Jobst Mahrenholz Haus aus Kupfer

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(4)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Haus aus Kupfer“ von Jobst Mahrenholz

Was, wenn Brüder sich hassen,
Cousins sich lieben,
Geschwister neiden?
Was, wenn aus ›Ihr‹ ein ›Ihm‹ wird
und Intrigen ihren Lauf nehmen?

Dreizehn Menschen.
Sechs Tage.
All das unter einem Dach.
Einem aus Kupfer.

Authentisch, gefühlvoll und mitreißend - eines der besten Bücher von Jobst Mahrenholz

— Koriko

Stöbern in Romane

Wie Ellie Carr zu leben lernt

Sehr schöne Geschichte

momomaus3

Kleine große Schritte

Ein sehr guter zum nachdenken anregender Roman

momomaus3

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Ein wunderschönes Buch, welches meine Lieblingsbeschäftigungen Lesen und Musik hören zusammenführt.

cat10367

All die Jahre

Zwei Schwestern, die unteschiedlicher nicht sein können zwischen Gestern und Heute.

abunchofcats

Ein mögliches Leben

Eine Ode an Familie, Freundschaft und Kameradschaft. Es geht darum, auf der richtigen Seite und zu seinen Überzeugungen zu stehen.

hasirasi2

Die Herzen der Männer

Mal etwas anderes, hat mich sehr berührt

Sassenach123

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wundervolles Buch - unbedingt lesen

    Haus aus Kupfer

    Koriko

    27. April 2016 um 20:37

    Story:Nach dem Tod des großen Lu trifft die Großfamilie Pedetti im Stammsitz des italienischen Clans ein, um sich gebührend vom ehemaligen Familienoberhaupt zu verabschieden. Giacomo trifft der Verlust seines Großvaters am meisten, stand er Lu doch näher als manch anderer. Dennoch freut er sich auf das Wiedersehen mit seiner Cousine Felia, mit der ihn eine Menge verbindet. Zu aller Überraschung taucht jedoch (gegen den Willen seiner Eltern) Felice auf, denn Felia hat sich dazu entschieden fortan als Mann zu leben und sich einer entsprechenden Hormonbehandlung zu unterziehen. Während in der konservativen Familie Chaos ausbricht und Felices Entscheidung diskutiert wird, ist Giacomo neben den Hausangestellten der Pedettis der Einzige, der Felice so akzeptiert wie er ist. Schnell kommen sich die beiden näher und nicht nur Felice entwickelt sich während der Beerdigung weiter, auch Giacomo wird im Laufe der Zeit erwachsener, insbesondere als er sich seiner Gefühle gegenüber Felice im Klaren wird.Eigene Meinung:Der Roman „Haus aus Kupfer“ stammt aus der Feder von Jobst Mahrenholz und erschien 2016 im deadsoft Verlag. Erstmals wagt sich der Autor an ein Trans-Thema heran und bietet dem Leser einen sehr eindringlichen, tiefgründigen Einblick in das Thema Transsexualität. Leser der Reihe „Il Gusto di Lauro“ werden in Giacomo den Nebencharakter Jack wiedererkennen – „Haus aus Kupfer“ spielt jedoch einige Jahre vor den Büchern um Luca Lauro.Einmal mehr präsentiert Jobst Mahrenholz einen sehr eindringlichen, tiefgängigen Roman, der ein sensibles, nur selten beachtetes Thema aufgreift – Transsexualität. Sehr eindrucksvoll und in sich stimmig erzählt er von Felices Problemen, sowohl innerhalb seiner Familie, als auch mit sich selbst. Giacomo, als zweiter Erzähler, sorgt auf seine Art für passenden Ausgleich, denn er akzeptiert Felice nicht nur, er verliebt sich auch in ihn. Dadurch gibt es zusätzliche Spannungen zwischen die Figuren, wenngleich die beiden mit ihrer Beziehung nicht an die Öffentlichkeit gehen.Neben den Problemen, die mit Felices Entscheidung einhergehen, sorgt auch Lus Tod für Zündstoff innerhalb der Familie – die Frage nach dem Nachfolger der Kupfer-Dynastie, mit denen die Pedettis reich geworden sind, die verschiedenen Machtkämpfe und Streitigkeiten, um sich einen möglichst guten Platz innerhalb des Unternehmens zu sichern. Dazu kommen die unterschiedlichen Persönlichkeiten, die für fünf Tage aufeinandertreffen – denn mehr Zeit beleuchtet Jobst Mahrenholz in seinem Roman „Haus aus Kupfer“ nicht. Das ist auch nicht notwendig, denn in dieser kurzen Zeit gelingt es ihm ein klassisches Familiendrama aufs Papier zu bringen und jeder Figur gerecht zu werden.Die Charaktere sind, wie bei Jobst Mahrenholz nicht anders zu erwarten, tiefgründig, authentisch und liebevoll ausgearbeitet. Das ist auch notwendig, da die Geschichte vollkommen von den Figuren getragen wird, allen voran Giacomo und Felice, aus deren Sicht „Haus aus Kupfer“ erzählt wird. Man merkt, dass sich der Autor ausführlich mit der Thematik Transsexualität beschäftigt hat, denn gerade Felice ist sehr gut in Szene gesetzt. Man kann seine Sorgen, Ängste und Probleme nachvollziehen und sich leicht mit ihm identifizieren. Auch Giacomo gewinnt mit seiner offenen, unvoreingenommenen und direkten Art schnell die Herzen der Leser. Es macht Spaß ihn zu beobachten und die Familie durch seine Augen kennenzulernen.Auch die Nebenfiguren wirken lebendig und handeln in sich schlüssig. Jeder Charakter hat seine eigenen Sorgen und Probleme, Ecken und Kanten. Sie sind nicht nur bloße Staffage um Giacomo und Felice, sondern reale Persönlichkeiten, die ihre Meinung haben und diese vertreten – seien es Felices Eltern, die um ihr Ansehen bangen, Ettore, der seinem Bruder Giacomo vor allem Hass entgegenbringt oder die schroffe Zita, die ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Jobst Mahrenholz beleuchtet auch die übrigen Pedettis, gibt ihnen Platz sich zu entwickeln und ihre Meinung zu äußern. Der Leser lernt den Familienclan, nebst interner Probleme sehr gut kennen und begleitet nicht nur Felice und Giacomo dabei, wie sie über sich hinauswachsen.Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Jobst Mahrenholz hat einen fesselnden, eindringlichen Stil, der den Leser zu Herzen geht. Man kann sich gut mit den Charakteren identifizieren, erlebt an Giacomos Seite die Beerdigung des großen Lus und die großen und kleinen Familiendramen. Zu Beginn mag das Springen in Giacomos Kindheit ein wenig verwirren, ebenso die vielen Figuren, die im ersten Kapitel auftauchen, doch daran gewöhnt man sich schnell. Alles in allem ist Jobst Mahrenholz einmal mehr über sich hinausgewachsen und legt ein ungemein berührendes Buch vor, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhängt.Fazit:„Haus aus Kupfer“ ist ein wundervoller, authentischer und sehr eindringlicher Coming-of-Age- Roman über das Thema Transsexualität und die damit einhergehenden Familienprobleme, erste Liebe und das Sich-Selbst-Finden. Mit beeindruckenden Worten präsentiert Jobst Mahrenholz seine Figuren und lässt die Familie Pedetti lebendig werden. Wer realistische Romane liebt sollte sich „Haus aus Kupfer“ nicht entgehen lassen, ebenso sollten Fans von Jack aus „Il gusto di Lauro“ zugreifen – es macht einfach Spaß Jacks Vergangenheit kennenzulernen. Sehr zu empfehlen.

    Mehr
  • "Meine Geschichte hatte für Irritationen gesorgt, Verwirrung und gedehnten Unglauben."

    Haus aus Kupfer

    Little_Kunoichi

    20. April 2016 um 08:46

    Das "Haus aus Kupfer" ist ein Buch über adoleszente Selbstfindung und familiäre Erwartungen. Im titelgebenden Domizil treffen sich die Pedettis um Abschied vom großen, alles dominierenden Patriarchen der Familie zu nehmen. Neben der Neustrukturierung des Familienunternehmens, steht aber vor allem das unsichtbare emotionale Erbe im Fokus der Geschichte. Familie, ein Wort das unglaublich viele Emotionen beherbergt. Vertrauen, Liebe, Akzeptanz, ... aber auch Enttäuschung, Verbitterung, Wut und sogar Hass. Jobst Mahrenholz konfrontiert uns in seinem fünften Roman "Haus aus Kupfer" mit all diesen Gefühlen. Herausragend ist die Art und Weise wie er dies tut. Trotz schwieriger Themen überzeugt das Buch mit einer zauberhaften Leichtigkeit. Der Autor schlägt einen charmant spielerischen, ja fast schon pointiert witzigen Ton an, ohne den nötigen Ernst und die angemessene Tiefe zu vernachlässigen. Durch diese erzählerische Finesse umschifft das Buch die Hürde, ein bleischweres Drama zu werden und konzentriert sich ganz auf die Kraft der Liebe. Dabei gelingt es dem Autor, fern aller Genre-Klischees, den schmalen Grat zwischen Pathos und Authentizität zu beschreiten. Er erzählt diese sehr emotionale Geschichte, mit ihren vielen anrührenden Momenten, ohne unnötig auf die Tränendrüse zu drücken. Er offeriert dem Leser eine Metaebene, die dieser beschreiten kann, aber nicht muss und die reichlich Raum für Resonanz bietet. Sensibel, intelligent und vielschichtig, zeichnet er ungemein spannende und lebendige Charaktere. Giacomo, einer der beiden Ich-Erzähler, ist ein solcher Charakter. Widersprüchlich, optimistisch und wunderbar unkonventionell. Er schert sich nicht um gesellschaftliche Normen, sondern vertraut seiner inneren Stimme. Eine Stimme die für mich kennzeichnend für die Texte von Jobst Mahrenholz ist und die mich immer wieder aufs Neue begeistert. Eine kraftvolle Stimme voller Zärtlichkeit und Respekt. Zugewandt und offen. Tragend. Eine Stimme die Liebe nie kleingeistig definiert, die sie nicht auf starr festgelegte Konventionen reduziert. Eine Stimme die auch loslassen kann, nicht schmerzfrei, aber mit Gewinn. Jobst Mahrenholz zeigt auf, wie fragil dieses Schicksalskonstrukt namens Familie ist. Wie sehr wir von strategischen Überlegungen und schwelenden Konflikten beeinflusst werden. Wie wichtig es sein kann, sich aus der familiären Zwangsjacke zu befreien und eigene Bedürfnisse zu formulieren und zu leben. Dabei verschweigt er nicht, welch unglaubliche Kraftanstrengung ein solcher Bruch darstellt und wie sehr er dem Bedürfnis nach Verbundenheit zuwiderläuft. Er zeigt uns eine Familie deren Zusammenhalt auch auf Ausblendung und Verdrängung basiert. Eine Familie die im Umgang miteinander Kälte und Gedankenlosigkeit offenbart und die zu großen Teilen unfähig ist, mit Gefühlen offen, angemessen und respektvoll umzugehen. Es ist die Familie die uns formt, prägt, in Schablonen presst und uns, oft unbewusst, Mechanismen aufzwingt. Sie bestimmt unser Bindungsverhalten und gegebenenfalls das Verhältnis zu unseren Kindern. Auch im Kupferhaus wiederholt sich Geschichte. Mit viel Empathie deckt Jobst Mahrenholz Schicht um Schicht das Innerste seiner Protagonisten auf, entlarvt emotionale Defizite und zeigt in zahlreichen Rückblenden Zusammenhänge auf. Er erzählt von der Unnahbarkeit und dem Schutz, den sie bietet, aber auch von dem Preis, den der Rückzug in die Unverletzlichkeit kostet. Er erzählt aber auch und vor allem, von dem Zauber, der Kraft und dem Zusammenhalt zwischenmenschlicher Bindungen und er erinnert uns daran, dass Familie mehr mit Herzensnähe als mit verwandschaftlichen Verhältnissen zu tun hat. Und dass manches klein und unscheinbar anmutet, in dieser Unscheinbarkeit aber groß ist. Nach einem wundervollen Epilog schlägt man dieses Buch mit einem zufriedenen Lächeln und einem wohlig warmen Gefühl zu, weil zwei Menschen die Welt verändert haben, zumindest ihre Welt. Und ein klein wenig wohl auch meine.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks