Joan Perucho Der Nachtkauz

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Inhaltsangabe zu „Der Nachtkauz“ von Joan Perucho

Zwei Welten begegnen sich in diesem anspielungsreichen Roman, der um 1830 in Katalonien spielt. Ein junger Aristokrat eilt zwei adeligen Damen zu Hilfe, deren Dorf von einem unerklärlichen Übel heimgesucht wird. Mit wissenschaftlicher Logik folgert er, daß es sich um einen Vampir handeln müsse, und macht sich an die Verfolgung dieses Geschöpfes der Finsternis… (Quelle:'Fester Einband/01.01.1990')
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    Der Nachtkauz

    brudervomweber

    18. November 2013 um 20:32

    Die Prämisse von Joan Peruchos „Nachtkauz" klingt verlockend. Ein spanischer Naturforscher macht sich im frühen 19ten Jahrhundert inmitten kriegerischer Unruhen in Katalonien auf den Weg, um einen 600 Jahre alten Vampir zur Strecke zu bringen. Leider aber hält der Roman nicht, was sein Klappentext verspricht. Die Story der Jagd nach einem Untoten blitzt nur gelegentlich zwischen den geschichtlichen und kulturellen Exkursen und den (wenn man sie denn versteht, vermutlich blitzgescheiten) ironischen Spitzen des Textes auf. Die Figuren bleiben oberflächlich, der denkbar dramatische Gegensatz von Naturwissenschaft und unerklärlichem Mythos löst sich reibungslos auf, und die Handlung (wenn man sie so nennen darf) springt unmotiviert von einem Ereignis zum anderen. Daß neben historisch verbürgten Vertretern des karlistischen Heeres und der Royalisten auch Riesenflöhe, gewaltige Spinnen, sprechende Flugsaurier und einem gewaltigen Phallus ähnelnde Pilze das katalanische Hinterland bevölkern, mag einen gewissen komödiantischen Reiz besitzen, es hinterläßt aber auch den Eindruck eines unzusammenhängenden Geschwurbels. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch durchgelesen. Ohne sagen zu können, woher ich die Energie genommen habe, mich durch die 280 Seiten zu plagen. Irgendwie liegt vielleicht doch ein geheimer Reiz in oder zwischen den Zeilen des "Nachtkauz". Wenn man sich von der Erwartung gelöst hat, daß die Handlung in diesem Buch eine Rolle spielt, kann man sich immerhin an den Oberflächenphänomenen delektieren. Eines steht fest: „Der Nachtkauz" ist weit davon entfernt, ein „Dracula" zu sein. Wer einen klassischen Schauerroman oder einen atmosphärischen Grusel erwartet, dem ist von Peruchos Buch nur abzuraten. Der einzige Leser, der den Verweisreichtum und die unleugbare Intellektualität des „Nachtkauz" zu schätzen vermag, ist vermutlich ein Kulturwissenschaftler, der sich mit dem Südwest-Europa des frühen 19ten Jahrhunderts ausgezeichnet auskennt. Und wer ist das schon?

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