Joe R. Lansdale

 4.1 Sterne bei 617 Bewertungen
Autor von Ein feiner dunkler Riss, Dunkle Gewässer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joe R. Lansdale

Joe R. Lansdale, 1951 in Gladewater/Texas geboren, gehört mit zahlreichen Romanen und Erzählbänden zu den Stars der amerikanischen Krimiliteratur. Er wurde mit dem American Mystery Award, dem British Fantasy Award und fünfmal mit dem Bram Stoker Horror Award ausgezeichnet. Joe R. Lansdale lebt mit Frau und Kindern in Texas, wo er auch mehrere Kampfsportschulen betreibt.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Coco Butternut

Neu erschienen am 09.04.2020 als Taschenbuch bei Golkonda Verlag.

Alle Bücher von Joe R. Lansdale

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Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss9783518464977

Ein feiner dunkler Riss

 (84)
Erschienen am 17.02.2014
Cover des Buches Dunkle Gewässer9783453676565

Dunkle Gewässer

 (75)
Erschienen am 08.09.2014
Cover des Buches Wilder Winter9783965090002

Wilder Winter

 (72)
Erschienen am 07.06.2019
Cover des Buches Die Wälder am Fluss9783832161521

Die Wälder am Fluss

 (48)
Erschienen am 17.12.2013
Cover des Buches Akt der Liebe9783453675865

Akt der Liebe

 (45)
Erschienen am 09.08.2010
Cover des Buches Das Dickicht9783453676770

Das Dickicht

 (33)
Erschienen am 08.02.2016
Cover des Buches Kahlschlag9783518463987

Kahlschlag

 (26)
Erschienen am 10.12.2012
Cover des Buches Schlechtes Chili9783832161835

Schlechtes Chili

 (23)
Erschienen am 14.05.2012

Neue Rezensionen zu Joe R. Lansdale

Neu

Rezension zu "Das Dixie-Desaster" von Joe R. Lansdale

Texanisches Desaster
NiWavor 3 Tagen

Hap und Leonard helfen einem alten Freund, dessen Enkelin von einem Drogendealer wegzuholen. Die beiden können nun mal nicht lassen, und legen sich gleich mit der Dixie-Mafia inklusive Polizei, FBI und Auftragskiller an. Ein Desaster!

Mit "Das Dixie-Desaster" hat man das siebente Abenteuer der Reihe um Hap und Leonard im Blick. Das schlagkräftige Duo verfolgt einen unerreichbaren Traum von einer besseren Welt, dem sie nur am Rande verwirklichen. Etliche Massaker, Straftaten und Fettnäpfchen liegen hinter ihnen, dennoch lernen sie nicht daraus. 

Und mittlerweile ist dem treuen Leser klar, dass dieses Duo niemals die Kurve kriegen wird:

"Uns ist es egal, wie das aussieht oder was die Leute denken. Wir sind wild und unberechenbar." (S. 48)

Dem kann ich nur zustimmen. Ihr Freund Hanson klopft bei Hap und Leonard an die Tür, um seine Enkelin aus den Fängen eines Drogendealers zu eskortieren. Stets hilfsbereit und mit dem Herz am rechten Fleck, nehmen sie diesen Freundschaftsdienst an. Trotzdem reiten sie sich erneut selbst in die Misere, weil sie bei besagtem Dealer die Drogen ins Klo spülen und damit ein wahres Desaster auslösen.

Diesmal geht es gleich zu Beginn recht turbulent zu. Hap und Leonard betreten den Trailer des Drogendealers und schon wackelt die Kiste, als ob eine Horde Elefanten darin Rumba tanzt. Natürlich haben der Dealer und seine Gang als Tanzboden gedient, während das Heldengespann mit dem Urschrei der Überzeugung das Richtige tut: 

"... lauter Typen, die glauben, die Welt sollte rund laufen und die Leute sollten einander gut behandeln; und wenn sie das nicht tun, ziehen wir los und versuchen, das in Ordnung zu bringen ..." (S. 151)

Dieses Ereignis ist Ursache für eine knifflige Situation, woran allesamt zu beißen haben. Die Dixie-Mafia tritt auf den Plan, das FBI mischt sich ein, Hap und Leonard sehen ihre Lieben in Gefahr und selbst der Leser weiß nicht, wo es hier einen Ausweg gibt. 

Lansdale bezieht mehrere Figuren ein, und lässt es ordentlich krachen. Dabei stehen Verbundenheit, Freundschaft und Loyalität an oberster Stelle, wobei es für alle Beteiligten ordentlich brenzlig wird, und wie so oft, nicht immer gut ausgeht. 

Die Handlung selbst ist rund erzählt. Es gibt spektakuläre Spitzen, die überraschend und dementsprechend verblüffend sind. Hier habe ich oft das Gefühl, dass sich der Autor eher vom Geschehen treiben lässt, und am Ende dennoch eine abgeschlossene Geschichte in den Händen hält. 

Außerdem hat mir das Lokalkolorit ausgezeichnet gefallen. Lansdale vermittelt ein dramatisches, dennoch nachvollziehbares Bild seines Heimatstaats. In Texas rauchen die Colts, Männer sind Cowboys und so mancher Cop ist korrupt. Damit klagt er ein gesellschaftliches Phänomen an, das von Drogenkonsum und Prostitution erhalten wird. Dennoch verurteilt er nicht, sondern merkt an, dass die Umstände einen Menschen manchmal zum äußersten treiben. 

Wenn man Lansdale - insbesondere diese Reihe - liest, ist es derber Sprachgebrauch, ein trashiger Tonfall, schlagkräftige Gewalt und drastischer Humor, auf den man sich einzustellen hat. Er ist ein Meister darin, Gesellschaftskritik in übertriebene Western-Manier zu verpacken, und treibt gleichzeitig die Lachmuskeln an. 

Meiner Meinung nach ist es genial, wie der Autor aus einem schlagstarken Hau-Drauf-Gespann zwei texanische Philosophen macht, die sich der brutalen Seite des Lebens stellen, ohne dabei ihren Humor oder ihre Integrität zu verlieren. 

Da ich mich mittlerweile Hap und Leonard nicht mehr entziehen kann, freue ich mich auf den nächsten Band.


Hap & Leonard:

01) Wilder Winter

02) Mucho Mojo

03) Bärenblues

04) Schlechtes Chili

05) Rumble Tumble 

06) Machos und Macheten

07) Das Dixie-Desaster

08) Rote Rache

09) Krasse Killer

10) Bissige Biester

11) Coco Butternut


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Rezension zu "Rote Rache" von Joe R. Lansdale

Lansdale hat es einfach drauf
HibiscusFlowervor 6 Tagen

Klappentext des Verlages:

Endlich dürfen Hap und Leonard ihren ersten richtigen Auftrag für Marvin Hansons Privatdetektei übernehmen: Sie sollen einen Doppelmord aufklären, der allerdings schon Jahre zurückliegt. Bei ihrer Recherche stoßen sie auf eine bluttrinkende Vampirclique, noch mehr Morde … und überall die rote Teufelsfratze.

Tatkräftig unterstützt von einem umtriebigen Reporter und einem Computerprofi müssen sie allmählich erkennen, dass der Fall immer größere Kreise zieht und der Killer von damals jederzeit wieder zuschlagen kann …

• ♦ Es handelt sich hierbei um Band 8 der Hap & Leonard Reihe ♦ •

››Am besten stecken wir einfach die Nase in anderer Leute Angelegenheiten und warten, ob uns irgendetwas entgegenpurzelt, wo wir zupacken können.‹‹ (Hap - Kapitel 42)

Dass und wie unser verrücktes Duo aus East-Texas zupacken kann, haben sie schon in den vorangegangen Bänden der Reihe bewiesen. Zwischen schwarzem Humor und schlagkräftigen Argumenten haben Hap und Leonard schlichtweg ein Talent dafür, sich in Schwierigkeiten zu bringen, in denen dies unausweichlich ist.

Eine Runde Kneifen - selbst wenn sich ab und an das Gewissen zu Wort meldet - ist für die beiden keine wirkliche Option, schließlich muss das Gute der Welt geschützt und dem Bösen der Hintern versohlt werden. Ein guter Plan wäre so manches Mal eine gute Idee und doch neigen sie zu spontanen Einlagen samt Action & derben Sprüchen.

››Diese Liste mit Leuten, die uns nicht leiden können, uns vielleicht irgendwann umbringen oder die wir einfach im Auge behalten sollten, die wird langsam beachtlich lang.‹‹ (Leonard - Kapitel 49)

Gefühlt im Dauerzustand haben sich die beiden schon in gefährliche Situationen gebracht. Sie wurden angeschossen, verprügelt, ja sogar gefoltert. Doch hier wird eine Veränderung zu Tage getragen, die zwar in den anderen Bänden durchscheint, aber nie so offensichtlich und zugleich so verletzlich war.

Die in diesem Buch aufkommenden Gedanken, Schwächen, Gespräche und Emotionen gehen nicht spurlos an den LeserInnen und vor allem den Fans der beiden vorbei. Dieser Fall, den ihr Freund Marvin Hanson an Land gezogen hat, bringt abscheuliche Morde und ein Wiedersehen von - aus anderen Lansdale-Büchern - bekannten Figuren mit sich, fordert jedoch das eingeschworene Duo extrem heraus und führt sie an ihre sowieso schon weit gesteckten Grenzen.

Trotz ernsterer Töne und nur wenigen Momenten mit dem geliebten Humor hat mir Band 8 der Hap & Leonard Reihe extrem gut gefallen, was mich 5 Sterne vergeben lässt.

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Rezension zu "Mambo mit zwei Bären" von Joe R. Lansdale

Tanz den (Bären)blues
chumavor 17 Tagen

Was Leonard unter besinnlicher Weihnachtsstimmung versteht, erfahren wir direkt zu Beginn des dritten Teils der kultigen Hap & Leonard-Reihe. Richtig – er sorgt für angemessene, stimmungsvolle Beleuchtung und setzt einmal mehr das Crackhaus nebenan in Brand. Die örtliche Polizeibehörde hat so ihre liebe Mühe, die Beiden immer wieder aufs Neue rauszuhauen und so schlägt Lieutenant Hanson ihnen einen Deal vor: Seine Freundin und Haps frühere Flamme Florida ist im Provinzkaff Grovetown verschwunden und die beiden Jungs sollen sie aufspüren. Doch die Sache hat mehr als nur einen Haken, an dem besonders Farbige leicht hängenbleiben könnten. In Grovetown ticken die Uhren nämlich anders und der Rassismus hat dort noch immer Hochkonjunktur. Ein gefährliches Pflaster für Leonard und eben auch für die vermisste Florida, die einem vermeintlichen Lynchmord auf der Spur war.

Also einmal kräftig in die Hände gespuckt und los geht´s für unsere beiden Hobbydetektive. Doch in dem Kaff werden sie gleich ordentlich in die Mangel genommen und stoßen schmerzhaft an ihre Grenzen, denn gegen eine solche rassistische Übermacht helfen alle coolen Sprüche und Selbstverteidigungskniffe nichts. Doch Aufgeben war noch nie eine Option für die beiden Freunde und so lecken sie zwar ihre Wunden, stehen aber allsbald wieder auf und setzen ihre gefährliche und immer auswegloser anmutende Suche nach Florida fort.

In »Mambo mit zwei Bären« (OT: The Two-Bear Mambo) schockt Lansdale seine Leser, indem er unsere beiden sprücheklopfenden Freunde von ihrem Superhelden-Sockel stösst und sie derb an ihre Grenzen führt. So derb, dass man richtig Angst bekommt. Und so kommt es auch, dass man sich nach einem gewohnt fluffigen Einstieg plötzlich in einem düsteren Setting wiederfindet mit einer überaus finsteren und unheilverkündenden Aussicht.

»Hier waren die Bäume mächtig und schwarz und gespenstisch. Tiefhängende Regenwolken waren aufgezogen und hüllten den kalten Sonnentag in traurig-graue Witwenschleier. Die pechschwarzen Wolken klebten über dem Wald beiderseits des schmalen, rissigen Highways, als wären sie flauschige Baumwollhüte, die nur von ein paar Sonnenstrahlen wie von polierten Hutnadeln durchbohrt wurden.«

Die Töne werden rauer und das ernste Hintergrundthema (Rassismus) wird vom Autor durch die Ausweglosigkeit der Lage, in der sich unsere Protagonisten befinden, grandios unterstrichen. Es ist wie eine Welle, die einen fortspült, wenn man sie nicht reiten kann. Ein Bild, das passender nicht sein kann, wenn man das Buch erst gelesen hat.

»Bärenblues« (Golkonda Verlag) ist die Neuauflage dieses Romans und beide Titel passen hervorragend, denn der Bezug findet sich in der Story mehrfach wieder. Hap & Leonard tanzen den Blues, ob sie es letztlich gut machen, muss jeder selbst lesen aber dieser dritte Teil der Reihe zeigt unsere beiden Protagonisten von einer sehr verletzlichen Seite, unterstreicht ihre innige Freundschaft und offenbart so einen tiefen Blick auf das Seelenleben beider Männer. Es sind wichtige Werte, die Lansdale neben all dem Sarkasmus hervorhebt: Treue sich selbst und seinen Freunden gegenüber; das Einstehen für die eigenen Überzeugungen und füreinander; der Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz. Und so ist dieser Krimi trotz des gewohnt derben Humors und der Brutalität auch ein Apell an die Menschlichkeit. Unterhaltsam und spannend aber bei Weitem nicht seicht, klingt »Mambo mit zwei Bären / Bärenblues« noch lange nach.

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Joe R. Lansdale wurde am 28. Oktober 1951 in Gladewater (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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