Joe R. Lansdale Das Dickicht

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Inhaltsangabe zu „Das Dickicht“ von Joe R. Lansdale

Ost-Texas, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Jack will seine Schwester retten, die von Outlaws verschleppt wurde. In dieser gewalttätigen Welt stehen ihm der Zwerg Shorty und Eustace, Sohn eines ehemaligen Sklaven, zur Seite. Zusammen mit Jimmie Sue, einer genauso klugen wie käuflichen Dame, nehmen sie die Verfolgung in eine berüchtigte Gegend auf: das Dickicht ...

Nachdem seine Schwester entführt wurde, macht Jack sich auf die Suche nach ihr und trifft auf merkwürdige Leute...

— Virginy

Ein waschechter Lansdale: brutal, authentisch, spannend und voller Humor. Tolle Charaktere und viel Wahrheit zwischen den Zeilen. Lesen!

— chuma

Perfekte Unterhaltung im Lansdale-Stil!

— Kaisu

Ein heftiger Ritt, der mitreißt, erschüttert, manchmal zum Lachen bringt und einfach nur genial geschrieben ist.

— Archer

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  • Auf der Suche nach der kleinen Schwester...

    Das Dickicht

    Virginy

    20. September 2016 um 17:02

    Nachdem Jacks Eltern an den Pocken gestorben sind, macht er sich zusammen mit seiner jüngeren Schwester Lula und dem Großvater auf den Weg zur Tante, wo die beiden unterkommen sollen. Doch dann gerät der Großvater auf der Fähre in eine hitzige Diskussion mit ein paar Männern und wird kurzerhand erschossen, Lula nehmen sie mit. Jacks einziges Ziel ist es nun natürlich, seine Schwester zu befreien und so will er im nahegelegenen Städtchen erstmal den Sheriff aufsuchen. Dummerweise fand da vor kurzem ein Banküberfall statt und der Sheriff wurde beim anschließenden Schusswechsel getötet, außerdem stellt sich heraus, das die Männer von der Fähre wohl die Bankräuber waren und sie sind bei weitem keine unbeschriebenen Blätter. Zu seinem Glück trifft Jack auf den Schwarzen Eustace und dessen Haustier, einen riesigen Keiler. Eustace ist Kopfgeldjäger und will Jack gegen entsprechende Belohnung helfen, jedoch nicht, ohne sich vorher mit seinem Kumpel Shorty abzusprechen. Der trägt seinen Namen vollkommen zu Recht, denn er ist ein Zwerg, ein sehr übellauniger noch dazu. Ein abgehalfterter Sheriff und eine geflüchtete Hure, die schon mit seinem Großvater das Bett teilte, vervollständigen Jacks illustre Gesellschaft und folgen den blutigen Spuren der Entführer..."...Ich habe Männer gekannt, die Indianer vergewaltigten und ermordeten, weil es für sie selbstverständlich war, dass das keine richtigen Menschen sind. Ich bin mir sicher, das Eustace dir zahlreiche unschöne Geschichten darüber erzählen kann, wie Farbige von Weißen behandelt werden, also werde ich weder Weiße, noch Farbige, noch Indianer verteidigen. Ich hasse sie alle gleichermassen, mich eingeschlossen. Es ist sinnlos, von den Menschen mehr zu erwarten als das, wozu sie in der Lage sind. Gut möglich, dass ich sie nicht alle hassen sollte, denn genauso gut könnte ich den Ozean hassen, weil er nass ist, oder die Wüste, weil sie trocken ist. Aber ich hasse sie trotzdem, und manchmal sogar mit einem gewissen Stolz. ..."  (Seite 233)Auch Joe R. Lansdales "Das Dickicht" spielt wieder am Sabine River und erzählt die Geschichte von Jack, der sich als naiver Teenie auf die Suche nach seiner entführten Schwester macht, sich in eine Hure verliebt und lernen muss, dass manche Menschen einfach keine Gnade verdient haben. Während nicht wenig Blut fließt, sorgt Shorty, der Zwerg, immer mal für ein breites Grinsen, dafür gibts von mir 4 von 5 Sternen.

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  • Must read für Lansdale-Leser!

    Das Dickicht

    Kaisu

    10. May 2016 um 15:22

    Rau und kalt, so kennen wir Lansdale. Mit diesem Buch hat er eine neue Spitze der Boshaftigkeit erreicht. Nur diesmal in dem Western-Genre. Diese Zeitepoche mag für den ein oder anderen im ersten Moment abschreckend wirken. Doch man sollte dieser Geschichte auf jeden Fall eine Chance geben. Sollte herausfinden, wer Jack ist, warum seine Schwester Lula überhaupt entführt wird und wieso er sich deswegen mit zwei Kopfgeldjägern einlässt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, um gemeinsam mit ihnen zu dem düsteren Dickicht zu wandern. Für ausreichend Unterhaltung wird in den kommenden Seiten auf jeden Fall gesorgt. Jack Parker kann nicht wie sein Namensvetter Peter Parker mit klebrigen Spinnenseilen an Häusern herumkraxeln und muss um das Leben seiner Liebsten bangen, die ein Bösewicht in seinen Händen hat. Bei der niedrigen Häuserhöhe damals würde das sicher extrem lustig aussehen und bei weitem nicht so elegant. Aber auch Jack muss um das Leben von jemanden Bangen: Seiner Schwester. Nachdem die Pocken seine Eltern dahingerafft haben, ist er der Herr im Haus und sucht Unterstützung bei seinem Großvater. Der zurückgezogene alte Herr will zurückgezogen bleiben und bringt die beiden zu ihrer Tante. Doch sie kommen nicht allzu weit. Ein Mix aus Habgier, Stolz, einem unruhigen Fluss und verdammt schlechtem Wetter, sorgt für einen folgenschweres Unglück. An dessen Ende Jack allein da steht. Naja, fast. Er hat noch das Schreiben für ein Grundstück bei sich, was ihm noch eine gewaltige Stütze sein wird. Da Jack's Schwester Lula nach dem Tumult in die Hände fieser gesetzesloser Banditen geraten ist, macht er sich todesmutig auf, sie aus deren Klauen zu befreien. Recht weit kommt er nicht mit seiner Unerfahrenheit. Erst nach der neuen Bekanntschaft zu Shorty und Eustace keimt die Hoffnung in ihm auf Lula lebend zu finden. Aber auch Kopfgeldjäger wollen überzeugt und bezahlt werden. So wechselt das familiäre Dokument kurzerhand seine Besitzer und Jack begibt zusammen mit den zwei schrägen Gestalten und ihrem borstigen Wildschwein auf Fährtensuche. Allein, wenn ich die Vier nun vor mir sehe, muss ich innerlich schmunzeln über dieses bunte Gespann, dass trotzdem perfekt zusammenarbeitet und in der rauen Natur viel über sich selbst und seine Weggefährten lernt. Trotz der derben Ereignisse, kommt der Humor nicht zu kurz. Shorty heißt nicht umsonst "shorty" und hat mit ganz besonderen menschlichen Problemen zu kämpfen, die man so vielleicht gar nicht erwartet hätte. Eustace hingegen ist schwarz und hat allein deswegen schon genug Sorgen am Hals, aber er ist ein begnadetere Fährtenleser. Behauptet er zumindest. Die beiden werfen sich regelmäßig Sprüche an den Kopf und fotzeln herum, dass einem die Schamesröte ins Gesicht steigt. Gleichzeitig wissen sie genau, wann und wo eine Waffe zum Einsatz kommen muss und wer leben oder sterben darf. Meist hängt das davon ab, wie viel Geld auf den Kopf der Person ausgesetzt ist. Mittendrin hüpft dann noch der naive Jack herum, der die Bekanntschaft mit einer älteren hübschen Hure macht und viele viele neue Dinge über das Leben lernt. Nicht zu vergessen Keiler, das Wildschwein, was nachts gerne kuscheln kommt und tagsüber brav grunzend nebenher trotet, sofern er nicht etwas zum fressen gesichtet hat. Und das sind nicht immer niedliche Eicheln vom moosigen Waldboden. Letztendlich bewegen sie sich langsam aber sicher auf ihr Ziel zu. Das besagte Dickicht. Dort soll Lula im Lager der Outlaws versteckt sein. Ob sie dabei als Hausmütterchen, Matraze oder Zielscheibe benutzt wird, ist völlig unklar. Raue Zeiten eben, in denen wir uns befinden. Wo Männer noch das Sagen hatten und Frauen nur die obigen genannten Funktionen hatten. Somit ist das Buch auch zurecht dem Genre "hardcore" zugeteilt. Mit Wattebällchen wird hier definitiv nicht um sich geschmissen und man darf sich gern an Quentin Tarantino Filme erinnert fühlen. Trotzdem ist es nicht so extrem, dass man das Buch vor Ekel weglegt. Dafür ist die Dosis der Gewalt zu geschickt gemixt. Außerdem wird die Geschichte aus Erinnerungen von Jack erzählt. Dabei hat er sicher eine Menge Blut übersehen und so manches andere hinzugedichtet. Ich fühlte mich perfekt unterhalten und Joe R. Lansdale hat wieder mal gezeigt, was für ein genialer Autor er ist!           

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  • Ein heftiger Ritt

    Das Dickicht

    Archer

    15. April 2016 um 12:05

    Osttexas, irgendwann nach 1916. Das Land ist noch dermaßen rückständig, dass die meisten Leute leben wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Sie reiten auf Pferden, haben kaum Technik, kriminelle Banden halten die Bevölkerung in Atem, und die Pocken rotten ganze Ortschaften aus. In einer dieser winzigen, rückständigen Ortschaften leben Jack und seine Schwester Lula. Ihre Eltern haben sie soeben begraben (Pocken) und ihr Großvater will sie zu einer entfernten Tante bringen, als sie während eines Sturms auf einer Fähre überfallen werden, der Großvater getötet und Lula von Cut Throat Bill und seiner Bande entführt. Jack ist verzweifelt, er muss um jeden Preis seine Schwester retten. Deshalb schließt er sich Shorty, einem schießwütigen Lilliputaner, und dessen schwarzen Freund Eustache samt dem "Haustier" von Eustache, einem wilden Keiler, an. Unterwegs gabeln sie noch einen Sheriff/Kopfgeldjäger und eine weggelaufene Hure auf, und diese mehr als ungleiche Truppe macht sich auf die Jagd nach den Desperados, dabei von einer heftigen und tödlichen Situation in die nächste stolpernd. Meine Fresse, was für ein Buch. Dieser Lansdale kann schreiben, dass einem die Ohren schlackern! Seine Protagonisten sind gleichzeitig totale Ar... er und Helden, sie sind dreckig, stinken, haben nur Knete im Kopf und stehen trotzdem vor einem, als würde man einen Film schauen. Er nimmt nie ein Blatt vor den Mund, da wird gemordet, geradezu gemetzelt, in den Straßen tappt man durch Jauche, das Wort "Nigger" kommt alle paar Seiten vor, aber nicht der Schockwirkung Willen, sondern weil die einfach alle so geredet haben. Das Schicksal von Jacks Schwester ist klar, ohne dass es großartig beschrieben werden muss, und die Kugeln pfeifen einem alle paar Minuten um die Ohren, wobei die Waffen damals scheinbar wirklich so miserabel waren, dass man schon zehn Meter vor einem Scheunentor stehen musste, um es überhaupt zu treffen. Also: krass, übelst fesselnd, nicht mitreißend, eher an den Ohren packend und durch den Schlamm zerrend, während man selbst schreiend und Füße strampelnd versucht, dran zu bleiben. Genial! Ich muss unbedingt mehr von Lansdale lesen!

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  • Für Fans - wie immer - ein Muss!

    Das Dickicht

    Krinkelkroken

    21. February 2016 um 14:07

    Als der sechzehnjährige Jack Parker durch eine grassierende Seuche beide Elternteile verliert, soll er zusammen mit seiner Schwester bei einer entfernten Tante unterkommen - so der Plan seines Großvaters. Auf dem Weg zur Tante wird die kleine Familie aber von Banditen angegriffen, der Großvater getötet und Jacks Schwester entführt. Auf Rache sinnend, lässt Jack sich mit Kopfgeldjägern - und einem Eber - ein und nimmt die Verfolgung quer durch die gefährlichste Gegend Süd-Texas' auf - durch das Dickicht. Dabei begegnet Jack nicht nur Banditen, sondern auch Freudenmädchen, Sheriffs, Keilern, Bären und Zwergen, Guten und Bösen und vor allem - sich selbst.  Wer Landsdale kennt, der kann mit bestimmten Komponenten rechnen. Dazu zählen: derbe Sprache, ausgefeilte Figuren, eine berührende Lebensgeschichte und ein höllischer Trip. Mit einem aber kann man nicht rechnen: Vorhersehbarkeit. Bei allem, was einem zwischen den Seiten einer Landsdale-Geschichte unter die Augen kommt, wäre man nicht verwundert, wenn Gott persönlich aus den Wolken hervor taucht - oder vielleicht eher sein Gegenspieler. Oder ein Drache. Alles, was sich auch nur im äußersten Spektrum der Realität befindet, wird da sein und es wird entweder sofort ins Leserherz geschlossen oder für immer verflucht.  Wie so oft, ist die Hauptfigur, Jack Parker, sympathisch und glaubwürdig. Seine Suche nach der Schwester entpuppt sich als Coming-of-Age-Trip der Extraklasse. Seine Begleiter sind ebenso haarsträubend wie herzerwärmend und lassen den Leser zwischen Kopfschütteln und Solidaritätsbekundungen schwanken. Im Verlauf der Handlung wird vom Erzähler kein Blatt vor den Mund genommen, weswegen der Leser alles aus der (vermeintlich) ungefilterten Sicht eines (verzweifelten) Jungen präsentiert bekommt: Mord, Folter, Hoffnung, Ängste, Wut, Humor und natürlich jede Menge Leichen. Politische Korrektheit oder ausgefuchste Sprache sucht man - wie immer - vergebens. Landsdale hat bereits nach seinem ersten Bestseller "Akt der Liebe" angekündigt, alle sprachlichen Feinheiten wie synonym gebrauchte Varianten von "sagen" (hauchen, husten, flüstern, jammern, ...) zu vernachlässigen. Keine Schnörkel, kein Schnick-Schnack. Und genau das macht den Charme seiner Geschichten aus. "Das Dickicht" ist - wie "Dunkle Gewässer" und "Die Wälder am Fluss" - eine wilde, intensive, etwas kranke und doch überaus liebevoll gestaltete, nostalgische und sentimentale Verfolgungsjagd, ein Road-Trip des Lebens voller menschlicher Abgründe, Sehnsüchte und Träume. Nach der Lektüre bleibt man zurück mit der deprimierenden Wahrheit über die böse menschliche Natur - und das Wissen um einzelne, ausgewählte, wunderbare Menschen.  Insgesamt ist "Das Dickicht" unter den Coming-of-Age-Romanen Landsdales der bisher schwächste (nach "Dunkle Gewässer" und dem bisher unangefochtenen Star "Die Wälder am Fluss"), aber spielt ganz oben in der Liga der historisch-blutrünstigen Lebensgeschichten mit. Für Fans von Landsdale (wieder einmal) ein Muss!

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  • Coming of age in Texas

    Das Dickicht

    Havers

    11. February 2015 um 18:52

    Oft wird von der Magie des ersten Satzes gesprochen – bei Joe R. Lansdales „Das Dickicht“ bekommt dies eine ganz andere Bedeutung, denn in diesem ersten Satz fasst er bereits die Handlung seines neuen Romans zusammen. Die Rahmenbedingungen ähneln denen des Vorgängers „Dunkle Gewässer“: Anfang 20. Jahrhundert, eine ärmliche Gegend im Osten von Texas am Sabine River, Mord und Todschlag, ein Jugendlicher auf einer gefährlichen Reise. Und von dieser unfreiwilligen Unternehmung erzählt uns der sechzehnjährige Jack Parker, dessen Eltern und Großeltern durch tragische Geschehnisse zu Tode gekommen sind. Einzig Lula, seine Schwester, hat überlebt, wird aber von skrupellosen Banditen verschleppt, die auch versuchen, Jack zu töten. Aber er überlebt und macht sich auf die Suche nach seiner Schwester. Unterstützung erfährt er durch die beiden Shorty, einen Kleinwüchsigen, wie der Name bereits vermuten lässt, und Eustace, einen großgewachsener Afroamerikaner, der immer in Begleitung seines gezähmten Ebers namens Keiler ist. Etwas später gesellen sich noch weitere Gefährten dazu, unter anderem Jimmie Sue, eine Hure mit einem Herz aus Gold. Und gemeinsam setzen sie sich auf die Fährte der Entführer, die eine Spur der Gewalt hinter sich herziehen und Unterschlupf im Dickicht suchen, einer Gegend, in der mittlerweile schwarzes Gold aus der Erde an die Oberfläche dringt… Märchen oder Western? Meiner Meinung nach weder noch, sondern eine Coming of age-Geschichte. Nein, das stimmt so nicht. Es gibt einzelne Aspekte, die aus Märchen und Western entlehnt wurden: Gut gegen Böse, David gegen Goliath, aber auch die Ortsbeschreibungen, die mich sofort an „Django Unchained“ denken ließen. Aber in erster Linie erzählt „Das Dickicht“ eine Geschichte der Veränderung. Jack wird während der Suche nach seiner Schwester erwachsen, und in Texas wird der „Wilde Westen“ mit der beginnenden Ölförderung der allmählichen Industrialisierung weichen. Bissige Dialoge und schwarzer Humor, ein bemerkenswertes Team aus skurrilen Personen, die sich ausnahmslos am Rande der Gesellschaft bewegen und eigentlich durch alle Raster fallen – Joe R. Lansdale hat mit „Das Dickicht“ einmal mehr einen Roman in der Tradition der großen Südstaaten-Autoren geschrieben.

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  • Im Dickicht

    Das Dickicht

    hundertwasser

    Schon der Titel von Joe R. Lansdales neuem, bei Tropen erschienenen Roman macht deutlich, dass es finster wird in dem Buch. Wie in den meisten seiner Bücher wird auch diese neue Geschichte aus den Augen eines Kindes erzählt, das im Laufe des Buches Bewährungsproben bestehen muss und heranreift. Der Erzähler von „Das Dickicht“ ist der junge Jack Parker, dem im Laufe des Buches fast alles genommen wird. Verliert er zunächst infolge einer Pocken-Epidemie seine Eltern, muss er dann auch noch mitansehen, wie bei einer Flussüberquerung sein Großvater erschossen und seine liebreizende Schwester Luna von Halunken entführt wird. Doch Jack wäre kein Lansdale-Charakter, wenn er sein Schicksal nicht in die eigenen Hände nehmen würde. Kurzerhand klemmt er sich hinter die Spur der Entführer und bekommt im Lauf seiner Reise immer mehr (meist skurrile) Unterstützung – dazu zählen ein ausgewachsener Eber, ein farbiger Kopfgeldjäger und ein Lilliputaner. Was sich auf dem Papier nach einer allzu hanebüchenen Mischung anhören mag, funktioniert bei Joe R. Lansdale wieder ausgezeichnet – auf 330 Seiten erzählt er eine spannende und sehr düstere Geschichte, die insgesamt zu den heftigeren Erzählungen aus Lansdales Feder zählt. Stellenweise liest sich „Im Dickicht“, als hätten sich Quentin Tarantino und Mark Twain zusammengetan, gerade wenn die Kopfgeldjäger wieder auf Opfer der Entführer von Jacks Schwester stoßen, geizt der texanische Autor nicht mit Details. Wer sich an diesen Einsprengseln nicht stört, bekommt wieder eine ganz typische Lansdale-Erzählung mit Spannung, Humor und tollen Szenen aus einem vergangenen Texas sowie einen Entwicklungsroman der etwas anderen Art.

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    • 2

    Arun

    04. October 2014 um 00:15
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