Joe Kissack

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Rezension zu "Der vierte Fischer" von Joe Kissack

Wo bleibt der vierte Fischer
Buchperlentauchervor 3 Jahren

Ein Film- und Fernsehmanager scheint alles zu haben, was man sich so viele Menschen wünschen - viel Geld, eine tolle Familie, ein Super-Job usw. Doch 
die Arbeit "frisst" Joe Kissack auf und er überlebt nur dank Überdosen von 
Medikamenten und Alkohol. Dann hört er, dass drei mexikanische Fischer neun Monate ohne Proviant auf dem Pazifik überlebt haben. Die wunderbare Rettung dieser Männer rettet auch ihn. So hätte es laufen können und wäre der ideale Filmstoff geworden. Nur, so wie ich das 
Buch verstanden habe, brachte nicht die Fischer-Geschichte  eine Umkehr in seinem Leben. So gesehen ist für mich der Klappentext mehr gut gemachte Werbung als Wahrheit. Es passt auch irgendwie zur Lebensgeschichte von Joe Kissack. Mit dem bisherigen Leben hat er abgeschlossen, aber für eine gute Story - die wäre es früher gewesen - muss er die Geschichte etwas biegen. Lesenswert ist das Buch trotzdem. 

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Rezension zu "Der vierte Fischer" von Joe Kissack

Ist es wirklich der Glaube allein?
kruemelhinovor 4 Jahren

Zwei unterschiedliche Geschichten, die am Ende zu einer zusammenkommen. Joe Kissack ist erfolgreich in seinem Beruf. Als Drehbuchautor, Film- und Fernsehmanager bekommt er Stars und Sternchen in Hollywood zu Gesicht. Er ist in seinem Beruf angesehen, verdient gutes Geld und fühlt sich innerlich dennoch so leer. Kissack verfällt in schwere Depressionen mit zusätzlicher Angststörung. Im Verlaufe seine Erkrankung helfen ihm zunächst nur starke Psychopharmaka, um den (Arbeits-) Alltag zu bewältigen. Doch auch diese Medikamente zeigen irgendwann nicht mehr die gewünschte Wirkung. Kissack krempelt sein Leben um, gibt seinen gewohnten Job auf, findet Kraft in seinem Glauben und sucht sich therapeutische Hilfe – der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Parallel erzählt Kissack die Geschichte um eine Gruppe mexikanischer Fischer, welche nach einem Sturm fast ein Jahr auf offener See ums Überleben kämpft. Bei ihrer Rettung sind sie nicht mehr vollzählig... Kissack bekommt zufällig von der Rettungsaktion der Fischer mit und erkennt seinen Leidensweg in den der Überlebenden wieder. Fortan ist es sein Wunsch die Überlebenden zu treffen, um ihre Geschichte zu verfilmen...

'Der vierte Fischer' liest sich angenehm flüssig. Dreh- und Angelpunkt der beiden unterschiedlichen Geschichten ist der Glaube der Protagonisten – so wird es dem Leser (besonders durch den Klappentext des Buchs) suggeriert. Der Glaube aber ist 'nur' Teil eines Ganzen. So sagt der Klappentext bezogen auf die Fischer: Was sie rettet, sind Gottvertrauen und eine Bibel. Die Tatsache, dass die Überlebenden sich monatelang von Meerestieren und deren Blut sowie Innereien ernährt haben, um nicht zu verhungern, wird auf dem ersten Blick unterschlagen. Dabei haben die geretteten Fischer aktiv dazu beigetragen, am Leben zu bleiben. Schließlich sind ihnen die unzähligen Wasserschildkröten nicht einfach mundgerecht in den Hals geflogen. Zugegeben sind diese Tiertötungen am schwierigsten zu lesen, da sie z.T. sehr explizit ausfallen. Auch das Glück der Fischer gefunden zu werden, hat eine wesentliche Rolle bei ihrer Rettung gespielt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Weg Kissacks aus seiner Lebenskrise. Nachvollziehbar beschreibt er wie er um die fehlende Anerkennung seines Vaters jahrelang förmlich gebettelt hat, was ihn schließlich krank gemacht hat. Dennoch sind es nicht Gebete allein, die ihn retten. Vielmehr sucht er sich aktiv Hilfe von außen, auch wenn er den Satz eines Weggefährten, von wegen das 'Psychogelaber' würde nicht helfen, kommentarlos stehen lässt, schlägt er doch unter anderem genau diesen Weg ein: er sucht sich einen Therapeuten, nachdem er die erste Zeit sogar an einer stationären Therapie teilgenommen hat, um in der Beziehung zu seinem Vater endlich aufzuräumen.

Die Wirkung des Glaubens soll hier nicht geschmälert werden. Allerdings ist zwischen den Zeilen in 'Der vierte Fischer' deutlich erkennbar, dass eine Vielzahl von Faktoren an der Rettung/Genesung der Protagonisten beteiligt war. Den Glauben allein zu benennen, ist hier schlichtweg zu wenig bzw. unvollständig.

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