Joe Abercrombie

 4.3 Sterne bei 1.129 Bewertungen
Autor von Kriegsklingen, Feuerklingen und weiteren Büchern.
Joe Abercrombie

Lebenslauf von Joe Abercrombie

Joe Abercrombie wurde 1974 in Lancaster geboren und studierte zunächst Psychologie und arbeitete anschließend als Drehbuchautor. Seinen Durchbruch als Fantasyautor hatte er dann mit seiner "First-Law-Trilogie". Mit seiner "Shattered Sea"-Reihe hat er sich auch in den Jugendbuchbereich vorgewagt. Derzeit ist eine weitere Trilogie im "First Law" Universum geplant.

Alle Bücher von Joe Abercrombie

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Kriegsklingen

Kriegsklingen

 (324)
Erschienen am 01.02.2013
Feuerklingen

Feuerklingen

 (192)
Erschienen am 03.09.2007
Königsklingen

Königsklingen

 (170)
Erschienen am 01.09.2008
Racheklingen

Racheklingen

 (110)
Erschienen am 05.10.2009
Heldenklingen

Heldenklingen

 (58)
Erschienen am 08.08.2011
Blutklingen

Blutklingen

 (39)
Erschienen am 09.04.2013
Königsschwur

Königsschwur

 (40)
Erschienen am 12.01.2015
Königsjäger

Königsjäger

 (27)
Erschienen am 10.08.2015

Neue Rezensionen zu Joe Abercrombie

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Rezension zu "Königsschwur" von Joe Abercrombie

Der schwächere Abercrombie
Nymphenbadvor einem Monat

Königsschwur (Half A King) folgt den Missgeschicken von Yarvi, dem Sohn eines mächtigen Königs, der mit einer verkrüppelten Hand geboren wurde und daher nicht in der Lage ist, einen Platz in der Kriegergesellschaft einzunehmen, in der er lebt. Verachtet von seinen Landsleuten und seiner Familie, gebrandmarkt als "halber Mann", verbringt Yarvi die meiste Zeit damit, seinen Verstand zu schärfen und sich darauf vorzubereiten, ein Gelehrter – irgendwo zwischen Priester, Heiler und Berater – zu werden.

Bevor er seine Gelübde ablegen kann, geschieht das Undenkbare, als sein Vater und sein älterer Bruder ermordet werden und ihn als den Einen Wahren König hinterlassen. Yarvi wird jedoch verraten und landet als Sklave auf einem Piratenschiff.

Den Großteil der Geschichte nimmt Yavis Reise von der Sklaverei zur Freiheit und zurück nach Hause ein. Er versammelt eine bunte Gruppe ehemaliger Sklaven um sich, schmiedet in seiner Bedrängnis Freundschaften und tut alles, um seinen Eid zu erfüllen, den Tod seines Vaters zu rächen. Es ist auch eine Geschichte des Erwachsenwerdens: Yavis Kampf, wieder ein freier Mensch zu werden, das Kennenlernen der Welt, in der er lebt, und das allmähliche Zurückweichen des verinnerlichten Selbsthasses aufgrund seiner verkrüppelten Hand sind Teil seiner Reise.

Abercrombie hat die ganze Trilogie innerhalb von 12 Monaten geschrieben, genauso schnell wurde sie auch veröffentlicht. Das bedeutet natürlich auch, dass die Bücher um den „halben König“ wesentlich kürzer sind als die der bahnbrechenden First Law-Reihe. Zunächst einmal war man wohl verwundert über Abercrombie, der als wichtiger Mitbegründer der Grimdark Fantasy gilt, und der dann plötzlich ins Young Adult-Genre wechselte. Zwei wesentliche Faktoren waren dafür verantwortlich. Zum einen hatte er sechs dicke Bücher des sehr erwachsenen Typs vorgelegt und verspürte nun das Bedürfnis, etwas anderes zu machen, zum anderen waren seine Kinder gerade in dem Alter, wo ihnen Bücher zunehmend wichtiger und aufregender erschienen. Es liegt nahe, dass er etwas mit ihnen teilen wollte.

Eine gute Gelegenheit, einen etwas anderen Stil, eine andere Welt und eine stärker fokussierte Art von Geschichte auszuprobieren, um eine neue Leserschaft anzusprechen, während auch die Abercrombie-Fans auf ihre Kosten kommen sollten. Zumindest teilweise. In den Abteilungen Sex und Gewalt ist das Buch nicht so explizit und es hat einen jungen Erwachsenen zum Protagonisten. Abercrombies Ton ist allerdings erkennbar vorhanden, wenn auch eher in einer Light-Version.

Königsschwur kommt direkt und ohne sich kreuzende Erzählstränge aus. Man kann sich natürlich fragen, ob für eine solche Erzählung nicht die Ich-Perspektive eine bessere Wahl gewesen wäre, um die reduzierte Weltsicht besser zu begründen. Allerdings sind Motivation und Charakterzeichnung hier derart oberflächlich, dass wohl auch das nicht viel geholfen hätte. Die Beziehung zwischen Yarvi und seinen Freunden ist beinahe schmerzhaft unterentwickelt. Tatsächlich ist diese Loyalität und Freundschaft einfach vorhanden, der Leser muss sie wohl akzeptieren, ohne dass sie in irgendeiner Form entwickelt wurde.

Bis zum Ende hin ist die vorgetragene Erzählung eintönig. Wir haben die obligatorische wikingerartige Welt, aber auch hier wird nichts vertieft. Abercrombie macht es sich zu einfach, einfach ein männliches gegen ein weibliches Götterpantheon auszutauschen, denn er vergisst, diese Umkehr auch anzuwenden. Wie nämlich ist es zu erklären, dass zwar alle Göttinnen weiblich sind, die Geschlechterrollen der Menschen aber völlig stereotyp abgespult werden?

Vor dem absoluten Versacken ins Belanglose rettet das letzte Viertel des Romans (so man die Geschichte denn so nennen will). Es scheint, als wäre Abercrombie aufgewacht und hätte sich daran erinnert, dass er eigentlich ein guter Geschichtenerzähler ist. Da werden plötzlich Erwartungen untergraben und es kommen ein paar hübsche Wendungen ins Spiel. Das kann zwar den enttäuschenden Gesamteindruck nicht mildern oder gar überzeugen, stimmt allerdings all jene versöhnlich, die das Buch schon in die Ecke pfeffern wollten.

Abercrombie geht hier so schwach wie noch nie vor. Das liegt nicht allein an der fehlenden Härte, sondern an schwachen Erzählmustern. Eine Empfehlung kann ich an dieser Stelle nur für jene aussprechen, die Abercrombie überall hin folgen.

(phantastikon.de)

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Rezension zu "Kriegsklingen" von Joe Abercrombie

eigensinnig genial
anderswoundhiervor 3 Monaten

schwarzer Humor, knackig und nicht vorhersehbar. Definitiv mal was anderes in Sachen Fantasy - der eigenwillige Stil sticht raus aus dem Einheitsbrei

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Rezension zu "Kriegsklingen" von Joe Abercrombie

Kriegsklingen von Joe Abercrombie
zickzackvor 6 Monaten

Eigentlich ein typischer Fantasyplot. Länder bekriegen sich und jeder will für sich die meiste Macht beanspruchen. Und der Leser befindet sich in dem Land, welches sowohl im Norden wie auch vom Süden bedroht wird, wobei man nicht weiß, welches von beiden schlimmer ist.
Die typischen Fantasyrassen fallen weg. Man merkt eigentlich den Fantasyanteil auch nur daran, dass Magie verwendet wird und an haufenweise Götter geglaubt wird. Es kommen ein paar eigene Arten vor, auf die aber nicht näher eingegangen wird. Allgemein ist es mir so vorgekommen, dass viele Themen angeschnitten wurden, aber nichts wirklich bearbeitet wurde. Zum Beispiel wurde das Buch in zwei Teile aufgesplittert und wenn ich so darüber nachdenke, ging es im ersten Teil besonders um die Bedrohung aus dem Norden und im zweiten der aus dem Süden, während Charakterbeziehungen ausgearbeitet wurden und wie in der Inhaltsangabe schon erwähnt, die lebende Legende erwachte.
Plotmäßig hatte ich vielmals den Eindruck, dass man einfach auf der Stelle trat. Es hat sich so schleppend fortbewegt und teilweise habe ich mich durch Belanglosigkeiten gequält. Allerdings kann es auch sein, dass mich der ein oder andere Plotstrang einfach nicht gepackt hat und damit auch nicht interessiert. Vor allem wenn die Charakter noch so nervig wie Jezal waren, aber dazu später.
Die Welt an sich scheint ziemlich groß zu sein, aber ich habe sie in ihrem Ganzen nicht kapiert, muss ich zugeben. Sie bleibt für mich ein großer Haufen Wirrwarr. Von der Union weiß man viel und den Nordmännern und Teilen von Süden, aber die ganzen anderen Völker die angesprochen wurden, waren mehr oder weniger nur hübsches Beiwerk. Ich finde es zwar gut, dass der Autor nicht seitenlanges Worldbuilding eingebaut hat, aber da er teilweise von einem Plotstrang in den nächsten gesprungen ist und dabei noch nicht einmal sonderlich viel passierte, ist das anscheinend bei mir mehr oder weniger vorbeigegangen. Einen großen Teil des Buches fragte ich mich, auf was das überhaupt hinausläuft (bis auf das Offensichtliche, das die Länder sich später bekriegen). Mir ist da erst am Ende ein kleines Glimmen der Erleuchtung gekommen und während sich die Charaktere fragen, warum sie sich ihr Schicksal antun, habe ich mich gefragt, ob es sich wirklich gelohnt hat bis zum Ende zu lesen.
Zwischenfazit: Vom Plot bin ich keinesfalls überzeugt. Einerseits fehlte mit der rote Faden, andererseits ging es zu schleppend voran. Doch ein guten Punkt gab es dennoch: Ich fand es recht faszinierend wie sich die Schicksale der Charakter letzten Endes gekreuzt haben.

Der Schreibstil war in Ordnung. Ich würde jetzt nicht sagen herausragend, aber flüssig zu lesen. Eigentlich an manchen Stellen zu modern für das mittelalterliche Setting, aber das fand ich nicht schlimm. Das hat das Ganze etwas aufgelockert. Der Schreibstil ist einer der Gründe, warum ich am Ball geblieben bin, auch weil er mit einer Brise Humor versehen ist.
Allerdings hat der Autor ein Faible für Zähne. Wie oft Charakter an ihren Zähnen lutschen oder am Zahnfleisch, die Zähne hart zusammenbeißen oder sie fletschen… Manch andere beschreiben ständig die Augen oder das Lächeln, Grinsen etc. ständig und bei ihm waren es die Zähne. Irgendwie… ich weiß auch nicht. Augen wären mir da doch lieber gewesen, weil dabei meine eigenen Zähne immer mal wieder geschmerzt haben.
Beschreibungen waren bildhaft, besonders die Charakterbeschreibungen, wie die Perspektivencharakter sich untereinander beschrieben haben. Man hat gleich gewusst, wer damit gemeint ist.

Die Charktere: Allgemein muss ich sagen, dass sie sehr authentisch gewirkt haben. Eigentlich jeder einzelne der Perspektivenfiguren. Sie haben auf Situationen reagiert wie man sie mit der Zeit lang gelernt hat einzuschätzen. Es sind allerdings durchweg Unsympathen, nur jeder auf seine eigene Art und Weise und auch der eine mehr, der andere weniger. Unsympathische Charaktere finde ich persönlich nicht schlecht. Im Gegenteil sind es meistens die, die mir am meisten gefallen. Nur wenn sie alle unsympathisch sind?
Das Buch ist schon etwas erstaunlich. Den einen Charakter habe ich sofort in mein Herz geschlossen, den anderen hasse ich wie die Pest und bei den anderen… neutral bis in Ordnung oder interessant, würde ich sagen. Aber ich denke, das ist ganz normal. Allerdings ist es lange her, dass ich einen Charakter so sehr hasste und das finde ich an dem Buch wiederum gut. Es war mir nicht egal, es hat bei mir Gefühle ausgelöst – auch wenn ich es das ein oder andere Mal gern an die Wand geklatscht hätte.

Die Hauptcharakter: Logen, Neunfinger genannt, der Barbar, folgt den ersten der Magi, ein Nordmann. Vom Äußeren fällt er durch seine breite Statur und die Größe sofort auf. Er hat harte Zeiten hinter sich, seine Familie, Freunde und Verbündete verloren. Doch wirkt er keinesfalls verbittert, eher entschlossen und hängt an seinem Leben. Allerdings kapiere ich nicht so recht, warum er Bayaz folgt. Der Lehrling von Bayaz hat ihm in Wald ausfindig gemacht und führte ihn zum Magus. Und dort schloss er sich ohne weiteres Bayaz an. Obwohl er ihn nicht kennt und der Magus… nun ja, ein seltsamer alter Mann ist. Logen hat ja selbst später festgestellt, dass er nicht weiß, warum er sich ihm angeschlossen hat. Aber seine Loyalität bleibt bestehen. Im Plot gerät er von einem Kampf in den anderen. Irgendwann ermüdend…

Hauptmann Jezal dan Luthar, Teilnehmer des jährliches Turniers, Spross eines Adligen und arrogantes A….loch. Ja, er ist der Charakter den ich hasse. Er ging mir mit seiner Arroganz und seinem Selbstmitleid so auf den Zeiger und dann wenn es drauf ankommt, ist er ein Weichei. „Oh Ardee. Bitte warte auf mich, sonst muss ich große Krokodilstränen vergießen und dabei kann ich dich nicht heiraten, nur deinen Ruf schänden, da du ja keine Adlige bist, sondern nur eine einfache bürgerliche des gemeinen Volkes. Warum kann ich nur kein Glück haben? Warum bin ich dir nur so verfallen? Was hast du nur mit mir gemacht? Wir können zwar nicht zusammen sein, aber dass du einen anderen hast, will ich auch nicht.“ Pfui.
Und die Krönung war, als er sein tolles Kinn vor dem Spiegel betrachtet und es bewundert hat. Ich habe so darauf gehofft, dass es ihn jemand einschlägt…
Irgendwann habe ich nur noch aufgestöhnt, als ich den Namen am Kapitelanfang gelesen habe. Ich weiß nicht, wie oft ich das Bedürfnis bei seinen Kapiteln hatte, das Buch an die Wand zu klatschen. Dieser eingebildete Gockel, der nur nach Ruhm lechzt und eigentlich nichts auf den Kasten hat. Aber er hat halt genau ins Bild der Union gepasst, insbesondere in dieser Stadt Agriont. Die schienen dort alle hochnäsig und arrogant zu sein. Muss dort eine Krankheit sein…

Sand dan Glokta, jetzt Inquisitor, davor Turniersieger und Soldat, kam bei einem Einsatz in die Gefangenschaft des Feindes, der ihn stark foltert und warum er für immer mit körperlichen Schmerzen leben muss. Ein verbittert Mann. Am Anfang dachte ich, er ist recht alt, aber später wurde mir klar, dass er höchstens um die 40 Jahre sein kann. Er ist sehr misstrauisch, direkt, zynisch und sehr, sehr verbittert, was aber vor allem daran liegt wie andere mit ihm umgehen.
Glokta ist für sein Land in den Krieg gezogen und kam nach 700 Tagen Folter zurück und niemand dankt es ihm, sondern diese arroganten Säcke schauen ihn nur schief an und wundern sich, dass er überhaupt noch lebt. Höchstens mit falschen Mitleid und Bedauern wird er bedacht. Übrigens ist er der Charakter, der keine Zähne mehr hat und wo Abercrombie gern drauf rumgeritten hat, wie Glokta an seinem Zahnfleisch lutscht.
Seine Vergangenheit, gemischt mit seiner Art und der winzig kleinen Tatsache, dass er Jezal genauso wenig leiden konnte (ich mochte ihn aber schon vor das herauskam), hat ihm zu meinem Lieblingscharakter gemacht. Auf seine Kapitel habe ich mich immer sehr gefreut und öfters wurde es trotz seiner Bitterkeit (oder gerade deswegen?) recht unterhaltsam.

Neben Jezal, Logen und Glokta gab es noch weitere Perspektivenfiguren, die aber weniger häufig vorkamen und auf die ich jetzt nicht näher eingehe.

Fazit: Das Buch hat mich letzten Endes nicht überzeugt und ich überlege noch, ob ich die Nachfolger lesen soll. Einerseits würde ich schon gern wissen, wie es mit Glokta weitergeht, aber der Plot war mir viel zu mau. Dann noch die Tatsache, wieder auf Jezal zu treffen und mich über ihn aufzuregen… aber vielleicht verbessert er sich ja. Das Buch hat von meiner Seite viele Kritikpunkte bekommen und doch war es keine absolute Katastrophe. Es lebt eindeutig von seinen Charakter, die gut ausgearbeitet sind. Trotzdem kann ich nur zwei Sterne vergeben (einmal für die Charakter und einmal für den Schreibstil).

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Joe Abercrombie wurde am 31. Dezember 1974 in Lancaster (Großbritannien) geboren.

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