Zuckersand

von Jochen Schmidt und Line Hoven
3,7 Sterne bei14 Bewertungen
Zuckersand
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Positiv (11):
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Eine rührende Hommage ans Vatersein, herzerwärmend und sehr emotional

Kritisch (2):
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Ich bin leider mit dem Schreibstil des Autors nicht zurecht gekommen.

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Inhaltsangabe zu "Zuckersand"

Der zweijährige Karl entdeckt die Welt. Liebevoll begleitet sein Vater die Expeditionen durch Wohnung, Spielplatz und Geschäfte und erinnert sich dabei an seine eigenen Kindheit und deren Gegenstandswelt, die er unbedingt bewahren will. Seine Partnerin Klara, die in der Denkmalschutzbehörde arbeitet, schickt derweil Erziehungsanweisungen per SMS. Ein komischer und berührender Roman über die Suche nach Schönheit, die Melancholie des Verschwindens und das Finden des Glücks.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442716920
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:09.07.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine rührende Hommage ans Vatersein, herzerwärmend und sehr emotional
    Die Liebe zum Kind aus den Augen des Vaters

    Jochen Schmidt hat ein so berührendes, herzerwärmendes und witziges Buch über einen Vater geschrieben, der seinen 2-jährigen Sohn auf dessen Erkundung der Welt begleitet, dass man einfach gerührt sein muss.
    Es ist eine eher seltene Aufteilung: Mutter Klara geht arbeiten und der Ich-Erzähler bleibt tagsüber mit Sohn Karl zu Hause. Während er seinen Sohn zu Hause, auf dem Spielplatz oder in Geschäften beobachtet, erinnert er sich an seine eigene Kindheit. Besonders interessant dabei war, dass, obwohl die Hauptfigur ein gutes Stück älter ist als ich, viele Kindheitserinnerungen auch die meinen sein könnten.
    Den Ich-Erzähler stelle ich mir als ehemaligen Klassenclown vor. Wer denkt schon, dass es neben Meerschweinchen auch Wenigerscheinchen geben müsste? Und wo wohnten sie? Auch im Alltag macht der Vater Witze dieser Art, denn eins steht fest: Leben mit einem kleinen Kind ist nicht einfach. Das kommt auch immer wieder durch, aber die Eltern schaffen es sehr gut sich durch den Dschungel von Ängsten, Verzweiflung, Erschöpfung und purer Freude zu "kämpfen".
    Der Umgang des Ich-Erzählers mit Karl ist liebevoll rührend. Sein Blick auf ihn wie durch eine rosa Brille.
    Ich ma Fabio Volos Bücher sehr gerne und hatte zuletzt "Seit es dich gibt" von ihm gelesen. In dem allerdings hatte der Autor alles herausgeholt, was es bei einem Kind zu bedenken gelte: Erschöpfung, Übermüdung, ständige Überforderung... Als sollte man sich noch einmal klar machen, ob man denn wirklich ein Kind möchte.
    Jochen Schmidt beleuchtet die andere Seite und ich könnte mir vorstellen, dass jede Mutter sich solch einen Vater wünscht. Und obwohl man schier überquellen möchte vor Entzücken, ist das Buch keineswegs kitschig. Einen besseren Roman  über die Liebe zum eigenen Kind aus Sicht eines Vaters kann ich mir nicht vorstellen!

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    pardens avatar
    pardenvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein leiser Roman, der die Welt mit Kinderaugen sehen lässt und eigene Erinnerungen wachzurufen vermag.
    Vater werden ist nicht schwer...

    VATER WERDEN IST NICHT SCHWER...

    Karl, zwei Jahre alt, entdeckt die Welt und sein Vater möchte ihm dabei nicht im Wege stehen. Karls Expeditionen in die Gegenstandswelt von Wohnung und Straße, Spielplatz und Geschäften, die sein Vater liebevoll begleitet, lösen zahlreiche Erinnerungen und Betrachtungen über dessen eigene Kindheit und deren Gegenstandswelt aus.

    Der Vater will nicht nur Karls Kindheitsglück, sondern auch die Dinge seiner eigenen Kindheit retten und bewahren. Dies ist nicht der einzige Konflikt in seiner innigen Beziehung zu Karls Mutter Klara, die in der Denkmalschutzbehörde arbeitet, und aus dem Büro per SMS Anweisungen zu Karls Erziehung schickt. Und die Aussicht, endlich eine gemeinsame Wohnung zu beziehen, gefährdet zugleich die "Wunderkammer" voller bedeutungsvoller Gebrauchsgegenstände, die der Ich-Erzähler zu Hause hütet…


    Richard betreut als Werbetexter für 'Die neue Hausfrau' seinen zweijährigen Sohn Karl zu Hause, während Karls Mutter Klara vollzeit berufstätig ist. Eine immer noch eher ungewöhnliche Rollenverteilung, die dem Vater jedoch Gelegenheit gibt, seinen Sohn intensiv zu beobachten, so dass ihm möglichst nichts von dessen Entwicklung entgeht. Um ganz sicher zu gehen, schreibt der Vater seine Beobachtungen täglich akribisch auf, schickt Klara gelegentlich auch eine SMS, um sie ebenfalls an allem teilhaben zu lassen.


    "Karl probierte aus, ob sich das tropfende Wasser ohne Schirm besser anfühlte, er jauchzte begeistert, weil er naß wurde. Was passiert mit der Freude, die wir als Kind an so etwas haben? Wogegen tauschen wir sie ein, wenn wir groß werden? Oder bekommen wir gar nichts als Ersatz?"


    Doch nicht nur die Beobachtungen Richards bringen dem Leser die Welt aus Kinderaugen nahe, sondern auch seine Reflexionen - nur zu oft gleiten des Vaters Gedanken zurück in das Erleben seiner eigenen Kindheit, so dass hier im Grunde zwei parallele Kindheiten präsentiert werden. Kleinigkeiten geraten hier in den Fokus, was Freunden von Spannunsgliteratur langweilig vorkommen mag. Doch genau dies geschieht im Erleben der Kinder: Kleinigkeiten gewinnen eine immense Bedeutung.

    Der Schreibstil ist genau und scharf in seinen Schilderungen, passend zu den häufigen Rückblenden in die Vergangenheit auch in der alten Rechtschreibung gehalten, und doch gibt es auch immer wieder poetische Passagen:


    "Ich hatte Sehnsucht nach Klara. Wenn einer von uns vom Sofa aufstand, um neues Eis aus der Küche zu holen, versuchten wir immer, unsere Verflechtung so behutsam wie möglich zu lösen, die Hand noch ein bißchen über den Körper des anderen gleiten zu lassen, so daß es sich anfühlte wie bei Eiskunstläufern, wenn sie für Momente auseinanderstreben, um dann mit Anlauf um so spetakulärer wieder zusammenzufinden und im Kreis zu wirbeln. Es mußte viel schwieriger sein, wenn noch ein kleines Kind dabei war, das nicht Schlittschuh laufen konnte."


    Vierzehn lose zusammenhängende Kapitel werden begleitet von vierzehn von Line Hoven gezeichnete Vignetten, die, in schwarzweiß gehalten, den Text passend unterstreichen. Ein leiser Roman, der die Welt mit Kinderaugen sehen lässt und eigene Erinnerungen wachzurufen vermag. Mir hat er gefallen...


    © Parden

    Kommentare: 7
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    miahs avatar
    miahvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wenn man sich erstmal an den Schreibstil gewöhnt hat, ist es ein unglaublich schönes Buch über die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.
    Zuckersand

    Inhalt:
    Der 2-jährige Karl entdeckt die Welt. Sein Vater begleitet ihn, Mutter Klara geht arbeiten. Der ganz normale Alltag mit einem Kleinkind löst im Vater eine Flut an Erinnerungen aus: an seine eigene Kindheit, an sein Leben und seine Liebe für Gegenstände aller Art.

    Meine Meinung:
    Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Die Sätze sind zumeist sehr lang und voller Details. Die Geschichte hat keine richtige Handlung, denn der Vater verliert sich schnell in Gedanken und sinnt über das Leben, verschiedene Gegenstände oder Erinnerungen nach. In der Gegenwart passiert eigentlich nur sehr wenig.

    Es ist ein ganz normaler Tag im Leben von Vater und Sohn. Karl ist jetzt zwei Jahre alt und erkundet die Welt mit seiner kindlichen Neugier. Er hat seinen eigenen Willen. Sein Vater versucht so gut er kann, Karl zu den Dingen zu bewegen, die ihm wichtig sind, und unterstützt ihn ansonsten bei seinen Erkundungen. Mutter Klara geht derweil arbeiten und schickt hin und wieder eine Nachricht mit Erziehungstipps.

    Alles an Karl und seinem Verhalten löst Erinnerungen im Vater aus. Er erinnert sich liebevoll an Karls Geburt, an die ersten Tage mit diesem kleinen Wesen und versucht, an allem festzuhalten, um nichts zu vergessen. Sein Sohn zeigt ihm, was wirklich wichtig ist im Leben. Karl hat seinen Alltag entschleunigt. Der Vater lässt sich viel mehr Zeit und nimmt Dinge bewusster wahr, vor allem, weil für Karl alles noch neu und faszinierend ist.

    Dabei schwelgt der Vater nicht nur in den eigenen Kindheitserinnerungen, sondern vergegenwertigt sich auch das Kennenlernen von Mutter Klara. Die beiden scheinen sehr eigene Persönlichkeiten zu sein, reden sie in ihren Dialogen doch irgendwie aneinander vorbei oder es geht um scheinbar zusammenhanglose Dinge. Ohnehin scheint der Vater ein Messie zu sein, der nichts wegwerfen kann. Er hält an allem fest, insbesondere an Gegenständen, die er in seiner eigenen Wohnung hortet.

    Immer wieder musste ich schmunzeln, da die Gedanken des Vaters zum Teil auch wirklich amüsant sind. Er fragt sich, wie es wäre, wenn Maschinen ein Eigenleben hätten, welche Gedanken und Gefühle sie wohl verbergen und wem eigentlich die Waren gehören, die er in seinen Einkaufswagen legt.

    Besonders gefallen haben mir die Szenen mit Karl. Man spürt, wie sehr sein Vater ihn liebt. Sein ganzes Leben hat sich seit der Geburt seines Sohnes verändert und er genießt jede einzelne Sekunde. Das Tempo des Buches ist entsprechend langsam. Eigentlich passiert nicht viel. Es geht um einen Tag im Leben der beiden, aber im Kopf des Vaters passiert noch so viel mehr.

    Man muss sich auf diese Geschichte einlassen. Wenn man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, macht es wirklich Spaß, das Buch zu lesen. Das hätte ich zu Beginn gar nicht vermutet, aber die entspannte Handlung hat sich auf mich als Leser übertragen. Ich konnte sehr gut abschalten und habe es einfach nur genossen, dem Vater in seinen teils wirren Gedanken zu folgen.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Jochen Schmidt | ZUCKERSAND

    INHALT: Ein nicht mehr ganz so junger Vater (40+) verbringt einen Tag mit seinem doch recht jungen Sohn (2), geht mit ihm einkaufen und auf den Spielplatz. Der kleine Karl entdeckt die Welt mit staunenden Augen, packt wissbegierig alles an, zieht Hebel, drückt Knöpfe, kein Schalter ist vor ihm sicher. Sein Vater lässt ihn alle Erfahrungen selbst machen, immer mit dem nostalgischen Blick in die eigene Kindheit, als die Welt noch aus unzähligen Mysterien bestand. Diese Enttarnungen, diese Momente, in denen es irgendwo im noch so jungen Oberstübchen Klick! macht, sind immer mit Kernerinnerungen verbunden, und diese möchter er seinem Sohn nicht verwehren.

    FORM: Jochen Schmidts Roman ist ein unerschöpflicher Fundus an Kindheitserinnerungen, wie wir ihn wohl alle in uns tragen, aber nur selten in solchem Ausmaß vor uns ausgelegt bekommen. Manchmal hämmert Schmidt (*1970) die Reminiszenzen salvenweise in die Zeilen, manchmal vergräbt er sich seitenlang in einzelne Erinnerungen, die ihm besonders lieb sind. Alles in einer zarten Sprache, die irgendwo zwischen humorvoll und melancholisch anzusiedeln ist. Wenn es im Buch um Karls Mutter geht, die von ihrem Büro aus ständig SMS mit Erziehungstipps schickt und in allem, was Karl macht, Nachwirkungen eines pränatalen Bewusstseinszustandes und/oder Omen für Karls Zukunft erkennt, wird Schmidts Ton gern auch etwas sarkastischer, was ein bisschen Pfeffer ins Buch bringt.

    FAZIT: Das Buch hat eine ganz klar umrissene Zielgruppe – Väter, sensibel und emphatisch, die Kinder in den ersten drei Lebensjahren haben oder hatten. Ich hatte in meinem Leben zweimal die Ehre, Kinder in diesem Alter durchs Leben zu begleiten und kann sagen: Jochen Schmidt trifft mit seinem Text einen ganz intimen, persönlichen Punkt. Es gibt kaum eine Seite in ZUCKERSAND auf der nicht wenigstens eine Kleinigkeit erwähnt wird, die ich nicht auch so erlebt hätte. All diese Gedanken, all diese Gefühle habe ich auch so oder so ähnlich gedacht und gefühlt, und ich bin mir sicher, dass ich da nicht der Einzige bin.

    Weil mir der Text aber manchmal doch zu sehr ins kitschig-rührselige abdriftete, behalte ich einen Stern, empfehle ZUCKERSAND jedoch mit bestem Gewissen der oben genannten Zielgruppe.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor einem Jahr
    Toller Stil, schöne graphische Gestaltung- eine literarische Reise in die Kindheit heute und damals.

    Für mich spielen in dieser Geschichte 3 Personen eine Rolle. Da gibt es den Ich-Erzähler, der scheinbar eine Kindheit in den 80 er Jahren erlebt hat und mich als Leser an seinen Erinnerungen daran teilhaben lässt. Sein Sohn, der 2 jährige Karl. Der Vater beobachtet das Verhalten, erzählt davon und lässt mich so auch teilhaben an der dritten Person der Mutter. Diese kommt nicht wirklich  oft selbst vor, sondern der Ich – Erzähler berichtet nur von ihren Ideen bezüglich der Erziehung von Karl, ihren Meinungen, Ansichten, Nachrichten. Sie blieb für mich dadurch ein wenig Randfigur.
    Manchmal fallen mir Bücher wegen des Covers ins Auge. So war es auch bei diesem Buch. Dieses eine Art Wimmelbild aus dem Dschungel erinnernde Cover, das führt bei mir als Leser dazu, dass es im Buchladen die Neugier geweckt wird und ich das Buch neugierig in die Hand nehmen muss. Es lohnt sich, sich ein paar Minuten der Betrachtung des Umschlages zu widmen und die vielen versteckten Tiere zu entdecken- für mich eine tolle Idee.
    Die graphische Gestaltung des Buches, das Unterteilen in einzelne Kapitel, die mit einem Deckblatt eröffnet werden auf dem sich eine wunderschöne Vignette befindet, das finde ich wunderschön.
    Was mir übrigens richtig gut gefallen hat, hinten im Buch findet man eine Seite mit den erschienen Büchern des Autors in allen möglichen Verlagen. Das ist, finde ich, eine tolle Idee und bietet mir als interessiertem Leser einen guten Überblick für dessen Bücher. Gefehlt hat mir ein kleines Lesebändchen, ich liebe diese kleinen Details.
    Für mich spielen in dieser Geschichte 3 Personen eine Rolle. Da gibt es den Ich-Erzähler, der scheinbar eine Kindheit in den 80er Jahren erlebt hat und mich als Leser an seinen Erinnerungen daran teilhaben lässt. Sein Sohn, der 2- jährige Karl. Der Vater beobachtet das Verhalten, erzählt davon und lässt mich so auch teilhaben an der dritten Person der Mutter. Diese kommt nicht wirklich oft selbst vor, sondern der Ich – Erzähler berichtet nur von ihren Ideen bezüglich der Erziehung von Karl, ihren Meinungen, Ansichten.
    Es gibt eine Szene, da spürt man, der Ich – Erzähler ist im Herzen noch ein Kind geblieben. Er berichtet davon, wie er sich eine Wohnung vorstellen würde. Ideenreich, fantasievoll, kreativ, chaotisch, ein Traum für Kinder und die Erwachsenen, die sich diese kleine Stückchen Kindheit auch als erwachsene bewahrt haben. Das ist eine ungewöhnlich lebendige Erzählweise.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Stil ist schön zu lesen. Die Vorstellungen seiner Frau, wie das Kind zu erziehen sei, lassen mich persönlich manchmal etwas schmunzeln. Die Beobachtungsgabe des Erzählers, seine detailreichen Beschreibungen, nehmen mich als Leser mit auf dieser Reise durch einen kleinen Zeitraum, ab dem ich ihn und sein Kind begleite. Die wörtliche Rede ist hier nicht extra gekennzeichnet, aber ich finde, das gewöhnt man sich schnell dran als Leser.
    Es ist schon auch eine Art der Reflexion des Erzählers. Er beschreibt auch, wie ändert sich seine Sicht auf die Welt, das Leben, seit er nicht mehr nur ein Individuum ist, sondern ein Vater, mit einem Kind mit Karl. Das macht einen nachdenklich, vor allem, wenn man auch selbst ein Elternteil ist. Doch dann liest man noch einen Satz und ich musste mir ein Lächeln verkneifen.
    Anfangs nachdenklich, berührend und dann einfach locker, fröhlich, humorvoll- was für eine wirklich gelungene Lese -Mischung.
    Vollste Leseempfehlung.

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    S
    sofalxxvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch über die Liebe eines Vaters zu seinem Kind. Und dabei erzählt es mehr über Ersteren als über den Sohn.
    Das Kind in sich bewahren

    Das Buch gefällt mir wirklich sehr. Schon das Cover gibt für mich den Inhalt perfekt wieder: Der Vater streift mit seinem Sohn durch den (Großstadt-) Dschungel. Dabei sinniert er nicht nur über das Leben, sondern auch über seine Frau, das Kind und seine eigene Kindheit.


    Dabei erfährt man wirklich viel über den Protagonisten. Über sein Heranwachsen und die Kuriositätensammlung in seiner ehemaligen Wohnung, wie er sein Frau kennen lernte, Karls Geburt und das Glück, dass er der kleinen Familie in den letzten 2 Jahren geschenkt hat.


    Er hat sein Leben der "Studie über das Schöne" gewidmet und verdient seinen Lebensunterhalt damit, Werbetexte für die hässlichen Verkaufsobjekte in der "Modernen Hausfrau" zu verfassen.


    Diese und ähnliche Besonderheiten und Schrullen machen ihn sympatisch und lassen in ihm einen Menschen erkennen, der in sich selbst das Kind bewahrt hat. Er hat deshalb auch vollstes Verständnis dafür, das Karl all die Wunder der Welt, die ihn umgeben, lange und ausführlich begutachten muss und unterbricht ihn dabei auch nicht. Das verschafft ihm aber auch die Zeit, um in seinen Träumereien zu versinken.


    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

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    Sumsi1990s avatar
    Sumsi1990vor einem Jahr
    Kindheit

    Inhalt:
    Der kleine Karl ist 2 Jahre alt und erobert seine Umwelt in rasendem Tempo. Dieses aufweckte Kleinkind hält vor allem auch seinen Vater auf Trab, der offensichtlich die überwiegende Aufsichtspflicht übernimmt. Der Vater ist auch selbst ein wenig Träumer, kann sich gut in seinen kleinen Sohn hineinversetzen und versucht ihm ein eigenes Entdecken der Welt zu ermöglichen. Hierbei dürfen wir Vater und Sohn einen Tag lang in deren Alltag begleiten...

    Layout:
    Es handelt sich um ein kleines, kurzes Büchlein, das rund 200 Seiten  umfasst. Die Geschichte ist in mittellange Kapital geteilt und enthält vor jedem Kapital ein kleines Bild eines Gegenstandes, der in der Erzählung vorkommt abgebildet, was das kindliche an diesem Buch noch unterstreicht. Der Schutzumschlag und das Buch an sich ist für mich farblich wirklich schön gestaltet und macht Lust aufs Lesen.

    Schreibstil:
    Der Autor schreibt flüssig und gut lesbar. Der Stil hingegen war für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Auch wenn es mir gut gefallen hat, dass er immer wieder Zwischensätze, wie beispielsweise Werbetexte, eingebaut hat, hat dies gerade am Anfang den Lesefluss etwas gehämmt. Weiters schweifen die Gedanken des Protagonisten immer wieder ein wenig ab, sodass man doch immer wieder nachdenken muss, wie man jetzt dorthin gekommen ist. Ich habe das Buch aber schnell lesen können und habe es auch gern gelesen.

    Fazit:
    Alles in allem handelt es sich um ein wirklich entzückendes Werk über die Begleitung eines Kindes beim "Größerwerden". Man merkt, dass der Vater dieses Kind wirklich liebt und sein Bestes gibt. Auch die eigenen Wahrnehmungen aus der Erwachsenenwelt haben mich einige Male berührt oder auch zum Schmunzeln gebracht.

    Leider ist mir der Autor bzw. der Vater doch ein wenig zu sehr träumer und lebt in manchen Ausführungen offenbar selbst noch in einer Kinderwelt. Auch wenn ich das prinzipiell unterstütze, hat es mir hier doch ein wenig überhand genommen.

    Weiters denke ich nicht, dass es sich für mich persönlich um ein Buch handelt, dass mir lange in Erinnerung bleiben wird. Deshalb vergebe ich 3 Sterne.

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    „Zuckersand“ ist ein lustiger, witziger und berührender Roman über das Vatersein



    Der neue Roman „Zuckersand“ des Berliner Schriftstellers Jochen Schmidt hat mich von der ersten Seite an verzaubert und mich mitgenommen und gleichzeitig zurückgeführt in eine Zeit, als es mir so ähnlich ging wie dem Ich-Erzähler des Buches. Ich vermute, dessen Erzählungen von seinem Alltag mit seinem zweijährigen Sohn Karl haben viel zu tun mit persönlichen Erfahrungen des Autors, denn so zärtlich und liebevoll kann nur einer ein kleines Kind beschreiben und seine Wahrnehmung der Welt, der es selbst beim Wachsen begleiten durfte.

    Während der Autor das Leben des kleinen Karl und seine vielfältigen Versuche, die Welt zu entdecken, zu benennen und zu verstehen, beschreibt, gehen seine Erinnerungen zurück in seine eigene Kindheit. Er lebt quasi in dem Spagat, sowohl Karls Kindheitsglück zu gewährleisten und zu schützen vor allem, was es bedrohen könnte, und gleichzeitig nicht nur die Erinnerungen an seine Kindheit zu bewahren, sondern auch zahllose Gegenstände zu konservieren, an denen er hängt, die er regelrecht sammelt zum Leidwesen seiner Partnerin Klara.
    Karls Vater und seine Mutter haben eine immer noch selten vorkommende Rollenverteilung. Der Vater ist wohl seit kurz nach seiner Geburt zu Hause, kümmert sich um Kind und Haushalt, während die Mutter vollzeit arbeiten geht. Per SMS hält er sie tagsüber in Wort und Bild über Karls Entwicklung, über seine Aussprüche und Entdeckungen auf dem Laufenden und bemüht sich tapfer, nicht nur ein guter Vater, sondern auch ein guter Hausmann und Partner zu sein.  Und er macht Erfahrungen, ist mit Gefühlen konfrontiert, die ich selbst kenne und die zu dem Wertvollsten zählen, auf das ich in meinem bisherigen Leben zurückblicken kann.  Wie konnte ich ihm zustimmen, wie viele hundert mal habe ich das selbst gefühlt, wenn er an einer Stelle, ein Versteckspiel mit seinem Sohn beschreibend, fassungslos notiert: „Wie sollte ich mit meinen Gefühlen für diesen Jungen leben, ohne davon vollkommen gelähmt zu werden?“

    Seinen Sohn dabei  bestaunend, wie der die Welt entdeckt, erlebt er sich selbst und seine eigene Geschichte neu. Es ist ein ganz besonderes Geschenk, das uns unsere Kinder machen, wenn sie uns dergestalt mit unserem Allerinnersten konfrontieren. Wir sehen uns in ihnen neu, anders. Die Gemeinschaft mit ihnen hat heilende Wirkung. Sie kitzeln das Wertvollste aus uns heraus: bedingungslose Liebe.

    „Zuckersand“ ist ein lustiger, witziger und berührender Roman über das Vatersein. Mich hat er in eine Zeit zurückgeführt vor dreizehn Jahren, als mein eigener Sohn begann zu krabbeln, dann zu sprechen und dann fragend die Welt zu entdecken. Diese ersten Jahre, in denen ich rund um die Uhr mit ihm leben und lernen durfte, sind die schönsten meines Lebens. Eines kann ich dem Ich-Erzähler die Romans vorhersagen: die Gefühle, die Beziehung zu unseren Kindern werden mit ihrem Älterwerden, ihrem Eintritt in den Kindergarten, dann in die Schule und ihrem zunehmenden Selbständigwerden nicht weniger intensiv. Wir müssen nur lernen, sie immer mehr loszulassen.

    Kinder sind das größte Geschenk, das das Leben für uns bereithält.








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    M
    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Die eigene Kindheit hervorholend

    Die eigene Kindheit hervorholend

    Karl ist zwei Jahre alt. Und „auf dem Weg“, das kann man zurecht sagen. Ob mit dem Bobby-Car, dem Dreirad oder, nach wenigen Metern meist, doch lieber im bequemen Kinderwagen.

    Vor allem aber tastet, probiert, beobachtet, experimentiert Karl mit allem, was sein Universum in der elterlichen Wohnung und auf den Wegen mit seinem Vater hergibt.

    Sei es, den Wasserhahn selbstvergessen immer wieder zu öffnen und zu schließen, das „An-Aus-Spiel“, sei es der Versucht, Obstmus-Gläser mit einem Glasöffner zu öffnen (erfolglos).

    Sei es auch bei weniger lustigen Verrichtungen wie eine Strumpfhose richtig anzuziehen (mit Hilfe des Vaters natürlich“, ein Akt, bei dem nicht geschummelt werden darf.

    Erkundungen, ein „Hineingehen“, ganz fassbar, ins Leben, das jeder Mensch in diesem Alter erlebt und genossen und, hoffentlich, überlebt hat. Und eine griffige, klare Sprache, mit der Schmidt mit spürbarer Lust dem allem durch die Augen des fiktiven Vaters im Buch nachgeht.

    So kleinteilig und klar, dass der Leser fast mit durch Karl´s Augen den Badeschaum erkundet, der aus kleinen Blasen besteht.

    Eine Vater-Sohn Geschichte, in der die Mutter eine nicht unerhebliche, vor allem aber abwesende Rolle spielt. Es scheint eine moderne, andere Rollenverteilung vorzuherrschen, bei der die Frau arbeiten geht und der Mann den Haushalt versorgt.

    Seite für Seite, Erlebnis um Erlebnis schildert Schmidt und zaubert dabei dem Leser mehr und mehr ein, durchaus auch leicht melancholisches, Lächeln auf den Mund, in dem er einen beständigen Fluss eigener Erinnerungen auftauchen lässt und auch das „Glück des Vaters“ zum Klingen bringt, der sich im Kleinsten für diese „Entdeckung der Welt“ interessiert, fast mit hineinschlüpft in die nochmalige Wiederholung der damals eigenen Reise als Kind. Viel Freiraum zumindest lässt der Vater seinem Karl im Buch, Freiraum, den er mitgenießt, den der Leser zu schätzen weiß und den Schmidt bestens füllt.

    Was Karl angeht.

    Wobei dort, wo der Vater seine Beziehung regelt, wo der Kontakt zwischen Vater und Mutter mehr in den Vordergrund tritt (im Buch zumeist per SMS), doch der ein oder andere Wehrmutstropfen auf das ansonsten hervorragende Lesevergnügen tropft.

    Denn so soft, so „neuer Mann“, so dermaßen sich anbiedernd und anlehnend an die Lebenspartnerin wirkt dieser Mann, dass es auf Dauer tatsächlich anfängt, zu nerven. Was zu Beginn noch als „sensibel“ durchgehen mag, als „die hart arbeitende Frau teilhaben lassen“ am Elternglück, wird nach einer Weile der Lektüre doch anstrengend.

    „Gespannt wartete ich darauf, ob Klara merken würde, dass ich das Salz in ihrem Salzstreuer nachgefüllt hatte (oder gar, dass er den Kaffeerest vom Boden der Dose immer sorgfältig geborgen hat, oder dass er seinen Mittagsschlaf immer „ohne Socken“ verrichtet, damit eine zufällig früher nach Hause kommende Klara keinen Anstoß nimmt).
    Hechelnd nach Anerkennung wirkt das über doch weite Strecken im Buch und damit auch ein stückweit doch ab von der Welt (auch wenn es solche Männer sicherlich gibt, hoffentlich ist das nicht die Regel).

    Diese Seite der Lektüre ist allerdings nicht der Kern dessen, was Schmidt dem Leser vor Augen führt und gut ist, dass die Siege und Niederlagen, das „eigenständig werden“ durch die Wunder eines Wasserhahns oder eines Steins oder eines „großen Ausflugs“ bestens im Buch anklingen.

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    LitteraeArtesques avatar
    LitteraeArtesquevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Beobachtungen, Aufzeichnungen, Erinnerungen - das Bewahren einer Kindheit, scharf und genau in den Schilderungen, poetisch durchsetzt...
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