Jochen Förster

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen

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Hedy Darling

Hedy Darling

 (2)
Erschienen am 17.10.2012
Mrs. Bluetooth

Mrs. Bluetooth

 (0)
Erschienen am 01.10.2014

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Hedy Darling" von Jochen Förster

„Jedes Mädchen kann glamourös sein. Du musst nur still stehen und dumm dreinschauen.“
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Dieses Zitat von Hedy Lamarr entspricht der Realität in der Film- und Fotobranche, heute wie damals.

Zum 100. Geburtstag von Hedwig Maria Kiesler, bekannt unter dem Namen „Hedy Lamarr“ ist die Biographie erschienen. Jochen Förster hat gemeinsam mit Lamarrs Sohn diese Bio verfasst.

Wer war sie nun, diese Schauspielerin die durch ihre Nacktszenen im Film „Extase“ zur berüchtigten Berühmtheit wurde?

Inhalt:


Geboren 1914 in Wien als einzige Tochter des jüdisch-stämmigen Ehepaars Gertrude und Emil Kiesler. Das Verhältnis mit der Mutter wird zeitlebens schwierig sein, da diese einen Sohn und keine Tochter wollte.
Vater Emil hingegen erfüllt Hedy nahezu jeden Wunsch. Das ob ihrer Schönheit verwöhnte Gör setzt sich in den Kopf, eine berühmte Schauspielerin zu werden. Nach kleineren Rollen im Theater und Film (mit Größen wie Heinz Rühmann), dreht sie 1933 „Symphonie der Liebe“, jenen Film der unter „Extase“ bekannt wird.
Im Herbst heiratet sie den ebenfalls jüdisch-stämmigen Waffenproduzenten Friedrich Mandl, der sie in einen goldenen Käfig sperrt aus dem sie nach mehreren erfolglosen Versuchen entkommt.
Inzwischen hat Hitler die Macht in Europa ergriffen und viele jüdische Intellektuelle verlassen Deutschland und Österreich.

In Hollywood angekommen, gerät sie in die Fänge der gnadenlosen Filmstudiomaschinerie. Sie wird zur „schönsten Frau der Welt“ hochstilisiert. Ihre Schauspielkunst hält mit ihrem Aussehen nicht mit. Sie gilt als schwierig und stürzt sich von einer Ehe in die andere, von einer Liebschaft in die nächste – Hollywood eben. Das „Who is Who“ des Filmgeschäfts liegt ihr zu Füßen von Frank Sinatra bis zu Pablo Picasso.

Hedy Lamarr als Erfinderin: während ihrer Ehe mit dem Waffenproduzenten Fritz Mandl hat sie eine Menge technischer Details über Nazi-Deutschlands Bewaffnung aufgeschnappt. In der irrigen Annahme, dass „schön gleich blöd“ ist, war sie bei vielen Gesprächen ihres Mannes mit Technikern zugegen. Dieses Wissen stellt sie nun dem Kampf gegen Hitler zur Verfügung.
Sie erfindet das „Frequenzsprungverfahren“ als sie mit Komponisten Georg Antheim an der Abstimmung von 16 automatischen Klavieren für einen Film arbeiten.
Dieses Verfahren wird damals wenig beachtet und ist heute Grundlage der „bluetooth“ und „GSM-Technik“.

Hedy Lamarr stirbt im Jänner 2000.


Schreibstil:

Anthony Loder bringt eine Menge unveröffentlichter Dokument und Fotos in diese Biographie ein. Natürlich sind seine Aussagen sehr persönlich gefärbt. Einige Aussagen seiner Mutter Hedy sind von ihr ein wenig zurechtgebogen.
Auffallend ist die manchmal holprige Übersetzung. Mit einem deutschen Co-Autor (Jochen Förster) hätte ich mir eine bessere sprachliche Ausarbeitung erhofft.

Fazit:

Eine interessante Biographie einer ehrgeizigen Schönheit, die mehr konnte "als still stehen und dumm dreinschauen"..

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Alexandra_Luchss avatar

Rezension zu "Hedy Darling" von Jochen Förster

Zum 100. Geburtstag von Hedy Lamarr
Alexandra_Luchsvor 4 Jahren

Am 09.11.1914 wird Hedy Lamarr (damals noch Hedwig Kiesler) in Wien geboren. Als Kind einer sehr wohlhabenden Familie bekommt Sie von den Entbehrungen des 1. Weltkriegs nichts mit. Vom Vater verhätschelt, wächst Hedy als kleine Prinzessin auf, die schon sehr früh merkt, wie ihr hübsches Gesicht ihr Tür und Tor öffnet. Mit 17 Jahren startet sie ihre Schauspielkarriere, die zwar mit einem Skandal beginnt, aber trotzdem kometenhaft aufsteigt. Neben ihrem Ruhm als Hollywood-Diva ist Hedy auch eine äußerst gebildete Frau und trägt später maßgeblich zur Erfindung des Frequenzsprungverfahrens bei, Grundlage des Bluetooth!  Als Hedy Lamarr am 19.01.2000 stirbt, ist sie trotz allem verarmt und von der Welt zum Großteil verlassen und vergessen.

Die Lebensgeschichte von Hedy Lamarr hat mich an die Sage von Ikarus erinnert, der zur Sonne fliegt, sich die Flügel “verbrennt” und abstürzt. Auch das Leben von Hedy Lamarr ist die Geschichte eines unglaublichen Aufstiegs, auf den ein umso härterer Fall folgt.

Eigentlich ist Hedy Lamarr unstrittig eine beeindruckende Frau: wunderschön, leidenschaftlich, zielstrebig und intelligent. Sie wird als “die schönste Frau der Welt” betitelt und lässt bekannte Hollywood-Größen vor Neid erblassen. Außerdem ist sie interessiert an Kunst und Kultur und besitzt eine technische Erfindungsgabe, die ihres Gleichen sucht.  Ich konnte es erst kaum glauben “Das ist die Biografie einer Frau, die an der Erfindung des Bluetooth mitgewirkt hat?” und sie war eine von Hollywoods bestverdienenden Schauspielerinnen? Judy Garland und Greta Garbo sind uns noch heute ein Begriff, ihr Ruhm währt ewig. Warum hat die Welt Hedy dann so den Rücken gekehrt?

Die Biografie “Hedy Darling” versucht Antworten auf diese Frage zu geben. So werden die verschiedensten Etappen von Hedys Karriere beschrieben, aber es gibt auch ganz private Töne: Anthony Loder, Hedys Sohn, erzählt von seiner Mutter. Er zeichnet das Bild einer Frau, der der eigene Starkult zu Kopf gestiegen ist, die sich irgendwann als Göttin begriff. So wurde aus einem verwöhnten Mädchen eine fordernde und besitzergreifende Frau. Sechs Ehen scheiterten, weil Hedy nie zufrieden war, immer mehr wollte. Ihre Filmkarriere verlief zuerst glanzvoll, doch einige Fehlentscheidungen führten dazu, dass sie sich Stück für Stück selbst abschaffte.

So wurde aus der faszinierenden und erfolgreichen Frau eine kalte, später vielleicht auch verbitterte, Diva. Spätestens als die Schönheit, Hedys großes Kapital, anfing zu verblühen, trieb es sie in die Einsamkeit.

Mich hat die “Hedy Darling” sehr beeindruckt. Als Fan alter Filme bin ich kaum hinterher gekommen, mir mögliche Perlen mitzuschreiben. Ich habe in den unzähligen tollen Bildern geschwelgt und war beeindruckt und zum Teil auch bedrückt von Hedys Lebensweg. Hedy Lamarr ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Vielleicht schafft es diese Biografie, dieser intelligenten Frau, untergegangen in einer oberflächlichen Gesellschaft, ein Stück ihres Ruhms zurückzugeben. Es ist außerdem eine Geschichte, die eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt und das System-Hollywood in Frage stellt, obwohl es gleichzeitig eine Hommage an dessen Größen ist. Kurz: ich hab’s geliebt, 5 von 5 Sternen.

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