Jochen Schimmang

 4.1 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Das Beste, was wir hatten, Neue Mitte und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jochen Schimmang

Jochen Schimmang, geboren 1948, ist Schriftsteller und debütierte 1979 mit »Der schöne Vogel Phönix«. Zuletzt erschien sein Erzählband »Adorno wohnt hier nicht mehr« (2019). Außerdem arbeitet er als Übersetzer aus dem Englischen und übertrug u. a. Gabriel Josipovici, Gilbert Adair, Eli Gottlieb und für mare Sebastian Faulks’ Roman »Der große Wahn« (2017) ins Deutsche.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jochen Schimmang

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Cover des Buches Das Beste, was wir hatten (ISBN: 9783960541110)

Das Beste, was wir hatten

 (6)
Erschienen am 14.11.2014
Cover des Buches Neue Mitte (ISBN: 9783894017415)

Neue Mitte

 (5)
Erschienen am 24.08.2011
Cover des Buches Vier Jahreszeiten (ISBN: 9783930333424)

Vier Jahreszeiten

 (1)
Erschienen am 01.03.2002
Cover des Buches Mein Ostende (ISBN: 9783866482982)

Mein Ostende

 (1)
Erschienen am 03.03.2020
Cover des Buches Altes Zollhaus, Staatsgrenze West (ISBN: 9783960540359)

Altes Zollhaus, Staatsgrenze West

 (1)
Erschienen am 01.03.2017
Cover des Buches Königswege: Drei Erzählungen (ISBN: 9783957641090)

Königswege: Drei Erzählungen

 (1)
Erschienen am 16.07.2014
Cover des Buches Altes Gelände (ISBN: 9783941592049)

Altes Gelände

 (1)
Erschienen am 01.08.2009

Neue Rezensionen zu Jochen Schimmang

Neu
L

Rezension zu "Das Ende der Berührbarkeit" von Jochen Schimmang

Trostlose Liebe
LenaSilbernaglvor 2 Jahren

In "Das Ende der Berührbarkeit" lernen wir den Protagonisten Holger Jülich kennen, der fortan nur noch bei seinem Nachnamen genannt wird. 
Er ist eigentlich der typische Einzelgänger. Zunächst erfahren wir nämlich, dass Jülich nicht gerne ausgeht oder etwas mit seinen sogenannten Freunden unternimmt. Er liebt es einfach in seiner Wohnung zu bleiben, Artikel zu schreiben oder an einem Roman zu arbeiten. Denn er ist vor allem ein: Schriftsteller und Gelehrter. 
Schon zu Beginn heißt es: "Holger Jülich hatte sich auf einem akademischen Spezialgebiet verschanzt". 
Schnell wird klar, dass Jülich nur an diesem Thema interessiert ist - was seine akademische Laufbahn betrifft. 
Ein auktorialer Erzähler berichtet uns am dem Leben Jülichs und dass er sich vorgenommen hatte, nie sesshaft zu werden. Wir werden in Jülichs Liebschaften und Affären mit eingebunden und erleben einen Protagonisten, der keine Familie zu haben scheint. 
Eines Tages begibt sich Jülich auf die Party von Anna. Einer Frau, die er zuerst immer gemieden hat. Doch an diesem Abend ändert sich alles für Jülich. 
Er verliebt sich unsterblich in Anna, hat Sex mit ihr und scheint danach wie besessen von ihr zu sein. Doch sie will nur ihren Exfreund vergessen. 
Im Zuge dessen scheitert die Beziehung der beiden natürlich. Danach scheint für Jülich alles schlechter geworden zu sein. Nur eine große Reise scheint ihm wieder auf die Füße zu helfen. Doch kann er Anna wirklich vergessen? Kann er sein altes Leben zurückbekommen? Und wird er je wieder der Alte? 

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Rezension zu "Neue Mitte" von Jochen Schimmang

Stück gute zeitgenössische Literatur
ralf_boldtvor 6 Jahren

Wir befinden uns im Deutschland des Winters 2029/2030. Ulrich Anders kommt nach Berlin, um Kai Sander beim Aufbau einer Bibliothek zu unterstützen. Ort der Handlung ist das ehemalige Regierungsgelände. Dort haben sich Menschen zusammengefunden, um zu leben und zu arbeiten. Innovative Firmen sind gegründet worden. Das ganze Gelände ist ein abgeschlossenes, in sich fast autarkes nach außen abgeschiedenes Areal mitten in der Hauptstadt.
Eine Junta hat nach einem Militärputsch im Jahr 2016 ein Regime mit Namen „Nationale Moderne“ etabliert. Neun Jahre lang wurde Deutschland auf den Kurs einer Diktatur gebracht. Zensur und Gängelung waren dort an der Tagesordnung. Die Meinungsfreiheit ist drastisch unterdrückt worden. Eine kleine Clique von Mächtigen hatte Deutschland unter Kontrolle. Doch es regte sich der Widerstand und mit Hilfe der Internationalen Befriedungstruppe konnte die Junta gestürzt werden. Seit vier Jahren steht Deutschland unter englischem Mandat, einer Art moderater Besatzung mit großer Selbstbestimmung.

Deutschland erholt sich langsam vom Regime und auf dem Gelände, das einmal das Zentrum der Macht gewesen ist, finden sich Anarchisten, Freiheitskämpfer, Querdenker und innovative Macher ein. Sie leben in den Gebäuden der ehemaligen Machthaber und betreiben Restaurants, gehen einem Handwerk nach und erstellen Software. Im Zentrum steht das Haus, in dem Sander die Bibliothek aufbauen möchte als Zeichen der neuen Zeit. Es sollen die Bücher, die während des Terrorregimes verboten waren, einen adäquaten Platz bekommen. Sammlungen werden gekauft oder dem Projekt geschenkt. Es gilt, diese literarischen Schätze zu katalogisieren und einzusortieren. Eine gewaltige Aufgabe, die der schon etwas ältere Sander nicht alleine stemmen kann. So erhofft er sich von Ulrich Anders Hilfe.
Dieser lernt schon kurz nach seiner Ankunft Eleanor Rigby kennen, eine Mitgesellschafterin der Softwareschmiede Alice im Wunderland. Sie schreibt ihm ein Programm, mit dem das Katalogisieren der Buchbestände deutlich schneller geht. Eine sperrige Romanze entsteht.
Ulrich Anders lebt sich langsam ein und trifft auf unterschiedlichste Charaktere. Einen Geigenbauer, einen Restaurantbesitzer, Anarchisten, die sich um Lebensmittel und Logistik kümmern.
Ein Professor Oliver Kolberg bietet der Bibliothek seine Bücher an, er möchte nämlich das Land verlassen. Mit dieser Bücherspende tut sich Sander aber ein wenig schwer, denn Professor Kolberg war schon vor der Machtergreifung der Junta Staatsrechtler und Verfassungsjurist und rechtfertigte während des Terrorregimes das Vorgehen der Machthaber. Er hatte zwar kein offizielles Amt inne, er blieb Lehrer an der Humboldt-Universität, gab aber durch seine in der Argumentation brillanten Schriften dem Regime ein juristisches Fundament der Rechtsstaatlichkeit.
Doch man wird mit den Büchern schließlich handelseinig.
Kurze Zeit später wird Prof. Kolberg tot aufgefunden. Todesursache war ein aufgesetzter Genickschuss. Dabei fällt Ulrich Anders ein, dass er die deutlich jüngere Frau Kolbergs scheinbar bei der Übergabe von Geld in einer Diskothek gesehen hat.
Frodo, ein Mitglied der anarchistischen Gruppe, kommt als weiterer Helfer für die Bibliotheksarbeit hinzu. In seiner Freizeit hält er sich häufig außerhalb des Geländes auf und geht „in die Stadt“. Dabei sieht er den „General“, jenen Mann, der den Putsch zu verantworten hat. Keiner glaubt ihm.
Doch nach einer Weile bewegen sich immer wieder Soldaten der in den Uniformen der ehemaligen Junta auf dem Gelände. Der Höhepunkt wird erreicht, als sie die feierliche Eröffnung der Bibliothek sabotieren wollen.
Jochen Schimmang schildert mit sichtlicher Freude an der Formulierung in schön gesetzter Sprache eine potentielle Zukunft, die stimmig ist, wenn man als Basis den Putsch, nicht ganz ein Jahrzehnt des Regimes und vier Jahre zaghafte Freiheit nach dem Sturz akzeptiert. Der Stil ist überaus prägnant, die Erzählweise aus Sicht des Ich-Erzählers Ulrich Anders sehr stringent, präzise und an keiner Stelle ausschweifend.
In der Enklave innerhalb Berlins errichtet er eine neue Gesellschaft, eine neue Art des Zusammenlebens. Ob dies eine realistische Entwicklung ist oder auch eine wünschenswerte, bleibt dem Leser überlassen. Schimmang erzählt nie mit erhobenem Zeigefinger oder oberlehrerhaft. Eine Entscheidung, wie zum Beispiel das Verhalten von Professor Kolberg zu bewerten ist, muss jeder selbst treffen.
Das Ganze wird garniert mit ein wenig unglücklicher Liebe zwischen Ulrich Anders und Eleanor Rigby. Ulrich liest Eleanor ein Buch des Autors Gregor Korff. Dies ist eine Figur aus Schimmangs eigenem Werk „Das Beste, was wir hatten“. Überhaupt gibt es viele Andeutungen auf Literatur und historische Geschehnisse. Das Aufbauen einer Bibliothek im Roman bietet hier einen gelungenen Rahmen. Die Auswahl der beschriebenen Bücher beim Einordnen ist dabei nicht willkürlich, sondern wohl durchdacht.
Im Roman finden sich außerdem fiktive Zitate von Protokollen und Interviews, von Handelsregistereinträgen und Artikeln. Mit diesen wird die ebenfalls ja fiktive Historie der letzten Jahre untermauert und die Handlungsweise der Charaktere verdeutlicht.
Der Roman ist gut und kurzweilig erzählt, hat spannende Elemente, eine Prise Erotik, ist nicht vorhersehbar und damit wirklich ein Lesegenuss, wobei dem Leser immer höchste Aufmerksamkeit abverlangt wird, die aber sicher gerne gegeben wird. Ein Stück gute zeitgenössische Literatur.

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Rezension zu "Königswege." von Jochen Schimmang

3 Erzählungen und Begegnung mit Vandenberg
Martin-Martialvor 7 Jahren

Interessante Begegnung mit Vandenberg, die Geschichte über den besten Sex seines Lebens (lach), Andreas der durch ganz Europa Motorrad fährt, und natürlich die Begegnung mit einer Ex-Miss-Rhododendron...............

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