Joan Fr. Casey

 4.4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Ich bin viele.

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Rezension zu "Ich bin viele" von Joan Fr. Casey

Ich bin viele
FaaLouvor 5 Monaten

Das Buch beschäftigt sich mit einer Frau, die eine Dissoziative Identitätsstörung entwickelt hat. In dieser Zeit (80er Jahre) wird jedoch an einer Existenz dieser Krankheit gezweifelt und viele Fachkräfte behaupten, dies sei garnicht möglich und sei lediglich ein Schauspielerischer akt. Umso deutlicher zeigt dieses Buch auf, wie unterschiedlich und eigen die verschiedenen Charaktere sind. Sie unterscheiden sich mit Namen, Alter, Geschlecht, intelligenz, Sexualität und Interessen. Es zeigt sogar dass gewisse Personen allergisch sein können, wo bei anderen absolut nichts passiert.

Das Buch wird abwechselnd aus der sicht der Patientin und aus der Sicht der Psychologin geschrieben. Es entwickelt sich mit der Zeit eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, und umso deutlicher wird, wie wichtig diese ist, um Joan Frances zu "heilen". Doch Joan hat angst, bei der "Heilung" viel zu verlieren.

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Rezension zu "Ich bin viele" von Joan Fr. Casey

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tintenmaedchenvor 7 Jahren

Eine junge Frau steht am Fenster und hat plötzlich das Bedürfnis zu springen. Woher dieses Bedürfnis kommt weiß sie nicht doch sie weiß dass sie Hilfe braucht. So wendet sie sich an eine Therapeutin die ihr mit der Zeit die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostizert. Die beiden arbeiten miteinander und bauen eine tiefe und innige Freundschaft zueinander auf. Der gemeinsame Weg ist lang und steinig doch beide sind bereit ihn zu gehen.

Ich habe schon mehrere Bücher zu dem Thema Dissoziative Identitässtörung (früher Multiple Persönlichkeitsstörung) gelesen und Ich bin Viele ist mittlerweile eines der besten die ich kenne. Es reiht sich nicht ein traumatisches Ereignis an das nächste, tatsächlich sind die eigentlichen Traumata eher im Hintergrund der Erzählung.
Therapeutin und Patientin entwickeln eine tiefe Freundschaft obwohl immer wieder davon abgeraten wird aber letztendlich ist es genau das was immer wieder hilft. Ein faszinierendes Buch über zwei faszinierende Menschen.

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Rezension zu "Ich bin viele" von Joan Fr. Casey

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Flumivor 11 Jahren

Ein krasses Buch! Es beschreibt die Therapie einer multiplen Persönlichkeit abwechselnd aus der Position der Therapeutin und des "Schwarmes", der/den Patientin/nen. Es handelt sich hierbei um eine zu der Zeit (80er) noch nicht allgemein anerkannte psychische Erkrankung, bei der sich durch Kindheitstraumen in einem Menschen verschiedene Persönlichkeiten entwickeln. Jede von ihnen hat eine individuelle Art zu denken, zu sprechen und sich in ihrem "Heimatkörper" zu verhalten. Teilweise bleiben sie auf einem Altersniveau stehen, teilweise entwickeln sie sich weiter. Bei dieser Patientin bekommt nur eine Persönlichkeit mehr oder weniger alles mit, was passiert, auch wenn sie gerade nicht selbst "draussen" ist. Die anderen Persönlichkeiten haben meist große amnestische Phasen, sind aber innerhalb ihrer Aktivität deswegen nicht weniger leistungsfähig und geben z.B. Unterricht oder schreiben eine Doktorarbeit. Durch die Spaltung ist die Patientin wesentlich leistungsfähiger als nicht kranke Menschen und schläft z.B. nur 4-5 Stunden am Tag. Natürlich machen ihr die pathologischen Verhaltensmuster einzelner Persönlichkeiten und der vielen Persönlichkeiten untereinander schwer zu schaffen. Letztlich wird jedoch das große therapeutische Ziel, die Integration aller Persönlichkeiten und damit psychologisch gesehen die "Gesundung", in Frage gestellt, da die Patientin -wie mir scheint zu Recht- Angst hat, viel zu verlieren.
Der Erfahrungsbericht beschreibt sehr deutlich die verschiedenen Entwicklungsphasen der Persönlichkeiten, die sich emotional und psychisch vom Kleinkindalter über eine schwierige Pubertätsphase letztendlich zum Erwachsensein entwickeln.
Sehr interessant ist auch die Therapeutin zu beobachten: Es ist die erste "Multiple", die sie behandelt und sie entwickelt innerhalb eines Jahres eine Art Mutterrolle, ohne die therapeutische Arbeit aus den Augen zu verlieren. Diese Zweischneidigkeit ist sehr gefährlich und sie kommt dadurch auch sehr deutlich an ihre menschlichen Grenzen. Sie betont, dass die Behandlungsmethode dadurch zustande kam, dass dies ihr erster Fall dieser Art war und es keinesfalls als üblich und "Exempel" anzusehen ist.
Das Buch gibt einen sehr guten Einblick in das Störungsbild, das man sich als Unbeteiligter nur sehr schwer vorstellen kann und es zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich die ethische Problematik der Behandlung dieser Störung auf - ist Integration der Persönlichkeiten um jeden Preis richtig und anstrebenswert? Wieviele Seelen können gleichzeitig in einer Brust leben? Wie kann man die authentischen, gesunden Teile der Persönlichkeiten "hinüberretten" in die Integration, wie kann der Patient gleichzeitig seine Eigentständigkeit behalten während dieser emotional extrem schwierigen Entwicklung?

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