Rezension zu "Stalingrad und die Verantwortung des Soldaten" von Joachim Wieder
Ein LovelyBooks-NutzerPassend zum 70.Jahrestag des Endes dieser Schlacht habe ich dieses ältere Buch aus der Feder eines Beteiligten gelesen. Wer sich wissenschaftlich mit diesem Thema befassen möchte, sollte auf modernere Literatur zurückgreifen. Was dieses Buch jedoch lesenwert macht, ist die schonungslose Darstellung des Kesseldramas aus der Sicht eines Augenzeugen. Eigentlich mag man sich die heraufbeschworenen Bilder von der Not und dem Elend der dahinvegetierenden 6. Armee gar nicht vor Augen halten. Erstaunlich, weil üblicherweise in der Veteranenliteratur nicht vorkommend, ist das kritische Hinterfragen des Ostfeldzugs insgesamt, der ja erst zu dieser Katastrophe führte, und das Mitgefühl für die unter ebenso unmenschlichen Bedingungen kämpfenden Sowjetsoldaten.
Abgerundet wird der Augenzeugenbericht durch Charakterportaits dreier maßgeblicher Heerführer, Manstein, Paulus und Seydlitz-Kurzbach. Interessant ist hierbei die Rolle Mansteins, der nach dem Krieg sein eigenes Versagen verschleierte und die Schuld auf Hitler und Paulus schob.

