Fireman

von Joe Hill 
3,5 Sterne bei40 Bewertungen
Fireman
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (22):
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Streckenweise ein wenig in die Länge gezogen, von der Grundidee überaus spannend, das Ende jedoch ein wenig überzogen.

Kritisch (7):
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Endzeit-Genremix ohne Überraschungen, langweiligen Dialogen, faden Figuren und vielen Überlängen. Enttäuschend

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Inhaltsangabe zu "Fireman"

Eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, und keiner ist davor gefeit: Alle Infizierten zeigen zunächst Markierungen auf der Haut, bevor sie urplötzlich in Flammen aufgehen. Die USA liegt in Schutt und Asche, und inmitten des Chaos versucht die Krankenschwester Harper Grayson, sich und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Doch dann zeigt auch sie die ersten Symptome. Jetzt kann sie nur noch der »Fireman« retten – ein geheimnisvoller Fremder, der wie ein Racheengel durch die Straßen New Hampshires wandelt und scheinbar das Feuer kontrollieren kann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453318342
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:960 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.05.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.05.2017 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Divina_Commediantes avatar
    Divina_Commediantevor einem Jahr
    Wer den Klappentext verfasst hat las den Titel und nicht das Buch.

    Was habe ich erwartet: 
    Eine Geschichte über eine apokalyptische Krankheit und einen mysteriösen Fireman. Irgendwas mit einem coolen Endzeithelden, gespickt mit feinen Mystery- und Horror - Elementen. (Entschuldige, Joe Hill, aber ja, ich messe dich an Daddy.)  


    Was habe ich bekommen:
    Ja, was habe ich bekommen? Ein Endzeit-Dschungelcamp? Eine Gesellschaftsstudie am Rande einer Apokalypse?  


    Man hätte es genau so gut „Marlborough -Mann“ nennen können und behaupten, eben jener wäre die größte Gefahr der Menschheit.  Ja, ein „Marlborough- Mann“ kommt vor und ja, er ist eine Gefahr. Zumindest für einen Teil der Menschheit. Damit wären wenigstens zwei Aussagen des Klappentextes als wahr erfüllt, denn es gibt tatsächlich einen „Firmen“ in diesem Roman, aber er ist nicht die letzte Rettung der Menschheit.  


    Die Krankheit ist cool. „Dragonscale“, feine Muster, die auf deiner Haut erscheinen und dazu führen, dass du in Flammen aufgehst. Mit dem Menschen nach und nach die ganze Welt. Gut, dieKrankheit zu haben ist nicht so cool, aber die Idee ist gut.  Verschwendet, aber gut.  


    Harper, die Protagonistin folgte ich sehr gern durch den Verlauf der Geschichte. Sie ist erfrischend normal, nicht perfekt, aber auch keine Damsel-in-Distress.  


    Der Firmen war am Anfang als mystischer Retter interessant, wurde aber sehr schnell de-mystifiziert. Er ist nett. Also nicht im Sinne von „nett ist die kleine Schwester von…“, sondern nett. Mehr aber auch nicht. Er kommt nicht so oft vor und er macht auch nicht sonderlich viel. Aber er ist … nett.  


    Die Romanze fand ich zu erzwungen und fehl am Platz. Sie tut nichts für die Geschichte und macht wenig Sinn. Lass die beiden sich mal verlieben, weil … Keks. Das ist eine „Thor“ - Romantik. Kennen sich ein paar Stunden und verlieben sich unsterblich weil es der Plot so will. Nein, nicht der Plot, der Autor.  


    Joe Hill arbeitet mir epischer Vorausdeutung. Das erfüllt seinen Zweck, man möchte weiter lesen, aber es verrät auch viel. Zu viel Info zu früh nimmt Überraschung weg. Ich mag es lieber, wenn ich nach und nach herausfinde, wer die Antagonisten sind, als wenn ich vorweg mit der Nase darauf gestoßen werden. Ein oder zwei Wendepunkte der Geschichte lässt er offen, die größten, aber weniger vorweg greifender Erklärung hätte dem Buch gut getan.  


    Längen gibt es. Der Mittelteil im Camp zieht sich hin, während das aktionsreichere Ende im Vergleich recht kurz ausfällt. Ich wünschte mir mehr und früher Aktion und weniger Aufbau. Die Etablierung des großen Personals braucht Zeit, ja, aber Joe Hill sollte auf sein Talent vertrauen viele Figuren differenziert darzustellen. Das kann er nämlich. Hat gut von Daddy gelernt.

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    Virginys avatar
    Virginyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Und die Welt geht in Flammen unter...Auch wenn ihn viele langweilig fanden, ich mochte Hills Wälzer...
    Flammender Untergang...

    Harper ist Schulkrankenschwester und liebt ihren Mann, zumindest war das vor der Seuche so, denn mit "Dragonscale" ändert sich für sie alles.
    Als die Krankheit bei ihr ausbricht, muss sie erkennen, dass ihr Mann ihr etwas vorgemacht hat und nicht der ist, für den sie ihn all die Jahre gehalten hat.
    Schwanger und auf sich allein gestellt versucht sie, ihr neues Leben zu meistern, sie will unbedingt überleben, für ihr Kind.
    Bereits während ihrer Arbeit im Krankenhaus trifft sie ihn zum ersten Mal, den Fireman und als er ihr das Leben rettet, folgt sie ihm in ein Camp mit Infizierten.
    Sie ist nicht mehr allein und alles so viel einfacher, doch auch dort ist nichts, wie es scheint und schon bald muss Harper erneut um ihr Leben fürchten...

    Ja, Joe Hills "Fireman" ist ein ganz schöner Wälzer, aber das sollte einen nicht abschrecken, allerdings sollte man auch nicht unbedingt Blut und Gedärme erwarten, denn die Geschichte wird relativ ruhig und ausführlich erzählt, es geht nicht um qualvolles Sterben, sondern um die zwischenmenschlichen Beziehungen, das füreinander Einstehen.
    Wer Justin Cronins Passage Trilogie gut fand, wird auch bei "Fireman" voll auf seine Kosten kommen, wer mehr auf Action und Gemetzel steht, sollte sich wohl besser anderweitig umsehen.
    Nein, "Fireman" ist kein zweites "The Stand", aber fast, und dafür gibts von mir 4 von 5 Sternen

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    MosquitoDiaos avatar
    MosquitoDiaovor einem Jahr
    Leider zu viele Längen...

    Vor ein paar Jahren bin ich über Joe Hill gestoßen, dass Stephen King seinem Sohn das Schreiben mit in die Wiege gelegt hat, war mir vorher einfach nicht bewusst.
    Mit Christmasland konnte mich der Autor absolut begeistern, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite weggesuchtet und war hin und hergerissen zwischen Faszination und Schrecken.
    Kurz darauf habe ich mich an seiner Comic Reihe Locke & Key versucht, allerdings schnell gemerkt, dass die nun wirklich meine Grenzen überschreitet. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.
    Als ich dann von dieser Neuerscheinung gehört habe, bin ich vor Vorfreude im Dreieck gesprungen, vor allem, als ich es dann auch noch vom Verlag als Rezensionsexemplar gestellt bekommen habe!

    „…Na gut, in gewisser Weise sterben wir alle mitten in einer guten Geschichte. In unserer eigenen Geschichte. Oder in der Geschichte unserer Kinder. Oder unserer Enkel. Der Tod ist eine ziemliche Zumutung für alle, die spannende Geschichten mögen.“

    Trotz meiner Vorfreude, oder vielleicht auch genau deshalb, ist mir der Einstieg ein bisschen schwer gefallen.
    Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich, doch ich bin Anfangs einfach nicht in den Erzählstil reingekommen. Ich persönlich mag die Ich-Perspektive sehr gerne, kann mich aber dennoch auch von einem „Erzähler“ überzeugen lassen. Hier war es mir allerdings ein wenig zu monoton und gleichzeitig sehr hochgestochen.
    Gerade in Kombination, mit dem teilweise sehr derben und harten Inhalt.
    Nach sage und schreibe 350 Seiten konnte ich mich dann auch richtig auf die Geschichte einlassen, was ja aber bei insgesamt 960 Seiten noch ein kleiner Teil ist…
    Und nein, das wäre nicht nötig gewesen. Mindestens zu einem Drittel hätte die Geschichte sicherlich gekürzt werden können, ohne das inhaltlich etwas verloren geht.
    Der Vergleich zu den kurzen Textstellen, in denen mal etwas wirklich spannendes passiert und den unsagbaren Längen dazwischen war einfach nicht verhältnismäßig.

    Sie hatte jedenfalls nicht vergessen, dass Ekel und Lust ziemlich nahe beieinanderlagen.

    Den Klappentext fand ich ja wirklich vielversprechend, die Umsetzung war dann jedoch ein kleines bisschen anders als erwartet. Nicht schlecht, einfach nur anders.
    Bei der Länge gab es natürlich mehr als genug detailreiche Schilderungen, die wohl selbst mir jetzt die Möglichkeit geben würden, eine Dragonscale-Pandemie zu überstehen.
    Medizinische Hintergründe finde ich bei solchen Geschichten aber wirklich sehr interessant! Außerdem lassen sie, gut recherchiert, das Ganze einfach authentischer wirken.

    „Es sind zwei Seuchen, die sich ausbreiten. Das eine ist Dragonscale, das andere Panik.“

    Die Beschaffenheit der Charaktere sind für mich ebenso wichtig, wie die Handlung. In dystopischen Geschichten, bin ich hier immer besonders gespannt. Es sind einfach Situationen, die die Menschen an ihre Grenzen treiben und meist das schlechteste in ihnen herausholt.
    So natürlich auch hier. Nicht nur einmal habe ich einen Charakter vollkommen falsch eingeschätzt und wäre wohl in jede nur erdenkliche Falle gelaufen. Die ganze Gesellschaft trieft nur so vor Intrigen und Selbstsucht, allerdings sind auch diese Ausschnitte leider oftmals einfach untergegangen.
    Vor allem Harper war eigentlich eine sehr solide Protagonistin. Nicht meine Heldin, aber sehr realistisch gehalten.
    Quasi Mary Poppins beim Weltuntergang. Die Anspielung auf diesen Film fand ich an der einen oder anderen Stelle ein bisschen übertrieben, obwohl ich den Film selbst absolut liebe.
    Der Fireman ist eigentlich ein großes Mysterium geblieben. Die Erzählperspektive hat sich eigentlich nur an die Sicht von Harper geknüpft und das große Phänomen…tja, ist zum Teil auch eins geblieben.
    Und soll ich euch was verraten? Trotz der 950 Seiten, kann ich ihn mir immer noch nicht bildlich vorstellen.
    Die Nebencharaktere fand ich dafür umso faszinierender, was nicht bedeutet, dass sie mir sympathischer waren. Aber vielleicht einfach ein bisschen facettenreicher.

    „Tja, wer hätte gedacht, dass die Zukunft sich fast genauso wie die Vergangenheit anhört?“

    FAZIT

    Auch wenn Fireman nicht wirklich eine Enttäuschung war, so konnte es aber auch nicht meine Erwartungen erfüllen. Die Idee ist super und auch die Umsetzung mal etwas anderes, allerdings muss man sich einfach durch zu viele Längen kämpfen, als dass der Spannungsbogen gehalten werden könnte.
    Wer auf detailreiche Dystopien steht und auch auf viel Action verzichten kann, der ist mit diesem Buch bestens aufgehoben!

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    LukeDaness avatar
    LukeDanesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man sagt das der Apfel nicht weit vom Stamm falle. In diesem Fall ist es wohl eher der König, welcher nicht weit vom Thron fällt.
    Dystopie mal anders!

    Man sagt das der Apfel nicht weit vom Stamm falle. In diesem Fall ist es wohl eher der König, welcher nicht weit vom Thron fällt.

    Bevor ich eine Besprechung beginne zu tippen, recherchiere ich immer ob sich nicht ein wenig interessantes Backgroundmaterial über Autor oder Story finden lässt. In diesem Fall ist es meiner längeren Leseabstinenz geschuldet das mir der Name „Joe Hill“ so vollkommen gar nichts sagte.
    Aufmerksam auf sein Buch „The Fireman“ wurde ich durch die Pilotepisode eines amerikanischen Hörspielpodcasts namens „Point Mystic“ in der Podcaster Christopher Reynaga die Geschichte als Fingerübung für den eigentlichen Podcast verarbeitet. Mein Interesse war geweckt und so fragte ich bei Chris nach, welcher mich auf das Buch an sich verwies.

    Zurück zu „Joe Hill“, welcher mit richtigem Namen Joseph Hillstrom King heißt und einer der Söhn der Schriftsteller Stephen und Tabitha King ist. Somit liegt es also relativ nahe, das der Offspring ebenfalls den Beruf des Autors ergreift.

    Positiv war hier jedoch der Aspekt, dass ich von alledem keinerlei Ahnung hatte (denn ich lese auch keine Klappentexte und „Über den Autor“), während ich das Buch las und somit auch keine Vergleiche mit Papa King ziehen musste. Auch im Nachhinein möchte ich dies vermeiden, denn Sohnemann hat seinen eigenen Stil und mit jemandem wie dem Allvater der modernen Horrorliteratur verglichen zu werden, ist mehr als unbefriedigend.

    So viel Geschwafel zur Recherche…

    Postapokalypse wird zumeist mit Monstern, Vampiren, Zombies oder ähnlichem Viehzeugs verbunden und viele der zeitgenössischen Endzeit-Autoren bedienen sich an diesem Horrorrepertoire auch ausführlich. So kommt es gelegentlich vor, dass selbst hartgesottenen Fans der Postapokalypse – zu denen ich mich zähle - die immer wiederkehrenden Gegenspieler der noch existierenden Menschheit auf die Nerven gehen und man sich nach ein wenig innovativem Wind sehnt.

    Wenn man nun den Rückentext von „Fireman“ liest, so scheint dieser Backstein von einem Buch nicht wirklich in die dystopische Ecke zu passen, sondern eher in die Welt der Sagen und Mythen. Diese Gedanken verflüchtigten sich beim Lesen sehr schnell bei mir denn Hill schreckt vor keiner Maßnahme zurück um die Welt von „Fireman“ als ausweglos und nicht mehr wirklich lebenswert darzustellen.

    Die Menschheit wird vom Dragonscale-Virus gegeißelt. Dieser Virus beschert den Infizierten zuerst eine Art Tätowierung auf der Haut um sie dann später spontan in Flammen aufgehen zu lassen. Heilung gibt es nicht, doch es ist die Rede von einem Menschen, der in der Lage ist den Virus zu kontrollieren. Besagter Mensch ist der „Fireman“.

    Die Hauptakteurin Harper Grayson lebt in dieser Welt und hat sich eigentlich schon von einer weiteren Zukunft verabschiedet, bis das sie schwanger wird und das ungeborenen Leben in ihr einen größeren Stellenwert einnimmt als ein geplanter Selbstmord. Hapers Ehemann ist von dieser Wendung der Dinge alles andere als erfreut und dreht durch.

    Und in diesem Moment tritt der „Fireman“ in Harpers Leben, rettet sie aus ihrem bisherigen Chaos und bringt sie in ein Camp in dem es ebenfalls andere Menschen gibt, die so sind wie der Fireman – also in der Lage dem Dragonscale-Virus habhaft zu werden.
    Wer allerdings jetzt davon ausgeht, dass sich die Geschichte nun in bekannten Bahnen entwickeln wird, der wird positiv enttäuscht. Joe Hill riss immer dann, wenn ich dachte zu wissen was als nächsten kommen würde, das Ruder herum und bewegt die Handlung in eine andere als die vermutete Richtung.

    Sicherlich erfindet er hier das Genre nicht neu, doch mit seiner Art des stets kurzen Spiels und nur oberflächlichem Anreißen des bisher Bekannten und gerade mit dessen Vermeidung im Großteil des Buches, verstand er es recht gut mich relativ schnell durch die 800 Seiten des Backsteins (denn anders ist der Umfang nicht zu bezeichnen) zu führen.

    Man braucht weder Geduld am Anfang um in die Story hinein zu kommen oder gar Ausdauer um an ihr dran zu bleiben, denn Hill versteht sich auf Spannungsaufbau und das Halten des Bogens besser als Papa King – zumindest erschien es mir subjektiv so. Da war er dann also doch noch, der Vergleich.

    „Fireman“ ist nichts für reinrassige Fans von Zombies, welche sich nicht einfach mit einer reinen Seuche zufriedengeben können. Wer jedoch mal etwas anders als wandelnde Leichen sucht, der wird hier fündig und gut bedient.

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    SillyTs avatar
    SillyTvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr ausschweifend, aber nicht langweilig
    Still burning

    Als die junge Schulkrankenschwester Harper Zeugin davon wird, dass ein Mensch wie aus dem Nichts zu brennen beginnt, ahnt sie noch nicht, welche Folgen dies nach sich zieht. Denn dieses plötzliche in Flammen aufgehen ist eine neue Seuche, Dragonscale genannt, bei der zunächst Male auf der Haut auftauchen und bei der eine plötzliche Selbstentzündung entstehen kann. Niemand weiß, wie sich die Menschen anstecken und es werden immer mehr, die die Male auf der Haut aufweisen und immer mehr brennt nieder. Auch Harper entdeckt plötzlich die Male auf ihrer Haut, fast gleichzeitig mit der Feststellung, dass sie schwanger ist. Ihr Mann Jakob bringt ihr keinerlei Verständnis entgegen. Nach einem Streit wird sie von dem geheimnisvillen Fireman gerettet und dieser bringt sie in ein Camp mit weiteren infizierten Menschen. Allerdings scheinen diese gelernt zu haben, mit Dragonscale umzugehen und damit zu leben.
    Meine Meinung:
     Ich bin ein großer Fan von Endzeitromanen und der neue Roman von Stephen Kings Sohn Joe Hill klang einfach nur sehr spannend. Da ich auch bisher noch nichts von ihm gelesen habe, aber ein großer Fan seines Vaters bin, war ich äußerst neugierig auf Joe Hills Werk. Ich muss auch gleich sagen, dass er ganz viel von seinem Vater hat, was das Erzählen angeht. Joe Hill schreibt mit einer Leichtigkeit, die den Leser sehr schnell in die Geschichte zieht, dabei absolut flüssig und verständlich, allerdings auch sehr weit ausschweifend und detailverliebt. Dabei verliert er sich zwar nicht in unendlich langen Beschreibungen von Umgebungen, aber er zieht viele Handlungen sehr in die Länge und wenn ich lang sage, dann war es zeitweise richtig lang. Trotzdem war ich durchaus gefesselt von der Atmosphäre, die er hier entstehen lässt und gelangweilt habe ich mich eigentlich auch nicht, es war einfach nur laaaaang.
    Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn Hill gibt dem Leser hier einen guten Allgemeineindruck auf die teilweise doch sehr erschreckenden Ereignisse. Doch dann machen die Ereignisse eine Wendung und die Protagonistin befindet sich in einem Camp, das sich fernab von der Welt und dem Geschehen befindet. Man erfährt kaum noch, was in der Welt und gerade bezüglich der Pandemie geschieht, sondern erhält stattdessen ganz viele Ereignisse im Camp, das wie eine Sekte anmutet, geliefert. Diesen kompletten Bereich schildert er mit einer Intensität, dass man fast schon zu viel miterlebt. Manch ein Dialog wurde einfach zu lang und zu detailreich, so dass hier wieder Längen auftauchten, genau so wie die kompletten Geschehnisse. Wenn man bedenkt, dass dieses Buch ungefähr den Zeitraum einer Schwangerschaft wiedergibt, kann man sich die Ausschweifungen gut vorstellen.
    Dafür ist die Entwicklung innerhalb des Camps absolut interessant und sehr glaubhaft geschildert. Es zeigt, wieder einmal, das Menschen, egal in welcher Situation sie sich befinden, doch immer wieder gleich sind. Das Machtgefüge innerhalb des Camps wird immer strenger, manch eine Situation spitzt sich ordentlich zu und der Drill dahinter ist wiederum erschreckend. Das Ganze ist absolut vorstellbar und ich hatte hier zu keiner Zeit Zweifel am Geschehen. Schade ist, dass der Fireman, der dem Buch doch seinen Titel verleiht, hier doch eher im Hintergrund agiert und seine Rolle eher hintenan bleibt.
    Die Seuche, die Dragonscale Seuche, ist wiederum sehr gut beschrieben und so nach und nach bekam das Ganze einen sehr denkwürdigen Hintergrund. Ob es sowas wirklich geben könnte, sei mal dahin gestellt, aber die Fantasie, die der Autor hier hat, ist sehr spannend und die Verbindungen, die er zieht, nehmen Ausmaße an, die ich nicht ganz geahnt habe.
    Die Ereignisse können wir durch einen Erzähler in der dritten Person mitverfolgen, dieser erzählt aus der Sicht der Krankenschwester Harper und gibt alles sehr intensiv wieder.
    Harper wurde mir dadurch sehr nahe gebracht und ich mochte sie durch und durch, sie ist ein grundehrlicher, hilfsbereiter Mensch, der selbstlos handelt und die es immer wieder schaffte, mich an die Geschichte zu fesseln. Ich wollte einfach wissen, wie es mit ihr weitergeht und wie sie mit der immer schwieriger werdenden Situation zu Recht kommt und das war alles sehr gut durchdacht. Neben Harper agieren hier noch einige andere Personen, die dank der vielen Ausschweifungen beim Erzählen sehr lebendig wurden. Jeder spielt hier eine wichtige Rolle und jeder wirkt hier mit auf das Geschehen ein, so dass man die Entwicklungen absolut nachvollziehen kann. Wie erwähnt, hätte ich mir eigentlich gedacht, dass hier der Fireman eine wichtige Rolle spielt, doch er bleibt hier absolut hinter Harper.
    Mein Fazit:
    Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, allerdings hätte ich gerne viel mehr über die Pandemie gelesen und was sich dadurch auf der Welt verändert, stattdessen liegt hier der Fokus eher auf eine kleine Randgruppe, bei der man den Eindruck einer Sekte und deren Entwicklung bekommt. Ich denke, dass an manch einer Stelle ruhig etwas weniger intensiv hätte geschildert werden können, trotzdem fand ich das Buch so gut erzählt, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe, das trotz des Umfangs. Eins ist gewiss: Joe Hill steht seinem Vater in nichts nach und kann es genau so gut. Der Apfel fällt halt doch nicht allzu weit vom Stamm entfernt, denn ich musste hier (auch wenn ich es nicht wollte) immer wieder mit dem Vater vergleichen.

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    Katheys avatar
    Katheyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr interessanter Roman zu einem sehr aktuellen Thema!
    Rezension "Fireman"

    Klappentext: Eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, und keiner ist davor gefeit: Alle Infizierten zeigen zunächst Markierungen auf der Haut, bevor sie urplötzlich in Flammen aufgehen. Die USA liegt in Schutt und Asche, und inmitten des Chaos versucht die Krankenschwester Harper Grayson, sich und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Doch dann zeigt auch sie die ersten Symptome. Jetzt kann sie nur noch der »Fireman« retten – ein geheimnisvoller Fremder, der wie ein Racheengel durch die Straßen New Hampshires wandelt und scheinbar das Feuer kontrollieren kann.


    Aufbau: Die Geschichte beginnt am Anfang der Pandemie und wird dann in chronologischer Reihenfolge geschildert. Man kann Harper Graysons Leben davor noch sehr gut kennenlernen. Nachdem sie sich infiziert hat ändert es sich jedoch schlagartig. Das Setting der ganzen Geschichte ist sehr authentisch und greifbar dargestellt. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich wirklich mittendrin bin. Auch die Krankheit als solches wird super realistisch und grandios dargestellt. Eine so gute Darstellung hatten ich in einigen Dystopien selten. Dennoch muss man bedenken bevor man das Buch liest, dass es sich um keinen Thriller oder Spannungsroman im klassischen Sinn handelt. Bei dem Buch geht es um eine Schilderung von Harper Graysons Leben und somit gibt es bei den 960 Seiten auch ein paar Längen. Für mich jedoch waren auch diese „Längen“ nicht langweilig. Ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und wissen, ob Harper Grayson es schafft ihr Baby durchzubringen.


    Gestaltung: Die Gestaltung des Buches hat mir sehr gut gefallen und sie ist auch passend zum Buch/Geschichte. Außerdem fand ich es toll, dass das Buch trotz seiner Dicke keine Leserillen bekommen hat.


    Charaktere: Die Charaktere waren sehr authentisch und greifbar. Besonders Harper Grayson als Protagonistin. Es gab zwar sehr viele unterschiedliche Charaktere, die in einigen Teilen des Buches immer mal wieder aufgetaucht sind, aber ich fand, dass es nicht zu viele waren. Denn durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge konnte man sich alles gut merken. Ich fand es auch sehr gut dargestellt wie unterschiedlich die einzelnen Charakter mit der Infizierung umgehen.


    Ende: Das Ende kam für mich sehr unvorbereitet und überraschend. Obwohl es im Verlauf des Buches einige Wendungen gab, hat es Joe Hill geschafft mich an Ende regelrecht zu Überrumpeln. Das Ende war passend zur Geschichte, jedoch kein Happy End. Dadurch hat es mich sehr getroffen, denn ich hätte für Harper Grayson etwas mehr erhofft.


    Fazit: Der Aufbau hat mir gut gefallen – mit seinen ganzen unterschiedlichen Settings und der greifbaren Schilderung der Krankheit. Jedoch muss man bedenken, dass es sich bei beim Buch um einen Roman und nicht um einen Thriller/Spannungsroman handelt. Man erfährt viel über die Krankheit und hat auch einige „Längen“ dabei, welche für mich trotzdem spannend waren. Die Gestaltung ist passend zur Geschichte und gefällt mir gut. Die Charaktere fand ich vielschichtig und gut ausgearbeitet. In Harper Grayson als Protagonistin konnte ich mich gut hinein versetzen. Das Ende hat mich überrascht und war passend. Aber ich hätte mir ein Anderes gewünscht. Dafür muss ich auch einen Stern abziehen.Insgesamt ein toller empfehlenswerter Roman!

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    NiWas avatar
    NiWavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer sich pandemischen Endzeit-Flair erhofft, wird wohl eher enttäuscht werden.
    Kein Burner

    Eine Pandemie brandet über die Welt. Bei Infizierten bilden sich Muster auf der Haut bis sie am Höhepunkt der Krankheit in Flammen aufgehen. Mitten in diesem Inferno versucht Krankenschwester Harper den Leidenden Trost zu spenden. Bis sie selbst an Dragonscale erkrankt und merkt, dass sie schwanger ist.

    Tragende Themen sind jedoch Gruppendynamik, Abhängigkeit und sektenartige Gemeinschaften, die die Augen vor der Realität verschließen. Zwar ist die Pandemie als Auslöser für die Handlung zu betrachten, rückt aber sehr weit in den Hintergrund und das Endzeit-Szenario verschwindet fast vollständig.

    Bei diesem Werk war ‚Pandemie‘ das Schlüsselwort für mich. Ich habe mich auf ein horrormäßiges Endzeit-Szenario gefreut und hatte erwartet, dass der Fireman eine spannende Rolle darin spielt. Doch so ganz bin ich nicht für diesen Roman entbrannt.

    Ja, es geht eindeutig um die Pandemie. Joe Hill hat sich eine besondere Krankheit für sein Endzeit-Szenario ausgedacht, die ich - man verstehe mich bitte nicht falsch - umwerfend finde. Infizierte bekommen ein eigenartiges Muster auf der Haut, das an Tattoos erinnert. Es brennt, es leuchtet, es zeigt an, dass man dem Tod geweiht ist. In meiner Vorstellung habe ich wunderschöne Henna-Tattoos gesehen, die mich sofort in ihren Bann gezogen haben. Weniger schön ist der weitere Verlauf der Krankheit, weil die Infizierten nicht nur für weitere Kranke sorgen, sondern letztendlich sich selbst entzünden und ringsherum alles in Brand gerät.

    Zu Beginn hat mich Joe Hill sofort mit seiner Horrorvorstellung von der Dragonscale-Pandemie entflammt. Man erlebt, wie die Krankheit langsam überhand nimmt, man beobachtet, wie aus einzelnen Fällen immer mehr Kranke werden, und bekommt Angst, weil niemand weiß, wie man sich vor einer Infektion schützen kann. Gleichzeitig gehen bewährte Systeme den Bach runter, weil Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Flammenmeer ertrinken. Die Stimmung ist beängstigend, sie ist bedrohlich und man weiß einfach nicht, wie sich das weiterentwickeln wird.

    Doch dann flaut die Handlung sehr stark ab. Sie bewegt sich vom Endzeit-Szenario weg und begibt sich in eine sektenartige Gemeinschaft, die zum Kern der Geschichte wird. Hier habe ich ebenso die dichte Atmosphäre und bedrohliche Stimmung gefühlt, dennoch war ich vom Verlauf der Handlung enttäuscht, weil sie doch arg auf der Stelle tritt.

    Protagonistin Harper ist eine starke Frau, die mir durchgehend sympathisch war. Manchmal hätte ich mir von ihr doch mehr Entschlossenheit erwartet, weil damit auch die Handlung einen Sprung gemacht hätte. Trotzdem war ihr Verhalten meistens nachvollziehbar und ich konnte verstehen, warum sie öfter mal gezögert hat.

    Der Fireman ist leider zur Randerscheinung verkommen und so ganz anders als ich vom Klappentext her erwartet hatte. Er kommt nicht besonders oft zum Zug, weil er meistens eine liegende Rolle einnimmt. Was es damit auf sich hat, muss aber selbst in Erfahrung gebracht werden.

    Der Schreibstil ist flüssig und originell, denn Joe Hill baut zahlreiche Verweise zu anderen Büchern ein. Es werden etliche Klassiker und Autoren zitiert. Dabei bin ich mir sicher, dass mir nicht alle aufgefallen sind. Dieser Bezug zu anderen Büchern hat mir sehr gut gefallen. Egal ob Mary Poppins oder Harper Lee - Joe Hill hat in seinem Roman vielen literarischen Werken auf eine sehr charmante Weise Hochachtung gezollt.

    Trotzdem ist es mir schwer gefallen, dieses Buch zu bewerten. Einerseits habe ich es wirklich gern gelesen, andrerseits gibt es zu viele Kritikpunkte, um es in hohen Tönen loben zu können. Für über 900 Seiten hätte ich mir mehr Handlung gewünscht und es wäre nett gewesen, wenn der Fireman - wenn schon das Buch nach ihm benannt ist - entsprechenden Raum bekommen hätte. Das Endzeit-Szenario rückt zu sehr in den Hintergrund und es bleibt eine Gesellschaftsstudie unter Extrembedingungen, die mich an „Die Arena“ von seinem Vater erinnert.

    Alles in allem kann ich dieses Buch daher jenen empfehlen, die „Die Arena“ gerne gelesen haben. Wer sich pandemischen Endzeit-Flair erhofft, wird wohl eher enttäuscht werden. 

    Kommentare: 10
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    ForeverAngels avatar
    ForeverAngelvor einem Jahr
    Könnte spannender sein

    Ich bin ein großer Fan der alten und neuen Werke von Stephen King, habe mich bislang aber nie an die Werke seines Sohnes Joe Hill herangetraut. Obwohl ich schon oft mit dem Gedanken gespielt habe, Christmasland zu lesen, ist Fireman, was ich euch heute vorstellen möchte, der erste Titel von Söhnchen King, den ich gelesen habe.

    Ich glaube, ich habe mich letztendlich für Fireman entschieden, weil ich Pandemieromane sehr gerne lese, aber schon länger keinen mehr zwischen den Fingern hatte. Es war mal wieder höchste Zeit für ein bisschen Horror und Weltuntergangsstimmung. Und die gibt es in Fireman. Hier wütet eine Krankheit, die Menschen in Flammen aufgehen lässt, also quasi infektiöse spontane Selbstentzündung. Die ganze Stadt ist verwüstet und verbrannt und die einzige Hoffnung ist ein Mann, der das Feuer - und die Krankheit namens Dragonscale- zu kontrollieren können scheint. Der Fireman. Er ist auch für Krankenschwester Harper die letzte Hoffnung, die hochschwanger ist und sich mit dem Virus infiziert hat.

    In Fireman geht es gar nicht so sehr darum, ein Heilmittel zu finden, sondern vielmehr, die Krankheit anzunehmen und damit umzugehen. Der Fireman und sein Clan haben einen Weg gefunden, trotz Infektion und Symptomen zu überleben. Das Leben in dieser Gruppe ist aber alles andere als harmonisch, klar, es ist ja auch das Ende der Welt und bei aller Kontrolle besteht immer noch die Gefahr, doch eines Tages zu explodieren. Obwohl diese Spannungen zwischendurch gut spürbar waren und ich mich auch gut in dieses postapokalyptische - wieso sagen eigentlich so viele dytopisch, das ist es doch gar nicht? - Setting hineinversetzen konnte, hat Fireman durchaus seine Längen. Viele Längen. Und die sind ... na ja ... laaang. Die Hälfte der Seiten hätte sicherlich auch gereicht, die Geschichte zu erzählen.

    Ja, ich denke, der Apfel fällt wirklich nicht weit vom Stamm. Joe Hill hat wie sein Vater tolle Ideen, aber er hat auch den gleichen Hang zu Ausschweifungen. Ich hatte irgendwie gehofft, dass Hills Horror etwas frischer daherkommt, dass der Schreibstil etwas rasanter und nicht ganz so detailverliebt ist, aber da habe ich mich geirrt. Joe Hill kommt wirklich ganz nach dem Papa, zumindest in literarischer Hinsicht.

    Fireman bietet ein tolles postapokalyptisches Setting und interessante Figuren, aber zwischendurch geht einfach viel zu viel Spannung verloren, sodass sich dieser 'Thriller' dann doch extrem in die Länge zieht. Muss jeder selber wissen, ob er das mag, ich hatte auf etwas mehr Handlungsreichtum gehofft.

    (c) Books and Biscuit

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    kugelblitz85s avatar
    kugelblitz85vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Originelle Endzeit Idee, aber nach tollem Anfang mehr Gruppendynamik in sektenähnlicher Gemeinschaft anstatt Weltuntergang u sehr langatmig
    Originelle Endzeit Idee, leider mit schwacher und langatmiger Umsetzung

    Inhalt:

    Eine furchtbare Seuche namens Dragonscale bricht über die Erde herein. Bei den Infizierten bildet sich auf der Haut als Vorbote zunächst ein Tattoo ähnliches Muster. Dies bedeutet, dass die Betroffenen nur noch wenige Wochen zu leben haben, bevor sie in Flammen aufgehen und verbrennen. Keiner weiß, wie sich die Seuche verbreitet und welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Die öffentliche Ordnung geht verloren, alles versinkt mehr und mehr in Chaos, Lebensmittel werden knapp und die Menschheit droht daran unterzugehen.
    Auch die junge Krankenschwester Harper Grayson entdeckt bald Dragonscale Male auf ihrer Haut. In dem verzweifelten Versuch das Leben von sich und ihrem ungeborenen Kind zu schützen, trifft sie auf einen geheimnisvollen Fremden, der sie zu einer Gemeinschaft führt, die das Virus anscheinend kontrollieren kann.



    Cover und Gestaltung:

    Das Cover ist mit der dunklen Farbgebung und den hellen Flammen in der Mitte ein echter Hingucker. Inmitten der Flamen ist die Silhouette des "Firemans" zu sehen, was ich jedoch wie den Titel etwas irreführend finde, da dieser gar nicht so eine entscheidende Rolle einnimmt wie Titel und Cover suggerieren. 


    Meine Meinung:

    Als ich den Klappentext las, erwartete ich mir einen tollen Endzeiroman. Dies schien sich zumindest auch auf den ersten ca. 150 Seiten zu bewahrheiten. Man wurde mitten ins Geschehen hinein geworfen, die Pandemie war bereits ausgebrochen und Großteile des Landes bereits in Rauch und Asche gelegt. Dieses Szenario beschreibt Joe Hill in erschreckenden, bildgewaltigen und stimmungsvollen Bildern und schafft somit gleich zu Beginn eine tolle Endzeit Atmosphäre. 

    Wir begleiten Harper, eine junge Krankenschwester, die bald die ersten Hautveränderungen an sich entdeckt. Mit etwas Glück stößt sie zu einer Gruppe, die gelernt hat die Infektion zu kontrollieren und damit am ausbrechen zu hindern. 
    Und ab diesem Punkt ging das Buch dann aber in eine ganze andere Richtung. Es konzentrierte sich leider nur noch auf eine kleine Gruppe Überlebender und so ging sehr viel von der Endzeit Atmosphäre verloren und man bekam fast überhaupt nichts mehr von der Außenwelt mit. Viel lieber hätte ich gelesen, wie die Protagonisten sich durch die zerstörte Welt und Schutt und Asche kämpfen müssen, anstatt was sich in Camp Wyndham abspielt.

    Das Buch hatte zwar trotzdem noch sehr interessante Facetten, in dem es zum Beispiel sehr gut die Gruppendynamik innerhalb dieses Camps darstellte. Auch wie sich die Dragonscale Seuche verbreitet und zum Beispiel das Bewusstsein der Infizierten ändert fand ich sehr originell von Joe Hill ausgearbeitet.
    Aber das waren leider sehr wenige Glanzpunkte auf den 960 Seiten. Und das ist das größte Problem für mich an dem Buch gewesen. Es war einfach viel zu langatmig, besonders im Mittelteil, der sich nur auf die zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser Gruppe konzentrierte.  Hätte man das Buch stark gekürzt auf einen normalen Roman von etwa 400-500 Seiten Länge, hätte es trotz meiner anderen Erwartungshaltung dennoch eine gute Geschichte werden können. So aber langweilte es mich den größten Teil über doch sehr und man musste sich schon etwas hindurch quälen.

    Die Charaktere sind eigentlich sehr gut gezeichnet, da ja auch ein großer Teil aus dieser Charakterstudie besteht. Leider konnte mich aber auch niemand davon emotional mitreißen und mich dadurch an das Buch fesseln.
    Zur Protagonistin Harper, die seit ihrer Kindheit für Mary Poppins schwärmt, konnte ich leider von Anfang an keine richtige Bindung aufbauen, da ich viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Das Buch wird aus ihrer Perspektive erzählt, was ich für einen 960 Seiten Roman aber auch etwas eintönig fand. Da hätte ich lieber noch aus der ein oder anderen Perspektive mehr erfahren. 
    Der Fireman ist zwar am Anfang noch eine mysteriös anmutende Person wie man sie sich anhand des Klappentextes vorstellt. Doch schon bald ist er gar nicht mehr so unnahbar und eher ein Typ, der alles ziemlich locker nimmt. 
    Auch der Titel "Fireman" ist sehr irreführend. Denn dieser mutiert leider bald zu einer reinen Nebenfigur und hat auch nicht die herausstechende Rolle inne, die man bei dem Titel und Klappentext vermuten würde.


    Fazit:

    "Fireman" ist ein Endzeitroman mit einer originellen Grundidee und anfangs beklemmender und bildgewaltiger Atmosphäre. Leider verschwindet diese nach dem tollen Anfang nahezu ganz und der Roman beschränkt sich größtenteils auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Gruppendynamik innerhalb einer sektenähnlichen Gemeinschaft und weniger auf den Untergang der Welt. 
    Dazu ist er viel zu lang geraten und wäre auch locker mit der Hälfte der Seiten ausgekommen.
    Deshalb kann ich ihn nur geduldigen Lesern mit Interesse an solchen Gruppendynamiken in Extremsituationen empfehlen. Endzeitflair bekommt man hier leider weniger.


    Originalität       5 Sterne 
    Umsetzung       2 Sterne 
    Schreibstil         4 Sterne 
    Charaktere        4 Sterne 
    Tempo              2,5 Sterne 
    Tiefe                   4 Sterne 
    Lesespaß          2,5 Sterne 


    Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de 

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    unclethoms avatar
    unclethomvor einem Jahr
    Das kann Joe Hill viel besser...

    Das Buch 300 Seiten kürzer und die Längen wären vermieden worden. Die Idee der Story an sich ist gut, nur wie ich finde nicht ganz so gut umgesetzt, das kann Joe Hill deutlich besser. Ich frage mich aktuell was ihn dabei geritten hat solch ein Buch zu veröffentlichen.
    Der Schreibstil ist wie man es von ihm gewohnt ist gut und flüssig zu lesen, wären da nicht die Längen, die mich fast dazu gebracht haben das Buch abzubrechen. Doch weil ich seine Bücher und seinen Stil kenne, bin ich drangeblieben, leider hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt dass es besser wird. Für mich ist das Buch leider so schlecht umgesetzt, dass es für mich das bisher schwächste Buch aus seiner Feder ist.
    Nur die im Prinzip gute Idee, die ich für mich weitergesponnen habe ließ mich weiterlesen um zu sehen ob es wirklich so leicht zu durchschauen ist.
    Es mag natürlich sein, dass ich vom Autor bisher zu verwöhnt war und deshalb zu große Ansprüche hatte. Doch wie schon erwähnt weiß ich dass es Joe Hill viel besser kann und deshalb kann ich dieses Mal nicht umhin hier nur 3 von 5 Sternen zu vergeben. Vielleicht lese ich das Buch irgendwann nochmal und komme vielleicht zu einem anderen Schluss.

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