Die Frauen vom Savignyplatz

von Joan Weng 
5,0 Sterne bei7 Bewertungen
Die Frauen vom Savignyplatz
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marionkas avatar

Joan Weng hat mich wiedermal begeistert. Ein großartiger Roman in den 20-Jahren.

Purzel2204s avatar

Sehr schöner Einblick in das Leben, Denken und Fühlen der Frauen in den 1920'ern.

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Inhaltsangabe zu "Die Frauen vom Savignyplatz"

Weil die Liebe uns gehört!

Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savignyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen. Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord und das ausgerechnet wegen eines Mannes ...

„Joan Weng weckt das Berlin der Goldenen Zwanziger mit seinem Glamour zu neuem Leben.“ Stuttgarter Zeitung

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746634258
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:05.10.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Andi_Merlinvor einem Tag
    Ein wunderschönes Mitfühlbuch

    Ich erlaube mir hier sagen zu dürfen, dass ich das Buch von Joan Weng ohne irgendwelche Einwände in das Regal meiner Lieblingsbücher stellen werde, weil es genau dort hingehört. Die Frauen vom Savignyplatz ist von Anfang an eine spannende und mitreißende Geschichte über eine Frau, ich möchte die eine hervorheben, die Ziele, Wünsche und Träume hat, die sie zu einer Zeit wachsen ließ, als deren Erfüllung sehr schwierig war. Sie hat es trotzdem geschafft, sie zu erfüllen, weil sie es wollte. Diesen Traumerfüllungswille kann durchaus auch in die heutige Zeit übertragen werden. Auch die Überlegungen, die Vicky während dieser Zeit in sich trug, Liebe oder Geld, werden sehr eindrucksvoll und schön von der liebenswerten Autorin beschrieben. Das schlimme an einer Rezension zu solch einem wundervollen Buch ist, dass ich nicht weiß wo ich ansetzen und wo ich enden kann, denn jede geschriebene Seite löst Emotionen, Gedanken aus, die ich so gerne mitteilen würde. Was ich dennoch nicht verschweigen kann ist die Bitte, das Buch zu lesen. Es lohnt sich, auch über die letzte Seite hinaus. Ich kann nicht anders, als hier alle mir verfügbaren Sterne zu geben. 

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    Purzel2204s avatar
    Purzel2204vor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr schöner Einblick in das Leben, Denken und Fühlen der Frauen in den 1920'ern.
    Sirup für die Seele!

    Die Frauen vom Savinyplatz ist ein Roman wie ich ihn selten erlebt habe. Ich lässt das Herz höher schlagen, den Leser aber auch sehnsüchtig stöhnen. Die Geschichte um Vicky und Ihren Ehemann Willi, wie sie den Weg aus der altmodischen Standartehe in die Neuzeit schaffen und Vicky sich Ihren Traum verwirklicht, ist einfach atemberaubend. Unvorstellbar ist damals eine Abweichung vom klassischen Bild der Frau als Haushälterin und Mutter. So stößt sie auf viele Widersacher und Hürden, die sie letztendlich doch zu meistern und überwinden schafft, um sich den großen Traum von einer eigenen Buchhandlung zu erfüllen. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich in eine heute kaum noch vorstellbare Zeit verlieren möchte und dabei ein bisschen Sirup für die Seele benötigt.

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    Anteks avatar
    Antekvor 3 Tagen
    „Ungemachte Betten sind aller Laster Anfang.

    Bei schlampig gemachten Betten fängt es an, (….) Ich sterbe vor Scham, wenn ich mir ausmale, was der Herr Tucherbe Ebert von mir denkt, wenn er im Juni so ein kleines Lotterflittchen zur Frau bekommt.“ Aber nicht nur die schlampig gemachten Betten, sondern auch der, von den Eltern ausgesuchte, Gatte in spe, sind Vicky herzlich egal, als im Jahr 1916 Fronturlauber Willi, der Rothaarige mit den unwiderstehlichen braunen Augen, die Metzgerei betritt und nach einem Steak für sein blaues Auge verlangt. Hin und weg folgt Vicky ihrem Herzen und „Wenn Willi es eilig hatte, dann hatte er es eilig und irgendwo kamen die bald fünf Kinder eben auch her.“ Mit dem letzten ist sie im Herbst 1925 schwanger, als er sie für seine Jugendliebe, die ebenfalls ein Kind von ihm erwartet, sitzen lässt. Ihre Eltern stehen schon in den Startlöchern, denn zum Glück ist Jakob Ebert immer noch bereit, Vicky zur Frau zu nehmen, wenn jetzt dieser Lebenskünstler endlich aus dem Haus ist.

    „Wenn man sich in Schnallenpumps Blasen gelaufen hat, dann kauft man sich als nächstes keine Lackledernen und glaubt, dann würde es besser. Nein, dann kauft man sich Wanderstiefel. Und Jakob ist ein Wanderstiefel, wenn nicht sogar eine orthopädische Sandale.“ Wie wird es in Liebesdingen bei Vicky weitergehen? Wird sie sich auf Jakob, der sie unterstützen und ihr eine Schulter zum Anlehnen bieten würde, den sie aber nie so lieben würde wie Willi, einlassen? Das wird natürlich hier nicht verraten, nur so viel, eigentlich schwirrt in Vicky ein ganz anderer Plan,...

    „Was wollen Se denn verkofen?“ - „Glück!“ - „Se wollen nen Opiumjeschäft ufmachen?“- „Nein, einen Buchladen! Ich möchte Bücher verkaufen, die einfach glücklich machen. Eine gute Zeit schenken, Bücher, die Kraft geben und Mut schenken - Sirupbücher eben.“ Schon als junges Mädchen träumte Vicky diesen Traum, wenn sie in der Metzgerei hinter dem Verkaufstresen stand und heimlich immer wieder in einem Roman von Courts Mahler schielte. Ist jetzt die Gelegenheit dazu gekommen, vielleicht geht das ja sogar ganz ohne Mann? Nicht von den Eltern verschachert, sondern mit einer Arbeit, die man liebt, auf eigenen Beinen stehen.

    Joan Weng hat mich schon mit ihren beiden historischen Krimis Feine Leute und Noble Gesellschaft ganz perfekt ins Berlin der 1920er Jahre versetzt und wunderbar unterhalten. Ihr „Cafe unter den Linden“ war ein absolutes Highlight für mich und dieses neueste Werk, hat sich schon auf den ersten Seiten als Herzensbuch entpuppt, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

    Sie versteht es den Leser vollständig mit ihren Romanen einzulullen. Man kann gar nicht anders als, emotional komplett eingefangen, immer weiter zu lesen, bis man leider viel zu schnell schon wieder am Ende ist. Die Autorin lässt mit ihrer bildreichen Sprache beim Leser einen Film im Kopf entstehen. Man hat das Gefühl absolut in Raum und Zeit zu versinken. So war ich z.B. ganz sicher auch mit im Türkisen Salon des Rupinski für einen Wagen voll Desserts. Man kann unheimlich viel schmunzeln, die Geschichte ist aber nicht plump witzig, sondern sie zaubert einem ein vergnügtes Lächeln aufs Gesicht.

    „Und ich finde, er sieht wirklich gut aus. Auf eine gemütliche Art, eine Art für schlechte Tage und zum Anlehnen“ - „Füg noch plüschig hinzu, dann haben wir ein Sofa“, schlagfertige Dialoge, spritzige Kommentare, wie „Das schärfste Messer im Schrank warst du ja nie, aber stell dich doch nicht an wie ein Zuckerlöffel!“, oder Wortschöpfungen wie „kernseifensauber“ oder „katastrofürchterlich“ machen das Lesen zum absoluten Vergnügen.

    Vicky, die heimlich in der Metzgerei Zeitung und Liebesromane liest, die bei ihren Eltern nicht viel zu lachen hat und deshalb schon mal die eine oder andere Notlüge braucht, hat mich von Anfang an völlig für sich eingenommen. Sie ist gewitzt, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und auf den Mund gefallen, ist sie auch nicht. Sie ist eine Kämpferin, die sich nicht unterkriegen lässt, es sein denn ihre Kinder würden leiden. Sehr unterstützt wird sie von ihrem Bruder Bambi, an dem man die Nachwirkungen des Fronteinsatzes im Ersten Weltkrieg mehr als deutlich erlebt und wirklich toll ist auch der Herzensbrecher Willi gezeichnet. Bei ihm gerät man als Leser in ein Wechselbad der Gefühle, was ist er? Der miese Kerl, der seine Frau mit dem fünften gemeinsamen Kind schwanger für eine andere sitzen lässt, oder muss man da vielleicht, wie so oft im Leben genauer hinsehen? Nicht nur er hat seine Geheimnisse und anderen Seiten, die nach und nach ans Tageslicht kommen, und so fiebert und hofft man nicht nur mit Vicky beim Lesen, sondern ist auch bei vielen anderen emotional richtig ergriffen am Achterbahnfahren. Kann denn eine Mutter wirklich so kaltherzig sein, warum verfällt der Geselle den Nazi Parolen? Unbedingt erwähnen muss ich auch noch Mitzie, die mit ihrer Berliner Schnauze hoffentlich auch für alle weiteren Romane erhalten bleibt.

    „Ich sage Ihnen, was Wahnsinn ist! Dass wir glauben die Frauenfrage ist mit der Einführung des Wahlrechts gelöst!“, „Eifersucht und Besitzdenken war ja so was von 19. Jahrhundert!“, aufgeschlossen wollte man sein im Berlin der 20er Jahre mit seinen Tanzclubs und Co. Doch bei der Rolle der Frau lag noch vieles im Argen, was an Vicky grandios aufgezeigt wird. „die Eltern würden sie rausputzen wie eine zu prämierende Sau und dann würde sie meistbietend zum Verkauf…. Oh nein, Entschuldigung, natürlich zur Verheiratung anbieten.“ Das Einverständnis des Vaters, bzw. Mannes braucht man zum Lernen und Arbeiten, für ein Geschäft ganz besonders, das eine gute Mutter und Ehefrau sowieso nicht aufmacht, Gesellen, die Vicky sagen, wie sie sich verhalten sollte, wenn kurze Haare, dann müssen das Läuse verursacht haben. Hier finden sich unzählige Beispiele, die den Stellenwert der Frauen erfahrbar machen. Auch unzählige kleine Details, die Geschichte so spannend machen, wie z.B. die Entstehung von Leihbüchereien in Treppenhäusern, oder Demeter Milch auf dem Tisch, machen Joan Wengs historischen Romane zu einer mehr als gelungenen Zeitreise. Dass die Autorin brillant recherchiert, hat sie mir hier wieder einmal bewiesen. Sehr lesenswert ist dazu auch immer der Anhang, in dem sie klarstellt, was wirklich schon so war und wo sie sich eventuell schriftstellerische Freiheiten erlaubt hat.

    Das Lokalkolorit ist ebenfalls einfach nur als grandios zu beschreiben. „Se haben en Jesicht wie en Püppken und sin´bemerkenswert fesch um die Bluse.“ Auch ihr vierter Roman spielt wieder in Berlin, Berliner Schnautze, das neue Lebensgefühl in der Großstadt ist hier mehr als präsent. Ich kenne mich inzwischen immer besser dort aus, treffe sogar auf Bekannte aus den anderen Büchern und kann mich erinnern, dass ich an dem einen oder anderen Platz schon einmal war, was mir unheimlich gut gefällt. Hier habe ich mich z.B. sehr über das Wiedersehen mit Fritzi, die ja auch kein Blatt vor den Mund nimmt, gefreut.

    „Ich möchte Bücher verkaufen, die einfach glücklich machen. Eine gute Zeit schenken, Bücher, die Kraft geben und Mut schenken - Sirupbücher eben.“. Genau so eine Art Sirupbuch, an dem man nicht nur hoffnungslos festklebt, sondern das das Herz warm macht und eine unheimlich schöne Zeit schenkt hat Joan Weng hier geschaffen. Ich würde sechs Sterne vergeben, wäre es nur möglich, so begeistert bin ich.


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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr tolles Buch und Sehr Empfehlenswert . von mir 5 Sterne
    Joan Weng - Die frauen von Savignyplatz

    Zum Buch :
    Die Frauen von  Saignyplatz, weil die liebe uns gehört!! Berlin 1925 Als Vicky von ihren Mann verlassen wird, denkt sie garnicht daran,sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen.Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traumund eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savigyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen.Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord , und das ausgerechnet wegen eines Mannes.

    Meine Rezension :
     Bin wirklich begeistert von dem buch von anfang toller schreibstil und eine tolle Geschichte..Vicky eine bezauberde Mutter und frau und ihr Mann wirklich beeindruckend ,ihren bruder Bambi hat man gerne gelesen .. er war trotz seine Vergagenheit ein toller Mann.ihre Eltern hingegen Typisch denn früheren Jahren ,aber auch sehr Egoistisch . Herr Ebert kam mir erst nicht sehr Sypmatisch rüber wurde am ende aber eines Besseren Belehrt ... 

    Fazit : Sehr tolles Buch und Sehr Empfehlenswert . von mir 5 Sterne

    Das Cover : Passt perfekt zu Inhalt und Tiel

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    Operculums avatar
    Operculumvor 5 Tagen
    Ein wundervolles Leseerlebnis

    Die Frauen vom Savignyplatz - ein wunderbarer Roman mit Setting im Berlin der 20er Jahre.

    Unsere Heldin heißt Vicky, ist Mutter, verlassene Ehefrau und für meinen Geschmack ein Sinnbild für die starken Frauen, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts den Weg für die Emanzipation unseresgleichen geebnet haben.

    Ein schwer niederzulegender Roman immer kurzweilig und für Überraschungsmomente gut! Für Fans des "Vorgängers" "Das Café unter den Linden" ein absolutes Must have - hat mir sogar noch eine Spur besser gefallen.

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    hasirasi2s avatar
    hasirasi2vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Hat mich begeistert, gefesselt und überrascht. Erzählt Geschichte einer mutigen Frau, die in den 20er Jahren in Berlin gegen einen Buchladen
    Sirup-Bücher

    Ich kann das nicht länger. ... Ich halte das nicht länger aus. Ich möchte die Scheidung.“ (S. 41) sagt Willi nach 9 Ehejahren und 4 Kindern zu Vicky, die schon wieder schwanger ist. Während sie noch hofft, dass er nur mal wieder eine Affäre hat, hat sich Willy ernsthaft verliebt. Nur ihre Eltern freuen sich, den ungeliebten Schwiegersohn jetzt endlich loszuwerden, denn Strumpffabrikant Jakob Ebert – der schon vor Jahren um Vicky geworben hatte – ist viel eher nach ihrem Geschmack. Doch Vicky nutzt diese Chance, um ihren eigenen Traum zu verwirklichen und den Buchladen ihrer Träume zu eröffnen: „Ich möchte einen Laden für Sirup-Bücher. ... die nicht literarisch sind oder kritisch. ... die einfach glücklich machen. ...  Bücher die Kraft geben und Mut schenken – Sirup-Bücher eben.“ (S. 171). Das kam 1925 einer Sensation gleich. Und dann auch noch „Schmutz- und Schundliteratur“ wie Hedwig Courths-Mahler, da ist Ärger vorprogrammiert ...

     

    Vicky war mutig, verrückt und naiv, als sie sich mit 17 Jahren in den mittellosen Chemiestudenten / Leutnant Willi verliebte und schwängern lies. Er hat sie und die Kinder all die Jahre mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten, sein Studium nie beendet. Nach der Trennung will Vicky selber Geld verdienen, unabhängig von einem (neuen) Mann sein. Ich habe mit ihr geweint und gelacht und Willi mehr als einmal in Gedanken ordentlich durchgeschüttelt. Aber sobald er zu Wort kam wurde klar, dass er nicht allein Schuld am Scheitern der Ehe war.

    Neben ihrer besten Freundin Lisbeth steht Vicky jetzt vor allem ihr Bruder Bambi zur Seite. Der hat ein Kriegstrauma und wurde gerade erst nach Jahren aus einer Heilanstalt (Klapse) entlassen. Jetzt hat er ganz eigene Ansichten von der Welt, die außer ihm kaum jemand versteht, aber er schmeißt ihren Haushalt – verkehrte Welt.

    Ihr Verehrer Jakob ist sehr süß und bemüht sich um sie, wird zu ihrem besten Freund und Ratgeber – aber liebt er sie und sie ihn? „Wenn man liebt, dann liebt man nur einen Einzigen. Der ist es für jetzt, der war es früher und der wird es auch immer sein.“ (S. 243)

     

    Joan Weng hat es wieder geschafft, mich zu begeistern, zu fesseln und zu überraschen.

    Sie erzählt wie ein Parr versucht, trotz Trennung freundschaftlich miteinander umzugehen. Nicht nur wegen der Kinder, sondern weil man sich mal geliebt hat und jetzt respektiert, dem Anderen nichts nachtragen will. Zudem zeigt sie auf, wie abhängig eine Frau damals von ihrem Mann war, dass sie allein keine Wohnung anmieten, oder ein Konto eröffnen konnte – von einem Laden ganz zu schweigen. Dabei war man doch so modern, liebte Anglizismen und propagierte die freie Liebe, hatte gleichzeitig aber Angst vor dem §175 und musste als Homosexueller versteckt leben. Dazu kommt, dass die Nationalsozialisten immer mehr erstarken, sich der Judenhass ausbreitet und das Bild der „guten deutschen Hausfrau“ aufkommt, die ihrem Mann zu Hause – und nur da – den Rücken frei hält, statt ihm einen Arbeitsplatz wegzunehmen. Erschreckend, wie sie schon 1925 immer mehr Einfluss auf die „öffentliche Ordnung“ genommen haben und niemand eingegriffen hat. Ich hatte ganz schön Angst mit Vicky. Es war eine schwierige und gefährliche Zeit, die Joan Weng sehr farbenprächtig schildert.

     

    Besonders gefreut habe ich mich über das Wiederlesen mit Vickys Schwager Paul und dessen Freund Carl von Bäumler, Fritzi Keller und Nick Wassermann. Aber auch eine neue Figur hat es mir angetan – ich hoffe sie taucht mal wieder in einem Buch auf: Vickys Vermieterin Mietzi ist eine echte Berliner Schnauze und eine Seele von Mensch.

     

    Ohne etwas zu verraten möchte ich sagen, dass mich das Ende sehr überrascht hat. Mit diesen Wendungen hatte ich nicht gerechnet!

    Kommentare: 3
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    marionkas avatar
    marionkavor einem Tag
    Kurzmeinung: Joan Weng hat mich wiedermal begeistert. Ein großartiger Roman in den 20-Jahren.
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Joan9114s avatar

     Liebe Lovelybooks Leser,

    am 05. Oktober erscheint „Die Frauen vom Savignyplatz“ – ein historischer Liebesroman aus dem Berlin der 20er Jahre. Es

    Ich möchte euch ganz, ganz herzlich zu meiner Leserunde einladen und darum geht es im Roman:

    Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savignyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen. Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord und das ausgerechnet wegen eines Mannes ...

    Außerdem wird es ein Wiedersehen mit ein paar alten Bekannten aus "Das Café unter den Linden" geben, aber der Roman ist keine Fortsetzung und es ist auch nicht nötig, das Café zu kennen.

    Hier sollte es in den nächsten Tagen zur Leseprobe gehen – sie ist gerade noch in der Mache ;) Und jetzt ist sie hier auf jeden Fall zu haben :)

    Der Aufbau Verlag verlost unter allen Bewerbern, die sich bereit erklären, aktiv an der Leserunde teilzunehmen und das Buch zu rezensieren, 25 von mir signierte Exemplare.Bewerbungsfrage gibt es keine.

    Ich freu mich schon sehr auf euch,

    Joan Weng

     

    Joan9114s avatar
    Letzter Beitrag von  Joan9114vor 38 Minuten
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