Joe R. Lansdale Das Dixie-Desaster

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Inhaltsangabe zu „Das Dixie-Desaster“ von Joe R. Lansdale

Einem alten Freund einen Gefallen tun und dessen Enkeltochter aus Drogensumpf und Prostitution befreien, das ist die eine Sache. Aber gleich die ganze Gang und ihren Trailer kurz und klein schlagen und obendrein den Drogenvorrat ins Klo kippen, das ist eine Kampfansage.

Die Bosse im Hintergrund sind sauer. Hap und Leonard haben sich nichts ahnend mit dem organisierten Verbrechen angelegt, und die Dixie-Mafia schlägt gnadenlos zurück.
Korrupte Bullen und Profikiller rücken unserem tapferen Duo auf die Pelle, und auch das FBI mischt mit. Das kann nur auf eine Art enden: mit einem Desaster.

„Warum sollten wir was Kluges, Ungefährliches und Wohldurchdachtes tun, wenn wir einfach hinfahren und Krawall machen können?“
„Manchmal klappt das.“
„Manchmal schon. Und manchmal kriegen wir aufs Maul.“

Country Noir meets Buddy Comedy - auch Joe R. Lansdales neuester Roman um das ungleiche Heldengespann Hap Collins und Leonard Pine gehört wieder zum Derbsten, Witzigsten, Ehrlichsten und Herzerwärmendsten, was die heutige Kriminalliteratur zu bieten hat.

Hirn schaukelnde, wenig forderndernder rasanter Lesespaß für Freunde des schwarzen Humors unter völligem Verzicht auf political correctness

— thursdaynext

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  • Hap und Leonard auf Tarantino Achterbahntour

    Das Dixie-Desaster

    thursdaynext

    Mit großem Bedauern habe ich den mittlerweile dritten Band – in nichtchronologischer Reihenfolge – von Joe R. Lansdale in Texas spielender Hap & Leonard Reihe beendet. Besonders groß, weil diese herrlich schwarzhumorige Trash – Krimi Noir – Reihe jetzt warten muß bis ich wieder kostengünstig an die nächsten Teile rankomme. Bei Krimis mag ich oft nicht kaufen, da sie nicht zur Regalsollbruchlast führen sollen und der Wiederlesewert doch recht mau ist, wenn man sie einmal gelesen hat. Daher bin ich der Stadtbibliothek meines Vertrauens ausgeliefert, die zwar Leserwünsche oft prompt erfüllt, aber eben nicht sofort, wenn die akut drängende Lesegier besteht. Mit Band 1 “Wilder Winter” brach die Suchtoffensive aus. Hap Collins: weiß, hetero, Studienabbrecher wegen Gefängnisaufenthalts; Leonard Pine: schwarz, schwul, Vietnamveteran, Kommunistenhasser Beide schlagen sich als Gelegenheitsarbeiter mit miesen Jobs durch, pflegen ihre harte Macho Freundschaft und ihre versteckt sensiblen Seelen… Sie besitzen brachiale Kodderschnauzen. Political Correctess ist nicht ihre Welt. Es gilt um jeden Preis Coolness zu demonstrieren und allzeit dicke Eier. Dies geht stark zu Lasten der ihnen eigenen Intellektualität. Sonderlich helle sind die zwei Helden wahrlich nicht. Dafür sympathisch und schlagerprobt. Hap kann zudem noch gut mit Knarren hantieren. So gewappnet stellen sie sich allem Unbill in den Weg. Viel Unbill, grundsätzlich. In jedem ihrer Abenteuer hauen sie der Zufall und ihre innerste Wesensart derart in die Pfanne, dass geneigte Leser – die besser auch Tarantino Fans sein sollten – ihre wahre Freude an den actionreichen Schlachten haben, die mit allem was an Waffenarsenal gerade zur Hand ist geschlagen werden. Nebenbei philosophiert Hap immer gerne ein wenig. Möchte er doch eigentlich schlicht sein Leben an der Seite einer liebevollen Frau verbringen und sich sein kleines privates Nest schaffen. Liest man die Eingangszitate der Bücher so ist jedem Buch eines vorangestellt, dass den Nagel, beziehungsweise den Inhalt, die Handlung auf den Kopf trifft. Bei wilder Winter sind es zwei einmal Saul Bellow: “Wenn der Bedarf an Illusionen groß ist, kann eine Menge Intelligenz in Ignoranz investiert werden.” und zum zweiten Mark Twain aus “Querkopf Wilson”: “Setze alles auf eine Karte und spiel sie im richtigen Moment.” Grundthema aller Bände ist die Frage nach Moral, in unmoralischen Zeiten und Zuständen. So auch bei “Das Dixie – Desaster” , wobei Massaker anstelle von Desaster auch im Titel hätte stehen können. Wenn ich es recht überlege, sollte eigentlich am Ende eines jeden Hap & Leonard Romans stehen: Mit freundlicher Genehmigung der National Rifle Association. BESONDERS beim Dixie – Desaster! Fängt es noch südstaatlich träge an: “Ich hatte mir schon länger keine Kugel mehr gefangen, und seit einem Monat oder zwei hatte mir niemand mehr auf den Kopf gehauen. Das war fast ein Rekord, und so langsam bekam ich das Gefühl ich wäre was Besonderes. Im ersten Stock unserer kleinen Bude , wo wir zur Miete wohnten lagen Brett und ich gerade keuchend im Bett. Wir hatten die Ziellinie eines heißen trägen Rennens überquert, das manchmal wie ein Wettkampf wirkt, aber wenn man es richtig anstellt, fühlt sich dabei auch der als Sieger, der als Letzter eintrudelt. In diesem Augenblick war das Leben schön.” so bleiben die unvermeidlichen rolling stones nicht aus, ein kleiner “Stein” reißt Hap aus der glückseligen Trägheit und die Lawine rollt bald darauf gewaltig an. Nach einer kleinen Freundschaftsgefälligkeit erweist sich, das Hap & Leonard sich wieder einmal mit den Falschen angelegt haben. Die hiesige Texas – Mafia fühlt sich arg auf den Schlips getreten und fährt schwere Geschütze auf. Das FBI mischt nebenbei mit und wieder scheint es, als hätten Hap & Leonard keinerlei Überlebenschancen. Doch wenn sie etwas beherrschen, dann Überleben. Womöglich. Sollte jetzt noch jemand Lust verspüren diese beiden schrägen Brüdern im Geiste bei ihren blutig, brutalen mucho Macho Abenteuern Gesellschaft zu leisten – anders als bei den liebevoll beschriebenen Nebenfiguren – welche meist ein mörderisches zu frühes Ableben hinnehmen müssen – ist das Lesen abgesehen vom Suchtpotential ungefährlich. Viel Vergnügen dabei! Ich hatte es, und freue mich schon auf die weiteren Bände die Joe R. Lansdale seinen Fans gönnt. Ihnen gilt auch die Widmung eingangs der kurzweiligen Südstaaten Krimis: “Für alle Hap & Leonard Fans. Danke ihr Spinner!” Herzlichen Dank zurück Mr. Lansdale. Bitte weitermachen! Nachtrag: Mit meiner Begeisterung für diese literarische Neuentdeckung stehe ich nicht ganz alleine da. So wurde Joe R. Lansdale bereits mit dem British Fantasy Award, dem American Horror Award, dem Edgar Allan Poe Award und nicht weniger als 7 Bram Stoker Awards ausgezeichnet. Nebenbei kassierte er noch den Herodotus Award für den besten US historischen Erstling.

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