Joachim Zelter Briefe aus Amerika

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Inhaltsangabe zu „Briefe aus Amerika“ von Joachim Zelter

Die »Briefe aus Amerika«: Joachim Zelters Kultroman, sein legendärer Erstling, noch pointierter, noch komischer, noch schräger – und gerade noch rechtzeitig zur amerikanischen Präsidentschaftswahl im November …
»Amerika. Das Land sei ein Traum, vielleicht ein schlechter Traum, doch immerhin noch ein Traum. Die größten Geister Deutschlands seien dort hingegangen; die besten Universitäten lägen in Amerika, und in die beste Universität Amerikas, da schickte er mich hin …«
So also, mit diesen Worten wird der Erzähler – frisch promoviert – von einer deutschen Provinzuniversität an die Yale University verschickt. Und da gerät der »Held« nicht nur in den undurchschaubaren Kosmos einer amerikanischen
Eliteuniversität, sondern in ein Amerika der überbordenden Extreme und grotesken Abenteuer. Von Kapitel zu Kapitel steigern sich die Fallhöhen einer absurd-bizarren und zunehmend auseinanderbrechenden Welt, verdichtet sich Joachim Zelters Endzeitroman zu einem Protokoll des Untergangs und des umfassenden Wahnsinns.

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  • Der Traum von Yale?

    Briefe aus Amerika

    storiesonpaper

    21. September 2016 um 10:08

    Joachim Zelters „Briefe aus Amerika“ aus demKlöpfer & Meyer Verlag handelt von einem frisch promovierten Absolventen, der aus der deutschen Provinz an die Yale-Universität geschickt wird, um Deutsch zu unterrichten. Hier angekommen, erlebt er eine obskure Situation nach der nächsten und schildert diese in kürzeren Passagen. Scheinbar vollkommen willenlos wird der Protagonist von seinem Professor für die renommierte Universität vorgeschlagen und tritt das Abenteuer USA an. So richtig überzeugt scheint auch er nicht zu sein und bestätigt so immer wieder die Fragen seiner Mitmenschen „Warum Amerika?“. In diesem Warum-Zustand verweilt anschließend die gesamte Erzählung. Zelter lässt seinen Protagonisten auf viele wunderliche Personen treffen, obwohl dieser während der gesamtem Erzählspanne merkwürdig allein bleibt und komplett für sich steht. Da gibt es die Nachbarin, die ihre Dienste als Prostituierte anbietet, die andere Nachbarin wiederum, die jeden Tag brav Zuhause auf den Ehemann wartet, der schon längst angehauen ist, den gefeierten Deutsch-Professor, der alle in den Schatten stellt – die Hauptfigur bewegt sich in einem wilden Kosmos und schafft es nicht, sich wirklich zu integrieren. Zelters Sprache bleibt hierbei sehr sachlich, sodass man das Gefühl hat, der Protagonist ließe alles auf sich zukommen. Frei nach dem Motto  „Was muss, das muss“ hangelt er sich so von einer Woche in die nächste ohne einen wirklichen Plan zu haben. Als Lehrer an der Yale? Was sich viele andere wünschen, wird für den Protagonisten eigentlich sofort zum Alptraum – die Wohnung ist schäbig, die Studenten wollen nicht richtig (und wie soll er überhaupt Deutsch lehren, wenn seine einzige Antwort auf komplizierte Grammatikfragen die es, dass es nun einmal so sei…) und die Stadt überzeugt auch nicht. Zelter, der selbst ein Austauschjahr an der Yale verbrachte überspitzt die Situationen im Verlauf der Handlung immer mehr, sodass es am Schluss nur noch zur Katastrophe kommen kann. Am Ende steht erneut die Frage des Warums und danach, was Wirklichkeit und was Lüge ist. Wer hier einen ernsthaften Einblick in die Welt der Eliteuniversität erwartet, der ist sicher enttäuscht – auch mein Interesse war zu anfangs eher durch die Erfahrungen des Autors geweckt. So ganz packen konnte mich der Roman leider nicht. Der beworbene „Kultroman“ war für mich kein Highlight, hat mich aber mit den schrägen Ereignissen und den skurrilen Figuren unterhalten und damit definitiv seinen Zweck erfüllt – ich gebe dafür 3,5 von 5 Sternen.

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