Jochen Thies Die Bismarcks

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Inhaltsangabe zu „Die Bismarcks“ von Jochen Thies

Der Journalist und Historiker Jochen Thies erhielt als einer der ersten Zugang zu den Nachlässen der fünf Enkel, er erforschte die tragische Lebensgeschichte von Herbert von Bismarck, und er kommt selbst bei der Kindheit und Jugend von Otto von Bismarck zu neuen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen. Eine Pflichtlektüre anlässlich des bevorstehenden 200. Geburtstages des Reichsgründers, ein Muss, um die deutsche Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen.

Mit diesem Buch lernt man die Ära Bismarck kennen, für mich sogar ein wenig zu genau. Aufgrund der vielen Fakten ist es keine leichte Kost.

— LeseBlick
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  • Eine deutsch-preußische Ausnahmepersönlichkeit

    Die Bismarcks
    LeseBlick

    LeseBlick

    30. March 2015 um 17:57

    Inhaltsangabe Triumph und Tragik einer deutschen Dynastie. Die Bismarcks sind eine der großen deutschen Familien. Erstaunlich, dass über sie – abgesehen vom Reichsgründer – so wenig bekannt ist. Der Journalist und Historiker Jochen Thies erhielt als einer der Ersten Zugang zu den Nachlässen der fünf Enkel, er erforschte die tragische Lebensgeschichte von Herbert von Bismarck und kommt selbst bei der Kindheit und Jugend Otto von Bismarcks zu neuen Erkenntnissen. Ein Muss für jeden, der die deutsche Vergangenheit und Gegenwart verstehen will. Bewertung Dieses Buch habe ich aus mehreren Gründen beim Verlag Piper angefragt: zum einen, weil das Oberhaupt der Bismarcks, Otto von Bismarck am 1. April 2015 seinen 200sten Geburtstag feiert. Und zum anderen, weil die Bismarcks zeitlebens in meiner Heimat gelebt haben. Das Geschlecht der Bismarcks wurde in meiner Heimatstadt Stendal zum ersten Mal im 13. Jahrhundert urkundlich festzustellen. Diese beiden Gegebenheiten verbinden mich mit diesem Buch und somit machte ich mich auf die Reise in die Zeit Otto von Bismarcks und seiner Nachkommen. Die Frage, die ich mir stellte und die sich zu Ehren dieser preußisch-deutschen Ausnahmepersönlichkeit auch ihr euch stellen solltet: WER WAR BISMARCK? Denn viele, gerade jüngere Leute wissen nicht mehr wer dieser Mann war bzw. für was seine Person zu heutiger Zeit noch immer steht. Natürlich möchte ich in meiner Rezension nicht den Inhalt wiedergeben, sondern versuchen darzustellen, was mir dieses Buch brachte und welche Bedeutung ich es zuteil kommen lasse. Die Geschichte um den begeisterten Zigarre rauchenden, Eisenbahnreisenden Otto v. Bismarck füllte sehr viele Wissenslücken, z.B. kenne ich jetzt die Namensgebung des Bismarck-Herings, ich erfuhr die Bedeutung des Schriftstellers Stendhal (Rot & Schwarz) und seine große Bedeutung in der Außenpolitik Deutschlands. Bismarck wurde entweder bewundert oder gehasst, „und er fühlte sich durchaus wohl in der Rolle des bestgehassten deutschen Politikers“ (S. 93). Bei vielen wird Bismarck heute noch mit dem Antisemitismus in Verbindung gebracht, „aber er war und wurde kein Antisemit“ (S. 96). Otto v. Bismarck arbeitete 26 Jahre eng zusammen mit Kaiser Wilhelm I. Nachdem dieser starb, kam nach kurzer Herrschaftszeit von Friedrich III. Kaiser Wilhelm II. an die Macht und dies bedeutete das Ende der Bismarck-Ära, denn zwischen diesen ungleichen Persönlichkeiten kam es zu vielen Ungereimtheiten. Bismarck sollte zurücktreten und das tat er. Im weiteren Verlauf dieses Buches geht es um die Geschichte von Heinrich v. Bismarck, dem Sohn von Otto und seiner Frau Johanna v. Puttkamer. Dieser hatte eine ganz besondere Beziehung zu seinem Vater, sowohl privat, als auch beruflich. Folgendes Zitat zeigt diese Beziehung deutlich auf: „Ohne Dich würde Nacht ringsum sein, ich hänge mit allen Fasern meines Denkens und Lebens so an Dir und bin von frühester Jugend mit allen Geistes- und Herzensregungen so mit Dir verwachsen, wie mit keinem anderen Menschen: dagegen tritt alles andere zurück.“ (S. 190) (Herbert schrieb seinem Vater) Einen noch deutlich größeren Teil nehmen die Enkel und Enkelinnen von Otto v. Bismarck ein, also die Kinder Heinrichs. Diese bringen uns die Dynastie Bismarck in der Zeit von 1893 – 1981 näher. Gerade diesen Teil fand ich persönlich am spannendsten und interessantesten, weil dieser Teil der aktuellen Zeitepoche am nahesten kam. Der Leser erfährt die Beziehungen der Enkel/-innen zum Nationalsozialismus. Otto v. Bismarck lehnte diesen ab, seine Nachkommen hingegen schlugen einen anderen Weg ein. Der letzte Teil hingegen, konnte mich so gar nicht fesseln. Der letzte Teil des Buches nahm die Geschichte der Jarchliner Bismarcks ein. Hier geht es um Klaus von Bismarck, „er war kein direkter Nachfahre des Reichsgründers Otto v. Bismarck, entstammte also nicht der „Onkel-Otto-Familie“, sondern gehörte zu den Nachkommen von Ottos Bruder Bernhard, den Jarchlinern.“ (S. 333) Fazit Ein wirklich umfassendes und sehr gut recherchiertes Werk um die Dynastie der Bismarcks. Aufgrund seines Tiefgangs ist es kein Buch für Zwischendurch und weist recht oft Längen auf, die bei einer Biografie glaub ich nur schwer zu umgehen sind. Merkwürdig fand ich, dass seinen Enkeln ein größerer Abschnitt zu kam, als Otto v. Bismarck selbst. Vielleicht mag dies an der Zeitepoche liegen. Ich bin trotzdem froh dieses Buch gelesen zu haben und nun wissend über die Legende Bismarck und seiner Nachkommen zu sein. 

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  • Eine weitverzweigte und einflussreiche Familiengeschichte

    Die Bismarcks
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    24. May 2013 um 13:43

      Im Blick auf die 200. Jährung des Todestages Otto von Bismarcks 2015 hat Jochen Thies sich aufgemacht, nicht nur Leben und Wirken dieses ersten Kanzlers Deutschland darzustellen, sondern der ganzen Familiengeschichte mit einem Schwerpunkt bei den direkten Nachfahren Otto von Bismarcks, einen breiten Raum zu geben.   Hierbei verfällt Thies weder in eine unkritische Schwärmerei, noch wirken seine Einlassungen zu bemüht, unbedingt Neues oder stark Kritisches zu generieren. Sachgerecht und differenziert wirkt seine Familienbiographie, die naturgemäß mit Kindheit, Jugend und Leben Otto von Bismarcks beginnt. Schon aber im Blick auf die direkt folgende Generation (Ottos und seines ältern Bruders Bruders Bernhard) führt Thies in den Lebensbeschreibungen von Ottos Sohn  Herbert und , später, des Klaus von Bismarck (Ur-ur Enkel von Bernhard) nicht allzu bekannte Lebens- und Zeitgeschichte vor die Augen des Lesers.   So gelingt es Theis fast spielerisch, Zeitenwenden wie das Ende des Kaiserreich, die Weimarer Republik und das dritte Reich in der Verbindung zu konkreten, öffentlichen Personen sehr lebendig darzustellen und als roten Faden die Haltung, die Irrungen, Wirrungen, aber auch die vielfachen konstruktiven Einflüsse der Familie darzustellen.   Das ganze legt Jochen Thies in einem sehr flüssigen, sehr verständlichen Stil vor, der dem Leser entgegenkommt und Lexikas oder ständiges hin- und herblättern, um den Faden nicht zu verlieren, überflüssig macht.   Ob nun der „große Sinn“ dieser Familienchronik wirklich darin gesehen werden kann, das außenpolitische Gewicht Deutschlands (das zu Bismarcks Zeiten hoch war), „aufzupolieren“, mag dahin gestellt bleiben (viel Einfluss auf den aktuellen Stand der deutschen Außenbeziehungen wird diese Chronik nun wirklich nicht nehmen).   Die Verzahnung der Familie in die deutsche Geschichte der letzten 200 Jahre, die breiten Verzweigungen, die „Möglichkeiten“, aber auch die „Bürde“ des Namens für nachfolgende Generationen, Höhen und Tiefen, Verluste von Besitz und auch „Heimaten“, all dies liest sich jedoch sehr informativ und anregend im Buch.   Das letztlich doch in Thies auch ein Bewunderer der „eisernen Kanzlers“ zu finden ist, der dessen „historische Größe“ in einem eigenen Kapitel überdeutlich betont, muss natürlich nicht in dieser Form unkritisch vom Leser übernommen werden. Fakten jedenfalls werden für den Erweis dieser „historischen Größe“ nicht geglättet oder zurecht gebogen, ein differenziertes Bild bleibt  jederzeit erhalten. Auch in Bezug auf die Beziehungen zu Hitler, die allein schon deswegen angespannt und eher negativ bewertet waren, weil dieser sich selbst häufig über den Reichsgründer erhob. Aber nicht nur reine „Namenseitelkeit“ lag hier zugrunde, auch eine Wertehaltung in großen Teilen der Familie skizziert Thies gerade an der Blaupause des Nationalsozialismus.   Eine eher populärwissenschaftliche, gut zu lesende und sorgfältige Familienchronik, die so manches nicht breit Bekannte in den Blick rückt du durch den überschaubaren Bildteil gut illustriert wird.

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