Joe Abercrombie Heldenklingen

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Inhaltsangabe zu „Heldenklingen“ von Joe Abercrombie

Es herrscht Krieg. In einem unbedeutenden Tal entscheidet sich das Schicksal der Nordlande, und drei Männer kämpfen sich durch eine dreitägige, blutige Schlacht: Bremer dan Gorst, in Ungnade gefallener Leibwächter des Königs der Union, Prinz Calder, machtbesessen und feige, sowie Curnden Craw, einer der letzten ehrlichen Barbaren. Drei Männer mit dunklen Seiten, drei noch finsterere Tage voller Blut und Tod, und eines steht von Beginn an fest: Helden gibt es hier schon lange nicht mehr…

Nicht so überzeugend wie andere Bücher der Klingen-Reihe

— vormi
vormi

Eine schöne Serie, sehr tiefgehend, manchmal etwas langatmig

— LeseBaerHH
LeseBaerHH

Heldenhafte Fantasy!

— Alondria
Alondria

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  • Das schmutzige, unbarmherzige Antlitz des Krieges

    Heldenklingen
    Wortmagie

    Wortmagie

    15. July 2015 um 11:49

    Dass ich eine Lesung von Joe Abercrombie besucht habe, hat meine Begeisterung für diesen Autor neu entfacht. Nach fast einem Jahr Pause wurde es für mich mal wieder Zeit, in seine düstere, ehrliche High Fantasy abzutauchen. Aus seinem First Law – Universum fehlten mir noch zwei Romane: „Heldenklingen“ und „Blutklingen“, die beide in sich geschlossene Einzelbände sind, allerdings in lockerer Verbindung mit seiner hoch gelobten First Law – Trilogie stehen. Ich hatte das Glück, beide Bücher günstig bei Medimops erstehen zu können. Als diese hier eintrafen, wollte ich nicht mehr länger warten, beendete meine angefangene Lektüre und widmete mich danach sofort und voller Vorfreude „Heldenklingen“. Seit der Schwarze Dow den Blutigen Neuner tötete und sich selbst zum Bewahrer des Nordens berief, herrscht Krieg zwischen der Union und den Nordlanden. Der König der Union will den Mord an seinem alten Weggefährten nicht einfach hinnehmen. Doch ein Krieg ist teuer und verschlingt Ressourcen, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Besonders jetzt, da Monza Murcatto, die Schlange von Talins, in Styrien auf dem Thron sitzt, kann es sich die Union nicht leisten, an mehreren Fronten zu kämpfen. Der Geschlossene Rat strebt daher eine schnelle Beendigung des Konflikts im Norden an. Auf einem unbedeutenden Stück Land nahe eines alten Steinkreises, den man Die Helden nennt, soll eine finale Schlacht die Entscheidung über das Schicksal des Nordens erzwingen. Drei Tage des Kämpfens tränken das Schlachtfeld in Blut und am Ende gibt es nur einen Sieger: den Tod. „Heldenklingen“ ist für Fans großer High Fantasy – Schlachten die Erfüllung eines Traums. Es geht um nichts anderes als blutigen, brutalen Kampf – ehrlich, spannend und brillant konstruiert. Es mag eindimensional klingen, doch wer Joe Abercrombie kennt, weiß, dass er selbst den scheinbar banalsten Ansatz in eine vielschichtige, hintergründige Handlung verwandeln kann. Die dreitägige Schlacht, die er auf fast 900 Seiten beschreibt, ist nur Ausdruck und Gipfel einer vertrackten, politischen Situation. Die Nordlande und die Union haben sich in eine Lage gebracht, aus der es kein Zurück mehr gibt und die sie zwingt, eine Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, die keine der beiden Seiten noch empfindet. Ihr Krieg ist sinn- und aussichtslos, denn es geht um nichts. Es geht nicht um Ressourcen, es geht nicht um Religion oder Land. Zwar kann ich verstehen, dass Jezal dan Luthar, König der Union, nicht gerade erfreut darüber ist, dass der Schwarze Dow Logen Neunfinger ermordete, doch es ist kindisch und kleinlich, deswegen einen Krieg zu führen, der Logen nicht zurückbringen wird. Der Schwarze Dow und Jezal nehmen billigend in Kauf, dass tausende Soldaten für ihre Feindschaft mit dem Leben bezahlen. So erschütternd das ist, es ist auch realistisch, ebenso wie Abercrombies ungeschönte Darstellung des Krieges insgesamt. Krieg ist nicht heroisch oder romantisch. Er ist zerstörerisch und nährt das Elend. Für Heldentaten ist dort kein Platz; heldenhaftes Handeln ist oft nur ein Kind des Zufalls. Mir gefällt der englische Originaltitel des Romans („The Heroes“) daher wesentlich besser als die deutsche Version, denn dieser ist ein typisches Abercrombie-Wortspiel: er bezieht sich auf das Setting, nicht auf die Figuren, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Keine der Figuren, aus deren Perspektive Joe Abercrombie die Schlacht erzählt, ist ein Held. Der Unionssoldat Bremer dan Gorst beispielsweise wirkt nach außen vielleicht heldenmütig, doch innerlich verrottet er; er wird von Bitterkeit, Wut, Enttäuschung und Demütigung regelrecht zerfressen. Kropf, ein vergleichsweise ehrenwerter, anständiger Nordmann, ist ein Relikt einer anderen Zeit und hat seinen Zenit vermutlich längst überschritten. Er würde gern aus dem blutigen Geschäft aussteigen, hat jedoch keine Alternativen. Er hat außerhalb des Krieges kein Leben, keine Familie und keine Freunde. Der Kampf bestimmt sein Leben. Damit ist er das genaue Gegenteil des ehemaligen Prinzen Calder, der meiner Ansicht nach eine neue Generation Nordmänner repräsentiert. Er ist kein guter Kämpfer; feige, manipulativ und intrigant, allerdings auch erstaunlich intelligent. Er ist ein Denker, ein raffinierter Diplomat, dessen eigene Ziele für ihn stets an erster Stelle stehen. Jemand wie er kann kein Held sein und manchmal fragte ich mich, ob er sich als Edelmann in der Union nicht wesentlich wohler fühlen würde. Diese drei sind zwar nicht die einzigen POV-Charaktere, doch sie nehmen eindeutig den meisten Raum in der Geschichte ein und sind auch diejenigen, zu denen ich die intensivste und stabilste Verbindung hatte. Es verblüfft mich immer wieder, wie lebendig Joe Abercrombies Charaktere sind. Meines Erachtens nach ist „Heldenklingen“ eine epochale Geschichte über das schmutzige, unbarmherzige Antlitz des Krieges, geschildert aus den verschiedensten Perspektiven. Trotz des ernsten Themas wirkt sie niemals schwer oder verbissen, weil Joe Abercrombie es unnachahmlich versteht, seinen derben, unanständigen, makabren Galgenhumor einfließen zu lassen, der hervorragend in diese Welt des Kämpfens passt. Wenn man nicht heulen kann, muss man eben lachen. Abercrombie wedelt nicht mit dem moralischen Zeigefinger vor den Nasen seiner LeserInnen herum; er lässt sie selbst begreifen, was Krieg den Menschen antut, indem er ihnen die Wahrheit zeigt. Krieg bedeutet Tod. Krieg bedeutet Leiden. Krieg bedeutet Blut. Dazu passt sogar das für mich recht unbefriedigende Ende, das nicht wie ein Abschluss wirkte, sondern eher, als würde man die Handlung nur verlassen. Das Buch hört einfach auf – vielleicht fühlt sich so ein Friedensschluss für Soldaten an. Es gibt kein fulminantes Finale, weil es niemals wirklich vorbei ist. Poo-tee-weet?

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  • Kriegsschauplatz wohin das Auge reicht

    Heldenklingen
    Monika_Grasl

    Monika_Grasl

    20. January 2015 um 18:03

    Wie man es von den Vorgängerwerken gewohnt ist schmeißt uns Joe Abercrombie mitten hinein in einen Krieg gegen die Nordlande. Man begleitet unter anderem Bremer dan Gorst sowie auch Prinz Calder und den Ersten der Magi Bayaz. Die Figuren sind aus den Vorgängern wohl bekannt, aber das kann leider nicht darüber hinwegtäuschen auf wie vielen Seiten man Krieg führen kann. Stellenweise fragt man sich dabei, warum gewisse Szenen nicht einfach herausgenommen wurden. Der Handlung hätte es jedenfalls keinen Abbruch getan. So begeistert ich von der Handlung der Vorgängerwerke war konnte mich dieses nicht recht überzeugen. Zumindest nicht ausreichend um die vollen fünf Sterne zu erhalten. Fazit: Wenn man nichts gegen endlose Strategiebesprechungen hat und sich zudem nicht weiter daran stört das über fünf Seiten hinweg von nichts anderem als Pferden die im Schlamm stecken berichtet wird ist das Buch durchaus zu empfehlen. Allen anderen sei gesagt das die Vorgänger bei weitem mehr Handlung aufwiesen. Denn hab ich auf den Nachfolgeband bereits zu Hause stehen, der nur darauf wartet gelesen zu werden. Wobei ich hoffe, dass der Autor da wieder zu der alten Stärke der Reihe zurückfindet.

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  • Zu wenig Handlung für so viele Seiten...

    Heldenklingen
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    04. January 2015 um 14:12

    Kurzbeschreibung: Es herrscht Krieg. In einem unbedeutenden Tal entscheidet sich das Schicksal der Nordlande, und drei Männer kämpfen sich durch eine dreitägige, blutige Schlacht: Bremer dan Gorst, in Ungnade gefallener Leibwächter des Königs der Union, Prinz Calder, machtbesessen und feige, sowie Curnden Craw, einer der letzten ehrlichen Barbaren. Drei Männer mit dunklen Seiten, drei noch finsterere Tage voller Blut und Tod, und eines steht von Beginn an fest: Helden gibt es hier schon lange nicht mehr… Meinung: Also eigentlich entspricht das Buch nicht so ganz meinem Beuteschema. Fantasy ja, aber als ich gelesen habe, dass es sich vor allem um Krieg handelt, war ich gleich etwas skeptisch. Ich habe es trotzdem versucht, weil das Buch noch bei mir rum lag und ich im alten Jahr noch einen der alten Wälzer weg bringen wollte, der sich quer über die Feiertage lesen lässt und „Heldenklingen“ hat sich als Heyne-Buch noch zusätzlich dafür angeboten. Ich habe erst während des Lesens erfahren, dass es schon weitere Bände von Joe Abercrombie rund um die Klingen gibt und dass dieses hier bereits der fünfte Teil aus dieser Welt ist. Dabei wird „Heldenklingen“ zwar nicht direkt als Reihenfortsetzung deklariert, aber einige der Charaktere und die Gegebenheiten dieser Welt sind die gleichen. Dies ist für mich dahingehend wichtig, da mir das Buch vielleicht ein bisschen besser gefallen hätte, wenn ich die Vorgänger auch gelesen hätte. Denn so fand ich das Buch nicht wirklich überzeugend. Die Handlung dreht sich wirklich nur um diese Schlacht rund um ein paar Felsen, von denen die Parteien selbst nicht mal zu wissen scheinen, wieso diese Stellung so wichtig ist. Gründe für diesen Krieg haben mir generell extrem gefehlt, aber wie gesagt, das könnte auch bereits in den vorherigen Teilen Thema gewesen sein. Die Beschreibungen sind teilweise ziemlich ausschweifend und dazu noch derb, schonungslos und grausam, wie der Krieg eben auch. Wirkliche Spannung kam dabei für mich eher selten auf. Es gibt ziemlich viele Charaktere und manchmal habe ich leicht etwas den Überblick verloren, weshalb sich das Personenregister als sehr hilfreich erwiesen hat. Man kann auf jeden Fall sagen, dass die im Klappentext genannten drei Männer zu den Hauptcharakteren zählen und es aus ihren Sichten immer wieder mehrere Kapitel gibt. Zusätzlich kommen aber auch noch Erzählperspektiven anderer Charaktere hinzu. Grob gesagt gibt es vor allem zwei Sorten von Figuren. Einmal die Großkotzigen, die sich über die Schlacht freuen und auch bereit sind alles zu opfern und die, die eben mitziehen (müssen) und sich gleichzeitig ihren Selbstzweifeln und ihrer Angst stellen müssen. Wirkliche Sympathie konnte ich nur zu den wenigsten Aufbauen, aber ich fand zumindest die dunkle Seite des Krieges, die Angst und Verzweiflung sehr gut dargestellt. Während ich die Kapitel aus der Sicht des alten und ehrvollen Curnden Craw eigentlich immer ganz interessant fand, wusste ich mit Prinz Calder längere Zeit nicht wirklich etwas anzufangen. Im Verlauf konnte ich mich aber ganz gut mit ihm anfreunden. Am schlimmsten fand ich immer die Kapitel aus der Sicht des in Ungnade gefallenen Bremer dan Gorst, denn dessen widerwärtige Gedanken haben ziemlich viele unnütze Seiten gefüllt… Fazit: Viel zu wenig Handlung für so viele Seiten. Spannung kommt selten auf und auch die Charaktere sind teilweise eher gewöhnungsbedürftig. Außerdem eignet sich dieses Buch in meinen Augen eher weniger als direkter Einzelband oder zum Quereinstieg, da man darin zu wenig über die Hintergründe des Ganzen erfährt. Da die schrecklichen Seiten des Krieges sowie Ängste und Zweifel eigentlich recht gut dargestellt wurden, reicht es am Ende doch noch für einen knappen zweiten Stern. Aber ich werde die Reihe erstmal nicht weiter verfolgen.

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  • Abercrombie: Heldenklingen

    Heldenklingen
    Alondria

    Alondria

    03. May 2014 um 13:38

    Inhalt Im Norden herrscht Krieg. Die Union steht den Nordmännern gegenüber und in nur einer Schlacht soll sich das Schicksal des Nordens entscheiden. Im Mittelpunkt stehen zwei altbekannte Männer, Bremer dan Gorst (Union) und Prinz Calder (Norden), und ein noch nicht so bekannter Krieger des Nordens: Kropf, einer der letzten ehrlichen Barbaren im Norden, stets darauf bedacht, das Rechte zu tun. Viel mehr ist nicht mehr zu sagen, außer (ich zitiere Abercrombie bezüglich der Schlacht): "Eins steht schon jetzt fest: Wahre Helden gibt es hier schon lange nicht mehr...".   Meine Meinung Joe Abercrombie... wie in meinen anderen Posts über die Klingen-Reihe, bin ich einfach nur wieder begeistert. Natürlich fehlt es keineswegs an der typischen Ironie, die Abercrombie so gut unterbringt, so ernst die Lage (wie z.B. in der Schlacht) auch ist. Sprachliche Ausschmückungen lassen die Geschichte "realer" werden, ich (als bekennender Abercrombie-Fan!) konnte mich mal wieder absolut in die Lage hineinversetzen. Es lohnt sich!!!

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  • Rezension zu "Heldenklingen" von Joe Abercrombie

    Heldenklingen
    ChristineElinor

    ChristineElinor

    21. February 2013 um 12:45

    Joe Abercrombie – Heldenklingen (The heroes) 3/5 Zweischneidige Sache Zum Autor: Vorneweg - Abercrombie ist einer der wenigen Autoren, die ich blind kaufe, wenn sie was Neues veröffentlichen. Noch. Ich schätze ihn seiner genauen Beobachtungsgabe und seines eigenwilligen Umgangs mit klassischen Elementen der Fantasy wegen. Sein Zynismus ist wunderbar erheiternd und sichert, dass die düstere Story doch angenehm" zu lesen ist, also nicht zu einem zu dick aufgetragenen Apell wird, wie man ihn von anderen Autoren aus Print und Film kennt und fürchtet. Auch sprachlich schätze ich ihn seines knappen und doch bildhaften Stils sehr, zumindest in der englischen Fassung (die deutsche kann ich nicht beurteilen). Zum Buch: Die Idee, einen Antikriegs-Roman im Fantasy-Setting zu schreiben ist nicht neu, aber grundsätzlich gut. Abercrombies Figuren hielt ich auch für sehr geeignet und so las ich fröhlich los. Zum Plot: Ich fand mich in einer Schlacht mit einigen alten Bekannten wieder, bei der die Unionstruppen unter bekannt schlechter Führung auf Black Dows Nordmänner treffen, etwa 8 Jahre nach der First-Law-Triologie. Es geht um einen Hügel und eine Brücke, die eigentlich keiner wirklich braucht, aber auch nicht dem anderen lassen will. Und aus diesem Szenario bastelt Abercrombie düster aus Schlamm und Blut und zerplatzten Träumen sein Schlachtengemälde. Es geht hier nicht um High Fantasy mit blank polierten Klingen - das erwartet man von diesem Autor ja auch nicht. Aber dass es eigentlich gar nicht um Fantasy geht, das enttäuscht dann schon. Es könnte jederzeit auch eine historische Schlacht beschrieben werden, wie man sie bei B. Cornwell liest. Scharf beobachtet, zynisch kommentiert, in all dem Irrsinn, der Sinnlosigkeit und der Grausamkeit, die eben Krieg ausmacht. Zu den Figuren: Da zeigt sich jetzt die unangenehme Rückhand... Die Charakterentwicklung der Figuren bleibt hinter dem sonstigen Werk Abercrombies zurück. Die alten Bekannten werden nicht signifikant weiterentwickelt, was neue Leser nicht abschrecken dürfte, alte aber enttäuschen könnte. Die neu eingeführten Figuren sind charakterlich gewohnt plausibel entwickelt, aber weniger originell als man es vielleicht gewohnt ist. Die allermeisten kommen nicht über den Status von Nebenfiguren hinaus, was auch an ihrer Vielzahl liegen könnte. Es ist kein Zufall, dass dem Buch ein Personenregister beigefügt wurde. Viele dieser Nebenstränge sind zwar gewohnt unterhaltsam zu lesen, aber belanglos für den Plot. Dadurch wirkt das Buch insgesamt etwas geschwätzig, was in einem seltsamen Kontrast zu den sehr, sehr plastischen Kampfszenen steht und den Leser immer zu von mir als unangenehm empfundenen Rhythmuswechseln zwingt. Die Längen stehen in befremdlichen Kontrast zu den Kampfszenen und auch wenn viele vielleicht wissen, dass Krieg zu 9 Teilen aus Warten und 1 Teil aus Sterben besteht, muss man das dann doch nicht exakt ins Buch übertragen. Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Ein Buch, das Fantasyfreunde enttäuschen dürfte, aber Skeptiker ans Genre heranführen könnte. Schnell gelesen, ein paar Mal geschluckt, ein paar Mal geschmunzelt. Genauso schnell vergessen.

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  • Rezension zu "Heldenklingen" von Joe Abercrombie

    Heldenklingen
    horrorbiene

    horrorbiene

    15. October 2011 um 08:15

    Nun erleben wir also, wie es in der Welt nach Racheklingen weitergeht und sehen in Heldenklingen neue Entwicklungen und wissen, was der Erste der Magi Bayaz vor hat und wie sich endlich ein Haupthandlungsstrang entwickelt. So dachte ich erst, bevor ich das Buch las und wurde was diesen Aspekt angeht relativ schnell enttäuscht: Das Buch handelt über eine Schlacht zwischen den Nordmännern und der Union, die gerade einmal drei Tage andauert. Darüber hinaus werden Dinge vor und nach der Schlacht geschildert. Von Haupthandlung leider keine Spur, doch das will im Grunde noch nichts Schlechtes bedeuten. Das Buch spielt in einem Zeitrahmen von nur fünf Tagen und bei diesem Seitenumfang kann der Leser sich gewiss sein: Die Schlacht ist ausführlich und atmosphärisch geschildert und Abercrombies Schreibstil trägt viel zum Lesefluss bei. Manche Szenen sind wieder einfach nur genial geschildert. So erlebt man des öfteren den Tod eines Kämpfers aus seiner Perspektive, nur um gleich darauf diesen Tod aus der Sicht des Tötenden zu erleben. Auch sehen wir manchen Hauptcharakter aus den Augen eines anderen geschildert, ohne das diese sich kennen. Das sind wirklich große literarische Momente im Buch. Doch trotz der Länge, hatte ich manchmal dennoch das Gefühl, als würde noch mehr Ausführlichkeit, ja gar mehr Tiefe in diesem Buch fehlen. Ich mache dies vor allem an zwei Punkten fest, die auch sehr ineinander spielen: Haben wir noch in der Trilogie diverse Charaktere erlebt wie sie sich entwickelten und letzten Endes alles auf die Schlacht am Ende zu lief und begleiteten wir in Racheklingen Murcatto auf ihrem Rachfeldzug, so fehlt hier selbst der Ansatz einer Rahmenhandlung. Wir starten am Vortrag der Schlacht und enden einen Tag nach der Schlacht. Mir ist zwar klar, warum es diese Schlacht gab, doch so wirklich aus der Geschichte heraus hat sie sich nicht entwickelt – oder die Lektüre der Trilogie ist für mich zu lange her… Zum anderen erleben wir die Schlacht aus vielen Perspektiven, wobei diese aus beiden Seiten der Kämpfer kommen. Von der Union erleben wir Bremer dan Gorst, den unheimlich starken und guten Kämpfer mit der hohen Fistelstimme und seinem Bestreben seinen Ruf durch die Schlacht wieder herzustellen, Finree die Gattin eines Oberst und Tochter Marchall Kroys auf dem Weg nach mehr Macht und Ruhm und Korporal Tunny und seine interessante Sicht auf den Krieg. Seitens der Nordmänner erleben wir den loyalen und anständigen Curnden Kropf wie er sein Dutzend als Häuptling in der Schlacht führt, obwohl er sich doch eigentlich nach dem Ruhestand sehnt, Prinz Calder, Bethods jüngster Sohn, der nun da Bethod nicht mehr König ist, keinen festen Stand bei den Nordmänner hat, vor allem, da er schlau ist und als sehr verschlagen gilt, doch als ebenso feige und Beck ein junger Mann, der frisch zu den Nordmännern gestoßen ist um Krieger zu werden und schließlich auch ein Held, der sich einen Namen verdient. Diese vielen verschiedenen Perspektiven sind zwar sehr interessant und machen die Handlung wirklich spannend, doch ich hätte mir aus jeder Perspektive noch mehr Tiefe und Ausführlichkeit gewünscht um die Charaktere noch besser kennen zu lernen und tiefer in die Handlung einzudringen, doch das ist in einem Buch nicht zu schaffen. Leider tauchen Figuren, die der Leser aus den anderen Romanen bereits kennt, zwar wieder auf, doch auch hierbei hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Caul Espe und der Schwarze Dow sind zwar noch hinreichend ausführlich beschrieben und agieren auch in einem angemessenen Rahmen, doch der Hundsmann spielt leider kaum eine Rolle und sein Wortbeitrag beschränkt sich auf knappe vier Sätze. Dies finde ich wirklich schade, ist er mir doch in der Trilogie sehr ans Herz gewachsen. Den Kritikpunkt der fehlenden Rahmenhandlung und der aufgrund der vielen Perspektiven für mich nicht ausreichenden Ausführlichkeit stehen die geniale Konstruktion der Erlebnisse und der wirklich einmalige Schreibstil im Positiven gegenüber. Leider wiegt die fehlende Rahmenhandlung doch schwer, da dadurch meine Lesefreude gemindert wurde und ich mir wie bereits gesagt wünschte, endlich zu erkennen, auf was dieses Epos hinausläuft. Zwei Mächte haben sich ja bereits in den vorigen Bänden herauskristallisiert, die zwar auch hier auftauchen, doch noch keine Klarheit und noch weniger Rahmenhandlung liefern. Dies ist wirklich schade, denn Abercrombie hat ansonsten mit diesem Buch einen wirklich guten Roman über eine Schlacht geschrieben, der mit seinem genialen Schreibstil beinahe wieder ein Kunstwerk ist, doch leider ohne Rahmen… Vor allem hat er es geschafft in einem Buch, das praktisch nur aus einer Schlacht besteht eine Anti-Kriegsstimmung bei den Charakteren aufkommen zu lassen. Ein Punkt, der mir persönlich sehr gefällt. Fazit: Mit einer schönen Rahmenhandlung wie dem Rachefeldzug Murcattos in Racheklingen wäre dies ein Meisterwerk geworden, das sich nicht in den Schatten der Vorgänger hätte zu stellen brauchen, doch so bleibt ein wieder genialer Schreibstil mit gut ausgearbeiteten Charakteren irgendwie fad und trotz der Länge des Buches ohne Tiefe. Doch auch wer sich wünscht endlich zu wissen wie es weitergeht in der Haupthandlung und dies hier nicht findet, wird dennoch auf seinen Geschmack kommen: Das Buch lohnt sich zu lesen und wenn die ersten vier Bücher gefallen haben, so wird es auch dieses und ich bin mir sicher, dass in den nachfolgenden Bänden oft von der Schlacht um die Helden die Rede sein wird – also unbedingt lesen!

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