Joe R. Lansdale

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Autor von Ein feiner dunkler Riss, Dunkle Gewässer und weiteren Büchern.

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Ein feiner dunkler Riss

Ein feiner dunkler Riss

 (77)
Erschienen am 17.02.2014
Dunkle Gewässer

Dunkle Gewässer

 (71)
Erschienen am 08.09.2014
Die Wälder am Fluss

Die Wälder am Fluss

 (47)
Erschienen am 17.12.2013
Akt der Liebe

Akt der Liebe

 (40)
Erschienen am 09.08.2010
Das Dickicht

Das Dickicht

 (28)
Erschienen am 08.02.2016
Kahlschlag

Kahlschlag

 (24)
Erschienen am 10.12.2012
Schlechtes Chili

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 (20)
Erschienen am 14.05.2012
Gauklersommer

Gauklersommer

 (16)
Erschienen am 15.08.2011

Neue Rezensionen zu Joe R. Lansdale

Neu

Rezension zu "Das Dickicht" von Joe R. Lansdale

Derber Lesespaß
NiWavor 4 Tagen

Im Osten von Texas zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Jacks Schwester wird von Banditen entführt und der junge Bursche nimmt die Verfolgung auf. Er ist nicht allein, denn ein Zwerg, der Sohn eines Sklaven, eine Dame aus dem horizontalen Gewerbe, und ein Eber stehen ihm bei, als es ab in das Dickicht geht.

"Das Dickicht" ist in gefährlicher Ort und ein genialer Roman, welcher der Feder des großartigen Joe R. Lansdales entsprungen ist. Es ist schwierig dieses Buch in ein Genre einzuordnen, denn es ist eine humorvolle Mischung aus Abenteuergeschichte und Drama mit Krimianteil. Allgemein wird Lansdales Stil Southern Gothic genannt.

Nun endlich zur Handlung, die rasch erklärt ist. Jacks Eltern sterben an den Windpocken. Daher werden Jack und seine Schwester vom Großvater zu einer Tante gebracht. Bei der Tante kommen sie allerdings nicht an, weil unterwegs Furchtbares geschieht - unter anderem wird Jacks Schwester von Banditen entführt. Natürlich will er sie unbedingt zurück und nimmt die Verfolgung auf.

Diese Verfolgungsjagd ist der Hauptbestandteil des Romans. Sie geht einen irren Weg, bei dem man beim Lesen nur den Kopf vor Lachen schütteln kann. Jack ist nämlich nicht allein. Er findet Gefährten, die ihm zur Seite stehen, auch wenn sie eher gewöhnungsbedürftig sind.

"Sonst fragt sich noch wer, was ein Nigger, ein Liliputaner, ein Junge, eine Hure und ein hässlicher Keiler hier draußen verloren haben." (S. 131)

Jack blickt nach Jahren auf dieses Abenteuer seiner Jugend in der Ich-Perspektive zurück. Dementsprechend kindlich-naiv und deutlich grün hinter den Ohren, trifft er auf die Menschen, die ihm - nach langem Hin- und Her inklusive Bestechung! - zur Seite stehen.

Shorty ist ein Zwerg, feiner ausgedrückt auch Liliputaner genannt. Meiner Meinung nach ist er der stärkste Charakter dieser Truppe, der zwischendurch zu philosophischen Betrachtungen neigt.

Eustace, Sohn eines Sklaven und seiner Ansicht nach ein Cousin von Jack, geht schon mal mit dem Kopf durch die Wand, wenn er Alkohol erwischt.

Jimmie Sue ist die Dame in der Runde. Aufgegabelt im und gerettet aus dem Freudenhaus, macht sie sich mit diesem ungewöhnlichen Trupp zur Suche nach Jacks Schwester auf.

Keiler, im wahrsten Sinne des Wortes eine Sau, ergänzt mit seinem charmanten Wesen und tierischem Charakter die Runde. Er ist mit grunzender Begeisterung bei Auseinandersetzungen dabei.

So etwas habe ich noch nicht gelesen! Ein Zwerg, ein Schwarzer, ein Junge, eine Prostituierte und ein Eber gehen auf Ganovenjagd! Allein schon diese Idee lässt mich vor Lansdale den Hut ziehen. Besonders interessant ist, dass der Autor Figuren aus gesellschaftlichen Randpositionen nimmt, und sie zu den Helden seines Romans macht. Dabei lässt er keine Grauschattierungen aus, und weist daraufhin, dass gute und böse Menschen manchmal nicht viel voneinander trennt - es kommt immer auf die Bedingungen an.

Die Handlung lebt von ihren Charakteren, den amüsant-derben Dialogen, und dieser unbeschreiblichen Atmosphäre, die Lansdale so eigen ist. Seine Figuren atmen, die Umgebung ist real, und am Abend tut einem der Hintern weh, weil man zu lange im Sattel gesessen ist.

Obwohl es nach einer witzigen Geschichte klingt, hat sie dramatische Züge, die erschütternd zu lesen sind. Gleichzeitig treibt einen Lansdale vor Lachen die Tränen in die Augen, trotzdem das Geschehen tragisch ist!

Lansdales roher Sprachgebrauch ist bestimmt nicht für jeden geeignet. Er schreibt derb, teilweise obszön und nimmt kein Blatt vor den Mund. Wer das nicht verträgt, sollte es bleiben lassen. Für andere ist dadurch Lesespaß garantiert!

Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein weiteres Meisterwerk des großartigen Joe R. Lansdales. Western-Stil, bärbeißiges Gebaren und gesellschaftskritische Töne im historischem Rahmen werden zu einem wilden Abenteuer, das einen - trotz tragisch-brutaler Handlung - mit einem Grinsen im Gesicht durch das Dickicht von Texas pirschen lässt.

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Rezension zu "Das Dickicht" von Joe R. Lansdale

Eine verrückte Gruppe
Unzertrennlichvor 23 Tagen

Schreibstil


Es war wieder einmal an der Zeit für eine gemeinsame Leserunde, die dieses Mal zu einem echt verrückten Abenteuer durch Texas wurde. "Das Dickicht" war mittlerweile mein vierter Roman von Joe R. Lansdale. Während mich "Kahlschlag" nicht so recht überzeugen konnte, war "Das Dickicht" wieder ein Roman, in dem Lansdale sich in Höchstform zeigt.


Der Autor schafft hier eine für ihn typische Geschichte mit einer gehörigen Portion Tragik, die allerdings in einen gewissen Humor gebettet ist, sodass es mir tatsächlich stellenweise schwer gefallen ist, mein Grinsen aus dem Gesicht zu bekommen. (Ich sah beim Lesen dieses Buches sicher selten dämlich aus!)


Auf jeden Fall stehe ich nach wie vor auf Lansdales doch recht schwarzen Humor, aber auch seine ernsteren und ruhigeren Töne, die er hier anschlägt! Sein Schreibstil ist einzigartig, ich denke, dass man ihn entweder absolut genial findet oder abgrundtief hasst. Als Leser sollte man hier wohl einen ähnlichen Humor besitzen!


Charaktere


Jack Parker


Jack Parker, der nach dem Tod seiner Eltern mit seinem Großvater und seiner Schwester unterwegs ist, erlebt in "Das Dickicht" das Abenteuer seines Lebens. Seine Schwester wird von miesen Verbrechern entführt und schnell wird er Teil einer verrückten "Rettungsgruppe".


Jack muss hier im Laufe des Romans erwachsen werden, denn urplötzlich ist er auf sich allein gestellt. Zum Glück bleibt er nicht lange allein und wird Teil einer verrückten Gruppe. Gemeinsam jagen sie nach den Outlaws und Jack, der zu Beginn noch unschuldig war, lernt schnell, wie hart das Leben "da draußen" sein kann!


Für mich brachte Jack eine gewisse Ruhe in die Gruppe, denn er war eher der nachdenkliche Typ, der Dinge auch hinterfragt hat. Dennoch entwickelt er sich im Laufe der Geschichte, wird zum Mann und muss sich beweisen. Doch wird er seine Schwester und auch sich selbst retten können?


Nebencharaktere


Die Bezeichnung "Nebencharaktere" trifft hier im Grunde überhaupt nicht zu, denn wir haben mit Eustace, Shorty und auch dem Eber namens Keiler ein paar echt verrückte Charaktere, die unseren Protagonisten Jack doch manchmal ganz schön in den Hintergrund drängen.


Toll fand ich, dass jeder Charakter eine eigene Geschichte besaß und ganz eigen war. So mochte ich hier besonders die Story von dem Liliputaner Shorty, der einst im Zirkus gearbeitet hat. Aber auch den Sheriff, der später zur Gruppe stößt, empfand ich als sehr interessanten Charakter!


Meine Meinung


Ein verrücktes Grüppchen streift durch Texas - auf der Suche nach einer Gruppe Verbrecher, die nicht nur eine Bank ausgeraubt, sondern auch die Schwester von unserem Protagonisten Jack entführt haben. Mit einer gehörigen Portion Humor bringt Joe R. Lansdale hier die unterschiedlichsten Charaktere zusammen. So streifen wir als Leser irgendwann mit einem Liliputaner, einem Dunkelhäutigen, einem Eber, einer Prostituierten und einem Sheriff durch die Gegend. Bunter zusammengewürfelt und verrückter kann eine Gruppe wahrlich nicht sein!


Schon nach den ersten Seiten wird klar, mit was für kaltblütige Verbrecher wir es hier doch zu tun haben. Jack, unser Protagonist, ist plötzlich auf sich allein gestellt, findet sich aber dann mit Shorty, Eustace und einem Eber namens Keiler zusammen. Als Leser habe ich die drei schnell in mein Herz geschlossen und fand auch die weiteren Charaktere, die noch hinzustoßen, überaus interessant!


Bei "Kahlschlag", dem letzten von unserer Leserunde gelesenen Buch, hatten wir das Gefühl, dass die Geschichte nicht besonders tiefgründig ist. Die Charaktere blieben blass und ohne Hintergrund, doch in "Das Dickicht" beweist Joe R. Lansdale mal wieder, dass er es drauf hat, die verrücktesten und gleichzeitig einzigartigsten Charaktere zu schaffen. Für mich waren hier besonders die Hintergrundgeschichten überaus fesselnd und jeder, einschließlich des Ebers!, hatte für mich eine Persönlichkeit.


So habe ich mich schnell als Teil dieser durchgeknallten Gruppe gefühlt, bin mit ihnen durch Texas geritten und habe die eine oder andere Auseinandersetzung miterlebt. Dabei ging es oft sehr tragisch zu, aber immer gab es eine gehörige Portion Humor, die gezeigt hat, dass man an manchen Stellen das Leben nicht so ernst nehmen sollte - es kann nämlich schnell enden!


"Das Dickicht" ist auf jeden Fall sehr brutal, blutig und schonungslos. Ein gewisser schwarzer Humor kommt nicht zu kurz, doch Lansdale schafft es wieder einmal, die Zeit des 20. Jahrhunderts kritisch zu betrachten. So kommen auch die altbekannten Themen, nämlich Rassismus und die Unterdrückung der Frau, nicht zu kurz. Für mich war "Das Dickicht" ein Leseerlebnis der besonderen Art und bisher auch der beste Lansdale!


Fazit


Joe R. Lansdale hat mich mit "Das Dickicht" von der ersten Seite überzeugt. Das Buch ist brutal, blutig, schonungslos und gleichzeitig stellenweise so witzig, dass ich laut loslachen musste. Ich liebe Lansdales Humor, der mir dieses Abenteuer auf jeden Fall versüß hat! Für mich bisher das beste Buch aus seiner Feder!

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Rezension zu "Der Teufelskeiler" von Joe R. Lansdale

Lansdale - ein Meister der Erzählkunst
chumavor einem Monat

Osttexas zur Zeit der Großen Depression: Die Dales führen ein hartes Farmleben, auch die beiden Söhne müssen mit anpacken, um das Überleben der Familie zu sichern. Der Vater bessert das Loch in der Hauskasse mit Ringkämpfen auf Jahrmärkten auf und ist deshalb manchmal tagelang nicht auf der Farm. Immer dann übernimmt der fünfzehnjährige Sohn Richard die Rolle des Mannes im Haus. So auch dieses Mal, doch kaum ist der Vater fort, sieht sich der Junge einer ernsten Gefahr in Form eines wilden Ebers (von den Einheimischen "Old Satan" genannt) gegenüber. Dieses Tier ist nicht nur riesig und hinterlistig, sondern auch berüchtigt und todbringend. Es verwüstet das Maisfeld, tötet die Hunde der Dales und bedroht die Familie. Richard trifft eine folgenschwere Entscheidung: Old Satan soll sterben. Gemeinsam mit seinem farbigen Freund Abraham, der seine ganz persönlichen Gründe dafür hat, den Keiler zu töten, und einem Rudel Jagdhunde begeben sich die beiden Jungen auf die gefährliche Jagd ...

Leseeindruck
Der gebürtige Texaner Joe R. Lansdale ist ein wahrer Meister seines Fachs – und das genreübergreifend. Das Mojo-Storytelling hat er erfunden und geprägt. Das sagt euch nichts? Dann wird es Zeit, Lansdale zu lesen, denn es charakterisiert eine ganze bestimmte Art des Schreibens: On point, hart, ehrlich, humorvoll und texanisch. Seine Geschichten packen und berühren den Leser, seine markanten Charaktere sind authentisch und die Schauplätze seiner Romane oft dort angesiedelt, wo er selbst seine Wurzeln hat. Ich könnte noch eine Weile so weiterschwärmen aber um es auf den Punkt zu bringen: Lansdale ist ein großartiger Geschichtenerzähler!

Auch der hier besprochene Kurzroman "Der Teufelskeiler" (OT: The Boar) bildet da keine Ausnahme. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Treue, Mut und Familienzusammenhalt. Rassenkonflikte werden angedeutet, sind aber hier nicht im Fokus. Der Schreibstil ist schlicht, dem Erzähler (unser Protagonist Richard) angepasst. Der Autor hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, die Handlung schreitet zügig und spannend voran. Man liest die erste Seite und wird förmlich in die Geschichte eingesogen – kann den Sabine River hören, den Staub und Schmutz auf der Kleidung spüren und den Gestank des Keilers riechen. Ein besonders schönes Highlight sind sie liebevoll gestalteten Illustrationen von Henning Ahlers.

Fazit
Ein schmales Buch, das inhaltlich ganz groß daherkommt und mich tief beeindruckt hat, gerade weil es eine kurze und dabei so gehaltvolle Geschichte ist. Mein nächster Lansdale wird definitiv nicht lange auf sich warten lassen, ist er doch stets ein Garant für ein tolles Buch. Unbedingte Kauf-/Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Joe R. Lansdale wurde am 28. Oktober 1951 in Gladewater (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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