Joanna Briscoe Gefährliche Nähe

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(0)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Gefährliche Nähe“ von Joanna Briscoe

Eine Künstlerkolonie im Südengland der 70er Jahre: Dora, Lehrerin an einer alternativen Schule, einen kreativen Ehemann an ihrer Seite, hat hier ihren Lebenstraum verwirklicht. Ihre Tochter Cecilia hingegen möchte vor dieser Freizügigkeitskultur am liebsten davonlaufen. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als die Töpfer- und Kletterkurse gegen klare Regeln und klassische Uniformen einzutauschen. Als der Englischlehrer James Dahl, Absolvent einer Eliteuniversität, an ihre Schule kommt, verbreitet er erstmals eine Aura der klassischen Bildung und Eleganz in Cecilias Welt. Dora nimmt das Schwärmen ihrer Tochter nicht ernst, sie ist selbst viel zu sehr mit ihrer eigenen Gefühlswelt beschäftigt: Nach Jahren einer erfüllten Ehe fühlt sie sich ausgerechnet zu Dahls weltläufiger, charismatischer Frau hingezogen. Sie bemerkt nicht, dass die Schwärmerei ihrer Tochter mehr und mehr Grenzen überschreitet.

Stöbern in Romane

Zeit der Schwalben

Sehr berührend

Amber144

Die Kapitel meines Herzens

Ein mitreißend verfasster Roman für bibliophile Zeitgenossen und Fans der Brontë-Epoche.Literarische Unterhaltung mit Niveau und viel Esprit

seschat

Tochter des Diktators

Beeindruckender Roman über die Liebe, die eigentlich nie passiert ist, und ein Leben, das nie stattgefunden hat. Fein erzählte Biografie.

FrauGoldmann_Buecher

Palast der Finsternis

Effektvoller Schauerroman-Genremix - gut geschrieben und mit anfänglicher Sogwirkung. Leider Punkteinbußen in Aufbau und Auflösung.

lex-books

Am Ende der Reise

Eine berührende, tragisch-komische Familiengeschichte, die zwischen den Zeilen zum Nachdenken anregt.

HarleyQ

Der Meisterkoch

Märchenhaft à la 1001 Nacht. Abenteuerlich, phantastisch, romantisch - spricht alle Sinne an. Geheimnisvoll und spannend bis zum Ende.

hasirasi2

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Gefährliche Nähe von Joanna Briscoe

    Gefährliche Nähe
    AylinsBuchstunde

    AylinsBuchstunde

    18. January 2014 um 20:02

    Eine Künstlerkolonie im Südengland der 70er Jahre: Dora, Lehrerin an einer alternativen Schule, einen kreativen Ehemann an ihrer Seite, hat hier ihren Lebenstraum verwirklicht. Ihre Tochter Cecilia hingegen möchte vor dieser Freizügigkeitskultur am liebsten davonlaufen. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als die Töpfer- und Kletterkurse gegen klare Regeln und klassische Uniformen einzutauschen. Als der Englischlehrer James Dahl, Absolvent einer Eliteuniversität, an ihre Schule kommt, verbreitet er erstmals eine Aura der klassischen Bildung und Eleganz in Cecilias Welt. Dora nimmt das Schwärmen ihrer Tochter nicht ernst, sie ist selbst viel zu sehr mit ihrer eigenen Gefühlswelt beschäftigt: Nach Jahren einer erfüllten Ehe fühlt sie sich ausgerechnet zu Dahls weltläufiger, charismatischer Frau hingezogen. Sie bemerkt nicht, dass die Schwärmerei ihrer Tochter mehr und mehr Grenzen überschreitet. Meine Zusammenfassung & eigene Meinung: Zu Beginn bleibt das Buch etwas farblos, wie ich finde, doch später ändert sich dies. Die Geschichte an sich finde ich sehr schön, da es keine gewöhnliche Liebesgeschichte ist und dies macht es spannend für den Leser. Die Idee der verbotenen Liebe konnte ich gut nachvollziehen und ich konnte mich meistens gut in die Protagonistin Cecilia hineinversetzen auch wenn sie manchmal etwas "blass" beschrieben wurde, was es. Spontanität und Entscheidungen nach Gefühl machen ihr Angst, doch sie tut es in Hinsicht auf James Dahl trotzdem. Sie ist eine starke und schwache Person zu gleich und genauso ist sie einem sympathisch und unsympathisch. Der Lehrer James Dahl war sehr gut beschrieben, die Autorin hat es geschafft ihn in Worte zu packen, sodass ich ein sehr deutliches Profil von ihm im Kopf hatte, doch trotzdem muss man ihn erst mal durchblicken bevor man urteilt. Er war mir sehr symphatisch. Doch kamen sehr wenig Handlungen und Momente zwischen James und Cecilia vor, was ich sehr schade finde, gerade bei dem Wichtigkeitsgrad der beiden Personen. Die zusätzliche Idee der Autorin, von der großen Leidenschaft, die sich zwischen Cecilias Mutter Dora und James Frau Elisabeth entwickelt finde ich super, da es mal was ganz anderes ist. Doch kommen auch zwischen diesen zwei tollen Charakteren leider zu wenige Szenen vor und wenn dann immer sehr kurze Momente, die sehr schnell wieder vorbei sind. Dies machte es mir sehr schwer, diese beiden Frauen, auf die ich sehr neugierig war besser kennenzulernen. Was mir etwas gefehlt hat, war ein Stück Liebe. Man wusste natürlich das es eine Liebe oder Leidenschaft zwischen den Figuren gibt, jedoch wusste man es nur, weil die Autorin es erwähnt hat. Es hätte der gesamten Geschichte das gewisse Etwas gegeben, wenn man es gespürt hätte das es zwischen den Figuren kribbelt. Die Schauplätze im Buch sind super beschrieben, sodass man gut informiert ist und es sich bildlich gut vorstellen kann. Fazit: Es ist eine sehr interessante Geschichte aber leider auch mit sehr viel ungenutztem potenzial. Ich fand das Buch dennoch gut aber es hätte noch viel besser sein können mit etwas mehr Liebe zum Detail. Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal Lust hat, etwas anderes zu lesen.

    Mehr
  • Rezension zu "Gefährliche Nähe" von Joanna Briscoe

    Gefährliche Nähe
    Kittyzer

    Kittyzer

    26. May 2012 um 21:52

    Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich, dachte Cecilia und kritzelte die Worte an den Seitenrand. Sie blickte zu den Jungs, die sich an den Pulten gegenüber fläzten: pickelig und zeitweise tiefrot, entsetzliche Kreaturen, die sie niemals angefasst und mit denen sie kaum je gesprochen hatte. Sie gönnte sich einen Blick auf den Mann vor der Klasse, mit seiner Autorität, den dunklen Wimpern und dieser spürbaren leichten, fernen Traurigkeit. James Dahl, schrieb sie als Schwur. -- INHALT: Dora und ihr kreativer Ehemann Patrick können ihren Lebenstraum in der Künsterkolonie in Südengland ausleben,während sie ihre Kinder auf eine Schule voller Freiheiten schicken. Ihre Tochter Cecilia hingegen möchte am liebsten davonlaufen. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als die Töpfer- und Kletterkurse gegen klare Regeln und klassische Uniformen einzutauschen. Ihr Englischlehrer James Dahl ist da so ganz anders, bringt Bildung in ihr Leben und endlich auch autoritäre Strukturen. Cecilia verfällt ihm voll und ganz. Dora nimmt das Schwärmen ihrer Tochter nicht ernst, sie ist selbst viel zu sehr mit ihrer eigenen Gefühlswelt beschäftigt: Sie fühlt sich zu Dahls Frau Elisabeth hingezogen und bemerkt nicht, wie sowohl sie als auch Cecilia immer mehr in den Strudel ihrer Gefühle gezogen werden... BUCHAUFMACHUNG: Selten habe ich ein nichtssagenderes Cover gesehen! Auf den Inhalt eingehen hätte man mit einer Aufmachung wohl sowieso nicht können, aber warum ziert das Titelbild ein auf einem Fenstersims sitzendes Mädchen? Das Haus passt zwar zur Vorstellung der 70er, dennoch, hier hätte ich mir etwas Originelleres gewünscht. MEINE MEINUNG: Auch wenn der Titel "Gefährliche Nähe" mehr oder weniger einen Thriller weissagt, was ich relativ wenig gelungen finde, war ich von dem Plot sehr schnell fasziniert und hoffte eine Achterbahn der Emotionen. Tatsächlich dauert es aber relativ lange, bis man in den Geschehnissen des Romans gefangen ist und anfängt, mitzufühlen... Joanna Briscoe hat einen sehr ausführlichen, detailverliebten Schreibstil. Es kommt nicht selten vor, dass sie absatzweise die Umgebung oder die Gefühle beschreibt. So kommt einem zwar alles näher und die Vorstellungen werden so um einiges bereichert - trotz der schönen Formulierungen und Worte kann das aber auch leicht zu Langeweile führen. Denn wenn lange Zeit nichts passiert, sondern nur berichtet wird, fühlt es sich so an, als hätte hier eindeutig gekürzt werden können. So fiel es mir leicht, das Buch wieder zuzuklappen und mich anderen Dingen zuzuwenden, obwohl mich die Storyline interessierte. Die Charaktereigenschaften werden durch die Ausführlichkeit allerdings so schnell deutlich. Während Cecilia früher ein naives, junges Mädchen war, das für den Lehrer schwärmte und einfach nicht loslassen konnte, ist sie nun, bei ihrer Wiederkehr, eine liebevolle Ehefrau und Erziehende dreier Kinder, die allerdings sowohl ihrer Mutter als auch James Dahl grollt. Sie ist nie über die Geschehnisse von damals hinweggekommen. Dora hat in gewisser Weise durch ihre Krebserkrankung dazu geführt, dass ihre Tochter zurückgekehrt ist. In einer schon lange im Sand verlaufenen Ehe fand diese Bestätigung in einer Affäre mit Elisabeth Dahl - die bis heute anhält. Sie versucht alles, um Cecilia und deren Familie bei sich zu behalten, um nicht so einsam zu enden. Sie ist sehr sympathisch, wiederholt sich aber oft in ihren Ausflüchten ihrer Tochter gegenüber. Das Ehepaar Dahl hat auf mich oftmals extrem verwirrend gewirkt. Beide sind einerseits liebevoll und andererseits immer zurückgezogen. James' Affäre mit Cecilia hat ihm unglaubliche Schuldgefühle angelastet, aber von dem Mädchen lassen konnte er auch nicht, vielleicht durch ihre jugendliche Vitalität. Im Alter geht er mit vielem lockerer um, hat eine Wandlung durchgemacht und kann endlich zu seinen Gefühlen stehen. Die Entwicklung gefiel mir gut, scheint er doch so weit weniger kühl. Elisabeth dagegen bleibt das gesamte Buch über kalt und abweisend, durchsetzt von kurz währender Zuneigung und hartem Zynismus. Ihr Charakter ist absichtlich so gegensätzlich gestrickt, so allerdings auch nicht einen Moment lang sympathisch. Erzählt wird der Roman im Präteritum, immer wieder wechselnd aus Cecilias und Doras Sicht. So baut man zu beiden eine gute Verbindung auf und kann ihre Erlebnisse, Gefühle und Gedanken toll nachvollziehen. Schade fand ich, dass die Kapitel aus der Vergangenheit ab circa Seite 200 schlagartig aufhörten und die Erinnerungen in die jetzige Zeit eingebaut wurden - dabei mochte ich grade die anderen Szenen besonders gern. Die Emotionen aller Beteiligten werden eindrücklich geschildert, wirken aber manchmal geradezu bedrückend - insbesondere, als dann auch noch Szenen aus den Sichten zweier Töchter Cecilias hinzukommen, die ich beide für äußerst merkwürdig hielt. Dass sowohl die Tochter als auch die Mutter eine Affäre mit einem Mitglied der Familie Dahl haben oder hatten, ist natürlich nicht komplett überzeugend. Dennoch schafft Joanna Briscoe es mit sehr viel Feingefühl, das Ganze sehr realistisch darzustellen. Die Verhältnisse wirken bis ins Jetzt nach und haben Dora und Cecilia beide nie losgelassen. Zum Ende hin werden ein paar Geheimnisse aufgedeckt, die ich so erahnt, aber trotzdem nicht hatte kommen sehen. Das offene Ende lässt Raum für eigene Überlegungen und wirkt so sehr passend, kann aber nicht ausgleichen, dass im gesamten Roman relativ wenig passiert. FAZIT: "Gefährliche Nähe" besitzt einen wunderbar ausgearbeiteten Plot, interessante Charaktere und einen beeindruckend schönen Schreibstil, ist aber zwischendurch leider durch ellenlange Beschreibungen etwas einschläfernd. Das führte dazu, dass ich beinahe ewig an diesem Buch saß. Wer also auf ruhigere Geschichten und eine gute Ausarbeitung wert legt, sollte sich dieses Werk einmal ansehen. 3 Punkte.

    Mehr
  • Rezension zu "Gefährliche Nähe" von Joanna Briscoe

    Gefährliche Nähe
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. May 2012 um 11:37

    Obsessive Liebe und Leidenschaft Sie ist wieder da. Cecilia ist heimgekehrt. Nun erwachsen mit ihrem Mann und ihren Kindern. In diese entlegene Moorlandschaft in England, in der sie in den siebziger Jahren aufwuchs und die ihr doch fremd war. Eine Zeit, ein Umfeld, die ihrer eigentlichen Persönlichkeit nicht entsprach und in der es damals zu dramatischen Ereignissen kam. „Ihre Kindheit hätte unschuldig sein sollen“. War sie aber nicht. Die Eltern, dem Freigeist der Zeit angehörend, gründeten eine Art Künstlerkolonie an diesem Ort. Bei Licht betrachtet einfach eine billige Absteige für Aussteiger aller Art. Gesponsert mit von den vermögenden Eltern des Vaters (eine Seite der Geschichte, die eine ausführlichere Darstellung auch in ihrer inneren Bedeutung für das sogenannte „freie Leben“ verdient gehabt hätte). Die Mutter, Dora, ist Lehrerin an einer antiautoritär geführten Schule, auf die ihre Kinder natürlich auch gehen. Schwierig für Cecilia, die nichts mehr ersehnt als einen festen Rahmen, ein echtes Lernen. Wenn da nicht James Dahl wäre. Der ernsthafte Englischlehrer. Nicht nur seinem Unterricht, nicht nur seinem literarischen Wissen wird Cecilia verfallen, sondern in einem Strudel der Gefühle und Leidenschaften sich wiederfinden, der gravierende Folgen nach sich zieht. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass es da einmal ein erstes Kind gegeben haben muss, ein Baby, „Mara“ nennt Cecilia dieses Kind, das irgendwie „abhanden“ gekommen ist. Und das sie nun immer noch sucht.. Ihre Mutter Dora gehört dazu, die damals in gleicher Weise sich verstrickte in eine intensive Liebesgeschichte. Mit Elizabeth Dahl, der dominanten Frau des Englischlehrers. So entspann sich damals ein dichtes Gespinst aus gegenseitigen und, vor allem, heimlichen Verflechtungen, die bis in die Gegenwart ihre Spuren zieht, Cecilia, die sich auf eine sexuelle Begegnung mit James Dahl zwischen Schülerin und Lehrer einlässt, Dora, die ebenso körperlich intensiv die Nähe zu Elizabeth Dahl sucht (und findet). Doch diese Lieben sind gefährlich. Auf ihre Weise, die zu keiner wirklichen Nähe einerseits führten, aber auch zu keiner endgültigen Lösung der Verhältnisse andererseits geführt haben. Anhand der beiden Hauptpersonen Dora und Cecilia gelingt es Joanna Briscoe durchaus, diese vielfältigen und widerstrebenden Entwicklungen, diese Sehnsucht nach Nähe und die immerwährende Enttäuschung, die doch innere Distanz von Seiten der „anderen Seite“ her fassbar darzustellen und in ihren vielfachen Differenzierungen auszuloten. Andererseits fehlen dem Roman doch an manchen Stellen einfach Tempo und innere Spannung. Zu vorhersehbar wind die Ereignisse, zu klar ist von Beginn an eigentlich schon das Drama um Cecilia und um Dora. Beide werden in diesen Gefühlen, denen sie fast ohnmächtig gegenüber stehen, keine Erfüllung finden Zudem bietet das „freie Leben“ der „Künstlerkolonie“ zwar den Rahmen der im Buch erzählten Ereignisse, bleibt aber doch mit zu wenig innerer Ausgestaltung versehen und so ebn nichts mehr als ein Rahmen für die Geschichte der beiden schwierig liebenden Frauen. Hier wäre ein Mehr an Darstellung und Intensität der Lebensweise auch außerhalb der beiden Protagonistinnen wünschenswert gewesen. Alles in allem legt Joanna Briscoe eine intensiv und dicht geschilderte Geschichte von Liebe, Leidenschaft, Nähe und Distanz vor, die das emotionale Hin- und Her der Personen gut erfasst. Was die innere Spannung der Entwicklungen angeht liegen die Ereignisse allerdings zu vorhersehbar vor, um wirklich zu fesseln.

    Mehr