Jochen Jung

 4,3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Das süße Messer, Wolkenherz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jochen Jung

geboren 1942 in Frankfurt am Main. Lebt seit 1975 in Salzburg und leitet den Jung und Jung Verlag. Zuletzt erschien Zwischen Ohlsdorf und Chaville. Die Dichter und ihr Geselle (2015).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jochen Jung

Cover des Buches Das süße Messer (ISBN: 9783852189727)

Das süße Messer

 (2)
Erschienen am 24.07.2014
Cover des Buches Wolkenherz (ISBN: 9783852187617)

Wolkenherz

 (2)
Erschienen am 27.07.2012
Cover des Buches Das alte Spiel (ISBN: 9783709972540)

Das alte Spiel

 (1)
Erschienen am 12.05.2017
Cover des Buches Täglich Fieber (ISBN: 9783709975121)

Täglich Fieber

 (1)
Erschienen am 21.06.2013
Cover des Buches Menschen aus Salzburg (ISBN: 9783990270783)

Menschen aus Salzburg

 (0)
Erschienen am 24.02.2016
Cover des Buches Am Meer. An Land. Und unter uns. (ISBN: 9783871730504)

Am Meer. An Land. Und unter uns.

 (0)
Erschienen am 04.04.2019
Cover des Buches Ein dunkelblauer Schuhkarton (ISBN: 9783709934104)

Ein dunkelblauer Schuhkarton

 (0)
Erschienen am 19.05.2017
Cover des Buches Mythos und Utopie (ISBN: 9783484150294)

Mythos und Utopie

 (0)
Erschienen am 01.05.1998

Neue Rezensionen zu Jochen Jung

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Cover des Buches Das alte Spiel (ISBN: 9783709972540)Thomas_Lawalls avatar

Rezension zu "Das alte Spiel" von Jochen Jung

Ein Lächeln zaubern
Thomas_Lawallvor 2 Jahren

Wie in allen Gedichten geht es um Leben und Tod. In irgendeiner Form. Weitgehend jedenfalls. Richtig ernste Angelegenheiten also. Man kann es so oder so sehen. Und wie, verraten uns Jochen Jungs Verse. Jene Zeilen, die ihn regelrecht "bedrängen" ...

Literarische Dunkelfürsten sagen, wie es ist, manche verschlüsseln das, andere spielen Verstecken mit uns und wollen gar nichts preisgeben, andere blasen sich nur auf und ersticken an der eigenen Last, wollen vielleicht gar nicht verstanden werden oder verstehen sich selbst nicht. Manchmal verunstalten sie auch Sprache mit dieser entsetzlichen Kleinschreiberei.

Das Gegenteil erwartet uns hier. Denn wie heilsam und anregend kann da eine heitere oder gar selbstironische Perspektive sein. Fast lustig, ausgelassen und manchmal mit dezent erhobenem Zeigefinger. Das Unvermeidliche anklagend:

"Zwischen dem Sterben und dem Totsein
Ist nicht mal Zeit für ein Glas Rotwein ..."

Insgesamt gestalten sich die Gedichte formal extrem uneinheitlich. Wie es dem Dichter gerade gefällt. Wie Schicksal, Wind und Wetter. Vielleicht wie ein "Bart", der etwas "Ungefragtes" ist. Oder wie ein Warnhinweis auf einem Küchenreiniger. Ultrakurze, in sich abgeschlossene Geschichten funktionieren auch. Kleine Dramen sowieso. 

Nichts ist, wie es scheint, und darf sich auch gerne widersprechen. Dann wird aus einem "Aus" ein "Ein", und man entdeckt staunend eine Korrektur:

"Zwischen dem Sterben und dem Totsein
Ist grad noch Zeit für ein Glas Rotwein ..."

Na also. Ein Hoffnungsschimmer. Wenn auch ein schwacher. Aber immerhin. Im Laufe des Lebens lernt man, mit immer weniger auszukommen. Gewaltige Bilderfluten können nicht mehr die Sinne betäuben und verführen. Und doch sieht man jetzt Dinge, die in schnell gelebten Jahren unsichtbar vorüberzogen.

Das könnte beispielsweise ein "Falter" sein, der mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist:

"Nicht mal ein Blatt fällt sanfter
zu Boden als er ..."

Es sind Zeilen, die wach machen. Die Augen öffnen. Ein Lächeln zaubern. Den Tag krönen. Und doch gilt es gelegentlich, den Schmerz des Autoren zu begleiten, zu verstehen, was ihn bewegt und manchmal schmerzt, ja gar zu heftig "drängt" und so etwas wie Geduld verlangt. "Gedichtideen" zum Beispiel:

"Ich hör in meinem Hinterkopf,
wie's rattert und wie's rumpelt..."

Ständig ist man versucht, sich die eine oder andere Zeile abzuschauen, um sie in das eigene Lebenskonzept zu verweben. "Kleine Wunder sind immer ein willkommener Trost". Das Leben etwas leichter zu nehmen, wo es eben geht. Vielleicht wie "Emma", die Möwe:

"Sie schaukelt lässig auf dem Wasser, 
ihr Hintern wird dadurch nicht nasser..."

Selten so gelesen. Über allem Ungemach der Welt vergisst Jochen Jung das Augenzwinkern nicht. Wenn man das zulassen könnte, wäre die Lösung von allem in greifbarer Nähe. Lichtblicke gibt es überall und zu jeder Zeit. Selbst kurz bevor das Licht verschwindet. Diese Verse sind nicht alles - aber viel.

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Cover des Buches Das süße Messer (ISBN: 9783852186139)Briggss avatar

Rezension zu "Das süße Messer" von Jochen Jung

Das Messer eines süßen Tages?
Briggsvor 4 Jahren

Eine wundervolle Sprache führt den Leser ohne Umweg in den Vortag von Ute Cantz' 50tem Geburtstag; er steht mit der Protagonistin und ihrer Tochter in der Küche.
Zu keiner Zeit stellt sich die Frage, warum diese zwei Frauen ab hier begleitet werden; beide haben ihre Gründe, den Leser mitzunehmen.
Ute Cantz lebt in einer festen Beziehung, die sehr erfüllt ist, und ist trotzdem von dem Mann, dem sie begegnet, so berührt, dass er zu ihrem Vorgeburtstagsessen miteingeladen wird. Wird das eine Liebesgeschichte?
Das Buch ist keine.

Ich gebe zu, ich las es ungefähr in Echtzeit, und ich fühlte mich seltsam verwandt mit der Protagonistin und ihrer gesundheitlich verunsicherten Tochter, mit dem Liebsten der Hauptperson und dessen plötzlichem Nebenbuhler.
Dies
ist ein kleines Goldstück in der Literatur der heutigen Zeit,
denn eigentlich haben wir doch alle nicht mehr genug Muße, um dem echten Leben zu folgen.
Dieses Buch schenkt Dir ein bisschen Zeit.

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Cover des Buches Wolkenherz (ISBN: 9783709974018)tanjalus avatar

Rezension zu "Wolkenherz" von Jochen Jung

Wolkenplunder*Plüsch und Plum*
tanjaluvor 7 Jahren

Eine kleine und doch sehr einfühlsame und farbenfrohe Erzählung über die Suche nach sich selbst, dem inneren Gleichgewicht über die Liebe und den Tod und vieles mehr!

In seinem Buch „Wolkenherz“ erzählt Jochen Jung auf sehr einfühlsame Weise die Geschichte eines jungen Mannes.
Jonathan flüchtet, nach dem Tod seiner Mutter, und irritiert über sein eigenes Verhalten, von deren Beerdigung. Er setzt sich in den Zug Richtung Norden – der Heimat seiner Mutter.
So strandet er in einem kleinen Dorf direkt an der Küste und findet sich am Strand sitzend wieder. Hier begegnet er Johanna, die er künftig die Graue nennt, die ihm ein Dach über dem Kopf und ein Bett für die Nacht anbietet. Johanna lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Hund Plato in einem Haus am Strand. Bei ihnen lebt noch Hanna, eine jungen Frau, die den Strandkiosk betreibt und sich nebenbei auch um Johannas Mutter kümmert.
3 Frauen – 3 Generationen- die, jede auf ihre ganz persönliche Art, Jonathan helfen in den 2 Tagen wieder ein inneres Gleichgewicht zu finden.

Mit Jonathan trifft man als Leser auf einen zu Beginn etwas verwirrten und leicht verloren wirkenden Protagonisten, bei dem aber trotz allem noch eine Spur Humor zu spüren ist. Meine Sympathie hatte er sofort und ich hätte mich gerne eine Weile zu ihm auf die Bank am Meer gesetzt.
Seine Art und Weise die Umwelt zu betrachten und sich seine Gedanken dazu zu machen, wird von Jochen Jung so faszinierend farbenfroh wie aus einem Farbkasten beschrieben: Haare sind nicht einfach grau sondern möwenflügelgrau – der Himmel ist dokumententintenblau und die Augen der jungen Hanna petunienblau.
Landschaften und die Natur werden sehr fantasievoll und plastisch dargestellt:
Der Wind ist ein alter Kulissenschieber und die glitzernde Sonne wirft mit neuen Talern um sich. Vor allem diese so bildhafte Art zu schreiben hat mich persönlich sehr angesprochen und so konnte ich förmlich eintauchen in die Erzählung.
So fantasievoll auf der einen Seite so ruhig und sanft auf der anderen kommt diese Geschichte daher.
Ein kleines einfühlsames Buch für einen gemütlichen Samstagnachmittag.

Textauszug :
Wolkenplunder wird vom Himmel zusammengeschoben zu einer wolligen Decke aus Naturfasern, eine Art Plüsch und Plum.

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