Joan Weng Feine Leute

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Inhaltsangabe zu „Feine Leute“ von Joan Weng

Die Roaring Twenties

Berlin im Sommer 1925. Dass Bernice ihren Gatten, den reichen Unternehmer Gottlieb Straumann, hat umbringen lassen, ist eine Tatsache - zumindest für die feine Gesellschaft von Berlin. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht so überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich tot ist, gestorben an einer Überdosis Morphium. An seiner Seite hat Genzer einen ungewöhnlichen Helfer: den Schauspieler und Ufa-Star Carl von Bäumer, der sich unter den Reichen und Schönen bestens auskennt – und seine ganz eigenen Vorlieben hat.

Zum Teil etwas unübersichtlich, wer mit wem und wie involviert aber dafür ist es ja ein Krimi ;-). Tolles Setting, sehr unterhaltsam.

— hasirasi2

Sehr guter Kriminalroman für alle, die mehr Wert auf Stimmung als auf Action legen

— Susilovez

Ein Krimi aus dem Berlin von 1925

— Bellis-Perennis

Ein besonderer Erzählstil, außergewöhnliche Ermittler und ein interessanter Fall - insgesamt ein richtig guter historischer Kriminalroman

— PMelittaM

Kommissar und Leinwandkommissar auf Ermittlungen im Berlin der 20er Jahre. Klingt gar nicht so schlecht. War aber richtig langweilig.

— Gulan

War nicht so meins, aber interessante Charaktere und Setting. Schreibstil etwas anspruchsvoll aber authentisch.

— Luiline

Ich hatte mich so auf das Buch gefreut, aber sorry, das war nix. :(

— anell

Ein Krimi in den goldenen Zwanzigern in Berlin bei dem die Liebe, der verlorene Krieg und Drogen nicht zu kurz kommen....

— kassandra1010

Alles aber kein Krimi.

— seschat

Ich fand die Idee und die Zeit, in der es spielt, klasse. Handlung und Personen konnten mich allerdings nicht so fesseln.

— SaskiaFFM

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Spannung pur!

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Spannung von der ersten Seite an. Der Schluss gefiel mir zwar nicht, aber 5 Sterne für atemloses Lesevergnügen.

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  • Band 1 der von Bäumer-Serie

    Feine Leute

    Susilovez

    13. March 2017 um 19:26

    Ich habe Band 2 vor Band 1 gelesen und obwohl mir Band 2 (Noble Gesellschaft) einen Tick besser gefallen hat, fand ich auch "Feine Leute" super. Der Roman hat alles was ich von einem unterhaltsamen, klassischen Krimi erwarte: ein symphatisches Ermittlerduo, einen mysteriösen Mord und eine Riege skuriler Verdächtiger. Der Spannungsbogen wird gut gehalten, lebt aber, wie bei Weng üblich, vor allem von den persönlichen Verstrickungen und kleinen Geheimnissen. Diese haben nicht zwingend mit den Morden zu tun, beeinflussen sie aber doch indirekt. Wengs schöne, sehr bildliche Sprache scheint mir hier noch ausgeprägter als im Nachfolger, das Zeitgeschehen wird sehr gut und stimmungsvoll eingefangen. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung, wenn man bei einem Krimi mehr Wert auf Stimmung und Charaktäre als auf blutige Action legt.

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  • Wer ist der Mörder von Gottlieb Straumann?

    Feine Leute

    Bellis-Perennis

    Dies ist der erste Band rund um den „schönsten Mann der Ufa“, Schauspieler Carl von Bäumer und Kriminalkommissar Paul Genzer. Die beiden Männer haben ein Verhältnis, was im Berlin von 1925 nicht ganz ungefährlich ist, ist doch Homosexualität strafbar. Während sie mit ihrem Gefühlschaos beschäftigt sind, wird zunächst einmal der reiche Junker Gottlieb Straumann ermordet. Der Tat dringend verdächtig ist sein Verwalter Max Beyer, der gleichzeitig der Geliebte von Gottliebs Gemahlin Berenice ist. Die lustige Witwe stirbt wenig später in einem Berliner Hotel an einer Überdosis. Was anfänglich wie ein Selbstmord oder Unfall aussieht, entpuppt sich als perfider Mord. Doch wer ist der Täter? Paul und Carl beleuchten das Umfeld derer von Straumann und entdecken einige Geheimnisse, die niemals die Öffentlichkeit erreichen sollten. Die Lösung des Falles ist überraschend. Meine Meinung: Die Idee für Krimihandlung gefällt mir sehr gut. Bei der Umsetzung habe ich jedoch ein paar Mängel entdeckt. Da ist zum einen, die Beziehung Paul/Carl. Beide wirken auf mich wie „Drama-Queens“. Obwohl dies der erste Band ist, habe ich das Gefühl, einen wesentlichen Teil der Beziehung verpasst zu haben. Weiters könnte die Handlung grundsätzlich zu jederzeit an jedem beliebigen Ort spielen. So richtig Lokalkolorit bzw. Zeitgeschichte habe ich nicht entdecken können. Ja, der dicke Gennat, Berlins Polizeipräsident, kommt schemenhaft vor, von der angespannten Situation in Berlin, weil die SA-Verbände gröhlend Jagd auf Sozialisten machen und/oder die verheerenden Lebensumstände der Bewohner, ist wenig zu merken. Ebenso wenig verspüre ich vom ausgelassenen Treiben der Reichen, dem Tanz auf dem Vulkan. So wirkt die Handlung auf mich irgendwie verloren, im luftleeren Raum hängend. Die Ermittlungen kommen nicht so recht vom Fleck und bedürfen einiger Zufälle. Jede Menge Zuträger sowohl aus Pauls als auch Carls teilweise kriminellem Umfeld helfen Paul dann doch auf die Sprünge. Gut vernetzt zu sein, auch in der Ganovenszene schadet nie, aber ohne eigenes Zutun die Verbrechen aufzuklären? Fazit: Eine gute Krimi-Idee, die noch Luft nach oben hat. Bin schon neugierig, wie sich Carl und Paul im Band 2 „Noble Gesellschaft“ weiter entwickeln.

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    • 6
  • Feine Leute

    Feine Leute

    Wurm200

    10. January 2017 um 19:59

    Joan Weng Feine Leute Aufbau Verlag Autor: Joan Weng, geboren 1984 in Stuttgart, studierte Germanistik und Geschichte und promoviert aktuell über das Frauenbild in der Literatur der Weimarer Republik. Für ihre Kurzprosa wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Hattinger Literaturförderpreis, dem Wiener Werkstattpreis, dem Goldstaubpreis der Autorinnen Vereinigung e. V. sowie zahlreichen Stipendien. Seit 2013 leitet sie die Redaktion von zweiundvierziger.de, dem Blog der 42er Autoren. Sie lebt mit ihrer Familie bei Tübingen. „Feine Leute“ ist ihr erster Roman. (Quelle: Aufbau Verlag) Wie jeden ersten Samstag im Monat besucht Carl von Bäumer seine Schwester. Zusammen sitzen die beiden bei Tee und Kuchen und reden über das Leben von Carl, da seine Mutter beginnt sich Sorgen um ihn zu machen. Seine Gedanken sind jedoch ganz woanders, denn zusammen mit Kriminalkommissar Paul Genzer muss er einen Mordfall aufklären. Seine Beziehung zu Paul spielt bei allem ebenfalls eine große Rolle. Das Buch besteht aus insgesamt 9 Kapiteln, die alle aus der Angabe des Wochentages sowie des Datums bestehen. Diese sind dick gedruckt in der oberen rechten Ecke, vor jedem Kapitel zu finden. Die Kapitel selbst sind dann nochmals in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jedes Mal mit einem (-) voneinander getrennt sind. Aufgrund der Datumsangabe lässt sich die Story sehr gut verfolgen, da man stets den zeitlichen Rahmen kennt. Am Anfang des Buches werden wir in die Handlung geschmissen, ohne zu wissen, worum es geht. Danach folgen einige Kapitel, in denen wir sehr viele Personen und ihre Beziehung zueinander kennenlernen. In dieser Zeit steht der Mordfall eher im Hintergrund. Erst ab ca. Seite 110 kommt das Buch in fahrt und die Ermittlungen fangen richtig an und werden am Ende sehr gut aufgelöst. Das Ende liest sich dann eher Sherlock Holmes typisch, dies passt aber super zum Buch. Die Erklärungen und die Auflösung selbst lesen sich verständlich und schlüssig. Die ganze Story passt insgesamt sehr gut in die Epoche, in der sie spielt. Auch die oben schon angedeutete Beziehung der beiden Hauptcharaktere wird sehr gut beschrieben. Gerade was den Umgang mit der Öffentlichkeit angeht, denn Homosexualität war zu dieser Zeit noch ein Tabu. Im Großen und Ganzen ist das Buch nicht besonders leicht zu lesen, weshalb es sich auch weniger für zwischendurch eignet. Man sollte sich hier lieber die Zeit nehmen und das Buch in Ruhe lesen. Cover: Das Cover hat als Grundfarbe, Schwarz und zeigt eine Stadt bei Nacht. Auf der Vorderseite sehen wir unter dem Titel einige Autos und beleuchtete Häuser. Anhand der Autos kann man gut erkennen, in welcher Zeit die Story spielt. Der Titel selbst ist in einem Weiß bis Grau gehalten und hebt sich somit gut vom schwarzen Hintergrund ab. Außerdem passt der Titel perfekt zum Inhalt des Buches, denn dieser spielt ebenfalls in der gehobeneren Klasse. Fazit: Die Autorin hat es geschafft, den Leser zurück in die Zeit zu katapultieren. Außerdem wird ein wirklich interessanter und spannender Mordfall erzählt und am Ende schlüssig aufgeklärt. Hier und da liest sich das Buch etwas stockend und gerade in der ersten Hälfte muss man sich leicht zwingen durchzuhalten, dies wird aber in der zweiten Hälfte besser. Von mir bekommt das Buch 4/5 Sterne. Klappentext: Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache – zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive. (Quelle: Aufbau Verlag) Autor: Joan Weng Titel: Feine Leute Verlag: Aufbau Verlag Genre: Krimi Seiten: 336 Preis: 9,99 ISBN: 978-3-7466-3175-2http://wurm200.blogspot.de/

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  • Drama, Baby!

    Feine Leute

    Gulan

    25. November 2016 um 18:05

    20:43 Uhr und noch immer kein Paul. […] Wo blieb er nur? Was, wenn er gar nicht kam? Wenn er womöglich Willi schickte? Und Carl war so gut präpariert. Gestern Nacht noch, gleich nach dem Gespräch mit Paul, war er nach Hause gestürmt und hatte angefangen zu recherchieren. Bedauerlicherweise hatte er dabei zwei Stück Baumkuchen mit Schlagsahne und eine Bonboniere voll Nougat gefuttert, aber nun kannte er wenigstens jedes Detail, das über den Straumannmord je in einer Berliner Zeitung gedruckt worden war. Vom Rätsel des verschobenen Sessels bis zur ungewöhnlichen Tatwaffe, er wusste alles! Ha, Paul würde schon sehen! (S. 72-73) Der reiche Großgrundbesitzer Gottlieb Straumann wird in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Der mutmaßliche Mörder ist schnell gefunden, sein Verwalter Max Beyer war kurz zuvor im Zimmer, ist der Liebhaber von Straumanns Gattin Beatrice und bei ihm wird zudem auch noch die Tatwaffe gefunden. Trotzdem ist Kommissar Paul Genzer irgendwie nicht zufrieden, dieses Gefühl verstärkt sich noch, als Beatrice Straumann wenig später an einer Überdosis verstirbt. Bei seinen Ermittlungen erhält Genzer unerwartete Hilfe. Diese Hilfe kommt von Comte LeJuste alias Carl von Bäumer, seines Zeichens UFA-Star und Leinwandkommissar. Carl und Paul sind nämlich (selbstredend heimlich) liiert, haben aber gerade (oder vielleicht auch permanent) ein paar Beziehungsprobleme, da Carl gerade von der Presse eine Affäre angedichtet bekommen hat. Carl sitzt also mit koksverschnupfter Nase beim Nachmittagstee bei seiner Schwester, die ihm so manche Details von Familie Straumann erzählt. Man kennt sich halt unter den Junkern Ostpreußens. Da kommt Carl eine nette Idee: Er als Comte LeJuste könnte doch Paul bei den Ermittlungen behilflich sein und damit auch die Unstimmigkeiten zwischen ihnen bereinigen. Eigentlich ist Cozy Crime nicht mehr so meine bevorzugte Untergattung. Aber für diesen Roman habe ich es mal wieder versucht. Ein proletarischer Kommissar erhält bei seinen Ermittlungen Unterstützung durch einen adligen Filmstar. Das Ganze in den Goldenen Zwanzigern in Berlin. Hätte doch trotzdem ganz passabel werden können. Hätte. Denn dieser historische Kriminalroman war vor allem eins: Langweilig. Schon das Setting hat mich nicht völlig überzeugt. Die Autorin pickt sich immer wieder einzelne interessante Schauplätze heraus (z.B. Szenelokal, Unterweltspelunke, Varietétheater), die sich aber irgendwie nicht zu einem stimmigen Ganzen vereinen. Das Geschehen spielt im Mai 1925, aber es werden keine aktuellen Ereignisse, sondern nur die üblichen Stimmungen aus den Jahren davor verarbeitet. Des Weiteren krankt das ganze Buch unter der großen Raum einnehmenden Beziehung zwischen Paul und Carl, was erheblich zu meinem größer werdenden Verdruss beigetragen hat. Warum kann eine homosexuelle Beziehung nicht halbwegs normal dargestellt werden? Stattdessen ein permanentes Drama, Eifersucht, Versöhnung, wieder Streit und das alles in einem jugendlich-naivem Ton und noch nicht mal amüsant. Auch die übrigen Figuren bewegen sich immer nahe am Rande des Klischees oder sind sogar über dem Rand hinaus. Der Fall an sich tritt dadurch ziemlich in den Hintergrund und die ganze Konstellation ist auch ziemlich verworren. Am Ende zaubert die Autorin gar eine Auflösung in Doyleschem Stil aus dem Hut (wenn man die erste Seite des Romans noch in Erinnerung hatte, ist es aber auch nicht mehr so überraschend). So schleppt sich „Feine Leute“ dahin. Kein Tempo, keine Spannung und auch ansonsten wenig Grund zur Begeisterung. Angeblich war das der Auftakt zu einer Serie. Sorry, aber ich bin raus.

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    • 9
  • Die feinen und nicht so feinen Leute treiben`s bunt

    Feine Leute

    pinamunch

    04. November 2016 um 18:27

    Sehr fesselnder Kriminalroman, dessen Spannung sich aus der raffinierten Verflechtung der Ebenen „Beziehung Carl/Paul“ und dem eigentlichen Kriminalfall speist. Der Kriminalfall entpuppt sich als komplizierter, als er oberflächlich betrachtet zunächst aussieht, da mögliche Motive für die einzelnen Morde nicht sofort offensichtlich sind und dadurch nur schwer zum Mörder führen. Dafür ist ein Eintauchen in die Psyche der Verdächtigen vonnöten, das aus mehreren Perspektiven erfolgt, als sich Carl ohne Pauls Wissen in die Ermittlungen einklinkt, und diese mit seiner anderen Herangehensweise und seinem internen Einblick in die gehobene Gesellschaftsschicht bereichert. Die Handlung wirkt schnell und die Probleme der Figuren so aktuell, dass sie ab und zu vergessen lassen, dass „Feine Leute“ in den 1920er Jahren spielt. Mit dem Thema Homosexualität lässt Joan Weng ein aktuelles und doch altes Thema vorkommen, das auf der historischen Existenz einer solchen Szene in Berlin der Weimarer Republik basiert. Bei der Selbstverständlichkeit, mit der die Charaktere ihre Homosexualität ausleben, war ich mir nicht sicher, ob Männer in den 1920er Jahren damit wirklich so umgegangen sind. Auch wäre bei Carl und Paul spannend gewesen zu erfahren, wie lange sie ihre Beziehung im Geheimen noch hätten weiterführen können. Die Charakterisierung der Haupt- und Nebenfiguren gerät präzise und humorvoll, aber nicht sarkastisch. Man kann sich gut in sie einfühlen und fiebert mit. Es ist auch eine gute Wahl, die Hauptfiguren aus sehr unterschiedlichen Hintergründen kommen zu lassen, dadurch ist eine Heterogenität gewährleistet, die zur Spannung beiträgt. Die Auflösung des Falles ereignet sich plötzlich und überraschend, nach einem etwas zu langatmigen Beziehungsstreit zwischen Carl und Paul. Insgesamt sehr empfehlenswert!

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  • Feine Leute

    Feine Leute

    kira35

    Kurzbeschreibung: (Klappentext) Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache - zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive. Meinung / Fazit: Ein Krimi in den zwanziger Jahren in Berlin ist bestimmt unterhaltsam - so dachte ich. Leider habe ich noch nie so lange für ein Buch gebraucht. Der ungewohnte Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber man kann sich damit arrangieren. Leider brach die leichte Spannung - wenn sie sich aufgebaut hatte - plötzlich ab, da ständig neue Nebenschauplätze und Protagonisten auftauchen und ich zeitweise den Überblick verlor. Die private Beziehung - ein hin und her - zwischen Genzer und Bäumer, die einen wesentlichen Bestandteil der Geschichte ausmacht, zieht sich - auch gedanklich ausgeführt - arg in die Länge. Schade, ich habe mir mehr von diesem Roman versprochen.

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    • 2

    Bella5

    31. May 2016 um 23:56
  • Hat mich sehr gut unterhalten

    Feine Leute

    PMelittaM

    Berlin 1925: Der Gutsbesitzer Gottlieb Straumann wird tot aufgefunden. Schnell scheint klar, dass sein Verwalter Max Bayer ihn getötet hat, angestiftet von Bernice Staumann, Ehefrau des Toten und Geliebte des Verwalters. Doch ist der Fall wirklich so einfach? Kriminalkommissar Paul Genzer ermittelt und wird tatkräftig unterstützt von Carl von Bäumer, dem UFA-Star, der mit Paul ein besonderes Verhältnis unterhält. Kriminalromane im Berlin der 20er Jahre lese ich sehr gerne und so freute ich mich, einen weiteren entdeckt zu haben. Der Roman liest sich sehr gut und entwickelte sich für mich schnell zum Pageturner. Mir gefällt vor allem der Erzählstil, die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven durch die Gedankengänge der einzelnen Charaktere erzählt. Man bekommt so unverstellt die Gedanken von Menschen der damaligen Zeit mit, diese machen sich dabei auch Gedanken über handelnde Personen oder drücken politische Stimmungen aus. Der Roman transportiert so nicht nur die eigentliche Geschichte sondern auch viele Informationen zum tatsächlichen und fiktiven (z. B. bezogen auf den o. g. UFA-Star) Stimmungsbild der 20er Jahre. Da historische Persönlichkeiten (z. B. Erich Gennat, den man auch in anderen Kriminalromanen aus der damaligen Zeit trifft) und Örtlichkeiten Berlins auftauchen, regt der Roman auch zum Selbstrecherchieren an, etwas, das ich an historischen Romanen besonders mag.Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf das Verhältnis zwischen Paul und Carl, das in damaligen Zeiten unter den sogenannten Unzuchtparagraphen (§ 175 StGB) fiel und strafbar war. Mir hat die Beziehung der beiden sehr viel Spaß gemacht, vor allem auch, weil sie so unterschiedlich sind, hier der nicht gerade gut aussehende, aus einfachen Verhältnissen stammende Kommissar und dort der adelige „schönste Mann der UFA“. Auch die Reaktionen und Gedanken anderer Leute auf bzw. über Carl sind sehr amüsant dargestellt, da er im Film einen Ermittler verkörpert, wird ihm z. B. bedenkenlos abgekauft, dass er im Todesfall Straumann ermitteln darf. Es gibt überhaupt Einiges zum Schmunzeln in diesem Roman ...Doch auch der eigentliche Fall geht nicht unter, man erlebt Verhöre und Ermittlungen und am Ende gibt es eine zufriedenstellende Auflösung. Auch lässt es sich wunderbar miträtseln und es gibt mehr als eine überraschende Wendung.Durch den besonderen Erzählstil verlangt der Roman schon ein aufmerksames Lesen, auch, weil es schade wäre, Dinge zu überlesen, die zusätzlich Vergnügen bereiten. So gibt es eine Szene, die aus der Perspektive eines Liftboys erzählt wird, von dem man nicht erwartet, ihn später wieder zu treffen, jedoch spielt er an einer anderen Stelle noch einmal eine wesentliche Rolle, dass er dort beteiligt ist, könnte man jedoch leicht überlesen. Überhaupt ist am Ende mehr miteinander verbunden, als man zunächst ahnen konnte. Insgesamt ist der Roman sehr kurzweilig und hat mich ausgesprochen gut unterhalten.Joan Wengs Romandebüt ist ein richtig guter Kriminalroman, der durch seine besonderen Erzählstil, die außergewöhnlichen Ermittler und den interessanten Fall sehr gut unterhält. Von mir gibt es 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung, vor allem für Jene, die gerne historische Kriminalromane lesen. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Fall, der Anfang 2017 erscheinen soll.

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    • 7
  • Nicht ganz mein Fall

    Feine Leute

    Luiline

    10. May 2016 um 11:45

    Heute gibt es eine Rezension zu dem Kriminalroman "Feine Leute" von Joan Weng. Kurzinformationen: Verlag: Aufbau Taschenbuch Seitenzahl: 336 Erscheinungsjahr: 2016 ISBN: 978-3-7466-3175-2 Preis: 9,99€ Inhalt: Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache – zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive. Meine Meinung: Der Einstieg in die Geschichte ging sehr schnell und man lernt am Anfang den Protagonisten Carl von Bäumer kennen, einen adeligen Schauspieler. Schnell erfährt man, dass er eine Beziehung mit dem Kriminalkommissar Paul Genzer führt, diese aber momentan in einer Krise steckt. Die Geschichte spielt über einen Zeitraum von einer Woche und jeder Tag stellt ein Kapitel dar. Zwischen den einzelnen Abschnitten wechseln aber häufiger die Perspektiven. Paul Genzer muss im Fall des ermordeten Straumann ermitteln und eigentlich scheint die Sache klar zu sein und der Mörder steht schon fest. Aber Carl glaubt, dass etwas an der Sache faul ist und beginnt ebenfalls zu ermitteln. Dabei hilft ihm sein Ansehen, denn so kann er sich um Kreis der "feinen Leute" von Berlin umhören. Im Buch nimmt der Kriminalfall zwar eine große Stellung ein, aber ich finde es geht hauptsächlich um die Beziehung zwischen Paul und Carl. Es gibt ständig Missverständnisse zwischen den beiden und Paul versucht irgendwie die Beziehung noch zu retten. In der damaligen Zeit gar nicht so einfach, denn beide stehen in der Öffentlichkeit und Homosexualität galt damals noch als ein Verbrechen. Dieser Aspekt der Geschichte war sehr interessant, dadurch ist der Kriminalfall etwas in den Hintergrund gerückt. Beide Figuren habe ich als sehr interessant empfunden und irgendwie waren die beiden auch recht skurril! Der Schreibstil ist relativ anspruchsvoll, passt aber zur damaligen Zeit und einige Figuren reden auch mit Dialekt, was sehr authentisch rüber kommt. Generell hat die Autorin die damalige Zeit sehr gut getroffen, soweit ich das beurteilen kann. Mir hat bei diesem Buch aber die typische Ermittlerarbeit gefehlt und manche Handlungsstränge haben sich mir nicht ganz erschlossen. Das Buch hat sich aber schnell lesen lassen und die Auflösung am Ende erscheint mir plausibel. Fazit: Eine Geschichte, die in einer sehr interessanten Zeit spielt und zwei besondere Protagonisten enthält, mich aber nicht richtig überzeugen konnte. An der ein oder anderen Stelle hatte ich etwas Probleme mit dem Buch und ich konnte nicht allen Handlungssträngen folgen. Im Januar erscheint der zweite Band "Noble Gesellschaft" ebenfalls im Aufbau Verlag!

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  • Ein scheinbar glasklarer Fall...

    Feine Leute

    kassandra1010

    03. April 2016 um 19:30

    Kommissar Paul Genzer hat einen scheinbar glasklaren Fall auf dem Tisch. Eine reiche Gattin soll den Mord an ihrem unliebsamen alten Ehemann bei ihrem Geliebten in Auftrag gegeben haben. Aber als dann die reiche Witwe selbst verstirbt, muss Paul Genzer gestehen, dass er ohne die Hilfe seiner „Geliebten“ in den Ermittlungen feststeckt.   Weng führt uns in das Berlin Ende 1920 das vor Unzuchtparagraphen, Blauäugigkeit, verlorenem Kriegswahnsinn und Drogen nur so strotzt.   Die goldenen Zwanziger Jahre mit ihrer Scheingesellschaft zeigen klar den Unterschied zwischen Arm und Reich und der Macht und Gier der Bussi-Bussi-Gesellschaft.   Ein Kriminalroman, bei dem mit das Ermittlerteam zwar gut gefällt, die Geschichte selbst aber eher an eine Liebesstory mit viel Wehmut als mit Spannung daher kommt.  

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  • Mir fehlte besonders die Krimikomponente

    Feine Leute

    seschat

    28. March 2016 um 14:59

    INHALTBerlin um 1925 ist ein Ort der Vergnügung und der Bohème. Nach dem verheerenden ersten Weltkrieg will man das Leben wieder voll und ganz auskosten und dazu gehören u.a. ausschweifende Feiern mit leichten Mädchen, Drogen und allerhand Kultur.Während dieser umtriebigen Zeit ereignet sich ein Mord. Der stadtbekannte Unternehmer Gottlieb Straumann wird umgebracht. Und ganz Berlin fragt sich, ob es ein Auftragsmord seiner treuelosen Gattin Bernice gewesen sei? Kriminalkommissar Paul Genzer und sein Freund Carl von Bäumer, ein national berühmter Ufa-Star, versuchen den Fall aufzuklären. Dafür ermitteln beide im Umfeld der Schönen und Reichen.MEINUNGJoan Wengs Debüt „Feine Leute“ ist mehr eine Sozialstudie der oberen Zehntausend im Berlin der 20er Jahre als ein Kriminalroman. Ich bin aufgrund des vollmundigen Klappentextes mit großen Erwartungen und Hoffnungen an diese Lektüre herangetreten. Leider konnte ich nur bedingt mit Wengs Umsetzung etwas anfangen.Im Zentrum der Handlung stand nicht der Unternehmer-Mord, sondern das schwule Pärchen Genzer-von Bäumer und deren Beziehungsprobleme. Darüber hinaus ging es vordergründig um die banalen Probleme und Abgründe der Berliner Oberschicht. So wurde einerseits die Stimmung der damaligen Zeit – Goldene Zwanziger – sehr realistisch transportiert, andererseits gerieten dadurch die Straftaten eher in den Hintergrund. Letzteres lag auch an der drögen bis zähen Erzählweise der Autorin. Langeweile anstatt Spannung stellte sich ein. Ich musste mich förmlich dazu zwingen, die über 300 Buchseiten bis zum Ende durchzulesen. Ständig wechselten die Erzählperspektiven und Szenen und man konnte der Handlung nicht immer folgen. Es fehlte der rote Faden bzw. an Ordnung. Dadurch wurde mir die gesamte Geschichte mächtig vergällt. Zwar gefiel mir der Einblick in die Zeit sehr, auch das Lebensgefühl wurde gut eingefangen, aber den etwas flapsigen bis ordinären Erzählton, den vor allem Carl von Bäumer an den Tag legte, empfand ich mehr als unpassend. Beide Protagonisten - Carl von Bäumer und Paul Genzer – blieben zu blass, regelrecht gestaltlos. Der verworrene Krimiplot wurde erst gegen Ende verständlicher, für mich aber zu spät.FAZITAlles aber kein Krimi. Liebhaber der Goldenen Zwanziger werden dem Werk wohl noch etwas abgewinnen können, Krimiliebhaber sollten eher die Finger davon lassen.  

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  • Feine Leute

    Feine Leute

    Blaustern

    23. March 2016 um 16:10

    Berlin im Jahre 1925: Die feinen Leute sind sicher, dass Bernice ihren reichen Mann hat umbringen lassen. Nämlich von ihrem Liebhaber. Der Kriminalkommissar Paul Genzer ist sich da nicht so sicher. Und als die Witwe dann auch noch an einer Überdosis Morphium, die Modedroge seinerzeit, stirbt, sieht er sich darin bestätigt. Er ermittelt bei der hohen Gesellschaft, und da finden sich natürlich schnell Betrügereien, Drogenkonsum etc. Hilfe erhält er von dem Filmstar Carl von Bäumer, der sich in diesem Milieu auskennt und noch dazu sein Partner ist, was zur damaligen Zeit auch nicht ganz einfach war.Der Krimi spielt in den 20er Jahren in Berlin, und die damalige Atmosphäre kann man gut spüren mit all ihrer Partylaune und dem Drogenrausch. Die Homosexualität, die hier Thema, ist verpönt, und die Leute sind schon wieder in Kriegsstimmung. Der Schreibstil entspricht dem ebenso, was gut passt, aber schwierig zu lesen ist, denn er ist ausgesprochen gehoben. Somit dauert das Lesen der Lektüre doch etwas länger. Dazu werden dann auch noch so einige Kraftausdrücke geboten. Die Spannung kann man hier leider suchen, denn das Hauptaugenmerk liegt nicht etwa auf dem Kriminalfall, sondern auf dem Beziehungsleben des Ermittlers und seinem homosexuellen Freund und all ihren Problemchen. Dazu benehmen die beiden sich manchmal echt albern mit ihrer Eifersucht. Sie sind noch ziemlich unreif für ihr Alter. Das Ende dann ist aber logisch und nachvollziehbar.

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  • 3,5 Sterne für ein Krimidebüt das in die Golden Zwanziger Jahre entführt.

    Feine Leute

    Antek

    „Feine Leute“ beginnt mit einer Zeitungsmeldung über eine Premierenaffäre von Schauspieler und UFA-Star Carl von Bäumer. Am Ende der ersten Seite kann der reiche Unternehmer Gottlieb Straumann schon den Revolverlauf am Schädel fühlen. Der Einstieg verspricht wirklich Spannung. Allerdings ist dieser Mord dann lange Zeit nicht das zentrale Thema, denn für die Polizei ist eigentlich klar, dass die Ehefrau Bernice ihren Gatten vom Verwalter, mit dem sie eine Affäre hatte, ermorden lies. Vielmehr geht es um die Auswirkungen der Premierenaffäre. Diese war nämlich Grund für Kriminalkommissar Paul Genzer die eigentlich glückliche Beziehung zu Carl von Bäumer zu beenden. Beide leiden furchtbar unter der Trennung und der bildhübsche UFA Star, der seit drei Jahren den erfolgreichsten Ermittler von Paris spielt, hofft nun Paul zurückgewinnen zu können, indem er für ihn den Fall löst bzw. ihn zumindest mit kriminalistischem Gespür und guten Hinweisen beeindrucken kann. Carl stößt bei seinen Nachforschungen auf Ungereimtheiten und als die für schuldig gehaltene Witwe dann an einer Überdosis Morphium stirbt, ist auch für Paul klar, dass hier etwas gar nicht stimmt. Wirklich gut hat mir die Atmosphäre im Berlin der Zwanzigerjahre gefallen. Die Ausdrucksweise ist der Zeit angepasst und auch die Handlung ist davon geprägt. So haben z.B. Carl und Paul mit dem Unzuchtsparagraphen, der Homosexualität für krankhafte Verirrungen und bedauerliche Neigungen  hält und bestraft, zu kämpfen. Wobei sie dafür ihre Beziehung eigentlich recht locker ausgelebt haben. Die Menschen sind voller Kriegsbegeisterung. So ist Frau stolz, wenn sie möglichst viele Söhne gebärt um künftige Soldaten zu erschaffen, ist der Kriegsdienst eine besondere Auszeichnung und auch der erste judenfeindlichen Äußerungen sind zu vernehmen. Frau trägt Crepe Georgette Kleider oder Creperöcke, auch der Hermelinkragen ist im Trend und Pullunder sind beim Herrn zum Tee nicht schicklich. Zum Vergnügen wird im Wintergarten Variete Charlston und Foxtrott getanzt, jede Menge getrunken, geraucht und gekokst. Die neue Modedroge Morphium taucht auf. Ab und an ist auch von einer Nebenrolle Berlinerisch zu vernehmen, was mit gut gefallen hat. Ich musste mich erst etwas an den Sprachstil gewöhnen. Die beiden Männer leiden ganz furchtbar und deshalb schweifen Gespräche und die Handlung besonders anfangs oft ab und widmen sich mehr dem Liebeskummer. Dann liest sich der Krimi aber recht locker, leicht. Ich konnte ab und an auch schmunzeln, z.B. über Heinrich Carls neugierigen Diener, der unbedingt wissen muss, warum in jedem Zimmer Vaseline zu stehen hat. Ab und an musste ich aber auch schlucken, Schlampe, rothaariges Flittchen und Kraftausdrücke sind nämlich ebenfalls zu finden. Der Krimi beginnt eigentlich spannend. Mir gefällt auch, wenn man die handelnden Personen näher kennenlernt. Wenn allerdings die Beziehungsprobleme den Hauptpart einnehmen, bin ich nicht ganz so glücklich. Vor allem wenn ich die Eifersüchteleien teilweise schon als kindisch abtun muss. Man verabredet sich mit anderen, um den anderen eifersüchtig zu machen, man kann nicht miteinander reden und etwaige Missverständnisse aufklären? Aber das liegt vielleicht auch mit daran, dass Carl mit seinen 23 Jahren auch noch ein rechter Jungspund und Paul nicht viel älter ist. Der Kriminalfall plätschert im Hintergrund mal mehr, mal weniger so vor sich hin. Einen Spannungsschub hat dann der Tod der Witwe gebracht, der allerdings auch einige Zeit auf sich warten hat lassen. Die Ermittlungen und die Aufklärung des Falls sind nachvollziehbar, konnten bei mir aber nicht mit Spannung punkten. Die Charaktere von Paul und Carl sind gut gezeichnet und ich konnte mir die beiden wirklich gut vorstellen. „ Er Carl von Bäumen, der schönste Mann der UFA, hockte neben dem Telephon wie ein sitzengelassener Backfisch“ Diese Beschreibung sagt so ziemlich alles, heute würde man wohl sagen, Carl springt Paul hinterher.  Die anderen Charaktere werden meist nur angerissen und deshalb war es für mich nicht immer ganz einfach den Überblick zu behalten. Alles in allem ein netter Ausflug ins Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre. Ein bisschen weniger Beziehungsprobleme und ein klein wenig mehr Spannung wären mir lieb gewesen. 3,5 Sterne

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    • 2
  • ein verzwickter Fall

    Feine Leute

    tweedledee

    17. March 2016 um 10:44

    Klappentext: "Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache – zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive. Ein Kriminalfall vor besonderer Kulisse: die Goldenen Zwanziger Jahre und ihre feine Gesellschaft." Ich hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten, mich in den Schreibstil einzulesen, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte ließ sich die Geschichte aber flott lesen. Man taucht in die Golden Twenties ein, in eine ganz andere, längst vergangene Zeit. Durch die bildliche Beschreibung der damaligen Mode und Architektur lebt die Zeit vor dem inneren Auge auf, ich hatte die Menschen und Szenen vor Augen. Man lernt Kriminalkommissar Paul Genzer kennen, der mit dem Schauspieler Carl von Bäumer liiert ist. Das in einer Zeit, als homoerotische Neigungen noch als Unzucht galten, unter Strafe standen. Paul Genzer und Carl geben die Ermittler, die nach Sherlock Holmes Manier den Fall lösen, dabei gibt es jede Menge falscher Fährten. Ich fand die Figuren soweit gut charakterisiert, trotzdem hat mir das gewisse Etwas gefehlt um richtig nah an sie ranzukommen. Ich war nur der Beobachter am Rande und nicht mitten im Fall dabei. Die Beziehung der beiden war mir zu dominant, was zu Lasten der Spannung ging. Mir hätte es besser gefallen wenn die Ermittlungen noch mehr Raum bekommen hätten. Trotz kleiner Kritikpunkte hat mich der Krimi aber gut unterhalten, da mir die Kulisse Berlin in den Goldenen Zwanzigern sehr gefallen hat.

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  • Die Goldenen Zwanziger

    Feine Leute

    buecherwurm1310

    Berlin 1925: Paul Genzer ermittelt in einem Fall, der recht eindeutig erscheint. Der reiche Gottlieb Straumann wurde erschossen und seine Frau Bernice ist tatverdächtig. Genzer hat Zweifel und als Bernice dann plötzlich auch an einer Überdosis Morphium stirbt, sieht er seine Zweifel bestätigt. Seine Ermittlungen bringen ihn in die ihm fremde High Society, daher kommt ihm die Unterstützung des Schauspielers Carl von Bäumer sehr gelegen. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und daher lässt sich das Buch nicht so einfach weg lesen. Die beiden ungleichen Ermittler ergänzen sich sowohl bei den Ermittlungen als auch im Privatleben. Sie wurden authentisch und gut beschrieben, so dass ich sie mir vorstellen konnte. Ihre privaten Probleme standen mir aber zu sehr im Vordergrund. Alle anderen Charaktere waren nicht so detailliert gezeichnet. Die Goldenen Zwanziger in Berlin sind Jahre des Aufatmens nach einer schwierigen Zeit und geprägt von der Sucht nach Vergnügen. Ich mag Krimis, die in dieser Zeit  und in Berlin spielen, denn damals herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Aber diese Atmosphäre habe ich hier nicht gespürt. Für mich blieb die Spannung auf der Strecke, da es doch eine Reihe von Nebenschauplätze gibt. Es löst sich am Ende aber alles schlüssig auf und Zusammenhänge werden klar. Dieses Buch hat mich nicht vollends überzeugen können.

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  • Gute Grundidee, schlechte Umsetzung

    Feine Leute

    Bella5

    Inhalt: Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache – zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive... Meine Meinung: Die Beschreibung hört sich toll an, oder? Der Stoff, aus dem gute Geschichten sind! Ich bin ein großer Fan von stories, die im Berlin der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts spielen. Volker Kutschers Reihe rund um den Ermittler Gereon Rath liebe ich. Daher habe ich mich sehr auf diese Lektüre gefreut. Auch das schöne Cover lädt zum Lesen ein! Jedoch konnte mich die Umsetzung und Ausarbeitung überhaupt nicht überzeugen! Stil und Sprache sind immens simpel, die Figuren bleiben blass und fast klischeehaft schematisch - der kräftige Proletarier, der feingliedrige Aristokrat. Leider steht nicht der Kriminalfall im Fokus der Erzählung, sondern die Beziehungsprobleme der Protagonisten, die sich wie Pubertierende benehmen. Sehr gewundert hat mich auch, dass Genzer seinen Fall freimütig mit jedem teilt. Die Autorin flicht viele Schlagworte ein, um die Geschichte in die avisierte Zeit zu versetzen: Haus Vaterland, Elektrische, Horch (später bekanntlich Audi). Ein paar Zutaten in die Erzähl-Suppe gemischt und kräftig mit dem literarischen Kochlöffel umgerührt. Leider funktioniert das nicht; dem Krimi mangelt es schlicht an Raffinesse und das Ganze liest sich stellenweise leider wie Geschwätz, der Stil ist viel zu mündlich. Schade! Aus dem Stoff hätte man viel mehr machen können. Ich habe während der Lektüre auf eine Steigerung gehofft und wollte nicht abbrechen, denn es gibt Erzählelemente, die mir durchaus gefallen haben, etwa die Berührungspunkte zwischen dem "schönsten Mann der UFA" und der Polizei. Mehr kann ich nicht verraten, um nicht zu spoilern. Diesen Aspekt hätte man noch liebevoller und weniger stereotyp herausarbeiten können. Fazit: Gute Grundidee, schlechte Umsetzung.

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