In den Augen der anderen

von Jodi Picoult 
4,3 Sterne bei244 Bewertungen
In den Augen der anderen
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Neue Kurzmeinungen

MissPommess avatar

Wieder eine schwierige Thematik, aber die Umsetzung gelingt perfekt!

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Sehr gut recherchierte, emotionale Geschichte, aus verschiedenen Perspektiven geschrieben - klare Leseempfehlung!

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Inhaltsangabe zu "In den Augen der anderen"

Jacob hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom. Doch dann wird seine Erzieherin erschlagen, und Jacob wird des
Mordes verdächtigt. Die von seiner Mutter Emma mühsam erkämpfte Normalität bricht zusammen. Alle Beweise sprechen gegen Jacob. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren - und um die Rechte
von Menschen, die anders sind.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404168248
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:690 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:21.06.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 18.08.2011 bei L�bbe Audio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein typischer Picoult-Roman mit viel Authetizität, Spannung, gut recherchierter Story und vor allem vielen Emotionen – klasse!
    In den Augen der anderen von Jodi Picoult

    Das Buch: Jodi Picoult ist eine unglaublich tolle Schriftstellerin und ich bin hinterher immer richtig begeistert, wenn ich einen Roman von ihr gelesen habe. Vorher jedoch habe ich keine Lust. Mich schrecken auf die sehr ernsten und schwierigen Themen ab und auch die Seitenzahl ist für mich oftmals ein Hinderungsgrund.
    So ging es mir auch mit „In den Augen der anderen“, das viel zu lange auf meinem SuB lag.
    In dem Buch geht es um den autistischen Jungen Jacob der des Mordes an seiner Mentorin Jess verdächtigt wird. Und... Der nichts dafür tut, diesen Verdacht zu entkräften, eher im Gegenteil. Denn Jacobs Problem ist, dass er sich nicht ausdrücken kann. Er nimmt alles wörtlich – Sätze wie „Willst Du mich auf den Arm nehmen?“ versteht er eben so, wie sie lauten, nicht, wie sie gemeint sind. Auch kann er Emotionen nicht verstehen und schon gar nicht selber zeigen. So kommt es, dass plötzlich alle Welt ihn für einen Mörder hält. Einzig seine Mutter Emma und ein junger Anwalt stehen hinter ihm. Doch ihr Ziel ist es, Jacob vor Gericht als unzurechnungsfähig darzustellen. Nicht, seine Unschuld zu beweisen. Dies jedoch ist Jacobs oberste Priorität, aber wird ihm jemand zuhören? Und wenn, wird man ihn verstehen und ihm glauben?
    Ich fand das Buch echt richtig toll. Ich habe mich vorher nie mit dem Thema Autismus beschäftigt und fand es wirklich interessant, mehr darüber zu erfahren. Jacob habe ich direkt ins Herz geschlossen, das muss man auch, er ist einfach zu goldig und sorgt mit seinem Verhalten für jede Menge Situationskomik. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, wie belastend seine Krankheit für seine Familie und ihn ist und wie schwer und nervenaufreibend es sein muss, damit zu leben. Picoult gelingt es diesen Spagat zwischen der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und den Qualen, die diese Liebe mit sich bringen kann, ganz wunderbar zu beschreiben und einzufangen. Auch öffnet sie die Augen gegenüber Menschen, die anders sind als man selbst. Und zwar wirklich. Ich habe das Buch im Zug gelesen und plötzlich kam ein Typ und setzte sich neben mich. Trampelte mir dabei auf den Füßen rum, sagte kein Ton, wirkte total unbeholfen und komisch. Ich war kurz davor, etwas zu sagen, aber da ich gerade so in dem Buch drin steckte, schaute ich mir den Mann genauer an. Ich habe keine Ahnung, ob er irgendeine Form von Behinderung / Krankheit / Einschränkung hatte, aber sein nervöses Verhalten, wie er total verschämt den Blick senkte, etc., bewog mich dann dazu nichts zu sagen. Ich meine, es gibt Menschen, die sind einfach unhöflich und dann gibt es Menschen, die sind einfach anders und können nichts dafür und davon, dass wir sie anpampen, wird es auch nicht besser. Also für mich: Lesson learned, jedenfalls dieses Mal. ;-)
    Alles in allem möchte ich auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diesen Roman geben und die Warnung, dass jedenfalls bei mir auch ein paar Tränchen flossen. Einen Punkt ziehe ich ab, weil die Geschichte tatsächlich ihre Längen hatte und hier und da gekürzt hätte werden können.

    Kurzmeinung: Ein typischer Picoult-Roman mit viel Authetizität, Spannung, gut recherchierter Story und vor allem vielen Emotionen – klasse!

    Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

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    simsas avatar
    simsavor 4 Monaten
    Er lebt in seiner eigenen Welt

    Alle Beweise sprechen gegen Jacob. Er ist des Mordes an seiner Tutorin angeklagt, jener Frau die ihm so nahe stand, wie kaum ein anderer Mensch.

    Aber war Jacob es auch? Denn der Angeklagte ist autistisch, lebt zum Teil in seiner eigenen Welt und hat eine Mutter, die alles gibt um ihn vor dem Gefängnis zu schützen.




    Ich mag die Bücher von Jodi Picoult sehr gerne. Sie sind anders als viele andere, behandeln oftmals ein ernstes Thema, welches seine Facetten erst mit dem Verlauf der Geschichte offenbart.


    „In den Augen der anderen“ ist so ein Buch. Als ich in der Bücherei war, um mir ein Buch der Autorin zu leihen, war nach dem Lesen des Klappentextes klar, dieses hier muss mit.


    Zum Einen, weil ich Bücher gerne lese in denen die Protagonisten sich vor Gericht behaupten müssen und zum Anderen, weil ich das Thema Autismus sehr faszinierend finde. Es steckt so viel hinter der Diagnose des Autismus und oftmals entdeckt man brilliante und einzigartige Menschen, die einfach ein Problem mit dem Öffnen in Bezug auf ihr Umfeld haben.


    Jodi Picoult hat für mich auch dieses Thma sehr gut umgesetzt. Sie hat diesen Roman aus den Blickwinkeln von verschiendenen Personen verfasst. Zum Beispiel bekamen wir durch die Sicht von Jacob sehr gute Einblicke in seine Welt. Ich verstand sein handeln, weil es für ihn logisch ist, ich begriff was bestimmte Dinge mit ihm taten oder für ihn darstellten und tauchte in diesen Kapiteln in seine Welt ein.

    Aber wir erlebten auch die Sicht seiner Mutter, die ein autistisches Kind allein großzog, nun vor einem Scherbenhaufen steht und ihn versucht vor einem großen Unheil zu beschützen. Wir treffen ein Theo, Jacobs Bruder, der oft unter der vielen Aufmerksam kein litt, die nicht er, sondern sein Bruder bekam. Und wir dürfen Oliver, dem Anwalt der Familie, und Rich dem Cop über die Schulter schauen.


    Mit hat hierbei sehr gefallen, wie die Personen zueinander stehen, wie menschlich jeder ist, wie nah wir als Leserinnen und Leser kommen und wie tief wir auch in jedes Leben eintauchen können.

    Es ist mal wieder ein sensibles Buch, denn auch wenn mir schnell bewusst war, wie der Tag der Tat verlaufen ist, die Auflösung war mir nicht klar und mir war auch nicht klar, wie alles enden wird.


    Was ich hier etwas schnell abgearbeitet fand waren die finanziellen Sorgen der Mutter, die sich zwar hinter ihren Sohn stellt, aber auch einen Anwalt zu bezahlen hat und auch das Ende hat mich nicht komplett begeistern können, war aber in Ordnung.


    Mein Fazit:

    Ein Buch mit seinen 688 Seiten, welches mich sehr fesseln konnte und mir Lesespaß gebracht hat. Ich habe Kleinigkeiten, für die ich mehr Seiten benötigt hätte. Dies brachte meinem Vergnügen aber keinen Abbruch.

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    KerstinThs avatar
    KerstinThvor 2 Jahren
    Berührend und spannend

    Jacob ist 18 Jahre alt und hat das Asperger-Syndrom, er ist Autist. Deshalb benötigt er auch einen geregelten Tagesablauf. Dabei soll ihm seine Sozialtherapeutin Jess helfen. Jacob hat ein Faible für Krimis und Pathologie. Eines Tages, als er zu seiner Therapiesitzung unterwegs ist, findet er Jess tot auf. Daraufhin ist natürlich sein Drang Verbrecher aufzuklären geweckt. Leider macht er sich dadurch sehr verdächtig und die Polizei sieht sofort in ihn Jess‘ Mörder. Jacobs Mutter Emma kann sich dies nicht vorstellen und es beginnt ein dramatischer Kampf, um Jacobs Unschuld zu beweisen.

     

    Hierbei handelt es sich um einen sehr guten und berührenden Roman. Der Leser ist von der Handlung gefesselt und fiebert mit Emma mit. Geschrieben ist er, wie meistens bei Picoult,  aus verschiedenen Sichtweisen. Die einzelnen Handlungspersonen erzählen aus ihrer eigenen Sicht. Ich kann diesen Roman sehr empfehlen.

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    Suhanis avatar
    Suhanivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine allein erziehende Mutter mit einem Sohn der das Asperger-Syndrom hat, eine Form des Autismus, und einen "normalen" Sohn, Theo.
    Dein Sohn ist des Mordes angeklagt. Deine Angst ist, er könnte es wirklich getan haben ...

    Das Buch hat mich in zweierlei Hinsicht gefesselt. 

    Zum Einen, die Geschichte an sich. Eine allein erziehende Mutter mit einem Sohn der das Asperger-Syndrom hat, das ja eine Form des Autismus ist und einen "normalen" Sohn, Theo. 
    Jacob, der ältere der beiden Söhne mit der Behinderung hat ein Faible für Kriminalgeschichten und da kann es schon mal vorkommen, das das Zuhause auf einmal einem Tatort gleicht, in dem ein blutiger Mord passiert ist, wenn Emma nach hause kommt. Aber statt einen Schrecken zu bekommen, oder sich über die "blutige" Schweinerei aufzuregen, versucht sie den "Mord" zu lösen. Alles nur, um sich dann von Jacob den "wahren" Tathergang erklären zulassen. Das ist noch das leichteste in ihrem Alltag. 
    Viel schlimmer kommt es immer wieder dann, wenn Jacob aus seiner kleinen Welt heraus geschleudert wird - und sei es auch nur, wenn wieder irgendetwas nicht da ist, wo es für ihn hingehört, oder noch schlimmer, wenn jemand was in seinem Zimmer verändert hat. Dann bekommt er Attacken, die Emma nur entgegenwirken kann, wenn sie in in schwere Decken einwickelt und sich noch selbst auf ihn legt, oder sich mit ihm in eine dunkle Ecke einsperrt. Immer und überall muss sie für ihren Sohn kämpfen. In der Schule bringt sie mit viel Energie und Hartnäckigkeit durch, das Jacob einige extra Privilegien bekommt, so das er einen eigenen Raum bekommt, wo er sich zurück ziehen kann, wenn er wieder mit einer Situation nicht fertig wird, oder damit er vom Lehrpersonal akzeptiert wird.
    Alles in Emmas Alltag ist schwierig, denn sie muss ja auch alles andere in ihrem Leben ihrem Sohn Jacob anpassen - und dann ist da noch ihr anderer Sohn Theo, jünger als Jacob und normal, dem sie nicht immer gerecht werden kann und somit auch immer wieder ein schlechtes Gewissen deswegen hat.

    Theo hat sich zwar damit abgefunden, das sein Bruder was "besonderes" ist und hat auch ganz automatisch die Rolle eines "großen" Bruders übernommen, versucht auch seine Mutter zu unterstützen wo er kann aber doch ist auch er ein Junge, der  - zumindest ab und zu - ein ganz normales Leben führen möchte.
    Doch als Jacob nun auch noch als Mörder einer echten Tat verdächtig wird, ist nichts mehr so wie es war und das Chaos beginnt.

    Chaos für Jacob, der aus seiner Welt gerissen wird, zu Anfang noch alles von seinem Verständnis aus toll findet, weil es eine Kriminalgeschichte ist, aber nicht versteht WIE ernst es ist und wie er sich immer weiter reinreißt.
    Chaos für Emma, die mit allen Mitteln gegen die Justiz ankämpft, da Jacob nicht wie ein normaler Verdächtiger behandelt werden kann. Als Unterstützung hat sie da nur einen Anwalt, der eigentlich nur kleine Aufträge bis her angenommen hat und sich zu Anfang selbst überfordert fühlt - aber Emma kämpft sowohl um ihren Sohn, als auch darum, das der Anwalt sich selbst mehr zutraut, denn eine andere Unterstützung wird sie nicht bekommen.
    Chaos für Theo, der miterleben muss, wie sein Bruder verhaftet wird und ins Gefängnis kommt. Der versucht seine Mutter zu helfen und doch in der Zeit nur sieht, wie alles an ihm vorbei zieht, da sich keiner um ihn kümmern kann.

    Ja und zum anderen hat mich die Schreibweise gefesselt. Die Geschichte wird nicht nur aus einer Perspektive erzählt, sondern Emma, Theo, der Anwalt und auch Jacob erzählen die Geschichte abwechselnd aus ihrer Sicht. Aber dabei wird nicht einfach die Situation, in der sich gerade alle befinden, von jedem wiederholt, sondern weiter erzählt. So bekommt man von jedem mit, wie derjenige gerade fühlt und wie sein Verständnis die Situation aufnimmt und kommt so den Personen viel näher als es sonst der Fall sein würde.
    Die Geschichte wird von allen immer weiter getragen und so weiß man als Leser wie jeder einzelne sich fühlt, denkt und die Situation versteht.

    Bei allem weiß man aber bis zum Ende hin nicht, wer nun der Mörder ist und wie es zu dem Tod des Opfers gekommen ist. Auch ich hatte mehrere Verdachte und Gedanken zu den Verdächtigen, oder wie alles passiert sein konnte, doch immer wieder verunsicherte mich in der Richtung die Geschichte wieder und meine Gedanken gingen wieder in eine andere Richtung, ließen mich andere Möglichkeiten finden - und gerade das und dann die Geschichte um Emma und ihre kleine, wirklich anstrengende Welt macht das Ganze zu einem Komplettpaket, das mich so schon lange an keinem Buch mehr gefesselt hat.

    Das liegt bestimmt auch daran, das die Autorin nicht nur einfach das Krankheitsbild aus Büchern sich erlesen hat, sondern auch mit autistischen Kindern und Jugendlichen beschäftigt hat und diese ihr erlaubten auch einiges aus ihrem Leben zu verwenden. Außerdem durfte sie ebenso Justizbeamte und Kriminaltechnikern über die Schulter schauen und hat noch viele andere Personen mit ins Boot geholt, die ihr die Umstände in allen Situationen näher bringen konnten.

    Fazit:
    Am Ende fehlt mir zwar ein klares Polizeiergebnis, aber nichtsdestotrotz eine klare Kaufempfehlung von mir für alle, die jetzt neugierig geworden sind!

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    L
    little_junevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Roman um einen geheimnisvollen Kriminalfall aus der Sicht von verschiedenen Personen beschrieben. Schon mal ein Autist gewesen?
    Regel 4 - Ich muss meinen kleinen Bruder beschützen

    Bei dem Buch "In den Augen der Anderen" von Jodi Picoult handelt es sich um einen Roman in dem die Hauptperson ein junger autistischer Mann darstellt, der des Mordes angeklagt wird.

    Jacob ist 18 Jahre alt, Schüler und hat ein sehr hohes Interesse für die Kriminaltechnik und Pathologie. Jacob ist Autist. Damit er in seinem Umfeld nicht ständig (Wut-)Anfälle bekommt, hat er einen sehr stringenten Tagesablauf, der nicht verändert werden darf und bestimmten Regeln folgt. Zu Beispiel jeden Tag um 16.30 Uhr seine Lieblingsserie Crime Busters zu sehen von der er alle Folgen auswendig kennt und sie jedes Mal wieder eigenständig anhand der Bilder vom Tatort löst. Zweimal pro Woche trifft er sich mit seiner Sozialtherapeutin Jess mit der er "normale" Alltagssituationen übt, die ihm teilweise total absurd, unverständlich und unsinnig erscheinen. Die Therapie läuft immer im selben Rhythmus, bis zu dem Tag an dem Jess tot aufgefunden wird.

    Das Buch ist in einem Erzählstil geschrieben, der mit den unterschiedlichen Sichtweisen der Akteure spielt. Jeder Akteur hat seine eigenen Ansichten, Charaktereigenschaften, Denkweisen und Eigenarten. Diese Akteure sind Jacob, seine Mutter Emma, sein jüngerer Bruder Theo, sowie der Polizeibeamte Rich und Jacobs Anwalt.

    Man erhält im Laufe des Buches, durch den beachtenswerten Schreibstil von Jodi Picoult, einen Einblick in das Denken, Erleben und Wahrnehmen der Welt durch die Augen eines autistischen Jungen.

    Fazit:
    Ich empfehle das Buch jedem, der einen spannenden (Kriminal-)Roman über einen jungen autistischen Mann lesen will und wie er und sein Umfeld dies erleben. Ein fesselnder Schreibstil, der einen wunderbaren Spannungsbogen bis zum Ende aufrechterhält und durch einen Zufall zur Aufklärung des Falles führt.




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    Kerryvor 3 Jahren
    Leidenschaft, die zum Verhängnis wird!

    Der 18-jährige Jacob Hunt ist anders, als andere Jungen in seinem Alter. Er hasst die Farbe Orange, hasst es, wenn sein Tagesablauf gestört wird, hasst alles, was nicht nach Plan läuft. Doch Jacob kann nichts dafür, er hat das Asperger-Syndrom. Zwar steht ihm seine Mutter Emma immer zur Seite und auch sein jüngerer Bruder Theo hilft ihm (widerwillig), aber dennoch ist das Leben nicht so einfach. Der Vater hat sich, nachdem Jacobs Krankheit diagnostiziert wurde, aus dem Staub gemacht. Zwar zahlt er regelmäßig Unterhalt, doch sonst ist er nicht für seine Familie da.


    Wie es häufig bei Menschen mit dem Asperger-Syndrom vorkommt, hat auch Jacob Spezialinteressen, die ihn mehr fesseln, als alles andere. In seinem Fall ist es Ermittlungsarbeit der Polizei. Mit Vorliebe baut er auch selbst Tatorte nach und lässt seine Familie die Fälle lösen. Auch liebt er die TV-Serie "CrimeBusters", die Tatorte nachstellen und lösen und er verpasst nie eine Folge, obwohl er sie schon alle auswendig kennt.


    Um sein Sozialverhalten zu verbessern, trifft er sich zweimal wöchentlich mit der 23-jährigen Jess, seiner Sozialtherapeutin. Zwar studiert diese noch, doch die Arbeit mit ihr hilft ihm sehr, sodass es ihm möglich ist, leichter mit seiner Umwelt zu agieren. Dann verschwindet Jess eines Tages, ihr Haus weist Spuren einer Entführung auf, doch sie selbst bleibt verschwunden. Kurz darauf wird ihre Leiche gefunden und Indizien am Fundort führen direkt zu Jacob ...



    Leidenschaft, die zum Verhängnis wird! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir die Darstellung des Asperger-Syndroms bei diesem jungen Mann gefallen, für den seine Mutter gekämpft hat und jeden Tag kämpft, damit er ein möglichst normales Leben im Rahmen seiner Möglichkeiten führen kann, doch wie "beschränkt" diese Möglichkeiten sind, ist hier sehr gut dargestellt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir hier die Figur des Jacob gefallen, der zwar hochintelligent ist, jedoch auf Grund seiner Erkrankung Schwierigkeiten mit dem "normalen" Leben hat. Den Schreibstil empfand ich als sehr packend, ebenso den Plot, sodass ich mich hier kaum von dem Buch lösen konnte.

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    KarinFrankevor 3 Jahren
    Asperger

    Der 18jährige Jacob ist hochintelligent, leidet aber an dem Aspergersyndrom. Als die junge Studentin Jess, die als seine Therapeutin arbeitet, ermordet wird, gerät er unter Verdacht. Es kommt zur Gerichtsverhandlung.
    Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: aus der Sicht Jacobs, was dem Leser einen guten Einblick in seine Denk- und Handlungsweisen gibt, aus der Sicht des jüngeren Bruders, der von kleinauf zur Rücksichtnahme gegenüber Jacob gezwungen war und sich immer zurückgesetzt fühlte, aus der Sicht der alleinerziehenden Mutter, die alles für ihren älteren Sohn tun würde, aber oft an seiner Behinderung verzweifelt, aus der Sicht des Ermittlers und der des Anwalts, also von zwei Außenstehenden, die Mühe haben, Jacobs Verhalten zu verstehen.
    Der Autorin ist es gelungen, eine spannende Geschichte rund um ein ernstes Thema zu weben, man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Einzig das Ende ist mir persönlich etwas zu abrupt, ich hätte mir eine etwas längere Ausführung gewünscht. Trotzdem 5 Sterne, weil unbedingt lesenswert.

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    LikeALionvor 3 Jahren
    Einfühlsamer Roman mit einigen Längen


    Als großer Fan von Jodi Picoult hat es auch dieser Roman schnell in mein Bücherregal geschafft. Dennoch muss ich leider sagen, dass mich die Autorin mit diesem Werk nicht so überzeugen konnte wie bisher.



    Der 18-jährige Jacob leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, die es im unmöglich macht soziale Interaktionen zu verstehen oder seine täglichen Routinen zu verändern. Passiert dies bekommt er einen Anfall, bei dem er nicht nur sich selbst sondern auch andere verletzen kann. Durch die Fürsorge seiner Mutter Emma Hunt und seines Bruders Theo lebt Jacob ein nahezu normales Leben mit festen Regeln und Tagesabläufen. Bis seine "Nachhilfelehrerin" Jess, die ihn dabei unterstützt mit alltäglichen Situationen besser umzugehen, verschwindet und schließlich tot aufgefunden wird - mit Jacobs Decke um den Schultern.


    Wie für Jodi Picoult typisch verfolgt der Leser die Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Emma, Theo, Jacob, Detective Rich und der Anwalt Oliver schildern uns ihre Sicht der Dinge und ihre Gedanken.


    Ich finde es richtig und wichtig, dass sich Jodi Picoult in ihren Romanen immer wieder Themen widmet, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Wie zum Beispiel dem Autismus und dem Asperger-Syndrom. Super recherchiert und mit einer Menge an Einfühlungsvermögen schildert sie zu anfangs Jacobs Leben, dann die Mordanklage und schließlich auch den Prozess. Dennoch liegt hier für mich auch die Schwäche des Romans. Die zu anfangs bereits erwähnten Eigenheiten des Asperger-Syndroms werden während der Handlung und besonders während des Prozesses mehrfach erwähnt. Diese ständigen Wiederholungen haben mich beim Lesen sehr gestört und auch zunehmend gelangweilt. Besonders das letzte Drittel des Romans enthielt einige unnötige Passagen. 


    Alles in allem hat Jodi Picoult einen weiteren empfehlenswerten Roman mit einer Menge an Fachwissen über das Asperger-Syndrom, viel Empathie und einem interessanten Plot geschaffen. Alle Charaktere waren hervorragend ausgearbeitet, ihr Schreibstil bildhaft und angenehm zu lesen. Lediglich einige unnötige Längen sowie zwei inhaltliche Fehler konnten mich nicht überzeugen.

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    frannzi_bookworms avatar
    frannzi_bookwormvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gute Idee, tolles Thema - mit ein paar Wiederholungen zu viel!
    Beim nächsten Mal wieder...

    Vorweg die Anmerkung: Ich liebe Bücher von Jodie Picoult – ich finde die Mischung aus Übernatürlichem, moralischem und ethischem Verhalten und ganz normalen „Beziehungsthemen“ großartig. Von diesem Buch war ich aber über weite Strecken etwas enttäuscht.

    In dem Buch „In den Augen der anderen“ (Originaltitel „House Rules“ – ich empfehle stets die Originalausgabe zu lesen) geht es um die Familie Hunt. Die Familie, das sind Emma und ihre Söhne Jakob und Theo. Der Vater der beiden verließ die Familie schon früh, kurz nachdem herauskam, dass Jakob – der ältere der beiden Söhne – unter einer besonderen Form von Authismus leidet.

    Eigentlich führen die drei Hunts ein völlig normales Familienleben, das aber von Jakobs Krankheit und den ständigen finanziellen Sorgen einer alleinerziehenden Mutter getrübt wird. Jakob benötigt aufgrund seiner Krankheit besonders viel Betreuung, er erhält spezielle Therapien und seine Ernährung ist genau auf seine Bedürfnisse umgestellt.

    Theo leidet sehr unter der Situation zuhause, zeigt es aber zuhause selten. Er beginnt, in fremde Häuser einzubrechen und dort Dinge zu stehlen, für die seine Mutter kein Geld hat, weil jeder Cent in Jakobs Behandlung investiert wird.

     Jess Ogilvy ist Jakobs Tutorin. Mit seiner Krankheit einhergeht, dass für ihn soziale Kontakte und vor allem normales soziales Verhalten nahezu unmöglich sind. Mit Jess trainiert er dieses Verhalten, das für andere Menschen völlig normal scheint.

    Als Jess tot aufgefunden wird, gerät nach und nach Jakob unter starken Verdacht, sie ermordet zu haben. Weil er dem Leben in einem Gefängnis nicht gewachsen ist, wird er unter Hausarrest gestellt, bis der Prozess zu Ende ist. Oliver Bond – der Anwalt, den Emma für Jakob engagiert – ist sehr jung und hat wenig Erfahrung vor Gericht. Seine Strategie ist es, Jakob für unzurechnungsfähig erklären zu lassen – was Emma mit Vehemenz sein ganzes Leben lang zu verhindern suchte. Aber es scheint der einzige Ausweg zu sein.

    Schnell fällt dem Leser auf, dass Jakob selbst während der ganzen Zeit nicht einmal gefragt wird, was wirklich geschehen ist, obwohl immer wieder betont wird, dass er – aufgrund seiner Krankheit – nicht in der Lage sei zu lügen. Würde ihn auch in Wirklichkeit niemand fragen, ob er Jess getötet hat? Ich weiß nicht...

    Stattdessen erhält der Leser sehr lange und detailreiche Schilderungen des Asperger-Syndroms und dessen Ausformungen. Aus diesem Grund wirkt der Prozess häufig in die Länge gezogen und auch die Aussagen wiederholen sich wieder und wieder.

    Selbst als Jakob beschließt selbst auszusagen, kommt noch immer nicht der wahre Tathergang ans Licht. Die Wendung – und somit die detaillierte Schilderung des ganzen Vorfalls – kommt erst spät und ein paar Wiederholungsschleifen weniger hätten dem Buch meiner Meinung nach gut getan.

    Das Thema des Buches selbst – Authismus und die spezielle Form des Asperger-Syndroms – finde ich durchaus spannend. Jodie Picoult greift immer wieder Themen und Krankheiten oder Umstände auf, die in anderen Romanen oftmals zu kurz kommen und ihre detailverliebte und genaue Beschreibung der Probleme und Symptome machen sie für mich zu einer sehr guten Autorin. Man merkt, dass sie sich ernsthaft mit den Themen ihrer Romane auseinandersetzt. Dieses mal war das ganze etwas zu viel für mich – beim nächsten Mal bin ich sicher wieder Feuer und Flamme :)

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    MiraBerlins avatar
    MiraBerlinvor 3 Jahren
    Mein Leben für deins

    In diesem Buch geht es um Jacob, der an dem Asperger-Syndrom leidet. Sein ganzer Tagesablauf muss streng befolgt werden, denn wenn dies nicht der Fall ist, rastet Jacob aus. Dementsprechend schwer ist es für ihn auch, sozialen Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen, worunter die ganze Familie leidet - nicht zuletzt Theo, sein jüngerer Brüder.
    Um ihm sein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, greift seine Mutter, Emma, auf alle möglichen Varianten zurück, in der Hoffnung, dass irgendwas anschlagen könnte. So gelangt Jacob auch an Jess, eine Psychologie-Studentin, die sich auf seine Krankheit spezialisieren möchte. Für ihn ist sie ein enorm wichtiger Bestandteil in seinem Leben und Jacob fühlt sich auch einfach mit ihr verbunden. Aber plötzlich ist Jess to und der Verdacht gerät schnell auf Jacob, welcher mehr oder weniger in den Prozess hineinschlittert aufgrund seiner mangelnden menschlichen Erfahrungen. Und so beginnt Emmas Kampf gegen die Justiz und für die Menschenwürde, damit Jacob einen gerechten Prozess bekommt und nicht ins Gefängnis muss...

    Dieses Buch war das erste, was ich von der Autorin gelesen habe. Dementsprechend wusste ich auch nicht, was mich erwarten würde. Einzig und allein der Schreibstil ist genial. Jodi Picoult ist in der Lage, sich in jede Rolle hineinzufühlen und aus deren Sicht zu schreiben, wie sie durch die häufigen Perspektivwechsel beweist. Immer wieder musste ich über Jacobs Aussagen schmunzeln, die zwar nicht falsch waren, aber immer wieder bewiesen, wie metaphorisch die menschliche Sprache doch ist. Gerade der psychologische Aspekt ist hier sehr gut vertreten worden. Dank dieses Buches weiß ich jetzt viel mehr über die Forensik und das Asperger-Syndrom, was mich beides sehr interessiert. Man merkt, dass die Autorin Ahnung von dem hat, über das sie schreibt, wodurch der ganze Roman auch sehr authentisch aufgebaut ist.

    Auch wenn dieses Buch sehr lang ist, war es nie so, dass ich das Ende herbei ersehente, weil es eher so war, dass ich mich in dieses Buch einfand, auch wenn ich nur stille Beobachterin war.
    Auch der Zweifel der Menschen wird gut dargestellt, weil Emma irgendwann nicht mehr weiß, was sie glauben soll: ist ihr Kind den wirklich der Mörder? hat sich die ganze Arbeit überhaupt gelohnt, ihm ein möglichst normales Leben zu ermöglichen?
    Dementsprechend gibt es auch keine wirkliche Hauptfigur, weil man über jede Figur so viel erfährt, dass man das Gefühl hat, als würde man die Personen schon Ewigkeiten kennen.

    Das Ende lässt einen grübelnd zurück und wird mich auch noch eine Weile beschäftigen. Dieses Buch ist kein Buch für zwischendurch, weil man einfach so viel daraus mitnimmt. Es ist wirklich einmalig und dementsprechend für mich auch eine absolute Leseempfehlung. Jeder, der sich auch nur ein wenig für Psychologie und den Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Gericht interessiert, sollte dieses Buch gelesen haben!

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