Jochen Kalka Winnenden

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Inhaltsangabe zu „Winnenden“ von Jochen Kalka

Das Porträt einer traumatisierten Stadt Er wohnt in Winnenden. Er ist Journalist. Seine Frau ist Lehrerin. Seine beiden Töchter gehen in das Schulzentrum, zu dem auch die Albertville-Realschule gehört, wo am 11. März 2009 ein Amoklauf stattfand. Ein Jahr lang begleitet Jochen Kalka den Versuch der Einwohner Winnendens, in die Normalität zurückzukehren. Schlaglichtartig und eindringlich beschreibt er persönliche Eindrücke und Szenen einer traumatisierten Stadt, greift Dialoge der Menschen vor Ort auf, schildert mutlose Politik und das Fehlverhalten übermütiger Medien. Seine Beobachtungen sind genau, seine Beschreibungen behutsam, er liefert keine sensationsheischenden Details. Und es zeigt sich: Dies ist ein Buch über Deutschland. Denn Winnenden könnte überall sein. Das sensible Psychogramm einer Stadt, die gezeichnet ist von einer brutalen Tat.

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  • Rezension zu "Winnenden" von Jochen Kalka

    Winnenden
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    11. March 2011 um 01:21

    Am 11. März 2009 gab es in Winnenden ein Amoklauf, über den schon viel geschrieben wurde. Aber dieses Buch ist etwas Besonderes. Es handelt sich um die Aufzeichnungen eines in Winnenden wohnenden Vaters. Seinen Töchtern ist nichts passiert, aber trotzdem gehört die Familie, wie alle Einwohner des Ortes, zu den Betroffenen. Denn jeder kannte mindestens eine der Toten, jeder ist von dem Medienaufmarsch betroffen, jeden erfasst die im Ort herrschende Stimmung, jeder bekommt die Angst der Kinder mit. Kinder, die lange brauchen, bis sie zumindest wieder ein wenig lachen können. Kinder, die Albträume haben und wieder einnässen. Kinder, die alle Waffen aus ihrem Kinderzimmer verbannen. Jochen Kalka, der Journalist ist, lässt den Leser die Stimmung mitfühlen. Sehr einfühlsam schreibt er, wenn es um die Kinder und deren Eltern, um die Einwohner Winnendens geht. Aber er schreibt auch wütend und formuliert hart, wenn es um das Thema Waffen geht. Auch mit der Rolle der Medien setzt sich der Autor höchst kritisch auseinander: Die Heroisierung des Täters, das Bedrängen der Opfer, die Pietätlosigkeit. Es bleibt einem die Luft weg, wenn man liest, dass es Schießstände in Schulen gibt, dass auch nach dem Amoklauf großzügige Ausbauten für Schützenvereine genehmigt und von den Gemeinden bezahlt werden, dass ein CDU-Politiker wiedergewählt wird, obwohl er sich für Waffen ausspricht. Wie berechtigt das Vertrauen in die „verantwortungsvollen Schützen“ ist, sieht man daran, dass sich bei unangemeldeten Kontrollen herausstellt, dass die ungesicherte Aufbewahrung von Waffen an der Tagesordnung ist. In England, wo die Waffengesetze nach einem Amoklauf drastisch verschärft wurden, gab es seitdem keine Amokläufe mehr. Aber hierzulande haben wir es mit einer starken Waffenlobby zu tun. Was sind da schon ein paar Kinderleben. Ein Amoklauf gilt schließlich nur als „erweiterter Selbstmord“, nicht als das, was er ist: kaltblütiger Mord. Einmal mehr wird deutlich, welchen geringen Stellenwert Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft haben. Denn ein Amoklauf an einer Schule kann wieder passieren. An jedem Tag, in jeder Stadt. Und Notfallpläne sind eben nicht so effektiv wie ein Verbot von Waffen. Ohne Waffe kein Amoklauf, so einfach ist das. Jochen Kalka hat ein hervorragendes und aufrüttelndes Buch geschrieben, das eindringlich beschreibt, wie schwer es nach solch einer Tat ist, wieder in das normale Leben zurück zu finden. Ein Buch, das mich tief beeindruckt hat und das mich nicht so schnell loslassen wird.

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