Joe R. Lansdale

 4,1 Sterne bei 648 Bewertungen
Autor von Ein feiner dunkler Riss, Dunkle Gewässer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joe R. Lansdale

Joe R. Lansdale, 1951 in Gladewater/Texas geboren, gehört mit zahlreichen Romanen und Erzählbänden zu den Stars der amerikanischen Krimiliteratur. Er wurde mit dem American Mystery Award, dem British Fantasy Award und fünfmal mit dem Bram Stoker Horror Award ausgezeichnet. Joe R. Lansdale lebt mit Frau und Kindern in Texas, wo er auch mehrere Kampfsportschulen betreibt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Joe R. Lansdale

Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss (ISBN: 9783518464977)

Ein feiner dunkler Riss

 (85)
Erschienen am 17.02.2014
Cover des Buches Dunkle Gewässer (ISBN: 9783453676565)

Dunkle Gewässer

 (75)
Erschienen am 08.09.2014
Cover des Buches Wilder Winter (ISBN: 9783965090002)

Wilder Winter

 (74)
Erschienen am 07.06.2019
Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)

Die Wälder am Fluss

 (52)
Erschienen am 17.12.2013
Cover des Buches Akt der Liebe (ISBN: 9783453675865)

Akt der Liebe

 (46)
Erschienen am 09.08.2010
Cover des Buches Das Dickicht (ISBN: 9783453676770)

Das Dickicht

 (34)
Erschienen am 08.02.2016
Cover des Buches Gluthitze (ISBN: 9783518464410)

Gluthitze

 (33)
Erschienen am 17.06.2013
Cover des Buches Kahlschlag (ISBN: 9783518463987)

Kahlschlag

 (27)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Joe R. Lansdale

Cover des Buches Straße der Toten (ISBN: 9783942396707)NiWas avatar

Rezension zu "Straße der Toten" von Joe R. Lansdale

Mit Bibel und Revolver im Wilden Westen
NiWavor 2 Monaten

Mit Bibel und Revolver zieht Reverend Jebidiah Mercer durch den Wilden Westen, wo er sich den Abartigkeiten der Hölle und entgegenstellt. 

„Strasse der Toten“ ist eine Kurzgeschichtensammlung und eine ungewöhnliche Mischung aus Wild-West-Stimmung, Zombie-Gelagen und Bibelfestigkeit. 

Ich mag die Bücher von Joe R. Lansdale sehr gerne. Für mich ist er einer der gewagtesten Autoren, weil er sich zu keinem Genre bekennt. Manchmal schreibt er herzzerreißende Geschichten, dann hat man es mit nonchalanter Hau-drauf-Mentalität zutun und mit dem nächsten Buch hat man einen Coming-of-Age-Roman in der Hand.

Deutlich ist jedenfalls, dass Lansdale eine Tendenz zu Pulp hat. Er schreibt derben Nonsens, der trotz offensichtlicher Trivialität zumeist einen philosophischen Kern erkennen lässt. Hinzu kommt, dass er zeigt, woher er stammt. Denn bei seinen Büchern ist man meistens in Texas zu Gast.

Mit Reverend Jebidiah Mercer geht es ab in den Wilden Westen, als mit Colts schneller geschossen wurde, als der Schatten ziehen konnte. Er ist eine gepeinigte Seele, vom Unglück und der Verdammnis verfolgt, und stellt sich gegen die Ausgeburten des Höllenfürsten, weil es sonst keiner vollbringt.

In diesem Buch begleitet der Leser den Reverend bei sechs Abenteuern, die vom Schema her ähnlich sind. Der Protagonist wittert ein Problem, legt sich mit der hiesigen Bevölkerung oder Überbleibseln davon an, sticht in ein mysteriöses Wespennest, um nach einem abscheulichen Gemetzel als Lonesome Rider seiner Wege zu ziehen.

Damit ist „Strasse der Toten“ eine ungewöhnliche Mischung aus Horror- und Zombie-Roman, die sich mit den rauen Sitten des Wilden Westens zu einer Melange aus Alkohol, Blut und Staub vermengt. Es fängt mit „Der Reverend reitet und reitet ...“ an und endet „Tief unter der Erde“, worin sich Lansdales Humor spiegelt.

Ich schätze den Autor für seine derbe Heiterkeit. Kaum jemand schafft es wie er, Intoleranz anzuprangern indem er sich politisch inkorrekt verhält und somit die Essenz des Absurden auf die Spitze treibt. Diesen schmutzigen Witz habe ich beim Reverend vermisst. Zwar gibt es einige amüsante Szenen, Dialoge und Gedanken, doch die Hauptfigur trägt so viel Schmerz, Verzweiflung und Einsamkeit mit sich, dass er meistens nur ernste Töne trifft.

„Merkwürdig, oder? Es kommt vom Teufel, aus den Eingeweiden der Hölle, und doch ist es kalt.“ (S. 194)

Trotz des gleichförmigen Aufbaus der einzelnen Geschichten sind sie flott zu lesen und tränken den Wilden Westen auf ausgefallene Weise in Zombie-Blut. Trotzdem hätte ich lieber einen Roman gelesen, anstatt den Reverend auf seinen kurzen Abenteuern beizustehen. 

Unterm Strich habe ich den einsamen Reverend gerne begleitet, um mit ihm gefährliche Begegnungen durchzustehen. Ich denke, wer sich für schmutzige Western und das Übernatürliche erwärmt, hat mit „Strasse der Toten“ eine verblüffende Sammlung entdeckt.

Kommentare: 17
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Cover des Buches Das Dixie-Desaster (ISBN: 9783944720654)chumas avatar

Rezension zu "Das Dixie-Desaster" von Joe R. Lansdale

Nicht der beste Band der Reihe
chumavor 3 Monaten

Mit "Das Dixie-Desaster" läutet Lansdale Runde 7 unserer beiden durchgeknallten aber liebenswerten Chaoten Hap & Leonard ein. Und wie der deutsche Titel schon vermuten lässt, geht es wieder einmal heiß her ...

Als Kumpel Marvin um einen Gefallen bittet, können weder Hap noch Leonard ihm diesen ausschlagen. Schließlich geht es darum, dessen Enkelin aus den Fängen fieser Drogendealer zu befreien. Holde Maid in Nöten - keine Frage, was da zu tun ist. Richtig: Den Trailer der Bande stürmen, Hau den Lukas spielen und das Mädchen retten. Dumm nur, dass die gar nicht so richtig gerettet werden will und die Jungs obendrein noch beschließen, den Drogenvorrat der Dealer im Klo runterzuspülen. Es kommt wie es kommen muss. Die Dixie-Mafia ist not amused und sinnt auf Rache, das FBI schaltet sich auch noch ein und zu guter Letzt machen unsere Helden auch noch Bekanntschaft mit einer skrupellosen Auftragskillerin. Jackpot - mal wieder.

Hach, es ist immer wieder schön in die trashigen Untiefen dieser Reihe einzutauchen. 2 liebenswerte Protagonisten mit dem Herz am rechten Fleck, die stets aus den ehrenwertesten Gründen in die übelste Sch... packen. Doch unser Duo ist auch älter geworden und so langsam reift die Erkenntnis, dass sie irgendwann vielleicht nicht mehr nur mit großer Klappe, sonnigem Gemüt und viel Munition zum Ziel kommen werden.

Doch bis es soweit ist, unterhält Lansdale mit gewohnt schnodderigem Ton, derben Humor und einer action- sowie abwechslungsreichen Story und originellen Charakteren.

Für mich der bisher schwächste Band der Reihe trotz gwohntem Wortwitz und einiger unerwarteter Plottwists. Vom Ton her aber ein wenig zu "drüber" für meinen Geschmack. Insgesamt nichtsdestotrotz locker-leichte Unterhaltung mit ganz eigenem Charme.

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Cover des Buches Das Dickicht (ISBN: 9783453676770)Aleshanees avatar

Rezension zu "Das Dickicht" von Joe R. Lansdale

4.5 Sterne für eine Rettungsmission mit viel derben Sprüchen und schwarzem Humor - hat viel Spaß gemacht! :)
Aleshaneevor 4 Monaten

Einige Bloggerkolleginnen sind ja hellauf begeistert von den Büchern von Joe R. Lansdale - und nachdem ich von seiner Geschichte "Die Wälder am Fluss" total eingenommen war, muss ich natürlich auch andere von ihm ausprobieren.

Das nächste war nun "Das Dickicht", wobei ich mich mit meiner Erwartung am Titel orientiert habe und dachte, dass sich die Protagonisten sozusagen durchs Dickicht schlagen müssen um Jacks entführte Schwester zurückzuholen. Doch dorthin kommt man erst zum finalen Showdown.

Aber von vorne: Erzählt wird das ganze aus der Sicht des 16jährigen Jack, der einer gottesfürchtigen Familie aufwächst und dem sein bisheriges Leben plötzlich aus den Händen gerissen wird. Die Eltern sterben innerhalb weniger Tage an den Pocken, auf dem Weg zu seiner Tante stirbt sein Großvater und seine kleine Schwester wird entführt.
Völlig auf sich allein gestellt muss er Verstärkung finden, um die Banditen verfolgen zu können und gerät dabei an den zwilichten Fährtensucher Eustace, einen farbigen Hünen, der immer mit einem "zahmen" Keiler unterwegs ist und den Kopfgeldjäger Shorty, der seinem Namen alle Ehre macht :D

Jacks Ansichten spiegeln sich sehr gut im Stil wieder, wie es seinem Alter angepasst ist. Teilweise noch etwas unerfahren, sind einige Situationen doch ein Schock für ihn und er versucht immer wieder, mit seiner Gottesfürchtigkeit und Nächstenliebe das Verhalten der anderen zu beeinflussen. Er ist kein Held, aber erkennt durch seinen Willen eine deutliche Steigerung von Mut und Entschlusskraft, was ihn mir sehr ins Herz geschlossen hat.
Allerdings lässt Lansdale auch sehr deutlich einfließen, wie rau diese "Welt" damals war und wie derb die Sprüche und das Umgehen miteinander war, dass oft sehr brutal und ohne große Gefühle vonstatten ging.
Dennoch, und das war auch mit das besondere hier, gibt es einige philosophische Gespräche, die Jack mit Shorty führt und die einem interessante Botschaften vermitteln.

"Zu zweit kann man vielleicht so etwas wie Liebe machen, so wie man einen Eintopf macht, aber dass die Liebe auf einen wartet, ist ein Märchen. Lust auf den ersten Blick oder Gewöhnung, aus der irgendwann Liebe wird, das schon, aber vorbestimmt ist das nicht."
Zitat Seite 69

Gefühlsduseleien braucht man aber nicht erwarten. Es ist ein hartes Leben, von denen sie alle gekennzeichnet sind und jeder von ihnen geht anders damit um. Es werden derbe Witze gerissen, einige Leute erschossen und mit klaren Worten nicht gespart - egal um welche bitteren Schicksale es sich handelt. Damit wird der Autor der Zeit gerecht und zeigt mit viel bösem Humor und Authentizität ein lebendiges Bild dieser Zeit. Sicher überspitzt, aber das ist ja gewollt und macht trotz der harten Realität viel Spaß beim Lesen!

Jimmie Sue sagt immer, dass man sich nicht an das erinnert, was geschehen ist, sondern an das, was man glaubt, das geschehen ist.
Zitat Seite 330

Das fand ich auch noch erwähnenswert. Weil viele ja immer von "der einen Wahrheit" sprechen, die es für mich aber nicht gibt. Die "Wahr"nehmung jeglicher Situation ist für jeden unterschiedlich; für jeden aber die Wahrheit, so wie er sie empfunden hat. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, denn jeder Mensch hat das Recht auf seine Gefühle und seine Sicht der Dinge. Man kann sich dabei annähern und versuchen zu verstehen, zu akzeptieren, wird aber nie alles so erfassen können, da man ja nicht in dem anderen drinsteckt.

Weltenwanderer

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Zusätzliche Informationen

Joe R. Lansdale wurde am 28. Oktober 1951 in Gladewater (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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