. Jedenfalls verfügte sie immer über massig Geld. Von Einems Verhältnis zu Frauen war stets ein gespaltenes. Seine erste Frau verstarb im Alter von 43 Jahren. Daraufhin verliebte er sich in ein 17 Jahre altes Mädchen. Später heiratete er Lotte Ingrisch. Seine Bühnenwerke waren alle große Erfolge, ob Dantes Tod, der Prozeß oder auch Kabale und Liebe. Seine Oper, Jesu Hochzeit wurde von den Kritikerin zerrissen und als Gotteslästerung dargestellt. Alles in allem war von Einem eine schillernde Persönlichkeit, die sich von Niemanden dreinreden ließ. In der Mitte des Buches sind wunderbare, sehr seltene Fotografien zu sehen, die meisten aus Privatbesitz. Von Einem starb am 12. 07. 1996, er hinterläßt einen Sohn, der heute in der Politik tätig ist. Am Ende des Buches ist eine mehrseitige Anmerkung, wobei sich der Leser über die  Werke und geschichtliche Daten informieren kann.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine interessante Biographie eines zeitlebens Zerrissenen.
    Gottfried von Einem - ein kompliziertes Genie

    Musikjournalist und Autor Joachim Reiber stellt uns die Biographie eines Musikers vor, den er als „Komponisten der Stunde Null“ bezeichnet. Es handelt sich um Gottfried von Einem, der zu Beginn seiner Karriere noch von Hitler begeistert war und später dann ein entschiedener Gegner des Regimes wurde.

    Gottfried von einem ist aber nicht nur ein begnadeter Dirigent und Komponist, nein er ist auch ein ewig Suchender und ein Zerrissener. Allerdings ist das nicht ganz verwunderlich, denn er ist ein sogenanntes „Kuckuckskind“ und stammt aus einem Seitensprung seiner dominanten Mutter mit einem Grafen Hunyadi. Seine wahre Herkunft erfährt er bei einer Verhaftung durch die Gestapo. Seiner Mutter wird mehrmals der Prozess gemacht - sowohl im Dritten Reich als auch dann in der Nachkriegszeit.
    Gottfried von Einem hat Zeit seines Lebens ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Mutter. Auf der einen Seite hat sie, durch die Freundschaft zu Goebbels Schwester Lore beste Verbindungen andererseits kann er ihr das Verschweigen seiner tatsächlichen Herkunft nicht verzeihen.
    So ist es kein Wunder, dass der Musiker ein schwieriges Verhältnis zu Frauen hat. Auch seinem einzigen Sohn Caspar (er wird später einmal Innenminister Österreichs) kann er wenig Gefühl entgegenbringen, hat er doch wenig Zuneigung in seiner eigenen Kindheit erfahren.

    Meine Meinung:

    Der Einstieg in das Buch ist nicht ganz einfach, da die Biographie nicht chronologisch nach Lebensdaten aufgebaut ist.
    Die Kapitel, deren Überschriften zum Großteil Titel von Einems Werken sind, eigen immer wieder den Komponisten im Kontext der Zeit. Auszüge aus der umfangreichen Korrespondenz zeigen, dass von Einem einigen jüdischen Musikerkollegen in der Nazizeit geholfen hat.

    Mir gefallen folgende Zitate am besten:
    „Alles Leiden und Irren kommt jungen Menschen aus dem Wissen, Ahnen Führerlos zu sein, keinen verehrten Meister zu haben. Denn wo Verehrung ist, ist Streben nach Vollendung.“ (19. Juli 1940/Tagebuch G.V.E. S.94)
    Oder „jedes Genie ist kompliziert und lässt sich schwer erziehen.“ (S. 98/Heinz Tietjen)

    Interessant sind auch unterschiedlichen Reaktionen auf Gottfried von Einems Werke. Expertenmeinung trifft auf Publikum: Unterschiedlichste Wahrnehmungen auf beiden Seiten.
    Den wirklichen Skandal wird dann die Oper „Jesu Hochzeit“ hervorrufen, die er nach dem Libretto seiner zweiten Ehefrau, Lotte Ingrisch, verfasst hat. Diese Oper grenzt im katholischen Österreich beinahe an Blasphemie.

    Fazit:

    Joachim Reiber ist eine interessante Biographie gelungen. Allerdings vermisse ich die Leichtigkeit, die ich in „Duett zu Dritt“ verspürt habe.

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    I
    ingovor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Komponist der Stunde null
    Komponist der Stunde null

    Eine schöne Biographie von Gottfried von Einem . Sehr viele Informationen über das Schaffen und Leben von Gottfried von Einem. Tolle Bilder runden die Biographie ab. Für Freunde der klassischen Musik, das ideale Weihnachtsgeschenk.

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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein hochinteressanter Komponist in einer Zeit voller Düsternis, Umbrüche und Widersprüche. Toll geschrieben!
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

    Worum geht's?

    Die Sehnsucht war groß, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Uhren neu zu stellen: Stunde null. In der Musik verkörperte keiner den Neubeginn Österreichs so sehr wie der junge Gottfried von Einem. Seine Oper „Dantons Tod“, 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, machte den damals 29-Jährigen über Nacht weltberühmt. Das Werk traf den Nerv der Zeit, Einem war der Mann der Stunde.
    Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems stellt Joachim Reiber die Frage, warum gerade dieser Komponist die kollektive Hoffnung auf einen Neuanfang bündeln konnte. Er verfolgt Einems Weg von den Lehrjahren in Nazideutschland bis zu den großen Erfolgen in der Nachkriegszeit. Das Vergangene war nicht erledigt. Reiber spürt dem Verdrängten in Einems weiterem Werk nach – auch in den Opern „Der Prozess“ und „Der Besuch der alten Dame“ – und beleuchtet mithilfe bisher unbekannter Dokumente die Tiefenschichten von Einems Persönlichkeit. So entsteht ein schillerndes Künstlerporträt der Nachkriegszeit, das neue Facetten in Einems faszinierender Biografie zeigt.

    Joachim Reiber
    1958 in Stuttgart geboren, Studium der Germanistik und Geschichte in Tübingen und Wien. Seit 1993 Chefredakteur des Magazins „Musikfreunde“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, das zahlreiche internationale Preise erhielt. Essayist und Vortragender, 2012 Auszeichnung im Rahmen des österreichischen Zeitschriftenpreises. Buchveröffentlichungen über das Libretto des „Freischütz“ (1990) und den Wiener Singverein (2007).

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