Jochen Schmidt

 3,9 Sterne bei 212 Bewertungen
Autor von Schneckenmühle, Zuckersand und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Ausdauernder Leser  und Schreiber: Jochen Schmidt, geboren und aufgewachsen in einem christlich geprägten Elternhaus in Ost-Berlin, ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Seine Eltern sind beide Sprachwissenschaftler. Nach dem Abitur 1989 studiert Schmidt zunächst Informatik, dann Germanistik und Romanistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Während seines Studiums arbeitet er als Französisch-Übersetzer und reist nach Valencia, Rom oder New York. Er schreibt Kolumnen für verschiedene Zeitungen, Reiseführer, Blogeinträge und Kurzprosa und ist 1999 Mitbegründer der Berliner Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten“. Jochen Schmidt wird für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise ist er Träger des Kasseler Literaturpreises. Große Bekanntheit erlangt Schmidt, als er von Juli 2006 bis Januar 2007 jeden Tag 20 der 3900 Seiten von Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ liest und täglich einen Blogeintrag dazu verfasst. Diese Blogeinträge werden 2008 in Buchform herausgegeben und erhalten durchweg positive Kritiken. Jochen Schmidt lebt in Berlin und ist ein aktives Mitglied der Autonama, der deutschen Autorennationalmannschaft.

Neue Bücher

Cover des Buches Phlox (ISBN: 9783406822360)

Phlox

Erscheint am 10.07.2024 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Jochen Schmidt

Cover des Buches Schneckenmühle (ISBN: 9783406671463)

Schneckenmühle

 (57)
Erschienen am 12.09.2014
Cover des Buches Zuckersand (ISBN: 9783442716920)

Zuckersand

 (16)
Erschienen am 08.07.2018
Cover des Buches Meine wichtigsten Körperfunktionen (ISBN: 9783442745463)

Meine wichtigsten Körperfunktionen

 (12)
Erschienen am 11.05.2014
Cover des Buches Phlox (ISBN: 9783406793080)

Phlox

 (9)
Erschienen am 15.09.2022
Cover des Buches Müller haut uns raus (ISBN: 9783406766336)

Müller haut uns raus

 (9)
Erschienen am 27.01.2021
Cover des Buches Drüben und drüben (ISBN: 9783499620478)

Drüben und drüben

 (7)
Erschienen am 17.09.2019
Cover des Buches Schmidt liest Proust (ISBN: 9783863913137)

Schmidt liest Proust

 (6)
Erschienen am 30.04.2021
Cover des Buches Chaussee der Enthusiasten (ISBN: 9783863910440)

Chaussee der Enthusiasten

 (7)
Erschienen am 26.02.2014

Videos

Neue Rezensionen zu Jochen Schmidt

Cover des Buches Zuckersand (ISBN: 9783442716920)
KatMas avatar

Rezension zu "Zuckersand" von Jochen Schmidt

"ein rührendes, witziges und wahres Buch übers Vatersein"
KatMavor 2 Monaten

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und amüsiert!

Jochen Schmidt beschreibt ein Vater-Sohn-Idyll wie es schöner nicht sein könnte, schon die Zahnputz-Szene auf Seite 1 fand ich so anrührend, dass mein Herz ganz warm wurde. Es geht um die kleinen Dinge, die klein Karl entdeckt während der Vater fasziniert seinen Sohn beobachtet und sich dabei immer wieder in seine eigene (DDR)-Kindheit zurückerinnert. Die Gedankenwelt des Vaters ist unglaublich! Mich haben die rund 200 Seiten mehrfach zum Lächeln gebracht.

Cover des Buches Meine wichtigsten Körperfunktionen (ISBN: 9783941009028)
Jorokas avatar

Rezension zu "Meine wichtigsten Körperfunktionen" von Jochen Schmidt

Gebärneid und andere Eventualitäten
Jorokavor einem Jahr

Man muss nun nicht befürchten, dass Jochen Schmidt über seinen Körper an sich referiert, wohlmöglich gar über Tabubereich. Dahingehend ist der Titel etwas irreführend (...gewollt?). Er beschreibt in kleinen Episoden eher seine sozialen Eigenschaften bzw. Eigenheiten. Da geht es um Geiz, Einsamkeit, Egozentrik und Inkompetenz. Die kurzen Geschichten sind witzig, nachdenkenswert und irre selbstreflektiert. Ich habe mir die Hörbuchfassung zu Gemüte geführt und die Stimme von Oliver Korritke ist nahezu perfekt zur Unterstreichung der Texte geeignet.


Nun, ein wenig hat mich der Stil tatsächlich an Max Goldt erinnert. Er ist auf jeden Fall wortgewandt und wortwitzig. Schmidt findet schöne Vergleiche und Wortketten , spielt mit Metaphern und orientiert sich immer wieder am ‚normalen’ alltäglichen Wahnsinn. Das ist mehr als Stand-up-Comedy , fast schon ein wenig schonungsfreie Selbstoffenbarung des Autors. Aber nicht abgehoben, gerade so, dass man sich in vielem wiederfinden kann.


Fazit: Dieses Hörbuch hat mir Spaß gemacht. Eignet sich ganz hervorragend für lange Autofahrten.

Cover des Buches Phlox (ISBN: 9783406793080)
AnkeH.s avatar

Rezension zu "Phlox" von Jochen Schmidt

Eine Studie über die Wunder der Kindheit und die Ängste des Erwachsenenalters
AnkeH.vor einem Jahr

In Schmogrow finden Paare zueinander, Künstler Inspiration und Familien zum Glück des einfachen Lebens. Der Autor Richard Sparka stattet dem ewigen Kindheitsparadies an der polnischen Grenze einen letzten Besuch ab, im Gepäck seine ihm entgleitende Familie und Pläne für eine Studie über Schönheit, für die es in Schmogrow allerhand Ausgangspunkte gibt. Doch letztlich sind es die vielen Erinnerungen, die die Aufmerksamkeit Sparkas in ihren Bann schlagen. Jochen Schmidts Roman ist eine Geschichte über die Wunder der Kindheit und die Ängste des Erwachsenenalters. Phlox ist auch die Chronik einer gekonnten Prokrastination.


Von der ersten Seite an fällt es leicht, Sparkas Enthusiasmus für Schmogrow zu verstehen. Der Kosmos des ländlichen Ferienidylls wird bevölkert von einer unüberschaubaren Anzahl schrulliger Typen, darunter leidenschaftliche Bastler, „edle Tanten“, grollende Nachbarn, politikverdrossene Bulldoggenzüchter und eine Schar Schwestern, Bekannte und entfernte Verwandte. Während die meisten Gäste nur beiläufig durch wenige Zitate und markante Eigenschaften charakterisiert werden, stehen Herr und Frau Tatziet als Gastgeber für Generationen von Stadtflüchtigen im Zentrum der Erzählung.


Doch so lebendig und detailreich der Roman die Welt der Vergangenheit auch beschwört, von Verklärung ist darin nichts zu spüren. Das Dorf mag aus der Zeit gefallen wirken, aber Schmogrow ist kein Büllerbü, kein Ort außerhalb von Gesellschaft und Geschichte. Zwischen Kaffeetischgesprächen und Jugendabenteuern berichtet der Erzähler auch von den Vertreibungen nach dem zweiten Weltkrieg, dem Einfluss von Stasi und Wandervogel auf die dörfliche Gemeinschaft und der Reformbewegung, deren ideologische Spuren im Lebensstil der Tatziets aufgedeckt und kritisiert werden. Der entwaffnend ehrliche Sparka bewahrt dabei stets eine gesunde (selbst-)ironische Distanz zum schönen Landleben einerseits und den „Stadtneurotikern“ andererseits, wodurch schmerzhaft komische Situationen und Erzählerkommentare praktisch vorprogrammiert sind. Phlox ist keine Ode an die alte Welt, in der vermeintlich alles besser war, man sich noch nicht mit Regalmetern an Erziehungsliteratur auseinandersetzen musste, mit Zungenschabern, Soli von David Gilmour oder der Demokratie. Es ist die kritische und aufgeklärte Auseinandersetzung mit dem Traum vom einfachen Leben, die den Roman auszeichnet.


Erzählt wird all das in einem unverwechselbaren, wenig dezenten Stil, den man entweder liebt oder daran verzweifelt. Die langen Satzgebilde sind mit einer absurd hohen Anzahl an Einschüben versehen, sodass man beim Lesen nicht selten rätselt, zu welchem Hauptsatz auf der vorangegangenen Seite dieser versprengte Nebensatz gehören könnte. Das hemmt zwar den Lesefluss, illustriert aber auch anschaulich die chaotische Fülle der Erinnerungen. 


Dass der Erzähler dabei „von Bismarck auf die Preiselbeeren“ (141) kommt, wie Frau Tatziet sagen würde, verleiht der Erzählung eine experimentelle Struktur. Der Großteil der Geschichte besteht aus assoziativ aneinandergereihten Erinnerungen, die nahezu keinen Raum für das Hier und Jetzt lassen. Dialoge finden auf der Erzählebene der Gegenwart überhaupt nicht statt, was die Isolation des Protagonisten unterstreicht. Dabei wird man den Eindruck nicht los, dass Sparkas fehlender Fokus auf die Realität nicht nur seiner Lust am Fabulieren geschuldet ist, sondern einer Strategie zur Flucht in die Welt der Gedanken folgt. Wie der Erzähler selbst erkennt, sucht er „ständig nach einer Gelegenheit, um an der Gegenwart, die wie ein Erwachsener mit ihrem Körper die Tür versperrt, unbemerkt vorbeizuschlüpfen (443).“ Und die Taktik geht auf: Am Ende hat Sparka weder den Kontakt mit seiner Frau wiederhergestellt, noch ein Wort zu Papier gebracht. Schmidt allerdings ist eine ganz eigene Studie gelungen, über Schönheit, das Echte, das Banale und das Verdrängte, das darunter so offenkundig lauert wie die Granaten unter der Schmogrower Badelagune.

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Zusätzliche Informationen

Jochen Schmidt wurde am 09. November 1970 in Berlin (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 302 Bibliotheken

auf 48 Merkzettel

von 9 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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