Jodi Kantor

 4,1 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor*in von Die Obamas, She Said und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Jodi Kantor arbeitet als Journalistin für die New York Times. Ihre im Oktober 2017 zusammen mit Megan Twohey veröffentlichte Reportage über Harvey Weinstein, in dem sie jahrzehntelange Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs darlegen, führte zu seiner Entlassung und zum Beginn der viralen #MeToo-Bewegung. 2018 wurde die New York Times für die Arbeit von Kantor und Twohey mit dem Pulitzer Prize for Public Service ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jodi Kantor

Cover des Buches Die Obamas (ISBN: 9783426275597)

Die Obamas

 (6)
Erschienen am 10.01.2012
Cover des Buches She Said (ISBN: 9783608501926)

She Said

 (5)
Erschienen am 19.11.2022
Cover des Buches The Obamas: A Mission, A Marriage (ISBN: B006N5AQJG)

The Obamas: A Mission, A Marriage

 (1)
Erschienen am 10.01.2012

Neue Rezensionen zu Jodi Kantor

Cover des Buches #Me Too (ISBN: 9783608504712)

Rezension zu "#Me Too" von Jodi Kantor

#metoo
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Das Buch handelt von der journalistischen Arbeit zur #metoo Debatte, wie der deutsche Titel es schon erahnen lässt und gibt uns einen sehr guten Einblick in die Arbeit der beiden Autorinnen. Die beiden Reporterinnen gaben mit ihrem Artikel über Harvey Weinstein vielen Frauen eine Stimme und zeigten als eine der Ersten die Missstände in Hollywood auf.

Cover des Buches #Me Too (ISBN: 9783608504712)
NoraAmelies avatar

Rezension zu "#Me Too" von Jodi Kantor

Schonungslos und spannend!
NoraAmelievor 3 Jahren

Ich habe unglaublich lange an diesem Buch gelesen. Was nicht allein daran lag, dass dieser Titel ein Wälzer ist (schon der Anhang mit den Quellenangaben nimmt mehr als 2 Stunden Zeit in Anspruch). Es hat auch damit zu tun, dass man dieses Thema einfach nicht runterliest wie einen Roman. Dazu ist es zu nervenaufreibend, zu drastisch, zu emotional. Immer wieder hab ich die Geschichte zur Seite gelegt, um das Geschilderte sacken zu lassen und darüber nachzudenken. 


Im Buch geht es vordergründig um den Weinstein-Skandal, der weltweit große Wellen geschlagen und der #MeToo-Bewegung einen beachtenswerten Antrieb verliehen hat. Gleichzeitig wird klar, dass Weinstein kein Einzeltäter war, sondern dass ein perfides, staatlich sanktioniertes und/oder politisch akzeptiertes System nicht nur in der amerikanischen Filmbranche dafür sorgt, dass Geschichten über Machtmissbrauch, Sexismus, Nötigung und Vergewaltigung schnell in der Versenkung verschwinden, indem sie totgeschwiegen und/oder die Opfer zum Schweigen gebracht werden.


Eben diese Systematik legen die Autorinnen, zwei Investigativjournalistinnen der New York Times, schonungslos offen. Die Times ist dafür mit dem Pulitzer Prize geehrt worden und das absolut verdient. Die Akribie der jahrelangen Recherche, an der zahlreiche Redakteure beteiligt waren, und letztlich das vorliegende Ergebnis sind absolut beeindruckend. 


Leider hat die Thematik nichts an Aktualität eingebüßt und hier bei uns scheint man erst am Anfang der Aufarbeitung von Macht- und sexuellem Missbrauch zu stehen. Fälle wie der um Regisseur Dieter Wedel oder jüngst um Julian Reichelt von BILD sickern nur sehr zögerlich in die Öffentlichkeit durch. Aber sie sind ohnehin nur die Spitze des Eisberges. Vieles bleibt der Öffentlichkeit weiterhin verborgen. Umso wichtiger ist das Verständnis für das, was hinter den Kulissen abläuft. Und dafür hat "#Metoo. Von der ersten Enthüllung zur globalen Bewegung" einen wertvollen Beitrag geleistet.   


   

Cover des Buches #Me Too (ISBN: 9783608504712)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "#Me Too" von Jodi Kantor

Starkes, gutes und wichtiges Buch
sleepwalker1303vor 4 Jahren

Inzwischen ist es etwas ruhiger um die #Me too-Bewegung geworden, dennoch hat sich dieser Hashtag sicher vielen Menschen unauslöschlich ins Gedächtnis gegraben und für viele hat er nichts an Aktualität verloren. Mit ihrem Buch „#Me too“ haben Megan Twohey und Jodi Kantor einen umfassenden Überblick über die Recherchen zum Thema veröffentlicht. Die beiden Journalistinnen hatten mit ihren Recherchen speziell zum amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein und seinem zweifelhaften Umgang mit Frauen recherchiert. Das Buch ist überaus schockierend und (trotz der sachlichen  und journalistischen Form) flüssig zu lesen, teils sogar Krimi-artig spannend.

Ein unglaubliches Buch in mehrerlei Hinsicht. Natürlich ist da einerseits das Thema, das schwierig und unbequem ist, vielleicht auch triggernd (für alle Betroffenen hier von mir die Empfehlung, vorsichtig an das Buch heranzugehen, da es vieles wirklich unverblümt schildert und die Autorinnen auch bei der Wortwahl nicht zimperlich sind). Andererseits aber geben die Autorinnen dem Leser die Möglichkeit zum Einblick in lang andauernde unglaublich gründliche Recherche, die im Endeffekt zu einer lawinenartigen Bewegung geführt hat. 

So schreiben sie über Harvey Weinsteins, aber auch Donald Trumps Rolle bei dem, was später unter dem Hashtag „Me too“ bekannt wurde: die systematische Ausnutzung einer Machtstellung gegenüber Frauen, um sie vor allem zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Und natürlich fehlen auch Brett Kavanaugh und Christine Blasey Ford nicht. Etwas, das seine Kreise in Kunst und Kultur, aber auch in Politik und Finanzwelt zog. Und auch die juristischen Vertreter der Beschuldigten haben sich ganz sicher nicht mit Ruhm bekleckert, indem sie ihre Mandanten vertreten haben. Natürlich ist das ihre Aufgabe, ein Opfer beklagte allerdings später:   „Für mich bestand das weitaus größere Trauma in dem, was bei den Anwälten ablief“.

So zeigt das Buch das, was genau hinter der „Me too“- Bewegung steckt, was den Stein ins Rollen brachte, was daraus wurde und wie es dazu kommen konnte, dass so viele Täter ungeschoren (oder mit verhältnismäßig billigen Vergleichen) mit ihren Taten davonkamen. Parallel dazu habe ich Ronan Farrows Buch „Catch and Kill“ gelesen, was zwar völlig anders geschrieben, aber eine hervorragende weiterführende Lektüre ist. „#Me too“ ist trotz aller Sachlichkeit sensibel geschrieben, die Autorinnen gehen mit den Opfern im Zuge ihrer Recherche mit viel Feingefühl und Menschlichkeit um, und haben mit ihrer Arbeit ein Stück Zeitgeschichte geschaffen und trotz aller Widrigkeiten viel bewegt. Ein beeindruckendes, bedrückendes und nachdenklich machendes Buch über Druck, Macht, Manipulation, Verunsicherung und Scham, aber auch über ganz viel Mut, den die Opfer aufbringen mussten, um von ihren Qualen und den Übergriffen zu berichten. Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der sich für das Thema interessiert und sich eine fundierte Meinung bilden möchte.

 

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