Jochen Schubert

 4,4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Heinrich Böll.

Lebenslauf von Jochen Schubert

Jochen Schubert, geboren 1957 in Dortmund, studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Seit 1995 ist er Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Er ist Mitherausgeber der Kölner Ausgabe. der Heinrich-Böll-Werkausgabe, die seit 2002 in 27 Bänden bei Kiepenheuer & Witsch erscheint.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jochen Schubert

Cover des Buches Ein Jahr hat keine Zeit (ISBN: 9783462002249)

Ein Jahr hat keine Zeit

 (3)
Erschienen am 04.11.2021
Cover des Buches Briefe aus dem Krieg 1939 - 1945 (ISBN: 9783423131261)

Briefe aus dem Krieg 1939 - 1945

 (3)
Erschienen am 01.10.2003
Cover des Buches Heinrich Böll (ISBN: 9783806236163)

Heinrich Böll

 (1)
Erschienen am 29.09.2017

Neue Rezensionen zu Jochen Schubert

Cover des Buches Ein Jahr hat keine Zeit (ISBN: 9783462002249)
Miffy_Nijntjes avatar

Rezension zu "Ein Jahr hat keine Zeit" von René Böll

Insgesamt ein interessanter und umfassender Eindruck, den man von Bölls lyrischen Werken bekommt.
Miffy_Nijntjevor 9 Monaten

Heinrich Böll – Ein Jahr hat keine Zeit: Gedichte

In dem Gedichtband „Ein Jahr hat keine Zeit“ lernen wir Heinrich Böll noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Fernab von seinen Prosatexten wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Ansichten eines Clowns“ oder „Gruppenbild mit Dame“.

Insgesamt ein interessanter und umfassender Eindruck, den man von Bölls lyrischen Werken bekommt.

Mit seinen Gedichten lässt er ganz andere Facetten erkennen. Ein Genre, in dem er sich ebenfalls zu Hause zu fühlen schien – so kommt es bei mir an. Die Gedichte lesen sich flüssig im Takt, beinahe, als hätte er das schon immer gemacht. Und das hat er in gewisser Art und Weise auch. Die lyrischen Texte reichen von 1936 – 1985. Lyrik aus seinen jungen 20ern bis zu seinem Tod.

Sein lyrisches Ich verleiht seiner (protestreichen) Meinung deutlich Ausdruck:

Themen sind in den frühen Jahren zunächst u.a. antimilitärisch, die NS-Kritik, Empathie für viele verschiedene „Randgruppen“ (u.a. „Vagabunden“, „junge Dirnen“) und die Ungerechtigkeit gegenüber derer.
In seinen späteren Gedichten, widmet sich das lyrische Ich der Stadt Köln (der Veränderung nach dem Krieg, den wuchernden Lebenshaltungskosten – schon damals!), der Kritik an der katholischen Kirche und der Kritik am Kalten Krieg/ den Bundeswehreinsätzen – spricht über die unnützen Toten.
Die abschließenden Gedichte sind zum Teil welche, die Böll privat für Freunde/ Familie geschrieben hat, z.B. zum Geburtstag, häufig jedoch mit aktueller Thematik.

Jochen Schubert und Dr. Gabriele Ewenz setzen die Gedichte zum Schluss noch einmal in einen zeitlichen/ biografischen Kontext – in zwei Etappen. Danach wird jedes Gedicht noch einmal datiert und wenn Informationen vorhanden, in einen eigenen Kontext gesetzt.

Eine tolle Ergänzung in dem Lyrikband sind die Faksimiles. Wir erhalten in Form von fotografischen Reproduktionen eine Idee davon, wie Heinrich Böll geschrieben hat (bzw. welche Urformatierung die Gedichte hatten, als sie für den Band gesammelt wurden). Mal sehen wir ein Gedicht komplett handschriftlich geschrieben, mal abgetippt und handschriftlich bearbeitet. Spannend!

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Cover des Buches Ein Jahr hat keine Zeit (ISBN: 9783462002249)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Ein Jahr hat keine Zeit" von René Böll

Lyrik - Die andere Seite eines Literaturnobelpreisträgers
Bellis-Perennisvor 10 Monaten

Wer kennt ihn nicht, den Literaturnobelpreisträger von 1972, Heinrich Böll (1917-1985)? Wer an ihn denkt, denkt an „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder an „Ansichten eines Clowns“. Doch Heinrich Böll hat auch zeitlebens Lyrik geschrieben. Nicht als bloßen Zeitvertreib oder als Nebensache. Nein, man muss viele dieser Gedichte, die ab 1936 entstanden sind, als eigenständigen Bestandteil seines Schaffens sehen. 

Bölls Lyrik ist selten liebesschwülstig. Im Gegenteil, zahlreiche Werke muten militärisch, martialisch an. So gemahnt das Gedicht „Preußentum“ aus 1938 mit seinem „Ra Ta, Tra Ra, Ra Ta Ta! ... Romm, Bomm, Bomm“ an jene Geräusche, die wenige Jahre später zum Alltag gehören werden - die Geräusche des Todes durch Gewehrfeuer.  

Es ist René Böll, dem Sohn und Nachlassverwalter, von Heinrich Böll zu verdanken, diese Gedichte lesen zu dürfen.  

Ich gebe ja zu, dass Lyrik nicht zu meinen bevorzugten Genres zählt. Doch diese Experimente der Sprache erinnern an Christian Morgenstern oder Ernst Jandl, die gerne gelesen habe.  

Fazit: 

Gerne gebe ich dieser mir bislang unbekannten Seite von Heinrich Böll 5 Sterne. 

 

Kommentare: 5
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Cover des Buches Ein Jahr hat keine Zeit (ISBN: 9783462002249)
V

Rezension zu "Ein Jahr hat keine Zeit" von René Böll

Lebenslänglicher Widerstand
Vielhaber_Juergenvor 10 Monaten

Kürzlich jährte sich Bölls Kolumne "Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?" im SPIEGEL zum fünfzigsten Mal. Damals hatte er die BILD-Berichterstattung über die Baader-Meinhof-Gruppe scharf kritisiert und setzte sich so heftigen Anfeindungen aus. Im aufgeheizten Klima der frühen Siebziger wurde er als Sympathisant gebrandmarkt und war sogar Hausdurchsuchungen ausgesetzt, sein Sohn Raimund wurde sogar vorübergehend festgenommen.

Bölls Werke Die verlorene Ehre der Katharina Blum" oder Fürsorgliche Belagerung sind davon überdeutlich geprägt. 

Im vorliegenden Band beeindrucken auch die Zeilen des gerade mal Zwanzigjährigen, hier zeigte er bereits sein Aufbegehren gegen Grenzen, sein Protest gegen jede Form der Ungerechtigkeit, die vielen Grausamkeiten, die Menschen begehen . Hier bietet sich endlich wieder die Gelegenheit, sich einem Autor anzunähern,, der weit mehr geschaffen hat, als sich selbst treu zu bleiben. 

Unnachahmlich auch seine Ironie, als er angesichts von Hausdurchsuchungen anrät, sich von eventuellen Besuchern ein Führungszeugnis zeigen zu lassen. Anlass der Durchsuchungen war, das Margrit Schiller nach ihrer Haftentlassung Raimund Böll besucht hatte..

Bei einer Gratulation für Beuys erinnert er auch an den zu früh verstorbenen Dutschke und ruft angescihts der unverhältnismässigen RAF -Urteile von drei Mal lebenslänglich in Erinnerung, das "real existierende Mörder einmal lebenslänglich ihre Pension beziehen."  Sehr lesenswert.

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