Joanne Harris Blaue Augen

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Inhaltsangabe zu „Blaue Augen“ von Joanne Harris

Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder. Ein Mann gesteht einen Mord, den er nicht begangen haben kann. Joanne Harris erzählt die Geschichte eines Jungen, der durch die Grausamkeit seiner Mutter zum Verbrecher wird.

Wahnsinn! Nur schwer zu unterscheiden, was Realität ist. Glaubt man, diese erkannt zu haben, wird die Vorstellung abrupt wieder umgeworfen!

— Eori
Eori

Empfehlenswert!

— samo
samo

Was für eine Tortour.

— Schatzdose
Schatzdose

Leider überhaupt nicht mein Buch. Joanne Harris ist eine wundervolle Autorin, deren Bücher ich immer gerne lese, aber hier enttäuscht sie mich

— Lauraland
Lauraland

Solide mit einigen überraschenden Wendungen, die einen zum Umdenken zwangen.

— Dupsi
Dupsi

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    Blaue Augen
    samo

    samo

    01. June 2016 um 21:01

    "Vor allem aber träumte er in Blau. Blau, die Farbe der Kontrolle. Er hatte sie immer mit Kraft in Verbindung gebracht, einer Kraft wie Elektrizität. Jetzt lernte er sich selbst in einer Hülle aus strahlendem Blau zu sehen, unberührbar, unbesiegbar. So war er sicher. So konnte er sich erholen. Blau war sicher. Blau war ruhig. Blau, die Farbe von Mord." (S.174) Das Buch handelt von dem 42-jährigen "blauauge", der noch bei seiner Mutter wohnt, die ihn und seine beiden Brüder ständig durch Gewalt nach ihren Vorstellungen geformt hat. In seinem Blog schreibt er Geschichten wie er verschiedene Morde begangen hat. Nach und nach erfährt man seine Lebensgeschichte. Zu Beginn ist er noch sehr unsympathisch, doch später bekommt man richtig Mitleid mit ihm, denn was seine Mutter getan hat ist wirklich schrecklich. *ACHTUNG SPOILER!* Etwa in der Mitte des Buches wurde es sehr verwirrend, als sich herausstellte, dass "blauauge" gar nicht Benjamin, sondern Brendan war und "Albertine" nicht Emily, sondern Bethan, welche ich zuvor überhaupt nicht richtig wahrgenommen hatte. Im Laufe des Buch wird der Protagonist vom brutalen Mörder (welcher er ja gar nicht ist) zum Opfer. *SPOILER ENDE* Wer jedoch aufgrund der Verwirrung in der Mitte des Buches aufgehört hat zu lesen, hat wirklich etwas verpasst, denn je weiter man gelesen hat, umso mehr Sinn hat das Ganze ergeben. Das Ende möchte ich hier jedoch nicht verraten, denn es ist ganz anders als man es sich vorstellt. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen, sie hat mit ihren Worten wahrhaft Bilder heraufbeschworen, weshalb das Buch auch flüssig zu lesen war. Sehr gut haben mir die detaillierten Beschreibungen der Sinneseindrücke gefallen, die miteinander vermischt wurden. Allerdings fand ich es schade, dass das Buch an der spannendsten Stelle zu Ende war. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass mir "offene" Enden nicht gefallen. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch jedoch sehr gut gefallen, es war psychologisch tiefgehend und spannend. Sehr empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Blaue Augen"

    Blaue Augen
    Schatzdose

    Schatzdose

    29. February 2016 um 10:17

    Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich kann mich noch gut erinnern, wie ich  mich Abend für Abend von Kapitel zu Kapitel gequält habe. Ich habe es geschafft, das Buch zuende zu lesen. Wirklich empfehlen kann ich es nicht, auch wenn tatsächlich gegen Ende noch Spannung aufkommt. Gerade die Blogeinträge, die ich vorher noch für eine interessante Abwechslung gehalten habe, haben mich bald ziemlich angenervt. Auch wegen des ganzen Versteckspiels und weil zu keiner Zeit irgend etwas richtig klar war (nicht, dass ich nicht auf Geheimnis und Spannung stehen würde...). Vielleicht kann ich einfach mit dem Schreibstil von Joanne Harris nicht. Da ich den Film "Chocolat" sehr mag, habe ich mir das Buch natürlich sofort gekauft, als ich es zufällig entdeckt hatte - aber auch damals schon fand ich das Lesen zäh.

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  • Ein Buch mit Überraschungseffekt.

    Blaue Augen
    lauja01

    lauja01

    22. September 2015 um 10:38

    Über das Buch: Seiten: 491 Preis: 19,99 Euro Erscheinungsdatum: 2010 Originalsprache: Englisch Genre: Thriller Verlag: List ISBN: 3471350535 Inhalt: Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder. Ein Mann gesteht einen Mord, den er nicht begangen haben kann. Joanne Harris erzählt die Geschichte eines Jungen, der durch die Grausamkeit seiner Mutter zum Verbrecher wird. Das Cover: Das Cover finde ich unheimlich. Wie das Kind einen anstarrt. Hilfe. Aufbau & Schreibstil & Meine Meinung: Dieses Buch war ein Buch, wie ich es Liebe, weil es nicht als normaler Roman geschrieben wurde. Sondern als Blogeinträge. Manche Blogeinträge, oft die "Öffentlichen" wurden auch kommentiert, wie im echten Blog. Das Buch war super spannend und auf das Ende der Geschichte, wäre ich nie gekommen. Hier geht es viel um Farben, den der Autor hat mit ihnen gespielt! Alles mögliche wird als Farbe erklärt, die Personen, die Gerüche usw. Es war sehr interessant zu lesen. Die einzelnen Kapitel fangen damit an, das oben steht, welcher Blog gerade online ist und wie die Gefühlslagen der Blogger ist. Außerdem ob der Beitrag öffentlich oder eingeschränkt ist. Unter manchen Einträgen hätte ich am liebsten auch ein Kommentar geschrieben, aber das ging ja leider nicht. Blauauge, die Hauptperson der Geschichte, hat es sehr schwer getroffen, mit seiner Mutter! Nichts kann er ihr Recht machen und deshalb hat er diesen Blog angefangen um sich alles aus der Seele zu schreiben und über Mord zu reden! Die Mutter war mir von anfang an unsympathisch! Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und jeder der spannende Bücher liebt, sollte dieses lesen. Das wird auf keinen Fall das letzte Buch gewesen  sein, was ich von Joanne Harris lesen werde. Fazit: Ein Buch mit Überraschungseffekt! Über den Autor: Joanne Harris arbeitete als Lehrerin, bevor ihr mit Chocolat der Durchbruch gelang. Sie ist heute eine der erfolgreichsten und einflussreichsten englischen Autorinnen. Weltweit hat sie mehr als 15 Millionen Bücher verkauft. Wieviel Sterne?  5 Sterne

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  • Überraschende Gewinne

    Blaue Augen
    Nurija

    Nurija

    02. March 2014 um 19:51

    Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder. Der Rücketext hatte damals mein Interesse geweckt, die LP on vorablesen.de fand ich dann aber schon nicht mehr so toll. Um so mehr hatte es mich überrascht als plötzlich ein email kam, in der es hieß ich sein als Gewinnerin gezogen worden. Kurz darauf kam dann auch das Buch. Warum das so überraschend war? ich hatte gar keinen Leseeindruck geschrieben... Nachdem ich das Buch nun endlich mal gelesen hab, kann ich nur sagen, mein erster Eindruck hat nicht getäuscht. Das Buch ist absolut nichts für mich. Schon der Schreibstil in Form eines online blogs zu dem später noch ein weiterer blog hinzu kommt, hat mich eigentlich nur verwirrt. Ich hab es eigentlich nur zu Ende gelsen um herauszufinden, ob er nun der Mörder ist oder nicht und weil ich mir doch noch eine Wendung erhofft hatte. Fazit: Kann man Lesen, muss aber nicht sein!

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  • Überraschende Gewinne

    Blaue Augen
    Nurija

    Nurija

    02. March 2014 um 19:51

    Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder. Der Rücketext hatte damals mein Interesse geweckt, die LP on vorablesen.de fand ich dann aber schon nicht mehr so toll. Um so mehr hatte es mich überrascht als plötzlich ein email kam, in der es hieß ich sein als Gewinnerin gezogen worden. Kurz darauf kam dann auch das Buch. Warum das so überraschend war? ich hatte gar keinen Leseeindruck geschrieben... Nachdem ich das Buch nun endlich mal gelesen hab, kann ich nur sagen, mein erster Eindruck hat nicht getäuscht. Das Buch ist absolut nichts für mich. Schon der Schreibstil in Form eines online blogs zu dem später noch ein weiterer blog hinzu kommt, hat mich eigentlich nur verwirrt. Ich hab es eigentlich nur zu Ende gelsen um herauszufinden, ob er nun der Mörder ist oder nicht und weil ich mir doch noch eine Wendung erhofft hatte. Fazit: Kann man Lesen, muss aber nicht sein!

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  • Mord im Blog

    Blaue Augen
    Cassieblue

    Cassieblue

    22. May 2013 um 10:16

    Inhalt: B.B. ist ein 42-jähriger Mann, der immer noch bei seiner tyrannischen Mutter wohnt und in seiner Freizeit den Böse-Buben-Blog im Internet betreibt. Hier gesteht er auch diverse Morde an Menschen aus seinem persönlichen Umfeld, die bei mysteriösen Unfällen ums Leben kamen. Darunter auch seine beiden Brüder. Aber sind diese Geständnisse echt oder Fiktion? Wie böse und vor allem Wer ist Blauauge wirklich und welche Rolle spielen seine Mutter und seine Chatpartner? Meinung: "Blaue Augen" von Joanne Harris ist ein außergewöhnliches Buch, das einem den Einstieg in die Geschichte nicht leicht macht. Die Handlung wird ausschließlich durch Blog-Einträge in Internetforen erzählt, was an sich schon gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem springt die Erzählung oft zwischen Gegenwart und Vergangenheit und auch die Unterscheidung zwischen Fiktion und Realität in den Blog-Einträgen ist nicht einfach. Der Schreibstil ist sehr fantasievoll, aber auch ausschweifend und meiner Meinung nach manchmal etwas zu langatmig. Dennoch wird immer gerade genug Spannung aufgebaut, um weiterlesen zu wollen. Wer sich auf das Buch einlässt, wird durchaus belohnt. Nachdem in der ersten Hälfte die Geschichte langsam und ausführlich aufgebaut wird und sehr viel Einblick in das Gefühlsleben der Protagonisten gibt, nimmt das Tempo in der zweiten Hälfte rasant zu und es gibt immer wieder neue Wendungen und Enthüllungen. Kaum glaubt man den Zusammenhang gefunden zu haben, gibt es schon die nächste Überraschung. Und das Ende setzt dem ganzen die Krone auf. Ich konnte das Buch zum Schluss einfach nicht mehr aus der Hand legen. Fazit: Ein durchaus lesenswertes Buch mit einem aussergewöhnlichen Erzählstil, auch wenn ich mir die Spannung schon an einer früheren Stelle im Buch gewünscht hätte. Aber wie gesagt, durchhalten lohnt sich in diesem Fall. 4 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Buechersuechtig

    Buechersuechtig

    07. July 2012 um 18:01

    DIE GESCHICHTE... Der 42-jährige blauäugige B.B. lebt mit seiner bestimmenden Mutter zusammen, früher hatte der Krankenhausangestellte auch noch 2 Brüder, die auf mysteriöse Weise verstorben sind. Um der Grausamkeit seiner Mutter zu entfliehen, flüchtet er sich in die virtuelle Welt. Im Internet führt er unter dem Pseudonym Blauauge ein(en) Blog, wo er über sein Leben schreibt, wie aus B.B. ein Mörder werden konnte und warum sich die Todesfälle in Blauauges Umgebung häufen... MEINE MEINUNG: Zum ersten Mal hat mich ein Buch so sprachlos gemacht - schon seit dem Beginn schwanke ich zwischen Faszination und Aversion. Wobei ich sagen muss, dass ich auf den ersten 100 Seiten ein paar Mal überlegt habe, abzubrechen... Gegliedert ist die ganze Geschichte in 5 Teile, als Schauplatz dient die englische Kleinstadt Malbry, in der Nähe von York. Die Handlungsdauer umfasst die Zeit von Montag, 28. Januar bis Freitag, 22. Februar. B.B. wächst mit seinen Brüdern Nigel und Brendan unter der Aufsicht ihrer alleinerziehenden Mutter Gloria auf. Da ihre Mutter hart arbeitet, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, müssen die Brüder Kleidung in bestimmten Farben tragen, damit sie sich bei der Wäsche leichter tut. So ist Nigel nur Schwarz, Brendan in Braun und Benjamin in Blautönen gekleidet. Nach und nach enthüllt sich das ganze Ausmaß der Erziehung von Gloria Winter und vor allem B.B. hatte darunter zu leiden, da bei ihm eine besondere Gabe, die Synästhesie, diagnostiziert wird. Seine Fähigkeit, Wörter, Namen und Geräusche zu riechen bzw. zu schmecken, führt ihn zu Dr. Peacock, der ihn in seine Studie als Knabe X aufnimmt. Nach und nach erfahren wir mehr über B.B., seine Kindheit und Jugend, seine Träume, Ängste und Sehnsüchte... Die Figur von Benjamin Winter alias Blauauge konzentriert sich weniger auf das Äußerliche, als auf seine Gefühle, die bei Blauauge schnell wechseln, wie man immer am Anfang der Blogeinträge lesen kann, wobei sich die Gefühlslage auch im Musikgeschmack widerspiegelt. Zu meinem Leidwesen sind im Plot sehr viele Nebencharaktere verpackt, die man sich alle unmöglich merken kann und die oftmals nur eine kleine Nebenrolle spielen, wie z.B. Mrs. Elektroblau, Mrs. Chemischblau oder Mrs. Katholischblau. "Blaue Augen" ist ein ungewöhnliches Buch, mit dem ich zu Beginn wirklich Schwierigkeiten hatte. Es lässt sich nicht unterscheiden, welche Schilderungen Realität bzw. Fiktion sind, weiters hatte ich Probleme mit der Erzählform. Die Blogeinträge wechseln von der 1. Person in 3. Person sowie immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. Ungefähr ab der Hälfte werden zwischendurch Posts von einer Bloggerin namens Albertine eingeflochten, die sich ebenfalls mit erschütternden Geständnissen befassen und einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Erzähler zeigen. Die Grundidee von Joanne Harris, die mir bisher nur durch "Chocolat" & Co bekannt war, gefällt mir sehr, auch wenn mir die Umsetzung nicht ganz zusagt und etliche langatmige Stellen beinhaltet. Dennoch präsentiert sich die komplexe Story trotz zahlreicher Handlungsstränge und wechselnder Erzählperspektiven ab der ersten Hälfte so spannend & einfallsreich, dass man den Roman unbedingt bis zum Ende lesen muss. Apropos Ende: Der Schluss hat mich etwas verwirrt und mit einigen offenen Fragen zurückgelassen, was mir persönlich bei einem abgeschlossenen Buch nicht gefällt. Der eigenwillige Schreibstil lässt sich als ausdrucksvoll und emotionsgeladen beschreiben. FAZIT: "Blaue Augen" lässt sich schwer beschreiben oder in eine Kategorie einordnen. Auch wenn die Geschichte ihre interessanten Seiten hat, ist dieser Roman nicht für mich gemacht. Das liegt zum Großteil an der Vielzahl der Nebencharaktere, den unzähligen Handlungssträngen in den Blogposts sowie an der Erzählperspektive. Deshalb vergebe ich bescheidene 3 STERNE.

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Pharo72

    Pharo72

    29. June 2012 um 12:38

    B. B. oder wie er sich selbst in seinem Internetblog nennt – Blauauge – ist ein 42jähriger in sich gekehrter Mann, der noch immer bei seiner tyrannischen und gewalttätigen Mutter lebt. Nur in schriftlicher Form und vor allem über das Internet kann er richtig aus sich herausgehen. Teils öffentlich, teils nur mit beschränktem Zugang reflektiert er sein bisheriges Leben in Form von Geschichten, wobei seinen Lesern überlassen bleibt, was davon Wahrheit und was reine Erfindung ist. Denn Blauauge stellt sich selbst als Mörder dar. Nicht nur zwei seiner Brüder, sondern auch viele Personen in seinem Umfeld finden auf merkwürdige Weise den Tod. Doch es gibt jemanden, der die Wahrheit kennt. Durch die Vorstellung auf vorablesen.de und vor allem auch das interessante Cover mit dem unheimlichen, blauäugigen Jungen bin ich auf dieses Buch von Joanne Harris aufmerksam geworden. Es handelt sich um einen sehr tiefgründigen Roman, in dem nichts ist, wie es anfangs scheint. Die Erzählweise findet ausschließlich in Blog-Form statt, erst nur betrieben von Blauauge, später erhält der Leser auf diesem Weg auch Einblick in die Gedankenwelt von Albertine. Zugegeben die erste Hälfte des Buches liest sich ein wenig mühselig. Man bleibt als Leser verwirrt zurück, weiß man am Ende doch gar nicht mehr, was ist nun tatsächlich passiert, was der Einbildungskraft eines fantasievollen Mannes entsprungen. Wirkliche Spannung kommt aus diesem Grund bis hierhin auch nicht auf. Nichtsdestotrotz geht eine enorme Faszination von der Geschichte aus, sodass man die Auflösung nicht verpassen möchte und daher weiter liest. Doch dann nimmt die Handlung eine Wendung, die so absolut nicht zu erwarten war. Alles bisher Gelesene erscheint in einem neuen Licht, sodass man am liebsten noch mal von vorn beginnen möchte, um herauszufinden, ob der Autorin nicht doch ein Fehler unterlaufen ist. Das Ende entpuppt sich dann als Wettlauf um Leben und Tod. Erkenntnisse kommen Schlag auf Schlag, die Handlungsweise diverser Nebencharakter bekommt einen Sinn, offene Fragen werden beantwortet. Und schließlich das Finale, das voller Überraschungen ist, aber dennoch befriedigt. „Blaue Augen“ ist eines dieser Bücher, bei dem Durchhalten wirklich belohnt wird.

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    monja1995

    monja1995

    01. May 2012 um 10:26

    Klappentext: Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder. Ein Mann gesteht einen Mord, den er nicht begangen haben kann. Joanne Harris erzählt die Geschichte eines Jungen, der durch die Grausamkeit seiner Mutter zum Verbrecher wird. Mein Umriss: Wahrheit? Lüge? Kranke Fantasie? B.B. postet im Internet unter dem Synonym Blauauge in seinem Webblog boesebuben. Gleich am Anfang geht es um den Unfalltod seines Bruders, welchen Blauauge als perfekten (?) Mord bezeichnet. Er lebt mit seiner Mutter in Malbry. Diese Mutter hütet ihren Sohn wie ihre unzähligen Prozellanhunde, übersieht aber wohl die Machenschaften ihres Lieblingssohnes, der im realen Leben im Krankenhaus arbeitet. Was er dort macht, schreibt er aber nicht. Auch sein zweiter Bruder starb unter mysteriösen Umständen. Seine Gabe, Gerüche und Farben mit bestimmten Worten auszudrücken machten ihn einst zum Forschungsobjekt, bis ihm Emily die Show stahl und ebenso ums Leben kam. Oder vielleicht nicht? Mein Eindruck: Joanne Harris hat mit Chocolat ein wirklich traumhaftes Buch verfasst. Mit blaue Augen konnte ich persönlich nicht viel anfangen. Zu verworren und an den Haaren herbeigezogen erscheinen mir die Blogeinträge von Blauauge. Irgendwie erwartete ich Spannung, aber die fehlte mir hier leider total. Auch wenn die Blogeinträge teils brutal geschrieben sind, erinnern sie mich eher an kranke Fantasien. In irgendeiner Weise sollte sich der Leser mit dem Geschehen und den Personen identifizieren können, oder zumindest mit ihnen leben, solange er sich mit dem Buch beschäftigt. Ich stand allerdings total daneben und zeitweise las ich kopfschüttelnd weiter und fragte mich die ganze Zeit über, was das denn soll. Will Joanne Harris einfach rüberbringen, was wir als Eltern versuchen unseren Kindern beizubringen? Und zwar, dass nicht alles im Internet der Wahrheit entspricht und sie sich doch lieber Freunde im wahren Leben suchen sollen? Fazit: Mit diesem Buch machte mir Joanne Harris keine Freude, aber ich hoffe, dass sie irgendwann zu „ihrem“ Stil zurückfindet.

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    lilo_mummler

    lilo_mummler

    06. October 2011 um 16:29

    Nichts ist jemals so wie es scheint! Das Buch: Der Thriller ,,Blaue Augen“ von Joanne Harris wurde verlegt von List und umfasst 490 Seiten. Das Buch ist gebunden mit Schutzumschlag, aber trotzdem gut handlich. Das Cover zeigt einen furchteinflößenden kleinen Jungen mit dunkelm Haar, grauem Gesicht und strahlend blauen Augen. Es wirkt gruselig und lässt von außen eher auf einen Schauerroman als auf einen Thriller schließen. Das Buch ist aufgeteilt in sechs Teile, die jeweils noch in Kapitel geteilt werden. Die einzelnen Kapitel sind jeweils immer neuen Bloggeinträge, die immer mit Namen des Posers, Datum und Uhrzeit des Eintrages, Zugang (öffentlich/ eingeschränkt), der Gefühlslage des Posers beim tippen und des dabei gehörten Liedes beginnen. Die einzelnen Teile heißen Blau, Schwarz, Weiß, Rauch, Spiegel, Grün. Alle Namen der verschiedenen Teile sind auf die Handlung angepasst und verständlich gewählt. Inhalt: Der Schreiber eines eigenen Bloggs nammens ,,Blauauge“ ist einer von 3 Brüdern. Ihn hatte die Mutter immer am liebsten, weil er anders als die beiden anderen war. In seinem Blogg postet er verschiedene eigene Geschichten, in denen er einen Mord nach dem anderen begeht. Und immer ist sein Hauptleitsatz: Ich konnte nichts dafür... Doch schon bald merkt der Leser das nichts wirklich so ist, wie es auf den ersten Blick scheint! Meine Meinung Der Schreibstil ist gut und flüßig geschrieben, was ein exesives Lesen möglich macht. Den ersten Teil des Buches wird nur aus Blauauges Perspektive gepostet, mal öffentlich, so das alle Nutzer von boesebuben.com mitlesen und kommentieren können und mal eingeschränkt, so das nur Blauauge selbst Zugang zu den Einträgen hat. Schreibt er öffentlich schreibt er immer aus der Erzähler Perspektive um Distanz zu schaffen. Bei eingeschränkten Eindrücken schreibt er in der Ich-Form. Diese Art zu schreiben macht das Buch wirklich spannend und man ist ständig hin und her gerissen, ob man jetzt wohl endlich die Wahrheit ließt oder nur eine weitere gestohlene Erinnerung. Ständig war ich beim Lesen am rätseln und habe versucht mir ein Bild von Blauauge zu machen, wurde am Ende jedoch trotzdem ordentlich hinters Licht geführt. Denn nichts was ich beim Lesen vermutet habe hat sich so entwickelt um am Ende gab es einige unvorhersehbare Wendungen, dass ich Angst hatte was verpasst zu haben. Im zweiten Teil beginnt dann auch Albertine zu posten und es beginnt eine Art Ping Pong zwischen Blauauge und Albertine. Auch bei ihr leitet die Autorin die Gedanken des Lesers auf eine völlig andere Person, so das man zu Ende doch sehr überrascht ist wer Albertine tatsächlich ist. Und da man oft an andere Personen hinter den Nicknamen denkt passiert es das Ungereimtheiten entstehen, die ich nicht verstehen konnte. So denkt man, man hätte den Überblick verloren, hat es aber eigendlich gar nicht. Zwischenzeitlich war ich wirklich verwirrt, aber das hat mich nur noch stärker zum lesen angetrieben, da ich wissen wollte WAS ich verpasst hatte. Die Wendungen fand ich wirklich gekonnt und verblüffent. Auf einmal war alles so klar =P Die Autorin versteht es zu fesseln und so fragt man sich die ganze Zeit über warum z.B. alle Kommentare von JennyTricks gelöscht wurden oder ob Blauauge tatsächlich ein Mörder ist oder nur die Tendenz dazu hat. Nie wäre ich auf die tatsächlichen Gründe gekommen. Auch die Beschreibung der Synästetikern fand ich spannend und wusste jedoch nicht genau was dieses im Großen und Ganzen bedeutet. Gegen ende fanden sich sogar leichte Schaueranteile in der Handlung, da verschiedene Erinnerungen durch Tötung der Personen die sie erlebten an ihre Mörder weitergegeben wurden. Und so wurden auch die Gaben weitergegeben. Beim Schreiben dieser Rezension fällt mir auf, das die Handlung dieses Buches wirklich umfangreich ist und sich nicht kurz zusammenfassen lässt. Aber trotz der Menge der Informationen war ich nicht überfordert und war wirklich immer weiter gespannd was wohl noch kommt! Fazit: Zum Schluß bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich diesen Thriller wirklich weiter empfehlen würde. Nie habe ich ein Buch mit so viel Verwirrung und Spannung zu gleich gelesen und nie war ich so weit von der Wahrheit entfernt mit meinen Vermutungen! Ich bin begeistert!

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Paetmoe

    Paetmoe

    27. July 2011 um 22:11

    Spannend, überraschend, spannend .... Autor: Die Autorin Joanne Harris zählt heutzutage zu den erfolgreichsten Autorinnen Englands. Bekannt wurde sie vor allem durch ihren Roman Chocola. Vorher arbeitete sie als Lehrerin, inzwischen hat sie jedoch mehr als 15Mio. Bücher verkauft. Cover: Das Cover ist durch diesen kleinen Jungen mit den strahlend blauen Augen ein Hingucker. Wenn man so ein Buch im Buchladen entdeckt, muss man es einfach in die Hand nehmen um zumindest kurz den Inhalt zu erfahren. Auch der düstere Hintergrund trägt dazu bei diese unglaublich blauen Augen strahlen zu lassen, es flüstert quasi „lies mich“! Schreibstil:Das Buch lässt sich sobald man sich mit der Blog-Form angefreundet hat gut und ohne Probleme lesen. Es ist sehr flüssig geschrieben und regt zum Nachdenken an. Es wird sowohl aus der Ich-Perspektive, als auch aus der Erzählenden Sicht geschrieben. Die Spannung baut sich rasch auf und bleibt bestehen. Inhalt: Es geht um den Betreiber eines Internet-Blogs er nennt sich passend zu seiner Augenfarbe Blauauge und hat einige Leser die auch gern mal kommentieren. Er ist der jüngste von 3 Brüdern und wohnt mit 42 noch bei seiner Mutter, Blauauge war schon immer der Liebling seiner Porzellanhunde-sammelnden Mutter. In seinem Blog postet er diverse Geschichten über skurrile Morde, für die er angeblich nicht kann, zumindest beteuert er das immer wieder. Eigene Meinung:Der Einstieg in das Buch ist nicht schwer, schon bald überlegt man wer hinter den Nicknamen der Kommentierenden steckt und versucht schlau aus Blauauge zu werden. In seinem Blog postet er einiges nur mit eingeschränkter Sicht, mal alles öffentlich, man denkt sich was soll das? Der erste Teil des Buches lässt sich ohne Anstrengung wunderbar lesen. Beim zweiten Teil wird nicht nur aus Blauauges Perspektive gepostet, was ein bisschen Nachdenken erfordert, aber dem Lesevergnügen nichts anhat. Blauauge schreibt mal in der Erzählenden Form und mal in der Ich-Perspektive, diese mag ich persönlich lieber, da sie dem ganzen einen Spannenderen Touch verleiht. Das Ganze ist etwas verwirrend, während man verzweifelt versucht hinter die Fassade von Blauauge zu schauen und zu rätseln wer Albertine ist, die ab dem 2.Teil immer öfter auftaucht und selbst postet, kommt man schon etwas durcheinander mit seinen Gedanken. Aber nach kurzer Zeit wird klar, Vermutungen waren Falsch. Die Autorin hat es geschafft mich hinters Licht zuführen, aber gerade das macht das Buch so interessant. Fazit:Ein Traum von Buch für alle Thriller-Liebhaber. Das Buch lässt sich gut lesen, man denkt mit und wird aufgefordert auch nach dem Lesen noch kurz zu denken „Hey was war das grad?“. Ich denke dass dieser Thriller für alle Fans des Mitdenkens etwas ist. Nur Mut, es lohnt sich!

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    27. June 2011 um 15:45

    Ihr lest das Blog von Claudia Marina, gepostet auf buecher-mond-und-sterne.com Eingestellt am Zugang: öffentlich Gefühlslage: geheimnisvoll Hört gerade: „Blue Eyes“ von Mika Er nennt sich blauage. Er veröffentlicht Geschichten auf einem Blog. Sie alle drehen sich um seine Familie, um die Grausamkeit seiner Mutter, sein Aufwachsen in einer englischen Kleinstadt. Und um den Tod seines Bruders – dessen Mörder er zu sein behauptet. Aber ist er das wirklich? Immer in der dritten Person, immer merkwürdig von der eigenen Person distanziert. Dabei wird erst im Laufe des Romans klar, dass er sich durchaus auf reale Personen und Ereignisse bezieht. Die Distanz braucht es, um sich davon abzugrenzen, um sich zu einer Art Kunstperson zu machen, die andere bewundern oder verbscheuen – die andere wahrnehmen. Dabei tritt blauauge in die Abgründe der menschlichen Seele ein – und verschont auch seine eigene nicht. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ihr lest das Blog von Claudia-Marina, gepostet auf buecher-mond-und-sterne.com Eingestellt am Zugang: eingeschränkt Gefühlslage: verwirrt Hört gerade: „Behind Blue Eyes“ von Limp Bizkit Wer ist blauauge? Dieser 42-jährige Mann, der im Krankenhaus arbeitet und noch bei seiner Mutter wohnt, und der Tag für Tag auf boesebuben.com veröffentlicht. Dahinter kommt man, wenn man sich die Blogeinträge durchliest, die nicht öffentlich sind. Hier wird blauauge konkreter, hier tritt er aus dem Schatten der dritten Person hervor und schreibt über sich in der Ich-Form. Hier erfährt man, wie er wirklich über die Personen in seiner Umgebung denkt. Über die, die seine Geschichten bewundern. Er verachtet sie, er manipuliert sie. Er trägt eine Maske und diese lässt er nun fallen. Gleichzeitig verwirrt mich diese Geschichte nun zusehends. Ich steige kaum noch durch, und doch kann ich nicht aufhören, immer tiefer zu sinken, blauauges Worte in mich aufzusaugen, immer tiefer in diesem Strudel aus Bosheit und Abscheu. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich klappe das Buch zu und weiß es immer noch nicht. Ich möchte noch einmal von vorne anfangen, mich von neuem sinken lassen.

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Solifera

    Solifera

    14. June 2011 um 20:04

    B.B., oder auch blauauge, führt ein ominöses online-Tagebuch in der von im selbst gegründeten Community boesebuben. Einige seiner Einträge sind privat, andere für alle sichtbar und daher auch kommentierbar. Später finden sich auch Einträge von "Albertine", die blauauge auch im RealLife kennt. Ein perfides Verwirrspiel bringt den Leser immer mehr aus dem Konzept, was er zu glauben und wissen scheint, bis man am Ende völlig jeglichen roten Faden verloren hat. Wer ist wer, was ist real und was Fiktion? Die Sprache ist durchaus einfach und leicht verständlich gehalten, zieht sich aber oft genug zäh in die Länge. Wirklich Spannung kommt nicht unbedingt auf. Das Buch scheint mehr eine Art Charakterstudie zu sein, in der Hinsicht ist es nicht schlecht geraten. B.B. ist ein seltsamer Kauz. Gegenüber seiner Mutter behauptet er, er gehe im Krankenhaus arbeitet, er schleicht sich aber nur ins nächste Internetcafe. Die enorme Abhängigkeit zur Mutter wird immer deutlicher. Psychisch scheint er nicht ganz stabil zu sein. Auch Synästhsie spielt eine große Rolle. Farben und auch Klänge. Und unschöne Themen werden angeschnitten. Summa sumarum muss ich leider sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht.

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    rumble-bee

    rumble-bee

    06. June 2011 um 19:59

    Ach, ich sehe sie förmlich vor mir, die gute Joanne Harris. Da sitzt sie an ihrem Schreibtisch und reibt sich die Hände, wie schön sie doch dieses Buch ausgetüftelt hat. Zugegeben, das "Getüftelte" merkt man dem Buch auch an: Lauter doppelte Böden, lauter Spiegelungen, lauter Halbwahrheiten, lauter Identitätswechsel. Aber vor lauter Tüfteln ist ihr dabei der Kontakt zum Leser verloren gegangen - zumindest der Kontakt zu mir. Vieles hat mich einfach nicht erreicht. Da ist zum Beispiel die Grundidee für die Handlung, das "Setting". Wenn man mal alle falschen Rahmen beiseite lässt, dann ging es im Grunde um Folgendes: eine englische Kleinstadt, und diverse Gestalten, die in ihrem Mief festhängen. Auf der einen Seite eine tyrannische Mutter mit drei (farblich getrennten) Söhnen, scheinbar frisch aus "Grimms Märchen" entsprungen. Auf der anderen Seite zwei kleine Mädchen, jede auf ihre Weise beschädigt, und ebenfalls aus dysfunktionalen Familien. Mindestens zwei der Kinder haben ungewöhnliche Fähigkeiten, die im Fachjargon "Synästhesie" (das Verschmelzen mehrerer Sinneseindrücke) genannt werden. Und mit diesen Fähigkeiten konkurrieren sie um die Aufmerksamkeit des ortsansässigen Wissenschaftlers. Verkompliziert wird das Ganze dann noch durch die überdreht ehrgeizigen Mütter. Tja - tut mir leid, aber diese "Mischung" geht einfach an mir vorbei. Ich verstehe einfach nicht, wie daraus lebenslängliche Verstrickungen und gar Animositäten entstehen können. Ich fand diese Grundhandlung schlicht uninteressant - um nicht zu sagen, streckenweise ausgesprochen langweilig (besonders im mittleren Drittel des Buches). "Aufgepeppt" wird diese Idee allerdings durch die Schreibweise in Form eines Blogs. Das Buch wird geschrieben aus der Sicht eines der drei Söhne, der zum Schluss noch mit seiner teuflischen Mama in deren (Hexen-)Häuschen übrig bleibt. Er ist mittlerweile im mittleren Alter, und in seinen Blog-Einträgen versucht er wohl, das Erlebte Revue passieren zu lassen - wobei er aber offensichtlich genauso viel schönt und erfindet, wie er zugibt. Ab der Mitte des Buches kommen noch die Einträge einer anderen Bloggerin hinzu, Albertine. Ab diesem Zeitpunkt entwickelt sich beim Lesen zumindest ansatzweise Interesse, da die Einträge der beiden Personen sich ständig widersprechen, spiegeln, dann wieder ergänzen. Es ist ein wenig wie bei einem Tennismatch - die Aufmerksamkeit des Lesers fliegt ständig hin und her, und kann sich doch nie zur Ruhe setzen. Das ist zumindest gut gemacht. Doch dieser an sich nette Gedanke wird wiederum dadurch zunichte gemacht, dass es die Autorin nicht dabei belassen konnte. Nein, es geht nicht nur um zwei Blogger, die sich gegenseitig belauern. Jetzt kommen auch noch die geheimen Identitäten ins Spiel. Im letzten Drittel des Buches herrschte bei mir nur noch Verwirrung. Etliche vermutete Identitäten stellen sich als falsch heraus, und bis zum Schluss war ich mir bei manchen Schlussfolgerungen nicht sicher. Eigentlich müsste man das Buch sofort noch einmal von vorne lesen, aber aufgrund des zähen Kaugummi-Feelings in der Mitte, und aufgrund der für mich an sich völlig belanglosen Handlung um zwei verhinderte Wunderkinder, werde ich das ganz sicher nicht tun! Es war einfach ein wenig "too much". Zu viel gewollt, zu viel gespiegelt, wie ein Spiegelbild im Spiegel im Spiegel im Spiegel... da wurde mir richtig schwindelig! Eindeutig zu viel "Schwindel", und das in mehr als einem Sinne des Wortes. Da konnte das - zugegeben - dann wieder rasante Ende, der Showdown, auch nichts mehr reißen. Denn er begann viel zu spät, und dauerte auch nur 30 bis 50 Seiten. Ich vergebe dennoch drei Sterne, da ich anerkenne, dass die Autorin grandiose Fähigkeiten, und auch interessante Ansätze, hat. Sehr gut gelungen ist es ihr, die Verführbarkeit und Scheinheiligkeit im Internet zu zeigen. Jeder kann sich als jeder ausgeben, und immer wird es etliche verlorene Seelen geben, die darauf hereinfallen. Zweitens hat mich der Ansatz interessiert, etliche Elemente aus bekannten Märchen einfließen zu lassen. Teilweise werden bekannte Passagen sogar wörtlich erwähnt - wie zum Beispiel aus "Rotkäppchen" (roter Mantel und Körbchen am Arm, also bitte!), "Rapunzel" (die böse Zauberin, die jemanden im oberen Stockwerk festhält), die böse Stiefmutter, die drei Söhne, und und und. Aber das wirkte viel zu "unorganisch" mit der Internet- und Blog-Handlung verquickt. Schade. Ja, letztlich weiß ich einfach nicht, was ich aus diesem Buch ziehen soll. Dass das Internet mit Vorsicht zu genießen ist, wusste ich schon vorher. Das Joanne Harris im Prinzip gut schreiben kann, auch. Vermutlich ist es dies: dass auch die interessanteste Leseprobe noch keinen Aufschluss über das Gesamtkonzept eines Buches gibt. Okay, hier habe ich dazugelernt!

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  • Rezension zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

    Blaue Augen
    Neonsonne

    Neonsonne

    25. May 2011 um 19:32

    "Du kleiner Scheißkerl..." . Benjamin, in seinem Blog nennt er sich Blauauge, ist 42 Jahre alt, ledig und der Jüngste dreier Söhne. Immer noch wohnhaft bei seiner Mutter Gloria, steht er unter permanter Führsorge und Kontrolle. Gloria hat ihren jüngsten Sohn immer mehr geliebt als die anderen beiden. Noch heute bemuttert sie ihn wie ein Kleinkind und besteht täglich darauf, daß er ihren selbstgemachten ekeligen Vitamintrank zu sich nimmt.. . Farben spielen in seinem Leben eine wichtige Rolle. Die Wichtigkeit der Farben verursachte damals unbewußt seine Mutter. Damals als Kinder hatte jeder der Brüder eine eigene Farbe, um es Mutter Gloria mit der Wäsche einfacher zu machen. Nigel trug immer schwarz, Brendan braun und Benjamin war immer in blau gehüllt. Benjamin ist ein Blogschreiber und erzählt uns aus seiner Vergangenheit. Während er Anerkennung durch fiktionale Geschichten und erfundene Morde sucht, begegnet er auf seiner Internetseite Boesebuben.com einer damaligen Freundin die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt hat. Was ist Fiktion und was Realität? . Meine Meinung: Das etwas andere Buch. Allein schon dieses geniale Cover veranlasste mich, dieses Buch zu kaufen. Ich muß gestehen, daß ich mich jetzt mit der Rezension etwas schwer tue, da wir es hier mit einem Buch zutun haben, das ganz tief in die menschliche Seele blicken lässt. Ich bin noch immer total beeindruckt von dem Ganzen, auch wenn ich ab und zu etwas verwirrt war. Das komplette Buch besteht nur aus Blogeinträgen von Albertine und Blauauge, zwei Menschen die eine Gemeinsame Vergangenheit haben. Aus Freundschaft wurde Hass, aus Wahrheit Lügen. Realität wird verschluckt, Phantasie wird lebendig. Das Schlüpfen in eine andere Identität.. . Zu Anfang sind Blauauges Blogeinträge, seien es nun die öffentlichen oder eingeschränkten, manchmal etwas schwierig. Teilweise kam ich etwas durcheinander was einige Personen betrifft. Aber nach und nach fügen sich Dinge zusammen, die man vorher nie miteinander verbunden hätte. Geschichten, Geständnisse, Wirklichkeit oder doch alles nur erfunden? Ich kann mir vorstellen, daß dieses Buch nicht für jeden geeignet ist und daß einige Leser bestimmt von dieser Geschichte gelangweilt sind.Doch für mich persönlich war das ganz großes Blog-Buch-Kino mit einem Hauch Verrücktheit. Es gibt hier keine Action und trotzdem war jedes Kapitel eine spannende Reise in die geistige Unterwelt. Vor allem der Schluss war einfach und trotzdem überwältigend! . Lieblingsstelle: Die virtuelle Welt ist keineswegs tugendhaft, sie ist ein stinkender Haufen aus geistigem Müll, Modder und Mordgeschichten, aus Autohandel und Viagra-Verkäufen, aus Musik und Spielen und Klatsch und Lügen und tragischen Gestalten, die sich irgendwie verlaufen haben und jetzt auf jemanden warten, der sich für sie interessiert, der Verbindung aufnimmt, bloß ein einziges Mal..

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