Jodi Picoult Bis ans Ende der Geschichte

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Inhaltsangabe zu „Bis ans Ende der Geschichte“ von Jodi Picoult

Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Was für ein Buch!!! Absolutes Highlight seit langem. Wobei ich es nicht als schön bezeichnen möchte - sondern als sehr, sehr gut.

— Schuemel
Schuemel

Die Geschichte zum Anfang sehr zäh, konnte dann aber ab der Mitte voll überzeugen! Gänsehaut pur

— lui_1907
lui_1907

Leseempfehlung

— Amber144
Amber144

Heftig, nix für zwischendurch (!), zutiefst berührend, bestens recherchiert, wunderschön geschrieben, klingt auch nach dem Lesen noch nach

— Summer_Rain
Summer_Rain

Ein Buch das man nicht direkt ausliest, aber manchmal weglegen muss. Emotional aber schön.

— MoniqueH
MoniqueH

Eine nachdenklich machende Geschichte.

— sayeda
sayeda

Wunderschön und gleichzeitig erdrückend - unglaublich gutes Buch

— Jacxln
Jacxln

Sehr berührend, detailliert und zum Nachdenken anregend - aber der gewisse Picoult-Dreh fehlt leider

— tanteruebennase
tanteruebennase

Emotionale, tiefsinnige und berührende Geschichte, bei der nicht nur die Protagonistin wächst, sondern auch der Leser.

— Benni_Cullen
Benni_Cullen

Jodi Picoult hat wieder bewiesen, dass sie es kann!

— eulenmatz
eulenmatz

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  • Leseempfehlung

    Bis ans Ende der Geschichte
    Amber144

    Amber144

    06. March 2017 um 20:37

    Eine absolute Leseempfehlung. Ich habe viele Bücher von Jodi Picoult und bisher hat mich noch keines enttäuscht. Auch dieses Buch hat mich die Nächte nicht schlafen lassen, weil ich es auf der einen Seite beenden wollte, damit ich weiß was passiert, aber auf der anderen Seite wollte ich es nicht beenden, weil es einfach so wunderschön war. Schockierend, aber wunderschön.

  • Bewegend!

    Elsas Stern. Ein Holocaust-Drama
    _Sahara_

    _Sahara_

    Inhalt:Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird die junge Jüdin Elsa nach Auschwitz deportiert. Die Begegnung mit dem skrupellosen KZ-Arzt Erich Hauser verändert ihr Leben auf grausame Weise.Fast 35 Jahre bewahrt sie das Geheimnis, bis sie eines Tages ihrem Peiniger in einem New Yorker Restaurant wiederbegegnet. Elsas Tochter Leni erfährt erst aus dem Tagebuch ihrer Mutter von der tragischen Geschichte ihrer Familie, die in Auschwitz mit Menschenexperimenten begann …Lenis Gedanken werden daraufhin von einem unweigerlichen Ziel bestimmt: Dr. Hauser für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.Meinung:Ein wichtiges Thema, welches nicht in Vergessenheit geraten soll. Aus diesem Grund greife ich hin und wieder zu Büchern, die den Holocaust thematisieren. Hier wusste ich im Vorfeld, dass es sich bei der Geschichte um Fiktion handelt. Die Geschichte um Elsa und ihre Familie sind frei erfunden. Die Begebenheiten in Auschwitz sind es wahrlich nicht.Die Autorin hat jahrelang für dieses Buch recherchiert und dabei auch mit ehemaligen Insassen von Auschwitz gesprochen. Ich kann es nicht beurteilen, ob die Fakten die sie in dem Buch anführt ihre Richtigkeit haben. Ich vertraue darauf, dass sie stimmen.Ich finde die Geschichte von Elsa sehr berührend, vor allem da sie ja auf wahren Tatsachen beruht. Allerdings bin ich mit ihr nicht so 100 Prozent warm geworden. Sie hat mich meist mit ihrer Naivität genervt.Was ich zudem noch zu kritisieren habe, sind die Zufälle in der Geschichte. Die waren mir dann doch zu unglaubwürdig.Fazit:Eine fiktive Geschichte über die dunkelste Zeit des letzten Jahrhunderts. Ich finde das Buch ist auf jeden Fall lesenswert!©_Sahara_

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    • 9
  • Die Vergangenheit ist immer da

    Bis ans Ende der Geschichte
    cosima73

    cosima73

    04. March 2017 um 09:12

    Sage Singer hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und ist seit da durch eine Narbe gezeichnet. Sie entzieht sich gerne den Menschen, so dass ihr der Beruf der Bäckerin, den sie mit Leidenschaft ausübt, gerade recht kommt. Regelmässig besucht sie eine Trauer-Selbsthilfegruppe, wo sie auf Josef trifft. Josef ist auch Kunde in der Bäckerei, in der Sage arbeitet. Immer sitzt er da mit seinem Dackel und hat sein kleines Notizbuch auf dem Tisch. Zwischen Josef und Sage entsteht eine Freundschaft. Beide waren sie allein, beide fühlen sie sich verstanden. Es ist ein Unterschied, ob man die Vergangenheit mit jemandem teilt oder sie allein durchlebt. Es fühlt sich weniger nach Wunde, eher nach Verband an. Eines Tages bittet Josef Sage um einen Gefallen: Sie soll ihn umbringen. Er erzählt ihr von seiner Vergangenheit als SS-Soldat. Sein Tod soll Sühne sein für seine Schuld. Sage steht vor einem Dilemma. Ist die Erfüllung dieses Wunsches moralisch legitim? Gesetzlich ist sie sicher nicht. Bis ans Ende der Geschichte ist ein sehr vielschichtiger Roman. Er behandelt die unterschiedlichsten Themen, die alle für sich romanfüllend gewesen wären: Trauer nach einem Verlust, der Umgang mit eigenen Schwächen, Vergangenheitsbewältigung nach dem Holocaust – auf beiden Seiten, denn Sages Grossmutter ist eine Überlebende des Regimes. Jodi Picoult schafft es, sehr glaubwürdige und stimmige Charaktere zu erschaffen, die alle ihre Geschichten als Erzählstränge in den Roman einbringen und diese langsam zu einem Netz weben. Das Buch regt zum Nachdenken an, es stellt viele ethische Fragen, auf die man Antworten finden muss und will. Ab und an hat der Roman Längen, ganze Abschnitte erscheinen als sehr weit hergeholt und wenig zielführend, haben aber am Schluss ihren Sinn im Ganzen. Ein sehr durchdachtes, gut durchkomponiertes literarisches Werk, das sich dann und wann etwas zu sehr in die Länge zieht durch die Beschreibung zu vieler Details. Damit steht Jodi Picoult aber nicht alleine da, diese – wenn man es denn so nennen will – Schwäche teilt sie mit ganz Grossen der Literatur. Fazit:Ein kunstvoll durchkomponiertes, mit plastischen Figuren beseeltes, zum Nachdenken anregendes Werk, das einige Längen aufweist. Sehr empfehlenswert.

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  • Bis ans Ende der Geschichte von Jodi Picoult

    Bis ans Ende der Geschichte
    Summer_Rain

    Summer_Rain

    21. February 2017 um 13:25

    Das Cover ist ein wenig irreführend, denn die Geschichte, die einen erwartet ist wirklich heftig. Es ist also kein Buch für "zwischendurch". Ich möchte nicht spoilern, daher in aller Kürze: es geht um die Frage nach Schuld und Vergebung, um das Naziregime, die Überlebenden sowie deren Nachfolgegeneration. Im Mittelpunkt stehen Sage, eine Bäckerin, die sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt und daher isoliert und ihre etwas ungewöhnliche Freundschaft zu Josef Weber, einem alten Senioren, der viel für die Gemeinde getan hat. Eines Tages offenbart Josef Sage ein schreckliches Geheimnis seiner Vergangenheit und richtet eine schier unerträgliche Bitte an sie- ihm zu verzeihen und ihm beim Sterben zu helfen. Eine weitere Rolle spielt Sages Großmutter Minka, eine Holocaustüberlebende und die Verarbeitung ihres Traumas. Picoult lässt ihre Figuren abwechselnd zu Wort kommen, besonders die Schilderungen von Minka sind eindringlich, schmerzhaft und gehen ans Gemüt. Es war mein erstes Buch von Picoult und mit Sicherheit nicht mein letztes. Ich kann dieses Buch nur uneingeschränkt weiterempfehlen, auch weil Picoult dafür sehr viel Recherche im Vorfeld geleistet haben muss und einen wirklich besonderen Schreibstil hat.

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  • Fesselend und emotional

    Bis ans Ende der Geschichte
    MoniqueH

    MoniqueH

    20. February 2017 um 11:34

    Dieses Buch hat mich mitte im Herz getroffen. Eine Kriegsgeschichte aber dann andes. Sage arbeitet in einer Bäckerei und begegnet da ein Kunden der ihr vertraut und seine Lebensgeschichte erzählen will. Im Anfang weiss Sage nicht ob sie es machen soll aber sie wird von Josef überredet und trifft ihm öfters. Die Geschichte von Josef ist aber nicht schön. Josef war ein Nazi und seine Geschichte erzählte von viele Kriegsverbrechen der er mitbegangen hat. Sage zweifelt öfters ob sie weiter zu hören will, macht es aber doch. Ein Buch über die schreckliche Sachen im Krieg. Der Storyteller hat Blut an seine Hände und alles Jahren nicht erzählt. Ein Buch das mann nicht auf einmal liest, man muss es öfters weg legen. Aber doch ein schönes Buch, was geschrieben werden sollte. Sowas darf nicht nochmal passieren.

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  • Lesenswert

    Bis ans Ende der Geschichte
    sayeda

    sayeda

    06. February 2017 um 20:40

    Eine andere Sicht der Dinge. Ein wichtiges Buch über die Deutsche Geschichte. Es berührt, macht nachdenklich und manchmal ist unfassbar, was beschrieben wird.

    Es gibt jedoch auch leichte Szenen, was dann wohltuend ist.

    Das Buch wirft Fragen nach Schuld und Versöhnung, Gerechtigkeit wie auch das Vergessen und Erinnern auf.

    Es scheint gut recherchiert.

    Unbedingt lesen!

  • Bis ans Ende der Geschichte Rezension

    Bis ans Ende der Geschichte
    Jacxln

    Jacxln

    25. January 2017 um 17:35

    Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür. Sage Singer ist eine Bäckerin, die seit einem Autounfall von einer Narbe im Gesicht geziert ist. Auf Grund dieser Narbe vermeidet sie eigentlich den Kontakt zu Menschen, denn sie ist es satt, angestarrt zu werden. Nachdem Josef Weber, ein pensionierter Lehrer anspricht, ist sie überrascht davon, dass er sie nicht direkt auf die Narbe anspricht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft und schließlich beichtet ihr Josef seine Vergangenheit und bittet sie um einen Gefallen. Nun muss Sage sich allerdings entscheiden, denn der Gefallen ist ein schwerwiegender und das Geheimnis eins, welches ihre Familie betrifft. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Jodi Picoult hat eine unglaublich eindrucksame Weise, die Orte des Geschehens in ihrem Buch zu beschreiben. Sages's Großmutter Minka verbrachte viel Zeit in Konzentrations- und Arbeitslagern. So ziemlich jeder hat schonmal eine Doku gesehen, die Aufnahmen aus solch einem Lager zeigte. Doch keiner dieser Filme hat mich so tief berührt, wie dieses Buch. Es ist erschrecken ehrlich und auf keinen Fall für diejenigen geeignet, die mit dem Leid anderer Menschen nicht gut klarkommen. Sage für sich ist eine bemerkenswerte Frau. Sie ist gezeichnet, hat viele Verluste erlitten und sehnt sich einfach nur nach Liebe. Die kriegt sie auch, aber ihr Partner ist moralisch gesehen nicht der Richtige und wirklich lieben tut sie auch nicht ihn, sondern das Gefühl, dass er ihr gibt. Sage ist Bäckerin, und die Tatsache, dass dieser Beruf hauptsächlich in der Nacht ausgeführt wird, trägt bestimmt zu ihrer Liebe zu ihm bei. All die Rezepte, die sie backt, hat sie von ihrem Vater, der ebenfalls Bäcker war, gelernt oder selbst erfunden. Sie ist erstaunlich stark, und obwohl sie nicht sehr selbstbewusst ist, schafft sie es, sich auch durchzusetzten. Josef wiederum ist ein sehr offener Mensch, zumindest wirkt er immer so. Im ganzen Dorf ist er als der nette, alte Lehrer bekannt. Doch niemand kennt seine Vergangenheit, bis er sich Sage anvertraut. Und diese Vergangenheit ist wirklich keine leichte und im Laufe der Geschichteerfährt man, dass er Sage in bestimmten Dingen angelogen hat. Noch auf den letzten Seiten "platzt" eine dieser Lügen und ich muss sagen, dass ich mit der Wahrheit nicht gerechnet habe. Das Buch enthält viele Wendungen, mit denen man so nicht rechnet und das hat mir wirklich gut gefallen. Auch der Schreibstil von Jodi Picoult war leicht zu lesen und ich kam nie aus dem Lesefluss raus. Das Buch kriegt von mir 4,5 von 5 Sternen, was nahezu perfekt ist :)

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  • Ein Roman, den man nicht vergisst

    Bis ans Ende der Geschichte
    eulenmatz

    eulenmatz

    04. January 2017 um 12:40

    INHALT: Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade? MEINUNG: Dieses Buch lässt sich eigentlich mit einem Wort gut beschreiben: Intensiv. Wie so häufig bei Jodi Picoults Romanen umfasst auch dieser Roman wieder eine Menge an Seiten. Nach meiner Meinung hätten es auch noch mehr sein können. Hier waren einfach keine Seite und kein Wort zu viel. Ich habe fast alle auf Deutsch erschienenen Romane von ihr gelesen und in diesem Jahr ist es auch schon mein drittes Buch und wieder war es ganz anders. Der Klappentext verrät nicht, was für eine große Thematik diesem Roman zu Grunde liegt. An dieser Stelle muss ich dies vorweg greifen, denn sonst fällt es sehr schwer, dass Buch zu rezensieren. Josef Weber ist ein ehemaliger Nazi-Offizier und Sages Großmutter ist eine polnische Jüdin, die im Konzentrationslager gewesen ist. Die Geschichte von Sage Großmutter dominiert in meinen Augen fast den ganzen Roman, der in drei Teile aufgeteilt ist. Die Geschichte hat mich am meisten berührt und gleichzeitig schockiert. Die Handlung um Sage ist dabei fast zur Nebensache geworden, obwohl auch sie ihre Probleme hat. Die Freundschaft zwischen Josef und ihr fand ich weniger gut ausgearbeitet, obwohl später klar wird, warum er Sage ausgewählt hat. Dadurch, dass Sage sich an das FBI wendet, um Josef zu melden oder zu verraten (kann man sehen wie man möchte), bekommt man auch Einblick in die Spezialabteilung, die in den USA für solche Verbrechen zuständig ist. Hier lernt Sage auch Leo Stein, den zuständigen FBI-Agenten kennen. Die Liebesgeschichte hätte in meinen Augen nicht sein müssen, war aber auch in Ordnung und den beiden auch vergönnt. Meiner Meinung nach muss man gar keine fiktiven Horror-Geschichten schreiben und lesen, der Holocaust bietet genug Geschichten, die einen fassungslos und verstört zurück lassen. Jodi Picoult beweist wieder eine exzellente Recherche. Auch wenn es Sages Großmutter nicht wirklich gegeben hat, steht sie stellvertretend für jede polnische Jüdin dieser Zeit und man ist sich beim Lesen bewusst, dass so ein Schicksal ausgesehen haben könnte. Jodi Picoult greift auch die Thematik der Aufarbeitung auf. Dabei stellt sie heraus, dass jeder und jede Überlebende anders mit den Geschehnissen umgeht und das man dies respektieren muss. Jodi Picoult stellt ihre Charaktere in ihren Romane häufig so dar, dass es keiner wirklich ausschließlich gut oder ausschließlich böse ist. Im Verlauf ihrer Romane gerate ich immer mehr in den Zwiespalt, dass ich mich nicht wirklich für eine Seite entscheiden kann. Diesmal war es anders. Es fällt schwer mit einem Nazi Mitleid zu haben, auch wenn Picoult sehr ausführlich aufgezeigt hat, wie man dort damals quasi „reingerutscht“ und wenig Möglichkeiten hatte sich der Gehirnwäsche zu entziehen. Am Ende gibt es eine Wendung, die ich aber schon voraus gesehen habe, was nicht schlimm war. Doch sie hat großen Einfluss auf Sages Entscheidung bzw. auf das, was danach kommt. Mir hat am Ende die Aufarbeitung von Sages letztendlicher Entscheidung gefehlt, denn damit muss sie jetzt leben. Ich bin auch jetzt noch zwiegespalten, ob es die richtige war. Das Buch schockiert und berührt einen. Man ist schlicht und einfach fassungslos, auch wenn schon häufig über die Schicksale dieser Zeit gelesen hat. Mich schockiert es immer wieder aufs Neue. Dennoch gibt es auch Hoffnung, wie man diesen Erlebnissen leben kann. Die Frage, die Picoult in diesem Roman aufwirft ist: Ist man auf ewig ein schlechter Mensch, nur weil man einmal oder eine Zeitlang etwas getan hat, was falsch war? Kann man solchen Menschen verzeihen? Fragen, die nicht so richtig zu beantworten sind. FAZIT: Jodi Picoult hat mal wieder bewiesen, dass sie es kann und dass sie nicht umsonst eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen ist. Trotz einiger kleiner Kritikpunkte hat mich dieses Buch von der ersten Seite an gefangen genommen und wir in mir noch lange nachhallen, was natürlich auch der Thematik des Buches geschuldet ist. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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    • 2
  • Eine Geschichte, die unter die Haut geht

    Bis ans Ende der Geschichte
    Benni_Cullen

    Benni_Cullen

    02. January 2017 um 12:07

    Ich wusste gar nicht, was mich hier erwartet. Der Klappentext spricht zwar von einem lang vergrabenen Geheimnis, welches zum Vorschein kommt, geht aber nicht darauf ein, in welche Richtung dieses Geheimnis gehen soll. Deshalb fing ich mit der Geschichte an, ohne zu wissen, wo es mich hinführen wird und am Ende stand ich da und war einfach nur überwältigt von einem Roman, welcher mich ganz tief bewegte und die unterschiedlichsten Emotionen hervorrief.Es fällt mir zum ersten Mal schwer, den Inhalt kurz und bündig zusammenzufassen, da die Autorin mehrere Handlungsstränge erzählt, die am Ende wirklich perfekt zusammen kommen und ganz hervorragend miteinander harmonieren - literarisch ist das wirklich auf der allerhöchsten Messlatte und verdient einfach Respekt. Im Wesentlichen geht es um Sage Singer, eine Bäckerin, die ein sehr geringes Selbstwertgefühl hat und sich deshalb auch nicht wirklich traut, ihr Leben zu leben. Diese lernt den bereits pensionierten Lehrer Josef kennen, der ihr Leben aufgrund des angesprochenen Geheimnisses von Grund auf ändert. Hinzu kommt die Lebensgeschichte von Sage's Großmutter und deren fiktive Geschichte, die im Roman als das Buch der Großmutter vorgestellt wird. Insgesamt erhält man so also vier bis fünf Erzählstränge, die alle unterschiedlicher nicht sein könnten, aber trotzdem zusammen ein eindrucksvolles Bild ergeben.Sage als Hauptfigur war für mich eine Protagonistin, mit der ich mich eher weniger identifizieren konnte. Aufgrund ihres Äußeren als auch ihrer Vorgeschichte, hält sie nämlich gar nichts von sich selbst und hat deshalb auch nicht wirklich die Motivation, mit anderen in Kontakt zu treten oder ihr Leben mal in die Hände zu nehmen. Schade, denn man liest als Leser das Potenzial heraus. Schön ist allerdings, dass im Laufe der Geschichte Sage immer mehr an sich und den Aufgaben, vor die sie gestellt wird, wächst und so zu einer Figur wird, die nicht mehr ganz so überkritisch ist wie am Anfang und trotzdem einige Aspekte ihres Lebens reflektiert. Diese Entwicklung freute mich als Leser und war wohl mit einer der Gründe, warum ich das Buch nicht aus den Händen legen wollte.Ich verzichte in dieser Rezension absichtlich auf die Benennung der Thematik, um die es in "Bis zum Ende der Geschichte" geht, denn ich möchte niemanden abschrecken. Hätte man mir diese nämlich verraten, wäre ich vielleicht nicht ganz so motiviert an das Lesen herangegangen. Denn wie man sich es denken kann, ist das, um was es geht wirklich ein sehr emotionales, aufwühlendes und ernstes Thema, das man aufgrund des Buches noch einmal völlig anders erlebt als jemals zuvor und sich noch einmal intensiver mit den Ereignissen der damaligen Zeit beschäftigt. Ich hatte dabei ganz starke Erinnerungen an "Solange am Himmel Sterne stehen", denn thematisch überschneiden sich die Bücher, obwohl sie völlig anders aufgebaut sind und deshalb auch unterschiedliche Stärken haben.Mein Fazit:Was soll ich also sagen? "Bis zum Ende der Geschichte" nahm mich mit auf eine Reise, die sehr intensiv und gefühlvoll war und auf der ich viel über die Figuren, aber auch ein kleines Stückchen über mich lernte. Durch den literarisch hervorragend aufgebauten Stil des Buches, den unterschiedlichen Handlungssträngen (die übrigens auch alle unterschiedliche Schriftarten inne halten), die schlussendlich alle zusammenführen und die sehr diversen Charaktere, die alle zur Geschichte beitrugen, war der Roman nicht irgendein Buch, welches ich gelesen habe, sondern eine Erfahrung, die ich wohl nie vergessen werde und an die ich mich auch noch in zehn Jahren erinnere -das sind Bücher, die man nicht vergisst, die einem so unter die Haut gehen, dass man gar nicht kann und die einen deshalb auch nie ganz loslassen werden - das möchte ich aber auch gar nicht und genau deshalb gibt es von mir auch volle Punktzahl und eine ganz dringende Leseempfehlung.

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  • Bis ans Ende der Geschichte

    Bis ans Ende der Geschichte
    Bjjordison

    Bjjordison

    27. November 2016 um 13:47

    Das Buch gehört für mich sicher zu einem meiner Highlights in diesem Jahr. Sehr toll und überzeugend. Es ist die Geschichte von Sage, die regelmäßig zu einer Trauergruppe geht. Sage ist 25 Jahre alt und lebt sehr zurückgezogen als Bäckerin. In dieser Trauergruppe trifft sie auf den 90jährigen Josef Weber. Dieser hat ein sehr dunkles Geheimnis, welches nicht gleich offenbart wird. Obwohl beide sehr unterschiedlich sind, haben die zwei eines, dass die beiden verbindet und zwar die Trauer. So kommen die beiden zusammen und treffen sich zum Reden. Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt, weil die ganze Handlung sehr berührend beschrieben wird und auch die Lösung der Geheimnisse sehr traurig ist. Ich finde es sehr gelungen, was die Autorin hier geschrieben hat und wie sie der ganzen Handlung eine große Tiefe verpasst hat. Großer Pluspunkt sind auch die ganzen Charaktere, die wirklich sehr unterschiedlich sind und keiner von denen war mir langweilig, weil jeder irgendwie ein kleines Geheimnis hatte, dass hat die ganzen Personen noch zusätzlich interessant gemacht. Die Geschichte wird aus der Perspektive von diversen Personen erzählt, außerdem gibt es noch Abschnitte aus der Geschichte von Sages Oma. Es war sehr gut gemacht, da man hier sehr viele Personen, Gefühle und Eindrücke des ganzen bekommt. Am traurigsten hat mich die Perspektive von Sages Oma gemacht, da es wirklich sehr brutal, was sie damals durchmachen hatte müssen. Interessant wäre hier zu erfahren, wo die Autorin diese ganzen Details herhat, da es wirklich sehr realistisch gewirkt hat. Das Ende war überraschend und man hat hier als Leser doch auch nachträglich noch nachzudenken, denn wir würde man in Sages Situation reagieren. Ich habe jetzt doch einige Zeit gebraucht bis ich die Thematik verdaut hatte. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, da ich die ganze Geschichte wirklich sehr gelungen fand. Zusätzlich schreibt die Autorin sehr detailverliebt, was manche Geschichten langatmig machen kann, aber hier sehr passend ist. Fazit: 5 von 5 Sterne. Sehr gefühlvolles Buch, dass wirklich sehr unterhaltsam und interessant ist. Kann ich nur weiterempfehlen.

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  • Berührende Geschichte mit Tiefgang

    Bis ans Ende der Geschichte
    Carlali

    Carlali

    23. November 2016 um 10:26

    Inhalt:  "Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?"  Meine Meinung: Jodi Picoult hat mit diesem Buch wieder bewiesen, was für eine großartige Geschichtenerzählerin sie ist. Sie schafft es die Geschichte einer Freundschaft zwischen einer verschlossenen jungen Frau zu einem netten älteren Herren plötzlich in eine Geschichte über die dunkelsten Tage der Menschheit umzuändern ohne das diese dabei klischeehaft oder schlecht recherchiert wirkt. Dabei wirft sie großen Fragen auf: Gibt es Gerechtigkeit? Wem kann ich vergeben? Sollte es nicht Gnade für jeden geben? Gerade wegen dieser Tiefgründigkeit hat mir dieser Roman sehr gut gefallen. Es ist ein Buch, dass in mir noch lange nachgewirkt hat und ganz anders ist, als andere Bücher die sich mit dieser Thematik befassen. (Ich möchte nicht Spoilern, daher spreche ich hier ein wenig in Rätseln ;-)) Die Charaktere wirken sehr echt und realistisch, da sie in all ihren Stärken und Schwächen gezeigt werden und sich innerhalb des Buches weiterentwickeln. Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird, was dazu führt, dass ich mich als Leser mehr in die Lage der einzelnen Personen hineinversetzen und die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln verfolgen konnte. Dabei ist mir besonders die Erzählung von Sages Großmutter Minka sehr zu Herzen gegangen, weil sie sowohl von Menschlichkeit, als auch von menschlichen Abgründen berichtet. Fazit: Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der eine tiefgründige Geschichte lesen möchte und auch nicht vor schwereren Themen zurückschreckt. Für mich war es ein großartiges Buch, was mich noch lange in Gedanken begleiten wird.

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  • Bis ans der Geschichte

    Bis ans Ende der Geschichte
    Kitsune87

    Kitsune87

    11. November 2016 um 11:34

    Rezension zu Bis ans Ende der Geschichte von Jodi Picoult Titel: Bis ans Ende der Geschichte Autor: Jodi Picoult Übersetzer: Elfriede Peschel Verlag: Pinguin Deutschland (Random House) Genre: Gegenwartsliteratur Preis: 10,00 € Erscheinungsdatum: 22.08.2016 Isbn: 978-3328100515 Ich danke dem Bloggerportal von Random House Verlagsgruppe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Inhalt: Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade? Meinung: Nachdem mir „Die Spuren meiner Mutter“ so gut gefallen hatte, war ich schon sehr gespannt auf dieses Werk der Autorin. Der Rückentext verrät kaum etwas vom Inhalt und Geschichten um große Geheimnisse gibt es ja wie Sand am Meer. Doch „Bis ans Ende der Geschichte“ war so gewaltig. Es hat mich aufgewühlt, zum Nachdenken angeregt. Musste es stellenweise zur Seite legen und zum Schluss eine Nacht darüber schlafen, um mir über den Ausgang der Geschichte und meiner Meinung dazu im Klaren zu werden. Um euch erklären zu können, warum mir dieser Roman so gut gefallen hat, muss ich ein wenig auf die Geschichte eingehen. Ich versuche dies wie immer so zu gestalten, ohne zu viel von ihr Preis zu geben. Wie man es von Picoult gewohnt ist, wird der Roman aus verschiedenen Erzählperspektiven geschildert. Da wäre zum einen die Mittzwanzigerin Sage, die sich nach einem Autounfall komplett zurück gezogen hat. Es sind sichtbare sowie unsichtbare Narben zurückgeblieben, die sie dazu veranlasst, nachts in einer Bäckerei zu arbeiten, um den Menschen aus dem Weg zu gehen. Zu anfangs war sie mir ein wenig zu selbstmitleidig, dies verändert sich zum Glück im weiteren Verlauf der Geschichte. „Verlust ist nicht allein auf den Tod beschränkt, und Trauer ist ein mit Grauschleiern überzogenes Gefühl“. - Seite 15 In einer Trauergruppe lernt Sage den 95jährigen Josef kennen, der ursprünglich aus Deutschland stammt, und ein geschätztes Mitglied der Kleinstadtgemeinde ist. Als die beiden Freundschaft schließen und sie ihn besser kennerlernt weiht er sie jedoch in seine düstere Vergangenheit ein und bittet sie um einen Gefallen, der sämtliche ihrer Moralvorstellungen über den Haufen wirft. „Wir fühlen uns zum Schrecklichen hingezogen, selbst wenn wir davor zurückschrecken“. - Seite 203 Im Zuge dessen lernen wir auch Leo kennen, der für eine US-Behörde ehemalige Kriegsverbrecher aufspürt, um ihnen den Prozess zu erklären. Seine Abschnitte waren etwas anstrengend zu lesen, da sie in einer dicker gedruckten Schrift gehalten wurden, um sie optisch von den anderen abzuheben. Dadurch hatte sie aber einen leicht verwischten Charakter und mir tränten nach ein paar Seiten die Augen. Meine Bitte an den Verlag ist daher, dies vielleicht in der nächsten Auflage noch einmal zu überarbeiten. Dann gibt es noch die Abschnitte, mit denen ich zunächst nicht viel anfangen konnte. Sie ähneln einem Märchen und scheinen zunächst nichts mit dem anderen Teil des Buchs gemein zu haben. Ich hatte mal an anderer Stelle gelesen, dass dies als Lückenfüller empfunden wurde. Diese Person hat den Roman anscheinend nicht bis zum Schluss gelesen, denn dieser Teil ist wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung. Den größten Raum in diesem Werk nehmen jedoch die Erzählungen von Sage Großmutter Minka ein. Sie ist die Mutter von Sages Vater und stammte ursprünglich aus Polen. Aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln hat sie eine Jugend durchlaufen, die der Hölle am nächsten kommt. Die Erzählstränge werden geschickt miteinander verbunden und ergeben ein erschütterndes und hochemotionales Gesamtwerk. Der Roman hat mich an manchen Stellen so sehr mitgenommen, dass ich ihn erst einmal zur Seite legen und pausieren musste. Ich habe schon einige Romane gelesen, die zur Zeit des Nationalsozialismus spielen, doch hat es bislang keine geschafft, die Beschreibungen so realitätsnah erscheinen zu lassen, dass sie einem den Atem rauben. Einige Passagen haben mich so sehr zum Weinen gebracht, dass der bloße Gedanke daran, jetzt beim verfassen der Rezension, mir wieder die Tränen die Augen treibt. Man bekommt als Leser das Gefühl, hautnah in bei den Geschehnissen dabei zu sein und gerade aus diesem Grund, halte ich Picoult für eine irrsinnig gute Geschichtenerzählerin. Das Ende hat mich so sehr überrascht, dass ich erst einmal einige Zeit über meine Meinung dazu nachdenken wollte. Auch wenn ich mit den Entscheidungen der Charaktere nicht konform gehe, sehe ich, was die Autorin damit bezweckt hat. Was ich mittlerweile über Picoults Romane gelernt habe ist, dass man bei ihr vor allem zwischen den Zeilen lesen muss. Keine Handlung, keine Unterhaltung wurde ungeplant in die Erzählungen eingefügt. Sie versucht den Lesern mit ihren Erzählungen zum Nacharbeiten des Gelesenen anzuregen und seine eigenen Moralvorstellungen einer genaueren Untersuchung durchzuziehen. Es gibt kein schwarz und weiß. Weder im realen Leben, noch in ihrem Figurenaufbau. „Wenn wir sie außerdem alle in einen Topf werfen, weil sie Deutsche sind, sind wir nicht besser als sie, die auch keinen Unterschied machen und für die ein Jude wie der andere ist.“ - Seite 248 Kann der Feind Herz zeigen und ist jeder, der auf deiner Seite stehen sollte wirklich dein Freund? Wandeln unter den unseren gar die wahren Monster? All dies hinterfragt sie gekonnt und arbeitet dies geschickt in den Roman ein, so dass nicht jedes Handeln der Charaktere sofort als klar erscheint. „Doch nicht alle Juden waren Opfer - das sah man am Judenältesten, der mit seiner neuen Frau in Sicherheit in seinem behaglichen Heim saß und Listen erstellte, während ihm das Blut meiner Familie an den Händen klebte.“ - Seite 330/331 Die deutsche Titelwahl ist in meinen Augen ebenfalls sehr gelungen, was ich nicht häufig sagen kann, da sie - wenn auch schmerzhaft - auf den Inhalt Bezug nimmt. Fazit: „Bis ans Ende der Geschichte ist ein Werk, dass man mich zum Innehalten gebracht und zum Nachdenken angeregt hat. Er stellt die menschlichen Charaktereigenschaften in Frage und zeigt, dass wir nicht einfach in gut und böse zu unterteilen sind. Es hat schon lange kein Roman mehr geschafft, mir so den Atem zu rauben und mich während des Lesens aufzuwühlen. Es ist ein Werk, für das man sich Zeit nehmen sollte. Aber dafür erhält man eine intelligente, gut recherchierte und einfühlsame Geschichte, die einem auch nach dem Beenden nicht so schnell loslassen wird. Eine klare Leseempfehlung meinerseits.

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  • Ein Lesemuss gegen das Vergessen

    Bis ans Ende der Geschichte
    GrueneRonja

    GrueneRonja

    10. November 2016 um 17:14

    „In der Geschichte geht es nicht um Daten und Orte und Kriege. Es geht um die Menschen, die die Räume dazwischen füllen.“ (S.447) Der Holocaust ist ein schweres Thema. Die massenhafte Vernichtung von Menschen kann nicht so einfach erzählt werden. Und doch schafft Jodi Picoult in ihrem Roman etwas erstaunliches: Das Buch ist grandios! Facettenreich, spannend, furchtbar, voller Wahrheit, tränenreich, moralisch anstrengend, und trotzdem schön. Die Bilder, die die Autorin schafft, hinterlassen einen bleibenden Eindruck. „Informationen im Getto bewegten sich nun wie eine Blauregenranke: verschlungen, gewunden und von Zeit zu Zeit zu unglaublicher Farbigkeit erblühend.“ (S.289) Sage hat nach einem Unfall nicht nur ihre Mutter verloren, sondern auch eine Narbe im Gesicht behalten. Seitdem besucht sie eine Trauergruppe, in der sie Josef kennen lernt, einen alten, ziemlich netten Mann. Ansonsten hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann, und arbeitet nachts als Bäckerin. Sie tut alles, um sich zu verstecken. Als sie sich näher mit Josef anfreundet, öffnet sie sich ihm. Und er sich ihr. Leo Stein arbeitet für das Justizministerium und ist ein so genannter Nazijäger. Das klingt erstmal aufregender als es ist, denn er jagt nicht wirklich Nazis, sondern er geht Hinweisen nach und überprüft in Archiven, ob die Hinweise echt sind, um die Nazis ggf. vor Gericht zu bringen und für ihre Taten büßen zu lassen. Als eine junge Frau anruft und ihm erzählt, ein Nazi hätte sich ihr offenbart, weckt diese Geschichte seine Neugier und er beschließt ihr nachzugehen. Dieses Buch ist unbeschreiblich gut. Ich habe selten ein Buch zu diesem Thema gelesen, was mich so berührt hat und einfach sprachlos zurückgelassen hat. In keinem mir bekannten Buch kam die Grausamkeit so zur Geltung, wie in diesem. In keinem war das Leid der Juden so greifbar, wie in diesem. Der Schreibstil ist sehr flüssig, und, was mir sehr gefallen hat, jede Person hat ihre eigene Schriftart, und Erzählart. Hinzu kommt, dass man das Gefühl hat, die Personen würden einem direkt gegenüber sitzen und ihre Geschichten erzählen, denn sie sprechen den Leser direkt an. Das alles macht dieses Buch zu einem wahren Leseerlebnis, einem Gefühlserlebnis, und zwingt den Leser ein wenig dazu über diese Thematik mal anders nachzudenken. „Wenn du dein ganzes Leben in einen Koffer packen musst – nicht nur die praktischen Dinge wie Kleidung, sondern auch die Erinnerung an Menschen, die du verloren hast, und an das Mädchen, das du einmal warst – was nähmst du da mit?“ (S.328)

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  • Dieses Buch geht ganz ganz tief

    Bis ans Ende der Geschichte
    SillyT

    SillyT

    08. November 2016 um 11:08

    Die fünfundzwanzigjährige Sage hat einen schweren Schicksalschlag erlitten, als ihre Mutter und sie selber bei einem Autounfall verunglücken. Sage hat es überlebt, mit sichtbaren und unsichtbaren Narben, doch ihre Mutter verstarb. Bei einer Trauergruppe lernt sie den fünfundneunzigjährigen Josef kennen und die Beiden freunden sich, trotz des großen Altersunterschiedes an. Doch Josef hat ein Geheimnis, dass er Sage anvertraut, im zweiten Weltkrieg war er bei der SS und in Auschwitz im Konzentrationslager. Sage ist schockiert, denn es gibt Parallelen zu ihrer eigenen Familie, denn ihre Großmutter Minka war eine der Überlebenden. Sage ist zwiegespalten, wie soll sie mit ihren Informationen umgehen? Zumal Josef sie um etwas bittet, dass sie ihm nicht erfüllen kann.Meine Meinung:Dieses Buch fängt sehr ruhig und wenig spektakulär an, aber da Jodi Picoult einfach über einen fantastischen Schreibstil verfügt, ist man schnell in der Geschichte gefangen. Die Autorin greift hier unbestreitbar ein Thema auf, das schon sehr oft erzählt wurde, das aber niemals vergessen werden darf. Dabei erzählt sie mit ihrer eigenen, sehr berührenden Art aus verschiedenen Perspektiven. Wir erfahren von Sage, Josef, Minka und Leo jeweils deren eigene Sichten auf die Ereignisse des zweiten Weltkrieges. Ganz unvoreingenommen erläutert sie, wie es in jedem Einzelnen aussah und wie es zu welcher Handlung kam. Unterteilt wird ihre Geschichte in drei Abschnitten, der erste gibt die Geschichte Sages und Josefs Kennenlernen in der Gegenwart wieder und wir können verfolgen, wie diese beiden so unterschiedlichen Menschen zueinander finden. Aber auch Sages Großmutter Minka kommt zu Wort und auch Leo, der US Agent erläutert als Aussenstehender seine Sicht. Dieses Buch beinhaltet unglaublich viele Themen, die jedes für sich schon einen Roman ausmachen könnte, dabei erzählt Picoult aber so geschickt, dass alles perfekt zueinander passt. Einzelne Erzählstränge haben ihre Auswirkungen auf das Große und Ganze der Geschichte. Dabei kreiste ständig eine ganz bestimmte Frage in meinem Kopf, wie hätte ich reagiert, was hätte ich getan? Alles, was die Autorin hier erzählt, ist perfekt recherchiert und auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, so klingt es beim Lesen, als wäre die Autorin Augenzeugin gewesen. Genau das ist es auch, was mich extrem berührt hat und vor allem in dem Bereich, in dem Minka ihre Geschichte erzählt, liefen bei mir fast ständig die Tränen und ich musste das Buch häufiger aus der Hand legen, um darüber nachzudenken und mich wieder zu fassen, um überhaupt weiterlesen zu können.Picoults Hauptcharaktere sind völlig unterschiedlich und doch strahlt jeder für sich eine große Portion Glaubhaftigkeit aus. Da wäre zum einen Sage, eine junge Frau, die sehr introvertiert ist, die mit sich selbst und auch mit ihrem Leben hadert und sich oft ganz anders wahrnimmt als ihr Gegenüber. Sie kämpft mit Selbstvorwürfen und als Josef ihr erzählt, wer er wirklich ist, steckt sie in einem tiefen Zwiespalt. Dann ist da Josef, dieser nette und freundliche alte Mann, der einst ein Lehrer war und mit dem sie schnell Freundschaft verbindet. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass dieser Mensch das begangen hat, von dem er erzählt. Beeindruckend, wie Picoult erläutert, wie er überhaupt dazu gemacht wurde und man bringt beinahe Verständnis für den Mann auf. Natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt, doch es klingt durchweg glaubhaft. Minka konnte mich mit ihrer Geschichte am meisten berühren, ihre Geschichte ist bekannt, doch das wie es erzählt wird, wird dem Leser so nahe gebracht, dass er glauben kann, dass es sich hierbei wirklich um einen Augenzeugenbericht handelt. Dann ist da noch Leo, der bei einer US Behörde arbeitet und unter anderem ehemalige Kriegsverbrecher unter die Lupe nimmt und gegebenenfalls verhaftet. Er hat ein wenig Abstand zu dem Ganzen und gibt der ganzen Geschichte dann noch einmal eine Draufsicht. Alle Personen haben aber eines gemeinsam, sie wirken absolut authentisch und glaubwürdig.Alles in allem möcht ich gar nicht mehr über dieses Buch sagen, denn man muss es schon selber gelesen haben, um sich ein Bild über die wirklich ausgezeichnete Erzählkunst der Autorin machen. Sie hat hier ein Thema aufgegriffen, dass berührt und dabei hat sie so viel Gefühl in ihre Geschichte gebracht, dass es für mich lebendig wurde. Ein Thema, das mich gefangen genommen hat und mit ihren Worten hat die Autorin mich tief berührt.Mein Fazit:Anhand des Klappentextes wusste ich so gar nicht, wohin mich diese Geschichte führt und da ich wenig Rezensionen lese, bevor ich das Buch selbst gelesen habe, war ich umso überraschter, wohin mich dieses Buch mitnimmt. Ein Buch das eine perfekte Wiedergabe der damaligen Ereignisse ist und das durch seine durchweg authentischen Charaktere fesselt und berührt. Gefühlvoller Schreibstil und perfektes recherchieren runden die Geschichte ab und lassen mich tief betroffen und berührt, aber auch nachdenklich zurück. Gerade in unserer heutigen Zeit macht es Angst, wenn man liest, wie es dazu kam und umso trauriger macht es, dass die Menschen nie aus der Geschichte lernen. Ich könnte noch ewig über dieses Buch erzählen, hoffe aber auch, nicht zuviel vorweggenommen zu haben. Von mir gibt es auch für dieses Buch eine Leseempfehlung.

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  • Aufwühlendes Buch zum Thema Holocaust

    Bis ans Ende der Geschichte
    sommerlese

    sommerlese

    29. October 2016 um 17:17

    Die Amerikanerin "*Jodi Picoult*" schrieb den Roman "*Bis ans Ende der Geschichte*" im Jahr 2013. Er erscheint 2016 im "*Penguin Verlag*". Bei einem Unfall verlor die junge Jüdin Sage Singer ihre Mutter, sie selbst hat seitdem Narben im Gesicht, lebt zurückgezogen und meidet die Öffentlichkeit. Als leidenschaftliche Bäckerin, kann sie in der Dunkelheit arbeiten, doch ihre Schuldgefühle am Tode ihrer Mutter wird sie nicht los. In einer Trauergruppe lernt sie den über 90-jährigen Josef Weber kennen und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Josef erzählt ihr aus seiner Nazi-Vergangenheit, Josef ist Deutscher. Er bittet Sage ihr dabei zu helfen, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Sage ist eine junge Frau mit seelischen Problemen, der Tod ihrer Mutter lässt sie nicht los. Sie gibt sich daran die Schuld. Auch ihr privates Glück lässt sie nicht zu, sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, den sie nicht zu lieben scheint. Josef ist als Deutscher schon lange in den USA und ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft seines Wohnortes. Er ist ehrenamtlich tätig und gilt als hilfbereit und gutherzig. In der Trauergruppe trifft er auf Sage und sie öffnet ihm ihr verschlossenes Wesen. Später erfährt man, dass Josef Nazi war und als SS-Offizier Aufseher im Konzentrationslager gearbeitet hat. Sages Großmutter Minka ist Holocaust-Überlebende und war in diesem KZ. Da Josef mit seiner Schuld nicht leben kann, bittet er Sage um Hilfe beim Sterben. Von Minka erfährt man von ihrer unbeschwerten Kindheit in einem polnischen Dorf, sie will Schriftstellerin werden. Doch dann bricht der zweite Weltkrieg aus und als Juden wird die Familie gezwungen, ins Ghetto zu ziehen. Leo ist Bundesagent eines Büros für Menschenrechte. Er verfolgt Kriegsverbrecher aus der NS Zeit und sorgt für ihre Abschiebung und Verurteilung. Die Thematiken dieses Buches sind keine leichte Kost. Es gibt bewegende Schicksale, die erschüttern und aufwühlen. Dabei ist die Recherche der Autorin wirklich authentisch und die Geschichte liefert viele Denkanstösse. Jodi Picoult hat einen großartigen, einnehmenden Schreibstil, ihre Figuren sind lebendig und vielseitig und als Leser wird man emotional an der Handlung gefesselt. Dabei werden die Themen des Holocaust mit den Folgen wie Schuld, Trauer und Verbrechen sehr sensibel aufgegriffen. Hier wird keine bloße Verurteilung der Personen vorgenommen, sondern aus verschiedenen Perspektiven gezeigt, wie Juden und auch Nazis die Zeit erlebten. Picoult zeigt damit, wie schwierig der Umgang mit dem Thema sich auch heute darstellt. Meine einzige Kritik besteht darin, dass dieser Roman mit seinen Nebencharakteren überfrachtet ist, die jeweils die Protagonistenrolle einnehmen. Die Einbindung dieser Figuren in die Handlung wirkt durch die vielen Erzählstränge ein wenig konstruiert und ermüdend. Außerdem fehlt dem Ganzen ein Ablauf, der die Emotionen beschreibt, hier geht es eher um Gewissenskonflikte und die Darstellung von Gräueltaten. ie Charaktere hineinzuversetzen bzw. sie zu verstehen. "Bis ans Ende der Geschichte" ist ein wirklich bewegendes Buch, das viele Denkanstöße liefert und die Beschäftigung mit den schwierigen Themen Schuld, Vergebung, Gnade und Rache anregt.

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