Joe Abercrombie Blutklingen

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Inhaltsangabe zu „Blutklingen“ von Joe Abercrombie

Helden zwischen Gut und Böse, Action wie im Kino und spannend bis zum Schluss

Jenseits der Grenze zum Königreich der Union beginnt das Land der Gesetzlosen. Ein Land, in dem jeder sich selbst der Nächste ist und in dem nur das schnellste Schwert oder die härteste Faust überlebt. Doch nun wurde hier Gold gefunden, und im großen Sturm auf die einst verlassenen Berge treffen Tausende Goldsucher, zwei rachedurstige Nordmänner, eine Bande von Mördern und die Agenten des Königreiches zusammen – und Blut, Gold und Tränen fließen in Strömen …

Leider nicht mit den Vorgängern vergleichbar

— Monika_Grasl

Nicht vergleichbar mit dem Start der Reihe ...

— Masau

Ein Muss für jeden Fantasy-Fan!

— Alondria

Man muß realistisch bleiben. Darkfantasy auf hohem Niveau. Super vielschichtige Charaktere und ein gelungener Fantasy Western!

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  • Goldrausch im "First Law" - Universum

    Blutklingen

    Wortmagie

    17. November 2016 um 11:40

    Joe Abercrombie ist in sein „First Law“ – Universum zurückgekehrt. Im Januar 2017 wird die Anthologie „Schattenklingen“ bei uns veröffentlicht. Obwohl ich sonst kein Fan von Kurzgeschichten bin, kann ich es kaum erwarten. 13 neue Geschichten mit Glokta, Logen und all den anderen! Da es bis Januar ja nicht mehr allzu lang hin ist, wurde es höchste Zeit, dass ich mir den letzten der drei Einzelbände aus der „First Law“ – Welt vornehme. „Blutklingen“ stand auf der Speisekarte. Scheu Süd war nicht immer ein guter Mensch. In ihrer Jugend lief sie von zu Hause fort und schloss sich einer Räuberbande an. Sie stahl. Sie tötete. Dankbar, dass diese dunklen Jahre der Gewalt weit zurückliegen, sorgt sie heute so gut sie kann für ihre kleinen Geschwister Ro und Pit und versucht, den Hof ihrer verstorbenen Mutter am Laufen zu halten. Keine einfache Aufgabe in Naheland. Unterstützt wird sie von dem alten Gully und Lamm, einem sensiblen Nordmann, der wohl so etwas wie ihr Stiefvater ist. Scheu kennt die Berichte über Goldfunde in Fernland. Idiotisch, wer glaubt, dort das Glück zu finden. Niemals würde sie ihre Verpflichtungen einfach hinschmeißen, um einem Traum nachzujagen. Doch als sie eines Tages gemeinsam mit Lamm aus der Stadt zurückkehrt, findet sie nichts als Asche vor. Ihr Hof wurde niedergebrannt, Gully ermordet und die Kinder verschleppt. Die Spuren deuten nach Fernland. Entschlossen, Ro und Pit zu finden, machen sich Scheu und Lamm auf die lange und gefährliche Reise. Bald muss Scheu einsehen, dass sie ihren Stiefvater weniger gut kennt, als sie dachte. Vielleicht ist sie nicht die einzige mit einer blutigen Vergangenheit. Joe Abercrombie hat zu seiner alten Form zurückgefunden. „Blutklingen“ ist definitiv der beste der drei Einzelbände und knüpft qualitativ an die „First Law“ – Trilogie an. Während „Racheklingen“ und „Heldenklingen“ räumlich und inhaltlich begrenzte Geschichten erzählen, werden die Tore zu Abercrombies detailliertem Universum in „Blutklingen“ erneut weit aufgestoßen. Die Handlung setzt etwa 10 Jahre nach den Ereignissen in „Racheklingen“ an und beleuchtet einen Winkel der Welt, den die Leser_innen bisher nicht besuchen durften: die ungastlichen, gesetzlosen Regionen Naheland und Fernland. Seit in Fernland Gold gefunden wurde, setzte ein stetiger Zustrom von Glücksrittern und Verzweifelten ein, die hoffen, sich in der kargen Landschaft mithilfe einiger Nuggets ein neues Leben aufbauen zu können. Demzufolge ist „Blutklingen“ die High Fantasy – Version der Goldräusche in Nordamerika, eine Idee, die mich bereits grundsätzlich begeistert. Ich finde es großartig, dass Abercrombie reale Ereignisse der Geschichte in diesen Kontext überträgt und auf diese Weise spannende neue Perspektiven erkundet. Er arbeitet Naheland und Fernland überzeugend in die prekäre politische Situation zwischen der Union und dem Kaiserreich ein und verdeutlicht das Interesse beider Nationen an diesen Grenzlanden. Die Aura von Veränderung ist auf jeder Seite spürbar und unterstützt die bombastische, greifbare Atmosphäre. Er spielt mit der Frage, was Zivilisation eigentlich ausmacht: definiert sich Zivilisation über materielle Errungenschaften oder eher über das Verhalten der Menschen? Unwissenheit, Missverständnisse und Vorurteile schüren den Konflikt zwischen Siedlern und der indigenen Bevölkerung, führen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Ebenen und können den Fortschritt doch nicht aufhalten. Bedauerlicherweise ist das Kielwasser der Zivilisation stets blutig. Die Protagonistin Scheu Süd kümmert sich wenig um Fortschritt und Zivilisation, ihr einziges Interesse gilt der Rettung ihrer Geschwister. Mir gefiel Scheu aufgrund ihrer Bodenständigkeit unglaublich gut. Sie ist eine harte junge Frau, deren Herz am rechten Fleck sitzt und die eine ansteckende Energie ausstrahlt. Ihre Vergangenheit desillusionierte sie, ließ sie misstrauisch und zynisch werden, aber sie bewahrte sich sowohl ihre Fähigkeit, zu lieben, als auch ihre Fähigkeit, Glück zu empfinden. Jede_r hat sein/ihr Päckchen zu tragen, eine Weisheit, die ebenso auf den Rechtsgelehrten Tempel und Scheus Stiefvater Lamm zutrifft. Während Tempel sein Wesen komplett umkrempelt, obwohl er viele Jahre für den berüchtigten Söldner Nicomo Cosca (ja, DER Cosca) arbeitete, wird Lamm im Verlauf ihrer Reise von seiner Vergangenheit eingeholt. Drei lebendige, realistische Figuren, die ganz verschiedene Antworten auf die Frage liefern, ob sich ein Mensch wirklich ändern kann. Mich faszinierte die Subtilität, mit der Joe Abercrombie dieses philosophische Thema in seine Geschichte integrierte. Ohne die Handlung zu beherrschen begleitet es die Leser_innen ununterbrochen, wie eine Unterströmung, die nur in entscheidenden Momenten zu Tage tritt. Abercrombie ist eben mehr als ein Chronist brutaler Gewalt und heftiger Kraftausdrücke, er verfügt über eine nachdenkliche, einfühlsame Seite. Dieser Facettenreichtum spiegelt sich in seinen Romanen wider und dafür liebe ich ihn. „Blutklingen“ steigerte meine Vorfreude auf die Anthologie „Schattenklingen“ massiv. Es ist ein fantastischer High Fantasy – Roman voller Anspielungen auf die Realität und tiefen, abwechslungsreichen Charakteren. Das Setting erinnert an den Wilden Westen, die Handlung an die großen Goldräusche des 19. Jahrhunderts. Es vereint Härte, Action und Emotionalität auf unnachahmliche Weise. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und bin überzeugt, dass Joe Abercrombie mit seinem „First Law“ – Universum noch längst nicht fertig ist. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass nach der Anthologie weitere Bücher aus dieser Welt folgen werden. Meine Intuition sagt mir, dass dort noch viele Geschichten schlummern, die erzählt werden wollen und ich bin sicher, Joe Abercrombie weiß das. Mr. Abercrombie, ich warte. Bitte strapazieren sie meine Geduld nicht übermäßig.

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  • Immer wieder

    Blutklingen

    P_Gandalf

    03. August 2016 um 21:24

    Abercrombie schreibt keine Fantasy vom Fließband. Bisher hatte jeder Band sein eigenes Thema. Dieser Roman hätte genauso gut im Wilden Westen Amerikas spielen können und die Anspielungen sind nicht zu übersehen. Alt bekannte Charaktere tauchen wieder auf. Entweder als Hauptperson wie Nicomo Cosca, Tempel oder Neunfinger Logan; andere wie Caul Espe müssen sich mit einer Nebenrolle begnügen. Gute neue Personen kommen hinzu und ich bin gespannt wer mir in den nächsten Büchern wieder begegnet.

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  • Nach der Hälfte abgebrochen. Warum?

    Blutklingen

    Monika_Grasl

    Achtung! Persönlicher Leseeindruck: Ich zähle nicht zu den Lesern, die ein Buch nicht bis zum Ende durchlesen. Allerdings war es mir bei Blutklingen unmöglich es bis zum Schluss durchzuziehen. Warum? Die Figuren mögen auf den ersten Seiten noch irgendwie unterhaltsam rüberkommen. Jedoch zog sich die Handlung schier endlos hin. Und ab einem gewissen Punkt muss man leider sagen, dass es besser gewesen wäre, wenn man die Finger überhaupt davon gelassen hätte. Bei mir persönlich kam keine wahre Verbundenheit zu den Protagonisten auf. Es war nicht wie bei Kriegsklingen, Feuerklingen und Königsklingen, da wirkten die Figuren und die Handlung noch glaubwürdig. Bei Blutklingen hatte ich ständig das Gefühl, der Autor versuchte krampfhaft die Geschichte weiter zu peitschen. Egal was unterm Strich dabei rauskäme.   Fazit: Für manche mag Blutsklingen der Hit sein. Für mich war er es leider nicht. Wenn man auf tiefgreifende Figuren mit bissigem Humor stet, sollte man sich an die ersten 3 bis 4 Bände halten. Danach geht es leider bergab.

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    • 5
  • Nicht vergleichbar mit dem Start der Reihe ...

    Blutklingen

    Masau

    05. February 2015 um 19:28

    Für mich war Blutklingen mit Abstand der schwächste Abercrombie den ich bisher gelesen habe.     Die ersten drei Bände der Reihe waren über jeden Zweifel erhaben. Eine spannend erzählte Geschichte mit toll gezeichneten Charakteren und unglaublichen Kämpfen sorgte bei allen drei Büchern für eine 5-Sterne-Wertung meinerseits. Doch genau das was mir bei diesen so gefallen hat fehlt Blutklingen. Zwar kehrt der Hauptcharakter zurück, bleibt jedoch farblos. Auch die Geschichte ist in meinen Augen nicht dazu geeignet um einen zum Weiterlesen zu animieren. Sie konnte mich weder fesseln noch Spannung erzeugen. Der Schluss hatte mir die letzte Hoffnung auf ein versöhnliches Ende geraubt. Vorhersehbar, unlogisch und einfach nichtssagend - sind die Worte, die mir dazu einfallen. Vielleicht bewerte ich dieses Buch auch etwas kritisch da ich die Vorgänger sehr mochte, aber ich empfehle jedem, der die ersten 3 Bücher geliebt hat, sich diese schöne Erinnerung nicht damit zu zerstören in dem er diesen Band liest. Eigentlich schade, aber ich hoffe auf eine neue Reihe die mich wieder so wie früher gefangen nimmt. Denn das er das kann, hat er ja wohl bewiesen

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  • Abercrombie: Blutklingen

    Blutklingen

    Alondria

    Inhalt Der Norden ist im Goldrausch - viele Bettler, Geschäftsmänner, Krieger und andere Menschen, mit der Hoffnung reich zu werden, werden von den Bergen angezogen. Zur gleichen Zeit bringt die Kompanie der Gütigen Hand aus der Union Angst und Verwüstung in die Städte des Nordens. Unter ihnen ist Tempel, ein Rechtskundiger, der stets versucht das Schlimmste abzuwenden - meist erfolglos - und sich schließlich heimlich aus dem Staub macht. Auf der Suche nach den Rebellen und ihrem Anführer Conthus kennt Inquisitor Lorsen, der ebenfalls mit der Kompanie reist, keinerlei Gnade. Gleiche Zeit, nicht weit entfernt von den Schlachten: Scheu, eine junge Frau, und ihr Stiefvater Lamm, der offenbar nicht der ist, für den er sich ausgibt, besitzen einen Hof mit Feldern; mit ihnen leben Scheus kleine Geschwister Ro und Pit auf dem Hof. Plötzlich wird der Hof überfallen und Ro und Pit werden entführt. Scheu schwört sich ihre Geschwister zu finden - koste es was es wolle - und Lamm begleitet sie auf ihrem Weg. Sie stoßen auf ihrer Suche nach den Kindern auf Dab Süß, einen berühmten Pfadfinder, der sich wie kein anderer in den weiten Ebenen des Nordens auskennt und ihnen den Anschluss an seinen Trupp anbietet, den er durch das Fernland nach Knick führen wird (Knick ist der Ort, an dem die Menschen sich niederlassen, die auf der Suche nach Gold sind). Sie schließen sich ihm an und erleben schon in den ersten Tagen einige Schwierigkeiten. Während sie das Vieh und die Wagen über eine flache Stelle im Fluss bringen wollen, wird ein Mann angeschwemmt; nachdem Scheu ihn gerettet hat, stellt er sich als Tempel vor, ein Rechtskundiger. Da er kein Geld hat, um sich in den Trupp einzukaufen, bezahlt Scheu für ihn, und so steht er in ihrer Schuld und muss anfangen, seine Schulden abzuarbeiten. Außerdem mit dabei sind Corlin und Savian, zwei mysteriöse Mitreisende, denen Scheu zunächst nicht wirklich traut. Corlin ist eine junge Frau, die sich als Nichte von Savian ausgibt und Savian ist stets darauf bedacht seine Arme bedeckt zu halten - doch warum dies so ist, findet Scheu zunächst nicht heraus. Ihre Reise durch das Fernland gestaltet sich als abenteuerlich und kampfreich und als sie schließlich in Knick ankommen, ist Scheu ihrem Ziel, die Kinder zu finden, so nah wie nie zuvor.   Meine Meinung Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll... lachen, weil es wieder einmal ein geniales Werk von Abercrombie ist, das detailiert und schonungslos die Welt des Nordens und das Leben in ihr darstellt. Weinen, weil es der letzte Teil der Klingenreihe ist... und voraussichtlich wird es auch erstmal keinen weiteren Teil geben! Abercrombie hat wieder ein geniales Buch geschrieben, dass mich gefesselt hat und bis zur letzten Seite spannend war - und bis zur letzten Seite wusste man nicht, wie es ausgehen wird. Jeder, der Abercrombies Reihe noch nicht gelesen hat, sollte schleunigst damit anfangen, denn es gibt meiner Meinung nach keine Fantasy-Reihe, die an diese hier heran reicht!!!

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    • 3
  • Fantasy meets Wild Wild West

    Blutklingen

    kornmuhme

    31. August 2013 um 12:47

    Warum kann ich nicht 6 Sterne vergeben? Oder gleich 10??? Der neue Roman von Joe Abercrombie bietet wieder gewohnt alles, was ich von einem starken Fantasy-Roman erwarte: ausgefeilte Charaktere, Reisen durch unbekannte Länder und Landschaften, Kämpfe, Blut und Sarkasmus bis zum geht nicht mehr! Inhalt: Leicht hat es Scheu Süd nun wirklich nicht. Sie lebt in einer Siedlung irgendwo am Ar*** der Welt, betreibt dort einen Bauernhof mehr schlecht als recht und kümmert sich um ihre beiden jüngeren Geschwister, ihren Stiefvater Lamm (ein Feigling vor dem Herrn) und einen uralten Hilfsarbeiter. Ihre Vergangenheit und das karge Leben haben sie zynisch und hart werden lassen. Eines Tages kehrt sie nach Verhandlungen im Dorf zu ihrem Hof zurück - und findet ihn völlig heruntergebrannt vor. Der Hilfsarbeiter ist tot, die Kinder verschwunden. Mit ihrem Stiefvater Lamm macht sie sich auf den Weg, die Kinder zu finden und schließt sich einem Treck von Abenteureren und Glücksrittern an, die auf dem Weg in das weit entfernte Gebirge sind, um dort ihr Glück zu machen und Gold zu finden. Dann ist da noch Tempel, Rechtskundiger in der Armee der Gerechten Hand, die von dem Verrückten Nicomo Cosca abgeführt wird. Im Prinzip besteht die Truppe aus Mördern, gescheiterten Existenzen und Halunken, die als Söldnerarmee plündernd und mordend durchs Land ziehen. Doch diesmal bekommt Cosca für seine Truppe einen Auftrag: Im Namen des Königs der Union sollen Aufständische aufgespürt und vom Großinquisitor verhört werden. Tempel zweifelt mehr und mehr an dem Vorgehen der Armee und des Inquisitors. Irgendwann kreuzen sich natürlich die Wege von Tempel, Scheu, Treck und Armee ... Meinung: So liebe ich Fantasy: grim & gritty, hart, desillusioniert, sarkastisch, blutig. Bisher bin ich bei Abercrombie auch noch nie enttäuscht worden, so auch diesmal nicht! Getragen werden seine Romane zum einen durch starke, ausgefeilte Charaktere und eine sehr bildhafte Erzählweise. Scheu Süd ist eine taffe Frau, zäh, hart im Nehmen und sehr misstrauisch. Aufgrund ihrer Vergangenheit - von der der Leser immer mal wieder ein Häppchen vorgelegt bekommt, aber nie zu viel - hat sie dieses Leben, wie es jetzt ist, gewählt und kommt über die Runden. Aus ihrer Sicht wird auch der Großteil der Geschichte erzählt. Scheu kommt sehr realistisch rüber, ihre Zweifel, Ängste, aber auch ihr Schneid und ihre Zielstrebigkeit machen sie zu einem glaubhaften Charakter. Genauso ist es bei Tempel, der anderen Point-of-View-Figur. Tempel ist ein Zweifler, ein Zögerer und Zauderer, der bisher immer den Schwanz eingezogen hat und abgehauen ist, wenn's brenzlig wurde. So scheint er in seiner jetzigen Position als Rechtskundiger bei Nicomo Cosca (herrlich irre!!) in einer Sackgasse zu stecken. Er findet es widerwärtig, was die Söldnertruppe tut - aber aussteigen kann er in Ermangelung besserer Ideen auch nicht. Ich fand auch Tempel sehr authentisch gezeichnet, sein Dilemma kommt glaubhaft rüber. Eigentlich will er immer das Richtige tun, moralisch sein und gut handeln, er scheitert aber regelmäßig. Der undurchsichtigste Charakter ist Lamm, und Abercrombie-Lesern wird sicherlich recht schnell aufgehen, wer hinter dieser Figur steckt. Mehr will ich nicht verraten :-). Die Geschichte selbst ist eigentlich recht unspektakulär: Scheu macht sich auf die Suche nach ihren Geschwistern, schließt sich einem Treck von Abenteureren an und erlebt dabei natürlich viele Gefahren, Kämpfe, Widrigkeiten. Gut, aber das Rad muss m.E. nicht neu erfunden werden, viel wichtiger ist es, WIE ein Autor seine Welt entwirft, beschreibt und seine Figuren darin agieren lässt - und DAS beherrscht Abercrombie meisterlich! Nach den ersten paar Seiten ist bei mir schon das Kopfkino angesprungen, Land und Leute sind derart bunt und lebendig, dass die Seiten nur so dahinfliegen! Die Dialoge sind spritzig, deftig, auch mal tiefsinnig, die Kämpfe blutig und heftig. Und auch unsere Protagonisten werden nicht geschont und müssen so einiges abkönnen! Im Prinzip handelt es sich bei der Geschichte um eine Reise durch den "Wilden Westen": endlose Prärie, Indianer, Glücksritter, Halunken, Goldsucher, Neubesiedlung unbekannter Gebiete. Aber es ist und bleibt ein Fantasy-Roman. Fazit: Fantasy im Breitbildformat - so heißt es im Klappentext (zumindest auf anderen Abercrombie-Büchern). Und das stimmt auch! Man meint, man sieht einen Blockbuster im Kino! Mit dem Vorteil, dass Charakterentwicklung, Gedankengänge der Figuren und Dialoge nicht zu kurz kommen. Wer Figuren jenseits der typischen Heldenzeichnung und Schwarz-Weiß-Malerei schätzt, blutige Kämpfe und dreckige Dialoge mag und eine ordentliche Portion Desillusionierung und Zynismus abkann, ist bei diesem Roman absolut richtig! Satte 5 von 5 Sternen! P.S.: Das Buch ist ein Einzelband und kann ohne Vorkenntnis der anderen Abercrombie-Bücher gelesen werden. Es spielt allerdings im selben Universum.

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