Jobst Mahrenholz Eine Ahnung von Pan

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Eine Ahnung von Pan“ von Jobst Mahrenholz

In der Abgeschiedenheit der Toscana plant der dänische Journalist Ingar ein Buch zu schreiben und sich auf die Spuren seines italienischen Vaters zu begeben. Dort trifft er auf den verwahrlosten Ziegenhirten Zino, dessen rätselhaftes Verhalten ihn mehr und mehr in seinen Bann zieht. Und nicht nur dieser scheint ein Geheimnis vor ihm bewahren zu wollen. Eine Geschichte, in der filigranes Vertrauen, verborgene Abgründe, die Macht des Erzählens und das Springen über den eigenen Schatten drei Leben verändert. Das Taschenbuch hat 212 Seiten.

Was für ein Buch!

— J_Walther
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Komplex, tiefgründig und bildgewaltig

    Eine Ahnung von Pan

    Kristinas_Buecherwelt

    06. July 2017 um 00:02

    Ich möchte diese eine Sache gleich an den Anfang setzen, weil sie nicht nur den roten Faden der Handlung bildet, sondern ihr auch so viel Tiefe gibt: Die Komplexität der Geschichte, auf gerade mal gut 200 Seiten, hat mich einfach umgehauen. Denn letztlich fühlt es sich fast so an, als hätte ich zwei Bücher zur selben Zeit gelesen. Indem Ingars Buch, an dem er in der gesamten Zeit schreibt, nicht nur ihn, sondern auch den Leser mit Inhalt und Tiefe begleitet, um später zu einer Geschichte zu verschmelzen, ergeben sich immer neue Perspektiven und Standpunkte, die sich, ich kann es nicht anders sagen, hervorragend ergänzen und ineinander fügen.Und so nähern sich Zino und Ingar nicht nur auf Papier einander an. Die Geschichte gibt ihnen eine Basis, auf der sie sich kennenlernen und voneinander lernen können. Fast so, als wäre es eine andere Ebene der Verständigung. Auf der es sich auch leichter Fehler machen lässt, um sie besprechen und überarbeiten zu können. Das ist beim Lesen sehr stimmig, auch wenn meine Worte etwas wirr erscheinen.Ingar ist, durch die Ich-Perspektive, sehr klar beleuchtet worden. Seine Päckchen, Probleme und Aktionen empfand ich zu jeder Zeit als glaubwürdig und tiefgründig. Zino bleibt distanzierter, ich habe ihn nicht zur Gänze kennengelernt, aber das passt zu seiner Geschichte und dem was er erlebt hat. Fremd und unnahbar wirkt es dabei trotzdem nicht, eher zu tief, um alles erfassen zu können.Das Erzähltempo ist recht gemächlich, woran ich mich erst einmal gewöhnen musste. Gerade Unterhaltungen warten mit einer gewissen Distanz auf, die wiederum durch den Inhalt abgemildert wird. Interessant auf jeden Fall, so etwas in der Art habe ich, sofern ich mich erinnern kann, noch nicht gelesen. Ich denke, es passt durchaus zur Geschichte, mit dem Charakter einer vorgetragenen Begebenheit.Es gibt gegen Ende einen Bruch im Handlungsverlauf (wenn ich das so beschreiben darf), von dem ich noch nicht wirklich weiß, ob ich ihn so gemocht/ gefühlt habe. Die Absicht und Funktion dahinter ist klar, nur gab es da Aspekte, in die ich mich nicht wirklich reinfühlen konnte. Was aber durchaus Absicht sein kann, um zu unterstreichen, welche Dinge für Ingar im Ganzen wichtig sind und welcher eher fehl am Platz. Jedenfalls stehe ich dieser Sache etwas ambivalent gegenüber.Ich erwähnte es Eingangs, wer Angst davor hat, von körperlicher Intimität zu lesen, kann hier ganz beruhigt sein. Es gibt sie zwar, doch die Szenen dazu muss sich der Leser selber ausmalen und da hatte ich ebenfalls so meine Schwierigkeiten mit. Dafür ist die entstehende emotionale Verbindung umso intensiver. Sie sorgt auch dafür, dass ich das Ende als folgerichtig empfinde. Der Schluss gestaltet sich offen, aber hoffnungsvoll. Bei der Verknüpfung von Ende und Prolog habe ich ganz entzückt vor mich hingeseufzt – ich liebe solche Rahmen!Fazit: Ich bleibe dabei, eine unheimlich komplexe Handlung, bei der die Grenzen zwischen den Protagonisten im Buch, mit denen der Protagonisten aus dem Buch im Buch und den jeweiligen Autoren miteinander verschwimmen. Man kommt am Ende auch gar nicht umhin sich zu fragen, wie viel Jobst in seinen Protagonisten steckt, eben, weil auch viele Einblicke in schriftstellerische Prozesse gegeben wird. Im Ergebnis mochte ich die Geschichte und ihre zwei zauberhaften Hauptcharaktere sehr und die philosophischen Ansätze habe ich sehr genossen.

    Mehr
  • Was für ein Buch!

    Eine Ahnung von Pan

    J_Walther

    21. June 2017 um 15:27

    Schon lange habe ich mich, vom Autor mit Leseproben versorgt, darauf gefreut. Und wurde nicht enttäuscht. Nur leider habe ich es schneller gelesen, als ich wollte. Was nicht nur daran lag, dass es zum Ende hin spannend wurde. Es hat mich einfach in seine Welt hineingezogen.Der Halbdäne/-italiener Ingar reist in die Toskana um nach seinen Wurzeln zu suchen und einen Roman zu schreiben. Ersteres verfolgt er kaum motiviert, während das Schreiben gut läuft. Er wohnt bei der alten, selbstbewussten und etwas herben Maria Carrisi. Ihr Enkel Zino lebt auf dem Anwesen in einer Hütte bei den Ziegen. Den anfangs sehr verschlossenen jungen Mann, der ein einfaches Leben führt, umgibt ein Geheimnis und ein Zauber. Letzterer verwendet einiges für den etwas gefühlsreduzierten Ingar.Das Buch des Journalisten Ingar verändert sich, während er schreibt und sich mit Zino austauscht, ebenso, wie dieser Roman das Leben der Figuren verändert. Eine gelungene und reizvolle Verbindung verschiedener Erzählebenen!Jobst Mahrenholz hat seinen Stil noch mehr intensiviert. Er erzählt reduziert, Szenen sind kurz, Erklärungen gibt es nicht, Entwicklungen haben Leerstellen. Gerade was die Entwicklung der Beziehung zwischen Ingar und Zino angeht, kann man das als Schwäche ansehen, es könnte aber auch die Stärke des Buches sein. Es gibt Raum für eigene Fantasie.Mit Zino ist dem Autor eine Figur gelungen, deren besonderem Charisma man sich nicht entziehen kann. Das Umfeld ist recht archaisch gezeichnet, was dem Schauplatz Reiz gibt und der Geschichte etwas zeitloses.Der Autor hält das Buch, soviel kann ich wohl verraten, für sein vielleicht bestes, und ich bin geneigt, ihm zuzustimmen, auch wenn ich es auf eine Stufe mit Der linke Fuß des Gondoliere stellen möchte.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks