Jochen Krenz

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Flucht mit dem Wind

Flucht mit dem Wind

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Erschienen am 01.03.2006

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Rezension zu "Flucht mit dem Wind" von Jochen Krenz

Rezension zu "Flucht mit dem Wind" von Jochen Krenz
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Ich habe den gestrigen Leseabend nicht abwarten können und bereits am Nachmittag "Flucht mit dem Wind" zu lesen begonnen. Ich kam zunächst bis auf Seite 75, als unser 13-jähriger Held "Erwin", der sich auf der Flucht befindet, im Yachthafen von Fynshav Station macht. Beim gemeinsamen Abendessen, welches den Rahmen für unsere alltägliche Familienkonferenz bildet, erzählte ich unseren beiden Pflegekindern (11+12J.) von dem haarsträubenden Abenteuer, was sie wohl nicht mehr losgelassen hat. Beim heutigen Frühstück war dann auch klar, dass die zwei Lausbuben unbedingt wissen wollten, wie es weiter geht und ob das Buch spannend wäre. Zum Thema Spannung konnte ich ihnen sagen, dass ich die weiteren knapp 230 Seiten in einem Zug zu Ende gebracht habe, denn sonst hätte ich wohl nicht einschlafen können. Mit Informationen zum weiteren Verlauf der Geschichte hielt ich mich aber zurück und erzählte nur bis zu jener Stelle, wo auch diese Rezension enden wird. Selber lesen macht schlau ... und schließlich will ich die Spannung nicht kaputt machen.

Das Buch beginnt mitten im Geschehen. Erwin ist bereits auf der Flucht durch die Ostsee. Er hat wahrlich genug von Allem. Seine Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Doch damit nicht genug. In der Schule wird er gehänselt, ja regelrecht gequält, da seinen Mitschülern sein Name nicht passt und er sich im Unterricht wesentlich interessierter und fähiger zeigt. Er ist sowieso lieber im Unterricht, als in den Pausen, weil es ihm dort immer an den Kragen geht. In einer Rückblende erinnert er sich an die Ereignisse, die drei Wochen zuvor ihren verhängnisvollen Lauf nahmen.

Bei einer Schlägerei, die wieder einmal sein Erzfeind Kai anzettelte, verletzte Erwin den Widersacher aus einer Verteidigungshandlung heraus mehr oder weniger versehentlich. Kai blutete stark am Kopf, war aber nur ganz leicht verletzt, was er und seine drei Kumpane aber schonungslos ausnutzten. Übereinstimmend erklärten sie Erwin als Angreifer, der prompt einen Verweis von der Schulleitung bekam.

Auch das Jugendamt wurde informiert, was die vorläufige Sorgerechtserklärung für seinen Opa ins Wanken brachte. Erschwerend kam noch hinzu, dass "Kapitän Hansen" im Krankenhaus lag und nicht für seinen Enkel "sorgen" konnte. Dies hatte er im Prinzip auch gar nicht nötig, denn Erwin kam sehr gut alleine zurecht und war zu Hause genauso selbständig wie auf der Yacht seines Großvaters. Dieser brachte ihm einst alles bei, ständig auf den Fall der Fälle vorbereitet ... ! Als nach einem erneuten Vorfall in der Schule, der wiederum völlig falsch interpretiert wurde, eine Einweisung in ein Kinderheim in Aussicht gestellt wurde, packte Erwin seine Sachen zusammen und segelte los. Weg, einfach nur weg und dahin, wo ihn niemand finden würde.

Erstes Ziel war die dänische Insel Langeland. Im Hafen von Bagenkop gelang ihm mit einer List die Anmeldung beim Hafenmeister. Nach zwei Tagen Aufenthalt zog es ihn bereits weiter in Richtung Nordwesten zur Insel Alsen und dem großen Fähr- und Yachthafen von Fynshav. Abermals konnte sich Erwin problemlos beim Hafenmeister anmelden, diesmal jedoch mit Unterstützung des Sportfischers Herrn Detering, dem er eine unglaubliche Geschichte auftischte. Bevor die abenteuerliche Reise weiter geht, legt Erwin noch eine falsche Fährte in Richtung Osten zur Insel Fehmarn ... und hier wollte ich meine Ausführungen eigentlich beenden.

Um die Spannung auf die Dinge, die da zwangsläufig noch kommen werden, weiter aufzuheizen, erzähle ich aber noch ein wenig weiter. Zusätzliche Brisanz bringt die Damenbekanntschaft "Linda" ins Spiel. Die 13jährige Tochter des Hafenmeisters durchschaut Erwins Spiel sehr schnell, doch sie ist auf seiner Seite. Medien und Wasserschutzpolizei sind inzwischen alarmiert, und dem Flüchtling dicht auf der Spur. Linda aber weiß ein todsicheres Versteck, ganz in der Nähe. Sie verrät es ihm unter der Bedingung, dass sie mitfahren darf! Gesagt getan, doch damit werden die Komplikationen nicht gerade weniger, zumal Erwin diesmal die Rechnung ohne den Wetterbericht gemacht hat ...

Das ist natürlich gemein, an dieser Stelle aufzuhören, was mir heute morgen auch schon jede Menge Proteste eingebracht hat. Meine Jüngsten motiviert das allerdings ungemein, das Buch nun selbst in Angriff zu nehmen. Sie werden es verschlingen, da bin ich mir ganz sicher. Und genauso wird es jedem anderen Leser ergehen und zwar in jeder Altersstufe.

Jochen Krenz hat einen sehr spannenden Jugendroman geschrieben, der das Abenteuer Kindheit einmal in ganz andere Bahnen lenkt bzw. beleuchtet. Der studierte Sozialpädagoge und Segellehrer verlegte seinen Schauplatz nicht in irgendwelche phantastischen Märchenwelten sondern in die Realität. Hier gibt es keine Drachen, böse Zauberer, unheimliche Wesen oder sonstige Phantasiegestalten. Die Feinde in "Flucht mit dem Wind" sind reale Personen und Institutionen, und Opa Hansen, ein Vertreter der guten Seite, gibt es ebenfalls "wirklich". Und wo kam es jemals vor, dass sich ein 13-jähriger Junge mit einer Neun-Meter-Yacht auf die Flucht begeben hat. Eine Flucht auf dem Meer - wie soll so etwas überhaupt funktionieren ... ?

Es funktioniert. Und wie!

© Thomas Lawall - www.querblatt.com

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