Jobst Mahrenholz Eine Ahnung von Pan

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(3)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Eine Ahnung von Pan“ von Jobst Mahrenholz

In der Abgeschiedenheit der Toscana plant der dänische Journalist Ingar ein Buch zu schreiben und sich auf die Spuren seines italienischen Vaters zu begeben. Dort trifft er auf den verwahrlosten Ziegenhirten Zino, dessen rätselhaftes Verhalten ihn mehr und mehr in seinen Bann zieht.
Und nicht nur dieser scheint ein Geheimnis vor ihm bewahren zu wollen.

Eine Geschichte, in der filigranes Vertrauen, verborgene Abgründe, die Macht des Erzählens und das Springen über den eigenen Schatten drei Leben verändert.

Ein Buch das sich festkrallt, einen beschäftigt und seinen Raum fordert.

— Little_Kunoichi

Stöbern in Romane

Die erstaunliche Familie Telemachus

Unkonventionelle, z.T., tragische, aber auch humorvolle Geschichte über eine Familie und ihren Umgang mit ihren abenteuerlichen Talenten

schnaeppchenjaegerin

Olga

Emotionslos und hölzern erzählt

Rosebud

Der Weg des Bogens

Lehrreich. Aufschlussreich. Schön illustriert.

LitteraeArtesque

Mein Herz in zwei Welten

Eine schöne und humorvolle Geschichte. Ich habe die Reihe geliebt und bin froh, dass sie fortgesetzt wurde. Habe mit Lou immer mitgefiebert.

SteffiFeffi

Wie die Stille unter Wasser

Wieder ein tolles Buch der Romance Elements Reihe. Man liest ohne Unterbrechung, bis die letzte Seite auch gelesen wurde.

Kuhni77

Die Ermordung des Commendatore Band 1

Eine sehr interessante Geschichte!

Vanessa_Noemi

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Zwischen Kopenhagen und den italienischen Bergen

    Eine Ahnung von Pan

    Koriko

    23. July 2017 um 18:16

    Story:Für den Dänen Ingar bedeutet der Schritt für mehrere Monate an seinem Buch „Der steinerne Pfad“ zu schreiben, eine große Veränderung – statt der hektischen Hauptstadt Kopenhagen erwartet ihn das raue Leben und die abgeschiedene Ruhe eines Dorfes in den italienischen Bergen, wo er auch die Herkunft seines Vaters auskundschaften will. Er bezieht eine Wohnung bei Maria Carrisi, die von den meisten Menschen gemieden wird und lernt ihren Enkel Zino kennen, der als wortkargen Einsiedler in einer Hütte lebt, sich um die Ziegen kümmert und Käse herstellt. Über sein Buch knüpft er schließlich Kontakt zu Zino, der mit der Zeit ein reges Interesse an Ingars Geschichte entwickelt und gerade der Romanfigur Lasse Leben einhaucht. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Männern mehr, doch Ingar hat Probleme sich gänzlich auf Zino einzustellen, denn er weiß, dass er irgendwann in seine Heimat zurückkehren muss.Eigene Meinung:Jobst Mahrenholz legt mit „Eine Ahnung von Pan“ seinen neusten Roman vor, der wie die meisten seiner anderen Werke im deadsoft Verlag erschienen ist. Wie für den Autor typisch erwartet den Leser eine stimmungsvolle Reise nach Italien und eine Geschichte, die stark auf die drei Hauptfiguren fokussiert und deren Leben Stück um Stück aus der Bahn wirft.Der Däne Ingar lässt sein bisheriges Leben hinter sich, um in Italien zur Ruhe zu kommen und sich an ein Buch zu setzen, das ihm seit einer Weile auf der Seele brennt. Bei der schroffen, aber geradlinigen Maria findet er ein passendes Zuhause für knapp acht Monate, um zum einen an seinem Buch zu schreiben, zum anderen herauszufinden, wer sein Vater war, den er kaum kannte. In dieser Zeit lernt er auch Marias Enkel kennen – den wortkargen, humpelnden Zino, der schnell Einzug in seinen Roman findet und den er näher kennenlernt, als er beginnt dem Jungen sein Werk vorzulesen. Jobst Mahrenholz lässt sich viel Zeit die beiden ungleichen Männer zusammenzuführen – Ingar, der nur schwer in der Lage ist, Gefühle zu zeigen, und Zino, dessen Vergangenheit schwer auf seiner Seele lastet und ihn zu einem Einsiedler hat werden lassen. Es dauert, bis sie sich aufeinander einlassen und gerade Zino Vertrauen fasst und mehr von sich erzählt. Gleichzeitig erweckt er sein literarisches Pendant erst zum Leben, denn er gibt die passenden Impulse um Lasse aus „Der steinerne Pfad“ mit Leben zu füllen. Doch das Glück währt nur kurz, als Maria herausfindet, was sich zwischen Ingar und Zino abspielt und den jungen Autor zu einer Rückkehr nach Dänemark zwingt. Dort beendet er nicht nur sein Buch mit einem Knalleffekt, er sorgt ungewollt auch dafür, dass Zino eine Entscheidung trifft, die nicht nur Maria, sondern auch Ingar beeinflusst und das Leben aller drei auf den Kopf stellt. Dass der Autor zum Ende hektischer wird und gerade in den letzten Kapiteln viele Dinge auf einmal passieren, passt durchaus zur Geschichte, denn es spiegelt das Umdenken der Figuren wieder. Allerdings könnte es einigen doch ein wenig zu schnell gehen, zumal die Szenen bewusst kurz gehalten sind und Jobst Mahrenholz am Ende bewusst nicht alle offenen Fäden zu einem Ende bringt.Wie nicht anders von Jobst Mahrenholz gewohnt, sind die Charaktere sehr authentisch und greifbar – sowohl Ingar, als auch Zino und Maria sind sehr realistische Figuren mit Ecken und Kanten. Sie reiben sich aneinander auf, ergänzen sich und müssen sich alle eingestehen Fehler gemacht zu haben, die nicht nur sie, sondern auch ihre Umwelt verändert haben. Ingar, der nicht in der Lage ist, Gefühle zu zeigen und sich lieber verschließt, anstatt eine Sache bis zum Ende durchzusetzen, ist kein typischer Held und auch nicht immer sympathisch. Er hat die Tendenz andere auszunutzen und braucht lange, um sich den Konsequenzen zu stellen und sein gesamtes Herz in eine Sache zu investieren. Zino wiederrum ist trotz seiner Ruhe und Schroffheit eine schillernde, gefühlsbetonte Persönlichkeit, die viel Zeit braucht, um aufzutauen und sich gegenüber anderen zu öffnen. Er ist ein bisschen der Motor des Romans, da er nicht nur Ingar und dessen Geschichte antreibt, sondern auch mit seinen Entscheidungen dafür sorgt, die gespannte Atmosphäre zum Kippen zu bringen.Zu guter Letzt ist auch Maria eine der zentralen Hauptfiguren, die zwangsweise Teil der Ereignisse wird und selbst für viele Dinge die Verantwortung trägt. Auch sie trägt einige dunkle Facetten in sich, die erst mit der Zeit ans Licht kommen. Sie ist auf jeden Fall eine faszinierende, starke Frau, deren Leben mindestens so interessant ist wie das von Zino.Stilistisch legt Jobst Mahrenholz ein gewohnt intensives, sehr stimmungsvolles Buch vor, bei dem jedes Wort und jeder Satz passt. Man hat das Gefühl jede Silbe wurde präzise ausgewählt, um das Buch sprachlich auf ein sehr hohes Niveau zu heben. Gerade Zinos Sätze und Antworten haben eine solche Wucht und Aussagekraft, dass sie lange nachhängen. Die Wortwechsel zwischen ihm und Ingar sind das Highlight des Buches, da sie unheimlich viel Dynamik haben und dem Leser die beiden Figuren ans Herz wachsen lassen. Der Autor hat auf jeden Fall etwas Besonderes geschaffen, nicht nur durch das Buch im Buch – die Figuren und ihre Dialoge untereinander sind unheimlich intensiv, ebenso die Beschreibungen der italienischen Berge und die des einfachen, ruhigen Lebens dort.Fazit:„Eine Ahnung von Pan“ ist ein wundervolles, stilistisch beeindruckendes Buch, das durch seine wunderbaren, sehr authentischen Figuren und eine angenehm leichten, langsamen Geschichte beeindruckt. Jobst Mahrenholz geht es nicht darum, zwei Männer zusammen zu bringen und ihnen ein Happy End zu ermöglichen, sondern darum, die Geschichte dreier grundverschiedener Figuren zu erzählen und sie auf behutsame Art und Weise weiterzuentwickeln. Wer Jobst Mahrenholz‘ Werke schätzt, wird auch an seinem neuen Buch nicht vorbeikommen – es lohnt sich und zeigt einmal mehr, wie wandlungsfähig und stilistisch sicher der Autor ist. Unbedingt lesen!

    Mehr
  • Ein steinerner Pfad

    Eine Ahnung von Pan

    Little_Kunoichi

    19. July 2017 um 13:56

    Ein nacktes Kerlchen. Eine Liebesgeschichte. Das Übliche, sollte man meinen – wenn da nicht Jobst Mahrenholz auf dem Cover stehen würde. Ingar und Zino. Zwei verletzte Seelen treffen in der archaisch anmutenden Umgebung eines toskanischen Bergdorfes aufeinander. Doch anstelle einer Blümchenwiese, liegt ein steinerner Pfad vor ihnen – sowohl in ihrer Realität, als auch im gleichnamigen Romandebüt von Ingar. Die Geschichte in der Geschichte. Und genau dieser Roman und sein Entstehungsprozess zieht sich wie ein roter Faden durch die Erzählung. Er ermöglicht den Protagonisten eine offene, aber dennoch unverfängliche Art der Kommunikation. Durch die Projektion der eigenen Gedanken und Sehnsüchte auf fiktive Charaktere, bleibt die persönliche Autonomie gewahrt. Dieser Roman im Roman ist ein wunderbares Stilmittel und es ist zauberhaft, wie der Autor die beiden Handlungsebenen seines Werkes miteinander verzahnt und ausbalanciert. Lediglich am Ende des Buches wirken die Überschneidungen etwas zu konstruiert.Achtsamkeit und Hingabe sind für mich die großen Themen dieser Erzählung. Es ist wunderbar, dass Jobst Mahrenholz seinen Charakteren Zeit zur Entwicklung einräumt. Dass er seiner Leserschaft zumutet Leerstellen auszuhalten und assoziativ zu füllen. Gerade diese kalkulierten Lücken entsprechen so ganz dem Titel und dem damit verbundenen Zauber.Angst und Isolation zu überwinden sind große Herausforderungen. Gefühle zulassen, bedeutet häufig, auch Schmerz empfinden zu müssen. Der Autor erzählt uns davon, wie viel Mut und Kraft es kostet, und was es bedeutet, sich auf jemanden einzulassen. Schützende Barrieren zu überwinden, sich zu öffnen und verwundbar zu werden. Er erzählt von diesem Prozess, der einige der grundlegendsten Aspekte menschlicher Existenz berührt und damit wohl auch eine Ahnung des göttlichen in sich trägt – wie auch immer man diese spirituelle Kraft für sich definieren mag. Er erzählt, wie aus Aufmerksamkeit und Vertrautheit Vertrauen wächst, und dass daraus noch etwas viel größeres reifen kann. Zino und Ingar wachsen mit- und aneinander, doch gemeinsames Wachstum ist immer auch abhängig vom eigenen Wachstum. Es ist wichtig für sich herauszufinden, inwieweit man bereit ist, sich zu öffnen und einen lieb gewonnenen Menschen an sich heran zu lassen.  Zu erkennen, wofür man Sorge tragen möchte und was einem Sinn gibt. Liebe ist eine innere Haltung. Sie ist die Erkenntnis, dass es so in Ordnung ist, wie der Moment sich zeigt. Jobst Mahrenholz lässt seinen Zino einen außergewöhnlichen Weg beschreiten. Er erdet dieses Luftwesen – im wahrsten Sinne des Wortes. Schafft eine Verbindung mit der Erde, der Natur und damit auch dem Augenblick. Obwohl Zino ein Opfer der Umstände ist, scheint er in dieser Rückbesinnung einen Teil seiner selbst gefunden zu haben.Pan ist pure Entschleunigung. Dem Buch gelingt es, die alltägliche Reizüberflutung auszuschalten und sich ganz auf das Wesentliche zu fokussieren.Es ist beeindruckend mit wie viel Feingefühl und Ehrlichkeit der Autor dieses Thema angegangen ist. Zwischen den Zeilen scheint viel Gefühl, Erkenntnis und Herz durch. Ein sehr eindringlicher, konzentrierter und bewegender Roman. Getragen von einer ausdrucksstarker, klaren Sprache.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks