Kriegsklingen

von Joe Abercrombie 
4,2 Sterne bei319 Bewertungen
Kriegsklingen
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Positiv (267):
anderswoundhiers avatar

definitiv mal was anderes in Sachen Fantasy - eigenwilliger Stil

Kritisch (19):
B

Konnte mich leider nicht überzeugen, der Schreibstil war anstregend, die Geschichte nicht sehr originell

Alle 319 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Kriegsklingen"

Dies ist die atemberaubende Geschichte von Logen, dem Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will - wenn er nicht ständig um sein Leben kämpfen müsste. Und die Geschichte von Großinquisitor Glokta, der eigentlich durch nichts zu erschüttern ist - bis er auf eine lebende Legende trifft, die in seiner Stadt eine magische Intrige spinnt, und die das ganze Reich zu erschüttern droht …Mit Bonusmaterial!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453314405
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:800 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:01.02.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    anderswoundhiers avatar
    anderswoundhiervor 17 Tagen
    Kurzmeinung: definitiv mal was anderes in Sachen Fantasy - eigenwilliger Stil
    eigensinnig genial

    schwarzer Humor, knackig und nicht vorhersehbar. Definitiv mal was anderes in Sachen Fantasy - der eigenwillige Stil sticht raus aus dem Einheitsbrei

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    zickzacks avatar
    zickzackvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr langgezogener Plot, der zu nicht viel führt. Unsympathischer Protagonisten, die aber gut ausgearbeitet sind. Guter Schreibstil.
    Kriegsklingen von Joe Abercrombie

    Eigentlich ein typischer Fantasyplot. Länder bekriegen sich und jeder will für sich die meiste Macht beanspruchen. Und der Leser befindet sich in dem Land, welches sowohl im Norden wie auch vom Süden bedroht wird, wobei man nicht weiß, welches von beiden schlimmer ist.
    Die typischen Fantasyrassen fallen weg. Man merkt eigentlich den Fantasyanteil auch nur daran, dass Magie verwendet wird und an haufenweise Götter geglaubt wird. Es kommen ein paar eigene Arten vor, auf die aber nicht näher eingegangen wird. Allgemein ist es mir so vorgekommen, dass viele Themen angeschnitten wurden, aber nichts wirklich bearbeitet wurde. Zum Beispiel wurde das Buch in zwei Teile aufgesplittert und wenn ich so darüber nachdenke, ging es im ersten Teil besonders um die Bedrohung aus dem Norden und im zweiten der aus dem Süden, während Charakterbeziehungen ausgearbeitet wurden und wie in der Inhaltsangabe schon erwähnt, die lebende Legende erwachte.
    Plotmäßig hatte ich vielmals den Eindruck, dass man einfach auf der Stelle trat. Es hat sich so schleppend fortbewegt und teilweise habe ich mich durch Belanglosigkeiten gequält. Allerdings kann es auch sein, dass mich der ein oder andere Plotstrang einfach nicht gepackt hat und damit auch nicht interessiert. Vor allem wenn die Charakter noch so nervig wie Jezal waren, aber dazu später.
    Die Welt an sich scheint ziemlich groß zu sein, aber ich habe sie in ihrem Ganzen nicht kapiert, muss ich zugeben. Sie bleibt für mich ein großer Haufen Wirrwarr. Von der Union weiß man viel und den Nordmännern und Teilen von Süden, aber die ganzen anderen Völker die angesprochen wurden, waren mehr oder weniger nur hübsches Beiwerk. Ich finde es zwar gut, dass der Autor nicht seitenlanges Worldbuilding eingebaut hat, aber da er teilweise von einem Plotstrang in den nächsten gesprungen ist und dabei noch nicht einmal sonderlich viel passierte, ist das anscheinend bei mir mehr oder weniger vorbeigegangen. Einen großen Teil des Buches fragte ich mich, auf was das überhaupt hinausläuft (bis auf das Offensichtliche, das die Länder sich später bekriegen). Mir ist da erst am Ende ein kleines Glimmen der Erleuchtung gekommen und während sich die Charaktere fragen, warum sie sich ihr Schicksal antun, habe ich mich gefragt, ob es sich wirklich gelohnt hat bis zum Ende zu lesen.
    Zwischenfazit: Vom Plot bin ich keinesfalls überzeugt. Einerseits fehlte mit der rote Faden, andererseits ging es zu schleppend voran. Doch ein guten Punkt gab es dennoch: Ich fand es recht faszinierend wie sich die Schicksale der Charakter letzten Endes gekreuzt haben.

    Der Schreibstil war in Ordnung. Ich würde jetzt nicht sagen herausragend, aber flüssig zu lesen. Eigentlich an manchen Stellen zu modern für das mittelalterliche Setting, aber das fand ich nicht schlimm. Das hat das Ganze etwas aufgelockert. Der Schreibstil ist einer der Gründe, warum ich am Ball geblieben bin, auch weil er mit einer Brise Humor versehen ist.
    Allerdings hat der Autor ein Faible für Zähne. Wie oft Charakter an ihren Zähnen lutschen oder am Zahnfleisch, die Zähne hart zusammenbeißen oder sie fletschen… Manch andere beschreiben ständig die Augen oder das Lächeln, Grinsen etc. ständig und bei ihm waren es die Zähne. Irgendwie… ich weiß auch nicht. Augen wären mir da doch lieber gewesen, weil dabei meine eigenen Zähne immer mal wieder geschmerzt haben.
    Beschreibungen waren bildhaft, besonders die Charakterbeschreibungen, wie die Perspektivencharakter sich untereinander beschrieben haben. Man hat gleich gewusst, wer damit gemeint ist.

    Die Charktere: Allgemein muss ich sagen, dass sie sehr authentisch gewirkt haben. Eigentlich jeder einzelne der Perspektivenfiguren. Sie haben auf Situationen reagiert wie man sie mit der Zeit lang gelernt hat einzuschätzen. Es sind allerdings durchweg Unsympathen, nur jeder auf seine eigene Art und Weise und auch der eine mehr, der andere weniger. Unsympathische Charaktere finde ich persönlich nicht schlecht. Im Gegenteil sind es meistens die, die mir am meisten gefallen. Nur wenn sie alle unsympathisch sind?
    Das Buch ist schon etwas erstaunlich. Den einen Charakter habe ich sofort in mein Herz geschlossen, den anderen hasse ich wie die Pest und bei den anderen… neutral bis in Ordnung oder interessant, würde ich sagen. Aber ich denke, das ist ganz normal. Allerdings ist es lange her, dass ich einen Charakter so sehr hasste und das finde ich an dem Buch wiederum gut. Es war mir nicht egal, es hat bei mir Gefühle ausgelöst – auch wenn ich es das ein oder andere Mal gern an die Wand geklatscht hätte.

    Die Hauptcharakter: Logen, Neunfinger genannt, der Barbar, folgt den ersten der Magi, ein Nordmann. Vom Äußeren fällt er durch seine breite Statur und die Größe sofort auf. Er hat harte Zeiten hinter sich, seine Familie, Freunde und Verbündete verloren. Doch wirkt er keinesfalls verbittert, eher entschlossen und hängt an seinem Leben. Allerdings kapiere ich nicht so recht, warum er Bayaz folgt. Der Lehrling von Bayaz hat ihm in Wald ausfindig gemacht und führte ihn zum Magus. Und dort schloss er sich ohne weiteres Bayaz an. Obwohl er ihn nicht kennt und der Magus… nun ja, ein seltsamer alter Mann ist. Logen hat ja selbst später festgestellt, dass er nicht weiß, warum er sich ihm angeschlossen hat. Aber seine Loyalität bleibt bestehen. Im Plot gerät er von einem Kampf in den anderen. Irgendwann ermüdend…

    Hauptmann Jezal dan Luthar, Teilnehmer des jährliches Turniers, Spross eines Adligen und arrogantes A….loch. Ja, er ist der Charakter den ich hasse. Er ging mir mit seiner Arroganz und seinem Selbstmitleid so auf den Zeiger und dann wenn es drauf ankommt, ist er ein Weichei. „Oh Ardee. Bitte warte auf mich, sonst muss ich große Krokodilstränen vergießen und dabei kann ich dich nicht heiraten, nur deinen Ruf schänden, da du ja keine Adlige bist, sondern nur eine einfache bürgerliche des gemeinen Volkes. Warum kann ich nur kein Glück haben? Warum bin ich dir nur so verfallen? Was hast du nur mit mir gemacht? Wir können zwar nicht zusammen sein, aber dass du einen anderen hast, will ich auch nicht.“ Pfui.
    Und die Krönung war, als er sein tolles Kinn vor dem Spiegel betrachtet und es bewundert hat. Ich habe so darauf gehofft, dass es ihn jemand einschlägt…
    Irgendwann habe ich nur noch aufgestöhnt, als ich den Namen am Kapitelanfang gelesen habe. Ich weiß nicht, wie oft ich das Bedürfnis bei seinen Kapiteln hatte, das Buch an die Wand zu klatschen. Dieser eingebildete Gockel, der nur nach Ruhm lechzt und eigentlich nichts auf den Kasten hat. Aber er hat halt genau ins Bild der Union gepasst, insbesondere in dieser Stadt Agriont. Die schienen dort alle hochnäsig und arrogant zu sein. Muss dort eine Krankheit sein…

    Sand dan Glokta, jetzt Inquisitor, davor Turniersieger und Soldat, kam bei einem Einsatz in die Gefangenschaft des Feindes, der ihn stark foltert und warum er für immer mit körperlichen Schmerzen leben muss. Ein verbittert Mann. Am Anfang dachte ich, er ist recht alt, aber später wurde mir klar, dass er höchstens um die 40 Jahre sein kann. Er ist sehr misstrauisch, direkt, zynisch und sehr, sehr verbittert, was aber vor allem daran liegt wie andere mit ihm umgehen.
    Glokta ist für sein Land in den Krieg gezogen und kam nach 700 Tagen Folter zurück und niemand dankt es ihm, sondern diese arroganten Säcke schauen ihn nur schief an und wundern sich, dass er überhaupt noch lebt. Höchstens mit falschen Mitleid und Bedauern wird er bedacht. Übrigens ist er der Charakter, der keine Zähne mehr hat und wo Abercrombie gern drauf rumgeritten hat, wie Glokta an seinem Zahnfleisch lutscht.
    Seine Vergangenheit, gemischt mit seiner Art und der winzig kleinen Tatsache, dass er Jezal genauso wenig leiden konnte (ich mochte ihn aber schon vor das herauskam), hat ihm zu meinem Lieblingscharakter gemacht. Auf seine Kapitel habe ich mich immer sehr gefreut und öfters wurde es trotz seiner Bitterkeit (oder gerade deswegen?) recht unterhaltsam.

    Neben Jezal, Logen und Glokta gab es noch weitere Perspektivenfiguren, die aber weniger häufig vorkamen und auf die ich jetzt nicht näher eingehe.

    Fazit: Das Buch hat mich letzten Endes nicht überzeugt und ich überlege noch, ob ich die Nachfolger lesen soll. Einerseits würde ich schon gern wissen, wie es mit Glokta weitergeht, aber der Plot war mir viel zu mau. Dann noch die Tatsache, wieder auf Jezal zu treffen und mich über ihn aufzuregen… aber vielleicht verbessert er sich ja. Das Buch hat von meiner Seite viele Kritikpunkte bekommen und doch war es keine absolute Katastrophe. Es lebt eindeutig von seinen Charakter, die gut ausgearbeitet sind. Trotzdem kann ich nur zwei Sterne vergeben (einmal für die Charakter und einmal für den Schreibstil).

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    _Coco_vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles 1. Buch der Serie!
    Guter Schreibstiil

    Das Buch ist sehr gut zu lesen, obwohl es in verschiedenen Szenen und Orte spielt. Es ist auf jeden Fall spannend, da man wissen möchte, wie es mit den verschiedenen Charakteren weiter geht, jedoch passiert im 1. Buch noch nicht so viel. Trotzdem auf jeden Fall ein super Buch und freue mich auf die weiteren.

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    ineskaisers avatar
    ineskaiservor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gelungenes Buch von einem britischen Autor
    Gute Fantasy

    Held der Geschichte ist Logan, ein Babare, der ständig in einen Kampf verwickelt wird und um sein Leben bangen muss.
    Sich in die Charaktere hineinzuversetzten, ist zwiespältig, weil sie nicht unbedingt sympatisch sind. Aber die Welt an sich ist faszinierend.
    Dort wird ein Krieg angezettelt und man beginnt sich für die einzelnen Charaktere und ihre Beweggründe zu interessieren.

    Das Buch fällt nicht sofort auf, der Autor war mir nicht bekannt, aber der Roman ist gut geschrieben und bekommt von mir 4 Sterne.

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    RueSars avatar
    RueSarvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: „Kriegsklingen“ von Joe Abercrombie ist ein toller Auftakt zur Trilogie, wo die einzelnen Charaktere gut vorgestellt werden.
    Kriegsklingen von Joe Abercrombie

    Die „The First Law Trilogie“ von Joe Abercrombie stand schon lange auf meiner Liste von Büchern, die ich unbedingt lesen möchte. Mit dem ersten Teil „Kriegsklingen“ habe ich nun eine Reise begonnen, die wohl nicht so schnell enden wird.

    Im ersten Band der Trilogie lernt der Leser die verschiedensten Charaktere kennen. Da gibt es den wilden, aber tiefsinnigen Nordmann; den verkrüppelten und verbitterten Inquisitor; den jungen, selbstverliebten Soldaten und noch einige mehr. Und genau diese Charaktere sind für mich auch beinahe das Highlight dieses Buches. Sie sind alles andere als „Ideale“. Sie sind ungehobelt, unsympathisch, ja teilweise beinahe schon abstoßend und dennoch extrem faszinierend. Joe Abercrombie hat es geschafft, seine Protagonisten sehr einzigartig zu gestalten und ihnen somit viel Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit einzuhauchen. Jeder Charakter bringt seine ganz eigenen Probleme und eigene Vergangenheit mit und somit entsteht ein sehr unterhaltsamer und abwechslungsreicher Mix an Persönlichkeiten.

    Die Story jedoch entwickelt sich nur langsam. Der Leser wird zu Beginn mitten in die Problematik der jeweiligen Person hineingeworfen und findet sich somit langsam in der Welt zurecht. Immer abwechselnd begleitet der Leser somit die Charaktere. Am Anfang scheint es noch sehr abwegig, dass diese Personen jemals etwas miteinander zu schaffen haben könnten, aber umso weiter die Geschichte vorschreitet umso wahrscheinlicher erscheint es dem Leser. Jedoch kommt durch das „Vorstellen“ der Protagonisten und deren Probleme die eigentliche Story nur recht langsam voran und benötigt etwas Startzeit. Das Buch ist zwar durchgehend spannend geschrieben, aber dennoch wünschte ich mir gerade am Ende etwas mehr Story.

    Das langsame Vorankommen der Geschichte wird jedoch durch Joe Abercrombies Schreibstil verschmerzt. Ich empfand das Buch an keiner Stelle als langweilig und konnte es kaum aus der Hand legen. Der Autor schafft es, den Spannungsbogen von Beginn an aufrecht zu erhalten und am Ende sogar noch zu erhöhen. Auch die Umgebung, in der die Geschichte spielt, beschreibt er sehr bildlich. Außerdem sind auch die Kämpfe sehr detailliert und grausam beschrieben. Er scheut sich nicht davor, Folter in allen Details zu Papier zu bringen. Also für alle die nicht so gerne blutige Beschreibungen lesen: überlegt es euch vielleicht doch nochmal, die Trilogie zu lesen. Zusätzlich sollte man sich im Klaren sein, dass die Sprache teilweise sehr rau ist und es Witze gibt, für die man den Humor des Autors teilen muss.

    Fazit

    „Kriegsklingen“ von Joe Abercrombie ist ein toller Auftakt zur Trilogie, wo die einzelnen Charaktere gut vorgestellt werden. Jedoch kommt dadurch die Story nur sehr langsam ins Rollen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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    Romanfressers avatar
    Romanfresservor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungener Auftakt einer High-Fantasy-Reihe, die statt auf ausladende Weltenbildung auf starke Charaktere setzt.
    Ein charakterlastiger High-Fantasy Roman

    Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar des Heyne-Verlags zugeschickt bekommen, vielen Dank dafür! Es handelt sich hierbei um den ersten Band der hochgelobten ‚First Law‘ –Trilogie von Joe Abercrombie, die gerade in Deutschland ziemlich populär geworden ist.

    Wir lernen im Wesentlichen drei wichtige Menschen kennen. Inquisitor Glotka, der selbst einst zum Krüppel gefoltert wurde und nun im Dienst der Inquisition dasselbe tut. Offizier Luthar ist ein relativ arroganter Adelsschnösel, der für Ruhm und Ehre fechten möchte und Probleme mit seiner Disziplin hat. Logan, genannt Neunfinger-Logan hat einst einen Finger in der Schlacht verloren und wurde von seiner Gruppe getrennt, um dem ersten der Magier zu begegnen.

    Es zieht ein großer Krieg auf, die bestehenden Verhältnisse werden radikal umgemünzt, als ein Diktator aus dem Norden, ein Barbar sich entschließt, dem Königreich mit drei Schädeln den Krieg zu erklären. Logan und der Magi ziehen in Richtung der Stadt, während sich Luthar auf sein Tunier vorbereitet und Goltka gerade einige große Fänge macht und damit die Tuchhändlergilde stürzt. Dann findet das Tunier statt, bei dem Luthar gegen alle möglichen Gegner kämpfen muss und die Inquisition gerade versucht, dem Magi seinen Betrug nachzuweisen.

    Alles in allem seht ihr oben schon, dass es sich hierbei um einen ganz klassischen High-Fantasy Roman handelt. Wir haben eine eigene Welt, in der die Charaktere und die Welt exponiert werden, wir haben nebenher übrigens noch die alte Gruppe von Logan, die sich wieder auf dem Weg zu ihm macht, in Ansätzen wird auch auf den mythologischen Hintergrund dieser Welt eingegangen – leider liefert der Heyne-Verlag keine Karte mit, was mitunter echt hilfreich gewesen wäre – und wir treffen insgesamt auf eine ziemlich komplexe Welt.

    Spannend an diesem Buch ist, wie die Lebenswelten der Charaktere aufeinandertreffen, die gegen Ende in einer Heldengruppe zusammenlaufen. Zwei Charaktere, die wiederum völlig gegensätzlich zu allen anderen sind, habe ich noch gar nicht erwähnt, sodass die Heldengruppe am Ende aus sechs grundverschiedenen Charakteren besteht, die in den kommenden Bänden für viel Unterhaltung sorgen werden. So ist es bisher nur eine spannende Exposition der Charaktere und der Welt – wobei der Fokus absolut auf den Charakteren liegt – über die Welt selbst erfährt man nicht besonders viel, also statt langen Naturbeschreibungen gibt es tatsächlich eher Charakterstudien, besonders über ihren Hintergrund erfahren wir eine ganze Menge.

    Die Charaktere selber sind tatsächlich auch so unterschiedlich wie unterschiedlich sympathisch. Aus der Protagonistin wird man nicht schlau, der Magi ist auch etwas durchsichtig, Logan ist ein absoluter Sympathieträger, bizarrerweise fand ich den Inquisitor auch sehr sympathisch – aber alles in allem sind es Helden, mit denen man gerne einige Bände verbringt. Was diesen Charakteren alle eigen ist, dass sie irgendwelche Konflikte austragen und sich in einer stetigen Entwicklung befinden. Und man erkennt schon, dass diese Charaktere – wie auch der ‚böse‘ Inquisitor allesamt vielschichtig und komplex angelegt sind und nicht klar als gute oder böse Figuren fungieren.

    Eine Sache ist mir jedoch etwas (unangenehm) aufgefallen – ich weiß nicht, ob es nicht auch schon in anderen Büchern passiert ist, aber hier ist es mir wie gesagt ins Auge gestoßen. Einmal war die Formulierung ‚zu Kreuze kriechen‘ zu lesen. Das ist natürlich ein so feststehender Begriff – allerdings mit einem eindeutig christlichen Hintergrund. Diese Formulierung war hier in der Darstellung der Innenwelt eines Charakters zu lesen – was ich ziemlich problematisch finde, weil der Charakter mit seinem Hintergrund natürlich nichts mit der Kreuzsymbolik des Christentums zu tun hat. Ich weiß nicht, ob das vom Übersetzer hereingebracht wurde oder so schon von Abercrombie stammt, aber ich finde, gerade in der Fantasy-Literatur sollte man darauf achten, auf derartige christlich geprägte Formulierungen zu verzichten, weil sonst die Schlüssigkeit der neuen erschaffenen Welt gebrochen wird. Ich gebe zu, das ist schon Jammern auf hohem Niveau, aber ich wollte es gerne mal loswerden – und vielleicht schärfe ich ja den ein- oder anderen Sinn für solche Formulierungen.

    Dennoch reicht das natürlich nicht aus, hier die Wertung zu verderben, maximal für ein paar kleine Abzüge in der B-Note reicht das, zusammen mit der fehlenden Karte ist das aber nicht mehr als ein halber Stern. 4,5/5 Sternen - die ich hier gerne auf volle 5 Sterne aufrune gebe ich hier gerne für einen tollen Auftakt einer Fantasy-Reihe, die mehr den Schwerpunkt auf spannende Charakterentwicklung als auf Weltenbildung oder Kampfbeschreibungen legt.

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    Yanareevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein fantastisches, makabres und teils lustiges Meisterwerk von Joe Abercombie. Ein gelungener Auftakt, welcher Lust auf mehr macht!
    Vier Sichten, vier Meinungen, vier Handlungen, vier Wege, ein Ziel?

    Joe Abercombie hat mit diesem Auftakt der "Klingen"-Reihe ein Meisterwerk geschaffen, welches den Leser von Beginn an fesselt.
    Der Leser begleitet dem Barbaren Logen auf seiner Flucht aus dem Norden, leidet mit ihm aufgrund seiner blutigen Vergangenheit, bewundert ihn aufgrund seiner Kampf- sowie Überlebenskünste.
    Ebenso fühlt er mit Luthar, einem jungen Hauptmann, welcher an einem Fechttunier teilnehmen soll. Doch zuvor muss er das Fechten lernen! Von seinem Lehrer wird er tagtäglich gedrillt und gequält und wünscht sich, aufzugeben. Dummerweise wissen schon alle von seinen Bestrebungen, dieses Tunier zu gewinnen ...
    Inquisitor Gloktar ist ein ehemaliger Kriegsgefangener. In jener Zeit wurde sein Körper verkrüppelt und seine Seele tief verletzt. Dies lässt er nun an jenen aus, die er jagt.
    Ferro ist eine geflohene Sklavin, welche aus ihre Heimat dorthin flieht, wo bereits Logen, Gloktar und Luthar aufeinander getroffen sind.
    Haben diese Charaktere trotz ihrer unterschiedlichen Antriebe ein gemeinsames Ziel?

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    Monika_Grasls avatar
    Monika_Graslvor 4 Jahren
    Hervoragender Einstieg in eine großartige Serie

    Hierbei handelte es sich um den ersten Band mit dem Titel Kriegsklinge. Man würde dabei vermuten das auf jeder zweiten Seite eine große Schlacht wartet. Aber weit gefehlt. Der Autor schafft es mit lebhaften Figuren - wie einem Inquisitor der seine Aufgabe notgedrungen macht, weil ihm sonst nichts im Leben bleibt und einem Krieger der eigentlich nur überleben will - den Leser dazu zu bringen sich immer weiter in einer eigens erschaffenen Welt zu verlieren.

    Von Seite zu Seite steigt die Spannung an. Hier mehr darüber zu verraten wäre der Handlung vorgegriffen. Jedoch nur so viel, dass Ende ist überraschender als man erwarten könnte.

    Fazit: Ein gelungener Einstieg in eine großartige Serie die Potenzial verspricht.

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    L
    LeFabivor 4 Jahren
    Kaltherzig

    Wenn ich ein Buch von Joe Abercrombie zur Hand nehme fühle ich zunächst immer eines: Kälte und Trostlosigkeit.

    Zunächst möchte ich ein paar Worte zum Inhalt verlieren:

    Wie vielerorts üblich wird die Geschichte zunächst in drei Handlungssträngen erzählt, welche schließlich zu einem großartigen Epos verwebt werden.

    Logen ist ein Barbar aus dem Norden. Er hat alles gesehen was es auf dem Schlachtfeld zu sehen gibt. Seine Narben zeugen von großen Siegen, entsprechend gefürchtet und gehasst ist er in seinem Heimatland. Doch niemand hasst ihn so sehr wie er selbst. Man erkennt schnell, dass dieser Krieger schon zu viel gesehen und getan, zu lange gelebt hat, um mit sich selbst im Reinen sein zu können. Fast hat man Mitleid mit diesem brutalen Schlächter, der mehr Leben genommen hat als der Winter.

    Luthar ist ein ganz anderer Charakter: Aus gutem Hause sucht er seinen Weg im Militär des Königs. Als Adeliger ist für ihn eine Offizierskarriere quasi vorbestimmt. Er ist nicht nur ein Trunkenbold und Schürzenjäger höchster Kunstfertigkeit sondern auch ein recht talentierter Fechter. Daher scheint es nur logisch, dass er am alljährlichen Turnier in der Hauptstadt Adua teilnimmt, um seiner Karriere nochmals einen guten Schups zu versetzen.

    Inquisitor Glokta ist ein Krüppel. Vor vielen Jahren war er einmal ein junger, aufstrebender Offizier, Luthar gar nicht so unähnlich. Doch das war vor einer Gefangenschaft in den Kerkern des Imperators. Sechs Monate der Folter verwandeln ihn selbst in einen zahnlosen, humpelnden Folterknecht, der ohne jegliche Skrupel die Ziele seines Vorgesetzten verfolgt.

    Diese drei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten, treffen auf einen der legendären Magi. Dieser macht sich auf, gemeinsam mit ihnen die Welt zu retten. Ob diese Besetzung auch nur eine Chance auf Erfolg hat?

    Ich kenne kaum einen Autoren, der es schafft seine Welten derart düster und hoffnungslos zu gestalten, ohne dabei überspitzt zu klingen. Doch nicht nur die Welt ist eine archaische. Die Charaktere sind nicht beschönigt, jeder hat seine Fehler. Fast meint man die aus dem Christentum bekannten Todsünden inkarniert anzutreffen.

    Das ist es was mich an Abercrombie, auf zugegeben morbide Art und Weise, derart fasziniert: Er beschreibt seine Charaktere als zutiefst menschliche Wesen. Nicht im Sinne von Humanität sondern in dem Sinne, dass er den Leser hineinblicken lässt in die finstersten Abgründe des Menschseins.

    Wesentlich tiefschürfender als die prekäre Ausgangssituation unserer Protagonisten (oder Antagonisten, je nachdem wie man es sehen will) ist deren emotionale und charakterliche Weiterentwicklung im Laufe der drei ursprünglichen Bände.

     

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eher trashigrealistisch als episch aber schön lang und ergiebig.....
    Actionreich und wortgewaltig - also Gewalt & viele Worte ......

    Noch ne Fantasy Serie  , ein Epos, jaja das brauchts ......

     

    Schwarzhumorig, zynisch und realistisch sollte sie sein lt. etlicher Rezensionen und seit die von mir auserkorenen Hochkaräter der Szene wie George RR und Patrick Rothfuss auf die Folgebände warten lassen herrschte Dürre im heimischen Fantasy Epos Leseland. Vampire Earth ist mit Band 6 nun beendet, Lesefutter fehlte .

     

    Abercrombie kam da gerade recht. Aber taugt er?

     

    Romantik zumindest sucht man ergebnislos in seinem Auftakt zur dreibändigen Reihe. Weiterer Pluspunkt. Die Länge.

    Mit  knapp 800 Seiten erfreulich ergiebig. Ein fetter Wälzer, der zudem noch vielversprechend mit blutigem Ende beginnt. Kritischere Geister mögen ab und an Längen in der Beschreibung der mittelalterlichen Welt und eine sehr gemähliche Charaktereentwicklung im Einführungsband ausmachen, mir gefiel es.

    Die Barbaren sind Barbaren aber sensibel genug um billige, wohlfeile  philosophische Betrachtungen aufzustellen und einen Ehrkodex zu befolgen.

    Die Bösen noch nicht ganz ausgereift aber deutlich am Horizont auszumachen, ambivalente Pseudohelden in Menge vorhanden, ein  geheimnisvoller Magier taucht auf und der versierte Folterer hat sein Handwerk in den Folterkellern der Gurkhisen am eigenen Leib von der Pike auf gelernt.

    Sprachlich mühelos zu verfolgen wird der müde Lesergeist nicht mit poetischen Schnörkeln verwirrt , die realistische Beschreibung der  Lebensbedingen unter nicht sonderlich zivilisierten Umständen muss genügen. Realistisch natürlich nur für Kenner des genres die keine Schwierigkeiten mit realistischen Magiern und Geisterseher haben.

     

    Logen der Barbar, genannt der blutige Neuner ist ein engagierter Verfechter des Realismus, Typus das Glas ist halbvoll, immer dann,  wenn er mal wieder ein Gemetzel völlig zerschlagen, verwundet und zerschunden, aber lebend überstanden hat.

    Gemetzelt wird ausgiebig, fast schon liebevoll, so detailiert beschreibt der Autor.

     

    Weitaus geheimnisvoller der Magier Bayaz, scheinbar uralt , dafür noch recht rüstig mit einem anvisierten aber noch im Dunkeln liegenden Ziel vor Augen. Dazu kommen noch Luthar der Degengeck aus gutem Hause, der des Arbeitens ungewohnt und wenig motiviert ein Turnier gewinnen soll und Maljinn, ehemalige Sklavin, „Sie die gegen alles kämpft“ , mittlerweile versierte Mörderin geschickt mit dem Bogen und flink mit dem Messer , gut zu Fuß bei Bedarf.

    Bei Abercrombie ist Dreck noch dreckig, Blut rot und Intrigen werden von der Inquisition und dem machtgierigen Erzlektor Sult gesponnen. Der König der verkommenden Lande vegetiert vor sich hin und die Zukunft ist düster.....

     

    Alles schon mal da gewesen, auch stilistisch anspruchsvoller ausgeführt wobei der Autor immerhin verschiedene Handlungsstränge, die allerdings sehr leicht zu entwirren sind einführt. 796 Seiten zur Einführung in eine neue Welt könnten unter diesen Bedingeungen lästig schwatzhaft und verschwenderisch sein, sind es aber nicht. Zumindest nicht für mich, die ich diese gebrochenen , kampfesmüden verzweifelten Gestalten auf ihrer Reise zur Weltrettung gerne begleitet habe. Deshalb auch die 5 Sterne, statt der solide erschrieben 4 .

    Den fünften Stern gibt es für den schlichten Lesespaß zur rechten Zeit und dafür, dass noch vor Beendigung des ersten Bandes, der zwote schon bestellt war und

    Kriegsklingen trotz kleinerer Mängel gefiel, ausreichend Spannung aufgebaut wurde um den Lesfluß mühelos voaranzutreiben und  der Weltentwurf sowohl vorhanden, als auch ausreichend gelungen ist. Der Begriff Epos ist aber deutlich zu hoch gegriffen.

    Hier müsste Herr Abercrombie noch nen deutlichen Ticken zulegen und nachdem ich Band zwei, Feuerklingen, schon gelesen habe würde ich Epos nur verwenden wenn die entscheidende Definition dafür die Länge wäre ........
    So bleibt viel Buch für kleines Geld. Auch nicht ganz schlecht.

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