Joan Didion Das Jahr magischen Denkens

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Inhaltsangabe zu „Das Jahr magischen Denkens“ von Joan Didion

Die große amerikanische Schriftstellerin Joan Didion schreibt über die Trauer nach dem Tod ihres Ehemannes und über ihren Versuch, das Unfassbare begreiflich zu machen. Ein sehr offenes, sehr persönliches Buch, das zugleich von beeindruckender Allgemeingültigkeit ist. Joan Didion wurde dafür in den USA mit dem National Book Award ausgezeichnet. Entdecken Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel!

Sehr persönlich, sehr ehrlich und sehr lesenswert!

— TinaLiest
TinaLiest

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  • „Ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“

    Die Zeit der Ruhelosen
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    10. April 2017 um 21:38

    Der Klappentext nennt das Buch „ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“ – und das passt. Der Rest vom Klappentext verrät etwas viel, wobei das hier nicht einmal schadet, weil es mehr darauf ankommt, WIE elegant Karine Tuil das tut – und welche eigenen Überlegungen das auslösen kann. Der Roman wechselt die Perspektiven zwischen drei Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Reich geboren oder aus dem Problemviertel, als Kind von afrikanischen Einwanderern oder mit rein französischer Ahnenreihe, mit Hintergrund im Islam, im Katholizismus, im Judentum (oder sogar mit Kombinationen davon), erfolgreich, aufstrebend oder gebrochen. Überhaupt, gebrochen – alle von ihnen werden in diesem Roman in der einen oder anderen Weise zu Verlierern werden; der Text lebt davon, ihnen dabei zuzusehen. Ihr Scheitern ist dabei teils zutiefst menschlich – sie verlieben sich und Partnerschaften zerbrechen, Karrieren gehen kaputt, angebliche Freunde werden zu Verrätern - zur wirklichen Identifikationsfigur taugt mir keiner von ihnen: zu sehr finden sie ihre Identifikation in der Selbst-Zelebrierung als „Alpha-Männchen“; selbst die Frauen um sie herum sind kaum besser in ihrem Streben nach Durchsetzung eigener Machtbedürfnisse. Die Sprache ist eine Freude: gut verständlich, treffsicher, situativ changierend – ob von den Schrecken des Krieges handelnd: „Könnte der Übersetzer, der euch seine Dienste anbietet, nicht ein von den Taliban ferngesteuerter Spion sein, eine Geisel, die unter Zwang handelt? Es ist ein Leichtes, ihn zu erpressen, indem sie damit drohen, seine Familie zu töten, sie wissen, wo sie wohnt, sie kennen den Namen seines Vaters und seiner Schwester, du weißt, was wir deiner Schwester antun können, ja, er weiß es, sie werden ihr eine Kugel in den Kopf jagen oder sie mit Säure bespritzen, ein Strahl ins Gesicht, und sie ist für immer entstellt, als abschreckendes Beispiel.“ S. 20oder ob es um oft ernüchternde Schlussfolgerungen geht: „Er hatte die Liebe verschmäht. Nun musste er sich mit der Zuneigung seiner Familie begnügen, dem Trostpreis.“ S. 278 Mich hat der Text sehr zum Nachdenken angeregt – hinaus über das altbekannte Erwägen, wo Diskriminierung beginnt, inwieweit viele Förderungen verkappte Demütigungen beinhalten, wo die Zensur im Kopf stattfindet, hin dazu, wo die Demütigung geflissentlich ignoriert wird, um nicht als „Spielverderber“ dazustehen. Das ist kein rein französisches Thema, das lässt sich auch in deutschsprachigen Ländern exemplifizieren; ich war teils erschreckt, wie viele dumme (rassistische, sexistische, antisemitische,…) Sprüche aus dem Buch ich bereits im gesellschaftlichen Umgang gehört hatte, oft „natürlich“ ganz „harmlos“ gemeint. Das ist schon „ganz großes Kino“ von Karine Tuil. Andere Hintergründe im Roman wird man nur verstehen, wenn man sich ein wenig mit Frankreich auskennt, so die „Grandes Écoles“ unter den Universitäten, die quasi als Automatismus eine Karriere in Politik und Wirtschaft versprechen, und das spezielle Schulsystem mit den stark konkurrierenden vorbereitenden Gymnasien – aber andererseits werfen internationale Studien Deutschland vor, unterdurchschnittlich wenige Studenten hervorzubringen, die aus Nicht-Akademiker-Familien stammen (stimmt, das ist schon insgesamt etwas anderes, „normale“ Universitäten haben die Franzosen auch noch – und diese „besonderen“ Universitäten haben wir hier nicht, die Bedeutung von Rankings ist geringer, die Privat-Unis finden den Vergleich eher mit dem US-System). Lässt man das außen vor, liest sich das Buch nicht nur als „französische“ Gesellschaftsstudie, sondern durchaus als eine der westlichen Gesellschaftssysteme, bei der vielleicht die Eltern von Osman bei einem britischen Autor aus Indien kämen, bei einem deutschen Autor aus der Türkei, etc. Immer noch fasziniert mich das Ende – sehr geschickt, bei allen zwischendurch oft sehr ernüchternden Aussagen. Es bleibt, über einige von ihnen nachzudenken: „Die meisten Menschen ziehen die Bequemlichkeit dem Risiko vor, … weil sie Angst vor einer Veränderung oder einem Scheitern haben, dabei müssten sie am meisten Angst vor einem vergeudeten Leben haben.“ S. 496 Meine Empfehlung als Folgebuch:James Finn Garner: Politically Correct Bedtime-Stories (Märchen in „politisch-korrekt-Sprech“ – da sind „Zwerge“ stattdessen „vertically handicapped“ – sehr entlarvend und damit durchaus adäquat zu einem Zitat aus Tuil: „In unserer Gesellschaft ist etwas sehr Ungesundes im Gange, alles wird durch den Blickwinkel der Identität betrachtet.“ S. 285  Nachtrag 29.5.2017: Gila Lustiger: Die Schuld der anderen - die seit 1987 in Paris lebende und in Frankfurt/Main geborene Autorin schreibt "kompatibler" für deutschsprachige Leser, da sie einiges erklärt (damit aber das Dilemma verursacht, dadurch etwas belehrender zu wirken). Vordergründig als Krimi angelegt, spiegelt auch dieses Buch die Zerrissenheit der französischen Gesellschaft wieder. Ich würde es beschreiben als "gleiche Hintergründe, aber ein ganz anderes Buch". https://www.lovelybooks.de/autor/Gila-Lustiger/Die-Schuld-der-anderen-1130715931-w/rezension/1459433064/ alternativ werde ich selbst in den Büchern stöbern, die Paul Vély zum Trauern empfiehlt:Rainer Maria Rilke „Du musst das Leben nicht verstehen“Joan Didion „Das Jahr magischen Denkens“Roland Barthes „Tagebuch der Trauer“Jorge Semprún „Schreiben oder Leben“ mit dem schönen Zitat „Das Leben war noch lebbar. Es genügte zu vergessen, es mit Bestimmtheit, brutal zu beschließen.“ S. 487

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    • 3
  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Ferrante

    Ferrante

    21. October 2012 um 09:23

    Joan Didion verliert urplötzlich ihren geliebten Mann John - und schreibt einen Bericht über das Jahr, das darauf folgt. Unprätentios und mit ungetrübtem Blick legt sie Rechenschaft ab über die Trauer, ihre Gedanken und Gefühle, ohne in ihnen zu versinken. Ein trotz der schwierigen Thematik nicht belastendes Buch, das sich fast spannend liest und bereichernd ist aufgrund der tiefen Einsichten und Alltagsbeobachtungen, die die Autorin festhält.

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    sternenhimmel6

    sternenhimmel6

    04. April 2012 um 13:25

    Eines der grossartigsten Bücher - vom grossen und kleinen Glück, von Mut und Vertrauen, Hoffnung und Verzweiflung, von allem, was das Leben mit sich bringt. Ergreifend und zutiefst berührend, zeigt dieses Buch, was grosse Literatur zu leisten vermag.

  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Clari

    Clari

    01. March 2012 um 14:49

    In diesem so fein geschriebenen Buch verarbeitet Joan Didion den plötzlichen Tod ihres Mannes. Joan war vierzig Jahre mit dem Schriftsteller John G. Dunne verheiratet, als er am 30. Dezember 2003 an einem akuten Herzinfarkt verstarb. Die gemeinsame Tochter Quintana, erst 39 jährig, lag zum Todeszeitpunkt des Vaters nach einem septischen Schock infolge einer Lungenentzündung schon einige Wochen auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses und kämpfte um ihr Leben. In einer scharfen und sezierenden Beobachtungsweise beschreibt Joan ihr Verhalten im ersten Jahr nach Johns Tod. Dabei kommen Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben, an Freunde, Reisen, ihre verschiedenen Domizile und Lebensgewohnheiten. Joan hatte eine intensive und sehr innige Beziehung zu John, da sie beide als erfolgreiche Schriftsteller arbeiteten. Das Jahr magischen Denkens ist ein von ihr genau reflektiertes Verhalten über die Zeit nach und vor dem Tod. Dass sie lange die Realität nicht wahrhaben wollte, auch glaubte, den Tod ungeschehen zu machen, wenn sie seine Hinterlassenschaften nicht anrührte oder gar entfernte. Sie mag nicht auf bekannten Strassen und Pfaden fahren oder gehen und sie vermeidet alles, was die Todesrealität manifest werden lassen kann. Sie ist eine intelligente und wissende, aber auch zarte und empfindsame Frau. Umso erstaunter zeigt sie sich selbst über ihre magischen Denkweisen, mit denen sie den Tod verleugnen möchte. Ungewöhnlich ist dieser sensible Erfahrungsbericht, der ohne je selbstmitleidig oder gar rührselig zu sein, die Empfindungen einer feinsinnigen Seele aufzeigt. Sie hat mit diesem Buch sicher ihre Trauer zu verarbeiten versucht. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass der Verlust einer so sehr geliebten Person, mit der man in gemeinsamer langer Zeit durch Höhen und Tiefen gegangen ist, nie zu verwinden sein wird. Sie beschreibt ihr Weiterleben auf einer neuen Ebene, in der die verstorbene Person für immer einen Platz haben wird. Über das eigentlich Trauergeschehen hinaus vermittelt der Bericht Einblicke in eine amerikanische Schriftstellerehe und ihr Umfeld. Es ist ein tief anrührendes, weises, kluges und ehrliches Buch. Wem dieses Thema am Herzen liegt, dem wird Joan Didion viel zu sagen haben.

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Schiller-Buchhandlung

    Schiller-Buchhandlung

    01. July 2010 um 19:01

    "Das Leben ändert sich schnell. Das Leben ändert sich in einem Augenblick. Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf." Das waren die ersten Worte, die Joan Didion nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes schrieb. Und es waren für längere Zeit auch die Letzten. Mit diesen Worten beginnt auch ihr neues Buch, das sich intensiv und sezierend mit ihrer neuen Lebenssituation auseinandersetzt. Ihr Mann, der Schriftsteller John Gregory Dunne erleidet am 30. Dezember 2003 einen Herzinfarkt und stirbt. Ihre Tochter Quintana liegt mit einer lebensbedrohlichen Infektion auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses. 5 Wochen nach Erscheinen dieses Buches ist auch sie gestorben. Joan und ihr Mann waren vierzig Jahre miteinander verheiratet und haben ihr Leben intensiv miteinander geteilt. Anders als andere Paare konnten sie auch ihren Beruf, das Schreiben, immer in ihrem gemeinsamen Haus ausüben. Sie waren einander im Leben und in der Arbeit alles. Wie geht man mit so einem Verlust um, was macht es mit einem? Kann man einen Sinn darin finden? Als Intellektuelle und Schriftstellerin beginnt Joan Didion, Literatur zum Thema Krankheit, Tod und Sterben zu lesen und zitiert aus eine Vielzahl von Werken in ihrem Buch. Sie beschreibt ihre Hilflosigkeit und ihre anfängliche Verweigerung, den Tod Johns zu akzeptieren. Am Ende des Buches, genau ein Jahr nach Johns Tod schreibt sie: "Ich weiß, warum wir versuchen, die Toten am Leben zu halten: Wir versuchen sie am Leben zu halten, um sie bei uns zu behalten. Ich weiß auch, dass, wenn wir selbst leben wollen, irgendwann der Punkt kommt, an dem wir die Toten auslöschen müssen, sie gehen lassen, sie tot sein lassen müssen." Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so beeindruckt hat. Manche Sätze möchte man sich irgendwo aufschreiben, um sie nicht zu vergessen und sie sich immer wieder hervorholen zu können. Es ist ein Buch, das nicht nur einmal gelesen werden will und das mich sicher lange begleiten wird. (Susanne Martin)

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Clari

    Clari

    17. June 2010 um 23:25

    In diesem so fein geschriebenen Buch verarbeitet Joan Didion den plötzlichen Tod ihres Mannes. Joan war vierzig Jahre mit dem Schriftsteller John G. Dunne verheiratet, als er am 30. Dezember 2003 an einem akuten Herzinfarkt verstarb. Die gemeinsame Tochter Quintana, erst 39 jährig, lag zum Todeszeitpunkt des Vaters nach einem septischen Schock infolge einer Lungenentzündung schon einige Wochen auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses und kämpfte um ihr Leben. In einer scharfen und sezierenden Beobachtungsweise beschreibt Joan ihr Verhalten im ersten Jahr nach Johns Tod. Dabei kommen Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben, an Freunde, Reisen, ihre verschiedenen Domizile und Lebensgewohnheiten. Joan hatte eine intensive und sehr innige Beziehung zu John, da sie beide als erfolgreiche Schriftsteller arbeiteten. Das Jahr magischen Denkens ist ein von ihr genau reflektiertes Verhalten über die Zeit nach und vor dem Tod. Dass sie lange die Realität nicht wahrhaben wollte, auch glaubte, den Tod ungeschehen zu machen, wenn sie seine Hinterlassenschaften nicht anrührte oder gar entfernte. Sie mag nicht auf bekannten Strassen und Pfaden fahren oder gehen und sie vermeidet alles, was die Todesrealität manifest werden lassen kann. Sie ist eine intelligente und wissende, aber auch zarte und empfindsame Frau. Umso erstaunter zeigt sie sich selbst über ihre magischen Denkweisen, mit denen sie den Tod verleugnen möchte. Ungewöhnlich ist dieser sensible Erfahrungsbericht, der ohne je selbstmitleidig oder gar rührselig zu sein, die Empfindungen einer feinsinnigen Seele aufzeigt. Sie hat mit diesem Buch sicher ihre Trauer zu verarbeiten versucht. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass der Verlust einer so sehr geliebten Person, mit der man in gemeinsamer langer Zeit durch Höhen und Tiefen gegangen ist, nie zu verwinden sein wird. Sie beschreibt ihr Weiterleben auf einer neuen Ebene, in der die verstorbene Person für immer einen Platz haben wird. Über das eigentlich Trauergeschehen hinaus vermittelt der Bericht Einblicke in eine amerikanische Schriftstellerehe und ihr Umfeld. Es ist ein tief anrührendes, weises, kluges und ehrliches Buch. Wem dieses Thema am Herzen liegt, dem wird Joan Didion viel zu sagen haben.

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  • Frage zu "Ich Schreibe Dir Morgen Wieder" von null

    Ich Schreibe Dir Morgen Wieder
    Pandabear

    Pandabear

    Ich lese gerne Bücher über Trauer, Liebe, Freundschaft vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps für mich =)

    • 20
  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    finn

    finn

    18. March 2010 um 17:58

    reflektionen, trauerarbeit, erinnerungen vortrefflich verwoben in zwei leben

  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Babscha

    Babscha

    07. September 2008 um 17:42

    Die amerikanische Schriftstellerin Joan Didion beschreibt in ihrem autobiographischen Buch die Umstände des Todes ihres Mannes, der Ende 2003 einen Herzinfarkt erleidet, kurz nachdem beide aus dem Krankenhaus kommen, in dem ihre gemeinsame Tochter auf der Intensivstation um ihr Leben kämpft. In diversen verschachtelten Rückblenden über ihres und das Leben ihrer Familie gewährt Didion dem Leser tiefe teils philosophisch anmutende Einblicke in ihr Seelenleben und erzählt davon, wie sie im Jahr nach dem Tod ihres Mannes in einer permanenten Zerrissenheit zwischen Verzweiflung und dem Wunsch das Geschehene zu begreifen und zu verarbeiten ihr tägliches Leben meistert. Die gut aufbereiteten Informationen und Schilderungen der einzelnen Geschehnisse, auch bzgl. ihrer schwerkranken 39-jährigen Tochter, können begeistern. Etwas ermüdend die zeitweise übermäßigen Zitate und Querverweise auf eigene und sonstige themennahe Literatur, wobei man bedenken muss, dass man es hier mit einer hochintellektuellen Schriftstellerin zu tun hat. Lesenswert.

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    ude

    ude

    09. July 2008 um 18:30

    Joan Didion und John Gregory Dunne sind beide bekannte Schriftsteller in New York. Plötzlich stirbt John. Joan aber, eine Intellektuelle durch und durch, begreift es nicht. Immer wieder ertappt sie sich bei dem, was sie magisches Denken nennt: beim Versuch, die Kette von Ursache und Wirkung durch Gedanken und symbolische Handlungen zerreißen zu wollen. Dieses Buch ist ein Bericht gemeinsamen Lebens, kein Roman, sondern eine Reportage unmäßigen Leids, ein Rapport der Verwirrung. Ein modernes Tibetanisches Totenbuch.

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    KarlMay

    KarlMay

    02. September 2007 um 16:05

    "Das Leben ändert sich schnell. Das Leben ändert sich in einem Augenblick. Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf." Das waren die ersten Worte, die Joan Didion nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes schrieb. Und es waren für längere Zeit auch die Letzten. Mit diesen Worten beginnt auch ihr neues Buch, das sich intensiv und sezierend mit ihrer neuen Lebenssituation auseinandersetzt. Ihr Mann, der Schriftsteller John Gregory Dunne erleidet am 30. Dezember 2003 einen Herzinfarkt und stirbt. Ihre Tochter Quintana liegt mit einer lebensbedrohlichen Infektion auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses. 5 Wochen nach Erscheinen dieses Buches ist auch sie gestorben. Joan und ihr Mann waren vierzig Jahre miteinander verheiratet und haben ihr Leben intensiv miteinander geteilt. Anders als andere Paare konnten sie auch ihren Beruf, das Schreiben, immer in ihrem gemeinsamen Haus ausüben. Sie waren einander im Leben und in der Arbeit alles. Wie geht man mit so einem Verlust um, was macht es mit einem? Kann man einen Sinn darin finden? Als Intellektuelle und Schriftstellerin beginnt Joan Didion, Literatur zum Thema Krankheit, Tod und Sterben zu lesen und zitiert aus eine Vielzahl von Werken in ihrem Buch. Sie beschreibt ihre Hilflosigkeit und ihre anfängliche Verweigerung, den Tod Johns zu akzeptieren. Am Ende des Buches, genau ein Jahr nach Johns Tod schreibt sie: "Ich weiß, warum wir versuchen, die Toten am Leben zu halten: Wir versuchen sie am Leben zu halten, um sie bei uns zu behalten. Ich weiß auch, dass, wenn wir selbst leben wollen, irgendwann der Punkt kommt, an dem wir die Toten auslöschen müssen, sie gehen lassen, sie tot sein lassen müssen." Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so beeindruckt hat. Manche Sätze möchte man sich irgendwo aufschreiben, um sie nicht zu vergessen und sie sich immer wieder hervorholen zu können. Es ist ein Buch, das nicht nur einmal gelesen werden will und das mich sicher lange begleiten wird.

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  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Boris

    Boris

    26. August 2007 um 12:14

    Alle die dieses Buch so hoch loben haben wahrscheinlich recht. Alles
    stimmt: sehr einfühlsam, etc... Ich kann es trotzdem nicht zu ende lesen. Alle Krankenhäuser in Manhattan: TRAUERARBEIT in XXL. Vielleicht gibt es Momente in denen ich nach genau DIESEM Buch suche. Aber nicht jetzt! Sorry!

  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    emilia

    emilia

    24. April 2007 um 20:40

    Ein wunderbar einfühlsames Buch - authentisch, weil autobiographisch und nicht zuletzt auch noch großartig geschrieben! Und obwohl es ein trauriges Thema hat, schafft es die Erzählerin, dass man nicht nur mitfülen kann, sondern auch positiv gestimmt das Buch lesen kann. Eines der eindringlichsten und nachhaltigsten Bücher des letzten Jahres.

  • Rezension zu "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion

    Das Jahr magischen Denkens
    Buecherfrau

    Buecherfrau

    29. March 2007 um 13:28

    Dieses Buch entstand nach dem plötzlichen Herztod des Ehemannes der Autorin und noch während die gemeinsame Tochter mit dem Tod kämpft. Es beschreibt ihre Weigerung, den Tod als Tatsache zu akzeptieren und ihre Versuche, das Unbegreifliche schließlich doch zu begreifen. Man erfährt viel über das gemeinsame Leben eines Intellektuellen-Paares in den USA und hat hautnah Anteil an dem langwierigen Trauerprozeß.

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