Kleine große Schritte

von Jodi Picoult 
4,5 Sterne bei4 Bewertungen
Kleine große Schritte
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Ein Buch über das Wirken des Rassismus in der Gesellschaft.

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Rassismus ist noch längst nicht überwunden. Jodie Picoult hat das Thema in einer beeindruckenden Story verarbeitet. Lesen!

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Inhaltsangabe zu "Kleine große Schritte"

Ruth Jefferson ist eine ausgezeichnete und erfahrene Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, verbietet es ihr die Klinikleitung. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an, und Ruth ist schwarz. Doch der kleine Junge bekommt Atemnot, während Ruth als Einzige auf der Station Schicht hat. Was soll sie nun tun? Sie zögert nur kurz und folgt ihrem Gewissen – doch der Säugling stirbt. Der Vater, Turk, zieht Ruth vor Gericht und beschuldigt sie, verantwortlich für den Tod seines Sohnes zu sein. Ihre Pflichtverteidigerin Kennedy verfolgt eine rationale Strategie, doch das Thema ist emotional so aufgeladen, dass sie damit nicht weiterkommt. Aber Ruth will nicht aufgeben und für ihren Freispruch kämpfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958620346
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Audiobuch
Erscheinungsdatum:02.10.2017
Das aktuelle Buch ist am 13.08.2018 bei Penguin erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Nomadenseelevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch über das Wirken des Rassismus in der Gesellschaft.
    Ein Buch über das Wirken des Rassismus in der Gesellschaft.

    Eine berührende Geschichte, die vor allem eines offenbart: Den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…

    Ein Buch, welches fesselt. Alltagsdiskriminierung, Rassismus, Konflikte zwischen Anweisungen und dem Wunsch ein Leben zu retten – das liest sich sicherlich überfrachtet, ist es aber nicht.

    Erzählt wird die Geschichte der schwarzen Krankenschwester Ruth Jefferson, welche nach Aufforderung des Rassisten Turk Bauer dessen Baby nicht mehr berühren darf. In einer Notfallsituation kommt so der Verdacht auf, sie hätte dem Baby aus Rachegefühlen nicht helfen wollen. Die Pflichtverteidigern Kennedy McQuarrie vertritt sie vor Gericht.

    Man muss sich auf diese sehr intensive Geschichte genau einlassen, mal nebenher hören oder wahrscheinlich auch lesen ist nicht möglich. Das liegt vor allem daran, dass sowohl Ruth als auch Kennedy sich nach und nach entwickeln, dann aber wieder, vor allem Ruth, in dieser Entwicklung wieder Rückschläge durchmachen.

    Was an dem Hörbuch schade ist, dass das Nachwort nicht vertont wurde, da viele Rezensionen betonen, dass die Autorin darin die Schwierigkeiten beschreibt, welche sie mit dem Schreiben des Buches hatte und ihre Motivation, die Handlung zu entwickeln.
    Ansonsten machen die drei Sprecher ihre Sache sehr gut, und schaffen es, die Gedanken- und Erlebniswelt der Figuren sehr gut zu vermitteln.

    Fazit

    Ein Buch über das Wirken des Rassismus in der Gesellschaft.


    Quelle

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    MissStrawberrys avatar
    MissStrawberryvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Rassismus ist noch längst nicht überwunden. Jodie Picoult hat das Thema in einer beeindruckenden Story verarbeitet. Lesen!
    Kleine große Dinge

    Ruth Jefferson ist mit Leib und Seele Säuglingsschwester. Die alleinerziehende Mutter eines Teenagers steht deshalb vor einem großen Problem, als Tuck Bauer ihr verbieten lässt, sich um seinen Sohn zu kümmern. Der Grund ist eindeutig und schrecklich: Ruth ist eine Farbige. Die Folgen sind noch schrecklicher: Bauers Sohn stirbt nach einem Routineeingriff und Bauer macht Ruth dafür verantwortlich. Ruth wird suspendiert und kämpft sich in einem Job bei McDonalds durch, bis sie aus heiterem Himmel als Mörderin verhaftet wird. Die Anwältin Kennedy McQuarrie übernimmt Ruths Verteidigung. Ein Kampf gegen Rassismus und Vorurteile beginnt …

    Der Originaltitel „Small Great Things“ passt meiner Meinung nach sehr viel besser, auch wenn nur ein Wort anders ist. Dennoch geht es hier nicht wirklich um Schritte in meinen Augen. So oder so, das (Hör-)Buch hat mich sehr bewegt und auch mitgenommen. Zwischendurch vergaß ich immer wieder, dass die Geschehnisse in der Gegenwart angesiedelt sind. Mein Herz und Hirn wollten einfach nicht wahrhaben, dass noch immer diese Barrieren in den Köpfen und Herzen existieren und schob die Story immer wieder ungefragt in die 50er/60er Jahre. Der Plot selbst ist packend und geht unter die Haut. Durch den Stil von Jodie Picoult wird dieser Effekt noch verstärkt. Sie schafft es meisterlich, die Protagonisten geradezu lebendig werden zu lassen und die drei Sprecher (Beate Rysopp, Svenja Pages, Frank Stieren) machen einen großartigen Job. Man hört heraus, dass sie alle nicht einfach nur lesen, sondern ebenso in der Story gefangen sind, wie ich beim Hören.

    Dennoch habe ich immer wieder größere Pausen einlegen müssen. Mich hat die Story unbeschreiblich bewegt und berührt, betroffen gemacht und aufgewühlt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber gleichzeitig war vieles einfach zu heftig für mich. Auch das ist neu für mich: dieser Widerspruch, dass ich mehr erfahren möchte, mich aber auch alles zu sehr mitnimmt. Aber am Ende bleibt zu sagen, dass ich sehr beeindruckt bin und dieses (Hör-)Buch jedem ans Herz legen möchte.

    Das Thema Rassismus ist aktuell wie eh und je und sollte es gar nicht sein müssen. Es ist so unfassbar traurig, dass die Hautfarbe in der heutigen Zeit noch ein Gewicht hat. Wie die Autorin das Thema anpackt und verarbeitet, ist großartig. Sie lässt die drei Hauptfiguren jeweils ihre Sicht der Dinge erzählen. So hat der Leser die Chance, aus diesen drei Strängen seine eigene Wahrheit und Erkenntnis zu ziehen. Die Diversität dieser drei Darstellungen ist erstaunlich und der Wandel, der nach und nach einsetzt, nicht herbeigezwungen, sondern eine logische Entwicklung. Auch wenn das Ende vielleicht sehr Hollywood ist, ist es doch passend. Ebenso die klischeehaften Stellen. Sie sind vorhanden, aber sie überwiegen nicht – und sie machen das Ganze noch realistischer.

    Das Hörbuch ist eine gekürzte Lesung, doch hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder dass etwas fehlt. Insofern ist die Kürzung hier eindeutig gelungen. Obwohl ich vor dieser Rezension die Geschichte erst mal habe eine Woche sacken lassen müssen, bin ich noch immer tief bewegt. Sie hallt eindeutig sehr lange sehr intensiv nach. Deshalb gebe ich sehr gern die vollen fünf Sterne. Ich wünsche mir, dass dieses Buch es schafft, die Menschen toleranter werden zu lassen.

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    Klusivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ganzheitliche Betrachtung zum Thema Rassismus in einen beeindruckenden Roman verwoben
    Kleine große Schritte

    Ruth Jefferson ist eine gewissenhafte Säuglingsschwester mit guter Ausbildung, auf die sie stolz ist. Viele Jahre hat sie ihre Arbeit zur vollsten Zufriedenheit der Klinik erledigt. Sie lebt mit ihrem Sohn in einer „weißen“ Wohngegend und hat weiße Freunde. Sie ist mit ihrem Leben zufrieden, bis Turk Bauer nach der Geburt seines Sohnes darauf besteht, dass Ruth das Baby nicht anfassen darf. Als der Kleine stirbt, beginnt für Ruth ein Albtraum.

    Das Hörbuch wird abwechselnd von drei Sprechern gelesen. Beate Rysopp ist die Stimme der Ruth Jefferson, Svenja Pages schildert die Ereignisse aus der Sicht der Anwältin Kennedy McQuarrie, und die Passagen, in denen Turk Bauer zu Wort kommt, werden von Frank Stieren gelesen. Alle drei Sprecher machen ihre Sache sehr gut. Mit ihren Stimmen transportieren sie die vielschichtigen Emotionen, die es im Roman reichlich gibt. Es handelt sich um eine gekürzte Lesung. Die knapp 600 Seiten des Romans wurden hier für 6 CDs mit insgesamt 460 Minuten aufbereitet. Ein Großteil der Handlung dreht sich um den Gerichtsprozess, als Ruth angeklagt wird, am Tod des Säuglings schuld gewesen zu sein. Aus ihrer Sicht schildert Ruth die Ereignisse. Wie stark der Rassismus wirklich noch in unserer heutigen Gesellschaft verankert ist, hat mich erschüttert, denn die Autorin hat eine wahre Geschichte zum Anstoß genommen, diesen Roman zu schreiben. Es ist also nicht so, dass der hier vorkommende Rassismus frei erfunden wäre.
    Die Betrachtungsweise der Problematik ist bei Jodi Picoult jedoch eine andere. Sie rollt die Sache von mehreren Seiten auf. Aus Ruths Sicht erfährt man die Situation der benachteiligen schwarzen Hebamme, während Kennedy, die weiße Anwältin völlig neue Erkenntnisse gewinnt, je länger sie den Fall bearbeitet, nämlich dass alles, was den Farbigen zum Nachteil gereicht, im Umkehrfall für die Weißen einen Vorteil bzw. ein Privileg darstellt. Wie sie so treffend schreibt: selbst Ignoranz ist ein Privileg der Weißen. Turk Bauer, der Vater des verstorbenen Säuglings, ist ein Rechtsradikaler, der einen unvorstellbaren Hass auf Ruth entwickelt. Ihr möchte er den Tod seines Kindes anlasten. Dabei ist er in seinem Tun und Denken aber äußerst inkonsequent, denn egal was Ruth auch getan oder gelassen hätte, in jedem Fall hätte man es gegen sie verwenden können. Die geführten Debatten und Verhöre bei Gericht ziehen sich endlos, und manchmal fand ich die Sichtweisen verwirrend, vor allem wenn es darum geht, das Thema Rassismus beim Prozess auszuklammern, wie es Kennedy vorschlägt. Dieses Argument konnte ich beispielsweise gar nicht nachvollziehen, denn es kam ja gerade durch die rassistische Einstellung des Vaters zu dieser Zwickmühle und zum Gerichtsfall. Manchmal hatte ich den Eindruck, die Argumentation würde sich im Kreis drehen. Das Ende war bis zu einem gewissen Grad voraussehbar, aber es bot auch noch einige Überraschungen für mich, besonders weil Turk Bauer hier noch einmal zu Wort kommt. Seine Entwicklung im Verlauf des Romans empfand ich als etwas zweifelhaft.
    Abgesehen von diesen kleinen Irritationen, die meines Erachtens durchaus auch von der Kürzung des Textes herrühren können, hat mich die Geschichte sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht. Gerade die Lesung durch drei verschiedene Sprecher belebt die Handlung und macht das Hörbuch besonders ausdrucksstark.

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    lenisveas avatar
    lenisveavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Warmherziger Roman mit Rassismus-Hintergrund, gute 4,5 Sterne
    Kleine große Schritte

    € 20,00 [D] inkl. MwSt. € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10237-4 NEU Erschienen: 02.10.2017 Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Kleine-grosse-Schritte/Jodi-Picoult/C-Bertelsmann/e461164.rhd Jodi Picoult - bewegend wie nie Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist … Meine Meinung: Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und war daher sehr auf die Neuerscheinung gespannt, der Klappentext hörte sich einfach auch sehr interessant an. Mir wurde das Buch freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen. Man lernt Ruth kennen, die mit Herz und Seele Säuglingsschwester ist und eines Tages auf ein Elternpaar trifft, die dagegen sind, dass ihr Baby von Ruth behandelt wird, alleine aufgrund ihrer Hautfarbe. Ihr wird der Umgang mit dem Baby von der Klinikleitung untersagt, Sie ist völlig entsetzt darüber und es kommt zu einem Notfall nach der Beschneidung des kleinen Jungen und Ruth weiß einfach nicht, wie sie handeln soll. Für den Kleinen kommt im Endeffekt jede Hilfe zu spät und der rassistische Vater zeigt Ruth wegen fahrlässiger Tötung und Mord an. Ab dem Zeitpunkt gerät das Leben von Ruth völlig aus den Fugen und sie steht vor Gericht. Die Hauptprotagonistin Ruth hat mir als Charakter sehr gut gefallen, es war sehr zu spüren, in welchem Zwiespalt sie sich befunden hat. Ihre Verteidigerin mochte ich auch sehr, man spürte richtig, dass sich ihr Verhalten/ihre Meinung in Bezug auf Rassismus auch im Laufe der Geschichte verändert hat. Das Buch hat sich mit dieser Geschichte natürlich viel mit dem Thema Rassismus befasst, was ich sehr interessant fand. Insgesamt fand ich das Buch sehr warmherzig und berührend geschrieben. Alles in allem konnte mich das neue Buch der Autorin wieder begeistern und überzeugen können. Ich kann hier ganz klar eine Kauf- und Leseempfehlung geben, Von mir bekommt das Buch sehr gute 4,5 Sterne.

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