Jochen Mariss

 4,3 Sterne bei 278 Bewertungen
Autor*in von Tage am Fluss, Tage am Fluss und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jochen Mariss (©Barbara Nieder)

Lebenslauf

Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafik Design mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u.a. in Form von Foto-Text-Postkarten, Plakaten, Kalendern und Büchern, und erreichten eine Gesamtauflage von mehr als einer Million. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten, Kinderbücher und Romane. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. Tage am Fluss ist sein Romandebüt. 

www.jochenmariss.de

Alle Bücher von Jochen Mariss

Cover des Buches Tage am Fluss (ISBN: 9783462013672)

Tage am Fluss

(195)
Erschienen am 09.07.2026
Cover des Buches Pommes im Urwald (ISBN: 9783862292356)

Pommes im Urwald

(5)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Paula und die Wortschätzchen (ISBN: 9783862294619)

Paula und die Wortschätzchen

(4)
Erschienen am 01.10.2016
Cover des Buches War ich nicht! (ISBN: 9783862292370)

War ich nicht!

(3)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Guten Morgen, liebes Leben! (ISBN: 9783862290888)

Guten Morgen, liebes Leben!

(3)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches Willkommen auf dieser Erde (ISBN: 9783923902781)

Willkommen auf dieser Erde

(2)
Erschienen am 01.11.2006
Cover des Buches Kleine Wunder (ISBN: 9783923902903)

Kleine Wunder

(2)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Ich bin so froh, dass es dich gibt (ISBN: 9783862290895)

Ich bin so froh, dass es dich gibt

(1)
Erschienen am 01.04.2011

Neue Rezensionen zu Jochen Mariss

Cover des Buches Tage am Fluss (ISBN: 9783462013672)
ancla_books4lifes avatar

Rezension zu "Tage am Fluss" von Jochen Mariss

ancla_books4life
Eine besondere Geschichte über Mensch, Natur und das Miteinander

**** Mein Eindruck ****

Dieses Buch ist eine besondere Geschichte, die sich mit dem Menschsein, mit Verwerfungen und vor allem mit dem Einklang der Natur, aber auch mit ihrer wirtschaftlichen Nutzung und Zerstörung auseinandersetzt.

Wir begleiten eine Protagonistin, die in ihrem Leben gelernt hat, allein zu sein. Vielleicht ist ihr das Leben mit ihrem Vierbeiner an der Seite und ihr täglicher Job auf der Fähre, die Menschen von einer Seite zur anderen bringt, genau so recht. Doch dann taucht Leo auf, ein Umweltaktivist, der versucht, sich für das Richtige einzusetzen, dabei aber selbst alles andere als perfekt ist. Er unterstützt die Protagonistin auf ihrem Grundstück und in ihrem Leben, und langsam merkt sie, dass ihr Alleinsein vielleicht doch manchmal Einsamkeit war.

Die Geschichte entwickelt viele weitere Ebenen und zeigt, was ein Miteinander, aber auch ein Gegeneinander anrichten kann. Sie steckt voller Herzensmomente und abenteuerlicher Szenarien. Am Ende geht es um die Natur, aber eben genauso um die Menschen darin. Die Entwicklung konnte ich zu keinem Zeitpunkt vorhersehen. Sie ist einfühlsam, aber gleichzeitig auch ein bisschen roh und kalt und fühlt sich dadurch irgendwie nach mehr als nur einer Geschichte an.

Besonders gefallen hat mir, dass weder die Protagonistin noch Leo Figuren sind, die sich einfach in Schubladen stecken lassen. Auch ihr Miteinander passt in keine klare Schublade. Das macht ihre Entwicklung interessant und gibt der Geschichte ihre besondere Note.

Zeitweise fühlte ich mich allerdings etwas orientierungslos. Irgendwie gab es ein übergeordnetes Ziel, aber dann auch wieder nicht so richtig. Dadurch waren manche Szenen zwar wunderschön zu lesen, wirkten für mich aber nicht immer zielführend. Auch am Ende bleiben einige Fragen offen und genau dort hat mich die Geschichte nicht mehr ganz überzeugen können.

Trotzdem ist dieses Buch etwas Besonderes. Es ist nicht perfekt, aber es ist eine Geschichte, die Fragen aufwirft, zum Nachdenken bringt und ganz klar im Herzen bleibt.


**** Empfehlung? ****

Für alle, die Geschichten mögen, die sich nicht auf eine Liebesgeschichte oder ein einziges Thema festlegen lassen, sondern Mensch, Natur und das Miteinander miteinander verbinden und dabei auch Fragen offenlassen.

Cover des Buches Tage am Fluss (ISBN: 9783839822524)
Anja_Pfisters avatar

Rezension zu "Tage am Fluss" von Jochen Mariss

Anja_Pfister
Stormy water

Saras Leben ist traditionell. Nicht nur die Fähre, die sie betreibt ist irgendwie aus der Zeit gefallen, auch ihr Leben in ihrem Haus ist anders, als das der meisten. Ihr kleines Universum wird jäh erschüttert, nicht nur durch Pläne im Ort, sondern auch durch einen Fremden, der ihr quasi eines Tages vor die Füße gespült wird. Alte Zöpfe abschneiden oder an Bewährtem festhalten?

Ich fand Saras Geschichte spannend, sowohl Rückblicke als auch das aktuelle Geschehen. Irgendwie fühlt man sich an eigene Erfahrungen erinnert, wenn man mit Umbruch konfrontiert ist. Dass das Leben nie stehenbleibt, erklärt sich von selbst, wenn man sich allein die Veränderungen, z.B. technisch, der letzten 30 Jahre ansieht. Oftmals sollte man sich aber auch kritisch damit auseinandersetzen, denn manche Werte bleiben schnell auf der Strecke. 

Leon bringt eine interessante Perspektive in die Geschichte, die ebenso dazu einlädt, seine eigenen Gedanken schweifen zu lassen.

Mir hätte eine umfassendere Auflösung wohl besser gefallen, denn erfahrungsgemäß fällt das nicht jedem gleich leicht, so dass eine Hand zur richtigen Zeit Wunder bewirken kann, auch über den Buchrücken hinaus. :)

Dennoch eine bewegende Story, mit ungewöhnlicher Freundschaft und Gedankenexperimenten. 

Cover des Buches Tage am Fluss (ISBN: 9783839822524)
Kwinsus avatar

Rezension zu "Tage am Fluss" von Jochen Mariss

Kwinsu
Für die Ideale kämpfen

Sarah übt einen ungewöhnlichen Beruf aus: sie ist Fährfrau an einem Fluss, der ihr Dorf von der nächsten Stadt trennt. Sie lebt sehr einsiedelig auf einem kleinen Hof, umgeben von Tieren und viel Natur. Sie ist eine zurückgezogene Frau, die kaum jemanden an sich heranlässt. Dies ändert sich aber, als eines Tages Leon auf ihrer Fähre landet - ohne Geld und mit vielen Geheimnissen. Er bringt nicht nur Sarahs Leben durcheinander, sondern zeigt ihre auch, für was es sich zu kämpfen lohnt.

Jochen Mariss legt mit "Tage am Fluss" einen ruhigen, aber berührenden Roman vor, der zeigt, dass Fortschritt nicht immer das Beste für alle ist und das die Natur einerseits unberechenbar, andererseits aber irrsinnig schützenswert ist. Der Autor schafft vor allem durch atmosphärische Naturbeschreibungen, einprägsame Bilder in den Kopf zu zaubern. Die Charakterzeichnung hingegen ist für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle etwas übertrieben. So ist Leon ein Bobo-Idealist der Sonderklasse. Seine oberste Priorität ist es, die Natur zu schützen, was grundsätzlich sehr lobenswert ist, ganz so abkaufen konnte ich es ihm jedoch nicht immer. Sarah hingegen stößt fast jeden von sich ab, sie hat eine harte Schale, aber natürlich einen weichen Kern. Das Abwechseln dieser zwei Pole ist meines Erachtens nicht immer gelungen, denn auch dies wirkt teilweise leicht übertrieben. Auch Sarah kämpft für ihre Sache - denn sie will ihren eher mau rennenden Lebensunterhalt - das Fährgeschäft - freilich um jeden Preis erhalten. Es gibt aber Gegenspieler, die ihr Rückgewandtheit vorwerfen und auf Biegen und Brechen eine Brücke für den Fortschritt errichten möchten. Auch diese Figuren sind für mich etwas zu platt und stereotyp gelungen. Und dann gibt es auch noch Themen, die Leon lange verschweigt, die dann, als sie aufgelöst werden, etwas zu konstruiert wirken.

Trotz dieser kritischen Anmerkungen muss ich sagen, dass ich das Hörbuch wirklich sehr gern gehört habe. Das Buch wird jeweils abwechselnd aus der Sicht von Sarah sowie jener von Leon erzählt, was einen wirklich gelungenen Perspektivwechsel ausmacht. Was ich am Hörbuch besonders mochte, sind die Erzählstimmen: Sarahs Part wird von Heike Warmuth gelesen, jener von Leon von Nils Kretschmer. Beide Sprecher*innen haben tolle und angenehme Stimmen und erzählen die Geschichte sehr lebendig und glaubwürdig. Ihnen gelingt es, die besondere Atmosphäre der Natur und des Dorfes perfekt in Szene zu setzen. 

Mein Fazit: "Tage am Fluss" ist ein Roman mit atmosphärischer Natur- und Dorfbeschreibung, dessen Charaktere vielleicht manchmal etwas überspitzt gezeichnet sein mögen. Sie kämpfen aber mit glaubhafter Vehemenz für ihre Anliegen und lassen auch persönliche Entwicklung zu. Das Hörbuch dazu ist sehr gut gelungen. Wer einen ruhigen Roman mit klarer Botschaft und bildhafter Sprache sucht, ist hier genau richtig.

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Tage am Fluss
Daniliesings avatar
Daniliesing

An einem heißen Sommertag strandet ein junger Mann bei der Fährfrau Sara Harmsen und bringt all ihre sorgsam errichteten Mauern ins Wanken. In unserer Leserunde könnt ihr gemeinsam "Tage am Fluss" von Jochen Mariss lesen – einen Roman über alte Wunden und den Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen. Möchtet ihr mit Sara und Leon gegen den Strom schwimmen und in eine Geschichte über das Leben an einem abgelegenen Ort und die Liebe zur Natur eintauchen?

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