Jobst Mahrenholz , S.B. Sasori Yep - warum nicht anders?: Anthologie

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 11 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 1 Leser
  • 10 Rezensionen
(6)
(6)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Yep - warum nicht anders?: Anthologie“ von Jobst Mahrenholz

15 Jahre dead soft verlag – zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue schwule Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar.

7 kleine Höhepunkte, romantisch, traurig, spannend, liebenswert und geheimnisvoll.

— sweetlife18
sweetlife18

Eine wundervolle, sehr abwechslungsreiche Gay-Anthologie in der sicherlich jeder seine Lieblingsgeschichte findet.

— Shaddowlino
Shaddowlino

Tolle Auswahl verschiedener Geschichten zum Kennenlernen erster Sex oder erste Liebe. Verschiedene Stile von romantisch, traurig oder schön.

— sabrinchen
sabrinchen

interessante Mischung von Kurzgeschichten, erste Liebe, erster Sex und manchmal auch ein bisschen mehr

— Leseratz_8
Leseratz_8

Eine atemberaubende Zusammenarbeit zwischen sieben sehr unterschiedlichen AutorInnen. Faszinierend, berauschend, entführend, verleitend, ...

— RigorMortis
RigorMortis
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Yep - warum nicht anders?: Anthologie" von Jobst Mahrenholz

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    Sandra_Gernt

    Sandra_Gernt

    Liebe Lovelybooks-Gemeinde, sieben AutorInnen haben sich zusammengeschlossen, um den 15. Geburtstag des Dead Soft-Verlags zu feiern. Herausgekommen ist eine Anthologie mit 7 Gay Romance-Kurzgeschichten. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar. Wir laden nun euch ein, dieses Buch mit uns zusammen zu genießen und stellen dafür 10 eBooks zur Verfügung. Ich (Sandra Gernt) bin lediglich die Initiatorin dieser Leserunde. Alle anderen Autoren, ausgenommen Simon Rhys Beck, der Dead Soft-Chef, werden nach Zeit und Möglichkeit mitmischen, Fragen beantworten und auf eure Kommentare eingehen. Damit ihr eine Ahnung bekommt, was euch erwartet, hier eine Leseprobe aus meiner eigenen Geschichte "Wahre Christen": Wahre Christen „Ich will da nicht hin!“ Sven wusste selbst, dass er wie ein trotziges Kleinkind klang. Ändern konnte und wollte er das nicht. Denn nein, er wollte unter gar keinen Umständen zur Hochzeit seiner älteren Stiefschwester fahren. Was nicht an Steffi und auch nicht an ihrem liebenswerten Langzeitverlobten lag. Und auch nicht am Rest seiner Familie. Ein Teil von Sven sehnte sich danach, wieder nach Hause zu fahren. Jenem Ort, an dem er seit zwei Jahren nicht mehr willkommen war. Nicht mehr seit dem Tag, an dem Ben in sein Leben getreten war und alles auf den Kopf gestellt hatte. Jener Ben, der ihm gerade mit verschränkten Armen gegenüberstand und ihn skeptisch betrachtete. Das war unfair, was der verflixte Kerl selbstverständlich ganz genau wusste. Denn in dieser Haltung kam das große Drachentatoo zur vollen Geltung, das sich vom rechten Bizeps bis zum Handgelenk zog und Sven vom ersten Moment an fasziniert hatte. Genau wie diese blauen Augen, die je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Nuancen von Himmelblau bis Türkis schimmerten. Oder der Wust von dunkelblonden Haaren, die mit Gel und ein bisschen Eitelkeit stets sorgfältig in perfekter Wuschelfrisur gehalten wurden. Dazu hatte Ben sich heute Morgen nicht rasiert und machte ihn mit seinem verboten gut aussehenden Stoppelbartlook an. Sven unterdrückte mühsam den Impuls, seine Müslischale nach ihm zu werfen und sich damit vollends der Lächerlichkeit preiszugeben. Ben brauchte nicht ein Wort zu sagen, still an den Rahmen der Küchentür zu lehnen reichte für die klare Botschaft: Das ist deine Familie, sei ein Kerl und erdulde es schweigend! „Ich kann da einfach nicht hin“, murmelte Sven und schob die Müslischale von sich. Lieber auf Nummer sicher gehen war die Devise. Außerdem hatte er keinen Krümel davon angerührt und er wusste genau, dass sich das nicht ändern würde, gleichgültig, wie lange er auf diesem Stuhl hocken blieb. Er war fünfundzwanzig, genauso alt wie sein Schnuffel. So nannte er Ben nur, wenn er ihn ärgern wollte. Kennen gelernt hatten sie sich in einem VHS-Kochkurs für Singles, da sie beide fest daran glaubten, dass Ernährung mehr sein musste als Fertigpizza in den Ofen schieben und Raviolidosen öffnen. Ihre Mütter hatten ihnen dieses mehr nicht beigebracht, darum versuchten sie in dem Kurs hinter das Geheimnis von frisch blanchiertem Gemüse und Pasta al dente zu gelangen. Das war lediglich mit mäßigem Erfolg geglückt. Dafür aber waren sie sich näher gekommen, als Ben beim Zwiebelschneiden in Tränen zerflossen war und Sven ihm freundlich grinsend ein Schnuffeltuch angeboten hatte. „Steffi braucht dich, Dickerchen.“ Ben hatte inzwischen seinen Beobachtungsposten an der Tür aufgegeben und setzte sich auf die Platte des Küchentischs. Dickerchen war der Kosename, den wiederum er nur benutzte, um ihn zu ärgern. Seit dem Tag, an dem Sven unvorsichtig laut darüber nachgedacht hatte, sich im Fitnessclub anzumelden, bevor er gänzlich verweichlichte und fett wurde. Er war der Typ „lang und hager“ und eher zu schlank, während Ben mittelgroß und von Natur aus athletisch gewachsen war. Einmal die Woche joggen und am Wochenende beim Squash auspowern reichte, um seine Muskeln in höchst ansehnlicher Form zu halten. Beneidenswert. „Du sollst mich nicht ansabbern, Schatz, du sollst an deine Schwester denken.“ Ben strubbelte ihm grinsend durch die kurz geschorenen Haare. Die waren langweilig braun, genau wie seine Augen, und lästig, weil sie wie Unkraut wucherten. Ständig musste er zum Friseur, um sie genau daran zu hindern. Etwas, was er dringend hätte tun müssen, bevor er quer durch die Republik reiste. Jetzt war es zu spät. „Ich kann einfach nicht. Wenn ich meinen Erzeuger noch einmal sehen muss, wird ein Unglück geschehen. Dann ist Steffis Hochzeit mit absoluter Garantie versaut.“ Bevor sein Schnuffel irgendetwas einwenden konnte, womit er zweifellos Recht haben würde, zog Sven ihn zu sich auf den Schoß und gab ihm einen verzweifelten Kuss. Jahrelang hatte er seiner Familie verschweigen können, dass er Jungs statt Mädchen mochte. Silke hatte ihm geholfen, indem sie seine Alibi-Langzeitfreundin spielte. Zumindest bis sie jemanden fand, der mit ihren dreißig Kilo Übergewicht und Neigung zu unreiner Haut keine Probleme hatte. Sven war im erzkatholischen bayrischen Hinterland aufgewachsen. In einem dieser Nester, in dem jeder jeden kannte und man sich schriftlich beim Dorfältesten entschuldigen musste, wenn man sonntags von vierzig Grad Fieber am Kirchgang gehindert wurde. Es war besser geworden, nachdem seine Eltern sich scheiden ließen. Seine Mutter war fortgelaufen, als er acht Jahre alt war. Sie hatte als „Zugezogene“ aus München die wenig idyllische Enge dieser neunzig-Seelen-Gemeinde nicht ertragen. Sein Vater hatte wieder geheiratet und war in ein etwas größeres Kaff in der Nähe von Nürnberg umgezogen. Svens Stiefmutter hatte Steffi mitgebracht, mit der Sven sich gut verstand, und zwei Jahre später war Christian geboren worden. Er mochte seinen jüngeren Bruder. Genau deswegen graute ihm davor, was der Kurze wohl inzwischen von ihm hielt. Von diesem schwulen Perversling, dieser entarteten Kreatur, Kinderschänder, von Gott gehasst, von der Bibel verdammt, vom Teufel … Wie hatte sein Vater es stets genannt? „… vom Teufel geschickt, um die wahren Christen zur Sünde zu verführen!“ Sein Outing hatte er neun Jahre lang vor sich hergeschoben. Seit ihm mit vierzehn im Schwimmbad auf peinlichste Weise klar wurde, dass ihn das Gerangel mit seinem besten Freund trotz der eisigen Wassertemperaturen nicht kalt ließ. Er war verzweifelt gewesen. Hatte wochenlang Albträume davon, was geschehen würde, wenn es raus käme. Dieses anders sein, er wollte es nicht. Schwule waren anormal. Nicht richtig. Das sagte ihm der Pfarrer, dem er sich bei der Beichte vor der Firmung versucht hatte anzuvertrauen. Diese Meinung hatte sein Vater auch lautstark in der Öffentlichkeit vertreten, wenn im Fernsehen oder zufällig im Gespräch die Rede auf Homosexualität kam. „Solche Leute sollen tun, was sie wollen, solange sie unter sich bleiben und die Finger von Kindern lassen.“ Solche Leute. Das klang nach Cholera-, Pest- und Leprakranken. Aussätzige, die man bedauern und möglichst weit fern halten sollte. Sven wollte kein Aussätziger sein, er liebte seine Familie. Seine Stiefmutter Corinna, die ihm eher eine Tante war, seine eigene Mutter, die regelmäßig mit ihrem neuen Mann und ihrer kleinen Tochter zu Besuch kam. Seine ganzen Geschwister, seinen Vater. Sie waren eine richtige Patchworkfamilie, in der jeder für jeden da war. Sven hatte das nie riskieren wollen und darum geschwiegen. Geleugnet, was und wer er war. Seine ersten sexuellen Erfahrungen hatte er mit Frauen. Vollgesoffen und anschließend kaum fähig, sich an irgendetwas zu erinnern. Sich bitterlich geschämt, weil er sie belogen hatte. Sich selbst belog. Nicht sein wollte was er war, in ständiger Furcht gelebt hatte, jemand könnte es ihm ansehen. Oder er könnte es im betrunkenen Zustand laut aussprechen. Er war Optiker geworden, was ihn nie interessiert hatte. Es war die Alternative zu Automechaniker und Bäckerfachgehilfe. Das waren nach der Schule die einzigen drei Ausbildungsangebote in der näheren Umgebung, die überhaupt in Frage gekommen wären. Inzwischen mochte er seinen Beruf, da er sehr nette Kollegen hatte. Kollegen, die von seiner Homosexualität wussten und sich nicht darum scherten. Nun gut, neunzig Prozent davon waren weiblich … Und er wohnte seit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung in Hamburg. In der Großstadt sah man vieles gelassener. Sein Schnuffel war völlig anders als er. Mit fünfzehn hatte sich Benny geoutet und es stoisch durchgezogen. Mit Gay&Proud-Shirts, Ketten mit Regenbogenanhängern und der Himmel mochte wissen, was sonst noch alles. Ben hatte ihn wie eine Naturgewalt überrollt. Nach der Zwiebelepisode waren sie bereits am gleichen Abend im Bett gelandet und Sven hatte erleben dürfen, was er sich bislang selbst vorenthalten hatte. Er liebte diesen Mann und wollte ihm irgendwann im Laufe dieser Fahrt einen Heiratsantrag machen. Nicht unbedingt vor Zeugen, obwohl das auf der Hochzeitsfeier seiner Schwester sicher von einigen Leuten begeistert aufgenommen werden würde. Mehr Sorgen machten ihm da diejenigen, die ihn dafür hassen würden … „Ich würde liebend gerne noch ein paar Stunden mit dir knutschen, Schatz, aber aufschieben wollen ist sinnlos“, murmelte die Naturgewalt in seinen Armen. Seufzend vergrub Sven seinen Kopf in Bennys Halsbeuge. Er hatte ja recht. Sie würden auch so schon endlose Stunden fahren müssen. Hier oben im Norden schüttete es, in der Mitte von Deutschland waren Hagelschauer und Sturmböen angekündigt und im Süden schwere Schneefälle. „Du weißt, was letztes Mal passiert ist“, sagte Sven leise, bemüht, jeglichen Vorwurf aus seiner Stimme rauszuhalten. „Das war nicht meine Schuld.“ >>> Lust auf mehr? Dann schnell bewerben!

    Mehr
    • 271
  • sinnliche, abwechslungsreiche Storys

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    hexe2408

    hexe2408

    20. December 2014 um 10:26

    YEP – warum nicht anders unterstützt nicht nur einen guten Zweck, es ist auch wirklich gut geschrieben. Der Leser wird mitgenommen in sieben unterschiedliche Situationen, in denen es für die Protagonisten gilt, Lösungen zu finden, aufs eigene Herz zu hören oder die Familie wieder zu besänftigen. Die Geschichten sind alle ganz unterschiedlich und gerade das macht das Buch sehr abwechslungsreich und interessant. Wenn man in eine neue Story eintaucht, weiß man nie, was auf einen zukommt. Die Charaktere sind individuell, einige schon sehr in sich gefestigt, andere noch sehr unsicher und teilweise grad erst frisch geoutet. Es gab im gesamten Buch keinen Protagonisten, der mir unsympathisch war. Jede Figur hat auf ihre ganz eigene Weise einen gewissen Charme, der mich bei dem einen schneller, beim nächsten ein wenig später, fasziniert hat. Der Stil in den Geschichten variiert je nach Autor, mal gibt es eher detaillierte Beschreibungen von Personen und Umgebung, mal sind diese Passagen recht knapp gehalten. Es passte jedoch immer gut in die Geschichte und zu den jeweiligen Protagonisten. Durch den Wechsel von Ich- Erzähler und Er-Erzähler entsteht eine schöne Mischung, die es noch leichter macht, zwischen den einzelnen Kurzgeschichten umzuschalten. Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine durchweg fröhlichen, glücklichen Geschichten gab, sondern Momente, sie aus dem Leben gegriffen sein konnten. Es gibt in jedem Leben schwierige Momente, Probleme, komplizierte Wege, die zu beschreiten sind und genau solche Phasen der Protagonisten erleben wir als Leser mit. Intoleranz, Outing, Probleme in der Familie und noch viele andere Dinge spielen in den sieben Geschichten eine Rolle und führen einem vor Augen, dass wir irgendwie doch alle gleich und doch anders sind. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und doch ähneln sich einige Sorgen und Nöte sehr den eigenen. Immer wieder gibt es kleine Überraschungen und Wendungen, die entweder für viel Freude oder aber neuen Frust und damit auch neue Probleme sorgen. Langweilig wird es wirklich nie. Schöne, sinnliche Momente sorgen für eine weitere Facette, die im Leben einfach mit dazu gehört. Es ist nicht immer alles schwarz und weiß, es gibt so viele Grautöne, dass es sich lohnt, sich auch diese etwas genauer anzusehen. Eine tolle Anthologie, die sich am besten beschreiben lässt, wenn man sie selbst liest. Eine direkte Lieblingsstory im Buch gibt es für mich nicht, da jede für sich einfach stimmig und rund war.

    Mehr
  • Vielseitige Stories!

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    Bathory

    Bathory

    18. December 2014 um 13:22

    Titel: Yep - Warum nicht anders? Dead Soft Verlag (22. Oktober 2014) Autoren: Susann Julieva ("Sommer am See"); Sandra Gernt ("Wahre Christen"); Sabine Damerow ("Alles im Fluss"); Sandra Busch ("Imbissboy"); S.B.Sasori ("Drahtseilakt"); Jobst Mahrenholz ("Gian"); Simon Rhys Beck ("Inselbrüder") Das COVER zeigt zwei Männer im Gras, kurz davor sich zu küssen und passt somit wunderbar zum Thema. Die Titelschrift ist teilweise in einem intensiven Violett und einem zurückhaltendem Orange-Gelb, was wunderbar wirkt! HINTERGRUND: Die Anthologie erschien zum 15-jährigen Jubiläum des Dead Soft Verlags und enthält Kurzgeschichten von sieben bekannten Autoren, die hierfür alle auf ihr Honorar verzichtet haben. Der gesamte Erlös geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. MEINUNG: Der Band enthält sieben Geschichten, sowie ein Vorwort. Die Stories sind alle sehr unterschiedlich und man findet in jeder etwas zum Nachdenken. Ob traurig, amüsant, spannend oder melancholisch, hier ist alles vertreten. Die Protagonisten sind liebenswert und interessant, sodass man von der ein oder anderen Liebesgeschichte gerne noch mehr gehört hätte. Bei S.B. Sasori kann man das auch. Zu ihrer Story "Drahtseilakt" gibt es bereits eine Fortsetzung auf Bookrix. Das gesammelte Werk soll gebunden erscheinen. FAZIT: Tolle Autoren, emotionale Geschichten und ein guter Zweck! Was will man mehr?

    Mehr
  • Yep- warum nicht anders?

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    SakuraClow

    SakuraClow

    17. December 2014 um 21:16

    Anthologien zu bewerten ist nicht wirklich leicht, da diese mehrere Geschichten enthalten und wenn diese dann auch noch jede von einem ganz anderen Autor geschrieben wird, macht das die Sache nicht leichter. Letztendlich habe ich mich für diese Bewertung entschieden. Jede Geschichte für sich hatte etwas, und fast alle der Geschichten hatten eine so überraschende Wendung, die ich nicht vermutet hätte. Besonders war die Unterschiedlichkeit, der Geschichten. Die eine hat sich fast zu einem richtigen Krimi entwickelt und andere wurden Dramatisch, einmal sind mir sogar die Tränen in die Augen gestiegen. Aber nicht nur die Handlungen sind sehr Unterschiedlich, auch der Erzählstil war das. So etwas merkt man besonders gut bei solchen Anthologien. Schade war nur einfach, dass ich mir manche Geschichten wirklich ausführlicher gewünscht hätte und andere wiederum haben es aber echt gut hinbekommen eine Geschichte zu schreiben, die kürzer ist und einen trotzdem nicht unbefriedigt zurück gelassen hat.

    Mehr
  • Klasse Vielfalt...

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    j125

    j125

    Inhalt: Diese Anthologie entstand zum 15. Geburtstag des dead soft Verlag und beinhaltet sieben Kurzgeschichten über das Entdecken der Homosexualität, das Coming-Out, zerbrochene Träume und neue Hoffnungen. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg, welche unter anderem Beratungsstelle und Anlaufpunkt für Fragen zum Thema Homosexualität ist. Meine Meinung: In dieser Anthologie ist eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Wahre Christen“ enthalten, wegen der ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Religion spielt meiner Erfahrung nach im Gay-Genre keine oder nur eine sehr geringe Rolle, was ich nicht verstehen kann. Deshalb war ich vor allem sehr gespannt auf diese Geschichte. Susann Julieva: Sommer am See Ein sehr guter, weil leichter Einstieg in die Anthologie. Es geht um Tom, der das Ferienhaus seiner Eltern entrümpelt und renoviert und dabei in Kontakt mit den ausländischen Nachbarn kommt. Die Beschreibung der Landschaft war sehr schön, unbedingt im Sommer am Baggersee lesen ;) Sandra Gernt: Wahre Christen Ben und Sven sind schon lange ein Paar, allerdings ist Svens Familie streng gläubig und hält Homosexualität für eine Sünde. Hier habe ich mir mehr Auseinandersetzung mit der Religion gewünscht und auch Svens Schwester Steffi hat mich mit ihrem Verhalten nicht überzeugen können. Meine Erwartungen sind leider nicht erfüllt worden, aber dennoch war die Geschichte durch Ben und Sven nicht schlecht. Sabine Damerow: Alles im Fluss Luis ist Goldschmied und zeigt einem Geschäftskunden die eigens für ihn angefertigten Schmuckstücke. Allerdings lehnt der Geschäftskunde ab, was Luis in eine große finanzielle Krise stürzt. Luis war für mich ein sehr toller Charakter, von dem ich gern noch etwas mehr gelesen hätte. Auch der Schreibstil war sehr angenehm, es werden zwar Andeutungen gemacht, aber über die genauen Geschehnisse wird man erst spät informiert. Das Ende war ein bisschen übertrieben, mit kleinen inhaltlichen Unstimmigkeiten, insgesamt aber eine gute Geschichte. Sandra Busch: Imbissboy Hier konnten mich vor allem die Charaktere sehr überzeugen. Über den Inhalt spreche ich diesmal nicht, ich möchte nicht spoilern. Die Geschichte ist ein wenig trauriger und dunkler als die Geschichten zuvor, weshalb ich die Platzierung in der Anthologie auch gut gewählt finde. S. B. Sasori: Tanz auf dem Drahtseil Für mich die mit Abstand beste Geschichte in der gesamten Anthologie. Thematisch geht es hier um etwas ganz anderes, was Abwechslung bringt und spannend zu lesen war. Dieser Text handelt von Noah, der mit seinem Onkel nach Italien reist und dort den jungen Ciro kennen lernt. Zwischen Noah und Ciro sprühen gleich Funken, doch Ciro trägt ein Geheimnis mit sich herum. Wie in der ersten Geschichte konnte mich auch hier die Beschreibung der Landschaft überzeugen, sodass man einen guten Eindruck von dem Umfeld der Handlung hat. Die Charaktere waren sehr interessant und ich mochte sie wirklich gern. Das Ende war leider leider offen, aber es war an der richtigen Stelle platziert. Ich freue mich, dass die Autorin Ciro und Noah Raum geben wird, ihre Geschichte zu erzählen, da sie viel Konfliktpotenzial und Gefühl bieten kann. Jobst Mahrenholz: Gian Thematisch geht es um die erste Liebe und erste sexuelle Erfahrungen, aber auch um Begegnungen mit anderen Jugendlichen auf der Straße. Inhaltlich ist die Geschichte auf jeden Fall sehr interessant, doch die Umsetzung hat mir persönlich nicht ganz so gefallen. Gian hat eine recht kindliche Ausdrucksweise und viele Worte wiederholen sich. Schade eigentlich, denn Gian ist ein spannender Charakter. Simon Rhys Beck: Inselbrüder Hier geht es um Sven und Torge, zwei Freunde die sich im Urlaub auf einer Insel kennen gelernt haben und sich dort seitdem immer wieder treffen. Auch hier mal eine etwas andere Thematik, da Torge eigentlich nicht schwul, sondern nur neugierig ist. In diesem Text kam dann aber wieder raus, warum ich mich wohl für Kurzgeschichten nicht eigne: Ich konnte mich mit den Charakteren nicht anfreunden. Torge war mir sehr unsympathisch und Sven konnte ich einfach nicht einschätzen, da er mal schüchtern und mal extrovertiert war. Fazit: Die inhaltliche Bandbreite ist ein wirklicher Pluspunkt dieser Anthologie, da viele verschiedene Themen angesprochen werden. Außerdem kommt kein Gefühl zu kurz, es ist mal traurig, lustig, romantisch, ernst und dann wieder geheimnisvoll. Wer Kurzgeschichten mag, kann hier durchaus auf seine Kosten kommen. Ich habe aber zu oft keinen Zugang zu den Personen bekommen, schließe daraus, dass Kurzgeschichten nichts für mich sind und kann leider auch nur drei Sterne vergeben.

    Mehr
    • 2
  • Tolle Auswahl verschiedener Geschichten zum Kennenlernen, erster Sex oder erste Liebe.

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    sabrinchen

    sabrinchen

    26. November 2014 um 00:45

    Verschiedene Stile von romantisch, traurig oder schön. Hier ist eine tolle Anthologie zusammengekommen. Es handelt sich hierbei um gleichgeschlechtliche Liebe und die Geschichten sind total sweet und niveauvoll und mit viel Herz zusammengesucht worden. In diesem Buch wird alles beleuchtet vom Coming Out über ersten Kuss oder die erste Liebe und den ersten Sex. Die verschiedenen Autoren haben natürlich alle verschiedene Schreibstile aber mich haben alle Geschichten überzeugt und auf ihre Weise abgeholt und mitgenommen. Ich konnte sehr oft mit den Protagonisten lieben ,weinen oder lachen. Auch fand ich die Geschichten sehr authentisch und trotzdem offen. Es ging an verschiedene Orte und jede Geschichte unterschied sich von der anderen. Ausserdem finde ich die Message die mit dem Verkauf dieses Buches einher geht auch sehr bewundernswert und freue mich daran teilhaben zu dürfen. Eine tolle Sammlung die von mir 5 Sterne verdient hat.

    Mehr
  • Eine gelungene, abwechslungsreiche Kurzgeschichtensammlung mit kleineren Schwächen

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    Shaddowlino

    Shaddowlino

    Klappentext: 15 Jahre dead soft verlag – zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar. Eigene Meinung: Ich habe inzwischen schon einige Bücher vom dead soft Verlag in meinem Regal stehen und auch schon von ein paar der mitwirkenden Autoren, etwas gelesen und gemocht, sodass ich an dieser Anthologie nicht vorbei kam, gerade, wenn es auch noch für einen guten Zweck ist, auch wenn mir Kurzgeschichten eigentlich immer zu kurz sind. Das war auch hier an vielen Stellen nicht anders. Es vereinen sich hier 7 Kurzgeschichten Susann Julieva: Sommer am See, Sandra Gernt: Wahre Christen, Sabine Damerow: Alles im Fluss, Sandra Busch: Imbissboy, S. B. Sasori: Tanz auf dem Drahtseil, Jobst Mahrenholz: Gian, Simon Rhys Beck: Inselbrüder) in einem Buch, die auch jede gut für sich selbst gelesen werden kann. Sie unterscheiden sich thematisch, wie auch handwerklich von einander ohne, dass die ein oder andere qualitativ wirklich schlechter wäre. Ich denke, dass hier auch viel der persönliche Geschmack eine Rolle spielt und dann manche Kurzgeschichten für mich einfach keine sind, sondern eher eine Vorlage für ein eigenes Buch. Worin sie sich bis auf die „Schlussgeschichte“ sehr ähnlich sind, ist das Drama. Dabei befassen sie sich allerdings mit unterschiedlichen Formen. Teilweise sind es persönliche Tragödien, die einen kurzen Moment im Leben ausgemacht haben und aber für den Rest des Lebens tragend sind, andere haben sich langsam entwickelt und zu gespitzt. Dabei spiel mal die Familie, mal das Umfeld, mal die eigene Person oder auch die Religion eine Rolle. Manchmal ist es auch eine Mischung von allem. Wenn man will, begibt man sich mit jeder Geschichte, jedem jungen Mann, wieder neu in die menschlichen Tiefen, Emotionen, versteckten Gefühle, ein schwieriges miteinander und trifft dann auf einen anderen Mann, der vielleicht einen Ausweg zeigt. Das Augenmerk liegt hier weniger auf Erotik und Sex (die Schlussgeschichte mal ausgenommen) und auch Homosexualität steht nicht immer im Vordergrund, sodass die eine oder andere Geschichte auch problemlos als heterosexuelle Geschichte hätte stehen können. Die eine oder andere Geschichte hat hier und da eine Schwäche. Manchmal ist einfach etwas zu viel Tragik auf ganz wenig Platz, manchmal liegt mir die Schreibart nicht, manchmal fehlt mir etwas Tiefe, manchmal ist auch etwas zu viel Klischee enthalten. Das sind aber eher kleine Schwachpunkte und zum Teil darin begründet, dass es Kurzgeschichten sind. Fazit: Es handelt sich um eine wirklich gelungene und sehr Abwechslungsreiche Anthologie von guten Autoren, die ich nur empfehlen kann, sofern man Kurzgeschichten und das Genre nicht völlig ablehnt. Die Charaktere und Themen sind zum Großteil gut umgesetzt und auch meistens realistisch. Es gibt ein paar kleine Schwächen, die mir in der Gesamtheit, dann doch zu viel sind, um die volle Punktzahl zu geben, aber das soll keinesfalls den positiven Gesamteindruck schmälern, auch wenn ich sicherlich trotzdem kein Liebhaber von Kurzgeschichten werde.

    Mehr
    • 3
  • 7 kleine Höhepunkte

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    sweetlife18

    sweetlife18

    19. November 2014 um 17:44

    Yep - warum nicht anders vereint 7 Kurzgeschichten die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nicht nur die Schauplätze gehen über die Staatsgrenze hinaus, auch die einzelnen Geschichten beschäftigen sich immer mit einem anderen Thema, sodass einem nie langweilig wird.  Egal ob es um Differenzen innerhalb einer Familie geht, Schatten aus der Vergangenheit übersprungen werden müssen oder der Schritt Richtung Anfang gewagt werden muss, es war immer wieder schön in diese Geschichten einzutauchen und mit den Protagonisten mitzuleiden und mitzulieben und war traurig, wenn das Ende kam. Für alle die Kurzgeschichten mögen und sich über kleine Höhepunkte freuen. Und wer sich unsicher ist, das Buch ist für den guten Zweck!

    Mehr
  • Schöne Jubiläumsanthologie

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    Koriko

    Koriko

    17. November 2014 um 12:38

    Inhalt: Der dead soft Verlag feiert sein 15-jähriges Bestehen und feiert sein Jubiläum mit der Anthologie „Yep – Warum nicht anders?“, für die man 7 bekannte Autoren des Gay Genres gewinnen konnte. Ein festes Thema gab es nicht, so das ganz unterschiedliche Kurzgeschichten entstanden sind, die jedoch alle ihren Reiz haben. Folgende Geschichten sind enthalten: “Sommer am See” – Susann Julieva “Inselbrüder” – Simon Rhys Beck “Wahre Christen” – Sandra Gernt “Alles im Fluss” – Sabine Damerow “GIAN” – Jobst Mahrenholz “Imbiss-Boy” – Sandra Busch “Tanz auf dem Drahtseil” – S.B. Sasori Positiv sei noch angemerkt, dass die Autoren auf ihr Honorar verzichten und sämtliche Einnahmen der Initiative „rosalila“ gespendet werden. Eigene Meinung: Die Anthologie bietet einen interessanten und abwechslungsreichen Querschnitt verschiedenster Geschichten und Grundideen. Vordergründig spielt das Thema Liebe eine übergeordnete Rolle, zudem wird man in der Sammlung nur realistische Geschichten finden. Ansonsten haben die einzelnen Beiträge wenig miteinander gemein, was eine interessante und überraschende Mischung ergibt. Während man bei Anthologien mit festem Hauptthema weiß, was einen erwartet, kann „Yep – Warum nicht anders?“ jedes Mal überraschen und sorgte allein dadurch für Abwechslung. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Autoren ihre Kurzgeschichten aufgebaut haben, und welchen Themen sie sich widmen. Sei es nun die erste Liebe unter schwierigen Bedingungen wie in „GIAN“, ein lockerleichter, erotischer Urlaubsflirt („Inselbrüder“) oder das Anschneiden ernsterer Themen, wie Verlust und Tod („Imbiss-Boy“, „Sommer am See“), Religion und Glauben („Wahre Christen“) oder Akzeptanz und Anerkennung („Tanz auf dem Drahtseil“). Einige Autoren bedienen die gängigen Klischees ohne kitschig oder unrealistisch zu werden, andere brechen sie und präsentieren ungewöhnliche Charaktere, die man in Gay Romanen bisher eher selten angetroffen hat. Positiv ist auch, dass sich die meisten Teilnehmer der Anthologie um Realismus und Authenzität bemüht haben und Figuren zu erschaffen, die dem Leser in Erinnerung bleiben. Gerade die ernsteren Kurzgeschichten regen zum Nachdenken an. Dennoch fallen hin und wieder kleinere Logiklücken auf, die sich in einige Geschichten eingeschlichen haben und den Lesefluss ein wenig stören, doch glücklicherweise trifft das nur auf einen kleinen Teil der Beiträge zu, so dass man darüber hinwegsehen kann. Besonders hervorheben möchte ich „Tanz auf dem Drahtseil“ von S.B. Sasori, die einmal mehr ein heikles Thema und ungewöhnliche Charaktere gewählt hat, und deren Geschichte glücklicherweise fortgeführt wird, da sie eine Menge Potenzial besitzt. Auch „Wahre Christen“ ist aufgrund des Themas und der Lösung am Ende sehr gut gelungen, da Sandra Gernt nicht alle Christen klischeehaft über einen Kamm schert, sondern zeigt, dass es auch anders gehen kann. Zu guter Letzt hat mir auch “GIAN” von Jobst Mahrenholz gut gefallen, da er mit dem stummen Gian eine interessante Figur entworfen hat, über die ich gerne mehr erfahren hätte. Stilistisch sind alle Geschichten gut umgesetzt und können überzeugen. Positiv ist, dass die Geschichten teils recht lang gehalten sind, sprich sie fast schon den Umfang von kürzeren Novellen haben und dass es recht wenig Erotik gibt. Im Prinzip geht es nur bei “Inselbrüder” von Simon Rhys Beck expliziter zur Sache, die übrigen Geschichten enthalten maximal Andeutungen oder es wird an passender Selle ausgeblendet. Einige kleinere Schnitzer gibt es, aber das stört den Lesefluss nur bedingt. Fazit: Alles in allem ist „Yep – Warum nicht anders?“ eine gelungene Anthologie, die mit einigen Perlen aufwarten kann und die gut zu unterhalten weiß. Die Geschichten sind gut gelungen und stilistisch solide, die Charaktere zumeist realistisch und greifbar. Wer eine gute, abwechslungsreiche Gay-Kurzgeschichtensammlung sucht und etwas für einen guten Zweck tun möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Zu empfehlen.

    Mehr
  • gay romance - tue Gutes und rede darüber

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    Leseratz_8

    Leseratz_8

    14. November 2014 um 17:09

    Klappentext des ebooks:"15 Jahre dead soft verlag – zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue schwule Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar." Ich bin durch eine Leserunde auf diese Sammlung aufmerksam geworden. Es ist eher nicht mein Genre und ich habe hier auch ein erstes Mal - nämlich lesen von gay romance erlebt.Für mich ein schönes Intermezzo, ein angenehmes Kennenlernen aber eindeutig nicht meine Spielwiese. Die Geschichten sind vielfältig, siedeln aber alle im Bereich der jungen manchmal kindlichen Liebe und beschreiben das Gefühlschaos das in dieser Phase herrscht sehr gut. Auch der Blick auf den Umgang mit dem coming out bei den Jungs und den Familien und den damit verbundenen Problemen hat mir gut gefallen. Alles in allem sehr entspannt zu lesende Geschichten, die ich mir gelegentlich länger gewünscht hätte. Zumindest bei Einer ist schon von der Weiterentwicklung zu einem Roman die Rede.Ob ich es Freunden des Genres empfehlen soll, weiß ich nicht. Für mich zum Kennenlernen war das Buch sehr gut.

    Mehr
  • [Rezension] Yep: Warum nicht anders? – Jobst Mahrenholz [Hrsg.]

    Yep - warum nicht anders?: Anthologie
    JenniferKrieger

    JenniferKrieger

    12. November 2014 um 19:34

    Klappentext: 15 Jahre dead soft verlag – zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar. Einordnung: Es handelt sich um eine Anthologie, die kein Teil einer Reihe ist. Um die Geschichte von S. B. Sasori entsteht allerdings momentan ein kompletter Roman. Rezension: Die Anthologie bedient trotz ihrer Kürze eine sehr große Vielfalt von Charakteren und Beziehungen. Es gibt den Klischeeschwulen mit ausgeprägter weiblicher Seite, aber auch das vor Männlichkeit strotzende Muskelpaket. Außerdem befassen sich die verschiedenen Beiträge mal mit sanfter, vorsichtiger emotionaler Zuneigung zwischen den Protagonisten, mal erlebt der Leser die erste Liebe eines Jugendlichen und manchmal geht es auch bloß um die körperliche Leidenschaft. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Geschichten sich selbst in ihrem grundsätzlichen Aufbau unterscheiden. In diesem Punkt ist die Anthologie wirklich gelungen. Obwohl in allen Geschichten natürlich homosexuelle Charaktere vorkommen, spielt das aber nicht immer eine Rolle. Es gibt Geschichten wie „Wahre Christen“ (von Sandra Gernt), die um Homosexuelle aufgebaut sind, aber auch solche Beiträge, in denen die Geschichte mit heterosexuellen Charakteren ebenso funktioniert hätte (z. B. „Sommer am See“ von Susann Julieva) oder in denen die Homosexualität, wie in S. B. Sasoris Geschichte „Tanz auf dem Drahtseil“, nur ein kleiner Teil des Hauptthemas ist. Zur Handlung möchte ich speziell anmerken, dass Sandra Gernt mit „Wahre Christen“ zwar das Klischee der erzkatholischen Familie aus Bayern bedient, die absoluten Hass auf Homosexuelle schiebt, es jedoch nicht dabei belässt. Wo normalerweise dann der Hass in die andere Richtung, nämlich auf die intoleranten Christen, geschürt wird, wird hier auch die andere christliche Perspektive dargestellt, in der Gott jeden Menschen liebt und die Nächstenliebe nicht vor Homosexuellen Halt machen sollte. Das rechtfertigt die Intoleranz vieler Christen nicht, aber es verhindert, dass sie alle in einen Topf geworfen werden, denn „Christ“ lässt sich genauso wenig verallgemeinern wie „Schwuler“. Dieser Aspekt, der häufig nicht dargestellt wird, hebt die Geschichte aus dem Strom purer Klischee-Homophobie-Geschichten heraus. Die Charaktere haben mir bei S. B. Sasori besonders gefallen, weil sie keine Prototypen sind, keine Stereotype, die das positive oder negative Extrem vertreten. Ihre Gedanken und Reaktionen sind wunderbar authentisch, weil durchaus mal zurückhaltend reagieren, überfordert sind und Zeit zum Nachdenken brauchen. Bei all der Toleranz sind sie immer noch Menschen, die das Outing des Sohnes doch auch überrumpeln kann. Die perfekte Reaktion hat niemand parat, aber in dieser Geschichte ist das nicht gleichbedeutend mit Intoleranz, wodurch eine herrliche Glaubwürdigkeit entsteht. Besonders erwähnenswert finde ich, dass sich das über alle Charaktere hinweg erstreckt und nicht bloß die Protagonisten so aufgebaut sind. Positiv aufgefallen ist mir im Verlauf des Lesens, dass die ersten Geschichten sehr keusch geschrieben sind und explizite Szenen nur angerissen und dann ausgeblendet werden, sofern es überhaupt dazu kommt. Nicht einmal das ist in jeder Geschichte nötig. So liegt viel die Handlung im Vordergrund, durch die sich die Beiträge voneinander unterscheiden. Leider findet dann aber die komplette Erotik mit allen expliziten Szenen in einer einzigen Geschichte statt, sodass das Verhältnis zwischen Handlung und Sex dort deutlich zu letzterem tendiert. Prinzipiell ist das keine schlechte Idee, körperliches Verlangen gehört schließlich auch zum Leben, für mich häufte es sich aber etwas arg heftig. Auch an anderen Stellen gibt es noch kleine Schwachpunkte. Manchmal ist das Drama der Geschichte ein bisschen unrealistisch und überzogen, sodass eine sanftere Lösung vielleicht der bessere Weg gewesen wäre, schließlich ist in einer Kurzgeschichte nur begrenzt Platz. An einer anderen Stelle erfolgen immer wieder längere und für die Handlung nicht zwingend notwendige Aufzählungen, die sich zwar leicht überspringen lassen, ansonsten aber den Lesefluss unterbrechen. Insgesamt sind es aber nur hin und wieder kleine Schönheitskorrekturen. Fazit: Die Anthologie enthält abwechslungsreiche Geschichten mit vielfältigen Charakteren. Klischees werden bedient und gebrochen und es wartet hin und wieder eine ordentliche Überraschung auf den Leser. Hier und da gibt es kleine Ungereimtheiten, die aber im Grunde nur wegen der Kürze der Geschichten auffallen. Daher bekommt „Yep – Warum nicht anders?“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.

    Mehr
  • Kindle-Buffet: Kostenlose E-Books bei Amazon

    Kindle Buffet
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Nein, dies ist keine Leserunde, sondern der Thread für:   Kostenlose e-books   Viele fleißige Menschen posten für uns täglich jede Menge Links für kostenlose e-books. Da es sehr viel bequemer wäre, wenn die einzelnen Links nach Genres sortiert aufrufbar wären (und Lovelybooks uns da technische Grenzen setzt), ist dies hier der Versuch, das Thema praktischer zu gestalten. Hier könnt ihr Links einstellen, wenn ihr kostenlose e-books entdeckt habt, oder einfach stöbern. Viel Spaß!  

    Mehr
    • 11849